Kapitel 14

Verschwinde aus meinem Kopf

EINS

Draco fand heraus, dass es halb so schlimm war mit Potter für den Verteidigungsclub zusammenzuarbeiten. Er genoss es sogar ein wenig. Potter hatte die unheimliche Fähigkeit einen Zauberspruch zu erkennen, bevor er gesprochen war, nur auf den Gefühlen des Zauberers basierend. Potter hatte eine sehr seltene Gabe und Draco war sich nicht sicher, ob er es wusste.

„Nein, Malfoy." Die beiden Jungen bereiteten ihre nächste Stunde vor, aber Potter schien mit Dracos Unterrichtsplan nicht einverstanden zu sein.

„Jetzt komm schon, Potter! Sie müssen wissen, was sie erwartet. Hör auf sie zu bemuttern!"

„Ich bemuttere niemanden, Malfoy. Dieser Unterrichtsplan ist absolut inakzeptabel. Wir haben von Moody genug über diese Flüche gelernt."

„Potter, versteh doch…"

„Nein. Die Unverzeihlichen sind aus einem guten Grund illegal. Du kannst sie nicht blocken und es gibt keinen Gegenfluch. Das Einzige, das du machen kannst ist auszuweichen und ich weiß bereits, wie das funktioniert und ich bin mir sicher, unsere Klassenkameraden wissen es auch."

„Schön. Besteh darauf." Draco lehnte sich in seinem Stuhl zurück und verschränkte verstimmt seine Arme.

„Gibt es nichts anderes, das dir nützlich vorkommt?", fragte Potter und zog eine Augenbraue hoch.

„Was zum Beispiel, Potter? Du hast gerade meinen gesamten Plan für morgen Nacht abgelehnt. Erwartest du von mir, dass ich etwas Neues aus meinem Hintern ziehe?"

Potter zog seine andere Augenbraue hoch und packte seine Sachen zusammen, während er aufstand. „Ehrlich, Malfoy. Ich hatte von dir mehr Kreativität erwartet." Er schulterte seine Tasche und lehnte sich über den Tisch. „Weißt du, die Unverzeihlichen müssen irgendwo ihren Anfang haben. Ich frage mich, auf was sie basieren." Er zuckte mit den Schultern und ging - und ließ damit einen verblüfften Draco zurück.

„Wieso habe nicht ich daran gedacht?", wunderte sich Draco laut und ging in die Bücherei, um die neue Idee zu recherchieren. Er zog mehrere dicke Wälzer hinunter und stapelte sie hoch auf dem Tisch. Er hatte Pergament, mehrere Tintenfässer, einen Federkiel und ein Messer, um den Federkiel -wenn notwendig - zu schärfen. Er begann Notizen zu machen, nachdem er das erste Buch geöffnet hatte. Er arbeitete bis spät in die Nacht und beendete sein Projekt in seinem Zimmer, nachdem er aus der Bücherei herausgeschmissen worden war.

Als Draco beim Raum der Wünsche, ein Raum den Potter gefunden hatte, ankam, war Potter, wie gewohnt, schon da.

„Du bist früh dran", sagte Potter, als er die Kissen auf dem Boden verteilte.

„Du auch."

„Ah, aber ich bin immer früh dran und daher bist du nicht überrascht", sagte Potter. „Du, andererseits bist immer spät dran, daher ist es überraschend dich hier so früh zu sehen."

„Hör auf, Potter", sagte Draco und ging in den Raum. „Ich fange an zu glauben, dass du ein Betrüger bist."

Potter schnaubte und setzte sich auf eines der großen flauschigen Kissen. „Hast du einen neuen Unterrichtsplan oder muss ich heute alles allein machen?"

„Natürlich habe ich einen Plan, Potter", fauchte Draco verärgert. „Wäre ich sonst hier?"

Potter zuckte mit den Schultern. „Wer weiß, was du tun würdest? Es war nur eine Frage."

„Möchtest du über die Stunde reden, bevor die anderen kommen?"

„Nein, das ist schon okay."

„Was hast du dann geplant?"

„Kommt darauf an, was du machen wirst. Ich werde es einfach improvisieren."

„Improvisieren?"

Potter nickte.

„Hast du das… Granger um Rat gefragt?" Potter lachte leicht, antwortete aber nicht.

Draco schüttelte den Kopf und fing an sich darauf vorzubereiten Dunkle Magie anzuwenden. Als die anderen Schüler ankamen, begrüßten sie Potter warm und waren sogar zu Draco freundlich. Granger und Weasley waren die letzten, die ankamen und sobald sie sich gesetzt hatten fing Draco die Stunde an.

„Heute dachte ich, werden wir die Geschichte der Unverzeihlichen besprechen. Ich werde mit dem tödlichsten starten." Granger hob ihre Hand. „Was?", sagte Draco verärgert, dass er unterbrochen wurde.

„Sind diese Zaubersprüche illegal?", fragte Granger.

„Wen kümmerts?", fragte Draco.

„Nun, ich zum Bespiel habe genug illegale Flüche von Barty Crouch", sagte Granger. Ein Murmeln der allgemeinen Zustimmung ging durch den Raum.

Draco seufzte. „Nein, sie sind theoretisch nicht illegal, sie werden aber missbilligt."

Granger winkte ihm, um ihm zu bedeuten, dass er fortfahren konnte.

„Der erste Spruch wird Exitialis genannt", fing Draco an. „Es ist der Vorgänger des Avada Kedavra, doch er ist weder so effektiv noch so schmerzlos. Er kann blockiert werden und wenn er einen trifft, tötet er einen nicht immer." Draco holte eine Ratte aus einer Tasche hervor, die er mitgebracht hatte. Er platzierte das Nagetier auf dem Boden und richtete seinen Zauberstab darauf. „Exitialis!", rief er aus. Ein Strahl orangenen Lichts kam aus seinem Zauberstab und traf die Ratte.

Die Ratte quiekte vor Schmerzen als der Spruch begann sie zu verbrennen, als wäre sie angezündet worden. Es dauerte beinahe eine Minute, bis die arme Kreatur tot war. Danach war der Raum von einer gespannten Stille gefüllt.

„Wie ihr sehen konntet", sagte Draco. „War das sehr unangenehm."

„Das war furchtbar!", rief Angelina Johnson entsetzt. Der Raum brach in wütendes Geschrei aus. Draco hielt seine Hände hoch und bald wurde es im Raum wieder still.

„Ich weiß, dass das unmenschlich war", sagte er, „aber ihr müsst mich verstehen. Der Dunkle Lord hat nichts dagegen, die älteren Zaubersprüche zu verwenden, um seine Opfer zu quälen. Wenn er möchte, dass ihr leidet, bevor ihr sterbt, wird er nicht Avada Kedavra benutzen. Er wird der tödliche Fluch genannt, aber er ist nicht der einzige Zauberspruch, der dieses Ergebnis erzielen kann. Er ist einfach der effektivste. Exitialis tötet die meisten Menschen, die getroffen werden, aber er löscht das Leben nicht aus, wie es Avada Kedavra macht. Er nimmt Leben und der Prozess ist außerordentlich schmerzhaft, wie ihr gesehen habt. Sollte der Dunkle Lord euch einen schmerzhaften Tod bescheren wollen, ist es sehr wahrscheinlich, dass er diesen Fluch benutzen wird."

Es war kurz still, bevor Granger ihre Hand hob.

Draco seufzte. „Was, Granger?", fragte er und fühlte sich plötzlich sehr müde.

„Du… du hast gesagt, er kann blockiert werden?", stammelte Granger.

„Ja", erwiderte Draco. Alle sahen blass, aber interessiert aus. „Dieser Blockierungsspruch blockiert die meisten Sprüche, aber er ist schwieriger als Protego. Der neue Zauberspruch ist Obsidere. Er benötigt eine Menge Konzentration und sollte nur in den schlimmsten Umständen benutzt werden."

Potter stand auf und begann die Leute in Paare aufzuteilen. „Draco wird uns zeigen, wie man den Zauberspruch sagt und dann werden wir üben. Ich möchte, dass ihr nur leichte Zaubersprüche benutzt wie zum Beispiel den Wabbelbeinfluch. Ich möchte nicht, dass jemand verletzt wird."

Draco fragte sich kurz, wie Potter das tat, entschied sich aber sich nicht damit aufzuhalten. Er bildete mit Granger ein Paar und Potter ging zu Weasley.

„Nun, um Obsidere zu zaubern müsst ihr euch auf die stärkste Wand konzentrieren, die ihr euch vorstellen könnt, zum Beispiel aus Stahl. Der Trick ist es, das Bild in der Sekunde zu haben, in dem ihr den Fluch sagen müsst. Ihr müsst euren Zauberstab in einer schnellen Halbmondbewegung bewegen, während ihr den Zauberspruch sagt. Obsidere!" Draco machte die Bewegung und ein großes, durchsichtiges, blaues Energieschild entstand vor ihm. „Das einzige Problem mit diesem Zauberspruch ist, wie mit allen Schildzaubern, dass ihr, solange ihr es habt, keine anderen Zaubersprüche zaubern könnt. In dem Moment, in dem ihr euren Zauberstab bewegt, wird die Barriere verschwinden. Potter, werf Impedimenta gegen die Barriere."

Potter trat vor und tat wie von ihm verlangt. Der Zauberspruch traf die Barriere und wurde von ihr absorbiert. Die Barriere kräuselte sich wie ein Teich, bevor sie wieder zu ihrem Ursprungszustand zurückkehrte.

„Ein Vorteil von Obsidere ist, dass er Flüche absorbiert anstatt sie umzulenken und ist daher besser anzuwenden, wenn man von unschuldigen Leuten umgeben ist." Damit fing die Gruppe an die Blockade zu üben. Bis neun Uhr konnten nur Potter und Granger den Spruch perfekt, doch die Anderen kamen gut voran.

Potter blieb still auf den Kissen sitzen, als die anderen Schüler den Raum verließen. Als sie alle gegangen waren, fing er an zu reden.

„Das war eine gute Stunde", sagte er freundlich. „Ich nehme an, wir werden das nächste Mal über den Vorläufer des Crucio hören?"

„Ich denke schon", erwiderte Draco. „Gut mitgespielt, Potter."

„Vielen Dank für diese Einschätzung", sagte Potter grinsend. „Und jetzt sag mir, wann du vorhast, Hermine zu fragen, mit dir auszugehen."

Draco drehte sich um und starrte Potter ungläubig an. „Du bist verrückt, Potter. Dieses Mädchen ist absolut unerträglich, beleidigend und komplett herrisch. Wieso würde ich sowas tun?"

Potter lächelte, stand auf und ging zur Tür. Er grinste provozierend und verließ den Raum.

Draco stürmte zurück zum Slytheringemeinschaftsraum, aufgebracht von Potters Annahme. Wie konnte er es wagen zu behaupten, dass Draco dieses Besserwisserschlammblut mögen würde? Draco hatte besseren Geschmack als das! Sie war vielleicht hübsch und sicher, sie war intelligent, aber was war da sonst? Sie hatte buschiges Haar und sie würde Hasenzähne haben, wenn Draco sie nicht im vierten Schuljahr verhext hätte. Sie blaffte Draco andauernd an und sie schlug Draco in jedem Fach mit der Ausnahme von Zaubertränke. Sie wirklich war nichts, nur eine andere Schülerin, die Draco hilfesuchend in einem immer gewalttätigeren werdenden Krieg ansah. Sie war wirklich nicht von Belang...

ZWEI

Draco starrte Grangers Hinterkopf in „Pflege magischer Geschöpfe" an. Es war Anfang Februar, aber das Wetter erinnerte an März. Der Trampel Hagrid zeigte ihnen Thestrals und die alte Umbridge war in der Nähe und fragte einen zur Weißglut bringende Fragen. Draco nahm an, dass er Hagrids Angst einmal amüsant gefunden hätte, aber die Dinge hatten sich sehr verändert.

Hagrid erklärte gerade, was Thestrals fressen und warum sie nützlich waren, als Umbridge anfing, ihn wieder mit ihren lauten und wohldurchdachten Worten zu beleidigen.

„Ich glaube, sie sind faszinierend", sagte Draco laut und übertönte Umbridges unfreundliches Gerede damit. „Könnten Sie mir sagen, Professor Hagrid, ob Thestrals Kröten essen?" Draco sah, dass mehrere Schüler sich wegdrehten, um ihr Kichern zu verstecken und Umbridge war merklich empört.

„Mr. Malfoy", sagte sie und näherte sich Draco. „Wieso stellen Sie diese Frage?"

„Ich bin nur neugierig", erwiderte Draco unschuldig. „Also, fressen Thestral Kröten, Professor?"

„Ähh", sagte Hagrid und sah leicht überrascht aus. „Nein, tun sie nicht. Sie bevorzugen größere Tiere, meistens Säugetiere. Sie fressen normalerweise nicht Dinge, die die selbst töten. Sie sind Aasfresser."

„Danke, Sir", erwiderte Draco und sah Umbridge mit einer hochgezogenen Augenbraue an. „Er hat keine Probleme mich zu verstehen, vielleicht ist es Ihr Akzent."

Umbridge sah nun wütend aus. „Ihre Inspektion ist nun zu Ende, Hagrid", sagte sie und ihre falsche, zuckersüße Tonlage war plötzlich verschwunden. „Sie werden Ihre Ergebnisse in einer Woche haben." Sie ging eingeschnappt und Draco drehte sich wieder nach vorne um. Sein Herz setzte für einen Moment aus, als er Granger in die Augen sah. Sie sah beeindruckt aus, überrascht und dankbar.

Sie ist stolz auf mich, dachte Draco leicht benommen. Er zwang sein Gesicht ausdruckslos zu bleiben, obwohl er innerlich lächelte. Es gab noch immer Hoffnung. Ich frage mich, ob sie gerne zu zweit fliegt. Draco hörte seine Gedanken und blickte finster als Hagrid die Klasse entließ.

„Draco, warum hast du den blöden Trampel beschützt?", fragte Pansy, als sie zum Schloss zurückgingen.

„Verschwinde, Pansy!", schnappte Draco und ging schneller. Ich habe mich nicht gerade gefragt, ob Granger es mag zu zweit zu fliegen! Potter hatte nicht Recht, verdammt noch mal! Draco wurde durch eine leichte Berührung an seinem Arm aus seinen Gedanken herausgerissen.

„Danke", sagte Granger, als er sich umdrehte.

Draco blinzelte und kämpfte das drohende Erröten an. „Wofür?", fragte er und war überrascht, dass seine Stimme normal klang.

„Dass du Hagrid geholfen hast natürlich", erwiderte Granger. Hinter ihr nickte Weasley, und Potter grinste frech. „Das war klasse."

„Oh", sagte Draco intelligent. „Nun, du weißt schon. Umbridge hatte es nicht anders verdient, die alte Vettel." Granger lächelte strahlend, was Draco dazu brachte unerklärlich nervös zu werden.

„Ja, hat sie", stimmte Potter zu und winkte Draco wissend zu.

„Ahh, Ich muss dann mal", Draco schluckte schwer, „zum Unterricht. Man sieht sich." Er ging schnell, wütend mit sich selbst, dass er sich wegen einem dreckigen Schlammblut so dumm verhielt. ‚Was zum Teufel ist los mit mir! Krieg dich wieder ein, Malfoy! Sie ist ein Schlammblut! Sie sollte deiner Aufmerksamkeit nicht wert sein. Verschwinde aus meinem Kopf, du dreckige Schlampe!'

DREI

„Malfoy verhält sich komisch", sagte Ron als er, Hermine und Harry den Raum der Wünsche verließen. „Er ist nach dem Treffen praktisch aus dem Zimmer gerannt."

„Er hatte es einfach nur eilig, Ron", sagte Hermine und rollte ihre Augen frustriert. Ron hatte die letzten zwei Wochen keine Ruhe wegen Malfoys Vertrauenswürdigkeit gegeben.

„Ihr seid beide absolut schwer von Begriff", sagte Harry.

„Warum?", fragte Hermine. „Wieso glaubst du hatte er es so eilig?"

„Er steht auf jemanden in der Klasse", erwiderte Harry und erreichte damit, dass Ron und Hermine aufhörten zu laufen. „Jemand, von dem er glaubt, dass er sie nicht mögen sollte."

„Weißt du, wer es ist?", fragte Hermine und hüpfte praktisch auf und ab, bei der Aussicht Schmutz über Malfoy zu erfahren.

„Ja", sagte Harry.

Nach einigen Momenten wurde es deutlich, dass Harry nichts mehr sagen würde und Ron fragte: „Nun, wirst du uns sagen, wer es ist?"

„Nein", erwiderte Harry. „Ihr beide könnt vielleicht davon profitieren besser zu später." Er winkte fröhlich und ließ Ron und Hermine hinter ihm herstarrend zurück.

„Was ist in ihn gefahren?", fragte Ron an Hermine gewandt.

Sie zuckte mit den Schultern, „Ich wette, ich kann herausfinden, auf wen er steht", sagte sie.

„Oh, und wie?", fragte Ron. „Wirst du einfach zu ihm hingehen und ihn fragen?"

„Natürlich nicht, Ron", erwiderte Hermine und begann loszugehen. „Er würde sowieso nicht antworten. Nein, ich werde einfach das machen, was Harry vorgeschlagen hat. Ich werde ihn beobachten."

„Du wirst ihn beobachten?", fragte Ron ungläubig.

„Natürlich", sagte Hermine. „Lass uns gehen, bevor wir zu spät kommen." Sie gingen in nachdenklicher Stille zurück in den Gryffindorturm. Hermine dachte über mögliche Kandidaten für Malfoys Zuneigung nach und Ron fragte sich, warum Hermine sich überhaupt dafür interessierte auf wen Malfoy stand.

Drei Nächte später waren Ron und Hermine wieder im Raum der Wünsche für ein weiteres D.V.B. Treffen. Harry hatte gerade jeden aufgefordert Paare zu bilden und Hermine reagierte schnell.

„Ich werde mich mit Malfoy zusammentun", sagte sie fröhlich und stellte sich neben den nervösen Slytherin.

„Ähmm, gibt es nicht jemand…", sagte Malfoy und schaute sich beinahe verzweifelt um.

„Alle anderen sind schon aufgeteilt", sagte Hermine mit einem unschuldigen Lächeln. Sie nahm an, dass Malfoys Nervosität daher kam, dass er rausgefunden hatte, was sie vorhatte.

„Oh… na gut", sagte er, und schaute in die erwartungsvolle Gesichter. „Um Dominari richtig auszuführen, müsst ihr…", er warf einen Seitenblick auf Hermine. „Eure gesamte … ähh… Konzentration auf das... auf das ähh... das ähh Opfer fokussieren." Er deutete auf Hermine. „So. Dominari!"

Das blaue Licht traf Hermine knapp unter ihrem Brustbein. Sie stand für einen Moment still und fühlte sich dann gezwungen, sich wie eine brütende Henne zu verhalten. Sie gackerte und fing an, auf dem Boden mit ihren Füßen zu scharren. Als sie wieder zu Sinnen kam, lachten die Menschen um sie herum.

„Ich möchte, dass jeder diesen Zauberspruch solange an seinem Partner übt, bis ihr ihn perfekt beherrscht", sagte Malfoy und warf Hermine einen schuldigen Blick zu. „Und Potter, versuch nicht zu widerstehen. Wir werden niemals wissen, ob Weasley es richtig macht, wenn du die ganze Zeit dem Spruch widerstehst."

„Okay", erwiderte Harry sofort.

„Nachdem jeder Dominari kann, möchte ich, dass ihr es mit Schildern übt. Ihr müsst in der Lage sein, Schilder ohne Warnung zu hexen. Okay, fangt an."

Hermine verlor keine Sekunde. „Dominari!", rief sie aus. Das blaue Licht überraschte Malfoy. Sag mir, wen du liebst, dachte sie mit voller Kraft. Sag mir, wen du liebst.

Malfoys Augen glänzten und Hermine konnte erkennen, dass er versuchte, dem Fluch zu widerstehen. Sie konzentrierte sich mehr. Sag mir, wen du liebst.

„Dich", sagte Malfoy träumerisch.

Hermine war so überrascht, dass ihre Finger den Halt verloren und der Zauberstab auf den Boden fiel. Sie starrte Malfoy mit großen Augen und aufgerissenen Mund an.

Malfoy blinzelte einige Male, bevor er wieder zu sich kam. Er schaute Hermine voller Ärger und Verrat in seinen Augen an. „Wie kannst du es wagen?", fragte er, seine Stimme zitterte so sehr, dass es wenig mehr als ein Flüstern war. „Wie kannst du es WAGEN", brüllte er und stürmte aus dem Raum. Jeder hörte auf zu üben, um Hermine neugierig anzuschauen. Harry näherte sich Hermine.

„Was hast du gemacht?", fragte er, so dass nur sie es hören konnte.

„Ich wusste es nicht", flüsterte Hermine und war kurz darauf in Tränen auszubrechen. „Ich wusste es nicht."

„Offensichtlich", sagte Harry. „Okay Leute, übt weiter bis zur üblichen Zeit. Ich werde rausfinden, was passiert ist. Ron, du bist jetzt verantwortlich." Er schaute Hermine durchdringend an, bevor er den Raum verließ.

VIER

Harry fand Malfoy zusammengesunken an einer Wand.

„Malfoy", sagte er als Begrüßung und lehnte sich neben dem Blondschopf gegen die Wand.

„Lass mich in Ruhe, Potter", erwiderte er ohne aufzublicken. „Ich bin nicht in der Stimmung für dein nutzloses Geplänkel."

„Hermine war nur neugierig, Malfoy", sagte Harry und ignorierte Malfoys Kommentar. „Sie hat es nicht böse gemeint."

„Was macht das für einen Unterschied? Sie hatte nicht das Recht das zu tun; mich das zu fragen. Es war sehr Slytherin von ihr", lachte Malfoy sardonisch. „Ich schätze, sie wird nun zu keinem anderen Treffen mehr kommen."

„Sie war darüber sehr erschüttert, Malfoy", sagte Harry.

„Darauf wette ich", erwiderte Malfoy. „Der furchtbare, schleimige Slytherin ist in sie verliebt. Wie… abstoßend."

„Das ist nicht, was ich meinte. Sie wollte dich nicht verletzen. Sie wird sich entschuldigen, wenn du ihr die Chance gibst."

„Wieso sollte ich?", schnappte Malfoy verärgert und richtete sich auf, um Harry einen wütenden Blick zuzuwerfen. „Es hätte meine Entscheidung sein sollen, es ihr zu sagen, wenn ich bereit dazu gewesen wäre. Wie kann sie es wagen, mir das wegzunehmen? Sie hatte kein Recht und ich werde ihr das nie verzeihen!" Er stürmte davon in die Richtung der Kerker.

Harry seufzte niedergeschlagen und ging still zu seinen Räumen und fragte sich, was nun passieren würde. Es war nicht schwer zu erraten, was Hermine getan hatte. Sie hatte den Zauberspruch dazu benutzt herauszufinden, wen Malfoy liebte, musste zugeben, dass es eine gute Idee war, obwohl es sehr untypisch für Hermine war so etwas Unmoralisches zu tun. Was hatte sie sich dabei nur gedacht?

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