Kapitel 14: Am See
Kommentar: Mal an alle, ich update nicht so schnell, weil die Fanfiction bereits fertig ist, sondern weil ich mich echt ins Zeug lege, um euch nicht so auf die Folter zu spannen. *grins* Wenn sie schon fertig wäre, wäre ich heilfroh, denn dann würde ich mir weniger Stress machen. Bin soeben mit dem Umschreiben des Theaterstücks fertig geworden und nun mache ich ein neues Kapitel für euch. Und ‚sockfuß'...lol...kein Plan... Word kannte das Wort jedenfalls nicht. *lach*
Danke an:
LiliPotter, Amunet, Jessy (Knuddel), Ju-San, Nici, Blue, Kissymouse, Schnecke, Myu, Sabysemilla und Al!
Beim nächsten Chapter werde ich mich, versprochen, wieder bei jedem einzeln bedanken, doch jetzt gerade fehlt mir die Zeit dazu und schließlich will ich mich ja mit dem neuen Pitel beeilen.
Also vielen Dank und viel Spaß. *Hände hochhebe, Finger knacken lass, sie auf die Tastatur lege und mich konzentriere* *grins und zwinkere*
Euere Phoenix -.-
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Der Samstag zog sich noch drastisch in die Länge und Harry hatte das furchtbare Gefühl, jeden Moment platzten zu können, so satt fühlte er sich.
Er wusste nicht recht, warum Draco auf einmal so sauer geworden war. Wenn es daran lag, dass er ihn auf irgendeine Art und Weise persönlich getroffen hatte, passte das mal wieder ganz und gar nicht zu dem Slytherin, den Harry kannte.
Da er seine Hausaufgaben nicht schon wieder vergessen wollte, verbrachte er den restlichen Tag damit, genau diese zu erledigen.
Erst ziemlich spät am Abend trat Draco zurück ins Zimmer, ignorierte Harry aber vollkommen, verschwand kurz im Badezimmer und ließ sich dann ohne ein weiteres Wort zum Schlafen in seinem Bett nieder.
Harry tat es ihm daraufhin gleich.
Der Sonntag lief ähnlich ab, der einzige Unterschied bestand darin, dass Harry jetzt jedenfalls morgens wieder zum Essen in die Große Halle kam. Die restlichen Mahlzeiten mied er nach wie vor. Zudem hatte er wider angefangen einige Worte mit den anderen Gryffindors und vor allem Ron und Hermine zu wechseln, auch wenn es eher einem Gespräch von zwei Fremden glich. Es war immerhin ein Anfang. Außerdem hatte er seine beiden Freunde ja darum gebeten, ihm Zeit zu geben und da sie genau dies taten, hatte er nichts dagegen einzuwenden.
Die beiden Slytherins, Blaise und Draco, schienen sich entweder noch immer oder schon wieder wegen irgendetwas in den Haaren zu haben, denn Blaise warf Draco durchgehend hasserfüllte Blicke zu und wenn sie dann doch einmal miteinander redeten, kamen von Blaises Seite mehr Schimpf- als andere Wörter.
Und so schlichen wieder zwei Wochen dahin. Der Unterricht schien Harry langweiliger denn je und selbst zum Fliegen hatte er keine große Lust mehr, was aber auch an dem Vorfall mit Draco lag. Nun war Harry schon einen Monat lang auf Hogwarts, schlief mit einem Malfoy in ein und demselben Zimmer und wusste noch nicht einmal warum. Außerdem hatte es bisher nur Streit gegeben.
An dem jetzigen Wochenende stand der erste Ausflug nach Hogsmeade an, doch Harry hatte nicht wirklich Lust dazu und aus unerfindlichen Gründen blieb auch Blaise auf dem Schloss.
Draco hingegen zog mit seiner Gruppe von verblödeten Slytherins schon ziemlich früh am Morgen los.
Gedankenverloren trottete Harry nun in die Große Halle, in der sich nur sehr wenige Schüler befanden, da die meisten entweder mit ihrem Mittagessen fertig waren oder sich in Hogsmeade befanden.
Harry setzte sich an den leeren Tisch der Gryffindors und ließ ein dickes Buch über die Künste der Arithmantik vor sich auf den Tisch fallen. Er wollte es gerade aufschlagen, als sich die vor ihm leer stehenden Schalen und Krüge mit neuen Köstlichkeiten füllten. Harry schluckte und bemerkte, dass er das erste Mal seit langem mal wieder richtigen Appetit hatte. Zumindest hatte er in den letzten Wochen wieder etwas Farbe um die Nase herum bekommen, er hatte seine Haare wieder etwas besser im Griff und auch benutzte er endlich wieder seine berüchtigten Kontaktlinsen statt der Brille, die er für einige Tage aus Faulheit bevorzugt hatte. Er achtete auch wieder auf seine Kleidung und hatte etwas zugenommen, auch wenn er trotz alledem noch immer zerbrechlich und mager wirkte. Auch befanden sich noch immer dunkle Ränder unter seinen Augen.
Vorsichtig und etwas unsicher schob Harry den dicken Wälzer zur Seite und begann sich zögerlich einige Kartoffeln, etwas Gemüse und Hähnchenfleisch aufzufüllen. Er blickte auf seinen Teller, nahm dann Gabel und Messer in die Hände und blickte sich noch einmal um, gerade so, als würde er etwas Verbotenes tun.
Als er dann anfangen wollte, hörte er eine ihm ziemlich bekannte Stimme hinter sich. Harry erschrak und ließ sein Besteck beinahe fallen.
„Schmeckts?", fragte Blaise und ließ sich schließlich neben ihm nieder.
„Blaise...du darfst hier nicht sitzen, wenn das die anderen Gryffindors sehen!", flüsterte Harry.
„Wieso?", erwiderte Blaise in normaler Lautstärke, „Ist doch keiner da!"
Harry verdrehte die Augen und schenkte sich Kürbissaft ein, woraufhin er einige Schlücke trank.
„Schön, dass du wieder isst!", lächelte Blaise kaum merklich.
„Ich hab' ja noch nicht mal probiert!", protestierte Harry und deutete auf sein noch nicht angerührtes Essen.
„Dann tu's doch jetzt. Schmeckt wirklich gut!"
Harry söhnte genervt auf, ergriff sein Besteck erneut und begann langsam zu essen. Blaise beobachtete ihn dabei durchgehend.
„Starr mich nicht so an!", forderte Harry den Slytherin verärgert auf.
„Entschuldige...wo soll ich denn sonst hinsehen?", fragte Blaise zurück.
„Die Halle beschränkt sich nicht nur auf mich und diesen einen Quadratmeter, den ich einnehme!", erwiderte Harry.
„Okay...okay...ich guck' ja schon woanders hin!", gab Blaise sich geschlagen und blickte nun auf den leeren Holztisch vor sich.
Während Harry damit kämpfte, ein Stück Fleisch durchzuschneiden, fragte er angestrengt: „Und...warum bist du nicht...argh...dieses Stück...in Hogsmeade?"
„Weiß nicht...", war Blaises knappe Antwort, „Und du?"
„Keine Lust!", erwiderte Harry und hatte das Stück Huhn endlich besiegt. Zufrieden spießte er es auf und schob es sich in den Mund, „Und was ist eigentlich mit dir und Malfoy?", fragte er dann schmatzend.
„Was soll denn sein?"
„Na ja, du siehst ihn ja nur noch", Harry schluckte das Zerkaute hinunter, „mit so einem hasserfüllten Blick an!"
„Wie soll man den auch sonst ansehen? Das müsstest du doch am Besten nachvollziehen können!"
Harry lachte leise auf, wobei er nickte und schließlich erneut an seinem Kürbissaft nippte, „Schon...", sagte er dann, nachdem er erneut heruntergeschluckt und seinen noch halbgefüllten Teller zur Seite geschoben hatte, „Aber bei euch war das sonst nicht so üblich!"
„Viele Dinge ändern sich...", murmelte Blaise nun und blickte den Gryffindor wieder direkt an.
„Einfach so?", hakte Harry vorsichtig nach.
Eigentlich konnte ihm der ganze Streit zwischen den beiden völlig egal sein, doch aus irgendeinem Grund tat Blaise ihm leid. Mit ihm hatte er sich eigentlich seit Beginn dieses Schuljahres ziemlich gut verstanden, auch wenn sie nicht viel miteinander zu tun gehabt hatten.
„Natürlich nicht!", gab Blaise nun etwas lauter zurück und widmete sich wieder der leicht zerkratzten Tischplatte.
„Willst du's mir erzählen?", fragte Harry noch vorsichtiger und wunderte sich einen Moment selbst über seine Worte.
„Zu lange Geschichte...", murmelte Blaise.
„Ich hab' Zeit!", Harry mied den Blick zum dicken Arithmantikbuch und blickte Blaise auffordernd an.
„Aber es interessiert dich doch eigentlich gar nicht...", erwiderte Blaise noch leiser.
„Na, wenn der große, sonst so sarkastische Blaise sich auf einmal zu einem kleinen, hilflosen Kerl verwandelt, interessiert es mich schon!", Harry grinste aufmunternd.
„Spinner...", murmelte Blaise als Antwort, doch verformten sich seine Lippen jedenfalls zu einem kleinen Lächeln.
„Also?", versuchte Harry es erneut.
„Lass uns spazieren gehen!", schlug Blaise auf und erhob sich von der Bank.
In diesem Moment wusste Harry, dass er gesiegt hatte und als ihm plötzlich bewusst wurde, dass er drauf und dran war Vertrauen von einem Slytherin zu erlangen, schlich sich ein mulmiges Gefühl durch seinen Magen, trotz alledem fühlte er sich geehrt und folgte Blaise aus der Halle und über die große Wiese bis hin zum See von Hogwarts.
„Wollen wir ein paar Runden gehen?", fragte Blaise und wirkte dabei ziemlich unsicher.
Harry nickte stumm und langsam spazierten sie los und begannen den See mit kleinen Schritten zu umrunden.
Sie schwiegen sich eine Weile an, bevor Blaise tief Luft holte und endlich mit seiner Geschichte anfing.
„Du hast bestimmt mitbekommen, dass ich eigentlich jede Ferien hier bleibe und sogar über den Sommer nicht nach Hause fahre, oder?", fing Blaise langsam an.
Ehrlich gesagt, hatte Harry es nicht mitbekommen, doch freundlicherweise nickte er.
„Weißt du auch warum?", fragte Blaise weiter.
„Nein...woher auch?", antwortete Harry ihm leise.
„Meine Eltern...", Blaise schluckte und lachte plötzlich sarkastisch auf, „Na ja, du musst ja nur zu gut wissen, wie das ist!"
„Was?"
„Keine Eltern mehr zu haben!", erwiderte Blaise und blieb stehen, wobei er seinen Blick über den See schweifen ließ.
„Willst du damit sagen...?", stotterte Harry.
Blaise nickte.
Harry überlegte eine Weile, bevor er antwortete: „Sagen wir so, ich weiß ja noch nicht einmal, wie es ist überhaupt welche zu haben. Ich kenne nur die eine Seite."
Blaise sah Harry kurz an, doch dieses Mal mied Harry den Blick.
„Aber sie fehlen dir trotzdem, oder nicht?"
„Natürlich fehlen sie mir..."
Blaise ging einen Schritt vor und ließ sich schließlich in dem Gras der kühlen Wiese nieder.
Wieder schwieg er.
Harry merkte, dass er es Blaise gleichtun musste, bevor dieser fortfahren würde also setzte er sich neben den plötzlich so verletzlich aussehenden Slytherin.
„Deshalb muss ich hier bleiben. Ich kann nirgends hin und selbst wenn ich es könnte, würde ich nicht lange überleben. Die Todesesser sind auch hinter mir her. Nachdem sie meine Eltern getötet haben, habe ich mich natürlich strickt geweigert auch einer von ihnen zu werden. Wer sich diesen Kreaturen jedoch widersetzt hat eigentlich keine Chance mehr. Eigentlich...doch hier auf Hogwarts ist man relativ sicher und Dumbledore tut auch alles, was in seiner Macht steht, um Schüler und auch Lehrer zu schützen."
„Snape?", fragte Harry knapp.
Blaise nickte.
„Und gibt's noch mehr Schüler?"
„Es gibt ziemlich viele, doch wollen sie ihre Eltern nicht enttäuschen und gehorchen somit lieber, statt für ewig von ihnen getrennt und gleichzeitig verfolgt zu werden."
„Und ich dachte immer, ihr währet alle so scharf darauf, Voldemort dienen zu können.", murmelte Harry.
„Ja, davon gibt es auch einige, aber du verstehst, dass ich keine Namen nennen will!?", es glich mehr einer Aussage als einer Frage.
„Tut mir leid..."nuschelte Harry.
„Was?", fragte Blaise und blickte den Gryffindor erneut von der Seite an.
„Das mit deinen Eltern!"
„Ist schon in Ordnung...übrigens mir tut's auch leid!"
„Was?", fragte Harry nun.
„Das mit deinen Eltern und Sirius!", erwiderte Blaise vorsichtig.
Harry ließ den Kopf hängen, wie gerne hätte er so wie Blaise auf diese Aussage geantwortet, doch konnte er es nicht.
„Das sind Dinge, die passieren...", sagte er schließlich, „...man kann sie eben nicht rückgängig machen!", er griff nach einem Stein und schmiss in mit voller Wut und Verzweiflung ins Wasser.
Blaise beobachtete ihn dabei, bevor er sich entschloss mit seiner eigentlichen Geschichte fortzufahren: „Und vor knapp zwei Wochen hat Draco mich in diesem Punkt eben verletzt!"
„Eine seiner wenigen Stärken...", gab Harry sarkastisch zurück
„Du machst mir langsam Konkurrenz, Potter!", grinste Blaise, bevor er wieder ernster wurde und gerade fortfahren wollte, als Harry ihn kurz unterbrach.
„Harry...", sagte er leise.
Blaise blickte ihn verwundert an, nickte aber schließlich und erzählte weiter: „Also, ‚Harry', wir hatten gerade eine kleine...oder auch weniger kleine Diskussion...die verschiedene Dinge beinhaltete."
„Wie zum Beispiel?", fragte Harry.
„Das kann ich nicht sagen."
Harry nickte verständnisvoll.
„Und plötzlich hatte er meine Eltern mit ins Spiel gebracht, gesagt...ich hätte jedenfalls keine Mutter, um die ich mich sorgen müsse und meine Eltern wären immerhin schon tot! Das hat mir dann das Letzte gegeben und ohne dass ich es wirklich gewollt hätte...doch der Zorn und die Wut waren in dem Moment größer als der Verstand gewesen, hatte ich ihm gesagt, dass ich ihn hassen würde...was natürlich gar nicht stimmt."
Harry blickte Blaise mit gemischtem Gesichtsausdruck an: „Das ist eben Malfoy...ich kenne nur umso mehr ‚Witze' von ihm! Er ist jemand, den du nicht aufs Wort genau ernst nehmen solltest. Glaub' mir, er hat das bestimmt nicht so gemeint."
Blaise blickte mit in Falten gelegter Stirn auf den See, bevor er sich Harry zuwendete und mit einem mehr als ernsten Gesichtsausdruck fragte: „Warum nimmst du ihn in Schutz, Harry?"
Harrys Herz schien für einen Moment schneller zu schlagen und ihm kam es vor, als würde das Blut in seinen Adern kurz gefrieren und gleich daraufhin mit gewaltiger Hitze wieder auftauen, wodurch ihm sogar eine leichte Röte ins Gesicht stieg.
„Ich...nehme ihn gar nicht in...Schutz!", stotterte er.
Immerhin schaffte Harry es somit, Blaise wieder etwas zum Lächeln zu bringen: „Natürlich nicht...", grinste dieser mit starker Ironie in seiner Stimme.
Harry versuchte dies zu ignorieren und fragte schließlich: „Und seit dem habt ihr nicht mehr geredet?"
Blaise schüttelte den Kopf und fügte ein leises: „Nein."hinzu.
„Also hast du ihm nicht mal die Chance gegeben, ihn erklären zu lassen?!"
Blaise hielt kurz inne, bevor er erneut den Kopf schüttelte.
„Dann tu das gefälligst!", sagte Harry nun bestimmend und etwas entsetzt.
„Meinst du?"
„Nein, ich hab's nur aus reiner Laune gesagt! Natürlich meine ich das!", erwiderte Harry und lächelte, um Blaise zu genau dem zu motivieren, was ihm schließlich auch gelang und Blaise tatsächlich lächelte.
„Und wieso sagt Malfoy so etwas überhaupt? Hat er denn eine Mutter, um die er sich Sorgen muss?", dachte er versehentlich laut.
„Das musst du ihn schon selbst fragen!", erwiderte Blaise.
„Als ob er mir das sagen würde...", Harry lachte sinnlos auf.
„Versuchs doch einfach!", schlug Blaise vor.
„Meinst du?", fragte Harry unsicher.
„Nein, hab's nur aus reiner Laune gesagt...", bevor Blaise aussprechen konnte, hatte Harry ihn auf Grund dieser Nachahmung stark angestoßen, so dass dieser lachend zur Seite gefallen war und schließlich auf dem Rücken im kühlen Gras lag und Richtung Himmel blickte.
„Und was hältst du sonst so von Draco?", fragte Blaise nun.
„Was soll ich schon von diesem Schleimbeutel halten!"
„Jetzt hör' schon auf und antworte!", befahl Blaise.
„Na ja, immerhin hat er mich wieder zum Essen gebracht!", fing Harry an.
„Wie das denn?", fragte Blaise erstaunt.
„Er hat mir was mit hoch aufs Zimmer gebracht...war eigentlich sein Essen!", erklärte Harry.
„Wow, ein echter Gentleman!", lachte Blaise und richtete sich wieder auf, um erneut auf den See blicken zu können. Die Sonne stand bereits tiefer im Gegensatz zu vorhin, als sie gekommen waren.
Da Blaise auf noch mehr zu warten schien, fuhr Harry fort: „Sonst reden wir eigentlich nicht wirklich viel miteinander. Um ehrlich zu sein...so gut wie gar nicht!"
„Gar nicht?", Blaises Augen weiteten sich.
„Wir haben mal geredet. Das war übrigens auch vor zwei Wochen. An dem Tag, als er mir das Essen gebracht hat!"
„Das war, nachdem wir uns gestritten haben!", warf Blaise ein.
„Ja...aber aus dem Gespräch wurde sofort wieder ein Streit. Die Gründe sind eigentlich unwichtig..."
„Eigentlich mag er dich...", sagte Blaise leise und Harry glaubte sich verhört zu haben.
„Bitte was?", quiekte er fast.
„Ich weiß nicht, aber ich glaube, er mag dich!"
„Hat er aber nicht gesagt, oder?", befürchtete Harry.
„Nein, im Gegenteil...obwohl...das hättest du wohl gern, was?", Blaise stach Harry neckisch in die Seite.
„Nein...natürlich nicht!"
Blaise grinste wissend.
„Und überhaupt, wie kommst du darauf?", fragte Harry entgeistert.
„Mal abgesehen davon, dass er dir den einen Abend sein heiliges Bett überlassen, sich über die Tatsache, dass er sich mit dir ein Zimmer teilen muss nicht wirklich aufgeregt hat, dir Essen aufs Zimmer bringt und dir das Leben ret..."
„Du weißt davon?", fragte Harry entsetzt.
„Ja, er hat's mir während unseres Streites erzählt...na ja...eigentlich eher davor.", gab Blaise kleinlaut zu.
„Und, hat er sich schön drüber lustig gemacht?", entäuscht und leicht verletzt stand Harry auf und klopfte sich den Staub von den Beinen.
„Nein, hat er nicht! Warum denn auch?", gab Blaise verärgert zurück, „Ich hab' doch gesagt, er scheint dich zu mögen!"
„Jetzt hör' endlich auf mit diesem Schwachsinn, Zabini!", Harry wurde wirklich wütend.
„Immer noch Blaise, wenn's genehm ist!", erwiderte genau dieser.
Harry schnaubte eine Weile zornig vor sich hin, bevor er sich langsam wieder beruhigte und erst jetzt realisierte, was Blaise gerade gesagt hatte.
„Er hat wirklich nicht gelacht?", fragte Harry verwundert.
„Wenn man vom Teufel spricht...", erwiderte Blaise plötzlich und nickte nach hinten, wo gerade Pansy, Crabbe, Goyle und Draco auf die beiden zukamen.
„Scheiße...", murmelte Harry und machte den Ansatz gehen zu wollen.
„Jetzt wart' doch mal!", forderte Blaise ihn jedoch auf und hielt ihn am Ellenbogen fest.
Und schon standen die vier vor ihnen.
TBC
Kommentar: Mal an alle, ich update nicht so schnell, weil die Fanfiction bereits fertig ist, sondern weil ich mich echt ins Zeug lege, um euch nicht so auf die Folter zu spannen. *grins* Wenn sie schon fertig wäre, wäre ich heilfroh, denn dann würde ich mir weniger Stress machen. Bin soeben mit dem Umschreiben des Theaterstücks fertig geworden und nun mache ich ein neues Kapitel für euch. Und ‚sockfuß'...lol...kein Plan... Word kannte das Wort jedenfalls nicht. *lach*
Danke an:
LiliPotter, Amunet, Jessy (Knuddel), Ju-San, Nici, Blue, Kissymouse, Schnecke, Myu, Sabysemilla und Al!
Beim nächsten Chapter werde ich mich, versprochen, wieder bei jedem einzeln bedanken, doch jetzt gerade fehlt mir die Zeit dazu und schließlich will ich mich ja mit dem neuen Pitel beeilen.
Also vielen Dank und viel Spaß. *Hände hochhebe, Finger knacken lass, sie auf die Tastatur lege und mich konzentriere* *grins und zwinkere*
Euere Phoenix -.-
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Der Samstag zog sich noch drastisch in die Länge und Harry hatte das furchtbare Gefühl, jeden Moment platzten zu können, so satt fühlte er sich.
Er wusste nicht recht, warum Draco auf einmal so sauer geworden war. Wenn es daran lag, dass er ihn auf irgendeine Art und Weise persönlich getroffen hatte, passte das mal wieder ganz und gar nicht zu dem Slytherin, den Harry kannte.
Da er seine Hausaufgaben nicht schon wieder vergessen wollte, verbrachte er den restlichen Tag damit, genau diese zu erledigen.
Erst ziemlich spät am Abend trat Draco zurück ins Zimmer, ignorierte Harry aber vollkommen, verschwand kurz im Badezimmer und ließ sich dann ohne ein weiteres Wort zum Schlafen in seinem Bett nieder.
Harry tat es ihm daraufhin gleich.
Der Sonntag lief ähnlich ab, der einzige Unterschied bestand darin, dass Harry jetzt jedenfalls morgens wieder zum Essen in die Große Halle kam. Die restlichen Mahlzeiten mied er nach wie vor. Zudem hatte er wider angefangen einige Worte mit den anderen Gryffindors und vor allem Ron und Hermine zu wechseln, auch wenn es eher einem Gespräch von zwei Fremden glich. Es war immerhin ein Anfang. Außerdem hatte er seine beiden Freunde ja darum gebeten, ihm Zeit zu geben und da sie genau dies taten, hatte er nichts dagegen einzuwenden.
Die beiden Slytherins, Blaise und Draco, schienen sich entweder noch immer oder schon wieder wegen irgendetwas in den Haaren zu haben, denn Blaise warf Draco durchgehend hasserfüllte Blicke zu und wenn sie dann doch einmal miteinander redeten, kamen von Blaises Seite mehr Schimpf- als andere Wörter.
Und so schlichen wieder zwei Wochen dahin. Der Unterricht schien Harry langweiliger denn je und selbst zum Fliegen hatte er keine große Lust mehr, was aber auch an dem Vorfall mit Draco lag. Nun war Harry schon einen Monat lang auf Hogwarts, schlief mit einem Malfoy in ein und demselben Zimmer und wusste noch nicht einmal warum. Außerdem hatte es bisher nur Streit gegeben.
An dem jetzigen Wochenende stand der erste Ausflug nach Hogsmeade an, doch Harry hatte nicht wirklich Lust dazu und aus unerfindlichen Gründen blieb auch Blaise auf dem Schloss.
Draco hingegen zog mit seiner Gruppe von verblödeten Slytherins schon ziemlich früh am Morgen los.
Gedankenverloren trottete Harry nun in die Große Halle, in der sich nur sehr wenige Schüler befanden, da die meisten entweder mit ihrem Mittagessen fertig waren oder sich in Hogsmeade befanden.
Harry setzte sich an den leeren Tisch der Gryffindors und ließ ein dickes Buch über die Künste der Arithmantik vor sich auf den Tisch fallen. Er wollte es gerade aufschlagen, als sich die vor ihm leer stehenden Schalen und Krüge mit neuen Köstlichkeiten füllten. Harry schluckte und bemerkte, dass er das erste Mal seit langem mal wieder richtigen Appetit hatte. Zumindest hatte er in den letzten Wochen wieder etwas Farbe um die Nase herum bekommen, er hatte seine Haare wieder etwas besser im Griff und auch benutzte er endlich wieder seine berüchtigten Kontaktlinsen statt der Brille, die er für einige Tage aus Faulheit bevorzugt hatte. Er achtete auch wieder auf seine Kleidung und hatte etwas zugenommen, auch wenn er trotz alledem noch immer zerbrechlich und mager wirkte. Auch befanden sich noch immer dunkle Ränder unter seinen Augen.
Vorsichtig und etwas unsicher schob Harry den dicken Wälzer zur Seite und begann sich zögerlich einige Kartoffeln, etwas Gemüse und Hähnchenfleisch aufzufüllen. Er blickte auf seinen Teller, nahm dann Gabel und Messer in die Hände und blickte sich noch einmal um, gerade so, als würde er etwas Verbotenes tun.
Als er dann anfangen wollte, hörte er eine ihm ziemlich bekannte Stimme hinter sich. Harry erschrak und ließ sein Besteck beinahe fallen.
„Schmeckts?", fragte Blaise und ließ sich schließlich neben ihm nieder.
„Blaise...du darfst hier nicht sitzen, wenn das die anderen Gryffindors sehen!", flüsterte Harry.
„Wieso?", erwiderte Blaise in normaler Lautstärke, „Ist doch keiner da!"
Harry verdrehte die Augen und schenkte sich Kürbissaft ein, woraufhin er einige Schlücke trank.
„Schön, dass du wieder isst!", lächelte Blaise kaum merklich.
„Ich hab' ja noch nicht mal probiert!", protestierte Harry und deutete auf sein noch nicht angerührtes Essen.
„Dann tu's doch jetzt. Schmeckt wirklich gut!"
Harry söhnte genervt auf, ergriff sein Besteck erneut und begann langsam zu essen. Blaise beobachtete ihn dabei durchgehend.
„Starr mich nicht so an!", forderte Harry den Slytherin verärgert auf.
„Entschuldige...wo soll ich denn sonst hinsehen?", fragte Blaise zurück.
„Die Halle beschränkt sich nicht nur auf mich und diesen einen Quadratmeter, den ich einnehme!", erwiderte Harry.
„Okay...okay...ich guck' ja schon woanders hin!", gab Blaise sich geschlagen und blickte nun auf den leeren Holztisch vor sich.
Während Harry damit kämpfte, ein Stück Fleisch durchzuschneiden, fragte er angestrengt: „Und...warum bist du nicht...argh...dieses Stück...in Hogsmeade?"
„Weiß nicht...", war Blaises knappe Antwort, „Und du?"
„Keine Lust!", erwiderte Harry und hatte das Stück Huhn endlich besiegt. Zufrieden spießte er es auf und schob es sich in den Mund, „Und was ist eigentlich mit dir und Malfoy?", fragte er dann schmatzend.
„Was soll denn sein?"
„Na ja, du siehst ihn ja nur noch", Harry schluckte das Zerkaute hinunter, „mit so einem hasserfüllten Blick an!"
„Wie soll man den auch sonst ansehen? Das müsstest du doch am Besten nachvollziehen können!"
Harry lachte leise auf, wobei er nickte und schließlich erneut an seinem Kürbissaft nippte, „Schon...", sagte er dann, nachdem er erneut heruntergeschluckt und seinen noch halbgefüllten Teller zur Seite geschoben hatte, „Aber bei euch war das sonst nicht so üblich!"
„Viele Dinge ändern sich...", murmelte Blaise nun und blickte den Gryffindor wieder direkt an.
„Einfach so?", hakte Harry vorsichtig nach.
Eigentlich konnte ihm der ganze Streit zwischen den beiden völlig egal sein, doch aus irgendeinem Grund tat Blaise ihm leid. Mit ihm hatte er sich eigentlich seit Beginn dieses Schuljahres ziemlich gut verstanden, auch wenn sie nicht viel miteinander zu tun gehabt hatten.
„Natürlich nicht!", gab Blaise nun etwas lauter zurück und widmete sich wieder der leicht zerkratzten Tischplatte.
„Willst du's mir erzählen?", fragte Harry noch vorsichtiger und wunderte sich einen Moment selbst über seine Worte.
„Zu lange Geschichte...", murmelte Blaise.
„Ich hab' Zeit!", Harry mied den Blick zum dicken Arithmantikbuch und blickte Blaise auffordernd an.
„Aber es interessiert dich doch eigentlich gar nicht...", erwiderte Blaise noch leiser.
„Na, wenn der große, sonst so sarkastische Blaise sich auf einmal zu einem kleinen, hilflosen Kerl verwandelt, interessiert es mich schon!", Harry grinste aufmunternd.
„Spinner...", murmelte Blaise als Antwort, doch verformten sich seine Lippen jedenfalls zu einem kleinen Lächeln.
„Also?", versuchte Harry es erneut.
„Lass uns spazieren gehen!", schlug Blaise auf und erhob sich von der Bank.
In diesem Moment wusste Harry, dass er gesiegt hatte und als ihm plötzlich bewusst wurde, dass er drauf und dran war Vertrauen von einem Slytherin zu erlangen, schlich sich ein mulmiges Gefühl durch seinen Magen, trotz alledem fühlte er sich geehrt und folgte Blaise aus der Halle und über die große Wiese bis hin zum See von Hogwarts.
„Wollen wir ein paar Runden gehen?", fragte Blaise und wirkte dabei ziemlich unsicher.
Harry nickte stumm und langsam spazierten sie los und begannen den See mit kleinen Schritten zu umrunden.
Sie schwiegen sich eine Weile an, bevor Blaise tief Luft holte und endlich mit seiner Geschichte anfing.
„Du hast bestimmt mitbekommen, dass ich eigentlich jede Ferien hier bleibe und sogar über den Sommer nicht nach Hause fahre, oder?", fing Blaise langsam an.
Ehrlich gesagt, hatte Harry es nicht mitbekommen, doch freundlicherweise nickte er.
„Weißt du auch warum?", fragte Blaise weiter.
„Nein...woher auch?", antwortete Harry ihm leise.
„Meine Eltern...", Blaise schluckte und lachte plötzlich sarkastisch auf, „Na ja, du musst ja nur zu gut wissen, wie das ist!"
„Was?"
„Keine Eltern mehr zu haben!", erwiderte Blaise und blieb stehen, wobei er seinen Blick über den See schweifen ließ.
„Willst du damit sagen...?", stotterte Harry.
Blaise nickte.
Harry überlegte eine Weile, bevor er antwortete: „Sagen wir so, ich weiß ja noch nicht einmal, wie es ist überhaupt welche zu haben. Ich kenne nur die eine Seite."
Blaise sah Harry kurz an, doch dieses Mal mied Harry den Blick.
„Aber sie fehlen dir trotzdem, oder nicht?"
„Natürlich fehlen sie mir..."
Blaise ging einen Schritt vor und ließ sich schließlich in dem Gras der kühlen Wiese nieder.
Wieder schwieg er.
Harry merkte, dass er es Blaise gleichtun musste, bevor dieser fortfahren würde also setzte er sich neben den plötzlich so verletzlich aussehenden Slytherin.
„Deshalb muss ich hier bleiben. Ich kann nirgends hin und selbst wenn ich es könnte, würde ich nicht lange überleben. Die Todesesser sind auch hinter mir her. Nachdem sie meine Eltern getötet haben, habe ich mich natürlich strickt geweigert auch einer von ihnen zu werden. Wer sich diesen Kreaturen jedoch widersetzt hat eigentlich keine Chance mehr. Eigentlich...doch hier auf Hogwarts ist man relativ sicher und Dumbledore tut auch alles, was in seiner Macht steht, um Schüler und auch Lehrer zu schützen."
„Snape?", fragte Harry knapp.
Blaise nickte.
„Und gibt's noch mehr Schüler?"
„Es gibt ziemlich viele, doch wollen sie ihre Eltern nicht enttäuschen und gehorchen somit lieber, statt für ewig von ihnen getrennt und gleichzeitig verfolgt zu werden."
„Und ich dachte immer, ihr währet alle so scharf darauf, Voldemort dienen zu können.", murmelte Harry.
„Ja, davon gibt es auch einige, aber du verstehst, dass ich keine Namen nennen will!?", es glich mehr einer Aussage als einer Frage.
„Tut mir leid..."nuschelte Harry.
„Was?", fragte Blaise und blickte den Gryffindor erneut von der Seite an.
„Das mit deinen Eltern!"
„Ist schon in Ordnung...übrigens mir tut's auch leid!"
„Was?", fragte Harry nun.
„Das mit deinen Eltern und Sirius!", erwiderte Blaise vorsichtig.
Harry ließ den Kopf hängen, wie gerne hätte er so wie Blaise auf diese Aussage geantwortet, doch konnte er es nicht.
„Das sind Dinge, die passieren...", sagte er schließlich, „...man kann sie eben nicht rückgängig machen!", er griff nach einem Stein und schmiss in mit voller Wut und Verzweiflung ins Wasser.
Blaise beobachtete ihn dabei, bevor er sich entschloss mit seiner eigentlichen Geschichte fortzufahren: „Und vor knapp zwei Wochen hat Draco mich in diesem Punkt eben verletzt!"
„Eine seiner wenigen Stärken...", gab Harry sarkastisch zurück
„Du machst mir langsam Konkurrenz, Potter!", grinste Blaise, bevor er wieder ernster wurde und gerade fortfahren wollte, als Harry ihn kurz unterbrach.
„Harry...", sagte er leise.
Blaise blickte ihn verwundert an, nickte aber schließlich und erzählte weiter: „Also, ‚Harry', wir hatten gerade eine kleine...oder auch weniger kleine Diskussion...die verschiedene Dinge beinhaltete."
„Wie zum Beispiel?", fragte Harry.
„Das kann ich nicht sagen."
Harry nickte verständnisvoll.
„Und plötzlich hatte er meine Eltern mit ins Spiel gebracht, gesagt...ich hätte jedenfalls keine Mutter, um die ich mich sorgen müsse und meine Eltern wären immerhin schon tot! Das hat mir dann das Letzte gegeben und ohne dass ich es wirklich gewollt hätte...doch der Zorn und die Wut waren in dem Moment größer als der Verstand gewesen, hatte ich ihm gesagt, dass ich ihn hassen würde...was natürlich gar nicht stimmt."
Harry blickte Blaise mit gemischtem Gesichtsausdruck an: „Das ist eben Malfoy...ich kenne nur umso mehr ‚Witze' von ihm! Er ist jemand, den du nicht aufs Wort genau ernst nehmen solltest. Glaub' mir, er hat das bestimmt nicht so gemeint."
Blaise blickte mit in Falten gelegter Stirn auf den See, bevor er sich Harry zuwendete und mit einem mehr als ernsten Gesichtsausdruck fragte: „Warum nimmst du ihn in Schutz, Harry?"
Harrys Herz schien für einen Moment schneller zu schlagen und ihm kam es vor, als würde das Blut in seinen Adern kurz gefrieren und gleich daraufhin mit gewaltiger Hitze wieder auftauen, wodurch ihm sogar eine leichte Röte ins Gesicht stieg.
„Ich...nehme ihn gar nicht in...Schutz!", stotterte er.
Immerhin schaffte Harry es somit, Blaise wieder etwas zum Lächeln zu bringen: „Natürlich nicht...", grinste dieser mit starker Ironie in seiner Stimme.
Harry versuchte dies zu ignorieren und fragte schließlich: „Und seit dem habt ihr nicht mehr geredet?"
Blaise schüttelte den Kopf und fügte ein leises: „Nein."hinzu.
„Also hast du ihm nicht mal die Chance gegeben, ihn erklären zu lassen?!"
Blaise hielt kurz inne, bevor er erneut den Kopf schüttelte.
„Dann tu das gefälligst!", sagte Harry nun bestimmend und etwas entsetzt.
„Meinst du?"
„Nein, ich hab's nur aus reiner Laune gesagt! Natürlich meine ich das!", erwiderte Harry und lächelte, um Blaise zu genau dem zu motivieren, was ihm schließlich auch gelang und Blaise tatsächlich lächelte.
„Und wieso sagt Malfoy so etwas überhaupt? Hat er denn eine Mutter, um die er sich Sorgen muss?", dachte er versehentlich laut.
„Das musst du ihn schon selbst fragen!", erwiderte Blaise.
„Als ob er mir das sagen würde...", Harry lachte sinnlos auf.
„Versuchs doch einfach!", schlug Blaise vor.
„Meinst du?", fragte Harry unsicher.
„Nein, hab's nur aus reiner Laune gesagt...", bevor Blaise aussprechen konnte, hatte Harry ihn auf Grund dieser Nachahmung stark angestoßen, so dass dieser lachend zur Seite gefallen war und schließlich auf dem Rücken im kühlen Gras lag und Richtung Himmel blickte.
„Und was hältst du sonst so von Draco?", fragte Blaise nun.
„Was soll ich schon von diesem Schleimbeutel halten!"
„Jetzt hör' schon auf und antworte!", befahl Blaise.
„Na ja, immerhin hat er mich wieder zum Essen gebracht!", fing Harry an.
„Wie das denn?", fragte Blaise erstaunt.
„Er hat mir was mit hoch aufs Zimmer gebracht...war eigentlich sein Essen!", erklärte Harry.
„Wow, ein echter Gentleman!", lachte Blaise und richtete sich wieder auf, um erneut auf den See blicken zu können. Die Sonne stand bereits tiefer im Gegensatz zu vorhin, als sie gekommen waren.
Da Blaise auf noch mehr zu warten schien, fuhr Harry fort: „Sonst reden wir eigentlich nicht wirklich viel miteinander. Um ehrlich zu sein...so gut wie gar nicht!"
„Gar nicht?", Blaises Augen weiteten sich.
„Wir haben mal geredet. Das war übrigens auch vor zwei Wochen. An dem Tag, als er mir das Essen gebracht hat!"
„Das war, nachdem wir uns gestritten haben!", warf Blaise ein.
„Ja...aber aus dem Gespräch wurde sofort wieder ein Streit. Die Gründe sind eigentlich unwichtig..."
„Eigentlich mag er dich...", sagte Blaise leise und Harry glaubte sich verhört zu haben.
„Bitte was?", quiekte er fast.
„Ich weiß nicht, aber ich glaube, er mag dich!"
„Hat er aber nicht gesagt, oder?", befürchtete Harry.
„Nein, im Gegenteil...obwohl...das hättest du wohl gern, was?", Blaise stach Harry neckisch in die Seite.
„Nein...natürlich nicht!"
Blaise grinste wissend.
„Und überhaupt, wie kommst du darauf?", fragte Harry entgeistert.
„Mal abgesehen davon, dass er dir den einen Abend sein heiliges Bett überlassen, sich über die Tatsache, dass er sich mit dir ein Zimmer teilen muss nicht wirklich aufgeregt hat, dir Essen aufs Zimmer bringt und dir das Leben ret..."
„Du weißt davon?", fragte Harry entsetzt.
„Ja, er hat's mir während unseres Streites erzählt...na ja...eigentlich eher davor.", gab Blaise kleinlaut zu.
„Und, hat er sich schön drüber lustig gemacht?", entäuscht und leicht verletzt stand Harry auf und klopfte sich den Staub von den Beinen.
„Nein, hat er nicht! Warum denn auch?", gab Blaise verärgert zurück, „Ich hab' doch gesagt, er scheint dich zu mögen!"
„Jetzt hör' endlich auf mit diesem Schwachsinn, Zabini!", Harry wurde wirklich wütend.
„Immer noch Blaise, wenn's genehm ist!", erwiderte genau dieser.
Harry schnaubte eine Weile zornig vor sich hin, bevor er sich langsam wieder beruhigte und erst jetzt realisierte, was Blaise gerade gesagt hatte.
„Er hat wirklich nicht gelacht?", fragte Harry verwundert.
„Wenn man vom Teufel spricht...", erwiderte Blaise plötzlich und nickte nach hinten, wo gerade Pansy, Crabbe, Goyle und Draco auf die beiden zukamen.
„Scheiße...", murmelte Harry und machte den Ansatz gehen zu wollen.
„Jetzt wart' doch mal!", forderte Blaise ihn jedoch auf und hielt ihn am Ellenbogen fest.
Und schon standen die vier vor ihnen.
TBC
