In der letzten Woche war das Wetter auf Vulkan radikal umgeschlagen. Nachdem vorher die Sonne unbarmherzig auf den Planeten niedergebrannt hatte, waren in den letzten paar Tagen kleinere Sandstürme über das Land gefegt, wie es selbst die älteren Bewohner des Planeten es noch nicht gesehen hatten.

Sie zerstörten nichts, dafür waren die Gebäude zu stabil gebaut, aber sie brachten eine Menge Sand, der die Straßen unpassierbar machte und selbst in einigen Häuser, die schlecht isoliert waren, drang. Es wurde den Vulkaniern geraten, zu Hause zu bleiben und Christine war froh, dass sie es nicht so weit zu Arbeit hatte und sich so nicht viel durch die Stürme kämpfen musste. Denn der Betrieb im Krankenhaus musste schließlich weitergehen.

Und genau an so einem Tag, an dem ein solcher kleiner Sandsturm über Vulkan fegte, entschloss sich Christine, zu Spock zu gehen und ihm ihre Entscheidung mitzuteilen. Sie hatte genau eine Woche nachdem Spock sie gefragt hatte, darüber nachgedacht und hatte sich nun entschieden.

Sie wollte ihm ihre Entscheidung unbedingt heute mitteilen, bevor sie nicht mehr den Mut dazu aufbringen würde. Nur das Wetter schien etwas dagegen zu haben.

„Egal, ich werde es tun", entschlossen ignorierte sie den Sand, der vor ihrem Fenster an den Scheiben klebte, zog ihr rotes Kleid von der Feier an, bürstet sich die Haare und steckte sie notdürftig mit einigen Klammern gegen den Wind fest, zog sich einen winddichten Mantel über und verließ ihr behagliches Zimmer.

Unten rief sie ein Taxi, das sie sofort zum Haus des Botschafters Sarek brachte. Trotz allem wurde sie voller Sand geweht, als sie ausstieg und zu dem prachtvollen Tor des Zauns ging, der das Grundstück des Botschafters umgab.

Christine drückte auf die Klingel, die am Tor angebracht war, während sie gleichzeitig versuchte, sich nicht wegwehen zu lassen.

Eine Weile musste sie warten und während sie dies tat, kam ihr in den Sinn, ob sie wirklich durchziehen wollte, was sie sich vorgenommen hatte. Schließlich schüttelte sie jedoch leicht den Kopf. „Ich habe es mir vorgenommen und werde es auch tun", dachte sie.

Ein Summen ertönte und kurz darauf wurde das Tor automatisch geöffnet. Ein Knarzen ertönte durch den Sturm und Licht fiel von dort, wo Christine die Tür vermutete -sie konnte wegen dem Sturm wenig erkennen- und vorsichtig folgte sie dem Licht.

„Oh!", überrascht stolperte die Ärztin, konnte sich aber gerade noch fangen. Sie hatte beim Laufen nicht auf die Treppenstufen geachtet, die zu dem Licht führten.

„Vorsicht", mahnte eine ruhige Stimme und erschrocken sah sie auf.

Vor ihr stand Spock in der Tür und sah sie mit seinen braunen Augen ruhig an. Er trug eine vulkanische dunkelblaue Toga und sah auf eine seltsame Art entspannt aus, wie Christine auf den ersten Blick fand.

„Wollen Sie nicht reinkommen?", fragte Spock. „Ich glaube nicht, dass es sehr angenehm auf der Treppe bei diesem Sturm ist." Christine wurde rot.

„Ja, Sie haben recht", schnell stieg sie die restlichen Stufen hoch und Spock trat zur Seite, um sie hereinzulassen.

Schweigend folgte sie Spock in ein riesiges Zimmer mit rot bezogenen Sesseln und einer großen roten Couch in der Mitte, die um einen niedrigeren, runden dunkelbraunen Holztisch standen. Auf dem Tisch stand eine angezündete Kerze und verschiedene vulkanische Snacks wurde dort angeboten. Große Fenster, die bis zum Boden gingen, ließen viel Licht in den Raum und machten ihn so heller. An den Wänden standen links ein paar Regale mit alten Büchern in vulkanisch, rechts stand eine riesige Glasvitrine, in der verschiedene Statuen, aber auch Auszeichnungen standen. Über der Vitrine hingen einige Urkunden, darunter erkannte Christine auch das A7 Computerexpertendiplom von Spock.

„Meine Mutter wollte unbedingt, dass alles so ausgestellt wird", erklärte Spock, der Christines Blick bemerkt hatte. „Mein Vater und ich nicht." Christine musste lächeln. „Weil Sie Vulkanier sind und Vulkanier ihre Erfolge nicht so offen zur Schau stellen...oder?." Die Augenbraue des Vulkaniers schnellte für den Bruchteil einer Sekunde nach oben. „Richtig", antwortete er nur und setzte sich auf die Couch.

Christine zögerte einen Moment, bevor sie Spocks auffordernden Blick bemerkte und sich ebenfalls in einen Sessel links neben der Couch setzte.

Eine Weile herrschte Stille zwischen Ihnen. Eine Stille, die im Grunde nichts sagte, die einfach da war und die auch nicht unangenehm war. Und doch war sie für Christine unerträglich.

„Sie wissen, warum ich hergekommen bin, oder?", unterbrach sie schließlich das Schweigen zwischen ihnen. „Sie wollen mir Ihre Entscheidung mitteilen",Spock drehte den Kopf zu ihr.

Seine braunen Augen bohrten sich in Christines. „Ja", sie schluckte leicht und senkte kurz die Augen. Spocks Augen standzuhalten kostete ihr verdammt viel Kraft. Doch die Ärztin hob schnell wieder den Blick.

„Ich möchte Sie nicht heiraten."