14. Kapitel

Es war schon Abend geworden in Las Vegas und im Desert Palms Hospital kehrte langsam Ruhe ein.
Samantha schlief noch immer. Der Vormittag mit Sara und die Ereignisse um sie und Greg hatten Sam ganz schön erledigt.
Eine sanfte Stimme weckte Sam.
"Aufwachen Sam." flüsterte die sanfte Stimme.
Sam schlug, noch sehr müde, die Augen auf und blickte in das paar blau-graue Augen von Amanda.
Die Krankenschwester hatte nun ihre Zivilkleidung an, worüber sich Sam wunderte.
"Da hatte einer den Schlaf wohl bitter nötig." sagte Amanda in einem erzieherischen Ton.
"Wie spät ist es denn?" fragte Sam noch sehr verschlafen.
"Es ist kurz nach 19 Uhr." ließ sie Sam wissen.
"So lange habe ich geschlafen?"
"War wohl doch ein wenig viel heute. Sie sind jetzt gerade mal 2 Nächte hier.
Mich würde es nicht wundern wenn sie den ganzen Tag durch schlafen, nachdem, was sie durch gemacht haben."
Amanda sah mitfühlend zu Sam. Sie wusste nicht genau, was geschehen war, aber schon an Hand der Verletzungsliste konnte sie erahnen was sie durch machen musste.
"Haben sie Feierabend?" wollte Sam wissen und deutet auf Amandas Kleidung.
"Ja ich hab seit 18.30 Uhr Feierabend. Aber ich wollte Ihnen noch eine gute Nacht wünschen."
Sam musste lächeln. Sie kannte Amanda erst seit gestern. Fand sie aber schon sehr sympathisch.
Nicht so wie die Nachtschwester, die alle 15 Minuten ins Zimmer gelaufen kam, das Licht anmachte und wieder verschwand.
Auch wenn Sam in der letzten Nacht noch nicht viel mitbekam, aber dass konnte selbst einen Komapatienten nerven.

"Was halten sie eigentlich von einem "DU"?" platzte es aus Amanda.
Normalerweise hegte sie zu Patienten keinen engeren Kontakt. Doch bei Sam war das anders. Sie war erstaunt, wie stark diese Frau war.

Sam war überrascht. Normalweise ist sie es, die den Leuten das DU anbietet. Aber so konnte sie sich diese Frage sparen.
"DU hört sich gut an. Ich hasse "SIE". Ich fühle mich dann immer so alt."
Beide konnten ein kichern nicht verkneifen.

"Was gibt es denn hier drin so lustiges." unterbrach Dr. Summers das Gelächter der beiden.
"Du bist auch noch hier?" fragte Sam neugierig.
Amanda hingegen war überrascht das sich die beiden Duzten. So kannte sie ihren Chefarzt gar nicht.
Ihr ist aber auch nicht entfallen, dass er ungewohnt oft bei Sam vorbei schaute und bei den Besprechungen lächeln musste wenn es um Patientin Samantha Sidle ging.

"Es erholen sich leider nicht alle Patientin so schnell wie sie." antwortete Dr. Summers.
Er sah dann in ein etwas verärgertes Gesicht von Sam. Oh...
"Entschuldigung. Macht der Gewohnheit. .. so schnell wie du, meine ich natürlich." grinste er sie an.
Der Doc sah neben Sam das noch unberührte Abendbrot.
"Haben wie etwa noch kein Appetit?" und deutete auf den Teller.
"Sam ist eben erst aufgewacht." informierte Amanda den Doc.
Sam sah sich das Essen an und war weniger begeistert. Es gab 2 Scheiben Brot mit Putenbrust. Dazu gab es roten Wackelpudding.
Sie schloss die Augen.
"Was würde ich jetzt nicht alles für einen saftigen Burger geben." dachte sie laut.
"Erstmal müssen wir sehen ob du das überhaupt bei dir behältst. Deswegen Magerkost.
Aber ich kann ja gerne mal nachfragen was es heute bei den Magensonden zu essen gibt. Vielleicht ist dir das lieber?" ärgerte Daniel seine Patientin.
Als Antwort nahm Sam eine Scheibe und biss genüsslich von dem Brot ab und versuchte den beiden glauben zu lassen das es ihr schmecke.
"Geht doch." freute sich Daniel.
Alle lachten zusammen, bis der Doc auf seine Uhr sah.
"Ich werde dann jetzt auch mal Feierabend machen. Soll ich sie mitnehmen?" fragte er Amanda.
"Oh, das wäre sehr nett. Dann spare ich mir das Geld für den Bus."
"OK. Dann sehen wir uns gleich. Ich geh mich nur umziehen. CSI Sidle bis morgen zur Visite." zwinkerte er Sam zu.
Diese wollte am liebsten ihre 2. Scheibe Brot nach ihm werfen. Scheiterte allerdings daran, dass ihre rechte Wurfhand in Gips lag und sie mit links nicht besser hätte werfen können als mit dem lädierten Arm.
Sie musste trotzdem über seinen Kommentar lachen.
Amanda stand auf und wollte sich auch auf dem Weg machen.
"Ich habe der Nachtschicht Bescheid gegeben das deine Schwester nachher noch vorbei schaut.
Aber nicht zu lange. OK?"
"Keine Sorge. Sara muss pünktlich um 22 Uhr zum Dienst erscheinen. Danke Amanda, dass sie mich heute nochmal besuchen darf."
"Keine Ursache. Ich werde dann mal los. Bis morgen früh. Ciao."
"Tschüss Amanda. Und einen schönen Abend noch."
"Danke, Bye." sagte Amanda und verließ das Zimmer.

Jetzt war Sam wieder alleine. Alleine mit ihren Gedanken, die wieder um die letzten Stunden kreiste. Sie hätte nie gedacht, dass sie die Entführung so schnell verdrängen konnte. Im Moment konnte sie auch nicht sagen, was sie mehr verletzte. Die Entführung oder das Wiedersehen mit Greg.
Greg, der Mann ihres Lebens. Mit ihm wollte sie die Familie gründen, die sie nie wirklich hatte. Er gab ihr auch immer das Gefühl, als könnte es das werden. Umso verletzter war sie als er ohne ein Wort verschwand und nie wieder kam. Es war die Hölle auf Erden für sie.
Nach dieser Enttäuschung hatte sie Angst sich einem Menschen wieder so zu öffnen, wie sie es bei Greg tat. Und trotzdem musste sie oft an ihn denken.

Sam holte ihr Portemonnaie aus der Schublade von dem kleinen Schrank, der neben ihrem Bett stand. Aus diesem holte sie ein Bild. Damals, als Greg sie sitzen gelassen hat, wollte sie es am liebsten verbrennen. Doch sie tat es nicht.
Es war das Foto aus dem Miami Urlaub.
Gerne erinnerte sie sich an diese Reise. Die Nächte verbrachten sie am Strand, lagen in den Armen des Anderen und genossen die Nähe zueinander.
Ihr wäre es damals lieber gewesen, er hätte ihr einen Heiratsantrag gemacht, doch sie fühlte, dass er dazu noch nicht bereit war, und sie machte dann ihrerseits den Antrag.
Schon bei seiner Ausrede, sie wären noch zu jung zum heiraten, hatte sie das Gefühl, dass etwas nicht mit ihm stimmte.

Ihre Augen wurden wieder ganz feucht, bei der Erinnerung. Sie starrte so konzentriert auf das Bild, dass sie nicht bemerkte, wie jemand in ihr Zimmer kam.
"Hängst du schon wieder alten Erinnerungen hinterher?"
Sam sah erschrocken hoch und erblickte ihre Schwester. Sie drehte das Bild zu Sara um und zeigte ihr damit, an was sie gerade dachte.
"Oh..." war das einzige, was Sara dazu sagen konnte.
Sie ging auf ihre Schwester zu und gab ihr wie immer den obligatorischen Kuss auf die Stirn.
"Hey Sis."
"Hey.." begrüßte Sam ihre Schwester und versuchte dabei zu lächeln.
"Na das hast du auch schon mal besser gekonnt." kommentierte Sara das gequälte Lächeln.
Sara sah, wie eine Träne sich den Weg über Sam's Gesicht bahnte.
"Och Sammy..." versuchte Sara ihre Schwester aufzuheitern. Doch auch der Versuch scheiterte
"Bitte mach jetzt nicht denselben Fehler wie ich und zerfließe in Selbstmitleid wegen eines Mannes." Sara wurde dabei wieder Ernst, da Sam immer weinerlicher wurde.
"Das kannst du nicht vergleichen Sara. Ich mache mich jetzt nicht wegen der Vergangenheit fertig, sondern wegen der Zukunft. Dein Freund konnte nicht zu seinen Gefühlen stehen. In gewisser Weise war es das bei Greg vor 8 Jahren auch. Doch jetzt will er mich zurück." sagte sie mit tränenerfüllter Stimme.
"Und was ist daran jetzt bitte so schlimm?" fragte Sara etwas verwirrt.
"Ich weiß nicht, ob ich mich nochmal auf ihn einlassen kann. Ich habe Angst Sara."
"Wovor?"
"Wieder verlassen zu werden."
Ohne ein weiteres Wort nahm Sara ihre jüngere Schwester vorsichtig in die Arme und versuchte sie zu beruhigen.
Sara hatte schon so eine Ahnung, dass ihre Schwester wegen Greg noch ganz durch den Wind sein wird.
Deshalb hatte sie etwas mitgebracht, wovon sie wusste, es würde Sam aufheitern.
Sie löste sich aus der Umarmung und lächelte zu ihrer Schwester.
"Da ich mir fast gedacht habe, dass dich das alles nicht los lässt, habe ich dir etwas mitgebracht."
Sam sah, wie Sara aus ihrer Innentasche der Jacke eine Puppe raus holte und ihr Grinsen immer größer wurde.
"Oh mein Gott Sara. Dolli??? Ich dachte, die gibt es nicht mehr." klang Sam völlig überrascht.
"Oh doch. Rück mal beiseite." Sara beorderte ihre Schwester, ihr ein wenig Platz im Bett zu machen, damit sie sich wieder zu ihr legen konnte.
Sie gab Sam die Puppe. Dolli war kaum 20cm groß, hatte blondes sehr lockiges Haar. Allerdings fehlten ihr schon hier und da ein paar Haarbüschel.
Ihr pinkes Kleid war auch schon ausgeblichen. Zudem war die Ärmste fast blind. Ein Auge fehlte komplett und das andere verschwand so langsam im Inneren des Plastikkopfes.
"Was hast du ihr angetan?" versuchte Sam scherzhaft Ernst zu klingen.
"Na hör mal. Dolli ist vor ein paar Tagen 20 Jahre alt geworden."
"So lange ist das jetzt schon her?" staunte Sam.
"Oh ja. Kannst du dich noch dran erinnern?" wollte Sara von ihrer Schwester wissen.
"Wie könnte ich das vergessen.."
Dolli hat schon einiges hinter sich. Denn normalerweise gehörte sie Sam.

Flashback

Sam war gerade mal 9 Jahre alt, als sie schon ihren 1. Verehrer hatte. Er hieß Bobby und war 2 Jahre älter als Sam. Wie die beiden Schwestern, lebte er im Heim.
Bobby war damals sehr verliebt in die kleine Sam. Sam hingegen befand Bobby als ihren besten Kumpel, der mit ihr immer Ball spielte oder anderen Schabernack trieb, wenn Sara mal wieder über ihren Schulaufgaben brütete und keine Lust hatte mit ihr zu spielen.
Bobby wurde wenig später adoptiert. Jedes Kind würde sich freuen. Doch er war tot traurig.
Zum Abschied gab er Sam damals sogar einen Kuss auf die Wange, die sie dann aber ganz angewidert mit dem Pullover säuberte.
Doch Bobby bekam das damals nicht mit, denn er kramte etwas aus seiner Tasche hervor.
Von seinem wenigen Taschengeld, was jedes Foster Kind bekam, kaufte er Sam eine Puppe.
Für Puppen hatte sie eigentlich nichts übrig. Sam war ein burschikoses Mädchen.
Doch als die nach einigen Tagen bemerkte wie sehr sie Bobby doch vermisste, schloss sie auch die Puppe in ihr Herz.
Jede Nacht lag Dolli an ihrer Seite und wurde, nach Sara, ihre beste Freundin.
Auch Sara fand nette männliche Bekanntschaft. Er war wie Sara 12 Jahre jung, hieß Jamie und war der Casanova des Heims. Er machte allen Mädchen schöne Augen. Und die Mädchen flogen auf ihn. Auch Sara fing er in seinen Bann ein.
Sara war das glücklichste Mädchen der Welt, als er ihr einen Zettel gab, wo drauf stand;
'Willst du mit mir gehen? Kreuze an JA oder NEIN?'
Keine Frage. Sara kreuzte JA an. Und sie waren ein Paar. Doch Jamie hatte nach einer Woche keine Lust mehr auf Sara und fand schnell ein anderes Mädchen.
Für Sara brach eine Welt zusammen. Sie weinte den ganzen Tag.
Sam hatte erst kein Mitleid mit ihr. Sie war doch selber Schuld. Gewarnt hatte sie Sara vor dem Schwerenöter. Doch Sara wollte nicht hören.
Zumal Sam auch sauer war, da Sara die Woche kaum Zeit mit ihrer verbrachte.
Doch irgendwann tat sie ihr doch Leid. Sie hatte den ganzen Tag geweint und Sam hasste es, ihre große Schwester so zu sehen.
Sie ging an Saras Bett. Diese versuchte, sich schlafend zu stellen, weil sie gerade überhaupt keine Lust hatte, auf eine Predigt von ihrer kleinen Schwester zu hören.
Es schien zu klappen, denn Sam sagte erst nichts. Sie legte Dolli neben Sara.
"So Dolli. Ich glaube Sara brauch dich jetzt mehr als ich. Sei lieb zu meiner Schwester und helf ihr, den blöden Jamie zu vergessen."
Sam drückte ihrer Schwester noch einen dicken Knutscher auf die Wange und sagte:
"Dolli wird dich jetzt trösten." Sie wollte gehen.
"Danke Sam." flüsterte Sara hörbar für Sam.
Diese ging aber weiter.
"Ich wusste, das du wach bist." grinste sie vor sich hin und verschwand nach draußen.

Flashback Ende

"Deine Dolli hat mir damals wirklich geholfen und jetzt soll sie dir helfen." sagte Sara mit sanfter Stimme und sah Sam einfühlsam an.
"Danke Sara. Ich hätte nie gedacht, Dolli mal wieder zusehen." Sie musste schmunzeln, als sie die Puppe weiter betrachtete.
Sam legte ihren Kopf auf Saras Schulter und schnaufte einmal durch
"Wieso muss das mit den Männern eigentlich immer so kompliziert sein?" fragte Sam ihre Schwester.
"Ich glaube, ich bin die Falsche die dir diese Frage beantworten kann."
Sam blickte zu Sara und Grinste sie an.

Eigentlich wollte Sara sie noch auf den Heiratsantrag ansprechen, doch das war jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt.
Beide lagen da und schwiegen sich an. Dann fiel Sara wieder ein, wie sie es immer schaffte, Sam zum Einschlafen zu bringen.
Mit ihrer rechten Hand fing sie an Sam's Nacken zu kraulen.
Bei der ersten Berührung bekam sie noch eine Gänsehaut, doch dann entspannte sie sich.
"Du hasst es nicht vergessen." sagte Sam mit müder Stimme.
"Wie könnte ich. Es gab Wochen, da musste ich das jede Nacht machen, damit du einschläfst."
"Ach wie schön ist das, eine große Schwester zu haben." brachte Sam nun schon nuschelnd hervor.
"Gewöhne dich nicht zu sehr dran. Normalweise bekommt nur noch Gil so eine Spezialbehandlung." grinste Sara ihre Schwester an.
"Oh Gott, Sara verschone mich mit Details."
Beide mussten köstlich lachen, wurden aber bald wieder ruhiger. Noch immer Sam's Nacken kraulend, bemerkte sie, dass Sam schon selig schlief.
Sie sah auf die Uhr. Ihr blieben noch 15 Minuten. Und diese nutzte sie aus. Sie hörte nicht auf, den Nacken zu kraulen. Sie genoss die Nähe zu Sam. Sie genoss die ganze Situation. Sam wieder so nahe zu sein, hätte sie nie gedacht.
Gerade weil sie wusste, was ihr Vater seiner jüngsten Tochter angetan hatte, wollte sie ihre kleine Schwester umso mehr beschützen.
Die 15 Minuten vergingen und Sara versuchte, sich vorsichtig von Sam zu lösen. Die schien wie ein Stein zu schlafen und ließ sich von Saras Bewegungen nicht stören.
Sara legte Dolli da hin, wo sie selber eben noch lag und hauchte Sam wie immer einen Kuss zum Abschied auf die Stirn.

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Grissom hatte Sara vom Hospital abgeholt und beide fuhren gemeinsam zum Crime Lab.
"Und, wie hat sie die letzten Geschehnisse überstanden?" wollte er wissen.
Sara sah ihn nur an, mit einem Blick 'was denkst du wohl'.
"Doch so schlimm?" hakte er nach.
"Die Sache mit Greg macht sie ganz schön fertig, aber sie ist stärker als sie selber denkt. Eigentlich müsste ich sogar froh sein, dass das jetzt kam.
So beschäftigt sie sich nicht mehr so intensiv mit der Entführung." versuchte sie zu erklären.
"Aber als ich gegangen bin, ging es ihr schon etwas besser."
"Und du.?"
"Ich? Mach dir keine Sorgen um mich. Mir geht es bestens." lächelte sie ihn an.
Griss wollte das nicht so recht glauben und Sara sah es ihm an.
"Wirklich Gil. Es geht Sam von Tag zu Tag besser. Und geht es ihr gut, geht es mir gut."
Sara sah ihn flehend an, nun das Thema zu wechseln.
Er nahm ihre Hand und küsste ihren Handrücken. Ließ die Hand danach nicht mehr los.
"Ist dir bewusst, was wir gerade machen?" Grinste er sie an.
Sara verstand nicht so recht, auf was er anspielen wollte.
"Vor ein paar Tagen warst du noch traurig darüber, dass wir es nicht machen. Und jetzt, wo wir es machen, realisierst es nicht?" grinste er weiter.
Man sah, wie Sara angestrengt daran arbeitete, herauszufinden, was er meinte. Man sah förmlich ein Licht über ihr angehen, als sie es bemerkte.
"Oh man. Wie konnte ich das nicht realisieren Griss. Wir fahren gemeinsam zur Arbeit."
Sara strahlte über ihr ganzes Gesicht. Doch dies war nicht von Dauer.
"Aber hast du nicht Angst, die Anderen würden etwas bemerken?"
"Wenn du mit die Anderen, Catherine, Warrick und Nick meinst, brauchst du dir keine Sorgen mehr machen."
Er mochte es, Sara so zu ärgern. Sie sah immer so niedlich aus, wenn sie dieses fragende Gesicht machte, unwissend, worum es geht.
"Komm schon Gil. Spann mich nicht auf die Folter. Du weißt, wie sehr ich das hasse."
Teuflisch grinste er sie an. Er wollte sie noch ein wenig zappeln lassen.
"Gilbert Grissom. Sag mir endlich, was das alles auf sich hat." Saras Ton war unüberhörbar ernst.
"Sie wissen es." sagte er völlig trocken.
"Was wissen sie?"
Sara hatte die Worte kaum gesagt, da ging ihr erneut ein Licht auf.
Sie wollte was sagen, aber bekam keinen Ton raus. Grissom ahnte, was ihre nächste Frage war.
"Keine Sorge Sweetie. Sie waren ein klein wenig enttäuscht, erst jetzt davon zu erfahren, aber sie freuen sich für uns."
Sara atmete befreit aus. Sie hatte vor den Reaktionen ihrer Kollegen, ihrer Freunde, angst.
Dass sie sich für sie freuen machte sie glücklich.
"Und was ist mit Ecklie?" dämmte Sara die Freude.
"Da müssen wir natürlich weiterhin aufpassen. Aber mit dem werden wir schon fertig." klang er sehr überzeugend.
Sara lehnte entspannt zurück in ihren Sitz und schmunzelte weiter vor sich hin. Vor Ecklie hatte sie weiter Angst, aber dass ihre Freunde es nun wissen, ließ ihr jede Menge Last von den Schultern fallen.

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Im Lab angekommen, konnte Sara ihre Freude noch nicht ausleben. Als hätte Ecklie eine Ahnung, scharwenzelte er die ganze Zeit durch die Gänge des Crime Lab. Das machte Sara ein wenig Angst. Er wird doch nichts wissen. Doch Grissom erzählte ihr später, dass Ecklie nur ein wenig Vorinspektion macht, denn morgen wollte der Sheriff einen Kontrollgang machen.

Griss schickte Sara mit Catherine zu einem Mordfall, etwa eine Stunde von Vegas entfernt.
Die Fahrt dorthin gestaltete sich recht still. Catherine fuhr ihren Denali und Sara saß neben ihr und blickte nach draußen in die Nacht.
Sara wollte nichts sagen, doch Catherine hingegen brannte es unter den Fingernägeln.
Sie wollte Sara aber nicht in Verlegenheit bringen. Aber genauso wenig konnte sie es kommentarlos stehen lassen.
"Also du und Griss?" begann sie vorsichtig.
Sara sah sie lächelnd an und nickte.
"Sara, ich weiß, du wirst es mir nicht glauben, aber seitdem du hier in Vegas bist, weiß ich, dass du die richtige Frau an seiner Seite bist."
Sara war überrascht von Catherines Worten. Sie dachte immer, Cath wäre selber an Griss interessiert.
"Wie er dich ansieht. Wie er dir versteckte kleine Berührungen gab. Wie er sich jedes Mal Sorgen machte, wenn dich ein Fall mal wieder sehr mitnahm.
Ich hätte ihn am liebsten in seinen Allerwertesten getreten, um ihn zu dir zu schubsen."
Noch immer schwieg Sara. Es überwältigte sie Catherines einfühlsame Worte zu hören.
Sie erreichten den Tatort.
Cath stellte den Motor ab und Sara war gerade dabei, aufzusteigen.
"Warte Sara."
Diese schwang sich zurück in ihren Sitz und schloss die Tür.
"Du siehst glücklich aus, Sara."
Bei diesen Worten rang Sara mit den Tränen.
"Ich bin sehr glücklich Cath. Die Sache mit Sam hat mich ein wenig aus der Bahn geworfen. Doch Griss ist für mich da und unterstützt mich, wo er kann.
Ohne ihn hätte ich das nicht durchgestanden. Und jetzt, wo ihr es wisst, kann ich nicht glücklicher sein." sagte Sara mit feuchten Augen.
"Ich freue mich wirklich für euch beide. Ihr habt es verdient, glücklich zu sein. Es ist zwar eine Katastrophe, wie lange es gedauert hat und welche Schmerzen du durchleiden musstest, aber euch so glücklich zu sehen, macht mich sehr froh."
Sara hat nun Schwierigkeiten, ihre Tränen zurück zu halten.
"Wir sollten jetzt mal anfangen. Sonst steht uns ne Doppelschicht bevor." wurde Cath nun wieder ernster, konnte ihr Grinsen aber nicht verstecken.
Catherine drehte sich um, um ihre Tür zu öffnen.
"Cath?"
"Ja?"
Bevor Catherine sich zu Sara umgedreht hatte, spürte sie die Arme ihrer jüngeren Kollegin um sich.
"Danke Catherine. Das bedeutet mir viel."
Cath drückte Sara ein wenig um sie spüren zu lassen, dass ihr die Umarmung nicht unangenehm war.
"Schon OK Sara."
Sie lösten sich wieder und Cath sah in die verweinten Augen von Sara.
"Nun aber los Sidle. Ich habe keine Lust, wegen dir Überstunden zu schieben."
sagte Catherine mit gespielten strengen Ton.

Die CSIs machten sich auf dem Weg zum Tatort, wo Sofia schon auf die beiden wartete.
"Hey.." sagten Sara und Catherine gleichzeitig.
"Hey.... Ist heute Girlsday?" begrüßte sie Sara und Cath.
Die sahen sich nur fragend an.
Sofia deutete dann auf die beiden Streifenpolizistinnen.
"Oh..." brachte Cath staunend hervor.
Sara hingegen war es egal. Sie wollte nur so schnell wie möglich den Mord aufklären, um wieder pünktlich bei ihrer Schwester zu sein.
"Was hast du für uns Sofia?" versuchte sie Sofia wieder auf den Mord zu bringen.
"Warum so stressig heute? Die Leiche läuft euch schon nicht weg." sagte Sofia etwas genervt.
Sara hätte ihr am liebsten was an den Kopf geknallt. Sie konnte den Detective nicht leiden.
Als sie noch beim CSI in Saras Schicht arbeitete, war sie Sara ein Dorn im Auge.
Sofia hatte Grissom dazu gebracht, mit ihr Essen zu gehen und schaffte es, Sara eifersüchtiger den je zu machen.
Ihr hätte Sara gerne auf die Nase gebunden nun mit Grissom zusammen zu sein. Doch bevor Sara etwas sagen konnte, schritt Cath ein.
"Wo ist die Leiche, Curtis?" sagte Cath nun genervt.
Ihr war damals auch nicht entfallen, dass Sofia ein Auge auf Grissom geworfen hatte und Sara dadurch immer weitere Schmerzen zufügte.
"Gab es heute Ziege zum Abendessen?" sagte Sofia etwas angezickt.
Doch Sara und Catherine ließen sich davon nicht beeindrucken.
"WO?" fragte Cath nochmal.
"DIE Leichen sind dort hinten in der Berghöhle."
"DIE Leichen?" fragte Sara etwas überrascht.
"Ja. Nachdem wir uns etwas umgesehen haben und sicher sein wollten, dass sich keiner in der Höhle versteckt, fanden wir 5 weitere Leichen." informierte sie die beiden.
Zusammen machten sie sich auf den Weg zur Höhle.
"Er.." Sofia deutete dabei auf die Leiche ".. wurde hier kurz vor der Höhle gefunden."
In der Höhle angekommen, sahen sie die anderen Leichen.
"Sieht jedenfalls nicht nach Selbstmord aus." schlussfolgerte Catherine.
Die 5 anderen Toten waren ebenfalls männlich und übersät von Schusswunden.
"Sieht nach jeder Menge Arbeit aus." sagte nun Sara.
"Dann sollten wie uns mal ran halten." gab Catherine noch dazu, bevor sich dann beide an die Arbeit machten.

Es dauerte bis in die Morgenstunden, um alle Beweise zu sichern.
Um 8.30 Uhr trafen beide Frauen wieder im Crime Lab ein.
"Hat eure Leiche laufen gelernt, oder warum kommt ihre jetzt erst zurück?" begrüßte Nick Sara und Cath.
"Nein, aber aus einer Leiche wurden plötzlich 6." ließ Cath ihn wissen.
"Oh.." sagte er mitfühlend.
Sara blickte auf ihre Uhr. Schon so spät, dachte sie.
"Willst du nicht los zu Sam?" fragte Catherine.
"Ich kann dich nicht mit der ganzen Arbeit allein lassen."
"Ich kann ihr helfen. Mein Fall ist abgeschlossen." bot Nick ihr an.
"Das kann ich nicht machen."
"Doch das kannst du. Ich befehle es dir." sagte Cath mit strenger Stimme.
"Wenn Nick mir hilft, haben wir es schnell geschafft und wir beide können uns dann später auf Tätersuche machen." lächelte Cath nun.
Sara rang mit sich. Klar, sie wollte so schnell wie möglich zu ihrer Schwester. Sie wollte aber auch nicht ihre Arbeit vernachlässigen und schon gar nicht Cath mit den Mengen an Beweismaterial allein lassen.
"OK. Aber nur wenn ihr mir versprecht, Arbeit übrig zu lassen."
"Verschwinde endlich Sidle, bevor ich mir es anders überlege." sagte Catherine nun lachend.
"Danke Nicky. Bis später." sagte Sara und machte sich auf den Weg.
Cath und Nick riefen ihr noch "Bye" hinter her, aber das hatte sie wohl nicht mehr mitbekommen.

Nick und Cath waren gerade im Untersuchungsraum, als Sara wieder um die Ecke gelaufen kam.
"Was machst du noch hier?" kam es von Cath.
"Ich..." Sara war vom Sprint noch etwas außer Atem.
"Ich habe kein Auto. Griss und ich sind zusammen gekommen und er scheint noch unterwegs zu sein."
Sara hatte es kaum ausgesprochen, als ihr schon Nicks Autoschlüssel entgegen flogen.
Sara gab ihm dankend einen Kuss auf die Wange und wollte wieder los, als Ecklie zu ihnen stieß.
"Wohin des Weges, Sidle?" fragte Ecklie Sara.
"Ich will meine Schwester besuchen gehen." sagte sie völlig erschrocken.
"Das können sie vergessen. Wenn sie die Beweise analysiert haben, können sie gehen." sagte er in seinem typischen strengen Ton.
"Ich werde für Sara einspringen." gab Nick Ecklie zu wissen.
"Nein. Das ist Sidles Fall. Also wird sie ihn bearbeiten."
"Aber..." wollte Cath etwas dazu sagen, wurde aber von Ecklie unterbrochen.
"Kein ABER. Wenn sie ihren Job behalten wollen, dann lassen sie ihr Privatleben da raus."
"Conrad sie wissen schon, was Samatha Sidle durchgemacht hat, und dass sie ihre Schwester jetzt braucht." versuchte Catherine ihn zu erweichen.
"Mir tut es Leid, was ihrer Schwester passiert ist. Trotzdem kann ich nicht zulassen, dass sie ihre Arbeit vernachlässigen."
Catherine wollte gerade etwas sagen, als Sara sie daran hinderte.
"Schon gut Catherine. Ich werde Sam anrufen und ihr Bescheid sagen, dass ich nicht kommen kann." sagte Sara frustrierend und blickte dabei weiter auf Ecklie.
Nick stand mit geballten Fäusten da und hätte Ecklie am liebsten sonst wo hin befördert.
Ihm entfiel nicht, dass Ecklie Sara schon seit langem auf dem Kieker hatte. So streng wie mit ihr, geht er mit keinem anderen CSI um.
Dabei ist Sara eine der besten CSIs in Vegas.
"Geht doch Sidle."
Und damit ließ er die 3 wieder allein.
"Tut mir Leid Sara." sagte Nick mit einem traurigen Lächeln.
"Schon gut Nicky.
Ich werde dann mal Sam anrufen." sagte sie und ging in den Pausenraum, um in Ruhe zu telefonieren.
Sie wählte die Nummer vom Desert Palms und ließ sich in Sam's Zimmer durchstellen.
"Ja?" fragte eine noch ziemlich verschlafene Stimme.
"Hab ich dich geweckt?" wollte Sara wissen.
"Nein." log sie.
"Sorry. Hey Kleine. Ich kann leider nicht kommen. Wir haben hier einen sechsfach Mord und wir haben noch nicht mal angefangen, die Beweise zu analysieren." entschuldigte sich Sara.
"Ist schon OK Sis. Ich werde schon ne andere Beschäftigung finden." sagte sie etwas enttäuscht.
"Sam, bitte sei mir nicht böse, aber..."
"Hey. Hör auf dich zu entschuldigen. Schon vergessen? Ich arbeite auch beim CSI und bei uns in L.A. haben wir auch schwierige Fälle.
Ich verstehe es also, wenn du nicht kommen kannst."
"Ich wäre jetzt aber so gerne bei dir."
"Ich weiß. Ich hätte dich auch gern bei mir. Aber ich möchte auch nicht, dass du deinen Job verlierst. Komm einfach, wenn du kannst. OK?"
"OK."
"Hey. Ich werde schon klar kommen. Vielleicht leistet mir Amanda etwas Gesellschaft."
"Na gut. Ich komme dann später vorbei."
"Ist gut. Bis später Sara."
"Bye."
Sara legte auf, wählte gleich eine andere Nummer.
"Sanders?" meldete sich Greg am anderen Ende.
"Hey, Greg."
"Sara? Was ist los? Ist was mit Sam?"
"Alles OK, Greg. Aber könntest du mir einen Gefallen tun?"

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Sam las gerade in einer Forensik-Zeitschrift, die ihr Sara mitgebracht hatte, als es an der Tür klopfte.
"Herein."
Gespannt sah sie zur Tür. Sie wusste, es würde nicht Sara sein. Umso überraschter war sie, Greg schon wieder zu sehen.
"Hey. Lass mich raten. Sara hat dich geschickt?" fragte sie, obwohl sie sich ziemlich sicher war.
"Hi. Ja, erwischt. Sie wollte dich nicht alleine lassen." sagte er und setzte sich in den Besucherstuhl.
"Dein Fall scheint ja nicht so schwierig gewesen zu sein." neckte sie ihn.
"War er auch nicht. Der Täter hat uns glücklicherweise jede Menge Fingerabdrücke hinterlassen."
Unbequeme Stille kehrte ein. Auch wenn beiden jede Menge auf der Seele lag, was sie sagen oder fragen wollten.
"Hat Sara dich gestern zur Schnecke gemacht?" schoss es dann aus Sam.
Greg zog sein Kopf ein, so als würde Sam gleich nochmal nachlegen.
"Sie war ganz schön sauer, aber ich hatte es verdient. Wäre Grissom nicht da gewesen, wäre sie mir an die Gurgel gegangen."
"So sauer war sie? Dann scheinst du es wohl verdient zu haben." sagte Sam völlig ernst.
Greg senkte enttäuscht sein Kopf. Die Schelte, die er gestern bekommen hatte, schmerzte ihn immer noch.
Und jetzt noch diese Äußerung von Sam war ein weiterer Stich.
"Greg, tut mir Leid. Ich wollte dich nicht noch mehr runter ziehen." versuchte sie sich zu entschuldigen.
"Nein, eigentlich habe ich das gerade von dir verdient. Was ich getan habe..."
"Bitte Greg. Lass uns über was anderes reden. Ich möchte daran nicht mehr denken."
Vergessen wird sie es nie, aber sie wollte jetzt einfach nicht mehr dran denken.
Greg nickte zustimmend und überlegte, welches Thema er denn am besten anschlagen sollte, als er Dolli entdeckte.
"Wer ist denn deine neue Freundin da?" fragte er neugierig.
"Oh... Das ist Dolli. Sara hat sie mir gestern gebracht. Ich habe sie damals im Heim von meinem ersten Freund bekommen."
Sie sagte extra "meinem ersten Freund" um Greg zu ärgern. Denn Bobby war ja nie wirklich ihr Freund.
"Und nachdem Sara von ihrem ersten Freund verlassen wurde und den ganzen Tag nur geheult hat, habe ich ihr diese Puppe gegeben."
Greg war erstaunt, aber auch ein wenig verletzt, als sie ihren ersten Freund erwähnte.
Was Sam nicht wusste, war, dass sie Gregs erste Freundin war. Er hatte nie was für Mädels übrig gehabt. Ihm war sein Chemie Baukasten immer wichtiger als mit Mädels zu flirten. Samantha Sidle war die 1. Frau in seinem Leben und die einzige, die er je wollte.
Nach seinem unschönen Abschied aus Standford und seinem Beginn in Vegas, versuchte er, Sam zu vergessen, indem er sich an jede Menge Frauen ran machte. Sie durfte nur nie brünett sein und grüne Augen haben.
"An was denkst du gerade?" riss ihn Sam aus seinen Gedanken.
"Ich denke gerade an unseren 1. Kuss." log er und wurde dabei ein wenig rot.

Flashback

Sam und Greg hatten, nachdem sie ihren ersten Kaffee zusammen tranken, ihre Telefonnummern ausgetauscht. Sie würden sich zwar jeden Tag im College sehen, aber so konnten sie sich, wann immer sie wollten, erreichen.
Er lud sie am Samstag zum Kino ein. Sie sahen den Film "Braveheart". Eigentlich nicht die Art Filme, die Sam mochte, doch Greg schwärmte die ganze Zeit von dem Film.
Also tat sie ihm den Gefallen und ging mit ihm in den Film. Am Anfang konnte sie noch folgen. Und dieser Mel Gibson sah ja auch nicht übel aus, dachte sie.
Doch umso länger der Film lief, umso müder wurden ihre Augen. Bis sie tatsächlich einschlief.
Vor lauter Braveheart bekam es Greg gar nicht mit. Erst als ihm auffiel das sie nicht mehr die ganze Zeit in ihrem Sitz hin und her rutschte, weil sie einfach nicht die richtige Position fand. Er sah zu ihr rüber und entdeckte eine schlafende Schönheit.
Er grinste breit, als er sie so sah.
Sie ist so wunderschön wenn sie schläft, dachte er.
Er würde sie am liebsten küssen. Er näherte sich ihrem Gesicht und war nur noch 10cm davon entfernt.
Doch plötzlich öffnete sie ihre Augen. Greg konnte sich kein Zentimeter bewegen.
Was würde sie jetzt von ihm denken.
Und ganz überrascht für Greg fing sie an zu lächeln.
"Das sieht doch jetzt schon viel interessanter aus." sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln.
Greg brauchte ein wenig bis er begriff, was sie da gerade sagte, vor allem wie sie es meinte.
Als er verstand, lächelte er und verringerte die Distanz zu ihr und war dabei sich ihren schönen Lippen zu nähern.
Ihm war etwas mulmig, aber jetzt einen Rückzieher machen wollte er genauso wenig.
Also nahm er die letzten Zentimeter in Angriff und schaffte es, dass sich seine und ihre Lippen berührten.
Noch war nicht viel Bewegung im Spiel. Greg wusste nicht genau, was zu tun ist.
Sam allerdings wusste sehr wohl was zu tun ist. Sie legte ihre linke Hand in seinen Nacken und zog ihn so näher an sich heran.
Sie sog an seinen Lippen, als wäre sie völlig aus gehungert. Greg genoss es einfach nur.
Es dauerte nicht lange und er hatte den Bogen raus und versuchte den Führungspart zu übernehmen.
Ihre Lippen fühlten sich so weich an.
Er knabberte an ihrer Unterlippe, worauf Sam ein leises Stöhnen entfuhr.
Doch beiden war es völlig egal. Um sie herum saßen eh keine Leute. So konnten sie weiter wild rumknutschen.
Sam drang nun mit ihrer Zunge zu Gregs durch. Ihre Zungen spielten miteinander.
Er wusste gar nicht wohin mit seinen Händen, als er plötzlich spürte wie Sam seine Hand an ihren Oberschenkel führte.
Ihm wurde ganz heiß. Sie zu küssen, zu berühren machte ihn wahnsinnig.
Als sie sich dann doch mal lösten, um Luft zu holen, blickte er tief in ihre smaragdgrünen Augen.
Und das einzige, was er sagen konnte, war:
"Wow.."

Flashback Ende

Beide schwelgten in ihrer Vergangenheit, die lange Zeit das schönste war, was sie in ihrem Leben hatten.
"Man, was war ich froh, dass das Kino damals nicht gut besucht war." sagte Greg.
"Oh ja. Das war die schönste Szene im ganzen Film." grinste sie ihn an.
Greg bemerkte, wie locker sie gerade mit ihm umging und wollte in die Offensive gehen.
Er beugte sich über sie und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Fuhr dann langsam weiter runter und küsste sie auf ihren Mund.
Er freute sich, als sie nach einigen Sekunden den Kuss erwiderte.
Doch plötzlich stieß sie ihn weg und er sah, wie sich Tränen in ihren Augen bildeten.
"Bitte Greg, nicht."
"Aber ich dachte..."
"Tut mir Leid Greg, aber ich kann das nicht. Nicht jetzt."
Er war enttäuscht, konnte sie aber auch verstehen. Wie konnte er glauben, sie würde ihn mit offenen Armen empfangen.
"Ich denke, es ist besser, wenn du jetzt gehst." sagte sie mit zittriger Stimme.
"Aber.."
"Bitte Greg."
Er wusste, weiter dagegen anzugehen, würde sie nur noch mehr verletzten.
"OK. Wenn du es so möchtest, werde ich gehen."
Sie nickte nur und war nah am Rande, ihren Tränen freien Lauf zu lassen.
"Bye Sam."
Sie brachte noch ein klägliches "Bye" hervor, bevor Greg ihr Zimmer verließ.
Als er dabei war die Tür zu schließen, hörte er noch, wie sie anfing zu weinen und aus dem Weinen lautes Schluchzen wurde.

Wieder habe ich sie zum Weinen gebracht. Toll Sanders, wirklich Klasse. Genau, was sie jetzt braucht.

TBC