Ho ho ho … wir wünschen all unseren Lesern, die dieses Fest feiern, noch ein besinnliches Rest-Weihnachten und hoffen, ihr habt eine schöne Zeit im Kreise der Familie.

Habt vielen Dank für all die lieben Weihnachtswünsche, E-Mails, Grüße und Nachrichten *hugs* aber vor allem für eure Geduld mit uns - bitte verzeiht, dass es mit dem Adventskalender dieses Jahr so plötzlich ins Stocken kam, aber wir waren beide gesundheitlich etwas angeschlagen und vom Pech verfolgt, weswegen wir nicht weiter in der Lage waren zu schreiben und was mich betrifft überhaupt zu posten oder online zu kommen, auch wenn wir es gerne gewollt hätten. Ich selber komme langsam wieder auf die Beine und verspreche euch, auch im Namen von Mia, dass wir diese Geschichte auf jeden Fall fertig machen werden, auch wenn wir über das eigentliche Ziel, den 24. Dezember, schon deutlich hinaus geschossen sind.

Um euch aber den 2. Weihnachtsfeiertag noch etwas zu versüßen, gibt es hier schon einmal zwei weitere Türchen – immerhin noch an Weihnachten *lool*

Liebe Grüße und gute Besserung auch an Vonnie in das verschneite Amerika :)

Merry Christmas

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Mia und Leila


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Türchen vierzehn

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Sam ließ sich ein Stück zurücksinken, starrte wortlos an die Decke und versuchte, sein Herz aus der Gegenwart des Presslufthammers zu befreien, der daran arbeitete. Für ein paar Sekunden war er nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen oder seine Stimme dazu zu überreden, zu gehorchen.

Dean hatte die letzten Tage viel getan, von nicht zu schlafen, über sich zulaufen zu lassen, bis hin zu eine kompletten Moteleinrichtung zu zertrümmern, und Sam war hilflos dabeigestanden und hatte sich irrsinniger Weise gewünscht, er wäre das Ziel dieser Wut. Wenigstens hätte ihm das die Gelegenheit gegeben, seine eigene Trauer hinaus zu brüllen.

Das hier war besser auf die eine Art und schlimmer auf die andere. So kannte Sam seinen Bruder nicht und es fiel ihm schwer, genau jetzt richtig zu reagieren. Gerade, weil er selbst diesen Verlust kaum verarbeiten konnte. Andererseits war es einer der wenigen Momente, in denen Dean überhaupt jemanden an sich heran ließ.

Still setzte er sich doch wieder auf, unterdrückte den Schwindel, schob die Beine an Dean vorbei auf den Boden und rutschte hinterher, bis er neben dem Älteren saß. Der Abstand zwischen ihnen blieb, kein einziger Körperkontakt. Normalerweise hätte Sam ihn mit der Schulter angestoßen oder mit dem Knie, aber er gestand sich selbst ein, dass er Angst davor hatte, Dean zu verscheuchen.

„Ich weiß, dass du sie vermisst. Mir fehlen sie auch", gab er schließlich leise zu, starrte dabei aber bewusst in die heraufzüngelnden Flammen, um nicht das ziemlich dünne Band zu zerstören, das sie gerade knüpften.

Das Bild wurde zu ihm herübergereicht und als er es in den Fingern hatte, konnte er genauer sehen, dass das kleine Ding darauf wirklich Jo war. Die Augen hatten dieses herausfordernde Glitzern nie verloren.

„Daran kann ich mich wirklich nicht erinnern."

„Du warst zu klein."

„Das auch, aber ich meinte damit, dass ich mich an all die Dinge in diesen Jahren gar nicht erinnere. Auch später nicht. Es ist wie ausgelöscht und jeden Tag, den wir nur nach vorne blicken, vergesse ich mehr."

Sam ließ den Kopf in den Nacken sinken, ließ das Bild zwischen Daumen und Zeigefinger sein Knie hinunter baumeln und seufzte leise. „Sogar Jess verschwindet immer mehr-… und Dad. Manchmal denke ich über Situationen nach und wie sie abgelaufen sind …und zehnmal davor war jede Kleinigkeit noch da und auf einmal fehlen Details. Worte, Stimmlagen. Bei jedem Mal ist es mehr und ich habe Angst, alles zu vergessen. Ich will Ellen und Jo nicht vergessen."

Irgendwo blieb die Hoffnung, dass sie das nicht würden. Mit dem Unausgesprochenem: ‚Lass sie uns nicht totschweigen', kehrte ein wenig von dem Sam Winchester zurück, der er gewesen war. Ein Mensch, dem seine Mitmenschen wichtig waren und der jeden Moment wertzuschätzen wusste.

Auch jetzt hier zu sitzen war etwas, an das er sich hoffentlich noch lange erinnern würde, weil es irgendwie auch ein Wendepunkt war und genau an der Stelle brach Sam seine Überlegungen ab. Wenn er jetzt rührselig wurde, war alle Selbstbeherrschung dahin. Sie mussten erst mal runterkommen von diesem Schmelzpunkt und dann war immer noch Zeit, um zu erklären, zu lesen oder zu reden.

„Was ist, sollen wir schauen, was im Fernsehen kommt?", fragte er stirnrunzelnd und betete innerlich, dass er keine Abfuhr erhalten würde.

Die Gratwanderung würde noch weitergehen, sie durften jetzt nur nicht wieder in ihre alten Muster zurückfallen. Wenn der Fernseher lief, konnten sie sich genauso gut wieder aneinander gewöhnen.

Etwas ungelenk kämpfte Sam sich auf die Beine und stand schließlich schwankend auf den Füßen. Hätte doch nur mal jemand die Welt zum Anhalten gebracht.

~s~