Der Erbe Slytherins
Es ist ein Glück, dass er Vertrauensschüler geworden ist.
Es war nicht verwunderlich, dass die Lehrer ihn ernannt haben. Sie alle mögen ihn. Alle bis auf Dumbledore natürlich. Seit ihrer ersten Begegnung damals im Waisenhaus hat Dumbledore diesen misstrauischen Blick nie abgelegt. Es stört Tom nicht sonderlich, dass der Lehrer ihn nicht mag. Es ist nur wirklich nervig immer das Gefühl zu haben, beobachtet zu werden.
Doch jetzt ist er Vertrauensschüler. Als solcher hat er mehr Freiheiten. Er kann abends durch die Schule streifen ohne sich vorher eine Ausrede überlegen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sein weibliches Gegenstück so gar keine Lust hat ihre Aufgaben zu erfüllen. Eileen hat versucht ihr Amt abzulegen.
Sie können mich doch nicht zwingen eine Machtposition einzunehmen.
Bis zum Direktor hat sie ihr Anliegen getragen. Sie wäre vermutlich noch bis ins Ministerium gegangen, wenn die Gruppe von Erstklässlern nicht zu ihr gekommen wären um sich über ihr Heimweh zu beklagen. Er ist froh, dass sie zu Eileen gegangen sind. Er hätte sie vermutlich nur angemault. Wie kann man nach Hause wollen, wenn man hier in Hogwarts sein kann? Eileen und ihr großes Herz, dessen Existenz sie vehement verneint, hatten jedoch Mitleid mit den Kindern und kümmern sich seitdem um die Belange der jüngeren Slytherins.
Ich mache das nur damit sie nicht die ganze Zeit herumheulen.
Während sie sich um Probleme wie Heimweh und der Suche nach Nachhilfelehrern widmet, erfüllt er alleine die anderen Aufgaben eines Vertrauenschülers. Sie geht gelegentlich zu den obligatorischen Treffen der Vertrauensschüler doch für die Runden durch die Gänge und das Abziehen von Punkten bei Regelverstößen ist er alleine verantwortlich.
In der Zeit, die er nun ohne sie verbringt, kann er neue Orte in Hogwarts entdecken. Es gibt sicherlich noch vieles was er nicht kennt, doch endlich hat er gefunden wonach er schon seit seinem zweiten Schuljahr sucht. Die Kammer des Schreckens.
Er hat es noch niemandem erzählt. Selbst Eileen nicht. Als er sie mit zwölf das erste Mal danach gefragt hat, hat sie ihm erzählt es sei nur eine Legende. Nachdem sie aufgehört hatte zu lachen. Wie sie sich wundern wird, wenn er ihr erzählt, dass er die Kammer nicht nur gefunden hat, sondern es auch geschafft hat sie zu öffnen.
Noch ist er nicht hinabgestiegen. Er plant in den Weihnachtsferien auf Erkundung zu gehen. Wenn weniger Leute in Hogwarts sind, die seine Abwesenheit bemerken können. Bis dahin versucht er mehr über das Wesen zu erfahren, dass dort leben soll. Dass er es schon geschafft hat den Eingang zu öffnen ist ihm Beweis genug, dass er der Erbe Slytherins ist. Von wegen Schlammblut. Die anderen Slytherins haben schon ganz gut daran getan ihn zu integrieren. Wenn er es offenbaren wird, werden sie ihn sicher als ihren Anführer ernennen.
Er wollte auch heute weitere Nachforschungen anstellen, doch Slughorn hat das letzte Treffen des Slug-Clubs vor den Weihnachtsferien einberufen. Das letzte Treffen vor der Weihnachtsfeier.
Das erste Jahr noch kein Mitglied ist Tom nun ein fester Bestandteil der Gruppe. Er ist nicht dumm. Er weiß, er wurde zuerst nur eingeladen um Eileen zu den Treffen zu locken. Sie hasst den Slug-Club noch immer und lässt sich auch nur gelegentlich dort blicken.Erst nach und nach sah der Lehrer Toms Fähigkeiten und bindet ihn nun auch in die Diskussionsrunden ein, denen er früher nur zuhören durfte.
Als er in Slughorns Räumen ankommt ist Eileen schon da. Es ist erst das dritte Treffen dieses Jahr, dass sie besucht. Zum letzten Treffen vor der Weihnachtsfeier kommt sie immer um auch sicherzugehen, dass Slughorn nicht vergisst sie zu jener einzuladen. Das Essen will sie sich nicht entgehen lassen.
Sie steht in einer Ecke und unterhält sich mit Potter. Tom versteht nicht was sie an ihm findet. Tom zumindest kann den Gryffindor nicht leiden. Besonders seit letztem ist er Potter überdrüssig. So sehr Eileen es auch verneint, ist sie seit letztem Jahr mit ihm zusammen. Es ist nicht Ernstes, behauptet sie, obwohl alles auf eine Beziehung deutet. Sie streiten sich zwar oft, aber irgendwie kommen sie immer wieder zusammen. Toms Meining nach weiß Potter nicht was er an Eileen hat. Sie ist viel zu gut für ihn. Wenn er das Thema bei seinen Freunden anschneidet, lachen diese nur über ihn.
Wenn er erst mal offenbart, dass er der Erbe Slytherins ist, wird Eileen den gewöhnlichen Gryffindor schon vergessen.
„Tom, komm her!", ruft Eileen als sie ihn sieht.
Er setzt ein Lächeln auf als er zu ihnen herüber geht. Er muss ja nicht öffentlich zeigen, wie sehr er ihren Freund nicht leiden kann. Er ist nicht der Beste, wenn es um Sozialkompetenz geht, aber selbst Tom weiß, dass man nichts über die bessere Hälfte eines Freundes sagen sollte.
„Dieses Wochenende Hogsmeade! Eileen, Ich, Du und Minerva!"
„Ich kann nicht."
Schlimmer als Potters ständige Anwesenheit in Eileen und deshalb auch Toms Leben sind seine Verkupplungsversuche.
„Ich weiß sie ist schon im sechsten Jahr, aber sie ist total nett. Sie ist ein wenig einsam seit Augusta mit Longbottom zusammen ist."
„Kein Interesse!"
„Warum denn nicht?"
„Mir fallen unzählige Gründe ein, aber wie gesagt ich habe schon etwas vor."
„Und was?", mischt sich nun auch Eileen ein.
„Es ist ein Geheimnis."
Tom ist sich nicht sicher aber er glaubt kurz zu sehen, dass Eileen verletzt scheint. Weil er ein Geheimnis vor ihr hat?
„Und wann enthüllst du mir dieses Geheimnis?"
Wenn er sich sicher ist was er in der Kammer finden wird und wie er von da aus weitermacht. „Bald. Wenn ich mir sicher bin."
„Ich bin verwirrt. Geht es um ein Mädchen?" Tom kann sich gerade noch zurückhalten die Augen zu verdrehen.
Warum dreht sich bei Potter alles nur um Mädchen und Beziehungen. Als ob es nichts Wichtigeres gibt, als seinen niederen Gelüsten zu folgen.
