Kapitel Dreizehn: Die Geschenke
Die Schüler wirkten völlig erschüttert von Severus' Ausbruch. Albus und Minerva schienen eher amüsiert, aber die anderen Professoren wirkten fast so geschockt wie die jungen Leute.
Im Innern grinste Hermine so breit, dass sie beinahe platzte, auch wenn sie versuchte, ihren Gesichtsausdruck zu etwas Mildem und Unschuldigem zu zwingen. Sie hatte sich niemals vorgestellt, dass sie solche eine wundervolle Reaktion hervorrufen könnte, aber sie überlegte, was sie tun konnte, damit er erneut so lachte. So bald wie möglich. Es war ein satter Bariton, und sie fand es rundum hinreißend. In diesem Gelächter war keine Spur von Abscheu oder Spott; es klang, als käme es direkt aus seiner Seele, es schwappte in freudiger Belustigung über und brachte ihn dazu, sich vor Lachen Tränen aus den Augen zu wischen.
Severus ging durch den Raum und ließ sich auf dem Stuhl neben Minerva nieder. Hermine hätte schwören können, dass Linien auf seinem Gesicht mit dem Lachen verschwunden, und nicht wieder erschienen waren, nachdem er es geendet hatte. Er war noch immer groß und dunkel und grimmig, aber eine abweisende Ecke war abgefeilt worden. Oder so schien es ihr; wenn man die Gesichter der meisten Schüler betrachtete, waren sie jetzt mehr um ihre eigene oder seine geistige Gesundheit besorgt, als bevor er die Halle betreten hatte. Nur der Sechstklässler aus Slytherin – Gleeson, wenn Hermine es richtig im Kopf hatte – der mutig genug gewesen war, sich neben den freien Platz zu setzen, der für Severus bestimmt war, sah nicht vollkommen verstört aus.
„Albus", sagte Severus mit beherrschter Miene, „ich muss dir ein Kompliment für die diesjährigen Dekorationen machen. Sie sind wirklich geschmackvoll, und das Farbschema ist so erfrischend."
Minervas Augen tanzten vor Lachen und die von Albus funkelten wie verrückt.
„Danke, mein Junge. Minerva hat eine ähnliche Bemerkung gemacht. Leider kann ich mir die Abwesenheit der festlichen Farben nicht als Verdienst anrechnen lassen. Ich fürchte, dass dies nicht der Zustand ist, in dem ich die Halle letzte Nacht verlassen habe."
„Nein?", fragte Severus mit gespieltem Erstaunen. „Wenn nicht du, wer hätte es dann tun können?"
„Ich hatte gehofft, dass du mir diese Frage beantworten könntest, Severus", sagte Albus, und es wäre ihm beinahe gelungen, ernsthaft zu klingen, wenn seine Augen nicht noch immer fröhlich funkeln würden. „Ich gebe zu, dass ich sofort an dich gedacht habe, als ich gesehen habe, was getan wurde."
„Ich kann mir nicht vorstellen, weshalb", sagte Severus wegwerfend, als hätte nicht jede Person in der Halle sofort an ihn gedacht, als sie die neue Dekoration erblickt hatten. „Ich habe weder die Zeit noch die Muße zu dekorieren."
„Hmm", sagte Albus nachdenklich.
Minerva meldete sich zu Wort, scheinbar hilfsbereit, aber Hermine vermutete, dass die ältere Frau es einfach genoss, dass Albus übertrumpft wurde. „Es muss jemand gewesen sein, der an dich gedacht hat, Severus."
„Ich kann mir nicht vorstellen, wer." Severus sah nicht einmal für einen Augenblick in Hermines Richtung. „Warum hast du die Dekoration nicht einfach wieder verändert, wenn sie dich so sehr stören, Albus?"
Der Schulleiter räusperte sich, und auf Minveras ernstes Gesicht brach ein breites Lächeln aus. Ein Grinsen erschien auf dem von Severus.
„Erzähl mir nicht, dass du nicht in der Lage warst, die entsprechenden Änderungen vorzunehmen?"
Der Schulleiter sagte nichts, was die Frage effektiv beantwortete.
Severus räusperte sich. „Nun, dann scheint es, dass wir jemanden suchen, der in Zauberkunst und Verwandlung bewandert ist."
Er beäugte Minerva und Filius, die sofort alle Kenntnis über die Ereignisse abstritten.
„Dann weiß ich auch nicht weiter", sagte Severus schlicht. „Sicherlich willst du nicht sagen, dass ein Schüler dich übertreffen konnte, Albus?"
Sie sahen alle zusammen hinüber zu Harry und Hermine, die einen Blick austauschten, sich wieder den Lehrern zuwandten und den Kopf schüttelten.
„Wir sind gegen Mitternacht ins Bett gegangen, Professor", sagte Harry ernsthaft. „Und wir sind seit dem frühen Morgen zusammen gewesen, haben Geschenke aufgemacht und sie ausprobiert. Wir hatten nicht die Gelegenheit, so ein … Verbrechen zu begehen."
Hermine, ich muss es schon wieder sagen: Du bist die klügste Hexe deines Alters. Du weißt, dass ich dich liebe, richtig?
Sie grinste ihn geistig an. Ich liebe dich auch, Harry. Es war irgendwie unwiderstehlich.
Du kannst das gleiche für Valentinstag tun, oder?
Ich schätze, bis dahin hat er einen Weg gefunden, mich davon abzuhalten, aber ich werde sehen, was ich tun kann, versprach sie.
„Nun, wer auch immer es getan hat, es ist eine bemerkenswerte Veränderung, Albus. Ich empfehle, dass du ihn oder sie für die Dekoration nächstes Jahr anheuerst", sagte Severus scheinbar ohne zu scherzen.
Minerva gab nach und lachte, und der Großteil des Tisches stimmte ein, auch wenn die jüngeren Schüler unsicher aussahen, ob sie über etwas lachen sollten, das den Schulleiter in Frage zu stellen schien.
Albus nickte. „Ich werde es auf jeden Fall im Kopf behalten."
Als einen zu ignorierenden Vorschlag, steuerte Fawkes bei, und Harry und Hermine grinsten ihn an.
Das Mahl begann, zunächst mit dem Ziehen an den Knallbonbons und dann mit dem Essen. Die Hogwartselfen hatten sich, genau wie Kreacher, Winky und Dobby, selbst übertroffen.
Es war ein ausgesprochen fröhliches Essen. Zusätzlich zu den Lehrern, die über die Ferien geblieben waren, waren sieben jüngere Schüler da, zwei Sechstklässler und Harry und Hermine. Die Jüngeren schienen nicht genau zu wissen, wie sie sich in der gegenwärtigen Gesellschaft verhalten sollten. Sie konnten aber untereinander reden, und die älteren Schüler befragten sie ab und zu zu harmlosen Themen, zum Beispiel was sie zu Weihnachten bekommen hatten, sodass sie eine Weile lang das Wort haben konnten, ohne sich unsicher zu fühlen.
Klugerweise wurde der erste Versuch, über Lieblingsfächer zu reden, abgelenkt, alle Hauslehrer waren hier, und Hermine war sicher, dass sich keiner der jüngeren Schüler in ihrer Gesellschaft wohl genug fühlen würde, die Frage zu beantworten. Hermine überlegte einen Moment lang, eine Umfrage über jedermanns Hassfach zu machen, aber sie nahm an, dass auch das kein kluger Versuch wäre. Und im Ernst, es wäre ihr unmöglich zu erklären, dass sie den Stoff und auch den Lehrer mochte, wenn Severus gerade kein völliger Arsch war.
Sobald das Abendessen vorüber war, gingen sie getrennter Wege. Die jüngeren Schüler wollten unbedingt eine Schneeballschlacht veranstalten, die Filius und Pomona beaufsichtigen würden. Hermine war froh, dass sie nicht gezwungen wurde, sich freiwillig zu melden; sie hätte es getan, aber sie hatte keine große Lust, sich in die Kälte zu stellen und eine solche Aktivität zu überwachen.
Sie und Harry gingen in die Kerker zurück, und merkten, dass Severus ein paar Schritte hinter ihnen war, als er Hermine um ein Treffen bat. Sie winkte Harry weiter und versprach, dass sie später in ihre Räume zurückkehren würde, und folgte Severus dorthin, wo er sie haben wollte: in diesem Fall sein Büro.
Sobald die Tür geschlossen und ein Privatsphären-Zauber gewirkt worden war, wandte er sich ihr zu, und sie sah, dass er wieder lächelte; das ehrliche Lächeln, das sie so selten sah, und das ihn sein Alter scheinen ließ, anstatt älter und zorniger zu wirken.
„Danke, Hermine, das war sehr unterhaltsam."
Sie zog eine Augenbraue hoch und stellte sich dumm. „Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden."
Sein Gesichtsausdruck wurde scharf. „Du weißt genau, wovon ich rede, vorwitzige Hexe; die Anzahl der Leute an dieser Schule, die die Dekoration so verzaubern konnten, dass Albus sie nicht einfach zurück verwandeln konnte, kann an einer Hand abgezählt werden. Ich glaube Filius und Minerva, wenn sie es abstreiten, und da ich an dem Vorfall nicht beteiligt war, bleiben du und Mr. Potter. Die Antwort springt einen förmlich an."
„Wird der Täter eines solchen Verbrechens Nachsitzen erhalten? Oder mehr als zehn Hauspunkte verlieren?"
Er schüttelte ernsthaft den Kopf, auch wenn das Funkeln in seinen Augen vermuten ließ, dass er befriedigt war, dass sie das klar stellte, bevor sie ihre Schuld zugab.
Sie lächelte leicht. „Ich habe vielleicht heute morgen in der Großen Halle vorbeigeschaut."
„Um ein oder zwei dekorative Veränderungen vorzunehmen?", fragte er gezielt.
Sie zuckte die Schultern und erwiderte nonchalant: „Vielleicht eine kleine Änderung hier und dort."
Sein Gesichtsausdruck wurde milder. „Ich werde den Ausdruck auf Albus' Gesicht auskosten, und nur bereuen, dass ich bei seiner Ankunft nicht zugegen war."
Sie grinste. „Ich auch."
Severus schmunzelte. „Ich finde, das muss gefeiert werden. Tee?"
Sie waren gerade von einem enormen Weihnachtsessen gekommen. Sie glaubte nicht, dass sie auch nur einen weiteren Bissen essen konnte.
„Ja, bitte", erwiderte sie sofort.
Sie würde diese Chance, da er in nachdenklicher und nicht in schrecklich abfälliger Stimmung war, auf keinen Fall verstreichen lassen.
Sie hatten etwa den halben Weg zwischen seinem Büro und seinen Räumen zurückgelegt, als sie von Gleeson unterbrochen wurden, der herbeieilte, um seinen Hauslehrer davon in Kenntnis zu setzen, dass Peeves drei Flure vom Gemeinschaftsraum der Slytherins entfernt einen riesigen Radau veranstaltete, zweifellos mit schändlicher Absicht.
Severus sah aus, als wolle er ein paar ausgesuchte Flüche anwenden, aber er fuhr sofort herum, und die drei eilten auf die Quelle der Geräusche zu.
Sie hatten den fraglichen Korridor fast erreicht – sie konnten Peeves etwas rufen hören, begleitet von lautem Knallen – als Hermine spürte, wie ein Zauber sie traf.
Es gab einen Augenblick schockierter Stille, und dann fingen sie zu singen an.
Obwohl es klang, als würde Severus erstaunlich glücklich und sorglos singen, sah er sie beide so finster an, als wolle er sie versteinern, aber sie sangen genauso stark wie er, und konnten wenig dagegen unternehmen.
Als sie beim Refrain ankamen, trat Albus mit wie verrückt funkelnden Augen aus seinem Versteck hervor, erfreut darüber, dass sein Hinterhalt geglückt war.
Als die letzten Töne von Jingle Bells verklungen waren, wünschte Albus ihnen allen fröhliche Weihnachten und zog Gleeson mit sicher, um sicher zu stellen, dass Peeves sich nun benehmen würde. Da der Schulleiter den Poltergeist eingespannt hatte, war Hermine nicht allzu besorgt über ihr Schicksal.
Sie und ein leise brodelnder Severus machten sich auf den Weg zu seinem Wohnzimmer. Sie überlegte, ob es nicht klüger gewesen wäre, sich davonzustehlen, als sie die Möglichkeit gehabt hatte, und dem Schulleiter und Gleeson zu folgen; in einem Raum mit dem erzürnten Professor fest zu stecken, war nicht gerade, was sie sich unter einer schönen Zeit vorstellte. Aber sie hatte zugesagt, Tee mit ihm zu trinken, und zu schwänzen und ihn so nur noch wütender zu machen, war ihr unvernünftig erschienen.
Egal wie zornig Severus auf den Schulleiter war, es war unwahrscheinlich, dass Albus jemals die brodelnde Wut, die kurz vorm Überkochen zu stehen schien, zu Gesicht bekommen würde. Da dies nicht das erste Mal sein konnte, dass der Schulleiter Severus mit etwas Kindischem aufgebracht hatte, hatte er hoffentlich eine Methode, im Privaten damit umzugehen, oder ihr stand eine höllische Zeit bevor.
Sobald die Tür geschlossen war, begann Severus der Länge des Zimmers nach auf und ab zu gehen, wobei er so schnell herum schnellte, dass sein Umhang sich ganz um seine Beine schlang. Sie stand in der Tür und beobachtete ihn einige Augenblicke lang, um die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff auf ihre Person abzuschätzen. Schließlich zuckte sie leicht fatalistisch die Achseln und setze sich nahe zum Feuer. Sie zauberte seine Teekanne herbei, da es ihr nicht klug erschien, sich erneut zu erheben, beschwor Wasser herbei, brachte es zum kochen und bediente sich an seinen Teebehältern, um ihnen Tee zu machen.
Sie bemerkte, dass nirgendwo im Raum festliche Deko zu finden war. Nicht wirklich überraschend, vermutete sie, aber es hieß, dass es keine praktischen Dinge gab, an denen er seine Wut auslassen konnte.
Der Tee war Earl Grey, also ließ sie in schwarz, zauberte Teetassen herbei und schenkte ihnen ein. Sie ließ seine auf den Tisch neben dem Stuhl schweben, auf dem er nicht saß, und lehnte sich mit ihrer eigenen Tasse zurück.
Sie hatte Zeit, einen Wärmezauber auf seine Tasse zu wirken, ihre auszutrinken und sich eine zweite einzuschenken, bevor er sich wirklich an ihre Anwesenheit zu erinnern schien.
Er saß schwer auf dem anderen Stuhl nieder und nahm seinen Tee in die Hand.
„Ich bin sicher, dass wir Obliviate auf Gleeson anwenden können", bot sie an, „aber es würde bei Albus wohl etwas mehr Mühe kosten. Ich kann es versuchen, wenn Sie es wünschen."
Severus verzog das Gesicht. „Ich bin sicher, dass Albus es bereits in mehrere Denkarien gesteckt hat, und es zweifellos schon mit Minerva und seiner ganzen anderen Bekanntschaft geteilt hat."
Ihre Lippen kräuselten sich. „Ich würde es ihm zutrauen, ja."
„Und sollte ich es deine Erinnerung selber löschen?", fragte er mit einer Spur dunkler Belustigung in seiner Stimme.
„Ich hätte vorgeschlagen, mich zur Verschwiegenheit zu verpflichten", sagte sie mild. „Sie können natürlich versuchen, meine Erinnerungen zu löschen."
„Denkst du wirklich, es wäre schwieriger für mich, dich zu verhexen, als für dich, Albus zu verhexen?", fragte er skeptisch.
Sie zuckte die Schultern. „Ich kann nur sagen, dass ich ernsthaft gewillt bin, dem Zauber auszuweichen, und jetzt bin ich vorgewarnt."
„Vielleicht werde ich dein Angebot später annehmen", erklärte er schließlich. „Das ist noch nicht vorbei."
„Man sollte denken, dass Albus es besser wüsste, als so eine Auseinandersetzung mit jemandem anzufangen, der so gut einen Groll hegen kann", sagte sie mit sehr viel weniger Überlegung als ratsam gewesen wäre; sobald die Worte ihren Mund verlassen hatten, wollte sie sie zurücknehmen.
Glücklicherweise kräuselte sich Severus' Mund, was darauf hinwies, dass er es entgegen der Erwartung gutmütig interpretiert hatte.
„Das ist eine ziemlich passende Beobachtung", sagte er trocken. „Hoffentlich kann ich es Albus eines Tages aufzeigen."
Sie lächelte ihn an.
„Wie war dein Weihnachten bisher?", fragte er.
Sie war nicht kleinlich, wenn Severus plötzlich entschied, dass er Smalltalk nicht nur kannte, sondern ihn sogar anwenden wollte, und so erzählte sie ihm nicht nur, dass sie den Großteil bisher durch und durch genossen hatte, sondern gab ihm auch eine kurze Aufzählung all dessen, was sie geschenkt bekommen hatte, da sie das während des Abendessens nicht getan hatte.
„Mir war nicht bewusst, dass du noch Kontakt zu Mr. Krum hast."
Sie lächelte. „Oh, Viktor und ich haben nie aufgehört, uns zu schreiben. Es ist schön, mit jemandem von der magischen Welt in Kontakt zu bleiben, der nichts mit dem Krieg zu tun hat; er ist in Bulgarien und dort ganz glücklich. Dadurch kann ich besser behalten, dass Voldemort nicht unsere ganze Welt kontrolliert."
„Ich merke, dass du kein Geschenk von Mr. Weasley erwähnt hast."
Ihre Lippen wurden schmaler und sie antwortete mit gezwungen ebener Stimme: „Das liegt daran, dass ich keines bekommen habe."
„Du musst inzwischen sicher bemerkt haben, dass er ein hitzköpfiger Idiot ist."
Sie lachte überrascht auf. „Das hatte ich bemerkt, ja. Es kränkt mich trotzdem."
„Du hast ihm natürlich ein Geschenk geschickt." Es war keine Frage.
Sie nickte und fragte sich, ob jeder sie so einfach einschätzen konnte. „Ich hatte es schon gekauft. Wir sind seit langer Zeit befreundet, und es schien dämlich, das alles wegen einer Auseinandersetzung wegzuwerfen, auch wenn er sich wie ein widerlicher, verwerflicher Wurm benommen hat."
„Die Würmer der Welt protestieren", sagte er trocken.
„Ich habe nicht Schlange gesagt."
„Die Schlangen der Welt danken dir", fügte er im gleichen Tonfall hinzu.
Sie lächelte ihn an. Sie genoss die Tatsache, dass er so leichtherzig und vernünftig war, sehr. „Ich habe ein Geschenk erhalten, von dem ich zunächst dachte, dass es von ihm sein könnte."
„Oh?", fragte Severus höflich, als hätte er nicht den leisesten Schimmer, wovon sie sprach.
Sie nickte, beschrieb die Büchertasche kurz und erklärte dann weiter: „Ich bezweifle, dass er fähig wäre, sie zu verzaubern, oder gewillt wäre, sich die Zeit zu nehmen."
„Sodass du nicht weißt, wer sie dir geschenkt hat?"
„Sodass ich nur eine wohl begründete Vermutung anstellen kann", sagte sie gehorsam mitspielend.
„Vielleicht wurden du und ich von der gleichen Person beschenkt", fuhr er ungerührt fort, „da ich ebenfalls ein anonymes Geschenk erhalten habe."
„Oh?", ermunterte sie nun ihn.
„Eine Zusammenstellung seltener und teurer Zaubertrankzutaten. Sie alle kommen von einem Basilisken, und die Menge, die ich erhalten habe, deutet auf astronomischen Ausgaben hin."
„Hmm", sagte sie, als würde sie zum ersten Mal darüber nachdenken. „Vielleicht hatte derjenige Zugriff auf einen toten Basilisken und konnte die Zutaten selber ernten, anstatt sie zu kaufen."
„Tote Basilisken findet man nicht häufig."
„Richtig. Aber die betreffende Person könnte einen Freund haben, der zufällig mal einen Basilisken getötet hat."
Severus schloss einen Moment lang seine Augen und öffnete sie mit einem leidgeprüften Blick. „Ich dachte, dass das Gerücht unbegründet wäre." Sie sah ihn scharf an und er seufzte. „Soweit ich mich erinnere, geschah der betreffende Vorfall schon vor einiger Zeit."
„Der betreffende Freund hatte vielleicht keine Ahnung, wie wertvoll die Ware war. Als es ihm später erklärt wurde, hat er vielleicht zugestimmt, dass die betreffende Person nach Herzenslust ernten könnte, solange der Rest der Leiche Verbannt würde. Diese Person hat vielleicht gedacht, dass diese Zutaten einem Zaubertrankmeister nutzen könnten."
„Dann bin ich der Person dankbar", sagte er, „da ein solches Geschenk von großem Bedacht zeugt."
Sie nickte. „Ich freue mich auch über die Überlegung, die in mein Geschenk geflossen ist."
Mit ihrem Slytherinprofessor zu reden war manchmal ermüdend, aber es hatte seine eigenen Vorteile. Sie konnten die Frage, ob es gescheit war, dass die Schulsprecherin aus Gryffindor dem Hauslehrer Slytherins teure Geschenke machte, oder nicht, komplett umgehen, und der ehemalige Todesser und Spion musste sich keine Gedanken darüber machen, dass irgendwelche Geschenke von ihm zur muggelstämmigen besten Freundin von Harry Potter verfolgte werden könnten. Trotzdem wussten beide, dass sie es getan hatten, und die Wahl des jeweils anderen gut hießen. Sie fragte sich, ob er sie nur aus diesem Grund hierher eingeladen hatte.
„Mr. Potters Geschenk hat dich zweifellos verzaubert?"
Es schwang Bitterkeit mit, die vorher nicht da gewesen war, und sie fragte sich, ob sie sich einfach weigern könnte, über Harry zu reden, damit sie ihr angenehmes Gespräch fortsetzen könnten.
„Sie waren reizend, aber … nicht meine Lieblingsgeschenke", antwortete sie langsam.
„Nein?", fragte er, offensichtlich auf eine ausführlichere Antwort hoffend.
„Nein. Aber das ist zwischen mir und meinem Gewissen", sagte sie fest, weil sie ihm auf keinen Fall so viel geben würde.
„Wie du sagst", sagte Severus mit einstudierte Gelassenheit. „Ich würde dich nicht in eine unangenehme Lage drängen wollen."
„Natürlich nicht", stimmte sie höflich zu, darauf vertrauend, dass er verstand, was sie nicht sagte. Er schien zumindest weniger aufgebracht zu sein. Sie wünschte, dass er einfach vergessen könnte, dass Harry ein Potter war. Sie nahm an, dass ein Erinnerungszauber zu dem Zweck immer noch als illegal angesehen würde.
„Er fragt sich sicherlich, wo du bleibst", bemerkte Severus.
„Er kann sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern", antwortete sie. „Wir sind sehr wohl in der Lage, Zeit ohne einander zu verbringen."
„Ich habe solche Gerüchte gehört", sagte er kühl, „aber was ich sehe, legt etwas anders nahe."
Sie runzelte die Stirn. „Wir wohnen zusammen, wir kämpfen den gleichen Krieg, und wir haben den halben Unterricht zusammen. Wir essen zur gleichen Zeit, genau wie alle anderen Schüler. Um ganz ehrlich zu sein, gibt es kaum Möglichkeiten für uns, getrennt zu sein." Abgesehen von den Stunden, die sie nachts im Wald verbrachte, aber das konnte sie schlecht erwähnen.
Er betrachtete sie sehr genau. „Aber du würdest weniger Zeit mit ihm verbringen, wenn du könntest?"
„Das habe ich nicht gesagt", widersprach sie sofort. „Ich mag Harry sehr."
„Das ist eine ziemlich laue Antwort über deinen Liebhaber."
Sie setzte sich aufrechter hin, als das Gespräch direkt auf gefährliche Wasser zusteuerte, sodass sie keine Wahl hatte, als es zu beenden. „Vielleicht fühle ich mich einfach nicht wohl dabei, meine Gefühle für Harry mit Ihnen zu besprechen."
Seine Miene wurde wieder ausdruckslos und er stand auf.
„Ich würde nicht weniger von Ihnen erwarten, Miss Granger." Es schien, als wäre mehr Gewicht hinter den Worten, als sie wirklich verstand, aber Severus fuhr fort, bevor sie entscheiden konnte, ob sie den Mut hatte, ihn zu befragen. „Ich habe einen sehr vollen Nachmittag."
Sie folgte seinem Beispiel und stand auf, auch wenn sie wirklich erklären wollte, dass er sie nicht einmal erneut dazu aufgefordert hatte, seinen Vornamen zu verwenden, und er deshalb nicht wirklich von ihr erwarten konnte, diese sehr persönlichen Fragen zu beantworten.
„Natürlich, Sir", sagte sie stattdessen. An der Tür zögerte sie einen Moment lang und preschte dann vor, bevor sie es sich anders überlegen konnte. „Es ist schwierig, vollkommen ehrlich zu sein, wenn die ganze Zeit die Gefahr des Punkteabzugs und Nachsitzens besteht, Sir, und ich habe nicht die Macht, das zu verändern."
Sie wartete seine Reaktion nicht ab, sondern machte sich auf den Weg durch den Flur zu ihren Räumen. Sie hoffte, dass sie nicht entdecken würde, dass die letzte Bemerkung ihr Hauspunkte gekostet hatte. Ihr Hinweis war nicht besonders subtil gewesen, aber vielleicht würde er die Situation jetzt aus ihrem Blickwinkel betrachten.
Harry vibrierte in ihrem Gemeinschaftsraum förmlich vor Aufregung, als er den Trank zur Verbesserung des Sehvermögens betrachtete. Er hatte offenbar entschieden, dass es an der Zeit war ihn zu trinken. Sein Gesichtsausdruck verdunkelte sich merklich, als er sie sah.
„'Mine, geht es dir gut?"
„Ja", antwortete sie und erzwang ein Lächeln, das wahrscheinlich so überzeugen aussah, wie es sich anfühlte.
Er wirkte weiterhin argwöhnisch. „Was wollte Professor Snape?"
„Sich für die Dekoration in der Großen Halle bedanken."
„Und dich danach anschreien und dir diesen Gesichtsausdruck verpassen?", fügte Harry scharf hinzu.
Sie grinste schwach. „Wir hatten am Ende vielleicht eine kleine Auseinandersetzung, aber das ist nichts Neues. Du siehst aus, als wolltest du den Trank ausprobieren."
Ihm war offenbar klar, dass sie das Thema wechselte, aber er ließ es zu und lächelte die trübe, grüne Flüssigkeit an.
„Ich kann immer noch kaum glauben, dass das hier meine Augen korrigieren wird." Er wirkte wieder aufgeregt. „Ich meine, ich weiß, dass Magie erstaunliche Dinge tut, aber ich bin seit Jahren in der magischen Welt, und niemand hat das vorgeschlagen."
„Es ist nicht der einfachste Trank der Welt", antwortete sie vorsichtig.
Er hob seinen Kopf und sah sie scharf an. „Und er benötigt außergewöhnliche Zutaten? Teure Zutaten?"
„Normalerweise schon", gab sie zu, als ihr klar wurde, dass er das Thema nicht in Ruhe lassen würde. „Es ist hilfreich, seinen eigenen Vorrat an Basiliskenzutaten zu haben."
Er verzog das Gesicht, als er die Flasche erneut betrachtete. „Sag mir, dass da keine Teile der verdammten Schlange drin sind."
„Da sind keine Basiliskenzutaten drin", antwortete sie sofort.
Er schnaubte, rollte mit den Augen und sagte: „Danke. Ich glaube dir aufs Wort. Also hat es dich nicht das letzte Hemd gekostet?"
„Ich hab noch alle meine Kleider", bestätigte sie. „Und da du mir die ganze ‚verdammte Schlange' gegeben hast, werde ich mir ab und zu zusätzliche Ausgeben leisten können."
„Wie ich damals gesagt habe, zu wissen, dass sie nicht mehr da unten ist, ist sowohl für mich als auch für Ginny eine Erleichterung, und mehr will ich darüber nicht wissen."
Harry war wenig begeistert gewesen, noch einmal in die Kammer zu gehen, als sie Anfang des sechsten Schuljahres die Ernte der Schlange angesprochen hatte. Sie hatten aber entdeckt, dass, da sie nur verlangen musste, dass das Waschbecken und die Tür zu der Kammer sich ‚öffnen' sollten, sie das Wort Parsel auswendig lernen konnte, und Harry nicht mit ihr gehen musste.
Nachdem er sich eine Millionen Mal versichert hatte, dass es ihr nichts ausmachen würde, allein dort unten zu sein, hatte er ihr die Ernte gern selbst überlassen. Sie schuldete Salazar Slytherin Dank dafür, dass er die riesige Kammer der Schrecken eiskalt und so gut wie luftdicht verschlossen gebaut hatte, was die Leiche der Schlange konserviert hatte.
Es hatte vielzählige Abstecher und Stunden der Mühe gebraucht – die Arbeit musste von Hand verrichtet werden, nicht durch Magie – aber sie hatte die riesige Schlange erfolgreich zu Zutaten verarbeitet, und Verbannt, was übrig geblieben war. Wann immer sie die Zutaten aus der Kammer entfernen musste, war Fawkes, auch wenn er jedes Mal vorgegeben hatte, darüber zu grummeln, gerne bereit gewesen, sie zu tragen.
Sie hatte Monate gebraucht, um die Teile anonym und verantwortungsvoll an Käufer in anderen Ländern zu verteilen, damit Voldemort nicht misstrauisch werden würde. Severus war allerdings die einzige Person, der sie etwas von dem Gift gegeben hatte, da sie nicht riskieren würde, dass solch eine potentiell gefährliche Zutat auf den Markt kam, während Voldemort noch lebte. Das Blut und die Organe erzielten immer noch einen hohen Preis, gefolgt von den Knochen, die normalerweise zu Pulver gemahlen als Zaubertrankzutaten verwendet wurden. Obwohl die Haut nicht ganz so wertvoll war – man konnte sie nicht in Tränken verwenden, sondern wie Drachenleder zu Schutzkleidung verarbeiten – gab es von ihre eine große Menge.
„Außerdem", bemerkte Harry mit breitem Lächeln, „weißt du doch, wie wütend Tom wäre, wenn er merken würde, dass eine muggelstämmige Hexe den Körper des Basilisken verkauft, von daher passt das schon."
Hermine grinste.
„Und", fügte er zusätzlicher noch hinzu, „du verwendest es zum Wohle aller und erschaffst daraus Wundertränke."
„Soweit würde ich dann doch nicht gehen", sagte sie trocken. „Vielleicht solltest du dich besser aufs Sofa setzen und deine Medizin nehmen." Bevor er ihr noch die Erfindung des Rads zuschrieb.
Er setzte sich, entkorkte das Fläschchen, roch vorsichtig daran und verzog die Nase.
„Ich habe es nicht für den Geruch gemacht", sagte sie mit scharfer Zunge, und sie lachten beide.
Er schluckte das Gebräu, wobei er eine Grimasse schnitt.
„Und leider auch nicht für den Geschmack." Sie setzte sich neben ich. „Setz deine Brille ab und mach die Augen zu. So ist es weniger Schwindel erregend."
Er tat wie geheißen und wartete geduldig, während der Trank die Krümmung seiner Hornhäute neu formte. Als sie sicher war, dass die Veränderungen eingetroffen waren, ließ sie ihn die Augen öffnen. Er tat es und blinzelte einige Male rasch, als könnte er nicht ganz glauben, was er da sah.
„'Mine, es ist noch besser, als wenn ich meine Brille trage. Du bist die Beste!"
Er warf sich auf sie und sie umarmte ihn fest und gab ihm einen Kuss auf den Kopf.
„Sehr gern geschehen, Harry. Es ist schön, dass es dir gefällt. Es gibt eine Menge Leute, die deine schönen Augen jetzt bewundern werden, wo sie sie deutlich sehen können."
Er wurde rot, und mit Augen, die ohne die Brille noch grüner und größer wirkten, sah er wirklich fantastisch aus. Sie musste den Impuls niederdrücken, es auszusprechen, nur um ihn noch stärker erröten zu sehen.
„Ich muss einfach allen erzählen, dass es an meiner wunderschönen besten Freundin liegt, dass sie meine Augen überhaupt sehen können."
Jetzt war es an ihr, rot zu werden, und er schien zu finden, dass er sich gut geschlagen hatte, woraufhin er sie wieder losließ und seine Brille aufhob, um die Gläser mit dem Zauberstab zu berühren und sie in gewöhnliches Fensterglas zu verwandeln.
„Ich kann mich daran gewöhnen, ohne Brille gut zu sehen, wenn ich alleine bin, aber ich werde die hier mit normalem Glas behalten, damit es sonst niemand weiß."
Es war ein taktischer Vorteil, das wussten sie beide. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft würden sie hoffentlich nicht mehr so denken müssen.
Er setzte seine Brille wieder auf und wirkte, wie Hermine fand, nicht ganz so glücklich, wie er sein sollte.
„Weißt du", sagte sie, „es ist Weihnachten. Ich denke, du solltest mein Geschenk komplett genießen." Er blickte verwirrt drein. „Keine Brille für den Rest des Tages."
Er ließ sich gerne überzeugen und verbrachte einige Augenblicke damit, sich im Raum umzusehen, ohne dass Glas zwischen ihm und den Gegenständen stand, auf die sein Blick fiel.
Sie lasen ein paar Stunden lang, aber auch wenn Harry sehr viel eifriger war als früher, las er doch nicht so gerne wie sie den ganzen Tag lang. Als er anfing, unruhig zu werden, legte sie ihr eigenes Buch zur Seite.
„Also, Boy-bird, gibt es etwas, das du unbedingt tun willst? Lernen willst?"
Er schloss sofort und erleichtert wirkend sein Buch. „Ich nehme an, dass wir mit unserem Training fortfahren."
Sie schüttelte den Kopf. „Ich meinte etwas, das nur für dich ist."
Eine leichte Röte überzog seine Wangen, aber er antwortete nicht.
„Sag schon", ermunterte sie ihn.
„Ich … kann nicht tanzen", gestand er hastig. Sie blinzelte. Sie war nicht sicher, was sie erwartet hatte, aber das war es nicht gewesen. Er schien zu denken, dass eine Erklärung von Nöten war, und er fuhr fort: „Draco kann tanzen. Er war so elegant beim Weihnachtsball damals."
Hermine zog eine Augenbraue hoch und Harry wurde noch röter. „Ich weiß. Ich war eifersüchtig wegen Cho. Ich dachte, ich würde Draco beobachten, weil er", er suchte nach Worten, „mein Feind war. Aber ich habe scheinbar gleichzeitig seine, ähm, Anmut bemerkt, und sie nie ganz vergessen."
Sie lächelte. „Das ist süß, Harry. Ich würde dir gerne beibringen zu tanzen."
Er öffnete seinen Mund, überdachte aber klugerweise das, was sie wusste er zu sagen vorhatte, und schloss ihn wieder.
„Du denkst nicht wirklich, dass Viktor der Grund dafür war, dass wir uns beim Weihnachtsball hervortun konnten, oder?", fragte sie gezielt.
Als sie jünger gewesen war, hatten Hermines Tanzstunden immer mehr Mädchen als Jungen besucht, weshalb sie den männlichen Part übernehmen konnte und einem Mann das Führen problemlos beibringen konnte.
Harry schien davon ziemlich getroffen zu sein und er sagte schließlich: „Ich bin ein Idiot, ja?"
Sie schnaube leise. „Mach dir keine Gedanken drüber."
Er schüttelte stur seinen Kopf und sagte stirnrunzelnd: „Ich weiß, dass du eine Millionen Dinge weißt, aber ich nehme meist an, dass es alles Bücherzeug ist, was völlig dumm ist, schließlich kannst du mich fertig machen. Ich will dich nicht unterschätzen. Ich will nicht das tun, was Ron tut."
Sie lächelte. „Tja, darüber musst du dir keine Sorgen machen. Du hast gerade das getan, was Ron nie vernünftig schafft: sich entschuldigen. Ich weiß, dass du es nicht böse meintest, und du hast mich ja auch nicht oft tanzen gesehen oder so."
Er entspannte sich und lächelte leicht. „Nicht sehr häufig, nein."
„Wir werden wahrscheinlich nicht herausragend werden", gab sie zu, „aber wenn wir jetzt anfangen, wirst du dich am Ende der Ferien zumindest nicht mehr lächerlich machen. Ist das okay?"
Er nickte enthusiastisch und es schien ihm nichts auszumachen, dass seine beste Freundin ihm Tanzen beibringen würde. Sie dachte einen Moment darüber nach, wie unangenehm es Ron wäre, und verbannte ihn dann entschieden aus ihren Gedanken. Ihn und Harry zu vergleichen war meist ziemlich müßig, da die beiden vollkommen unterschiedlich waren.
Sie fing mit dem langsamen Walzer an, da das einer der einfachsten Tänze war und einer, der auf einem der vornehmen Events, auf denen Harry in Gedanken schon mit Draco tanzte, am wahrscheinlichsten gespielt würde. Sie war wieder einmal erstaunt, wie Harry, der auf einem Besen die Anmut in Person war, auf seinen eigenen zwei Füßen auf dem Tanzboden so ungelenk war – aber tatsächlich glich er Viktor darin doch sehr.
Wenn Harry während des Weihnachtsballs irgendetwas gelernt hatte, so schien er es vergessen zu haben, und ihre Füße erlitten einige Tritte, bevor sie auf die Idee kam, ihn meditieren und in eine leichte Trance fallen zu lassen. Das funktionierte wie Zauberei. Wenn sein Verstand nicht damit beschäftigt war zu versuchen, ihn zu den Bewegungen zu zwingen, war er extrem anmutig und reagierte sein Körper auf jeden Wink von ihr. Er tanzte ohne die Steifheit, Nervosität und die vielen Blicke auf seine Füße, die seine bewussten Versuche begleitet hatten.
Es würde sehr viel mehr Übung brauchen, bis er bei vollem Bewusstsein so tanzen konnte und dabei seinen Partner wahr nehmen und ein Gespräch führen würde. Aber Tanzen war eine ausgezeichnete Ausdauerübung, und so fügte sie es ihrem täglichen Plan gerne hinzu.
„Führen und geführt werden sind keine unnötigen Begriffe, Harry", erklärte sie ihm, als er gegen das Wissen protestierte, das sie ihm zusätzlich zu den Tanzschritten beizubringen versuchte. „Wir machen das gerade allein in unserem Zimmer. Auf einem dicht bevölkerten Tanzboden muss die führende Person allen anderen Paaren ausweichen. Die andere Person muss die Hinweise annehmen, oder es kann zu Zusammenstößen und anderen Unfällen kommen, von denen ich sicher bin, dass du sie lieber vermeiden würdest."
Sie konnte förmlich sehen, wie er sich die Schlagzeilen des Propheten vorstellte, und von da an nahm er ihre Anweisungen sehr viel ernster.
Gegen Ende des Tages gelang ihm ein ziemlich glatter Walzer. Wenn sie ihn führen ließ, war seine Koordination ihrer Wechsel und Drehungen noch zu verbessern; er schien ständig überrascht, dass er das Sagen hatte. Sie dachten beide, dass Draco führen würde, aber sie konnte sich auch vorstellen, dass der blonde Slytherin es zu schätzen wissen würde, dass Harry sich die Mühe gemacht hatte, es zu lernen – sollten sie jemals in der Lage sein, es Draco mitzuteilen, natürlich, aber träumen schadete nichts. Außerdem fand sie, dass Harry führen können sollte, selbst wenn er als Dracos Partner nie Gelegenheit dazu bekommen würde; selbst wenn sie zusammen kämen, bedeutete das nicht, dass Harry nie mit jemand anderem tanzen würde.
Die Uhr schlug Mitternacht, sie und Harry nahmen ihre Kapseln Veritaserum, zogen ihre Schlafanzüge an und lasen noch etwas vorm Schlafen gehen. Harry nahm sein Vorhaben, ein Animagus zu werden, extrem ernst.
Die Tage vergingen. Ihrer Abmachung hörig passte Hermine auf, dass ihr nichts ihrer Schularbeiten vor dem Siebenundzwanzigsten vor die Augen kam. Sie verbrachten dennoch lange Zeit mit Lesen und Hermine mit Brauen, da sie einen Vorrat von allem haben wollte, das der Krankenflügel im Winter brauchen könnte. Je mehr sie jetzt schaffen konnte, desto weniger würde sie während der Schulzeit tun müssen.
Sie und Harry übten weiterhin tanzen, zusätzlich zu ihrem sonstigen Training. Der Walzer gelang Harry inzwischen richtig gut. Sobald er gesehen hatte, dass er sich verbesserte, hatte er viel Selbstvertrauen gewonnen. Es half, dass anders als beim Weihnachtsball niemand seine Misserfolge zu Gesicht bekam. Als er anfing sich wirklich zu entspannen, selbst wenn er führte, geschah es sehr viel seltener, dass er den Gesprächsfaden verlor, während er sich darauf konzentrierte, sie bei ihren Runden nicht über den Sessel oder in den Weihnachtsbaum stolpern zu lassen.
Sobald sie fand, dass er den Dreh raus hatte, erschuf sie mehrere wolkenähnliche Klumpen, die etwa so groß wie Menschen waren und ließ sie durch den Raum tanzen. So bekam Harry Übung darin, die Augen nach anderen sich bewegenden Figuren aufzuhalten, und lernte ihnen auszuweichen, ohne zu wirken, als würde er nervös nach wilden Todessern Ausschau halten.
„Dein Partner wird es schätzen, wenn du ihm oder ihr zumindest einen Teil deiner Aufmerksam schenken würdest", erinnerte sie ihn zum zigsten Mal. Sein Blick heftete an der tanzenden Wolke Nummer Vier.
Er sah sie verlegen an. „Du lässt es so einfach wirken. Aber wenn ich es tue, scheint es einfach so viel zu geben, auf das ich achten muss."
„Was dem Unerfahrenen schwer fällt, wirkt ganz einfach, wenn es ein Experte tut. Hast du mir in letzter Zeit zugeschaut, wenn ich Hausaufgaben für Arithmantik gemacht habe?"
Er lachte. „Da ist was dran. Ich schätze, mir gefällt es nicht, in etwas nicht gut zu sein."
Sie gab leicht zu, das gleiche Problem zu haben.
„Unglücklicherweise", räumte sie ein, „kann man das nur bewältigen, indem man lernt, und das bedeutet, dass man einen Zeitraum hat, in dem man ein Anfänger ist und nicht gut. Aber du lernst schnell, Harry. Ich versichere dir, dass es in meiner Tanzschule Leute gab, die das hier nach Monaten noch nicht hinbekommen haben." Was ein bisschen übertrieben war, aber er schien die Bestätigung zu brauche. „Du hast ein gutes Gedächtnis und du bist sehr anmutig, wenn du nicht so angespannt bist, dass du auf die Füße deiner Partnerin trittst."
Er strauchelte leicht, als er lachte, und sie musste ihre Füße rasch aus der Gefahrenzone ziehen. Er stolperte beinahe zu einem Stillstand, als er sich entschuldigen wollte, aber sie zwang ihn weiterzumachen.
„Einen Fehler zu machen ist nicht das Ende der Welt. Du wirkst ungeschickt, wenn du deinen Partner mitten im Lied mitten auf der Tanzfläche zum Stehen bringst. Solange du charmant lächelst und weitermachst, wird es niemand bemerken, und dein Partner wird deine Ruhe bewundern."
Er verzog das Gesicht. „Du hast den Mann getroffen, von dem ich hoffe, dass er mein Partner wird; Ich glaube nicht, dass das seine Reaktion wäre."
Sie lächelte erfreut darüber, dass er noch immer so offen darüber war. "Ich glaube du wärst überrascht, mit wie viel du dank deines Lächelns davonkommen kannst, Harry. Wenn du ihm bei jedem zweiten Schritt auf den Fuß trittst, wäre das nervig, aber wenn du ihm zeigst, dass du es nicht perfekt kannst, aber dich für ihn bemühst, dann ist das liebenswert."
„Warum weißt du diese Dinge und ich nicht?", fragte er klagend und klang vollkommen verwirrt und verloren.
Sie lachte. „Ich glaube, du hast keine besonders gute Vorstellung von deinen eigenen Vorzügen."
„Das nennt man eingebildet sein."
Sie schüttelte den Kopf. „Du bist ein bisschen zu gut darin, deine Fehler zu erkennen. Du unterschätzt dich als ‚einfach Harry'. Er ist von ganz allein ein herausragender Typ."
Er lächelte sie an. „Danke, Hermine. Ich glaube mit dir zusammenleben ist sehr viel besser für mein Ego als mit den Jungs im Schlafsaal zu wohnen."
Sie grinste. „Ich schick dich einfach zurück, wenn du zu eingebildet wirst."
„Solange du versprichst, dass du darauf achtest, werde ich versuchen, mir meiner Vorzüge bewusster zu werden", sagte er mit einer Spur Abscheu.
Ihr Grinsen wurde breiter. Sie dachte nicht, dass die Gefahr groß war, dass er in der Hinsicht je zu selbstgefällig würde.
Sie hatten einige weitere Trainingsstunden mit Severus und auch Tonks, sobald die Aurorin zurückgekehrt war. Sie wirkte glücklich und entspannt, was Hermine fröhlich stimmte, da sie annahm, dass Remus in ähnlichem Zustand war. Da sie ihre Schwierigkeiten beseitigt hatten, bevor die Hexe gefahren war, verliefen diese Treffen zum Glück ruhig.
Kingsley konnte ein paar Mal vorbeischauen, und Remus kam ein paar Tage lang, die nichts mit dem Mond zu tun hatten. Er wirkte so glücklich, wie sie gehofft hatte. Nach der ersten Sitzung, die sie alle gemeinsam hatten, verwickelten Harry, Severus, Tonks und Kingsley sich in eine ausschweifende Debatte über die Verfolgung von Magie Minderjähriger.
Es betraf keinen von ihnen mehr, aber das hielt sie nicht davon ab, lautstarke Meinungen zu haben, die sie sich anscheinend mitten in den Ferien um die Ohren hauen mussten. Während sie das taten, führte Hermine Remus in eine Ecke hinüber und wirkte einen schalldämpfenden Zauber, der zu ihrem üblichen Privatsphären-Zauber gehörte, den sie benutzte, wenn jemand nah genug bei ihr war, dass er ihr Gespräch überhören könnte.
Ein Verstummungszauber hielt zwar jedes einzelne Geräusch ab, das in dem betreffenden Bereich ertönte, aber er machte es auch zutiefst offensichtlich, dass er verwendet worden war. Der schalldämpfende Zauber verdeckte die eigentlichen Geräusche, aber die Zuhörer vernahmen ein undeutliches Murmeln, von dem sie meinten, es beinahe verstehen zu können. [15]
Remus sah sie neugierig an. „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, versprochen."
Sie grinste. „Darüber wollte ich eigentlich nicht mit dir sprechen, aber es freut mich."
Seine Neugier wurde deutlicher.
„Ich hoffe, du verstehst das nicht falsch", sagte sie, „aber keinen von uns hätte es gestört, wenn ihr zusammen hergekommen wärt."
Er blickte sie verständnislos an, bevor sich Erschrecken auf seinem Gesicht abzeichnete. „Woher wusstest du -"
Sie schnaubte. „Ich bin nicht blind. Ich habe gesehen, wir ihr zwei euch anschaut. Ihr müsst es nicht verstecken. Ernsthaft, wir würden uns alle für euch freuen."
Remus sah hinüber zu der Gruppe streitender Menschen und wirkte zweifelnd. „Ich glaube nicht, dass sie alle -"
Hermine unterbrach ihn und zählte sie an einem Finger ab. „Du musst dir keine Gedanken über Kingsley machen; er weiß, dass Tonks auf sich selber aufpassen kann, und er würde ihre Wahl nie abstreiten. Severus würde etwas Beißendes sagen, egal wen du dir aussuchst, aber er weiß, dass die Wahl deine ist. Da er für jemanden plädieren würde, der deinen Zustand kennt, kann er gegen Tonks nichts sagen. Und wenn deine eigentliche Sorge Harry gilt, dann solltest du ihn besser kennen. Er hat dich sehr gern und er mag Tonks auch. Er will, dass du glücklich bist."
Remus schluckte heftig. „Ich bin nicht sicher -"
„Es klingt, als wärest du derjenige, der sich seiner Wahl nicht sicher ist", schlug sie vor.
Er seufzte und das Glück war aus seinem Gesicht verschwunden, als wäre es nie da gewesen. Er wirkte auf einmal müde. „Ich… ich mag Dora sehr, aber es gibt so viele Männer, die ihr angemessener wären, Männer, die jünger sind, und reicher, und keine Werwölfe." [16]
Der Blick, den sie ihm schenkte, war leidenschaftlich. „Aber sie will keinen jüngeren, reicheren oder anderen Mann, Remus. Sie hat dich so akzeptiert, wie du bist. Du kannst ihr nicht sagen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen hat, es sei denn, du bezweifelst ihre Fähigkeit, solche zu fällen. Denkst du, sie wäre dumm oder leichtsinnig?"
Er schüttelte den Kopf.
„Dann musst du ihrem Urteilungsvermögen vertrauen, in diesem und allen anderen Fällen. Sie weiß, wem sie ihr Herz anvertrauen kann."
„Ich wollte, dass sie wenigstens bis Januar wartet, damit ich weiß, ob eine Möglichkeit besteht." Er schluckte. „Es wäre besser, wenn ich nur ein Mann wäre."
„Und wenn das Heilmittel nicht wirkt, wirst du sie dann auch abweisen?", fragte Hermine ernst. „Du kannst dir immer Ausreden ausdenken, wenn du nicht gewillt bist, dein Herz zu riskieren, wenn du nicht denkst, dass sie es wert ist."
Er schien von ihrer Umformulierung seiner Zweifel wie vor den Kopf geschlagen. „Natürlich ist sie es wert!", blaffte er.
Sie lächelte. „Dann hast du deine Antwort. Du denkst, dass sie es wert ist, sie denkt, dass du es wert bist, und jetzt könnt ihr euch küssen und glücklich sein."
Er starrte sie sprachlos an und zog sie auf einmal fest in seine Arme und drückte ihr einen Kuss aufs Haar. Es war die erste Umarmung, die sie ihn je hatte initiieren sehen, und sie war begeistert. Wenn sie nur ihr eigenes Liebesleben so einfach regeln könnte.
Er ließ sie langsam los, und sie entdeckten, dass die Debatte auf der anderen Seite des Raumes zu Ende gegangen war, und sie und Remus jetzt angestarrt wurden. Als Hermine Tonks' Gesichtsausdruck bemerkte, bevor die ältere Frau ihn beherrschen konnte, wurde ihr klar, dass es nicht die schlauste Idee aller Zeiten gewesen war, den Mann in der geheimen Beziehung zu umarmen, wenn Tonks direkt daneben stand. Remus war völlig unbedarft, so glücklich war er über die Lösung, die sie ihm vorgekaut hatte, dass es ihm nicht einzufallen schien, wie es für Tonks ausgesehen haben musste.
„Habt ihr eine Lösung erreicht?", fragte Hermine, um die Aufmerksamkeit von sich auf den Streit zu lenken.
„Natürlich nicht", sagte Severus kurz ab. „Ich diskutiere mit zwei Ministeriumsbeamten. Natürlich denken sie, dass das Ministerium edel und gut sei."
„Ein Schwebezauber eines Hauselfs hat mich beinahe rausfliegen lassen, und die Anwendung eines Patronuszaubers gegen eine Gruppe Dementoren hat mich vor den Zaubergamot gebracht, aber das waren nur Zufälle", sagte Harry sarkastisch, in Übereinstimmung mit Severus nickend.
Sie war erfreut, dass Harry und Severus ungewollt auf der gleichen Seite gelandet waren. Die Debatte schien schon fast wieder von neuem loszugehen, als Tonks abrupt erklärte, dass sie, wenn das Training vorbei sei, gehen müsse.
Die anderen stimmten beiläufig zu. Remus wirkte verwirrt und das verstärkte sich noch, als sie ging, ohne sich zu verabschieden. Hermine bezweifelte, dass es ein gutes Zeichen war, dass das Haar der Metamorphmagus von Kaugummi-Pink zu Blutrot überging. Hermine sagte laut zu Remus, wie froh sie war, dass er für ein paar Tage da blieb, bevor sie ihn zur Tür schleifte, damit sie erneut einen schalldämpfenden Zauber wirken konnte, und murmelte: „Du hast mir eine Riesenumarmung gegeben."
Er sah sie ausdruckslos an, und seine Miene war leicht verletzt und resigniert, als er schlussfolgerte, dass sie den Kontakt verabscheut hatte. Wie er das denken konnte, nachdem sie ihn genauso lange umarmt hatte, war ihr schleierhaft.
„Um alles, was auf dieser Welt magisch ist, Remus, mir macht das nichts aus, Tonks schon."
Verständnis überzog sein Gesicht, und er blickte der Frau mit plötzlicher Sorge nach.
„Geh, Dummkopf", drängte Hermine und gab ihm einen Stoß zur Tür raus. „Jetzt ist nicht die Zeit nachzudenken, sondern ihr nachzulaufen. Schlag ihre Tür ein. Erklär es ihr, bevor sie Zeit hat, sich in einen gerechten Zorn hineinzusteigern."
Er schien endlich einen Teil von dem zu verarbeiten, was sie sagte, und jagte der Frau hinterher, die er liebte. Hermine schüttelte ihren Kopf, als sie die Tür hinter ihm zufallen ließ, und fragte sich, ob alle Männer dumm geboren wurden. Zumindest brauchten sie irgendeine emotionale Ausbildung, die sie scheinbar nicht bekamen.
Sie hatte genug Erfahrung mit Cho Chang und Lavender um zu wissen, wie Frauen reagierten, wenn sie dachten, sie wäre eine Mitbewerberin um einen Mann, an dem sie absolut kein Interesse hatte; hoffentlich war Remus heute Nacht erfolgreich, sodass sie keine kalte Schulter ihrer Verteidigungslehrerin ertragen würde müssen.
Die drei verbliebenen Männer brachten alles zum Abschluss, Kingsley erklärte, dass er nach London zurückkehren müsse, und Harry und Severus gingen sofort auseinander, sodass keine Gefahr bestand, dass sie nur zu zweit ein freiwilliges Gespräch führen könnten. Gott bewahre, anscheinend.
Ihr fiel auf, dass Severus sie sehr viel schärfer anblickte als Harry es tat.
„Du und Remus scheint ein sehr viel freundlicheres Gespräch geführt zu haben als wir", bemerkte Harry fröhlich. In seiner Stimme schwang nicht die Spur Misstrauen mit.
Der Junge, der überlebte, um nicht eifersüchtig zu sein, schien es. Vielleicht sollte sie mit ihm über das richtige Verhalten eines festen Freundes reden; angesichts des verbreitenden Tratsches in Hogwarts wäre es wahrscheinlich besser, wenn Harry einfiel, etwas besitzergreifender für sie zu sein.
„Ich habe ihm nur geholfen, ein Problem zu lösen, das ihn beschäftigt hat", antwortete sie ausweichend. "Es hat ihn glücklich gemacht."
„Wie wir gesehen haben", sagte Severus finster.
Da. Das war der Tonfall, den Harry für solche Gelegenheiten annehmen musste, und Severus brachte ihn zustande, nur weil sie einen der Rumtreiber besprachen. Vielleicht konnte sie Severus dazu bringen, Harry ein paar Tipps zu geben… Vielleicht auch nicht.
„Ich helfe einem Freund immer gern", antwortete sie und tat, als hätte sie seinen Tonfall nicht bemerkt.
„Du scheinst darin sehr gut zu sein", erklärte der Slytherin geringschätzig.
Hermine hatte keine Ahnung, auf wen er sich bezog, und da sie gewohnt war, den Tonfall von Severus ohne Grund zu hören, antwortete sie erneut, als ob es keinen gegeben hätte. „Danke. Zurück in unsere Zimmer, Harry?"
Harry nickte, und nachdem sie sich von Severus verabschiedet hatten – was ihnen ein sehr knappes Nicken einbrachte – kehrten sie zu ihren Räumen zurück. Manchmal, hatte Hermine entdeckt, war der einzige Weg, mit Severus fertig zu werden, davonzugehen.
[15] Der schalldämpfende Zauber (Muffling Charm) ist meine Version des Muffliato, der JKR gehört.
[16] Remus' Sorgen, dass Tonks jemand jüngeren, reicheren und weniger werwölfischen verdient, sind eine Umschreibung von denen im Halbblutprinzen; ich verwende sie, weil ich sicher bin, dass JKR recht hat, was die dämlichen Dinge angeht, die er denken würde. ^-^
Im nächsten Kapitel feiern Harry und Hermine Silvester und trainieren an einem neuen Ort.
