Ich weiß, ihr habt vermutlich längst alles vergessen, was vorher war und ich schäme mich auch ziemlich... Aber in den letzten Wochen hatte mich eine andere FF von mir in ihren Fängen und ließ mich nicht mehr los, was irgendwie dazu geführt hat, dass in der FF inzwischen fast mehr Kapitel sind als hier. Naja. War eigentlich nicht so geplant, und daher habe ich mich jetzt wieder hier ran gesetzt... Ich hoffe, ihr seid noch dabei und genießt die FF!

DANKE allen Reviewern - ich bin grad zu müde, um euch aufzulisten, aber ihr wisst ja sowieso, dass ihr großartig seid!! xD

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Ein leises Räuspern unterbrach ihren Blickkontakt, woraufhin sich ihrer beider Augen widerwillig voneinander lösten und richteten sich simultan auf den Störenfried. Dieser war - wie Draco nicht weiter verwunderte - natürlich niemand anderes als Darry, immernoch in seiner vergrößerten Form.

"Stör ich?" fragte er mit einem belustigten Funkeln in den Augen, wofür ihn der Slytherin am liebsten erwürgt hätte.

"Ja", knurrte er angesäuert, während Harry im gleichen Augenblick "Nein" sagte.

Für einen Augenblick schwiegen beide, sprachlos über die Reaktion des jeweils anderen. Dann errötete Harry schlagartig, um etwa genau das gleiche Maß, um das Draco erbleichte, ehe er abrupt von seinem Platz aufstand. Soviel also zu der Schönheit der Situation, herzlichen Dank auch, verdammter Elf!

"Ich schätze, dann störe ich wohl", entgegnete er spitz und ging wieder auf die Gruppe zu, Darrys nach ihm greifenden Fingern ausweichend als täte er nichts anderes als dauernd vor irgendwelchen Annäherungen zu entfliehen. Vermutlich seine Quidditch-Reflexe, aber was soll's - hoffentlich dachte der verfluchte Potter, er könne nur so schnell ausweichen weil er seit seiner Ankunft auf dem blöden Schloss vor all diesen Jahren immer wieder und wieder von allen möglichen Leuten bedrängt wurde. Schließlich war das auch durchaus wahr, auch wenn das Ganze viel eher so aussah, dass Draco diesen 'Bedrängungen' eigentlich nicht ausgewichen war... Aber das war eine andere Geschichte.

Mit raschen Schritten ging er auf den Rest der Klasse zu, nur weg von diesem Fleisch gewordenen Ende seiner geistigen Gesundheit, ehe er ein paar Worte von Hagrid aufschnappte und wie erstarrt mitten in seiner Bewegung anhielt. Was hatte er da gerade gesagt? Hörte er richtig?

"... ein unglaubliches Potential! Wir können nur froh sein, dass Elfen von Natur aus gutherzige Wesen sind, ansonsten könnte ein Wesen mit solchen Mitteln wie Darrel leicht das ganze Schloss verschwinden lassen!"

Draco schnaubte leicht, während alle anderen aufgeregte Blicke austauschten. Elfen und gutherzig? Hatte der gute, alte dumm-doofe Wildhüter auch einen genauen Blick auf diesen Scherz von einer Stubenfliege geworfen, der sich erdreistete zu behaupten, dass in ihm Malfoy-Blut floss?

"Aber Hagrid", wandte ein leicht besorgt wirkender Ron Weasley da ein, "kann nicht das Blut, dass von Malfoy kommt, etwas anderes bewirken?"

"Wie meinst du das, Ron?" fragte Hagrid nach, und Draco konnte sich die Antwort des Rotschopfes schon denken, bevor er sie aussprach.

"Ich meine, dass Malfoy böse ist!" antwortete das Wiesel da wie nicht anders erwartet, "sein Vater ist ein verurteilter Todesser! Und er ist auch nicht gerade für sein herzliches Wesen bekannt!"

Draco verzog leicht seinen Mund und zog spöttisch eine Augenbraue hoch. Herrlich, wie das Wiesel mal wieder mit unglaublicher Kombinationsfähigkeit eins und eins zusammenzählte und stolz sein Ergebnis präsentierte. Dumm nur, dass dieses Ergebnis falsch war. Aber wer konnte auch etwas anderes erwarten von jemandem, dessen IQ dem eines Nagetiers glich - und selbst das war noch geschmeichelt?

Hagrid schüttelte nur seinen Kopf. "Das würde nichts ändern", erklärte er, "Elfen haben ein reines Herz, egal wie sie entstehen. Sie können nichts Böses tun - es wäre gegen ihre Natur."

"Ganz davon zu schweigen, dass Draco kein Todesser ist", warf Blaise gelangweilt ein und betrachtete seine Fingernägel, "auch wenn er definitiv kein reines Herz hat. Naja, zumindest nicht im konventionellen Sinn." Er warf einen bezeichnenden Blick in die Richtung des Blonden und grinste leicht, und Draco konnte gar nicht anders als zurückzulächeln. Manchmal, äußerst selten zwar, war er wirklich dankbar über seine Freundschaft zu dem Italiener.

Der Rest der Klasse vertiefte sich wieder in Diskussionen über Elfen und deren Natur, während Draco tief seufzte und beschloss, sich diesem Gespräch lieber fern zu halten. Ein Blick über seine Schulter verriet ihm, dass Darry und Harry (eine schreckliche Namenskombination, fast so wie Hanni und Nanni) in einer mehr oder weniger hitzigen Diskussion versunken waren, an der er definitiv nicht teilhaben wollte - schon allein deshalb, weil er Harry am liebsten immer noch sein blödes "Nein" in den Hals gestopft hatte.

'Nein, du hast nicht gestört, Darry, ich bin im Gegenteil natürlich froh, dich zu sehen - stell dir vor, ich, der großartige Harry Potter, musste hier sitzen mit niemandem sonst als Draco Malfoy! Welch ein Drama!'

Das war doch zum Mäusemelken!

Erbost trat er gegen einen Baum, seufzte leise und ließ sich dann zu den Wurzeln der Birke ins Gras sinken. Über ihm summten fröhlich ein paar Bienen, die Wieso roch frisch und ein lauer Wind umwehte seine Nase - ein perfekter Tag. Zu schade, dass Malfoys nicht der Genuss solcher Tage vergönnt war.

Entnervt schloss er seine Augen und verdrängte mit aller Macht die Ereignisse der letzten Tage. Wie lange war es her, seit Darry in seinem Leben aufgetaucht war? Gute 24 Stunden? Und was war seither geschehen? Er hatte seinen Lehrer ausgeknockt, er wurde von einer pummeligen Minimischung aus Brown und Pansy begrapscht, er hatte Potter geküsst und sich von Potter küssen lassen und sich anschließend mit eben demselben Potter vor der gesamten Schule gestritten. Nebenbei hatte er ungefähr 38 Schulregeln gebrochen, weil er verbotener Weise ein Obliviate hatte anwenden müssen - nicht, dass das wirklich schlimm war - und wurde auch noch von Hagrid gedrückt (was wirklich schlimm war). Und das erst nach einem Tag! Er hatte diese lächerliche Persiflage auf sich selbst noch 6 volle Tage am Hals!

Neben ihm knackte ein Ast und gleich darauf lehnte sich eine Schulter an seine. Ein bekanntes Aftershave stieg in seine Nase und ein altbewährtes Grinsen erschien auf Dracos Zügen.

"Zabini", bemerkte er mit immernoch geschlossenen Augen, "na, genug Verteidigung für mich geleistet?"

Er spürte, wie der Dunkelhaarige neben ihm gleichgültig seine Schultern zuckte. "Du weißt doch, ich mag eben keine Unwahrheiten", erwiderte er leichthin, sich höchstwahrscheinlich nur zu gut bewusst, wie wichtig dem Blonden seine Unterstützung war, "und außerdem liebe ich es einfach, dem Wiesel zu widersprechen."

"Oh, danke Blaise", antwortete Draco mit Ironie in der Stimme, "und ich Trottel hatte schon angenommen, dass es tatsächlich um mich ging."

Blaise grinste. "Das ist aber wirklich außerordentlich trottelig von dir, Dray", meinte er fröhlich, "und das, wo du doch sonst so weitsichtig bist."

Draco wandte den Kopf und öffnete endlich seine Augen. "Wieso erlaube ich dir noch gleich, dich in meiner Nähe aufzuhalten, Zabini? Und das, obwohl deine Zähne so weiß sind, dass ich davon irgendwann sicher blind werde?"

Blaise' Grinsen erweiterte sich nur noch und entblößte noch ein paar mehr strahlend weiße Zähne, ähnlich einem hungrigen Hai kurz vor dem Zubeißen. "Weil ich derjenige bin, der dich immer auf dem Laufenden hält", entgegnete er nicht im Mindesten beleidigt, "und weil du heimlich darauf wartest, dass ich dir irgendwann etwas von meiner Zahnpasta abgebe - aber darauf kannst du lange warten, die kriegst du nicht!"

Draco verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. "Auf dem Laufenden? Na dann, schieß los", verlangte er, ohne auf die unsinnige Zahnpasta-Bemerkung einzugehen. Also wirklich, er und begierig auf diese blöde Zahnpasta! Wenn seine Zähne noch weißer wären als sie ohnehin waren, würden sie im Dunkeln leuchten. Schließlich waren seine Zähne kein bißchen weniger weiß als die Zabinis, nur grinste er nur nicht die ganze Zeit so debil vor sich hin.

"Der Elf verstärkt eure Zauberkräfte", erklärte Blaise dann und sah Draco an als erwarte er für diese Enthüllung ein Leckerli oder zumindest ein freundliches Schulterklopfen. Draco allerdings zuckte nicht einmal mit der Wimper.

"Sag mir was, was ich noch nicht weiß", erwiderte er bloß und legte seinen Kopf in den Nacken, "das habe ich nämlich auch schon gemerkt. Wie sonst hätte ich sonst pltözlich exklusiven Zugang zu Harry Potters Gedanken?"

"Wohl wahr", bekannte Blaise mit einem eindeutig zweideutigem Grinsen, "und? Was denkt unser großer Held so?"

Draco rümpfte in Erinnerung an die nicht gerade lobenden Worte etwas seine Nase. "Größtenteils denkt er, dass er sich mit mir die größte Plage von ganz Hogwarts eingefangen hat, ist das nicht herzig?"

Blaise gab sich Mühe, so etwas ähnliches wie ein bemitleidendes Gesicht zu machen, konnte allerdings das freche Funkeln aus seinen Augen nicht ganz verbergen. "Ach komm, Dray", meinte er begütigend, "wer kann es ihm verdenken? Du benimmst dich nicht gerade wie der Sonnenschein in Person!"

"Ich bin auch nicht der Sonnenschein in Person", knurrte Draco augenblicklich zurück und schenkte Zabini einen seiner 'wehe-du-sagst-noch-ein-falsches-Wort'-Blicke, der diesen jedoch reichlich unbeeindruckt ließ.

"Und wir alle sehen ja, wie wunderbar du mit dieser Philosophie bei Potter gefahren bist, nicht wahr?" stellte er nur trocken fest und hob vielsagend eine Augenbraue. Draco war kurz davor, eine wütende Antwort zurückzugeben, erkannte dann aber die Wahrheit in den Worten seines Freundes und seufzte nur. Mit einem müden Seufzen fuhr er sich durch seine Haare und ließ sich langsam gegen Zabini sinken, bis sein Kopf in dem Schoß des Italieners lag.

Etwas, was er normalerweise nie am helllichten Tag und schon gar nicht vor den Augen seiner bescheuerten Pflege-von-magischen-Geschöpfen-Klasse getan hatte, aber etwas, was ihm zur Gewohnheit geworden war seit er mit unleugnenbarer Sicherheit wusste, dass Zabini zu den wenigen Menschen gehörte, denen er tatsächlich vertrauen konnte. Sie saßen oft so in ihrem Schlafraum, er mit dem Kopf auf Blaise' Beinen, sodass der Dunkelhaarige durch seine seidig weichen Haare fahren konnte. Es gehörte zu den wenigen Momenten, in denen sich Draco einfach mal wie der Teenager gab, der er war, und nicht darauf bestand, als die Eisskulptur betrachtet zu werden, die sein Vater aus ihm gemacht hatte.

Und da beide zu sehr an ihrer seltsamen Freundschaft hingen, als jemals der kleinen, jedoch trotzdem nicht zu leugnenden sexuellen Spannung nachzugeben, die zwischen ihnen herrschte, war es eigentlich auch kein Problem, von keinen von ihnen. Blaise begann sogar, wie er es gewohnt war mit Dracos Haaren zu spielen, während dieser nochmals seufzte und langsam seine Augen schloss. Verdammter Potter. Warum konnte es nicht so mit ihm sein? Nein, statt dessen lag er hier mit seinem besten Freund, der zwar bisexuell aber trotzdem so wenig zu begatten wie ein Werwolf bei Vollmond war. Ganz großartig und ach-so-typisch für seine derzeitige Mistsituation.

"Malf...", sagte da plötzlich jemand rechts von ihm, und als er leicht verstört - er hatte völlig verdrängt, dass sie tatsächlich noch draußen und nicht etwa in ihrem kuscheligen Schlafraum im Slytherinkerker waren - die Augen öffnete, begegnete er einem mindestens ebenso verstört wirkenden Harry Potter, der die beiden mit großen Augen anstarrte. Das Wort war ihm buchstäblich im Hals stecken geblieben und er starrte das friedlich daliegende Pärchen mit solchem Unglauben an, dass Draco ungewollt das Blut in die Wangen schoss.

"Das ist nicht so, wie es aussieht", sagte er hastig, woraufhin grüne Augen ihn sprachlos anblickten. Na gut, soviel zu ausgedienten Phrasen. Noch ein Klischee übrig, Mr Malfoy? "Das... äh... bedeutet nichts!" Jaaa, sehr gut, da haben wir ja noch eins. Schön übrigens, dieses ganze Rechtfertigen. Wie in einer Ehe.

"Natürlich nicht, Malfoy", entgegnete der Gryffindor stocksteif und biss wütend seine Zähne aufeinander, "dir bedeutet ja nichts jemals etwas, nicht wahr?" Seine Robe wirbelte wütend hoch, so schnell drehte er sich wieder um, und Draco konnte nur seinem Rücken hinterherstarren. Na herrlich.

"Tsts", hörte er da von oben eine ihm nur zu gut bekannte Stimme, "darf ich an dieser Stelle ein Lied singen?" Darry räusperte sich theatralisch und sprang dann von dem niedrigen Ast, auf dem er sich niedergelassen hatte (Draco wollte gar nicht wissen, wie und wann er dort raufgekommen war) um federleicht im Gras zu landen, obwohl der Slytherin schon fast dafür gebetet hatte, dass sich das dusselige Ding wenigstens den Knöchel verstauchen würde. Tja, Pech gehabt.

"Stop! In the name of love! Before you break a heart!" trällerte der kleine Adonis dann fröhlich heraus, was Draco zu einem entnervten Augenrollen veranlasste. In einer einzigen, eleganten Bewegung stand er auf und funkelte den Elfen wütend an. "Hör du lieber auf, sonst brech ich dir was", drohte er mit einem zornigen Blitzen in den Augen, ehe er hinter dem Gryffindor hereilte. Er hatte zwar keine Ahnung, was er sagen wollte, aber er konnte ihn auf keinen Fall so abdampfen lassen. Nicht schon wieder. Das passierte ihm einfach zu häufig in letzter Zeit.