Harry schlief, träumend von Voldemort, bis zum nächsten Morgen in Tom's Armen. Aber er träumte nicht länger von dem furchteinflößenden Voldemort den er so gut aus seinen Albträumen kannte – die familiäre Gestalt, wessen unmenschlich blassen und erschreckendes Merkmale in seinen nächtlichen Träumen für Jahre lauerte. Nun wurden seine Träume von einem geheimnisvolleren Dunklen Lord, den er so nicht kannte, heimgesucht – ein Körperloser Voldemort aus der Zukunft, Gesichtslos und eingehüllt in kompletter Dunkelheit. Harry fühlte wie sich sein Verstand zu diesem Voldemort ausstreckte. Dein Gesicht. Zeig mir dein Gesicht. Sind deine Augen unter dieser Kapuze immer noch dieses schimmernde Scharlach oder ein silberner Glanz wie die von Toms? Aber die Geisterhafte Figur des Dunklen Lords war außerhalb seiner Reichweite, ein schwebender Schatten ohne Substanz, dunkler als Dunkelheit, trügerischer als der Wind. Wer bist du, Voldemort? Bist du Tom?
Etwas erstreckte sich sanft durch Harry's Träume und vertrieb den ruhelosen Schatten von Voldemort. Harry, verweilend zwischen Traum und Wachzustand, spürte etwas an seiner Stirn und wusste dass es Tom war, der seine Narbe wiederholend mit Küssen übersäte, als würde er Voldemort's Zeichen weg küssen wollen.
Schließlich öffnete Harry seine Augen zu dem grauweißem Licht des Morgengrauen und sah in Tom's leuchtende, silbergraue Augen, während das schwache kribbeln auf seinen Lippen andeutete, dass Tom's Mund dort noch Momente zuvor zu spüren war.
„Guten Morgen", flüsterte Tom.
Harry lächelte ihn an. „Guten Morgen. Hast du mir beim schlafen zugesehen?"
Tom errötete. „Vielleicht habe ich das. Ich konnte mir nicht helfen; du bist so schön wenn du schläfst."
„Aber wenn du mich stattdessen geweckt hättest könnten wir noch vor dem Frühstück miteinander schlafen." Tom's Haut war immer noch warm und er konnte den Gedanken, jetzt schon von ihm loszulassen, einfach nicht ertragen.
„Es ist noch früh genug dafür, mein Liebling." Tom drückte eine Reihe inniger Küsse gegen Harry's Hals, und Harry schaffte es schwach dagegen zu protestieren obwohl sein Körper mit schmerzender Erregung darauf antwortete.
„Tom, du wirst ein Mal hinterlassen. Jeder wird Bescheid wissen."
„Worüber?" hauchte Tom gegen seine Haut. „Dass du mir gehörst? Das hoffe ich doch. Sogar Abraxas Malfoy sollte dazu in der Lage sein diesen Hinweis zu verstehen."
Harry lachte und wand sich aus der Umarmung. „Nun, wenn das der Fall ist, ist hier ein genauso Sichtbarer Hinweis für Walburga. Und für Slughorn, der dir immer noch hinterher giert. Nicht dass ich es ihm vorwerfen kann, ehrlich." Er küsste Tom's Hals – hart.
„Autsch, du Vampir." lachte Tom. „Ist es so besser?" Er küsste Harry erneut zärtlich auf die Lippen. „Mmm. Du weißt also von Horace's Geheimnis, oder? Sag ihm nicht dass du es kennst, Harry; er würde sich in Grund und Boden schämen."
„Werde ich nicht. Tom, hat Slughorn jemals versucht...? Oh." Das Blut schoss ihm in den Kopf als eine Erinnerung von Tom in sein Bewusstsein drang: Slughorn's Gesicht, gefüllt mit schrecklich, verzweifelter Lust, als er mit Tom sprach: „Warum sollte ich dir mehr über Horkruxe erzählen, Tom? Was könnte mich wohl dazu bringen solch gefährliches und verbotenes Wissen mit einem Schüler zu teilen?" Und Tom lächelte und streifte seine Hand leicht über Slughorn's Wange. Slughorn hatte seine Augen geschlossen und flüsterte heißer: „Was wirst im Gegenzug für mich tun, Tom-?" Die Frage hatte für ein paar Augenblicke gefährlich und anregend in der Luft gelegen doch dann antwortete Tom ihm sanft: „Nichts, Horace. Ich biete dir nichts im Gegenzug an. Aber weil ich es möchte, wirst du es mir trotzdem erzählen." Und Slughorn öffnete seine Augen und betrachtete Tom für eine lange Zeit. Dann seufzte er und nickte. „Du hast Recht, Tom, mein wunderschöner Engel. Natürlich werde ich es dir erzählen. Wie könnte ich dir auch jemals etwas abschlagen?"
Harry, verfolgt von Slughorn's Gesichtsausdruck, streichelte gedankenverloren über Tom's Locken. „Armer Slughorn... Du besitzt viel Macht über Leute, Tom."
„Armer Slughorn? Er hat einen Schüler des sechsten Jahrgangs so gut wie angemacht."
„Ich weiß. Und trotzdem habe ich Mitgefühl."
Tom fuhr Harry's Lippen mit seinem Finger nach. „Wie kannst du so einfach meine Gedanken lesen, Harry? Du hast mir diesen Teil nie erzählt. Hat es auch etwas mit... mit Voldemort zu tun?"
Harry küsste die Finger die auf seinen Lippen lagen. Es ist so merkwürdig, dich von Voldemort sprechen zu hören. „Oh. Ja. Ich... ich hatte es selbst nicht verstanden, bis wir zusammen in der Heide spazieren waren. Ich fragte mich oft woher diese seltsame Verbindung zwischen... zwischen Voldemort's Geist, und meinem, herkam. Zwischen dir und mir. Ich vermutete, es hatte etwas mit meiner Narbe zu tun, aber ich war mir nicht sicher."
„Und, tut sie das?" Tom's Lippen hauchten zärtliche Küsse auf seine Narbe.
„Gewissermaßen." Harry schluckte. „Ich habe dir von den Horkruxen, die Voldemort in der Zukunft erschuf, erzählt. Aber es war nicht bevor ich dich traf – dein wahres Ich, nicht ihn – dass ich realisierte dass es noch einen Horkrux gab, einen, der durch einen Unfall entstand, in der Nacht als er meine Eltern ermordete."
„Noch ein Horkrux? Was für ein Horkrux?" Tom wurde blass.
Harry schlang seine Arme um Tom's Hals. „Ich, Tom. Ich bin dein Horkrux."
Er fühlte den plötzlichen Schock der Tom's Geist durchzog, der plötzliche Ruck von Furcht der ihn heimsuchte. Aber auch etwas anderes, eine seltsame, schmerzende Süße.
„Du bist ein Horkrux?" flüsterte Tom. „Mein Horkrux? Aber du bist ein Mensch. Kann eine Person ein Horkrux werden? Oh, Gott, Harry, was habe ich dir angetan? Du... du bist meine Seele-?"
Harry drückte Tom fest an sich und flüsterte ihm in Parsel zu: *Ja, Tom. Deine Seele. Ich bin du, und du bist ich. Wir sind eins.*
Tom stöhnte. „Hörst du wohl damit auf, Harry! Ich versuche hier diese seltsame und schreckliche und... und wunderschöne Nachricht, die du mir eben gesagt hast, zu verstehen, aber du lässt mich meine Gedankengänge verlieren wenn du so mit mir sprichst."
Harry lächelte und murmelte in Tom's Ohr, immer noch in Parsel. *Warum? Was geschieht mit dir wenn ich so spreche? Sag es mir, Tom.*
Tom seufzte. „Stopp, Harry... ich versuche zu denken..."
*Möchtest du wissen was ich denke, Tom? Ich denke daran wie du in mir bist, in meinem Körper und meiner Seele.*
„Oh, bei Merlin." stöhnte Tom hilflos und seine Finger strichen über Harry's Haut. Seine Hände fuhren Harry's Rücken hinunter, zu seiner Hinterseite. „Du... Oh, Gott. Du."
Er rollte Harry auf seine Seite und umschlang von hinten fest mit seinen Armen. Der vertraute Zauber verließ Tom's Lippen mit einem seufzen. Harry konnte Tom's warmen, gleichmäßigen Atem an seinem Nacken spüren. Bebende Hände fuhren Harry's Brust und Bauch entlang, bis sie sich schließlich um einen harten Schaft schlossen.
„Du bist mein... Horkrux? Mein? Du bist mein..." Für einen Moment, dachte Harry Voldemort's neugierige, kühle Stimme aus Tom's Flüstern zu hören, und er erzitterte als er realisierte, dass das dunkle Verlangen in Tom's Stimme beinahe unerträglich erregend für ihn war. Harry schloss seine Augen und erschauderte, als Tom's Hände seine Länge mit fieberhaften Stößen streichelte, und Tom's Schaft, der von hinten lieblich in ihn eindrang. Tom. Voldemort. Tom. Harry stöhnte als Tom in ihn stieß, erst langsam, tief und hart, dann mit wachsender Ekstase. *Mein Horkrux. Meine Seele.*
*Tom!*
*Mein Horkrux. Mein. Du bist mein, Harry. Nur mein.*
Harry rollte mit einem ächzen aus dem Bett und griff nach seinen zerknitterten Sachen.
Tom stützte sich auf einen Ellbogen und sah ihm mit einem Lächeln zu, als er sich anzog. „Hey! Das ist mein Hemd. Dieses Mal machst du es mit Absicht!"
„Mmhmm." Harry grinste als er das Hemd zuknöpfte und den silbernen Horkrux um seinen Hals legte. „Ich vermute dann musst du wohl meines anziehen."
„Oh, keine Sorge, das werde ich." Tom taumelte ebenfalls aus dem Bett und begann seine Eigenen – und Harry's Hemd – anzuziehen. Sein Haar war wild und zerzaust vom Schlaf und Liebe, und Harry konnte nicht anders als ihn anstarren.
„Was?" Tom sah ihn fragend an, sein Gesicht errötet und das Hemd nur halb -zugeknöpft.
*Du bist so wunderschön*
Tom stöhnte. „Hab Mitleid mit mir, Harry. Kein Parsel mehr, bis heute Abend, oder wir werden es heute niemals in den Unterricht schaffen... Und du lässt dich so besser nicht von Abraxas hören. Niemals."
„Ich kann dich bis zum Abend, heute nicht mehr sehen?"
„Wir werden uns sehen, natürlich, aber nicht alleine. Außer..." Tom drehte sich und blickte aus dem Fenster. Kleine, versilberte Regentropfen tanzten gegen das Fensterbrett. „Es regnet. Dein Quidditchtraining wird wohl ausfallen. Sogar Abraxas wird bei diesem Wetter nicht Üben wollen. Vielleicht können wir zusammen spazieren gehen."
Harry sah hinaus zu dem leichten Nieseln der kontinuierlich von dem dunkelgrauen Himmel fiel. „Ein Spaziergang? Aber es regnet! Wenn es zu viel für Quidditchtraining ist, warum willst du dann spazieren gehen?"
Tom's Arme schlangen sich eng um seine Taille. „Ich mochte den Regen schon immer. Bist du nie im Regen spazieren gewesen? Es ist so ein seltsames, bezauberndes Gefühl, im Wald bei Regen spazieren zu gehen. Komm heute Nachmittag mit mir, Harry? Bitte?"
Ich wusste nicht dass Voldemort es mochte im Regen zu spazieren.
„Natürlich, Tom. Wir sehen uns heute Nachmittag."
…
Lautes Gemurmel drang durch die Große Halle als Harry seinen Platz am Slytherintisch, zur Frühstückszeit, besetzte.
„Elias? Wo zur Hölle bist du gewesen?" Cygnus warf ihm einen scharfen Blick zu.
„Du bist in Ordnung?" Orion sah ihn mit Sorge an. Harry kam nicht darüber zu bemerken dass selbst Orions lange Locken, den dunkelblauen Fleck an seinem Hals, nicht verdecken konnten. Du hast Walburga diese paar Wochen wohl oft gesehen, oder Orion?
Harry war sich ziemlich sicher, dass ein ähnlicher Fleck auf seinem eigenen Hals zu sehen war und der Gedanke ließ das Blut in seinen Kopf schießen. „Ich war... weg gewesen. Lange Geschichte. Ich kann nicht darüber reden. Aber ich bin jetzt zurück. Was gibt's neues?" Er half sich einer Portion Rührei und einem Haufen Würstchen und begann zu essen.
„Was gibt's Neues?" Abraxas starrte ihn an. „Bei Merlin! Du verschwindest einfach so, für zwei Wochen, während die Lehrer jeden Stein im Schloss nach dir absuchten und Tom Riddle den Wald nach einem Zeichen von dir durchforstete, und dann tauchst du plötzlich wieder auf, beim Frühstück, und fragst uns was es Neues gibt?" Abraxas bewarf ihn mit einem Stück Toast. „Du bist unmöglich, weißt du das?"
Harry lachte und warf den Toast zurück. „Entschuldige, Abraxas. Ich... ich fürchte ich kann dir nichts erzählen."
„Das ist in Ordnung, Elias. Wir wissen das.", mischte sich Alphard in die Unterhaltung mit ein. „Tom Riddle erzählte uns dass deine Abwesenheit mit einem dunklen Zauberer zu tun hatte, und dass wir keine weiteren Fragen stellen sollen. Ich denke wir sollten das respektieren, Abraxas."
„Ich würde Riddle's Meinung viel eher respektieren, würde er mich nicht in dem Moment als Elias verschwand, in die Mangel genommen haben.", murmelte Abraxas und rieb den blauen Fleck auf seiner Wange, wehmütig. „Als wäre ich in der Lage die Gesundheit und Sicherheit anderer Leute zu bedrohen!"
Harry grinste. „Nun, du musst aber zugeben, dass es nicht unvorstellbar für dich wäre, einen Mitschüler mit Mondblumenpunch so betrunken zu machen, dass es ihm nicht möglich wäre, sich für Wochen danach zu rühren."
Abraxas seufzte. „Richtig, natürlich. Diese Dinge können passieren. Aber hättest du zwei Wochen in meiner Fürsorge verbracht, bewusstlos, in einer Umgebung meiner Wahl, denkst du wirklich ich wäre dann in den Unterricht gegangen? Ernsthaft?" Er duckte sich als Harry aufstöhnte und ihn mit mehr Toast bewarf.
„Hört auf, beide!" Cygnus sah sie streng an. „Muss ich dich daran erinnern dass du ein Vertrauensschüler bist, Abraxas?"
Abraxas hob eine Augenbraue und seine grauen Augen glitzerten. „Danke für die Erinnerung, Cygnus. Nun, dann, Elias: Da ich ein Vertrauensschüler bin, entziehe ich dir hiermit fünf Punkte, dafür dass du uns zu Tode geängstigt hast. So, da hast du es."
Cygnus starrte fassungslos zu Abraxas. „Das kannst du nicht tun, du Idiot. Er ist in Slytherin! Du kannst deinem eigenen Haus doch keine Punkte abziehen."
„Sagt wer?" Abraxas kaute gelassen auf seinem Schinken. „Der Direktor sagte nichts darüber in der Vertrauensschülereinweisung. Lass dir das also eine Lehre sein, Elias. Wenn du es jemals wagst, noch mal einfach so zu verschwinden, werde ich fünfhundert Punkte abziehen. Von Slytherin."
Harry konnte nicht anders und lachte los als ein Sturm von empörten Protesten am Tisch ausbrach. „Es ist Ordnung, Abraxas. Ich werde es nicht tun. Wenn auch nur zum Willen des Hauspokals."
„Wir haben dich bei der Proben für das Theaterstück vermisst, Elias", sagte Eileen Prince sanft. „Zumindest einige von uns..." Sie sah kalt zu Araminta.
Kam es Harry nur so vor, oder wurde Araminta ein wenig rötlich um die Nase? Sie zuckte mit den Schultern und antwortete mit einem relativ kalten Blick an Harry gerichtet: „Lupin ist doch kein so schlechter Ritter. Er ist ein exzellenter Küsser, und er ist ein Reinblut, auch wenn er ein Gryffindor ist."
Harry sah fragend zu Orion, dieser lächelte ihn nur an und nickte. Wirklich? Araminta und John Lupin? Aber dann... Was ist dann mit Remus? Merlin, sag mir nicht dass ich die Zukunft schon wieder in Schlamassel gebracht habe... Harry seufzte schwer.
„Ich vermute du wirst den Part von Sir Glücklos wieder übernehmen, nun da du wieder da bist." Der Ton in ihrer Stimme machte es ziemlich klar dass sie nicht wirklich glücklich darüber war.
„Was-? Nein. Absolut nicht." Harry schüttelte seinen Kopf in fester Überzeugung. „Ich habe... eine Menge Klassen verpasst. Es wird hart genug sein aufzuholen. Ich habe keine Zeit für das Theaterstück. Entschuldige."
„Oh, gut. Schulaufgaben kommen vermutlich zuerst." Araminta's Miene besänftigte sich wieder und ihr Blick schweifte langsam, und beinahe unmerklich, zum Gryffindortisch.
Harry wünschte sich auf einmal, Hermine darüber gefragt zu haben, was denn bei Beery's katastrophalem Weihnachtstheaterstück passiert war. Er wusste er hatte vor langer Zeit, etwas darüber gehört. Sir Glücklos und Amata verfielen einander... Ja, dieser Teil klang richtig. Aber war da nicht etwas über ihr auseinander fallen weil... weil was genau? Weil... Sir Glücklos sich stattdessen in Asha verliebte-? Harry warf einen zweifelhaften Blick zum Gryffindortisch, wo die sommersprossige Augusta Moon einen Löffel auf ihrer Nase balancierte. Nein. Nein, er erinnerte sich an diesen Teil nicht richtig.
Harry genoss den restlichen Schultag. Neugierige Blicke und gedämpftes Geflüster folgte ihm durch den Tag, aber er war es aus seiner Eigenen Zeit, seinen Jahren als Auserwählter, gewohnt, deshalb machte es ihm nicht wirklich etwas aus.
Kräuterkunde mit Professor Beery schien niemals richtige Magische Pflanzen zu beinhalten; der Lehrplan war aufgeschoben worden, bis das Theaterstück vorbei war. Manchmal, erinnerte sich Beery daran ihnen Aufgaben zu erteilen. Zum Beispiel ein paar Kapitel über Affodillwurzeln und Flatterblumen zu lesen, aber da sie in der Klasse selbst, nie über dieses Material gingen, bemühte sich nicht wirklich jemand darum. Beery war schrecklich enttäuscht zu lernen, Harry würde die Rolle des tragischen Sir Glücklos nicht mehr übernehmen, aber Araminta war dazu in der Lage den Lehrer davon zu Überzeugen, dass Harry sowieso schon eine Menge an Klassenarbeit nachzuholen hatte.
„Ich weiß, es muss dir das Herz brechen, nicht mehr im Theaterstück mitspielen zu können", sagte sie sanft und ihre blauen Augen schweiften zu Beery, „aber als eine Vertrauensschülerin, denke ich, ist es meine Aufgabe darauf zu bestehen deine Ausbildung in den Vordergrund zu stellen."
Dagegen, konnte Beery wohl kaum argumentieren, also verbrachte Harry seine Kräuterkundestunde damit, lange Aufsätze über den Trank des Lebenden Todes für Slughorn zu schreiben, während er die Proben des Stücks aus seinen Augenwinkel heraus beobachtete. Er hatte genug Erinnerungen, aus dem Buch des zukünftigen Halbblutprinzen, sodass er sich sicher war, der Aufsatz würde Slughorn's Kopf sprengen.
Die Proben gingen gut voran. Sir Glücklos, in Lupins leidenschaftlicher Interpretation, schmachtete so verlangend für Amata, dass Professor Beery ernsthaft zu wissen verlangte, ob er nicht unter einem Liebestrank stünde. Die gebrechliche Asha sah so grünlich blass aus, dass Harry vermutete sie hatte ein paar ihrer Übelkeits-Induzierte Zauber auf sich selbst gesprochen. An einer Stelle übergab sie sich tatsächlich relativ spektakulär, direkt über dem Gigantischen Wurm, sehr zur Freude des gelangweilten Chors, der im Hintergrund nur sanft zu dieser Szene summen musste. Druella Rosier verweigerte glatt die hässlichen Lumpen zu tragen, die Beery für die unterdrückte Altheda zu Recht legte. Sie brachte stattdessen ihr eigenes Chiffonkleid, welches, obwohl schrecklich zerrissen, trotzdem noch einen unleugbares Pariser Flair hatte. Kleine Gruppen von kichernden, grün-bekleideten Hauselfen führten einige komische Ringtänze vor, und der verzauberte Springbrunnen blubberte so fröhlich zu der Musik dass einige der Schauspieler ziemlich nass wurden.
Professor Binn's Geschichtsstunde, später am Tag, war so einschläfernd wie immer; die trockene und knirschende Stimme des kleinen Professors ließ die Klasse recht schnell in einen beruhigenden Schlaf fallen. Als Harry nach einer Stunde von seinem Traumlosen Schläfchen aufwachte, fragte er sich ob jemals einer erfahren würde ob Professor Binn's wirklich die ganze Zeit über Geschichte sprach. Vielleicht wartete er bis alle Schüler schliefen um dann das Thema zu wechseln. Vielleicht spricht er über die tiefsten Geheimnisse von Zeit und Raum, offenbarte den Aufenthaltsplatz des lang verlorenen Atlantis im Untergrund von Liverpool, oder erzählt uns wie wir Kürbissaft in das Elixier des Lebens verwandeln können. Ich vermute niemand wird es jemals erfahren.
Harry eilte vor beginn der Verwandlungsstunde zu Dumbledore, und gab ihm eine der Schokofroschkarten, die er aus der Zukunft mitgebracht hatte. Dumbledore starrte sie an, sein Gesicht voller Begeisterung. Er dankte Harry und als er die Karte in die Taschen seiner Robe steckte, murmelte er: „Zwölf Anwendungen von Drachenblut? Meine Güte, das ist eine ziemliche Meisterleistung. Ich kenne nur vier. Ich frage mich ob Teppichsäuberer...? Nein, nicht wirklich..."
Dumbledore erwähnte nichts wegen Harry's verschwinden oder Rückkehr; er lächelte ihn bloß an und begann seine Stunde über die Verwandlung von verwelkten Blumen, in lebende. Wie sich herausstellte, war Alphard Black ziemlich gut darin, aber Harry bemerkte mit einem Lächeln, dass einiger seiner spektakulärsten Blumen, eher aus seiner Tasche stammten, als von dem Haufen getrockneter Lilien direkt vor ihm. Wieder eine Reise in die Frühlingszeit, Alphard?
…
Da er kein Verteidigung gegen die Dunklen Künste an diesem Tag hatte, sah Harry Tom, bis zum Nachmittag, nur aus der Distanz. Die viel zu kurzen Blicke auf dunkle Locken und graue Augen ließen sein Herz schneller schlagen, und er lächelte als er sorgfältig seinen Hals dort berührte, wo er wusste dass der schwache Fleck war. Zu seiner Erleichterung hörte der Herbstregen an diesem Tag nicht auf zu fallen, und Abraxas hatte keine andere Wahl als das Quidditchtraining zu verschieben. John Lupin tat dasselbe für das Gryffindorteam, grummelte aber wesentlich weniger als Abraxas und verfolgte Araminta in Richtung Bibliothek.
Sobald er die Große Halle verließ, spürte er Tom an seiner Seite. Sie sprachen nicht ehe sie auf den Ländereien waren; sie spazierten bloß zusammen im Regen. Der Regen viel sanft aus dem dunkelgrauen Himmel, und die leichten Wassertropfen klammerten sich an ihr Haar und ihre Haut und durchnässten ihre Roben. Als sie den Verbotenen Wald erreichten, griff Tom nach Harry's Hand. Unter den uralten Bäumen, gingen sie für eine Weile schweigend Hand in Hand. Ein schwacher, silberner Nebel lag über dem Wald; die Wipfel der großen Eichenbäume verschwanden in Grau und Weiß, weit über ihren Köpfen. Die sterbenden Blätter der Eichenbäume waren Scharlachrot und Gold, aber ihre Farben schienen immer mehr zu verblassen, verloren in einer Hülle aus Silber und Grau. Harry sog den Geruch von Holz, Erde und Regen in seine Nase ein. Es war still unter den großen Bäumen; keine Vögel oder Tiere waren in Bewegung. Es gab keine Geräusche außer dem beruhigenden Rhythmus des Regens gegen die Blätter und ihre eigene Atmung. Er griff nach ein Paar der Tropfen, die in Tom's Haar wie Perlen verweilten, und berührte sie.
Tom küsste ihn sanft auf die Lippen. Sein Kuss war warm gegen seinen Mund. Sie umschlangen sich gegenseitig und standen unter den Bäumen während sie dem trällernden Takt des Regens zuhörten.
„Ich mochte den Regen schon immer", flüsterte Tom. „Seitdem ich ein Kind war, im Waisenhaus. Jeder andere würde nach Innen huschen wenn der Regen fiel, aber ich würde im geheimen nach draußen schleichen, und spazieren gehen. Manchmal würde die Hausmutter nach mir suchen, unter ihrem grässlich roten Regenschirm, wütend auf mich zustapfen und mich fragen ob ich verrückt wäre. Ihr zufolge würde keine geistig Gesunde Person im strömenden Regen bleiben. Aber der Regen war für mich wie ein Freund. Seine Berührung so sanft wie eine Liebkosung, beinahe wie ein Kuss. Und niemand kann sagen ob du weinst wenn du im Regen stehst; deine Tränen werden zu Regentropfen, wie all die anderen."
Harry küsste Tom's Gesicht. Seine Haut war Kalt und Feucht vom Regen. „Ich frage mich ob er sich an den Regen erinnert, Tom..."
„Voldemort?" Tom sah ihn an. Seine grauen Augen waren beinahe in der gleichen Farbe wie der Regen. „Ich weiß es nicht, Harry. Ich wünschte, ich wüsste es."
Sie gingen langsam zusammen durch den Wald, bis es begann, dunkel zu werden. Als sie wieder bei der Schule ankamen, waren beide bis auf die Knochen durchnässt, doch keiner der Beiden sorgte sich darum. Sie ließen die Hand des anderen los und gingen die uralten Steinstufen, die zum Schloss hinauf führten, hoch.
„Danke dass du mir den Regen gezeigt hast, Tom."
Professor Dippet erschien in der Tür. „Bei Merlins Bart, was macht ihr zwei, Jungs? Ihr seid Beide durchweicht! Seid ihr verrückt so lange im Regen zu bleiben?"
Tom und Harry lachten als sie an ihm vorbei, ins warme Schloss, schlüpften.
Aber eine große, ernst aussehende Figur wartete bereits auf sie. „Da seid ihr ja endlich. Ich habe euch überall gesucht. Ich fürchte, ich habe einige schlechte Neuigkeiten."
Es war Alphard Black und sein Gesicht war mit deutlicher Sorge gekennzeichnet
