schimmernder Abend

Diesmal aus Raven's Sicht... Daher auch wieder kursiv= Englisch =)

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Er saß unruhig auf seinem Stuhl, kramte in seiner Jackentasche. Ich sah ihn zwar nicht an aber dennoch spürte ich seinen Blick, der an mir haftete. Was er wohl vorhatte… Ich wollte ihn gerade ansprechen da nahm er meine Hand. „Ich…", setzte er an, zögerte dann aber. Law schien mit sich selbst zu kämpfen, ob er nach den richtigen Worten suchte um sich nochmal bei mir zu entschuldigen? Eigentlich war ich ihm ja gar nicht mehr böse, er hatte sich ja schließlich schon alle Mühe gegeben und mir war klar, dass er wirklich einfach nur betrunken gewesen war. Also blickte ich ihn weiterhin an und wartete. „Das hier ist für dich…", sagte er schließlich und streckte seine freie Hand aus. Ich öffnete meine Hand und er ließ eine kleine Schatulle hineinfallen. Ein Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht auf, es war wirklich sehr süß von ihm mir etwas zu schenken. Der junge Pirat ließ meine Hand los und lehnte sich etwas zurück, als wolle er mir Raum geben um die kleine Schachtel zu öffnen. Ich hob meinen Blick von der Schatulle, blickte direkt in seine grauen Augen und flüsterte ganz leise „Danke…", dann öffnete ich das Schächtelchen. Es war eine Kette darin, genauer gesagt ein Rabe mit einer Glasperle im Schnabel, sie war wirklich schön. Vorsichtig nahm ich den kleinen Anhänger aus der Schachtel und stelle fest, dass er an einem einfachen Samtband befestigt war. Law war aufgestanden, nahm mir die Kette aus der Hand und legte sie zaghaft um meinen Hals. Die Leute an den benachbarten Tischen beobachteten uns, oh Gott war das peinlich! Aber so unglaublich süß von ihm und romantisch… Seine Hand strich vorsichtig über meinen Nacken und er lächelte mich ein wenig schüchtern an. „Die Kette steht dir so gut… als wäre sie nur für dich gemacht worden!", hauchte er in mein Ohr. Dankend sah ich ihn an als er wieder mir gegenüber Platz nahm. Dieser Moment war so… perfekt? Jedenfalls bis die Bedienung wiederkam und unsere Teller abräumte. „Hat es ihnen geschmeckt?", fragte sie mit ihrer ziemlich rauen, unangenehmen Stimme. Ich nickte nur und wollte um die Rechnung bitten als Law wieder nach meiner Hand griff. „Möchtest du einen Nachtisch essen?", wie immer wenn er mich so direkt ansah musste ich lächeln. Aber ich schüttelte zaghaft den Kopf und sagte der Bedienung, dass wir zahlen wollten. Law wirkte sichtlich enttäuscht als er für uns Beide bezahlte und wir schließlich das Restaurant verließen. Eigentlich hatte ich selbst zahlen wollen schließlich wusste ich das Law alles mit Geld von Tamy bezahlte aber er hatte darauf bestanden. Ich würde ihr das Geld in der Uni wiedergeben beschloss ich, als wir durch die dunklen Straßen schlenderten. Der Regen hatte aufgehört und die kühle, frische Luft tat sehr gut. „Sag mal war der Weg zum Bus nicht ganz anders?", fragte er ohne mich anzusehen. Ich erklärte, dass ich noch eine kleine Überraschung für ihn hatte und steuerte ihn zielstrebig zu einem meiner Lieblingsplätze aus meiner Kindheit. Es war schon ein ganzes Stück aber Law beschwerte sich nicht und ging dicht an meiner Seite. Wir plauderten über dies und jenes bis wir schließlich ankamen.
Seine Augen leuchteten, als er den Brunnen vor uns entdeckte. Es war ein alter Springbrunnen, in den vor einigen Jahren kleine Lichter eingebaut worden waren. Diese glitzerten nun wie viele kleine Edelsteine im Fels und verliehen diesem Ort bei Dunkelheit etwas Magisches. „Das ist wirklich wunderschön Raven…", flüsterte er und legte seinen Arm um meine Schulter. „Das ist mein Dank für den schönen Abend.", lachte ich leise als ich seinen immer noch faszinierten Blick bemerkte. Wir standen einige Zeit schweigend da und erst als es wieder anfing zu regnen liefen wir zu mir nach Hause, es war vom Brunnen aus nichtmehr weit.
Vor meiner Haustür nahm Law erneut meine Hand und hielt mich davon ab aufzuschließen. Sanft strich er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Schlaf gut Raven…", flüsterte er, gab mir einen Kuss auf die Nasenspitze und drehte sich dann von mir weg. Nur sehr zögerlich trennten sich unsere Hände.