Aller Anfang ist schwer

Draco lag im Slytheringemeinschaftsraum auf der Couch und hatte seinen Kopf auf Pansy Schoß gebettet, diese fuhr ihm zärtlich durch den blonden Haarschopf und grinste breit dabei. Wahrscheinlich wollte sie allen zeigen, dass Draaaaay nur ihr gehörte.

Gegenüber von ihnen saß Astoria und machte gute Mine zum bösen Spiel. Malfoy hatte ihr am heutigen Geburtstagsmorgen einen Strauß großköpfiger, roter Rosen zukommen lassen, er wusste also wie man ein Mädchen um die Finger wickelte. Und Parkinson war vor Erstaunen der Mund aufgeklappt, so dass man deutlich erkennen konnte, dass ihr hinterster Backenzahn auf der rechten Seite dringend eine Behandlung benötigte.

Nott und Daphne hatten sich irgendwohin zurückgezogen, wohin genau wusste und interessierte auch niemanden, außer vielleicht Zabini. Dieser saß nämlich mit einer Flasche Butterbier in der Hand neben der jüngeren Greengrass und murrte vor sich hin. Blaise vermisste wohl seinen besten Freund und die allabendlichen Schachpartien.

„Wie spät ist es eigentlich", fragte Draco, nachdem er eine gute Stunde den Mund nicht aufgemacht hatte, was für ihn eine herausragende Leistung war.

„Viertel vor acht", antwortete Astoria, in weniger als einer halbe Stunde würde ihre Geburtstagsfeier endlich losgehen und da würde sie Draco hoffentlich nur ein Auge auf sie haben.

Ihre Freundinnen waren oben in den Schlafräumen und bereiteten eine Überraschung vor, was hatte sie aus ihnen nicht herausbekommen können.

„Oh", machte Draco und setzte sich auf, was von Pansy mit einer Trauermine begleitet wurde.

„Ich muss noch weg", erklärte er deutlich und überprüfte mit einem knappen Blick die Uhrzeit auf seine Armbanduhr. Pünktlichkeit gehörte tatsächlich zu einen der besten Eigenschaften von Draco Malfoy.

„Was? Aber du hast doch gesagt, du würdest mit mir feiern", rutschte es dem Mädchen heraus und sie schenkte ihm einen flehenden Blick mit ihren dunkelblauen Kulleraugen.

„Keine Panik, ich komm ja wieder", erwiderte Draco mit einem arroganten Grinsen, so offensichtlich angehimmelt zu werden schmeichelte ihm durchaus, obwohl er sich darüber bewusst war, dass ihm keine widerstehen konnte.

Astoria schien nicht besänftig, was Draco aus der Schnute schloss, die sie abermals perfekt zog. Wahrscheinlich war sie gewohnt alles zu bekommen was sie wollte. War eben ein verwöhntes, kleines Mädchen - passte zu ihr.

Er wäre gerne geblieben, Geburtstagpartys waren immer eine Wucht. Besonders dann wenn Crabbe und Goyle einen Schluck zu viel aus dem geheimen Vorrat unter ihren Matratzen vorholten und plötzlich redselig wurden. Bei der letzten Feier hatte es da eine sehr spannende Diskussion über Theos Unterwäsche gegeben, die sich wohl für immer in den Köpfen der Anwesenden festgesetzt hatte. Sich Theodore in einer gehäkelten Omaunterhose vorzustellen war auch wirklich eine Lachnummer gewesen.

Aber Draco brauchte diese Stunden nun mal, er würde nie wieder nach Hause kommen können, wenn er aus einem UTZ-Kurs geschmissen würde, dass wäre sogar noch schlimmer als wenn er eine seiner Abschlussprüfungen in den Sand setzte.

„Draaaay?", erklang Pansys quakenden Stimme, doch Draco war schon durch den Eingang verschwunden.

Seine Schultasche hatte er vorsorglicher Weise in der nächstgelegenen Besenkammer versteckt und daraus zog er diese nun auch hervor. Nicht dass später noch jemand dachte, er lernte freiwillig, ein Malfoy musste nicht lernen!

Kurz bevor er die Bürotür erreichte hielt er inne, waren dass Schritte gewesen? Fahrig blickte er sich um, doch konnte er nichts entdecken, nicht einmal ein winziges Staubkorn. Schnaufend strich er sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, er musste endlich lernen seine Nerven unter Kontrolle zu bekommen bevor er anfing unter Verfolgungswahn zu leiden.

Fünf Minuten vor der ausgemachten Uhrzeit klopfte er an die Tür. Ein schlichtes „Herein" war die Antwort und Draco zögerte noch einem Moment bevor er die Türklinke nach unten drückte und eintrat.

Wie auch sonst wanderte sein Blick erst einmal durch die Räumlichkeiten. Zwar kannte er diese inzwischen schon recht gut, denn bei den zwei Mal die er hier gewesen war, hatte er sich fast ausschließlich mit der Einrichtung beschäftigt, besonders mit dem leeren Käfig, der heute gar nicht mehr so leer war wie vorgestern.

„Ein hässliches Schwein?", stellte er verblüfft in den Raum und musterte den bis jetzt rattengroßen Tebo-Frischling, der seine Angst vor Malfoy inzwischen gebändigt hatte. Leise grunzend erinnerte es ihn extrem an Gregory.

„Ein Tebo, Mr. Malfoy", sagte Lupin und beobachtete seinen Schüler wie dieser auf das eiserne Gefängnis zuging.

„Ein was?", fragte Draco zweifelnd und studierte die winzigen Stoßzähne des magischen Warzenschweins.

„Da werden wir aber eine Menge zu tun haben", seufzte Lupin, dem Draco noch keines Blickes gewürdigt hatte. „Tebos müssten sie bereits in der zweiten Klasse durchgenommen haben"

Draco versuchte sich zu entsinnen was genau er im zweiten Schuljahr bei Lockhart gelernt hatte, doch damals war er eher damit beschäftigt gewesen sich über den fünfmaligen, von den Leserinnen der Hexenwoche ernannten Preisträger und Strahlemann Gilderoy lustig zu machen und er zweifelte stark daran den Begriff ‚Tebo' jemals gehört zu haben.

„Hat es einen Namen?", wollte er wissen und tippte mit dem Zeigefinger gegen eine Stange des Käfigs.

„Wie bitte? Einen Namen?", wiederholte der Professor offensichtlich erstaunt. Malfoy musste auf ihn den Eindruck machen als würde er sich nicht sonderlich für andere Lebewesen interessieren. Doch da lag er vollkommen falsch, wenn man von Hippogreifen absah, war Draco eine ausgesprochen tierliebe Person. Was ihn allerdings nicht davon abgebracht hatte in Pflege magischer Geschöpfe absichtlich zu versagen. Abscheuliche Biester die nur darauf warteten Draco anzugreifen lagen ihm einfach nicht, er bevorzugte putzige Tierchen wie dieses hässliche Schwein.

„Sie wissen schon, ein Name, so wie ich Draco heiße", führte er aus und rollte mit den grauen Augen, was war denn so schwer zu verstehen gewesen?

„Das ist mir durchaus bewusst, Mr. Malfoy", erwiderte Lupin barsch „Nein, es hat keinen Namen, aber wenn Ihnen einer einfallen sollte, werde ich es in Erwägung ziehen das Tebo zu taufen"

Draco nickte, seiner Meinung nach, hatte jedes Vieh einen Namen verdient, immerhin machten der Name Menschen zu etwas besonderen, also wieso sollte das für Tiere nicht zählen?

„Setzen Sie sich", begann nun der Professor nun die Privatstunde und wahrscheinlich wäre er vor Verwunderung vom Stuhl gefallen, wenn der junge Malfoy gehorcht hätte.

Draco ließ sich wenigstens dazu hinreißen Professor Lupin anzusehen.

„Sie sehen echt scheiße aus", sagte er trocken und musterte den blassen Mann, der am Schreibtisch saß und unschöne, dunkle Ringe unter den Augen trug.

„Vielen Dank für Ihre Mitteilung. Könnten wir uns nun darauf einigen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren?", meinte Lupin ebenso steif und fing abermals an seine Schläfen zu massieren.

„Es sollte einen Namen bekommen", redete Draco weiter, als hätte er die Aussage des Professors nicht verstanden.

„Mr. Malfoy, ich werde sicherlich nicht meine kostbare Zeit damit vergeuden, mit Ihnen die Namensgebung eines Tebos zu erörtern", erklärte Lupin mit erhobenem Tonfall. Er schien heute keinen guten Tag zu haben.

„Als wäre irgendetwas bei ihnen kostbar", sagte Draco schnippisch und beobachtete wie Lupin weiterhin fleißig vor sich hinmassierte, als würde er Kopfschmerzen bekommen.

„Mr. Malfoy." Diesmal sprach der Professor weit schärfer mit ihm, was die positive Folge mit sich zog, dass Draco zum Pult schritt und sich setzte. „Wir wollen zwei Dinge von Anfang an klarstellen. Erstens werden Sie in Zukunft ihr Schandmaul halten, denn sonst werfe ich sie schneller aus meinem Kurs als Sie ‚Quidditch' sagen können und zweitens werden Sie sich angewöhnen mir Folge zu leisten, da ich keine Lust darauf habe ständig durch die Gegend schreien zu müssen", erläuterte Lupin streng und um einiges lauter als man es von ihm gewohnt war. Der Junge stresste ihn wohl wirklich.

Gähnend langsam nickte Draco, obwohl er dermaßen hart von der Seite angemacht wurde. Er durfte diese Chance nicht verspielen, würde er halt nur noch im Unterricht über den veramten Kerl spotten.

„Wo wir das jetzt geklärt haben…", begann Lupin diesmal ruhig und zog stutzig eine Augenbraue nach oben, als sein Schüler eifrig Pergament, Feder und Tinte hervorholte um mitzuschreiben. Draco hatte für sich beschlossen wenigstens auf einem „A" stehen zu bleiben, dass wäre zwar schlecht bestanden aber wenigstens bestanden und daher wollte er zumindest probieren mitzukommen, was er allerdings stark bezweifelte.

„Das werden Sie nicht brauchen", sagte der Professor und der Ansatz eines Lächelns schlich sich auf das ausgemergelte Gesicht. Mit soviel Engagement hatte er wohl nicht gerechnet.

Der Slytherin schnaubte, packte aber untypisch für ihn, ohne Widerworte, die Sachen zusammen und verstaute sie ordentlich.

„Sie dürfen ruhig sprechen, Mr. Malfoy. Nur diese Anmaßungen möchte ich nie wieder von ihnen hören", sagte Lupin sanft und in der Verfassung wie ihn die meisten seiner Schüler kannten und respektierten.

Draco nickte wieder einmal nur. Dies veranlasste den Professor dazu seine Stirn in Denkfalten zu legen und den Jungen einmal von oben bis unten zu mustern.

„Dann lassen Sie uns beginnen", erneut kam ein Nicken als Antwort und das barmherzige Lächeln verschwand nun endgültig aus den Zügen des Werwolfs und wich einem gekonnten Augenrollen.

„Ihr Irrwicht", eröffnete Lupin nun und konnte zusehen wie Draco unruhig auf seinem Platz herumrutschte. „Wir werden als erstes einmal dieses Thema in Angriff nehmen, damit sie nicht mehr panisch durch das Schloss laufen müssen."

Höchstinteressiert wartete er auf die Reaktion seines Schülers, der lediglich hörbar schluckte und für einen kurzen Moment die Augen schloss. Da musste er jetzt wohl durch.

„Was ist ein Irrwicht?", fahndete Lupin weiter nach einem Quäntchen Wissen in dem scheinbar so hohlen, blonden Schädel.

„Ein Gestaltenwandler", antwortete Draco knapp und starrte auf die vernarbte Hand seines Lehrers. Grausig entstellt war die, mehrere Verletzungen hatten ihre Überbleibsel hinterlassen und eine Narbe war besonders wulstig, so dass man meinen könnte, sie wäre eigentlich eine gesonderte Extremität.

„Das ist schon mal richtig", pflichtete ihm Lupin bei, stemmte seine Ellbogen auf den Tisch, verkeilte die Finger miteinander und legte sein Kinn auf der entstandenen Liegefläche ab. Unweigerlich folgten Dracos Augen dem zuvor fixierten Körperteil, dann blinzelte er aber und wandte sich ruckartig ab, als die beiden beinahe in Blickkontakt gekommen wären.

„In was verwandelt er sich?", bohrte Lupin nach, um die Bildung des Jungen in diesem Bereich auszutesten.

Nach einem kurzem Zögern folgte: „In das wovor sich der Betrachter am meisten fürchtet."

„Das ist erneut korrekt", sagte Lupin und wollte Draco wohl aufbauen „Wie ich bereits sagte, dumm sind Sie nicht, Sie müssen es nur ernsthaft wollen."

Dies war das erste Lob, das Draco Malfoy in seinem Leben erhielt, das ihn nicht überheblich zum Grinsen brachte. Auf der einen Seite weil er nicht das geringste Bedürfnis verspürte seinen Irrwicht erneut zu treffen und darauf würde das hier sicher hinauslaufen, auf der anderen Seite weil dieser Zuspruch dermaßen übertrieben war. Immerhin wusste jeder, der schon mal einem Irrwicht begegnet war, welche Gestalt er wählte und warum.

„Wie können wir einen Irrwicht besiegen?", fragte Lupin nun und versuchte wieder Blickkontakt herzustellen, woran er aber kläglich scheiterte, da sich Draco visuell mit dem Tebo beschäftigte.

„In dem man ihn lustig macht und ihn auslacht", kramte Draco den Stoff der dritten Klasse aus einer verschlossenen Schublade weit hinten in seinem Köpfchen.

„Großartig Mr. Malfoy. Die Grundlagen haben Sie also bereits verinnerlicht und wie uns allen bekannt ist, sind sie im Auslachen wahrlich eine Nummer Eins", gratulierte ihm Lupin und das warme Lächeln kam wieder zurück, was Draco nicht wahrnehmen konnte, da er dem gefangenen Tier dabei zusah wie es versuchte, sich durch die Gitterstäbe zu pressen. Armes Viech, so eingesperrt zu leben musste schrecklich sein.

„Welchen Vorteil haben wir gegenüber ihren Irrwicht?", kam Lupin nun auf eine weitaus schwierigere Frage zu sprechen und wieder klebte sein Blick auf seinem Schüler um nicht die kleinste Reaktion von ihm zu verpassen.

Sichtlich unwohl fasste sich Draco an seinen Hals. Es gab einen Vorteil gegenüber dem Lucius-Irrwicht? Dass konnte er sich nun wirklich nicht zusammenreimen. Der war grässlich, gemein, fies, hinterhältig, böse und widerwärtig.

Er antwortete nicht, allein sich mit diesem Gedanken auseinander zusetzten war ein Ding der Unmöglichkeit.

„Wir wissen welche Gestalt er annehmen wird", erklärte Lupin und es schwang kein enttäuschter Unterton in seiner Stimme mit. Anscheinend hatte er bei dieser Fragestellung mit der Leistungsverweigerung des Slytherin gerechnet.

„Toll", entgegnete Draco einsilbig. Wenn dass kein genialer Vorteil war? Er wusste also schon im Voraus was geschehen würde und das machte diese verzwickte Sachlage nur noch schlimmer.

„Welchen Schritt müssen wir jetzt durchführen?" Der Professor war nicht ungeduldig oder ähnliches, viel mehr schien er redlich besorgt zu sein, was Draco aus den Augenwinkeln heraus erkannte. Warum dass denn schon wieder? Eisern schwieg er vor sich hin.

„Wir können uns gleich damit beschäftigen wie Sie Ihren Irrwicht lächerlich machen können", erklärte Lupin als Antwort auf seine eigene Frage und Dracos Augen weiteten sich erschrocken.

„Das geht nicht", stammelte er wispernd vor sich hin. Natürlich konnte das Gehör des Werwolfs, die Worte wunderbar verstehen und auch hiermit schien er kein Problem zu haben, entweder war der Professor extrem vorausschauend in seiner Arbeit oder er hatte die Ist-mir-doch-egal-Haltung des jungen Malfoy übernommen.

„Warum sollte das nicht funktionieren?", erkundigte er sich weiter und machte sich ohne offensichtlichen Grund daran etwas zu notieren.

Diesmal unterbrach Lupin die unangenehme Stille nicht, die den Raum füllte. Draco kaute konzentriert auf seiner Unterlippe herum und blieb weiterhin wortkarg. Das Tebo ohne Namen fing an mit den Hufen auf der Grundfläche des Käfigs umherzuscharren.

Nach einer geraumen Weile, als Draco bewusst wurde, dass sie ewig hier sitzen würden, würde er nicht wenigstens versuchten Auskunft zu geben, flüsterte er: „Weil mein Vater nun mal nicht lustig ist"

Draco zog sich selbst in eine einsame Umarmung und krallte seine Fingernägel tief in die Oberarme. Sein Blick hing weiterhin an dem Gefangenen, der sich gerade wälzte und auf diese Art eine Kuhle zum Schlafen vorbereitete.

„Finden Sie Professor Snape komisch?", erkundigte sich Lupin immer noch gelassen und Draco kam nicht umhin ihn baff anzustarren, vielmehr starrte er das Kinn des Professors an.

„Nein", sagte er und konnte die Verbindung nicht ziehen, auf die gerade angespielt wurde.

„Aber Longbottoms Irrwicht hätten Sie sicher als witzig erachtet", konterte Lupin geschickt und Draco nickte gezwungener Maßen. Sicher hatte sich Professor Snape in dem Kleid und mit dem Geierhut von Nevilles' Großmutter bis zu den Slytherins herum gesprochen und auch die Schutzbefohlenen des Hauslehrers hatten sich köstlich über das imaginäre Bild amüsiert.

„Und so etwas müssen wir uns nun ebenfalls für Ihren Vater ausdenken", erklärte Lupin weiter und Draco betrachtete die rostfarbenen Bartstoppeln des Lehrers. Nach dem Bruchteil einer Sekunde begann Draco zu schmunzeln.

„Da haben wir wohl schon einen Einfall", sagte der Professor glücklich und wartete auf die Offenbarung die folgen sollte. Wohlgemerkt sollte, denn Draco hüllte sich weiterhin in Schweigen. „Mr. Malfoy wir müssen gemeinsam arbeiten also teilen Sie mir bitte ihren Gedanken mit", wurde Draco gebeten und Lupin machte sich einen weiteren Vermerk auf einem Pergament, das Draco nicht einsehen konnte, da es sich hinter einem Bücherstapel befand.

„Nun kommen Sie schon", forderte er ihn ein zweites Mal auf. Beschämt zu Boden blickend entgegnete Draco nur ein einziges Wort, das den Lehrkörper dazu zwang ein Lachen zu unterdrücken.

„Glatze", war der geistreichste Kommentar zu dem Draco fähig war, was aber nichts daran änderte, dass er sich sichtlich unwohl fühlte. Er durfte doch keine Witze über seinen Vater machen und wenn dieser dass rauskriegen würde… Nein, daran wollte Draco lieber gar nicht denken.

Ohne Vorwarnung öffnete sich genau in diesem Moment die Zimmertür quietschend einen Spalt breit. Draco machte sich auf seinem Stuhl so klein wie nur irgend möglich und riskierte einen flüchtigen Blick in die Richtung und atmete erleichtert aus, als man Schritte hören konnte die sich entfernten.

Wer war denn dass gewesen? Hatte jemand gelauscht? Ein dicker Felsenbrocken landete in Dracos Magen. Ob dieser jemand verstanden hatte, was hier gerade besprochen wurde? Oh nein, nicht dass er nachher noch zum Gespött der Schule werden würde.

Lupin stand auf und ging an Draco vorbei um die Tür zu öffnen und sich umzusehen. Knarrend schloss er den Eingang wieder und seine blauen Augen ruhten auf dem jungen Malfoy, der abermals redlich interessiert das Tebo musterte, nicht das Tebo, denn dieses hatte sich wegen der plötzlichen Bewegung unsichtbar gemacht und so schielte Draco wieder einmal in den ‚leeren' Käfig.

„Wo waren wir stehen geblieben?", fragte Lupin und schritt auf den Jungen zu.