Kapitel 14: Ein wenig Normalität
Nach dem ereignisreichen Wochenende trat eine Phase der Ruhe ein, die über drei Wochen dauern sollte. In der Zeit entwickelte sich eine gewisse Routine. Zum einen im Unterricht, den Harry wieder regelmäßig besuchte. Einmal konnte er so einige der DA-Mitglieder im Unterricht beobachten und sich ein besseres Bild von ihnen machen und zum anderen fand er heraus, dass er durch telepathische Verbessungsvorschläge die Effizienz der Unterrichtsstunden signifikant steigern konnte. Besonders Seamus machte gewaltige Fortschritte.
Außerdem etablierte er durch seine Anwesenheit ähnliche wenn auch deutlich schwächere Versionen des geistigen Netzwerkes der DA, die zu einem reibungsloseren Unterricht führten, was allen Schülern nutzte und seine Lehrer vor angenehme Mysterien stellte. In Schülerkreisen wurde erzählt, Professor Flitwick und Professor McGonagall hätten sich auf einem Korridor getroffen als die Verwandlungslehrerin gerade aus dem Unterricht der sechsten Klasse kam und sie hätte ihn gebeten nach magischen Artefakten zu suchen, die ihre Klasse unter einen himmlischen Zauber legte.
Auch in der DA ging es gut voran. Man munkelte zwar, dass die Organisation wiederauferstanden war, aber den Gerüchten fehlte es an konkreten Informationen. In Anbetracht der Größe der neuen DA konnte Harry mit Gerüchten leben, sie waren wohl kaum zu verhindern und durch einige gezielt gestreute Andeutungen von verschiedenen Mitgliedern, wies das Gerede in die völlig falsche Richtung. Der Zustand der Truppe nährte sich akzeptabel und die Dreiteilung des Trainings griff. Neville hatte der Anführer Hermine zur Seite gestellt, um ihr bei der Vermittlung von komplexer Magie zur Hand zu gehen.
Ron blühte in seiner Rolle als Schleifer auf, so sehr, so dass Harry ihn des Öfteren bremsen musste, weil die Gruppe die zuerst bei ihm war keinen Zauberstab mehr hochhalten konnte oder während Harrys Ausführungen einschlief. Der Junge überlegte, seinem sportbegeisterten Freund Neville zur Seite zu stellen, sobald es von der grundlegenden Fitness zu den kampfspezifischen Übungen kam. Vielleicht auch noch Ginny, die mit demselben Eifer wie ihr Bruder zu Werke ging und ihre Mitschüler ebenfalls mitreißen konnte.
Sie wäre vermutlich auch in der Lage von dem Sondertraining, das Harry den bisherigen „Offizieren" angedeihen ließ, zu profitieren und, was noch wichtiger war, es durchzustehen. Er hatte auch noch andere Kandidaten dafür ins Auge gefasst, aber fürchtete um den Frieden in der Gruppe, deshalb ließ er das System erst einmal unangetastet.
Mittlerweile hatten auch er und Neville einen festen Trainingsplan, der sie am Dienstag- und Mittwochabend zusammenführte. Dabei standen besonders die Elementarmagie und die Schwertkunst im Vordergrund, zwei Waffengattungen, die im Repertoire der meisten Zauberer fehlte. Da Harry in beidem Perfektion erreicht hatte und keinen Raum mehr zur Verbesserung hatte, konnte Neville ganz allmählich die Lücke schließen, die sich seit dem Sommer geöffnet hatte, was sich vor allem in gemehrten Schweißperlen auf Harrys Stirn niederschlug.
Seine dritte Geheimwaffe erprobte Harry am Donnerstagabend zusammen mit Blaise, die keinen weiteren Versuch mehr unternahm ihren neuen Mentor zu überraschen. Im Gegenzug sah Harry davon ab weitere Versuche zu unternehmen sie zu töten. Ihr Verhältnis konnte man mit angespannt umschreiben und obwohl beide sich um Professionalität bemühten, belasteten die Vorfälle ihre Beziehung. Dies sagte nicht nur Harrys Gefühl, sondern auch ihr erhöhter Puls wann immer sie sich sahen. Weitere Avancen, die in die von Hermine prophezeite erotische Richtung wiesen, blieben aus.
Jeden Sonntag würden sich Hermine, Harry und Neville zufällig im leeren Gemeinschaftsraum treffen und über verschiedenes, vornehmlich die DA, sprechen. Sein Verhältnis zu Blaise war dabei so was wie ein Dauerwitz. Alles im allem entwickelte sich die Sache prächtig und da Lucius nach dem semifreiwilligen Fasten keine Schwierigkeiten mehr machte, kam Harry das erste Mal seit langem ein wenig zum Durchatmen. Unangenehme Erinnerungen wie der Anfall im Wohnzimmer der Bones und seine ersten Treffen mit Blaise gerieten in den Hintergrund, besonders wenn er auf seinem Sauberwisch saß und Klatscher durch die Gegend donnerte oder einfach nur flog.
Mit begeisterter Hilfe von Ron und ein wenig Gold aus seinem Gringottsverlies gelang es Harry den Besen zu einer idealen Plattform für seine Treibertätigkeiten zu machen. Die stabilere Bauweise des älteren Models war gut dazu geeignet den Rückstoß eines Schlages abzufangen und dank ein paar Modifikationen am Schwebezauber hielt der Besen selbst im ärgsten Sturm seine Position in der Luft. Auch eine weitere Herzensangelegenheit, der sich Harry zuwandte, wenn er nicht gerade an seinen Fertigkeiten oder den der anderen arbeitete, machte eindrucksvolle Fortschritte und Harry genoss die Ruhe.
Mit der Ruhe war es aber am ersten Wochenende des Oktobers vorüber. Das Hogwartsturnier ging in die erste Runde. Zu diesem Zweck waren die Haustische nach dem Frühstück am Samstag beiseite geräumt und eine Arena in der Mitte der großen Halle aufgebaut worden. Wände aus durchsichtigem Stein sollten die Zuschauer vor schlecht gezielten Flüchen schützen und das Kampfgebiet auf zwanzig mal zwanzig Meter begrenzen. Der Eingang befand sich in der Mitte des stabileren und überdimensionierten Schaukastens, wo ein kurzer Tunnel, der im rechten Winkel abknickte, angesetzt worden war. Oben auf der quadratischen Grundfläche war eine ebenfalls durchsichtige Decke gelegt worden, die verhindern sollte, dass jemand von oben eingriff.
Denn damit alle Schüler Platz fanden, hatte man kurzer Hand Tribünen um den Schauplatz gebaut, die mörderisch steil anstiegen. Es war eng, stickig und ohrenbetäubend laut. Harry ließ sich davon nichts anmerken und saß wie ein Unbeteiligter in der ersten Reihe der Gryffindortribüne. Bei ihm waren Hermine und Neville, die sich in ihre Fankleidung für Quidditchspiele geworfen hatten. So gut wie alle anderen Gryffindor, die in der DA waren, traten bei dem Turnier an. Dabei hatte Harry jedem eingeschärft keine Show abzuziehen und mit den neu gewonnen Fähigkeiten hinter dem Berg zu bleiben.
Dann wurde es für einen kurzen Augenblick ruhig in der Halle. Dumbledore hatte sich erhoben und winkte den Schülern zu. Mit lauter Stimme verkündete er, „Hiermit erkläre ich das Hogwartsturnier für eröffnet!" Unter dem tosenden Beifall der Schüler trug Filch zwei goldene Pokale die mit Galleonen gefüllt waren in die Halle und positionierte sie auf einem Podest. Das Gestell aus schwarzem Holz war am Eingang in die Arena aufgestellt worden, so dass jeder Duellant an dem Preis vorbeikam.
Dumbledore ließ Funken aus seinem Zauberstab springen und der euphorische Sturm legte sich. „Wir beginnen mit der Seniorrunde für die sich neunundfünfzig mutige und tollkühne Schülerinnen und Schüler haben eintragen lassen. Zu den Regeln: Es wird im KO-System gekämpft und die Duelle werden ausgelost. Es gibt keine Trennung nach Geschlecht, Haus oder Alter, sondern jeder kann auf jeden treffen. Ein Duell endet wenn einer der Duellanten kampfunfähig ist oder aufgibt. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Sechs Siege und man ist Hogwartschampion und Gewinner von einhundert Galleonen. Zwei mal hat ein glücklicher Teilnehmer die Chance ein Freilos zu ziehen und Kampflos in die nächste Runde einzuziehen. Doch genug geredet, begrüßt die Duellanten!", forderte der Schulleiter und auf sein Zeichen öffnete Filch die großen Flügeltüren.
In einer langen Schlange betraten die Anwärter auf den Titel und das Preisgeld den Ort der Entscheidung und winkten ihren Freunden zu. Für das Turnier waren Monturen in der Art der Quidditchausrüstung ausgegeben worden und anhand der Farbgebung konnte man gut abschätzen wie die Anteile der Häuser sich darstellten. Das leuchtende Rot Gryffindors trugen etwas mehr als ein Drittel der Einmarschierenden und Harry machte sofort seine DA- und Quidditchkollegen Ritchie Coote, Jimmy Peakes, Demelza Robins, Jack Sloper, Katie Bell, Ginny und Ron aus. Auch Cormag McLeggen war dabei, sowie Dean Thomas und Seamus Finnigan.
Ravenclaw und Slytherin stellten ungefähr je ein Viertel der Abordnung und auch darunter erkannte Harry einige bekannte Gesichter. Cho Chang, Terry Boot, Anthony Goldstein, Michael Corner, Eddie Carmichael, Mandy Brocklehurst und Orla Quirke hatten sich die blauen Umhänge ihres Hauses umgeworfen und Harry war besonders auf die Leistungen der letzten drei gespannt. Sie waren neu in der DA, doch besonders Orla zeigte ein fast beängstigendes Engagement und Harry rechnete fest damit, dass sie ihren Altersgenossen schon jetzt zwei Jahre voraus war.
Slytherin wurde unter anderem vom Trio um Draco Malfoy, Millicent Bulstrode und Blaise vertreten, wie Harry leicht beunruhigt zur Kenntnis nahm. Blaise war noch mehr in sich gekehrt als die Ravenclaws und Harry konnte nur beten, dass sie die Sache nicht zu ernst nahm. Er wusste um ihre Fähigkeiten, die auch ohne die Kunst beachtlich waren, und hatte sie während der Stunden im Raum der Wünsche oft gebremst, um keine unnötige Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Zwar hatte niemand offen gegen sie protestiert, aber sie war weit davon entfernt ein echter Teil der Gruppe zu werden, zu groß waren die Vorbehalte vor ihrem Haus. Wenn sie jetzt darauf brannte sich vor allen Augen zu beweisen, konnte es schnell hässlich werden.
Die kleine Gruppe von Hufflepuff, die umso frenetischer von ihren Mitschülern gefeiert worden, bestand fast ausschließlich aus Flammensänger, angeführt von Zacharias Smith. Susan Bones war auch mit dabei und als ihre und Harrys Blicke sich trafen, spürte Harry ein Prickeln im Nacken. Das Verhalten der Hexe in den Stunden mit der DA war ebenso merkwürdig wie faszinierend, denn ihre kalten Augen ruhten fast ausschließlich auf Harry. Jede seiner Bewegungen wurde verfolgt und zu seiner Verwunderung hatte der Junge erkannt, dass sie ihn zu imitieren schien.
Ernie Macmillan, Justin Finch-Flechtley, Hannah Abbott und die Neu-DAler Laura Madley und Owen Cauldwell komplimentierten die Präsens von Dumbledores Armee. Begleitet wurden die Sieben von zwei Jungen, die Harry auf seiner erweiterten Liste für die DA stehen hatte, aber letzten Endes wegen zu geringem Potenzials wieder gestrichen hatte. Damit war ungefähr die halbe DA vertreten, was wiederum die Hälfte der Duellanten ausmachte. Harry lehnte sich zurück und entzog sich dem Trubel um ihn herum, um mögliche Turnierverläufe zu formulieren.
Das einer seiner Schützlinge gewinnen würde stand so gut wie fest. Sie hatten seit mindestens fünf Wochen, die meisten wesentlich länger, zusätzliches Training erhalten, dass sich um solche Gelegenheiten drehte und gehörten zusätzlich fast durch die Bank zu den Begabtesten auf der Schule. Seine Favoriten waren Ginny und Blaise, da beide am besten Befähigung, sowohl magische als körperliche, und Willen vereinten. Ron würde wahrscheinlich an zu großem Siegeswillen scheitern und sich durch eine überhastete Aktion selbst ein Bein stellen.
Grad als Harry ausloten wollte, wem er im einen Kampf zwischen seinen Favoritinnen mehr Chancen einräumen würde, bemerkte er Bewegung in seiner Reihe. Die Creevy-Brüder kämpften sich bis zu ihm und seinen Freunden durch, wobei Colin die obligatorische Kamera bei sich trug. Auch wenn der zum Teil lästige Junge gereift war, diese Leidenschaft hatte er nicht abgelegt, doch glücklicherweise war Harry nicht mehr das alleinige Ziel der Fotoblitze. „Hallo Colin, Dennis. Warum nur Zuschauer?", begrüßte Harry die beiden Brüder. „Irgendwer muss dieses Ereignis ja für die Nachwelt festhalten", entgegnete Colin grinsend und schoss ein Foto von Harry.
Harry schüttelte den Kopf als er merkte wie ihm jemand auf die Schulter packte. Lavender und Parvati, beide mit strahlenden Gesichtern, schoben sich zwischen ihn und Hermine und machten es wirklich eng. Nach und nach verteilte sich der Druck ein wenig nach außen aber es blieb kuschelig. In der Zwischenzeit hatten sich die Duellanten in die für sie reservierten Bänke bei den Lehrern begeben und Dumbledore loste die erste Begegnung aus. „Das erste Duell bestreitet", er sah auf den Pergamentfetzen, den er aus einer großen verzierten Schüssel gezogen hatte, „Ginny Weasley gegen", es folgte eine kleine Pause in der er den zweiten Namen loste, „Dean Thomas. Ring frei für die beiden Gryffindors", kündigte der Schulleiter an und Harry zuckte gegen seinen Willen ein wenig zusammen.
Von seinen Ausflügen in die Gedankenwelt seiner Mitschüler wusste Harry, was Dean für das rothaarige Energiebündel empfand und aus ihren bedrückten Haltungen war ersichtlich, dass es Ginny mittlerweile auch wusste. Ob tragisch oder ironisch, es war zumindest ein trauriges erstes Duell. Der Junge gab nicht einen aggressiven Zauber ab und auch seine Verteidigung war weniger als halbherzig. Ginny, die sich von ihren Gefühlen nicht aufhalten ließ, pulverisierte seine Abwehr und betäubte ihn innerhalb weniger Sekunden.
Bevor Professor Flitwick eingreifen konnte, der für dieses Aufeinandertreffen als Schiedsrichter im Eingang gestanden hatte, war Ginny bei ihrem Verehrer und weckte ihn selber wieder auf. Man konnte durch die Begrenzung nicht verstehen was sie zu ihm sagte, aber ihre sanften Bewegungen als sie sein Gesicht streichelte und sein schiefes Lächeln machten Worte auch überflüssig. Unter dem Johlen der Gryffindor und dem Buhen des Slytherin gingen die beiden Hand in Hand aus der Arena und setzten sich wieder auf ihre Plätze, die unglücklicher Weise unter dem Stand der Slytherin waren. Harry konnte nur hoffen, dass sie ihr Weasleytemperament unter Kontrolle hielt und die Slytherin es in der Anwesenheit der Lehrer nicht zu bunt trieben.
Es folgte ein zähes Duell zwischen einem Siebtklässler aus Ravenclaw und einer jüngeren Schülerin aus Slytherin. Da die Hexe die einen Meter breite und eineinhalb Meter hohe Deckung, die sich vor der Startposition der Duellanten befand und dem ganzen etwas taktische Tiefe geben sollte, exzellent nutzte war sie lange Zeit in der Lage den zögerlich agierenden Jungen zu beschäftigen bevor sich dessen überlegenes Wissen durchsetzen konnte.
Es folgten weitere Duelle in denen sich immer die älteren Schüler mehr oder weniger souverän für die nächste Runde qualifizieren konnten. Dann rief Dumbledore die Paarung Draco Malfoy und Orla Quirke auf. Harry richtete sich auf und wurde aufmerksamer. Erste gellende Pfiffe erklangen als Draco siegessicher seinen Umhang anbehielt, der von allen anderen Duellanten abgelegt worden war, damit er sie nicht in ihrer Bewegungsfreiheit behinderte. McGonagall ging als Schiedsrichterin hinter den beiden her und blieb im Zugang zu dem Kampfplatz stehen. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass beide in Position und bereit waren, gab sie das Startzeichen.
Draco, der vielleicht einen Tick zu früh begann, schickte einen gut platzierten Schnittfluch in Richtung der Ravenclaw. Die ging erstmal in Deckung und platzierte ungesehen vom Slytherin mehrere Verzauberungen auf sich selbst. Da Harry nur ihre Lippen lesen konnte, da selbst sein Gehör nicht in der Lage war ihre Stimme vor dem lauten Hintergrundgeräusch zu isolieren, konnte er nur schätzen was das Mädchen anstellte, aber es sah gut aus. Draco wartete darauf dass sich sein Gegner zeigte und als diese in Deckung blieb umrundete er seine Deckung. Den Zauberstab im Anschlag rief er etwas und anhand von McGonagalls Reaktion glaubte Harry zu erkennen, dass es kein Kompliment war.
„Sie bereitet sich auf zu viele Eventualitäten vor", rief Neville vier Plätze rechts von ihm und Harry quittierte die Äußerung mit einem Nicken. Er spielte mit dem Gedanken Orla telepatisch zu helfen, aber er hielt sich zurück. Draco war schon in ihre Hälfte eingedrungen, als sie sich hinter ihrer Deckung und einen Betäubungsfluch auf den Weg schickte, den Draco lässig abwehrte. Auch den zweiten und dritten Fluch wischte er noch beiseite, aber als die Angriffe immer noch nicht stoppten kam sein Vormarsch ins Stocken. Ein konstanter Strom von Zaubern wurde gegen den Slytherin gesandt, der sich gezwungen sah, einen Schild zu errichten.
An dem magischen Schutz zerstoben zwar die Flüche der Hexe, aber er beraubte ihm jede Flexibilität und drängte ihn vollends in die Defensive. Da schien nach kurzer Zeit auch Draco einzusehen und der Slytherin trat eilig den Rückzug hinter seine Deckung an. Schwarzer Nebel begann aus seinem Zauberstab aufzusteigen und füllte rasend schnell die Arena, die von McGonagall versiegelt wurde. Die Zuschauer buhten, da sie nichts mehr sehen konnten und die Lehrer machten sorgenvolle Gesichter.
Nach einer Minute bannte jemand den Nebel und Orla stand über einem unbeweglichen Draco, dessen Augen hinterhältig funkelten. Der Jubel der Ravenclaw kam zu einem abrupten Halt als sich der Slytherin aus der Ganzkörperklammer befreite und nach seinem Zauberstab hechtete. Das Mädchen schickte ihm einen Fluch hinterher, doch der flatternde Umhang verzerrte Malfoys Umrisse und in ihrer Überraschung hatte die Hexe schlecht gezielt. Mit einem Loch im Umhang erreichte Malfoy seine Waffe, rollte sich ab und schickte einen Schmetterfluch auf Orlas Beine.
Auf der kurzen Distanz war eine Ausweichbewegung oder ein Gegenzauber für die Ravenclaw nicht zu schaffen und ihr Bein wurde unter ihrem Körper weggerissen. Völlig aus dem Gleichgewicht, war es für Draco ein leichtes seine Gegnerin zu betäuben. Die Ravenclawtribüne stöhnte als ihnen der sicher geglaubte Sieg entglitt, während auf der Seite Slytherins euphorische Stimmung aufkam. Es wurden „Malfoy! Malfoy"-Rufe laut und bald skandierte es das gesamte Haus. Die anderen Häuser antworteten mit Pfiffen als der blonde Junge hocherhobenen Kopfes die Arena verließ.
Harry hatte sich wieder zurückgelehnt und dachte über das Gesehene nach. Im Gegensatz zu den meisten anderen, war er noch in der Lage gewesen zu erkennen, was sich in dem Nebel abgespielt hatte. Die Ravenclaw hatte eigentlich alles richtig gemacht, hatte nur versäumt Malfoys Zauberstab zu sichern. Anfängerfehler, dachte sich Harry und machte sich eine Notiz dies in der nächsten DA-Stunde anzusprechen. Allein die Erkenntnis das Malfoy in der Lage war sich aus einer Ganzkörperklammer zu befreien, rechtfertigte allerdings seine Anwesenheit unter den Zuschauern, deshalb verschob es das detaillierte Planen auf später.
Nachdem das Pfeifkonzert vorüber war, verkündete Dumbledore, dass es Zeit für das Mittagessen war. Das Turnier sollte am Sonntag fortgesetzt werden. Die unerwartete Freizeit nutzte Ron sofort um nach Rücksprache mit Professor McGonagall ein Quidditchtraining anzusetzen. „Die Quidditchspieler der anderen Häuser konzentrieren sich voll auf das Turnier, das bedeutet wir haben die Chance unseren Trainingsvorsprung auszubauen, also beeilt euch Leute", eröffnete Ron dem versammelten Team am Mittagstisch, die ihn mit großen Augen ansahen. „Es ist ja nicht so, dass wir schon dreimal so häufig trainiert haben wie alle anderen Teams, DA-Training nicht mit eingerechnet", murrte Dean leise neben Harry, der nur grinste. Er sollte wohl lieber für sich behalten, wer Ron den telepatischen Hinweis auf das Quidditchfeld gegeben hatte.
