Vielen Dank für das nette Review, Marylein! Ja die zwei haben noch eine Menge vor.
lg Gaby
14 Reise in der Dunkelheit
Gemeinsam standen sie in ihrer kleinen Kammer und packten die wenigen Habseligkeiten die sie besaßen zusammen. Fast verzweifelt wünschte sich Hermione er würde etwas sagen, oder tun. Warum schloss er sie nicht einfach in seine Arme und nahm ihr so die Zweifel? Er hatte, bis auf das er mit Eldor sprach, noch kein Wort gesagt. Zumindest nicht zu ihr und sie sehnte sich so sehr danach. Um ihre Tränen vor ihm zu verbergen, beugte sie sich tief über die weiche Decke und faltete sie umständlich zusammen. Vorsichtig reichte sie sie ihm, sorgsam darauf bedacht ihn auf keinen Fall zu berühren. Er stopfte alles in seine Tasche, packte die Fackel und verließ den Raum. Tieftraurig sah sie um sich. Wie konnte man an einem Ort die schönsten und zugleich die traurigsten Momente erleben? Wie war das nur möglich? Tief holte sie Luft und folgte ihm.
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Er fühlte ihren Kummer, er war beinahe greifbar, aber er tat nichts und sagte auch nichts um es ihr leichter zu machen. Es war eben eine Tatsache, dass sie nicht zusammen passten und nur weil sie einmal ihrer Leidenschaft nachgegeben hatten………….Lügner!!! Schrie alles in ihm. Doch er weigerte sich dieser Stimme zu zuhören. Es zerriss ihn, sie so zu sehen und schnürte ihm die Kehle zu. Er glaubte keine Luft mehr zu bekommen, so sehr bekümmerte ihn ihr Leid. Er rang mit sich, zu stark war die Versuchung. Einmal streckte er die Hand nach ihr aus. Als sie tief über die Decke gebeugt diese faltete, doch bevor er sie berühren konnte zog er sie zurück. Seine zynische Stimme in ihm hatte wieder die Oberhand. Was willst du von ihr? Sie wird dich verlassen! Was hätte sie für einen Grund zu bleiben? Deine äußere Schönheit? Wohl kaum! Vielleicht dein gutes Herz? Bis du hierher kamst, wusstest du nicht einmal das du eins hast! Also was sollte sie an deiner Seite halten? Nichts! Er stopfte die Decke in seine Tasche und verließ beinahe hastig den Raum. Sie sollte nicht sehen, was in ihm vorging. Er hatte so einen leisen Verdacht, dass er nicht mehr so undurchschaubar wie früher für sie war. Sie hatte die Macht in sein Herz zu sehen.
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Draußen im Gang stand Eldor bereit für die Reise ins Unbekannte, denn mit den Beiden würde es dies garantiert werden. Innerlich seufzend sah er auf Severus. Immer noch sah er mürrisch und mit sich und der Welt uneins aus. Naja er hatte sich ihre Retter einfach anders vorgestellt. Ein bisschen heroischer, sich des Besonderen das sie waren, einfach bewusster. Aber hier stand ein abgeklärter Zyniker vor ihm, der einfach nicht mit seiner Bestimmung zurecht kam, zurecht kommen wollte. Und Hermione? Sie war jung, hübsch, ohne Zweifel sogar klug, aber auch noch sehr naiv. Vage gab er sich der Hoffnung hin, dass sie es doch nicht waren. Konnte das Schicksal so grausam sein? Es konnte! Als endlich Hermione erschien, sie wirkte immer noch unglücklich und niedergeschlagen, ging er den Beiden voraus und führte sie tiefer in die Tunnel, hinab in die ewige Dunkelheit.
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Eldor ging vor, Severus dicht hinter ihm und Hermione bildete das Schlusslicht. Es war ihr ganz recht, so war es ihr möglich, ihren eigenen Gedanken nachzuhängen. Als sie die Stelle an der sie sich geküsst hatten passierten, wäre sie beinahe in Tränen ausgebrochen und gleichzeitig wallte Zorn in ihr auf. Sie hätte ihn so gerne vorne am Hemd gepackt und geschüttelt und ihn angeschrieen. Verdammt sag was! Aber natürlich tat sie nichts dergleichen. Lieber biss sie sich die Zunge ab, als ihn um irgendetwas anzuflehen. Stumm stolperte sie hinter ihm her, sorgsam drauf bedacht ihm nicht zu nahe zu kommen. Eher das Gegenteil, je größer der Abstand zu ihm umso besser. Andererseits ertappte sie sich immer wieder dabei, wie sie sehnsuchtsvoll auf seinen Rücken starrte. Wie sie an seine Hände dachte die, sie konnte es kaum glauben, so zärtlich sein können. Sein göttlicher Mund…. Liebe und Schwermut gingen in ihr nebeneinander einher.
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Sorgenvoll warf er immer wieder einen Blick zurück. Konnten sich zwei Menschen, die einander offensichtlich mochten, er würde sogar sagen liebten, einander noch mehr ignorieren? Mit was für Sturköpfen hatte er es eigentlich hier zu tun? Nun es wurde an der Zeit sie mit ein paar Tatsachen zu konfrontieren. Er schlug den Weg von gestern ein und brachte sie dorthin, von wo aus er die Soldaten des Herrschers Baloghs beobachtet hatte. Severus erstarrte bei ihrem Anblick. Wie konnte er so viele übersehen haben?
„Es waren nie so viele hinter euch her. Ich vermute höchstens einer, doch als er eure Spur verlor, holte er sich Verstärkung." Erklärte er ihnen trocken. Severus runzelte die Stirn. Wie war das so schnell möglich? Doch bevor er die Frage laut stellen konnte bekam er von Eldor bereits die Antwort. „Balogh verfügt über Magie und er nutzt sie für seine Zwecke."
„Ihr hattet bisher sehr viel Glück, aber damit dürfte es nun vorbei sein. Balogh weiß nun, dass ihr euch ihm entzieht und wird darüber nicht gerade glücklich sein. Aber er kann euch nichts antun, solange….." er ließ den Satz bewusst unvollendet. Er wollte ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. „So lange was?" knurrte Severus. Dieser elende Schwachsinn mit dieser Prophezeiung! Hier glaubten scheinbar wirklich alle daran. Vom letzten Trottel bis zum brutalen Herrscher! Schon alleine deshalb würde ihm nichts anders übrig bleiben, als tatsächlich eines Tages gegen ihn zu kämpfen oder zu sterben oder sie kamen vorher zurück in ihre Welt.
„Das müsst ihr schon selbst heraus finden!" erwiderte er knapp und schritt an den beiden vorbei um wieder in die Tunnel zurück zu kehren. „Ich bringe euch nur nach Inferlant, das ist alles!" Und eigentlich viel zu viel. Seufzend suchte er den richtigen Weg, die richtige Höhle und führte sie weiter.
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Severus spürte sehr wohl Hermiones Blicke im Rücken, aber noch immer nicht wollte er sich damit befassen. Die Höhlen forderten sowieso seine ganze Aufmerksamkeit. So schön sie auch waren, so tückisch waren sie auch. Wenn man nicht aufpasste oder einen unbedachten Schritt tat, so konnte es passieren, dass es der letzte war. Denn neben ihrem Pfad war keine steinharte Wand, sondern ein bodenloser Abgrund. Was in diesen Tiefen verschwand sah kein Mensch je wieder. Das behielt der Berg für immer. Heimlich schielte er immer wieder zurück auf Hermione.
Der Weg war so gefährlich und er hätte sie schon einmal beinahe verloren. Dieses Gefühl, das er damals empfunden hatte, das wollte er niemals mehr fühlen. Am liebsten hätte er sie an der Hand gehalten, nur so glaubte er sie wäre sicher, aber sofort verwarf er wieder den Gedanken. Er wusste einfach nicht wie er es anstellen sollte. Hinter ihm kullerten Steine in die Tiefe und ließen ihn vor Schreck beinahe zusammen zucken. Er hielt es nicht mehr aus, er ertrug es nicht. Ohne ein Wort drehte er sich zu ihr um und fasste nach ihrer Hand. Sicher behielt er sie in seiner, bis sie den Abgrund hinter sich gelassen hatten. Einmal versuchte sie sich ihm zu entziehen, aber er hielt sie in einem eisernen Griff, aus diesem gab es kein Entkommen.
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Kaum hatten sie den Abgrund hinter sich gelassen, gab er ihre Hand auf der Stelle wieder frei. Sie wusste nicht ob sie nun enttäuscht oder erleichtert war. Eindeutig letzteres sagte ihre verletzte Seele. Die nächsten Tunnel waren so niedrig und eng, dass sie sie nur auf allen Vieren passieren konnten. Hermione überfiel immer wieder panische Furcht in einem dieser stecken zu bleiben. Es gab keine Rettung, keine Magie. Sie mochte sich gar nicht vorstellen wie Severus das empfand. Empfand er überhaupt etwas? Meldete sich die zynische Stimme in ihr. Sogleich verbat sie ihr sich einzumischen und zwängte sich durch die letzte Lücke, ehe die Höhle zum Glück wieder größer wurde. Eldor entschied hier Rast zu machen und sie setzten sich. Er reichte ihnen einen Wasserschlauch und auch etwas Brot. Eine Weile saßen sie schweigend beieinander.
„Der nächste Abschnitt wird ähnlich sein, wie der den wir gerade passiert haben. Wirst du es schaffen?"
Er richtete die Frage ausschließlich an Severus. Er war von ihnen dreien der Größte. Hermione sah aus dem Augenwinkel wie er sich verstohlen die Schultern lockerte. Stumm nickte er.
„Gut! Wir können auch nicht mehr zurück. Zu gefährlich!" erklärte er knapp.
Erneut griff er in seinen Beutel und zog den Stein hervor. Ohne ein Wort reichte er ihn an Hermione weiter. Kaum berührten ihre Fingerspitzen ihn, sogleich begann er hell zu leuchten. Heller noch als am Tag zuvor. Verständnislos sah Hermione auf ihn und dann auf Eldor.
Doch statt einer Erklärung forderte er sie auf ihn an Severus weiter zu geben. Dieser weigerte sich im ersten Moment ihn zu nehmen. Hermione konnte es ein bisschen verstehen. Zeigte er doch bei Severus keinerlei Wirkung. Aber Eldor bestand darauf, was ihm einen äußerst wütenden Blick von Severus einbrachte. Hermione begann sich zu fragen, was hier vorging. Was wussten die beiden und was verschwiegen sie ihr? Zornig riss er ihn an sich und er leuchtete. Nicht ein bisschen, sondern richtig strahlend.
„Du weißt was es mit ihm auf sich hat?" fragte Eldor, war sich aber zugleich ziemlich sicher, dass Severus Bescheid wusste.
„Ja!" kam es knapp von diesem und als hätte er sich daran die Finger verbrannt ließ er ihn fallen, erhob sich und trat weg von Eldor, weg von dem Stein in die Dunkelheit. Fragend sah Hermione von einem zum anderen, doch keiner bemühte sich ihr zu erklären was gerade vorgegangen war.
„Was hatte das zu bedeuten?" fragte sie Eldor streng.
Eldor kaute umständlich an seinem Brot, ließ sich Zeit mit der Antwort. Er wusste, dass Severus so tat als würde er nicht zuhören, als würde ihn das alles nichts angehen, dabei wartete er gespannt wie die Sehne eines Bogens auf das was er Hermione sagen würde.
„Nun das musst du schon ihn fragen. Er kennt die Antwort!" Eldor deutete auf Severus und sah zugleich wie Hermione Luft schnappte.
„Ja ich weiß ihr redet nicht miteinander. Ein Umstand den ihr schleunigst ändern solltet, wenn ihr meine Meinung hören wollt. Was immer es ist, was zwischen euch steht, bringt es verdammt noch mal in Ordnung!" befahl er harsch und erhob sich.
„Wir sollten weiter gehen. Der Weg ist noch weit und in manchen Höhlen sollte man nicht zu lange verharren!" Eldor schritt voraus und ließ die beiden stehen. Sie würden ihm schon folgen, da war er sich sicher.
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Hermione starrte ihn lange an und wartete, aber er sagte noch immer kein Wort.
„Wirst du es mir sagen?" fragte sie ihn ruhig.
Er wusste was sie wissen wollte und doch….
„Es gibt kein Geheimnis. Ich habe ihn berührt und es funktioniert!" erklärte er kurz und bündig und ging hinter Eldor her.
„Warum kannst du nicht mit mir reden?" verlangte sie leise zu wissen.
Starr presste er die Lippen aufeinander. Was sollte er ihr sagen?
„Es gibt nichts zu reden. Das gestern war ein Fehler. Ein Fehler der sich nicht wiederholen wird. Am Besten wir vergessen das Ganze. Die ganze Nacht. Alles!"
Er schlüpfte hinter Eldor her in den schmalen Gang und ließ Hermione alleine in der Dunkelheit zurück. Diese bückte sich und hob den Stein auf. Sein Licht war nur noch ein schwaches Pulsieren, so als würde der Stein sterben. Das war genau das, was sie fühlte.
