MIZUUMI水海STORY I

GRAND LINE

14

Leeward

ODER

Unter den Dünen


Was zuletzt geschah:

Mizuumi überredet Law einem Brudergespann von Prinzen zu ihrer Heimat zu bringen – im Gegenzug würden sie eine große geldliche Belohnung sowie das von Mizuumi heiß ersehnte Yokaichū erhalten. Auf der Insel angekommen begegnen sie auch bereits ihren ersten Feinden und besiegen diese Problemlos. Doch dann werden sie durch ein Naturphänomen getrennt und landen in getrennten Gruppen irgendwo in mitten der Wüste. Während sich Mizuumis und Penguins Gruppe bereits wieder vereint hat und sich nun einige Auszeit in einem Vergnügungspark nimmt, beginnt die Reise für Law, Shachi und Guadeloupe gerade erst.

...

Stille, Unbehagen und schlechte Laune.

„K-Käpt'n?", traute sich Shachi vorsichtig zu sagen, während er auf den Hinterkopf Laws starrte, der sich provokant von ihnen weggedreht hatte und in die Ferne blickte.

Um sie herum, erblickten sie Felsen. Meterhohe, riesige brüchige Felsen, die teilweise hinter einigen Hügeln verschwanden. Law betrachtete seine Umgebung kritisch und seufzte dann genervt. Er packte sein Nodachi feste in einer Hand und starrte auf es herab. Dann blickte er auf seine andere leere Hand. Er ballte sie zu einer Faust und machte sich innerlich beinahe Vorwürfe dafür, dass er zu langsam gewesen war. Wenn er schneller reagiert hätte, hätte er Mizuumis Hand noch packen können.

„Äußerst praktisch…", murmelte plötzlich Guadeloupe hinter ihm.

Law drehte sich um und betrachtete die Männer neben denen er aufgewacht war. Ein nervös aussehender Shachi der sich nicht traute ihm in die Augen zu sehen und ein ausdrucksloser Kronprinz der ihn abschätzend ansah. „Was ist praktisch?", blaffte er, als habe Guadeloupe ihn persönlich beleidigt.

Der junge Prinz blickte zu ihrer rechten und starrte durch einige engstehenden Felsen hindurch in die Ferne. „Wir befinden uns in der Nähe einer kleinen Stadt, die Nahe Antigua liegt. Der Weg dorthin dauert nicht einmal einen Tag und von dort aus vielleicht noch einen weiteren Tagesmarsch nach Antigua.", entgegnete er schließlich.

„Ja… äußerst praktisch.", meinte Law nur und zog seinen Umhang enger um sich. „Dann sollten wir keine Zeit verlieren. Gehen wir."

Kaum waren die Worte ausgesprochen, wanderten die drei zielsicher und ohne Pause. Selbst als Shachi Law um einige kurzen Pausen bat, starrte dieser ihn nur genervt an und ging ohne eine Antwort zu geben weiter. Shachi seufzte nur und ging neben dem schweigenden Guadeloupe her.

„Wie lange brauchen wir noch?", fragte Shachi nach vielen Stunden als der Himmel anfing dunkler zu werden.

Guadeloupe, welcher nicht ein einziges Wort während der gesamten Reise gesagt hatte, entgegnete scheinbar widerwillig: „Eine Stunde vielleicht." Dann schwieg er erneut, obwohl sein Blick an Law kleben blieb.

Shachi seufzte nur gequält und trank einen großen Schluck aus seinem immer leerer werdenden Wasserkanister. Er blickte stur auf seine Füße und vermerkte enerviert wie schmutzig und abgenutzt seine Stiefel bereits aussahen. Sein Haar klebte ihm im Gesicht, seine Brille rutschte andauernd und sein geliebter Hut – den er nicht hatte abnehmen wollen, obwohl Mizuumi ihm augenrollend erklärt hatte, dass ihm darunter schnell sehr warm werden würde, vor allen Dingen da er ja noch eine Kapuze drüber gezogen hatte – bereitete ihm auf einmal starke Kopfschmerzen.

Aus diesem Grund dauerte es auch einige Zeit bis er registrierte das Guadeloupe etwas zu ihm gesagt hatte. „Entschuldigung… wie war das nochmal?"

Glücklicherweise schien der Prinz keineswegs überrascht über seinen Mangel an Aufmerksamkeit und wiederholte seine Aussage nur zu gern: „Dein Käpt'n scheint sehr besorgt zu sein."

Obwohl Shachi dieses Mal jedes Wort verstanden hatte, das Guadeloupe gesagt hatte, traute er seinen Ohren nicht. Law und besorgt? Doch als er zu seinem voranstolzierenden Kapitän blickte; seine zusammengeballten Hände, seine gerade angespannte Haltung bemerkte und sich an seine abweisenden Worte und schlechte Laune erinnerte, konnte er nicht anders als dem Kronprinzen recht zu geben.

„Ja.", erwiderte er daher. „Du hast recht, er ist sehr besorgt."

Damit war das Gespräch zwischen ihnen beendet und keiner der drei sagte mehr etwas, bis sie die hohen und bunten Häuser einer kleinen Stadt erblickten.

„Wir müssen vorsichtig sein.", informierte sie der Prinz, als sie sich hinter einer Mauer in einer engen Gasse versteckten und ab und zu einen Blick auf die dunklen Straßen warfen. „So nah am Palast…. Hier müssen sich einige der Soldaten befinden, die für die Sicherheit unserer Familie gedacht waren."

Sie hockten auf dem gepflasterten Boden und besprachen sich kurz. Sie einigten sich schnell darauf, im Hinblick auf die lange Nacht, dort wo sie waren einige kurze Stunden zu schlafen und bei den ersten Sonnenstrahlen weiter zu ziehen.

Die Nacht verging schnell und als sie ihre Sachen wieder zusammenpackten schlichen sie sich leise durch eine scharr frühaufstehender Geschäftsleute. Als sie um eine Ecke bogen, hielten sie ruckartig an und drängten sich wieder zurück hinter die Mauer. Nur wenige Meter vor ihnen, befanden sich einige Soldaten die bewaffnet um einige Kutschen standen und sich unterhielten.

„Schhh." Guadeloupe hielt sich einen Finger vor die Lippen und bedeutete den genervten und übermüdeten Law, sowie den angespannten Shachi still zu sein.

Dann lauschten sie.

„Ernsthaft. Die Garde Typen gehen mir langsam auf die Nerven! Halten sich wohl für was Besseres!", fluchte ein großer breiter Soldat dessen Uniform sich nur in einigen Aspekten von denen der Garde unterschied. Ihre Uniformen waren Weiß und ihre Köpfe zierten dunkelgrüne Baretts. Von der Ferne konnte man es nicht genau erkennen, doch anstatt hochwertiger silberner Knöpfe, waren die der normalen Soldaten aus Kupfer.

„Bloß weil sie die Ehre haben Bonaire-sama direkt zu beschützen und die sieben Schlüssel für den Käfig aufzubewahren.", entgegnete ihm sein Kamerad.

Die drei Lauschenden horchten auf.

„Ein Käfig?", murmelte Guadeloupe nachdenklich. „Ich erinnere mich nicht daran, dass es irgendwo im Palast einen Käfig gibt, der sieben Schlüssel benötigt."

„Vielleicht etwas, dass dein Onkel mit hergebracht hat?", sagte Shachi und starrte wieder zu den Soldaten in der Hoffnung mehr zu erfahren.

„Schhh!", meinte der erste Soldat der gesprochen hatte. „Bist du verrückt? Du kannst doch nicht einfach über sowas in der Öffentlichkeit reden!"

Sein Kamerad rollte die Augen. „Ach was. Hört uns doch eh keiner. Außerdem, wer kommt schon auf die Idee, dass Bonaire-sama den Waldgott – von dem Niemand weiß das er existiert – in seiner Gewalt hat?"

Guadeloupe zog scharf die Luft ein. Law und Shachi warfen ihm verwirrte Blicke zu, doch der Prinz starrte fixiert auf die Soldaten.

„Du weißt das die Leute dieses Landes daran glauben, du Idiot! Natürlich würden sie sofort empört aufschreien, sollten sie herausfinden das Bonaire-sama mit Hilfe seiner Garde den Flüsterwald durch diesen dummen Vogel kontrolliert. Nicht zu vergessen, dass er dem Land so jeglichen Stoff zum Leben nimmt oder dass er die Prinzen hat verschwinden lassen.", gab der Soldat von selbst preis.

Guadeloupe ballte die Fäuste und wandte sich schnell ab. „Ich kann das nicht fassen….", flüsterte er und verengte die Augen.

„W-was meinen die denn? Welcher Waldgott?", stotterte Shachi ebenfalls flüsternd.

Guadeloupe rieb sich die Augen. „Es… gibt da eine Legende. Eine Geschichte wohlgemerkt. Die Legende spricht von einem göttlichen Wesen, das im Flüsterwald residiert. Jedes Jahr zur selben Zeit, singt es für die Verstorbenen Seelen ein Lied. Dieses Lied soll die Seelen auf die andere Seite bringen, wo sie geleitet vom singenden Wesen ihre Ruhe finden."

„Und dieses Wesen… meinen die Soldaten damit den Vogel?", fragte Shachi erstaunt nach.

Der Kronprinz nickte zögerlich. „Es scheint so. Allerdings hat bisher niemand jemals dieses Wesen gesehen…."

„Und ihr glaubt daran?", äußerte sich nun Law skeptisch.

„Ja. Natürlich. Wie könnten wir auch nicht?" Guadeloupe lächelte schwach. „Der Tag an dem das Wesen seine Stimme erhebt, ist der Tag an dem der Himmel sich in blendendem blauem Licht erhellt und eine klägliche wunderschöne Stimme über das Land hallt. Während der Nacht der Wintersonnenwende…." Letzteres flüsterte Guadeloupe nachdenklich dahin. „Unser Waldgott Kiré…."

„Waldgott?" Shachi wollte noch mehr fragen, wurde jedoch durch einen warnenden Blick Laws daran gehindert.

Angespannt lauschten sie wieder den Soldaten, dessen Gespräch sich mittlerweile in eine andere Richtung gewandt hatte.

„…soweit?", fragte der große breite Soldat. „Ich habe gehört Bonaire-sama hat sich etwas ganz besonderes für sein Fest ausgedacht."

„Hab ich auch gehört." Der andere Mann grinste lüstern. „Ich hab gesehen, wie einige äußerst hübschen Frauen durch die Stadt gelaufen sind. Hab sie natürlich angehalten und gefragt wo sie hinwollten. Wie es scheint wollen sie im Palast den Festigkeiten beiwohnen und für Unterhaltung sorgen…."

Sein Kamerad lachte laut. „Ha! Sogar jemand vom hohen Status wie Bonaire-sama kann den betörend Anblick von leicht bekleideten Tänzerinnen nicht widerstehen!"

Angewiderte wandte Guadeloupe den Blick ab. „Eine Schande, dass diese Männer Teil der königlichen Armee sind.", fluchte er und sein Blick verfinsterte sich.

Mittlerweile stand die Sonne hoch am Horizont und tauchte die drei lauschenden Männer in grelles warmes Licht ein. Es erinnerte Law daran, dass sie nicht viel Zeit hatten um Antigua zu erreichen, aus welchem Grund sie sich leise an den Soldaten vorbeischlichen und mit den gewonnenen Informationen im Hinterkopf zügig die Stadt verließen.

...

Als sie Antigua endlich erreichten, war ein neuer Tag angebrochen und die große Stadt erstrahlte in ihrer Menschenscharr und ihren Darbietungen.

„Was zum Teufel…!", war das erste was Laws Lippen verließen, als er vor einem riesigen Schwimmbecken Halt machte und im bis über die Kante gefüllten Becken seine Mannschaft erblickte. Doch nicht nur dort tobten und spielten seine Männer – nein. Er erblickte wie Penguin und Bepo zu seiner linken irgendein Ballspiel spielten, Beck und Ōgata unterhielten sich mit zwei dunkelhaarigen Frauen an der Bar und Mizuumi – Law schluckte unbewusst – lag im Bikini auf einer weißen Liege zu seiner rechten, die Augen geschlossen und sich im Schatten ausruhend.

Shachi wich mehrere Schritte von dem vor Wut siedenden Law zurück.

„WAS ZUM TEUFEL MACHT IHR HIER?", schoss es aus dem jungen Kapitän heraus. Eine Vene pochte ihm an der Stirn – all seine Sorgen der letzten Stunden waren umsonst gewesen. Was übrig blieb war kochende Wut.

Nicht einmal die Feststellung, dass die zwei Frauen mit denen sich Beck und Ōgata unterhalten hatten erschrocken davon liefen, oder das Penguin vor Schreck Bepo den Ball gegen den Kopf warf – nein, nicht einmal der erschrockene Laut den Mizuumi von sich gab, als sie durch sein lautes Gebrüll vom Liegestuhl gefallen war, konnte ihn aufmuntern. Er war wütend. Sehr wütend.

„K-Käpt'n?", sagten seine Männer beinahe im Einklang mit zittriger Stimme.

Laws Griff um sein Nodachi verstärkte sich, bis seine Hand anfing zu zittern. Mit den Zähnen fest aufeinander gepresst und dem wohl übelsten unzufriedensten Ausdruck auf dem Gesicht den seine Mannschaft je zu Gesicht bekommen hatte, fauchte er seine Mannschaft an. „Während EINIGE von uns, die Zeit unserer Trennung dazu genutzt haben, wichtige Informationen über den Feind zu sammeln… habt ihr nichts Besseres zu tun… als hier Urlaub zu machen?" Seine Stimme war gefährlich ruhig, als er sie ansprach.

Shachi schluckte und selbst Guadeloupe sah nicht so aus als ob er vor hatte etwas zu sagen.

Langsam versammelte sich die Mannschaft mit schuldbewusster Mimik und machte vor ihm halt. Keiner wagte etwas zu sagen. Die einzige die sich nicht vor ihn stellte war Mizuumi, die immer noch neben dem umgekippten Liegestuhl saß und mit dem Oberkörper darauf abgestützt Law mit zusammen gekniffenen Augen studierte.

Law erwartete jeden Moment einen ihrer üblichen Kommentare, in welcher sie ihn anschreien oder beleidigen würde. Bedauerlicherweise war er nicht in der Stimmung für ihre Spielchen und er schwor sich, würde sie es wagen jetzt etwas gegen ihn zu sagen, würde er sie bei nächster Gelegenheit ans Bug seines Schiffes Ketten und auf Tauchstation gehen.

Doch anstatt eines giftigen Kommentars, sänftigte sich ihr Ausdruck plötzlich und mit einem schwachen schuldigen Lächeln sagte sie: „Sorry, Law. Wir wollten nicht das du dir Sorgen machst."

Und mit einem Mal war seine ganze Wut verschwunden. Mit leicht geweiteten Augen starrte er die junge Frau vor sich an. Plötzlich überkam ihm ein Gefühl von Scham und Verlegenheit, als ihre stechenden Augen direkt in seine Seele zu blicken schienen. Es half diesem Gefühl des bloßgestellt sein nicht viel weiter, dass das Mädchen ihn in einer fürsorglichen Art und Weise beim Namen genannt hatte, oder das seine Mannschaft nun anfing unter sich zu murmeln.

„Tut uns Leid Käpt'n!", sagte einer nach dem anderen, welches Law nur noch verlegener machte und in gewisser Hinsicht wieder eine Spur an Wut aufkommen ließ. Jedoch schafft er es nicht an dieser Wut festzuhalten, als er seine Männer genau studierte und keinerlei Verletzungen an ihnen sah.

Genervt und beschämt wandte er sich ab. „Wir haben genug Zeit verloren. Zieht euch gefälligst etwas Vernünftiges an" – er blickte bedeutend zu Mizuumi – „und seit in dreißig Minuten wieder hier. Wir brechen so bald wie möglich wieder auf."

„Aye, aye Käpt'n!", riefen die Männer und schnellten davon.

Es dauerte nicht mehr als zwanzig Minuten in denen Law Zeit hatte sich zu sammeln, da war seine komplette Mannschaft wieder um ihn versammelt – plus einer Gestalt mehr. Fassungslos starrte Law den Mann der breit grinsend neben einer gut gelaunten Mizuumi stand und auch noch die Frechheit hatte einen Arm um ihre Schultern zu legen, an.

„Du bist doch-!", schoss es aus Shachi neben ihm heraus.

Der Mann hob seine freie Hand und grinste mit zusammen gekniffenen Augen. „Yo. Gar nicht so lange her, was?"

In binnen Sekunden hatte Law sein Schwert gezogen und hielt es nun dem zwar immer noch lächelnden aber leicht nervös aussehenden Mann an die Kehle. „Was machst du hier?", zischte Law gefährlich leise.

„Whaaa!", stieß plötzlich Mizuumi nervös von sich und schüttelte beschwichtigend die Arme vor sich hin und her. „W-warte Käpt'n!"

Law blickte sie missbilligend an. „Gibt es einen Grund dafür warum du diesen Kerl verteidigst, Mizuumi?"

Schnell schüttelte sie den Kopf. „Nicht wirklich, Law. Allerdings solltest du mir kurz zuhören und dich dann entscheiden was du mit ihm machen willst." Ihr Blick wich kurz zu der bedrohlichen Klinge, die ihr ebenfalls sehr nahe war.

„Ich höre.", antwortete er sofort, senkte die Klinge jedoch nicht.

Angespannt beobachteten der Rest der Mannschaft sowie die drei Prinzen das Spektakel. Wie so oft, konnten sie nur zuschauen und hoffen das Mizuumi die Sache unter Kontrolle hatte.

„Takeru hier – ja das ist sein Name – ist während seines Aufenthalts auf dieser Insel Teil der königlichen Garde geworden, wie man unschwer an seiner Uniform erkennen kann…. Er hat explizite Insider-Informationen. Er könnte unser Schlüssel in den Palast sein.", erklärte Mizuumi schnell und rasch. „Danach kannst du ihn ja immer noch töten, aber jetzt brauchen wir ihn erst mal. Die Prinzen reichen nicht aus um uns unentdeckt an den Wachen vorbei zu bekommen."

Takeru ließ einen kleinen laut des Protestes von sich. „Hey! Und zu was anderem bin ich nicht zu gebrauchen oder was?"

Er wurde ignoriert.

„Teil der Garde….", murmelte Law nachdenklich, blickte jedoch nicht Takeru an sondern starrte stattdessen gedankenverloren Mizuumi an. Langsam sank er seine Hand und steckte schließlich sein Nodachi gänzlich weg. „In Ordnung. Shachi, Penguin."

„Ja!", riefen die beiden und salutierten in einer Marineartigen Imitation.

„Behaltet ihm in Auge.", wies Law sie an wandte sich von Takeru und Mizuumi ab. „Gehen wir."

...

Während ihrer kurzen Reise zur Stadtgrenze unterhielt sich Law ausgiebig mit Guadeloupe, Montserrat und Shachi. Mizuumi betrachtete dies aus sicherer Entfernung interessiert und merkte nicht einmal wie sich ein grinsender Penguin neben sie stellte.

„Keine Sorge, Mizuumi.", sagte er und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.

Mizuumi zuckte kaum merklich zusammen und blickte daraufhin den Smutje genervt an. „Ich weiß nicht wo von du sprichst."

„Natürlich nicht." Er lachte. „Sie tüfteln nur einen Plan aus. Soweit ich weiß haben sie irgendwelche Informationen gesammelt die uns weiterhelfen könnten. Ich denke der Käpt'n wird uns noch früh genug einweihen." Er schüttelte den Kopf und wechselte das Thema. „Aber ehrlich. Woher wusstest du das der Käpt'n besorgt um uns war? Er war so wütend, ich dachte er würde uns alle umbringen."

Daraufhin musste Mizuumi leicht grinsen, dann wandelte es sich jedoch in ein trauriges Lächeln. „Mein Lehrmeister… er wurde auch einmal so wütend auf mich…. Ich hatte mich im Waffenlager versteckt und wegen eines dummen Fehlers von mir, krachten alle möglichen Schwerter von den Regalen und landeten um mich herum. Ich hatte Glück und bekam nur ein paar Kratzer ab, obwohl mich jedes dieser Schwerter hätte aufspießen können. Das erste was mein Meister machte, nachdem er mich umgeben von Waffen fand, war meine kleinen Schrammen zu versorgen, bevor er mich stundenlang anschrie und ich Wochenlang Hausarrest bekam. Von da an durfte ich mich dem Waffenlager erst wieder nähern, als ich sechszehn war…." Sie lachte melancholisch. „Obwohl ich damals dachte, dass er nur ungerecht zu mir war, verstand ich später, dass seine Wut nur Teil seiner Sorge war. Man sieht es in den Augen, Penguin." Sie blickte vorsichtig zu Law. „Seine Augen waren voller Sorge um uns."

Penguin grinste Angesicht dessen, dass er etwas mehr über Mizuumi erfuhr und der Tatsache, dass Law sich wirklich Sorgen um sie gemacht hatte. Und Mizuumi hatte ihren Kapitän einfach so durchschaut.

„Trödelt nicht so.", murmelte Beck der vor ihnen lang ging. Zwar war sein Gesicht ihnen nur kurz zugewandt, so wussten Penguin und Mizuumi anhand Becks Grinsen dass er ihnen zugehört hatte und offensichtlich zustimmte.

Sie erreichten ohne Zwischenfälle die Stadtgrenze wo sie anhielten und von einem kleinen mageren Typen einige Kutschen mieteten. In jede Kutsche passten sechs Personen, sodass sie mit vier Kutschen aus kamen.

Die Kutschen waren groß und geräumig, mit weichen roten Innenpolstern und dunkelgrauen Vorhängen. Gezogen wurden die Nussbaumfarbigen Kutschen von dunklen großen Pferden, die stolz das Zeichen der königlichen Familie trugen. Begeistert tätschelte Mizuumi die Rappen, bevor sie sich zu Law, Shachi, Penguin, Guadeloupe und – zum Missachten Laws – Takeru in die Kutsche setzte.

Eine angespannte Stille entstand.

„So….", versuchte Mizuumi nach einigen holprigen Minuten das Schweigen zu unterbrechen. „Wie lange genau brauchen wir bis wir da sind?"

In der Hoffnung Law von seinem Starrwettbewerb mit Takeru ablenken zu können, blickte sie ihn erwartungsvoll an. Jedoch regte sich kein einziger Muskel in Laws Gesicht, welches Mizuumi enttäuscht aufseufzen ließ.

Guadeloupe antwortete ihr schließlich: „Nicht mehr als drei Stunden vielleicht."

Nun seufzten auch Shachi und Penguin, die bereits nach wenigen Minuten lieber aus dem Fenster springen wollten. Mizuumi jedoch schüttelte nur den Kopf und entschied sich dazu die Zeit so zu verbringen wie sie beinahe jede Lange Fahrt – zum Beispiel mit dem Zug – in ihrer Welt hinter sich gebracht hatte. Sie starrte erst einige Minuten gedankenverloren aus dem Fenster und starrte in den dunklen Wald hinaus, bis sie merkte das dort nichts interessantes zu sehen war – bis auf einige kurios aussehenden Grabsteine, die sie allerdings nicht weiter beachten wollte – und schließlich die Vorhänge auf ihrer Seite zuzog. Dann lehnte sie sich zurück und schloss die Augen.

Die Zeit verging immer schneller wenn man schlief, weshalb sie jedes Mal während einer langen Fahrt nach wenigen Minuten nichts Besseres zu tun fand als zu schlafen. Dieses Mal würde sie sogar wahrscheinlich tief einschlafen, da sie nicht alleine war und somit nicht darauf achten musste, an der richtigen Station auszusteigen oder gar rechtzeitig aufzuwachen. Sie war nicht in Eile; nicht direkt. Sie konnte sich ausruhen und sich entspannen.

Guadeloupe war der Erste der bemerkte das Mizuumi schlief. Bevor zwischen dem gereizten Law und dem genervten Takeru ein verbaler Streit entstehen konnte, stoß der Kronprinz den Piratenkapitän sanft in die Seite und deutete auf dessen empörten Ausdruck hin nur auf die ihm gegenüber sitzende Mizuumi. Mit dem Kopf an die Seite gelehnt, war es nicht schwer zu erkennen, dass das Mädchen schlief.

Der neben dem Mädchen sitzende Takeru folgte den Blicken der Beiden und bemerkte ebenfalls schnell den Grund für Guadeloupes Einmischung. Shachi und Penguin hatten mittlerweile ebenfalls mitbekommen was los war und beide verkniffen sich ein glucksen.

„Weißt du Käpt'n", flüsterte Penguin leise. „auch wenn man es ihr nicht angesehen hat, glaube ich dass sie sich von uns allen am meisten Sorgen gemacht hat."

Law betrachtete das Mädchen ungläubig, bevor er langsam nickte. Wenn er jetzt Mizuumi so betrachtete, konnte er ganz klar den Hauch an dunklen Ringen unter ihren Augen sehen und die leichten Sorgenfalten die sich gebildet hatten. Er konnte sich beinahe bildlich vorstellen, wie sie auf und abging, laut schimpfend und Morddrohungen gegen den Himmel rufend auf ihn wartete.

Dies brachte ihm ein unsicheres Lächeln auf die Lippen.

...

„Mizuumi."

Eine leichte Berührung an ihren Schultern rüttelte sie langsam wach. „W-was?", murmelte sie leise und öffnete verschlafen die Augen.

„Wir sind da.", sagte die vertrautere Stimme, die das Mädchen nach kurzer Zeit endlich identifizieren konnte.

Laws Gesicht tauchte vor ihr auf und erschrocken fuhr Mizuumi zurück. Diese Nähe erinnerte sie viel zu sehr an das was im Hotelzimmer passiert war….

„Endlich wach?", gluckste Shachi, der in der offenen Kutschentür stand und sie grinsend anstarrte.

„Ja.", entgegnete sie sofort und sprang an Law vorbei hinaus auf den grau gepflasterten Boden.

Der Kapitän zögerte nicht lange und verließ ebenfalls das Fahrwerk. Mizuumi spürte für einige Sekunden seinen durchdringenden Blick, bevor sich Law zu den anderen wandte und mit ihnen zu diskutieren begann. Erleichtert seufzte Mizuumi auf und schüttelte dann den Kopf. Ihr gefiel es gar nicht wenn Law ihr so zu nahe kam. Es machte sie unwohl und ließ ihr Herz wie wild rasen.

Nachdem sie sich beruhigt hatte blickte sie sich endlich um. Während die Kutschenpferde an einem Stallähnlichen Gebäude von mehreren Männern versorgt wurden, erhaschte sie einen schnellen Blick zurück in den dunklen Wald, mit seinen riesigen Dschungelgleichen Bäumen und ungewöhnlichen Pflanzen. Als sie ihren Blick in die entgegengesetzte Richtung wandte, staunte sie nicht schlecht. Eine riesige mit roten Steinen errichtete Mauer türmte sich vor ihr in schier unendliche Höhe auf. Viele Teile der Mauer waren überwuchert von Ranken die Teilweise wunderschöne gelbe Blumen trugen.

„Dies ist die Mauer von Kirene?", hauchte Mizuumi begeistert.

„Ja.", antwortete ihr Montserrat, der neben ihr stand und mit einem melancholischen Ausdruck auf dem Gesicht die Mauer ansah. „Es ist zwar nicht lange her, dass wir hier waren… aber ich habe es trotzdem sehr vermisst…."

„Verständlich." Mizuumi schenkte dem jungen Prinzen ein aufmunterndes Lächeln. „Ich vermisse meine Heimat ebenfalls…."

Der Prinz legte den Kopf leicht schief und hackte verwirrt nach: „Eure Heimat?"

Sie nickte. „Ja…." Dann schwieg sie und starrte gedankenverloren auf das große eiserne Tor das sich vor ihnen aufrichtete.

Hinter ihnen erklang plötzlich ein Schrei des Protests.

„Und wieso sollte ich das bitteschön machen?", fragte ein aufgebrachter Takeru den angespannten Law.

Dieser funkelte ihn mit zusammengekniffenen Augen an und grinste plötzlich diabolisch. „Weil ich dich sonst in Stücken mitnehme."

Mizuumi seufzte und ging auf die beiden Männer zu. Kurz vor ihnen blieb sie stehen, hob die Hände erneut in einer beschwichtigen Geste und sagte schließlich: „Beruhigt euch bitte. Law, es bringt wirklich nichts ihn in Stücke zu schneiden. Viel zu lästig ihn mitzunehmen. Und Takeru", sie hielt inne, lächelte liebevoll und legte die Hände ineinander, „bitte. Wir brauchen deine Hilfe."

Takeru starrte sie erst verwirrt an, bevor sich eine leichte Röte über seine Wangen schlich. „O-okay." Stur drehte er den Kopf weg. „Aber glaub ja nicht das ich, dass deinetwegen tue Herr Piratenkapitän."

Law knirschte mit den Zähnen, sagte jedoch nichts. Mizuumi hatte den Mann davon überzeugen können sie sicher durchs Tor zu bekommen; das war das einzige was jetzt wichtig war.

„Gehen wir?", fragte Mizuumi ihn und verschleierte mit Tüchern ihr Gesicht.

Er nickte, tat es ihr gleich und bedeutete seiner Crew sich ihnen ebenfalls anzuschließen. Nachdem er sicher war, dass niemand von ihnen zu erkennen war, winkte er Takeru zu voran zu schreiten. Takeru nickte stramm, setzte eine ernste Miene auf und führte sie zum großen Tor. Dort klopfte er dreimal, bevor sich ein kleiner Spalt innerhalb des riesigen Tores öffnete und zwei kleine Augen zum Vorschein traten.

Angespannt hielten die Heart-Piraten ihren Atem und Mizuumi biss sich nervös auf die Unterlippe.

„Wer da?", ertönte eine raue dunkle Stimme und die Augen begannen sie alle durch dringlich zu studieren.

„Takeru.", entgegnete der ehemalige Pirat monoton und trat einen Schritt zurück, damit der Mann hinter der Tür seine Uniform genauer sehen konnte.

Bepo zerrte unwohl an den vielen Tüchern die dazu dienten ihn komplett zu verschleiern. Mizuumi klopfte ihn aufmunternd auf den Rücken, welches der Eisbär mit einem Nicken quittierte. Die Augen verschwanden und innerhalb weniger Sekunden öffnete sich eine kleine Seitentüre, durch die ein großer dunkelhaariger Mann, gekleidet in weißer Uniform, trat und ihnen mit einem genervten Ausdruck im Gesicht bedeutete einzutreten.

Takeru nickte ihm dankbar zu und ging voran, der Rest folgte ihm schnell. Kaum waren sie außerhalb Gefahrenzone atmeten alle einmal auf.

„Gott sei Dank!", rief Mizuumi und hielt sich die Hand übers Herz. „Ich dachte schon ich sterbe!"

„Sehr unwahrscheinlich, Mizuumi.", gluckste ihr eine Stimme ins Ohr und erschrocken fuhr das Mädchen zurück. Law hob eine Augenbraue.

„Lass das bitte, Käpt'n.", bat ihn Mizuumi ruhig.

Law grinste. „Warum so schreckhaft?" Er trat einen Schritt näher und senkte seinen Kopf sodass er ungefähr auf Augenhöhe mit Mizuumi war.

Bevor sie ihm antworten konnte, drängte sich eine in schwarzgekleidete Person zwischen ihnen vorbei und verkündete mit einem aufgesetzten Lächeln ungewöhnlich laut: „Aha~. Ist das schön wieder zurück zu sein! Schöne Stadt, nicht wahr Mizuumi?"

Genervt wandte Law den Blick von Takeru und trat zu Guadeloupe, Shachi und Bepo, die den jungen Kapitän nur ausdruckslos betrachteten.

„J-ja.", erwiderte Mizuumi nachdem sie unwohl beobachtete wie Law sich von ihnen abgewandt hatte.

Erst dann nahm sie sich die Zeit sich umzusehen. Wenn sie gedacht hatte, dass das Tor bereits wunderschön war, dann wusste sie keinerlei Worte mehr für die Stadt innerhalb der Mauern. Jedes Haus, welche in einem leicht Englischen Baustil gebaut waren, war mit Cremefarbigen Steinen und roten Dachziegeln errichtet. Hier und da wuchsen große Eichen und erhellten die weißgepflasterten Straßen im warmen Licht.

„Es ähnelt irgendwie Goa Kingdom….", murmelte Mizuumi unsicher und blickte sich erneut um. Sie war froh als sie anstatt hochnäsige Adelige vollkommen normal gekleidete Menschen erblickte.

„Seltsam…. Die Menschen sehen nicht so aus, als haben sie erst vor kurzem ihren König verloren.", meinte Law und blickte zu den drei angespannten Prinzen.

Diese nickten. „Ja.", erwiderte Montserrat. „Das liegt daran, dass niemand außer uns, den Wachen und der königlichen Garde über Vaters Tod Bescheid weiß."

„Sollten die Bewohner das nicht eigentlich merken?", fragte Bepo und legte den Kopf schief.

„Lass mich raten: Zwillinge?", antwortete Mizuumi bevor die drei Prinzen auch nur ein Wort sagen konnten.

Überrascht nickten sie. „Woher wisst Ihr das?", wollte Nevis erstaunt wissen.

Mizuumi zuckte nur mit den Schultern. „Nicht schwer zu erraten." Sie wandte sich dem grübelnden Law zu und fragte: „Und? Wie geht's jetzt weiter?"

Plötzlich schlich sich ein breites Grinsen auf Laws Gesicht, welches Mizuumi beinahe erschrocken zurückfahren ließ. „Wartet hier.", war jedoch das einzige was er sagte und zusammen mit Guadeloupe, Montserrat und Shachi verschwanden sie in den beschäftigten Straßen und ließen eine verdutzt dreinblickende Mizuumi zurück.

„Was… was sollte das denn?" Misstrauisch sah sie den immer kleiner werdenden Gestalten nach und wandte sich fragend an den übriggebliebenen Teil der Heart-Piraten.

Penguin zuckte nur mit den Schultern. „Keine Ahnung."

„Wohl Teil des nächsten Plans?", fragte Beck und setzte sich auf eine grünangestrichene Bank, die direkt neben einer kleinen grünen Wiese stand.

„Ich hab Hunger.", verkündete Bepo auf einmal und streckte die Nase in die Luft. „Ich rieche etwas Leckeres…."

Takeru stand neben dem hungrigen Eisbären, stemmte die Arme in die Seiten und schüttelte den Kopf. „Ein seltsames Wesen, das ihr da in euer Mannschaft habt."

Bepos Ohren drehten sich in Takerus Richtung und ein Schwall an Niedergeschlagenheit überkam ihn. „Entschuldigung."

„Verdammt, hör endlich auf dich zu Entschuldigen!", meckerte Penguin ihn direkt an.

Mizuumi kicherte nur amüsiert und hielt sich eine Hand vor den Mund um ihr Lachen zu verstecken.

...

Es dauerte eine geschätzte halbe Stunde, bevor Law und die anderen wiederkamen. Immer noch mit Misstrauen gekürt, beäugte das einzige Mädchen der Runde die großen Tüten, die jeder der vier Männer bei sich trug und zog verwirrt die Augenbrauen zusammen. Law grinste sie plötzlich überheblich an und reichte ihr eine hellblaue Tüte mit einem rosafarbenen Aufdruck darauf.

Mizuumi wagte es nicht einmal den Inhalt anzublicken und wandte sich stattdessen sofort an ihren Kapitän. „Was ist das?", schoss es argwöhnisch aus ihr heraus.

„Sieh es dir doch einfach an.", war Laws Antwort.

Er reichte die anderen Tüten seiner verdutzten Crew und befahl ihnen die Sachen, die dort drinnen enthalten waren, anzuziehen. Während einige sich grummelnd in einer Seitengasse entkleideten und neu anzogen, zögerte Mizuumi noch immer. Sie hielt die Tüte in einer Hand vor sich hoch und betrachtete den rosafarbenen Aufdruck skeptisch. Riesige stilisierte Rosen umkreisten die in Schreibschrift gehaltenen Buchstaben und als Mizuumi die Tüte etwas drehte, glitzerte die Schrift in der Sonne.

Angewidert öffnete das Mädchen die Tüte. „Was…was ist das?", wiederholte sie ihre Frage erneut. Jedoch schwang ein Hauch an Entsetzten in ihrer Stimme mit sich.

„Ein Kleid.", entgegnete Law sofort und erschrocken stellte Mizuumi fest, dass er immer noch vor ihr stand. „So etwas in der Art zumindest." Dieses Mal konnte man kaum das Grinsen aus seiner Stimme wegdenken. Er genoss die Situation.

Mizuumi betrachtete noch immer den zusammengefalteten Stoff, der feinsäuberlich in der Tüte lag und zuckte kaum merklich zusammen. „…oh mein Gott… sind… sind das Rüschen!?"

Law wandte sich langsam von ihr ab, als habe er das Interesse an ihr verloren und verkündete: „Du wirst es anziehen."

Sie starrte Law ungläubig an. „Ich soll bitte was tun?!"

„Das anziehen, Mizuumi.", betonte der Piratenkapitän süffisant.

Ihr Mund stand offen und eifrig schüttelte sie den Kopf. „Keine zehn Pferde kriegen mich in das Teil!" Doch als sie Laws resoluten Gesichtsausdruck sah, schienen all ihre Argumente in sich zusammen zu fallen. Auch wenn er mit ihr in verspielter Art sprach, sah sie in seinen Augen, dass er keine Widerworte zuließ und absoluten Gehorsam von ihr erwartete.

Im Stillen glaubte Mizuumi jedoch, dass dies seine Rache für Antigua war.

„Wozu… ist das überhaupt?", wagte sie es noch zu fragen, in einem verzweifelten Versuch diese ganze Situation besser verstehen zu können.

„Phase 2.", hauchte ihr plötzlich jemand ins Ohr, welches Mizuumi nach vorn zucken ließ. Montserrat grinste sie breit an und klopfte ihr schließlich auf die Schulter. „Ihr seid der tragende Fels dieser Phase, holde Meid."

„W-was?" Ihr Blick schnellte zu Law, doch dieser hatte sich bereits von ihr abgewandt und verschwand bald darauf ebenfalls in einer Seitengasse.

Frustriert, verwirrt und hintergangen betrat Mizuumi ein Restaurant zu ihrer rechten, ging ohne Umwege zu den Toiletten und zog sich missmutig das Kleidungsstück an. Als sie eingewickelt in einem braunen Mantel wieder heraustrat und alle die sie wagten anzusehen böse Blicke zu warf, hatten sich wieder alle versammelt.

Takeru trat zu ihr ran und grinste breit. „Uuuuuuund~?", fragte er suggestiv. „Was für Klamotten haben sie dir aufgezwungen?"

Mizuumi lief kaum merklich rot an. „Das geht dich wohl kaum etwas an!", fauchte sie und trat zu den anderen. Auch ihre Crewmitglieder waren vor ihrem stechenden wütenden Blick nicht sicher und zuckten daher einen Schritt zurück.

Law lachte nur. „Mizuumi."

„Was?!", fauchte sie bedrohlich doch Laws Grinsen blieb standhaft.

„Kannst du eigentlich tanzen?"

„W-was?"

...

„Ich kann nicht glauben, dass es geklappt hat.", flüsterte Penguin Mizuumi erstaunt ins Ohr.

Mizuumi nickte zustimmend und starrte auf die Wachen zurück, die hinter der Mauer, welche den Palast umgab standen. Sie hätte nicht gedacht, dass man ihnen abkaufen würde eine Gruppe von Tänzern und Performern zu sein, die ihren König unterhalten wollten. Vor allen Dingen, da sie das einzige Mädchen in der Truppe war, erstaunte es sie umso mehr.

„Wie es scheint nehmen sie jeden weiblichen Tänzer an….", wisperte Shachi ihr ins andere Ohr.

Leicht irritiert zwängte sie die beiden Männer von sich weg und hauchte so leise wie sie mit einer genervten Stimme konnte: „Hört gefälligst auf damit so nah zu kommen!" Normalerweise wäre Mizuumi die Nähe ihrer Crewmitglieder bis zu diesem Maße egal. Jedoch machte sie die Kleidung die sie trug unbehaglich und nervös zupfte sie immer wieder an ihrem Mantel um sicher zu gehen, dass sie überall bedeckt war.

Als sie ein Glucksen vor sich wahrnahm schnellte ihr Blick nach oben. Die Kutsche in der sie saßen war sehr groß und konnte zehn von ihnen ohne Probleme in sich halten. Es war ein Service den die Wachen ihnen angeboten hatten, damit sie noch rechtzeitig zum Fest kamen.

„Was?", fragte Mizuumi mit zusammen gekniffenen Augen.

Immer noch glucksend, antwortete Law ihr: „Nichts, nichts."

„Jetzt ja keinen Streit anfangen, ihr Beiden.", meinte Takeru, schob die Vorhänge der Kutsche an Seite und stahl einen Blick aus dem Fenster. Dann seufzte er und blickte wieder in die Runde. „Okay.", sagte er. „Ich denke es wird Zeit alle einzuweihen oder?" Er schielte zu Law der neben ihm saß.

Dieser seufzte nicht einmal und begann zu erzählen.

Mizuumis Mund stand offen. „WAS?!", kreischte sie und wurde gerade noch so von Shachi und Penguin, die ihre Hände über ihren Mund warfen, zum Schweigen gebracht. Nervös und mit zittriger Hand blickte Shachi aus dem Wagen und seufzte erleichtert als ihm nichts auffällig erschien. Niemand hatte sie gehört. Dennoch blickten Mizuumi alle Insassen nun mit warnenden Blicken an. Ihr war das egal.

„Wie-", sie schnappte nach Luft, „wie könnt ihr einfach einen Plan ausarbeiten der MICH involviert, ohne MICH vorher zu fragen?!" Ihr Gesicht nahm derweilen einen leichten rötlichen Schein an; sie schnaubte wütend.

Laws Gesichtsausdruck war ernst und mit bestimmter ruhiger Stimme entgegnete er: „Ich gebe die Befehle." Dann schwieg er kurz und überlegte. „Dir wird nichts passieren."

Mizuumis Wut klappte in sich zusammen. Mit zusammengezogenen Augenbrauen und einem sehr besorgten Ausdruck im Gesicht blickte sie Law an. Sie hatte nichts zu befürchten. Law würde sie nicht verraten. Niemals.

Unwohl zupfte sie an ihrem Mantel und senkte den Blick. Dann nickte sie und lehnte sich in die weichen Sitze zurück. Sie ignorierte von da an ihre Freunde und hielt inne. In ihrer Welt hätte sie nur sehr wenigen Menschen – sie konnte sie an einer Hand abzählen – vertraut. Es war seltsam, wie sehr sie anfing sich auf Law, Bepo, Shachi, Penguin und die anderen zu verlassen. Es war schön. Ein befreiendes Gefühl.

Und gleichzeitig löste es eine unvorstellbare Angst in ihr aus.

Als sie am Palast ankamen, dämmerte es langsam. Die Sonne verschwand schnell hinter heraufziehenden Wolken, die sich wie eine Decke über das Land zu legen schienen. Eilig schritten sie durch die Türen des riesigen Palastes – sie gaben Mizuumi nicht die Zeit dazu alles zu bewundern – und folgten der immer lauter werdenden Musik.

Vor dem Saal mit den riesigen in Barockstil gebauten Türen, blieben sie stehen.

„Bereit?", fragte Law und obwohl er in die Runde sah, fühlte Mizuumi sich am meisten angesprochen.

Sie nickten alle und zogen sich Masken über die Augen, sodass sie schwerer zu erkennen waren. Law öffnete die Tür und sie betraten selbstbewusst den riesigen Ballsaal, der mit vielen maskierten Menschen gefüllt war. Sowie Mizuumi den Saal betrat, schritt ein Mann an ihre Seite und bedeutete ihr ihm zu folgen. Sie verstand ihre Aufgabe schnell, nickte ihren Kameraden zu und folgte dem Butler in einen kleinen Seitenraum hinein.

Die Männer blieben zurück.

„Meinst du sie schafft das?", fragte Montserrat nun doch leicht besorgt.

„Ja.", entgegnete Law sicher und bestimmt.

...

Das Gewispere der Gespräche schien förmlich zu verschwinden, sowie Mizuumi den Nebenraum betrat. Unwohl über die plötzliche Stile an ihrem Mantel zupfend, folgte sie dem fein gekleideten Diener weiter in dem Raum hinein, bis sie vor einer Garderobe und einer Spiegelfront stehen blieben. Vor den Spiegeln standen mehrere kleine Schminktische, die bereits zahlreich mit aufgetakelten Frauen besetzt waren.

„Hier ist Ihr Platz, Miss.", sagte der Mann mit neutraler Stimmlage und nachdem er sich kurz verneigte verließ er den Raum auch wieder.

Sanftes klimpern von Parfümflaschen er klirrte durch die Stille und vorsichtig nahm Mizuumi an einem Tisch in mitten der anderen Platz. Der Stuhl war weich und sehr aufwendig gestaltet, sowie es fast jedes Möbelstück in diesem Palast zu sein schien.

„…ganz egal was du sagst, seine Majestät wird sich eindeutig mehr an meinen Tanzkünsten erfreuen, als an denen solcher stümperhafter Amateure.", ertönte eine Stimme irgendwo zu ihrer rechten.

Es schien als ob sich einige der Mädchen tatsächlich über die bevorstehende Qual freuten - etwas das Mizuumi in diesem Moment, wirklich nicht nachvollziehen konnte. Sie war froh wenn sie wieder auf dem U-Boot in ihrer Kajüte war - perfekter weise natürlich mit dem Buch in den Händen.

Als das Gespräch tatsächlich in eine Art Zickenkrieg auszuarten schien, seufzte Mizuumi nur gequält und starrte auf den Tisch vor ihr. Oder vielmehr auf die darauf liegenden Schminksachen. Verdammt. Wie lange war es her, dass sie sich mal geschminkt hatte?

„Möchtest du Hilfe?", fragte sie eine Stimme direkt neben ihr plötzlich und verwundert blickte Mizuumi zu ihrer Linken in das Gesicht einer jungen Frau.

Ihre platinblonden Haare fielen in sanften Locken bis zu ihren Ellbogen, während himmelblaue Augen mit einer unglaublichen Weisheit darin Mizuumi freundlich studierten. Ein Lächeln kräuselte ihre Lippen als sie auf eine Antwort wartete. Irgendetwas in ihrem Ton, sagte Mizuumi mehr über die Frau als es Worte jemals tun könnten.

Sie war nicht für vergnügen hier. Nein. Sie schien bitter ernst.

Langsam nickte Mizuumi. „Danke… Ich… habe sowas lange nicht mehr gemacht…." Beinahe verlegen blickte sie zur Seite.

„Schon okay.", entgegnete die Frau verständnisvoll. „Ich helfe dir gerne. Ich bin Marie und wer bist du?"

Mizuumi konnte nicht anders als auch zu Lächeln. Diese Frau schien eine Ruhe ausstrahlen, wie sie es sonst nur von Law gewohnt war. „Mizuumi. Freut mich."

Marie half ihr dabei Lidschatten und Wimperntusche aufzutragen und gab ihr obendrein sogar noch einige hilfreiche Tipps und Hinweise. Mizuumi mochte Marie sofort und plötzlich - durch die beruhigenden Worte und das freundliche Gespräch erschien die, ihr bevorstehende Aufgabe, nicht mehr ganz so schlimm.

...

Law seufzte erneut. Er wusste nicht zum bereits wie vielten Male. Unbeeindruckt beobachtete er die Menschen, die sich laut unterhielten und mit wehenden Röcken und schicken Anzügen über die Tanzfläche huschten. Zu sagen, dass er sich langweilte, wäre untertrieben. Nie wieder würde er sich von Mizuumi weich machen lassen, ein paar Prinzen dabei zu helfen ihr Königreich zurück zu bekommen.

„Wann ist es endlich?", fragte Shachi, der neben ihm stand und auf der Stelle hin und her wippte.

Law stand an der Wand gelehnt abseits der restlichen Gäste, Shachi zu seiner rechten, während Guadeloupe mit verhülltem Gesicht auf seiner anderen Seite stand.

„Bald.", entgegnete Guadeloupe. „Es dauert nicht mehr lange. Sobald er seine Mahlzeit erhält."

„Dann kommt Mizuumi?", erwiderte Shachi ungeduldig.

Guadeloupe nickte steif und starrte auf die Tür, durch die die junge Frau verschwunden war.

„Wann greifen wir ein?", erkundigte sich nun Law, der die Arme vor der Brust verschränkte und die Augen schloss.

„Sobald wir wissen wo der Waldgott ist."

...

Die Zeit verging rasend schnell für Mizuumi und ehe sie sich versah, musste sie ihren Mantel ablegen und mit den anderen Frauen das Nebenzimmer verlassen.

Sie verstand immer noch nicht, wieso es notwendig gewesen war, sie als Tänzerin einzusetzen. War es wirklich der einzige Weg in den Palast gewesen? Sie hätten genauso gut einen anderen Weg finden können… irgendwie.

Nicht zu vergessen… konnte sie nicht tanzen. Nicht wirklich. Nicht professionell. Amateurhaft eben.

„Oh man… das kann ja was werden.", murmelte sie und biss sich nervös auf die Unterlippe.

„Alles okay?" Marie stand neben ihr und blickte sie besorgt an.

Mizuumi nickte. „Ja, danke." Sie lächelte um die Frau zu beruhigen und zupfte zum wiederholten Male an ihrem knappen Top, welches ihr gerademal bis zum Bauchnabel reichte. „Nur etwas nervös. Ist lange her, dass ich getanzt habe."

„Mach dir keine Sorgen." Sie lächelte und nahm Mizuumis Hand in die ihre. „Alles wird gut gehen." Nach diesen Worten zog sie sich die hellblaue Kapuze ihres langen beinahe durchsichtigen Kleides über ihre platinblonden Locken und blickte entschlossen in Richtung der Türe.

Mizuumi nickte dankend – ignorierte das Verhalten der Frau – und gemeinsam mit fünf weiteren Frauen betraten sie den Ballsaal.

...

„Sie ist doch gar nicht so schlecht, wie sie sagte.", meinte Shachi mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Law nickte nur abwesend von seinem Platz angelehnt an einer der großen Säulen im Saal, während er den Frauen beim Tanzen zusah. Er versuchte seinen Blick auch den anderen Frauen zu zuwenden, konnte sich jedoch nicht vom Anblick des einen Mädchens losreisen, dem man es beinahe ansah, wie sehr sie sich anstrengte beim Tanzen nicht zu versagen. Ihre Augenbrauen waren in Konzentration zusammengezogen und ein sturer Blick machte ihr Lächeln zu einer aufgezwungenen Fassade.

Und auch wenn sie ein paarmal den Fuß falsch setzte und eine der anderen Tänzerinnen ihr absichtlich auf den Fuß traten – welches sie wütend aufblicken ließ -, ja auch wenn sie im Gegensatz zu den anderen Frauen nicht so aufgetakelt war; fand Law, das Mizuumi die schönste Frau im ganzen Raum war.

„Ah es ist schon vorbei.", ertönte eine seufzende Stimme hinter ihnen und Law erkannte den mit einer Fuchsmaske ausgestatteten Montserrat.

Alle drei Prinzen hatten sich Tiermasken übergezogen, welches Law als etwas auffällig empfand – schließen trugen die restlichen Gäste nur ausgewählte mit Glitzer und Juwelen bestückte Masken.

Montserrat erschien ungewöhnlich ernst, als er zu einer Person im hintersten Bereich des Saales blickte. Auch der Kapitän ließ seinen Blick dorthin schweifen und unterdrückte wie auch beim ersten Mal als er den Mann erblickt hatte, ein belustigtes glucksen. Der König – Bonaire – saß breitbeinig da und zupfte sich immer wieder eine große lilafarbige Traube von einem großzügig beladenen silbernen Teller, der neben seinem Sessel auf einem kleinen Tisch aufgestellt war. Er hatte kurze schwarze Haare die in alle Richtungen fielen – wie Law anhand des Gemäldes hinter ihm feststellen konnte, der einzige Unterschied zwischen den Zwillingen war. Sie hatten dieselbe stämmige Statur mit großen Muskeln und selbst die Falte zwischen den Augenbrauen war gleich.

Um ihn herum verteilt standen drei Männer, gekleidet in den Uniformen der Garde. Auch hier entkam Law beinahe ein abfälliges Schnaufen, doch er riss sich zusammen.

„Immer noch nicht?", fragte ein fast weinerlicher Shachi hochgradig gelangweilt den jungen Kronprinzen.

„Bald.", erwiderte dieser nur und auch Law wurde langsam ungeduldig.

Die Frauen die bis vor einer kleinen Weile noch getanzt hatten – und sich den lüsternen Blicken des Königs hatten hingeben müssen – mischten sich nun unter die Leute; nur Mizuumi stand verloren und deplatziert in mitten des Raumes und sah sich zu allen Seiten um.

„Sie sucht uns.", meinte Shachi grinsend und wollte auf sie zu gehen.

Doch Law schnellte an ihm vorbei und erreichte die überraschte Mizuumi mit einem anerkennenden Nicken. Er hörte nicht was Shachi hinter ihm empört von sich gab – er sah nur das Mädchen vor sich.

„Law?", fragte sie unsicher, bevor sie seine Maske endlich erkannte – der Stress der Vorstellung war ihr ins Gesicht geschrieben.

„Darf ich Sie um diesen Tanz bitten?" Er hielt ihr auffordernd seine Hand hin und neigte sich leicht nach vorne.

„H-huh? Jetzt?", fragte Mizuumi unsicher und sah sich verlegen zu allen Seiten um. „I-ich bin nicht mal richtig für diesen Anlass gekleidet und-."

Law gluckste und unterbrach das immer rot werdende Mädchen indem er die Hand hob. „Du bist sozusagen meine Begleitung für diesen Abend – also gehören mir der erste und der letzte Tanz, Mizuumi."

Darauf wusste sie nichts mehr zu antworten und endlich aufgebend legte sie ihre Hand in die ihres Käpt'n.

Sofort fiel Mizuumi auf, wie groß, stark und voller Kraft seine Hände im Gegensatz zu ihren zierlichen kleinen waren. Eine erneute Röte überkam ihr Gesicht als sie sich bei diesem Gedanken ertappte. Law führte sie ein wenig von der Mitte des Raumes weg und langsam begannen sie einen taktvollen Tanz, ohne Choreografie oder auch nur eine Ahnung in welche Richtung der Tanz verlief.

Mizuumi ließ sich einfach führen und verfiel in eine wärmende Trance, als sie sich zu der sanften Musik bewegten und sich drehten und lachten. Es war… amüsant. Obwohl keiner von beiden zu wissen schien was sie da taten, machte es ihnen Spaß und Mizuumi glaubte das dies auch das wichtigste an der ganzen Sache sei.

Beinahe hätte sie all ihre Sorgen vergessen. Doch dann machte Law den Fehler ihr eine Frage zu stellen und mit einem Male zerbrach ihr glücklicher Schleier der Illusion wie eine Glasscheibe die zu Boden viel.

„Was für eine Bedeutung hat das Yokaichū für dich?"

Würde Law sie nicht weiterhin durch den Raum führen, wäre Mizuumi erstarrt. Plötzlich zerfiel ihre gute Laune und sie musste die Zähne zusammenbeißen um sich nicht sofort von ihm loszureißen und abzuhauen.

Plötzlich erklang ein Poltern ungewöhnlich laut in dem großen Saal und alle Blicke richteten sich zu dem Ursprung des Geräusches. Während einige der Gäste empört auf keuchten und sich flüsternd unterhielten, rollte Mizuumi mit den Augen.

„Takeru...", murmelte sie und seufzte. Sie war dankbar für die Ablenkung, jedoch genauso enttäuscht von dem jungen Mann.

„Wir hätten ihn nicht mitnehmen sollen.", erwiderte Law und schüttelte den Kopf, als er zu Takeru blickte.

Dieser hatte sich wohl versucht an einen der Wachen anzuschleichen um den Schlüssel von dessen Gürtelbund zu nehmen, als er gegen eine Tischplatte stolperte und das komplette Büffet zu Boden riss. Nervös lachend stand er nun da und blickte auf sein Werk hinab. „...upps?"

„Wachen!", ertönte die schreiende, wutentbrannte Stimme des Königs. Der Mann war von seinem Thron gesprungen und wedelte nun wie wild in der Luft herum. „Ergreift diesen Störenfried!"

Glücklicherweise hatte der König Takerus Versuch sich den Schlüssel auszuleihen nicht mitbekommen, denn Mizuumi glaubte das er sonst gänzlich anders reagieren würde.

„Okay, und nun?", fragte sie an Law gewandt der Takeru immer noch nachdenklich studierte.

Dann grinste er plötzlich und sah Mizuumi mit hochgezogener Augenbraue an. „Plan C."

„Plan C?", erwiderte sie überrascht und ließ sich von Law zu den anderen mitschleifen. „Was war denn Plan B?"

Doch ihre Frage wurde ignorierte als Shachi ungeduldig verkündete: „Jetzt?"

Law nickte. „Ja, jetzt."

Wenn Mizuumi ehrlich war, verstand sie nicht recht was in den nächsten Augenblicken alles geschah. Auf einmal waren alle Gäste schreiend verschwunden, der Rest der Heart-Bande stand im Raum um einige Bewusstlosen wachen verteilt und die drei Prinzen standen vor ihrem rotanlaufenden Onkel, der versuchte sie mit seinen Blicken zu töten.

„Was ist gerade passiert?", fragte sie verwundert an Penguin gewandt der neben ihr stand und sich desinteressiert am Ohr kratzte.

„Plan C.", war dessen einzige Erklärung.

Mizuumis Auge zuckte. „Heißt das, ich hätte mir diese ganze dämliche Tanz Nummer sparen und wir hätten mit den anderen auch so einbrechen können?"

Penguin schluckte. „Naja... Wenn du es so formulierst-."

„Nein.", mischte sich Law plötzlich ein und fixierte das Mädchen mit einem strengen Blick.

„Und wieso nicht?" Mizuumi verschränkte die Arme vor der Brust, empört über den Gedanken sich umsonst zum Affen gemacht zu haben.

Law wandte sich von ihr ab und starrte die drei Prinzen an. „Weil ich dich sonst nicht hätte tanzen sehen können."

Mizuumi fiel der Mund auf, doch bevor sie etwas entgegnen konnte, schallte Guadeloupes laute Stimme im Raum.

„Hier endet es Onkel!", verkündete er wie ein Held eines Actionfilms.

Mizuumi rollte die Augen als der König nur böse lachte und etwas aus seiner Tasche zog. Als sie genauer hinsahen, erkannten sie es als eine Art Fernbedienung, die der Mann auch sogleich betätigte. Sobald er auf den kleinen grünen Knopf gedrückt hatte, durchhallte ein zischendes Geräusch, wie sich bewegende Motorik den Saal, irgendwo unter ihren Füßen. Der Boden begann zu vibrieren und plötzlich teilte sich die Wand hinter Bonaire und Dampf zog über die glänzenden Fliesen.

Mizuumi begann zu Husten und wandte sich genervt vom Geschehen ab. „Muss das- hust- sein?", keuchte sie hinter hervor gehaltener Hand hervor. Ihr kam es vor als sei sie die einzige die dieser Umschwung an Umständen zu übermahnen schien.

Law stand nur mit einem gelangweilten Ausdruck im Gesicht da und ließ sich von einem anstürmenden Bepo sein Nodachi reichen.

"Als ob ihr narren mich aufhalten könntet.", verkündete Bonaire und lachte laut.

Langsam begann sich der Rauch zu verziehen und gab die Sicht auf das frei, was sich hinter der Wand versteckt hatte. Es war ein riesiger Raum, mit dunklen hohen Decken und weißen Bodenfliesen. Und in mitten dieses sonst leer stehenden Raumes, stand ein einsamer kleiner runder aus goldenen Stahl Stäben bestehender Käfig.

"Was ist...?", fragte Mizuumi unschlüssig darüber, was für eine besondere Bedeutung dieser kleine unscheinbare Käfig nun hatte.

"Sieh genauer hin.", meinte Law plötzlich und beugte sich zu ihr herab, um ihr ins Ohr flüstern zu können - welches wie Mizuumi fand vollkommen unnötig war, da sie niemand beachtete und das Getöse der sich noch bewegenden Maschinen ihr Gespräch übertönen würde.

Doch das Mädchen blickte wie ihr befohlen, genauer hin und entdeckte tatsächlich etwas noch ungewöhnlicheres als den Käfig; denn in dem Käfig befand sich eine kleine blauschimmernde Gestalt. "Ein Vogel?", brach es aus ihr heraus.

"Ja.", erwiderte Law und erklärte ihr in kurzen knappen Sätzen, was er alles über diesen Vogel herausgefunden hatte.

Nachdem er fertig war und Bonaire seinen einzigen zwei übrig gebliebenen Wachen befahl sie zu töten, verschränkte Mizuumi die Arme und wiederholte steif: "Also DAS soll der Vogel sein, der diesen Flüsterwald - was für ein bescheuerter Name - kontrolliert und durch den dieser falsche König das Königreich kontrolliert. Ich verstehe." Welches sie wirklich Tat, jedoch mit dem Gedanken im Hinterkopf dass sie viel zu apathisch mit der Situation umging und sich bereits viel zu sehr an das ungewöhnliche in dieser Welt gewöhnt hatte.

Der Kapitän nickte.

Keiner der Anwesenden schien die kleine zierliche Gestalt zu bemerken, die sich im Hintergrund dem Käfig näherte.

"Das reicht Onkel.", rief Montserrat mit einem wutentbrannten Ausdruck im Gesicht. "Du bist am Ende. Wir sind dir überlegen."

Während sich der Adel weiter unterhielt löste sich Mizuumi von der Formation Law und schlich sich zu Takeru rüber. Als sie bei ihm ankam und er ihr herantreten mit einer Grimasse aus einem gezwungenen Lächeln kommentierte, starrte sie ihn ungläubig an.

"W-was?", fragte er schließlich, als er es nicht mehr ertragen konnte.

Mizuumi seufzte. "Du bist echt unmöglich."

"Tut mir leid!", entschuldigte er sich daraufhin und blickte verlegen zur Seite. "Subtilität ist nicht so meine Stärke."

"...hab ich bemerkt.", seufzte sie nur zur Antwort.

„Aber es hat ja alles geklappt.", meinte Takeru grinsend und hielt die letzten Schlüssel hoch.

Mizuumi nahm den Schlüssel an sich, nickte, verschränkte die Arme vor der Brust und betrachtete das Spektakel vor sich.

Takeru schwieg für kurze Zeit bis er sie mit einem ernsten Ausdruck ansah. "Wie geht's weiter?"

Mizuumi quittierte ihn mit gekräuselter Stirn. "Ich weiß es nicht. Ich bin müde und erschöpft... Stinke wahrscheinlich nach Schweiß und Parfüm und will eigentlich nur noch in meine Kajüte zwei Tage lang schlafen..."

"So schlimm?" Er hob eine Augenbraue.

Mizuumi antwortete nicht, bemerkte stattdessen die wandernde Gestalt. "Das ist doch..." Sie erkannte die zierliche weibliche Form sofort und mit einem Finger vor die Lippen haltend, bedeutete sie Takeru ruhig zu sein, während sie sich in den Schatten versteckt zu der jungen Frau schlich.

"Marie!", hauchte sie fassungslos und starrte die zusammen zuckende Blondine besorgt an. "Was machst du noch hier? Du solltest verschwinden! Es ist viel zu gefährlich!"

Doch die junge Frau drehte sich mit einer selbstbewussten Miene zu Mizuumi um und sagte: "Ich hätte wissen sollen, dass du keine gewöhnliche Frau bist." Sie lächelte dieses zarte Lächeln, durch das sie Mizuumis Sympathie gewonnen hatte.

Beinahe eine Art schlechtes Gewissen machte sich in der Schwertschmiedin breit. "Tut mir leid. Aber du solltest wirklich nicht hier sein."

Marie schien ihr jedoch nicht zuzuhören und fuhr unbeirrt fort: "Ich muss dir danken. Dafür was du getan hast und für was du und deine Crew zu kämpfen scheint. Danke... Das du mir Guadeloupe zurückgebracht hast."

Mizuumi war schockiert, als sich Tränen in Maries Augen sammelten. "Was?", war ihre einzige Antwort auf die seltsamen Worte der jungen Frau.

"Ich werde mich von nun an um den Rest kümmern.", sagte Marie entschlossen und wandte sich von ihr ab.

Schnell packte Mizuumi sie am Arm und erwiderte: "Ich weiß zwar nicht was du vor hast, oder was du mit dieser ganzen Situation zu tun hast, jedoch werde ich dich garantiert nicht alleine da draußen rumlaufen lassen. Ich begleite dich."

Da ihre Worte sowieso keine Proteste zu ließen ging sie Voraus und schlich auf Maries Ziel zu: der goldene Käfig.

Auf der anderen Seite des großen Saals stand Law, der Mizuumis Abgang stillschweigend hingenommen hatte und nun sein Schwert zog. "Mir reicht's jetzt.", sprach er laut um sicher zu gehen das alle Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt war. "Ich hab wichtigere Dinge zu erledigen."

Und bevor jemand etwas sagen konnte hatte er seine Teufelskräfte aktiviert und die beiden letzten Wachen außer Gefecht gesetzt.

Es war fast schon amüsant zu beobachten, wie Bonaire langsam zu begreifen schien, dass seine Lage tatsächlich aussichtslos war. Er wollte sich gerade elanvoll umdrehen und auf den Vogelkäfig zu gehen, als ein quietschendes Geräusch durch die Halle schallte.

Mizuumi zuckte zusammen und hielt sich das schmerzende Ohr. "Verdammt, er hätte das wenigstens ab und zu mal Ölen können. Ist ja wohl nicht zu viel verlangt mal nach der Funktionalität der scheiß Käfigtür zu gucken."

Ungewollt entkam Marie ein kichern, ließ jedoch sofort Taten folgen und öffnete den Käfig bis zum Anschlag. "Du bist frei.", flüsterte sie zu dem seltsam leuchtenden Vogel, der noch keinen einzigen Ton von sich gelassen hatte.

Mizuumi fand das leuchten in den Augen des Spatzen-großen Vogels seltsam intelligent, als ob er verstand was vor sich ging. Er blickte die Piratin lange mit einem stechenden Blick an, bevor er mit einem Hüpfer auf der Stange saß und im nächsten Moment seine Flügel spreizte. Die Federn schienen auf einmal heller zu leuchten und als er los flog leuchteten seine Federn in allen möglichen Blautönen. Erst als das Tier in der Mitte des Saals angekommen war, bemerkte Mizuumi wie sich der Vogel langsam veränderte.

"Er wird... Größer!", merkte sie erstaunt an und konnte ihren Blick nicht abwenden. Der Vogel hatte nun die Größe eines Flugsauriers.

Marie neben ihr nickte eifrig und grinste bis über beide Ohren.

Der einzige der jetzt keinen Grund zum Lachen hatte, war Bonaire, der sich plötzlich unter dem hitzigen Blick des magischen Wesens fand. Die Augen des mächtigen Kiré wurden veränderten sich von der Tiefe der Ozeane in ein brennendes rotes Feuer. Dieses Feuer nahm über und umhüllte bald das ganze Tier.

Und zum ersten Mal öffnete das Wesen den großen Schnabel und ließ einen schillernden Schrei von sich, der wie tausend weinende Vögel von den Wänden widerhallte. Kiré war so schnell, das Mizuumi erst zwei Sekunden später merkte, dass er sich auf Bonaire stürzte, der gerade versuchte aus einem der großen langen Fenster zu fliehen.

"Aaaaargh!", vernahm man nur noch, als der große Gott sich den sterblichen packte und ihn durch das Fenster hinaus in den Himmel trug. Dann erstrahlte ein heller blauer Schein den Himmel und der Vogel, sowie Bonaire waren verschwunden.

Es war still im Tanzsaal.

"War es... Das jetzt?", hörte man die Stimme Takerus durch den Raum schallen. Als ob seine Worte einen magischen Bann gebrochen hatten, brachen die Heart Piraten in tobendes Gelächter aus und sprangen freudig durch die Gegend.

Mizuumi trat mit nüchternen Schritten zu Law, der sein Schwert zurückgesteckt hatte und immer noch aus dem Fenster starrte.

"Das war's wohl wirklich, He?", sagte sie erleichtert.

"Ja.", entgegnete Law knapp und blickte zu den Prinzen.

Diese standen zwar mit Lächeln auf den Lippen zusammen, sahen jedoch eher danach aus, als haben sie die wichtigste Lektion ihres Lebens gelernt - und Mizuumi war der Meinung, dass dies wahrscheinlich sogar stimmte.

"Guadeloupe!", rief die vergessene Marie plötzlich und lief auf den überraschten Kronprinzen zu. Sie fiel ihm in die Arme und Tränen entwichen ihren Augen.

Mizuumi war verdutzt über diese Vertrautheit und Schritt fragend auf Montserrat zu. Sie wollte die innige Umarmung der beiden nicht stören. "Woher kennen sich die beiden?", fragte sie an den Prinzen gerichtet der selber ein erleichtertes Lächeln trug.

"Das ist Marie Galante. Prinzessin und zukünftige Königin von den Inseln über dem Winde.", verkündigte er voller Stolz. "Somit also Guadeloupes Verlobte."

"Huh?!" Mizuumi stand der Mund offen. "Gwadas verlobte? Die zukünftige Königin?" Erstaunt betrachtete sie die hübsche blonde mit ganz anderen Augen. "Sie ist so unglaublich nett. Ich meine, nicht dass das was Schlimmes sei aber trotzdem..."

Montserrat lachte und durchwühlte ihr die Haare. Bevor sie jedoch protestieren konnte, hatte Law den jungen Mann bereits am Arm gepackt und diesen von ihrem Kopf gelöst. "Das reicht.", kommentierte er als einziges und stellte sich zwischen die beiden verwirrten Jugendlichen.

Mittlerweile hatte sich Guadeloupe von Marie gelöst und blickte nun erleichtert in die Runde. "Ich danke euch. Für eure Hilfe und euren Mut." Er lächelte. "Aber ich glaube kaum, dass jemand von euch Lust hat mir beim Reden zuzusehen und aus diesem Grund, werden meine Brüder und ich nun alles in die Wege leiten um unsere Rückkehr bekannt zu geben. Und dann: wird gefeiert! Ich lade euch zu einem großen Festmahl ein! Ihr könnt solange bleiben wie ihr wollt und Schlafräume werden euch zur Verfügung stehen!"

Mehr als Essen war Mizuumi erleichtert zu hören, dass sie bald in einem weichen Bett schlafen durfte. Sie konnte es kaum erwarten.

...

Zu Mizuumis Glück, würden die Vorbereitungen bis zum nächsten Morgen dauern, sodass sie sich bald alleine in einem großen gemütlich eingerichteten Zimmer wiederfand. Sie ignorierte alles - das Badezimmer, der weiche Flanell Teppich, die Juwelen besetzten Kronleuchter, sogar den kleinen Teller mit Trauben und Getränken. Sie sah nur das Bett und sowie sie sich auf die Weichen Laken fallen ließ war sie bereits eingeschlafen.

Der Morgen begann erst spät für Mizuumi. Sie wurde durch ein sanftes klopfen an der Türe geweckt und schreckte sofort hoch. Sie blickte sich zuerst verwirrt um bis es erneut klopfte.

"Mizuumi? Bist du wach?", fragte eine vertraute Stimme von der anderen Seite der Tür.

"Äh... Ja!", erwiderte Mizuumi stockend und stand auf wackeligen Beinen im Raum. "Bin wach. Glaub ich."

"Kann ich rein kommen?"

"Ähm, äh, ja." Mizuumi schien immer noch nicht vollkommen wach

denn sie machte keinerlei Anstalten sich zu Recht zu machen.

Aus diesem Grund entgegnete ihr ein kichernder Shachi, der sie in diesem zerwühlten Zustand gar nicht kannte. "So. Du bist also wach?", fragte er mit einem skeptischen grinsen.

"Ja?", entgegnete die Schwertschmiedin und rieb sich die Augen.

Er lachte nur erneut und trat auf sie zu. "Mach dich erst mal fertig. Geh duschen und zieh dich um. Du bekommst was Neues zum anziehen und dann gehen wir zu den anderen und Essen endlich mal was."

Auf Shachis Worte hin blickte sie an sich herab und bemerkte, dass sie noch immer das Tänzeroutfit trug. Das war der ausschlaggebende Moment, der Mizuumi vollkommen wach rüttelte. "Ach du scheiße.", entkam es ihr und sie packte sich in die Haare nur um zu bemerken wie zerwühlt und fettig sie sich anfühlten. "Oh Gott. Ich muss aussehen wie... Wie sonst was!"

Unter dem lauten Gelächter ihres Kameraden eilte sie ins Badezimmer und erblickte ein paar zusammen gefaltete Klamotten. Erst dann schloss sie das Badezimmer ab und ging duschen.

Fertig angezogen in einer kurzen beigen Hose und einem weitem grauen Oberteil mit dem Crimin Logo aufgedruckt trat sie aus dem Bad und trocknete ihre Haare mit einem Handtuch.

"Fertig?", fragte Shachi grinsend, der es sich auf ihrem Bett gemütlich gemacht hatte.

Erst jetzt bemerkte sie, dass auch Shachi andere Kleidung trug - eine einfache graue Hose und ein weißes Langarmshirt. Wie bereits mit der Wüstenkleidung, war es auch jetzt seltsam ihn in etwas anderem als dem weißen Overall zu sehen.

"Jetzt ja.", entgegnete sie zufrieden. Sie fühlte sich endlich wieder sauber.

"Gut." Er sprang auf und ging zur Tür. "Dann könne wir ja endlich essen gehen!" Er lachte und Mizuumi war erleichtert, dass er über ihre lange Dusche nicht sauer zu sein schien.

Noch bevor sie den großen Festsaal betraten, konnte man die lauten Stimmen ihrer Kameraden bereits Vernehmen. Musik spielte irgendwo im Hintergrund und lautes Geklatsche ertönte von den tosenden lachenden Piraten.

Mizuumi konnte sich das Lachen nicht verkneifen, als sie sich neben Penguin an den Tisch setzte. Shachi nahm zu ihrer rechten Platz. Es waren die einzigen freien Plätze an dem langen Mahagoni Tisch - der gedeckt mit Tellern und unzähligen Mahlzeiten, sowie Getränken war. Erst als Mizuumi saß und ihr Teller prall gefüllt war, bemerkte sie das Law vor ihr saß.

Law entgegnete ihrem überraschten Blick mit einem souveränen Lächeln. "Guten Morgen.", begrüßte er mit tiefer Stimme.

Mizuumi gefiel der Schimmer in seinen Augen nicht. Ihr fiel wieder ein, dass ihr Käpt'n und sie noch einiges zu klären hatten. "Morgen.", murmelte sie eingeschüchtert zurück und trank einen großen Schluck Orangensaft.

Law schnaubte amüsiert und wandte sich wieder seinem Essen zu.

Die Feier dauerte beinahe den ganzen Tag lang. Nachdem das Essen vom Tisch gefegt wurde, hatte man die Tische zur Seite gestellt um Platz fürs Tanzen und toben zu schaffen. Die Musik wurde lauter und der Alkoholpegel stieg bei den Piraten zunehmend an. Mizuumi stand nur kichernd daneben und versuchte Bepo Essensreste aus dem Fell zu picken, die dem armen Bären von Shachi und Penguin übergeschüttet wurden.

Law war einer der wenigen die am Rande des Geschehens saßen und gemütlich in großen schlucken Rum tranken.

...

Am Tag darauf wurde Guadeloupe zum König gethront – wobei Mizuumi ehrfurchtsvoll daneben stand und begeistert jeder Einzelheit folgte. Auch wenn Shachi und Penguin sich über ihr Verhalten lustig machten, zügelte dies ihre Begeisterung nicht. Eine Krönung in diesem Stil hatte sie schließlich noch nie gesehen, geschweige denn bezweifelte sie das es dies in diesem Ausmaß – mit feierndem Volk, dass sich in einem verneigte und feierte – jemals in ihrer Welt wieder geben würde.

Erst nachdem alle Feierlichkeiten beendet wurden und sich die meisten in einem kleinen Raum unterhielten, zog Law Mizuumi mit sich. Diese bekam zuerst Panik, da sie dachte, Law wolle sie nun zur Rede stellen, doch zu ihrer großen Erleichterung schritten sie auf Guadeloupe und seine Brüder zu.

„Also dann.", begann Law, kaum hatten sie die Aufmerksamkeit der dreien. „Wo ist unsere Bezahlung?"

Unwohl verlagerte Mizuumi das Gewicht von einem Bein aufs andere. Sie wusste, dass sie diese „Belohnung" ebenfalls interessierte, dennoch hatte sie eigentlich vor gehabt das Buch im Privaten zu erhalten. Oder zumindest solange Law nicht in der Nähe war.

Guadeloupe nickte ernst und entgegnete: „Ich habe bereits veranlassen, dass man alles versprochene zu eurem… Schiff bringt."

„Sehr gut.", mischte sich Mizuumi ein, die eine wachsende Ungeduld in Law aufkeimen spürte. „Wir danken euch."

Montserrat lachte und nahm sie theatralisch in die Arme. „Wir werden Euch so vermissen, holde Meid!"

„Wuhaa!", war ihre überraschte Antwort auf die plötzliche Umarmung.

„Oi!", rief Law sofort und zog den Prinzen reflexartig am Kragen zurück. „Was soll das?" Er fletschte die Zähne.

„Okay, okay! Jetzt beruhigen wir uns alle erst mal.", befahl Guadeloupe mit autoritärer Stimme und trat schlichtend zwischen seinem Bruder und Law.

Mizuumi seufzte und drehte sich verlegen weg. Das Law so unnötig ausflippte war ihr zwar vollkommen neu, aber es ließ ihre ansteigende Nervosität auch nicht senken. Sie wollte endlich das Buch haben, damit in ihre Kajüte flüchten und es bis auf die kleinste Information auseinander nehmen.

„Hey!", ertönte eine Stimme neben Mizuumi plötzlich eine Stimme. Takeru stand aufrecht und mit Absicht da und fixierte Law mit einem scheinbar genervten Blick.

Law erwiderte diesen und sagte: „Was willst du?"

Takerus intensiver Blick nahm zu, bis schließlich sein rechtes Auge zuckte. Dann sah er beinahe verlegen zur Seite und sagte: „Nimm mich in deine Crew auf."

Der Chirurg des Todes wollte seinen Ohren nicht trauen. „Ha?", entgegnete er deswegen. „Was hast du gesagt?"

„Nimm mich in deine Crew auf!", rief Takeru daraufhin und schritt drei Schritte auf seinen Gegenüber zu. Er schnaubte als er sich wiederholte. Dann fügte er widerwillig ein kleines Wort hinzu: „…b-bitte."

Mizuumi war nicht einmal überrascht über diesen weiteren Verlauf und kehrte den Beiden den Rücken zu. Sie hatte jetzt nicht den Nerv an solch eine Nichtigkeit zu denken. Sie wollte zurück zum Schiff – und sie war sich sicher, dass Takeru und Law das auch unter sich klären konnten, schließlich war Law der Kapitän ihrer Patchwork-Piraten-Familie. Es war seine und seine Entscheidung alleine, ob er Takeru in die Bande aufnehmen würde.

Erst kurz bevor sie abreisten, erfuhr Mizuumi das Takeru nun zu ihrer Bande gehörte – wenn auch nur auf Bewährung. Wie Mizuumi Law einschätzte, musste Takeru erst einmal einige Test bestehen, bevor er das volle Vertrauern seinerseits besitzen würde.

Die darauffolgende Verabschiedung von den Prinzen verlief seltsam schnell und fiel keinem der Piraten schwer. Selbst Mizuumi kamen die Umarmungen Montserrats und Nevis seltsam unpersönlich vor und auch der Abschied von Marie brach sie nicht aus ihrem Schleier der Gedanken und Anspannung. Den ganzen Weg zurück zu ihrem Schiff, verbrachte sie grübelnd und in Gedanken vertieft stillschweigend. Je näher sie dem Schiff – dem Yokaichū – kam, desto aufgeregter wurde sie. Ihr Tunnelblick erlaubte es ihr nicht die besorgten und fragenden Blicke ihrer Kameraden zu sehen, oder auf Laws leichtem Schlag auf dem Kopf zu reagieren.

Sie würde es endlich in den Händen halten. Endlich würde sie Antworten erhalten. Und vielleicht auch endlich…

…wieder nach Hause zurückkehren können.

...

Disclaimer: Don't own One Piece. Mir gehören lediglich meine OCs! Und die Namen von Orten oder Städten oder Inseln oder allem anderen welches Du nicht erkennst oder anderweitig gesehen hast.

Jaaa… Da hab ich mir doch etwas viel Zeit gelassen mit diesem Kapitel…. Dabei hatte ich es damals (vor laaaanger Zeit) bereits fast fertig…. _:(´□`」 ∠):_

Ich hab jetzt nicht alles nochmal durchgelesen, weiß jetzt also nicht ob ich etwas Rechtschreibmäßig oder Grammatikalisch übersehen habe…. ( Außer den beiden Wörtern -_-)

Aber mal zum wichtigen auch wenn es ne Ewigkeit her ist das ich geupdated habe und es einige vielleicht gar nicht mehr interessiert:

DANKE an alle die mir geschrieben haben und selbst wenn es nur eine „Wann geht's weiter?"-Frage war ^^;

Welldonegirl: Haha xD ja das meinte ich… upps! xD

Meli: Ich freu mich auch schon auf ein Wiedersehen zwischen Mingo-chan und Mizuumi ((≧▽≦))/ Ob sie jetzt nochmal auf Smoker trifft weiß ich jetzt eigentlich noch gar nicht so recht…. Da ich IMMER NOCH vorhabe weiter zu schreiben, wird sie dies eventuell ja auf Punk Hazard *-*

Kiritoxasuna4ever: Dankeschön~ (^o^) Ja ich habs jetzt soooo langsam überwunden aber neuer Stress ist schon im Anmarsch *_*

Cleokitty20: …du nudel. xD Ernsthaft. Danke für deine Review und die Private Nachricht o/O :DDD Ich hab in der Tat einiges geplant und plane es sogar immer noch. ('•̀ ▽ •́ )φ Ich hab die Story eigentlich nie wirklich vergessen und immer mal wieder ein bisschen dran geschrieben… Hatte aber nie wirklich die Motivation gehabt weiter zu schreiben.

Einer der Gründe warum ich weniger Aktiv im Schreiben bin (oder zumindest im Veröffentlichen des Schwachsinns, welches ich produziere) liegt auch daran:

Ich zeichne nun Mangas. Also so ganz eigene und so. ( ó㉨ò)ノ Und ich veröffentliche sie sogar xDDD. Auf Animexx versteht sich xD. Ich hab mal mein FF-Profil überarbeitet und ein paar Links da gelassen (für jeden den es interessiert). Ich möchte halt ein wenig aktiver zeichnen und Malen. 8D

Preview zum nächsten Kapitel gibt es noch nicht, da ich noch nichts geschrieben habe -^- Aber soviel kann ich schonmal verraten: ES GEHT ENDLICH ZUM SABAODY ARCHIPEL! *_*