Mal so eben nebenbei beim Hypnose-Curriculum ein Kapitel geschrieben. :-D

Als Hannah dieses Mal aufwachte, fühlte sie sich nicht mehr ganz so erschöpft. Sie war zwar noch lange nicht ausgeschlafen, aber es fiel ihr leichter die Augen zu öffnen, als beim letzen Mal. Draußen zeigte sich der Himmel in einem kalten Stahlgrau, die Wolken hingen tief und dämpften das Licht. Hannah setzte sich auf und kämpfte den Schwindel nieder, der sich durch die spontane Bewegung einstellte. Ihr Kopf dröhnte und schwarze Punkte tanzten vor ihren Augen, sie schüttelte probehalber vorsichtig ihren Kopf, doch es passierte nichts. Es wurde weder besser, noch schlechter, Hannah gab sich selbst noch einige Augenblicke, damit die schwarzen Punkte verschwinden konnten. Tatsachlich hatte sie nach einger Zeit das Gefühl, dass das Dröhnen leiser und die Punkte weniger wurden, als sie die Decke zurückschlug, fror sie. Bibbernd wickelte sich Hannah wieder in die Decke ein, dabei sah sie, dass das Fenster weit geöffnet war, hastig stand sie auf und schloss das Fenster. Da sie schon stand, ging sie zur Zimmertür, die auch offen stand und trat auf den Flur hinaus, mit Blicken nach rechts und links stellte sie fest, dass sie alleine war. Ungläubig sah sie sich noch einmal um, aber es regte sich nichts, weder in dem Zimmer hinter ihr, noch auf dem Flur. Bedächtig ging Hannah auf die Tür zu, hinter der sie zu erinnern glaubte, das Badezimmer lag, sie drückte die Türklinke hinunter und fand sich tatsächlich in dem Badezimmer wieder, das sie schon kannte. Hannah schloss hinter sich ab und ließ die Decke auf den Boden fallen, eilig setzte sie sich auf die Toilette und war unendlich dankbar, als sie sich erleichtert hatte. Erst jetzt fiel ihr auf, dass in dem Badezimmer nur ihre Sachen lagen, es gab keinen Hinweis auf ihren "Gastgeber", auch als sie in alle Schränke geöffnet und inspiziert hatte, blieb sie ratlos. Hannah schob die Decke beiseite und zog sich aus, sie würde sich erst einmal eine heiße Dusche gönnen, danach würde sie weiter schauen. In einem der Schränke hatte sie ihre Sachen gefunden, die sie anhatte, als sie hier her kam, es schien ihr wie ein Relikt aus einem anderen Leben. Entspannt stellte sich Hannah unter den Wasserstrahl und ließ das warme Nass auf sich niederprasseln. Hatte die Duschlotion schon beim letzten Mal so angenehm geduftet? Großzügig seifte sie sich ein, das heiße Wasser ließ die abertausend winzig kleinen Schaumbläschen platzen und spülte sie den Abfluss hinunter. Als ihre Haut rot vom heißen Wasser wurde, stieg Hannah aus der Dusche und wickelte sich in ein großes, dickes Handtuch ein. Sie setzte sich auf den Badewannenrand und fühlte sich, wie ein Burrito, einige Minuten saß sie nur da und starrte vor sich hin. Im Moment fühlte sie sich gut, sie war zufrieden und eine wohlige Wärme hatte sich in ihrem Körper ausgebreitet. Hannah hatte die Befürchtung, dass das schöne Gefühl verschwindet, wenn sie sich bewegen würde, also blieb sie sitzen und genoss die Situation. In diesem Augenblick zelebrierte sie das hier und jetzt, was störte es sie, dass sie hier festgehalten wurde? So lange die Wärme in ihr glühte, war sie zufrieden, alles war okey.
Trotz der Wärme kühlte Hannah langsam aus, sie musste sich also doch bewegen, mit der Wucht eines Vorschlaghammers traf sie die Realität und es war, als hätte ihr jemand den Boden unter den Füssen weggezogen. Da war sie wieder, diese Traurigkeit! Dieses Gefühl war nicht greifbar, aber dafür um so unangenehmer. Hannah hatte es plötzlich sehr eilig, sich an zu ziehen. Mit klopfendem Herzen schloss Hannah die Tür aus und trat mit der Decke über eine Schulter geworfen aus dem Badezimmer. Der Flur war unverändert leer, es schien alles, wie vor ihrer Dusche, auch in "ihrem" Zimmer hatte sich nichts geändert.
Erleichtert ließ sie die Luft aus ihren Lungen, erst jetzt merkte sie, dass sie ihren Atem angehalten hatte.
Noch immer herschte eine meditative Stille im Haus, Hannah war sich sicher alleine zu sein. Als sich weiterhin nichts im Haus regte, beschloss Hannah eine kleine Erkundungsrunde durch das Haus zu machen.

-25.11.17-