o

o

Disclaimer: Der Plot gehört mir - der Rest gehört J.K. Rowling

o

o

XIV. Projektfortschritt: Welches Projekt noch mal?

o

o

o

Das war es gewesen.

Das erste und letzte Mal, dass er einen Ratschlag von jemandem befolgt hatte. Nichts als Ärger brachte einem das. Im Grundgedanken war Blaises Idee bestimmt gut, aber in der Ausführung gab es doch noch einige Schwachstellen und Faktoren, die er nicht miteinbezogen hatte.

Zum Beispiel waren da zwei Gryffindors, die sich scheinbar dazu berufen fühlten, Grangers Bodyguards zu spielen, und keinen näher als fünf Meter an sie heranließen. Er vermutete stark, dass es daran lag, dass Potty und das Wiesel endlich bemerkt hatten, dass die Prüfungen am darauf folgenden Tag anfangen würden, und sie panisch in letzter Sekunde versuchten, irgendetwas Nützliches von Granger aufzuschnappen.

Seiner Meinung nach war das eindeutig verschwendete Mühe – aber wer nicht so intelligent war, im Voraus zu planen, der musste sich eben an jeden noch so kleinen Strohhalm klammern, der sich bot. Aber, dass sie ihm bei ihrem jämmerlichen Rettungsversuch in die Quere kamen, schien sie nicht sonderlich zu kümmern. Sie hatten die Bekanntschaft mit seiner Faust offenbar nicht so schnell vergessen und legten es deshalb scheinbar darauf an, ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Dank den beiden war es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, an diesem Sonntag mit der Gryffindor unter vier Augen zu reden. Wie es sich für einen Malfoy gehörte, hatte er jedoch nicht aufgegeben und sich fest vorgenommen, sie am Montag kurz vor der Prüfung abzufangen.
Und auf wunderliche Weise hatte er es wirklich geschafft sie am nächsten Tag alleine auf einem Gang zu treffen. Zuerst wollte sie ihm natürlich aus dem Weg gehen, aber vorausschauender Weise hatte er sie am Arm festgehalten.

Ein fataler Fehler, wie sich später herausgestellt hatte.

Denn gerade, als er seinen Stolz einigermaßen überwunden hatte und sie von seinen äußerst widerstrebenden Gefühlen hatte unterrichten wollen – die er natürlich immer noch versuchte zu ignorieren – musste natürlich Potty samt Haustier auftauchen. Höchstwahrscheinlich waren die beiden wegen der Aufregung vor der ersten Prüfung der Sprache einfach nicht mehr mächtig gewesen und waren deshalb ohne zu fragen sofort auf ihn losgegangen und hatten ihn von Granger weggerissen.

Typischer Fall von Wieselkleinhirnüberlastung.

Das hatte er sich natürlich nicht gefallen lassen und nach einigen Verlusten auf beiden Seiten, hatte er die Oberhand gewonnen. Natürlich – wer auch sonst? Regelmäßiges Quidditchtraining zahlte sich eben aus.

Was wollte eine Frau schon mehr – da prügelte man sich extra für sie (na ja fast für sie, mit den beiden Gryffindors konnte man auch ohne nennenswerten Grund eine Schlägerei anfangen) und was war der Dank? Sie hatte sich total überraschend auf die Seite der Verlierer geschlagen und ihn beschimpft.

War es nicht immer so, dass der Gewinner die Frau bekam?

Anscheinend hatte sie davon aber noch nie etwas gehört und ihn mit einem sehr wütenden Blick weggeschickt.

So war alles gelaufen.

Viel schlimmer als ihr wütender Blick war es jedoch für ihn gewesen, von ihr ignoriert zu werden. Er wurde nie ignoriert, besonders nicht von Mädchen. Er war es, der Mädchen ignorierte, und nicht umgekehrt. Er ließ sie zappeln. Aber nein, Granger schien erneut den Spieß umgedreht zu haben und ließ nun ihn zappeln – und das schon seit vier langen qualvollen Tagen.

Heute war Freitag.
Das bedeutete im Klartext, der letzte Tag, an dem er sie in der Schule sehen würde – abgesehen natürlich noch von der Entlassfeier, auf der die Noten bekannt gegeben wurden.

Die letzte Möglichkeit noch einmal mit ihr zu reden. Er wusste zwar nicht, was er sich davon versprach – besonders nicht für den Fall, wenn sie ihm verzeihen würde und heulend um den Hals fiel – da sie nach der Schule mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso getrennte Wege gehen würden und sie sich nie wieder sehen würden.
Das waren natürlich alles überzeugenden Argumente, die dagegen sprachen, es noch einmal zu versuchen, unter anderem auch die Schmach von ihr zurückgewiesen zu werden, aber was hatte er schon großartig zu verlieren?

Wenn er es nicht versuchte, würde er sich sehr wahrscheinlich wochenlang ärgern und fragen, was sie gesagt hätte.
Wenn er es hingegen versuchte und sie Nein sagte, dann hatte er wenigstens Gewissheit und konnte sich zufrieden ärgern.
Wenn er es versuchte und sie Ja sagte, dann würde er bis zu der Entlassfeier das Mädchen, das ständig in seinen Gedanken herumschlich, für sich haben und danach konnte er sich ärgern, weil er sie nie wieder sehen würde.

Im Endeffekt lief jeder Weg darauf hinaus, dass es schlecht für ihn ausging. Letztlich konnte er sich auch ein weiteres erniedrigendes Szenario vor ihr sparen, aber Liebe ließ die Menschen komische Dinge tun – so hieß es doch immer. Nicht, dass er Granger liebte oder so etwas Absurdes. Ein Malfoy brauchte keine Liebe. Er wollte lediglich klare Verhältnisse schaffen – mehr nicht, und das hatte rein gar nichts mit Liebe zu tun.

Frevel, wer etwas anderes behauptete!

Seufzend stand er vor dem Prüfungsraum und wartete, dass es endlich losging. Nach dieser harten Woche würde er sich erst einmal Ruhe gönnen. Sein körperlicher und geistiger Zustand befand sich auf einem äußerst niedrigen Level und momentan konzentrierte er sich wirklich nur noch darauf, durch die Prüfungen zu kommen und ob er das als Jahrgangsbester schaffte (was er so langsam stark bezweifelte) war ihm relativ egal.

Zauberkunst. Noch eines dieser langweiligen Fächer – langweilig und einfach. Aber das sollte ihn nicht stören, je einfacher, desto besser, dann musste er seinen Grips nicht allzu sehr anstrengen. Die Tür öffnete sich pünktlich um fünf vor acht und die Schüler – der größte Teil von ihnen schien sehr nervös zu sein – betraten den Raum und setzten sich auf ihre Plätze. Er selbst hatte sich einen Platz weiter hinten ausgesucht, von dem er den ganzen Raum überblicken konnte. Gelangweilt ließ er seinen Blick schweifen und plötzlich beschleunigte sich sein Herzschlag.

Sie war auch hier und saß vorne in der ersten Reihe. Wie hatte er das nur übersehen können?

Verdammt.

Natürlich war es jetzt zu spät sich mit ihr auszusprechen, aber wenigstens wusste er, wo er sie nach der Prüfung erwischen konnte – und das hoffentlich ohne Anhang. Wahrscheinlich würde sie ihm noch nicht einmal zuhören, aber er hatte den Entschluss gefasst mit ihr zu reden und den würde er nicht wieder revidieren. Er war doch kein Feigling!
Ein streng aussehender Prüfer holte ihn aus seinen Gedanken, als er den Raum betrat und sich hinter das Pult stellte.

„Ihre Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Sie haben drei Stunden Zeit für den ersten Teil, in dem sie Fragen beantworten müssen. Danach, um Punkt 11 Uhr, folgt der praktische Teil. Sie werden eine halbstündige Traumreise unternehmen müssen – ich wiederhole – eine Traumreise in der Länge von mindestens einer halben Stunde. Wenn es soweit ist, werde ich ihnen einen Trank austeilen, der ihnen die Reise ins Traumland erleichtern wird. Viel Erfolg."

Er hörte wie die Klasse aufstöhnte. Das konnte er gut nachvollziehen. Traumreisen waren eben nicht jedermanns Sache, es war eine Kunst sie zu beherrschen. Aber irgendwie war die Situation absurd. Ausgerechnet eine Traumreise – der Anfang seiner ganzen Misere.

Wäre er doch bloß nicht auf diesen hirnrissigen Plan gekommen. Dann hätte er jetzt keine Probleme, würde nach seinen Prüfungen entspannt auf seine Noten warten und sich eben damit abfinden müssen, dass er nur Zweiter war.
Aber nein, er hatte natürlich den steinigen Weg gewählt. Er hatte große Probleme, war viel zu erschöpft um sich nach den Prüfungen überhaupt entspannen zu können und würde, wenn er Glück hatte, gerade noch den zweiten Platz belegen.

Einen gelangweilten Blick auf seinen Aufgabenzettel später stahl sich ein müdes Grinsen auf sein Gesicht. Na, wenigstens würde diese Prüfung ein Klacks werden. Einfach nur lächerlich diese Fragen. Wo sollte da bitte schön irgendeine Anforderung sein? Er hatte also genügend Zeit und konnte ganz gelassen an die erste Frage heran gehen und wäre trotzdem noch rechtzeitig fertig für den praktischen Teil.

Eine abwegige Idee machte sich in seinem Kopf breit.

Wenn er schon nicht die Chance bekam mit Granger ungestört von Angesicht zu Angesicht zu reden, dann würde er sich eben in ihre Traumreise einklinken. Das wäre ja nicht das erste Mal, und hier in der Prüfung konnte sie ihm auch nicht weglaufen.

Eine allerletzte Begegnung mit ihr.

Ein allerletzter Versuch.

Genau so würde er es machen.

Gut gelaunt widmete er sich seinem Fragebogen und begann die erste Frage auszufüllen.

l

l

V

‚Projekt gestrichen'

o

o

o

o

Autorengeschwafel: Ein großes Danke wie immer an meine Beta Draco's CoffeGirl und meine lieben Reviewer Rosifer, Trory, dramine, sadi (Ja du hast ihn gefunden -jubel- Danke für dein Lob), LunaNigra, Zauberfee1979, Phynes, D.V.G.M.1, lovely-sweetheart, mailinlovely, sam und Zaubermaus.

Please R&R

Nina