Hallo ihr Lieben! Danke für eure Reviews, auch wenns diesmal wieder ein paar weniger waren. Dann hoffe ich mal das euch das folgende Kapitel mehr zum reviewposten inspitiert. :)

Kapitel 14

Als sie allein waren, sah Severus wieder auf den Elfen. „Kannst du dich selbst heilen?", fragte er leise.

Dobby lag noch einen Moment still da, ehe plötzlich eine hellere Stimme hinter dem neben diesem knienden Menschen erklang: „Wenn Dobby nicht gleich aufstehen, ich ihm ganz mächtig doll schütteln werde!"

Schlagartig flogen die Augen des am Boden liegenden Hauselfen auf: „Tuffy?"

Das in einem goldenen Funkenschauer verschwindende am Boden herumliegende Essen und zerbrochene Geschirr schien dem Hauselfen genug Antwort zu sein und ganz schnell rappelte er sich auf, dabei schüttelte er sich einmal wie ein Hund, der sich das Wasser aus dem Fell schüttelte.

Severus betrachtete die beiden irritiert. „Du solltest... ziemlich verletzt sein.", meinte er und die Verblüffung war deutlich in seiner Stimme zu hören. „Können Hauselfen sich so gut selbst heilen?"

Tuffy, die gerade die letzten Reste des üppigen Abendessens verschwinden ließ, lachte hell auf, hielt sich dann aber schnell mit beiden Händen den Mund zu und sah mit ziemlich erschrockenen Augen den Menschen an.

„Zauberstabmagie uns nicht schaden kann.", flüsterte Dobby, der sich gefährlich weit zu dem Hausmenschen vorbeugte, diesem mit verschwörerisch ernster Miene zu, die eher lustig als ernst aussah.

Um den Menschen herumtrippelnd nickte Tuffy heftig, so dass ihre großen Ohren wild um ihren kahlen Kopf wackelten: „Aber wenn Master glaubt, zu stark verletzt zu haben, dann er meist aufhören. Er uns mögen."

„Du das noch lernen müssen.", fügte Dobby sich wieder in die Gerade begebend mit großen Augen hinzu.

„Was muss ich lernen?", murmelte Severus leise, während er die beiden magischen Wesen betrachtete. „Ich dachte, er hätte dich verletzt... hattest du Schmerzen?"

„Das nur kitzeln gewesen … du lernen musst zu zeigen, was Master wollen sehen.", versuchte Dobby zu erklären und Tuffy fügte mit ihrer helleren Stimme hinzu: „Dann du überleben wie wir."

„Wenn der Meister mich töten will, tötet er mich eben... Daran kann ich nichts ändern. Warum sollte ich mich also noch mehr erniedrigen, als mich der Bund sowieso schon zwingt?" Immerhin hatte er bereits einmal gebettelt und es hatte nicht das Geringste genützt.

Es war den zwei großen, dunklen Augenpaaren, die nun gleichzeitig auf den Hausmenschen gerichtet waren, deutlich anzumerken, dass sie das eben gehörte nicht wirklich verstanden: „Was sein erniedrigen?", stellte Dobby schließlich die Frage, die auch Tuffy sichtlich zu beschäftigen schien.

"Erniedrigen... ihr wisst nicht, was erniedrigen bedeutet?", fragte Severus irritiert zurück. Dann überlegte er einen Moment lang. "Erniedrigen ist zum Beispiel, wenn ich vor ihm knien muss... als Sklave stehe ich sowieso schon weit unter dem Meister, aber wenn ich knie erniedrige ich mich noch mehr... oder wenn ich demütigende Dinge tun muss. Wenn er mir zum Beispiel befehlen würde, ihm die Füße zu küssen... versteht ihr?"

Zwei Köpfe, die sich fast schon synchron schüttelten, waren die Antwort auf diese Frage.

„Master Malfoy sich jeden Morgen waschen, er bestimmt keine Füße hat die riechen.", erklärte Tuffy verwirrt.

„Er das nicht meinen …", fügte Dobby hinzu, nachdem er einen Moment ernsthaft über das Problem nachgedacht hatte und Tuffy leicht in die Seite stieß.

„Wenn Master Malfoy das wollen, du nehmen das hier. Gehen schneller." Mit der Hand winkend hielt Dobby plötzlich einen großen Schwamm in Händen, den er dem Hausmensch auffordernd hinhielt, froh, dass er etwas gefunden hatte, mit dem er diesem helfen konnte. :

"Und wenn er will, dass ich es mit dem Mund mache?", fragte Severus, ohne den Schwamm zu berühren. Offenbar war den Hauselfen wirklich nicht klar, was er fühlte, wenn er sich so benehmen musste. Normales Sklavenverhalten war ihm natürlich schon in Fleisch und Blut übergegangen. Aber es gab noch immer Dinge, die er absolut nicht tun wollte, auch wenn er es musste.

Traurig sanken die großen Elfenohren ein Stück weit herab. Offenbar war es doch nicht die richtige Hilfe gewesen.

Diesmal war es Tuffys spitzer Finger, der kurz gegen die Brust des Hausmenschen stieß: „Du das selbe machen wie Dobby."

Ein regelrechtes Strahlen erhellte die Züge des männlichen Hauselfen: „Er kochen!", rief er enthusiastisch aus und den Schwamm dabei in die Luft werfend.

Das große gelbe Ding aus der Luft pflückend schimpfte Tuffy: „Nein … nein … er müssen … wünschen."

„Aber er das bereits können …", widersprach Dobby verwirrt.

"Ich soll wünschen? Was soll ich mir wünschen?", fragte Severus nun nur noch verwirrter. Er verstand einfach nicht, was die beiden eigentlich wollten.

Kurz einen verständnislosen Blick miteinander tauschend, verstanden doch weder Dobby noch Tuffy, wieso das so schwer sein sollte, versuchte Dobby schließlich erneut: „Du dir wünschen, was du am liebsten schmecken. Wenn ich kochen, dann mir wünschen, dass Essen Master am besten schmecken. Wenn du dir wünschen, dann Füße schmecken gut. Master glücklich, du glücklich, alle froh."

"Dafür reicht meine Einbildungskraft nicht aus.", meinte Severus lediglich den Kopf schüttelnd. "Aber egal... eine andere Frage.. wohin hast du das Essen verschwinden lassen?"

„Dobby sich nichts einbilden …", murmelte der Elf leise.

Und die Elfe fügte an: „Tuffy es sich hat fortgewünschen."

"Fortgewünscht?", fragte Severus verwirrt nach. "Meinst du gezaubert?"

Abermals verneinten beide Elfen und nachdem Tuffy sich kurz suchend umgeblickt hatte, zeigte sie auf den nun wieder auf dem Esstisch stehenden silbernen, mehrarmigen Kerzenleuchter.

"Du den zu dir wünschen kannst?", fragte sie schließlich, den Menschen dabei erwartungsvoll ansehend.

Severus zog seinen Zauberstab. "Accio Kerzenleuchter!", sagte er deutlich und sofort schwebte der Gegenstand langsam zu ihm herüber, bis er ihn aus der Luft griff.

„Nein … nein …", mischte sich Dobby ein, wedelte kurz mit der Hand und der Kerzenständer löste sich in der Hand des Menschen auf und erschien wieder auf dem Tisch.

„Du es dir wünschen … ohne das Zauberholz.", versuchte Tuffy es noch einmal.

"Ich kann keine zauberstablose Magie.", antwortete Severus sofort und schüttelte leicht den Kopf.

„Aber du sein wie wir … nur kein Elf.", widersprach Dobby und Tuffy nickte, fast ebenso verwirrt aussehend wie ihr Gefährte.

"Ich bin kein Elf, richtig... ich bin ein Zauberer, auch wenn ich ein Sklave bin.", erwiderte Severus leise und seufzte dann. "Ich kann höchstens meinen Zauberstab zu mir rufen.. mehr nicht."

Nachdenklich hin und her trippelnd, umtänzelten die zwei Hauselfen den Jugendlichen und sich schließlich direkt vor diesen stellend erklärte Dobby entschlossen: „Dann du lernen, wir dir zeigen wie du wünschen können."

"Du meinst, ich kann das lernen?", fragte Severus verblüfft, überlegte aber nicht lange. "Bring es mir bei..." Es wäre ein absoluter Vorteil, den niemand vermuten würde, und genau soetwas hatte sein Meister doch von ihm gefordert.

„Aber das sein großes Geheimnis …", flüsterte Tuffy eindringlich, die nun mit dem Herumgelaufe aufhörte und ebenfalls wieder dichter an den Menschen herantrat.

„Ich dir das nur zeigen, weil du sein wie wir und wir dich mögen. Du nett sein.", stimmte Dobby mit zu.

Langsam kniete Severus sich auf den Boden, um etwa auf Augenhöhe mit den beiden Elfen zu sein. Innerlich fühlte er sich aufgeregt wie selten, äußerlich sah man es ihm im Moment nur an den Augen an. "Ich verspreche, es niemandem zu verraten.", wisperte er leise, auch wenn er dieses Versprechen einer Person gegenüber nie würde halten können. Doch warum sollte sein Meister auf die Idee kommen, danach zu fragen, wo ihn doch sonst auch nichts interessierte, was mit den Hauselfen zu tun hatte?

Man sah den beiden Elfen deutlich an, wie begeistert sie von ihrer eigenen Idee und dem gegebenen Versprechen waren, strahlten sie doch regelrecht auf vor Freude und kleine bei Dobby silberne und bei Tuffy goldene Fünkchen tanzten um sie herum.

„Du gut aufpassen, aber erst müssen Elf werden.", kam es fast schon synchron aus den beiden Hauselfenmündern heraus, die sich daraufhin kurz ansahen und dann in ein quietschendes und ein eher helleres Gelächter ausbrachen.

Dobby hatte nicht gewusst, dass es so anstrengend sein konnte, wieder ernst zu werden, doch musste er das, wollte er auch nicht die kleinste Kleinigkeit falsch machen: „Du heute nicht nackt sein?", erkundigte er sich daher interessiert.

"Nein... der Meister hat verlangt, dass ich mich hübsch anziehe.", erwiderte Severus nun doch wieder irritiert. Wie sollte er denn ein Elf werden?

Einmal kurz mit der Hand wedelnd hielt Dobby auf einmal wieder das Tuch in der Hand, das er dem jungen Hausmenschen schon einmal angeboten hatte: „Dann du das auch jetzt nicht immer an dir tragen können, oder?" Er klang nicht wirklich so, als würde er mit einer anderen Antwort als Nein rechnen.

Langsam schüttelte Severus den Kopf, während er auf das Tuch schaute. "Brauch ich das denn?"

„Du das nicht brauchen …", mischte sich Tuffy ein, schnappte Dobby das Tuch aus der Hand und ließ es wieder verschwinden, während der Elf enttäuscht in sich hineinmurmelte.

„Aber das gut aussehen."

Ein erleichtertes Aufseufzen kam von dem jungen Menschen und er lächelte Tuffy dankbar an. "Was muss ich also tun?"

Sich abermals in dem Zimmer umblickend, senkte sich Dobbys Stimme zu einem Flüstern herab: „Du wollen sehen, wo wir hier untergebracht?"

Sich eine Hand vor den Mund haltend, konnte Tuffy ein Aufkichern nur schwer unterdrücken und purer Schalk funkelte in ihren dunklen großen Elfenaugen.

Was das damit zu tun haben sollte, wusste Severus zwar nicht, doch hatte Malfoy nichts davon gesagt, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt zu ihm kommen sollte. Also nickte er nur leicht und stand wieder auf.

Dobby die linke und Tuffy die rechte Hand nehmend, war von den drei Wesen im nächsten Augenblick auch schon nichts mehr zu sehen und das Speisezimmer lag ebenso verlassen wie vor dem Mahl da.

Kaum einen Atemzug später tauchten sie auch schon in der Küche des herrschaftlichen Hauses auf und ohne sich lange aufzuhalten, trippelten die zwei Elfen, die Hände des Menschen immer noch festhaltend, auch schon in Richtung einer besonders dunklen Ecke, in welcher sich bei näherem Hinsehen eine kleine von einem zerschlissenen Tuch verdeckte Nische befand.

Erst jetzt ließ Dobby von dem Menschen ab und zog den Vorhang zurück, hinter dem ein mit Decken, Kissen und allerlei Stoffresten ausstaffierter kleiner Raum zu Tage kam, der auch von der Größe her eher für kleine Kinder, als fast ausgewachsene Menschen gedacht war.

Severus sah in den kleinen Raum, in dem er allein wohl gerade so Platz hätte, wenn er sich lang ausstreckte. „Hier... lebt ihr?", wisperte er hörbar fassungslos, während er sich weiter umsah.

„Es schön sein, nicht?", strahlte Dobby stolz und vollkommen begeistert über die deutlich sichtbare Reaktion des Hausmenschen.

"Es ist... sehr klein.", meinte Severus dann nur, da er den Elfen nicht enttäuschen wollte. Dabei fragte er sich jedoch erneut, was sein Hier sein mit dem Lernen zu tun hatte.

„Wir auch sehr klein sein.", erklärte Tuffy mit verdächtig zuckenden Ohren, während Dobby in die Wohnnische schlüpfte und dort unter den Decken- Stoff- und sonstigen Fetzen zu wühlen begann, ehe er schließlich mit einem enthusiastischen: „Ahh …!", etwas kleines, weißes triumphierend in seiner Hand hielt und damit wieder herauskam, um es dem Hausmenschen entgegenzuhalten und fast schon feierlich zu erklären: „Du das in Mund nehmen."

„Was... was ist das?", fragte Severus mit deutlichem Misstrauen in der Stimme. „Ich meine... seid ihr sicher, dass es für Menschen nicht schädlich ist?" Vergiften lassen wollte er sich auf keinen Fall.

Wenn je ein Hauself es schaffte, beleidigt dreinzublicken, dann war dies der Augenblick, in dem Dobby fast schon empört äußerte: „Ich nicht giftig seien!"

„Ich.. habe nicht von dir geredet.", erwiderte Severus, ehe ihm schlagartig übel wurde. „Ist... das etwa ein Teil von... dir, Dobby?"

„Das sein Lebensstein.", erklärte der Elf, den weißen Stein weiterhin dem Hausmenschen hinhaltend.

„Du nehmen …"

„Aber schlucken nicht.", fügte Tuffy grinsend hinzu, Dobby dabei leicht in die Seite stoßend, woraufhin dieser nun seiner Gefährtin einen empörten Blick gönnte:

„Er nicht dumm seien, natürlich er nicht schlucken herunter."

Severus seufzte leise und nahm den Stein an sich. Da er die zwei vermutlich tödlich beleidigen würde, wenn er ihn jetzt auch noch säuberte, steckte er ihn sich einfach in den Mund. „Umd mum?", fragte er mühsam um den Stein herum.

„Schlucken run ..", flüsterte Tuffy eindringlich und mit nun doch ein wenig besorgtem Blick, wurde aber von Dobby am Weitersprechen gehindert, als dieser ihr mit beiden Händen den Mund zuhielt.

„Er mich nicht tot haben wollen, er nett!", flüsterte er der ihren Mund freizubekommen suchenden Elfe laut zu.

Sofort spuckte Severus den Stein wieder in seine Hand und starrte die beiden Elfen dann einen Moment wütend an. „Jetzt sagt mir gefälligst, was genau hier passieren soll. Ich habe keine Lust zum Narren gehalten zu werden."Fast synchron zuckten die zwei Hauselfen zusammen und Dobby einen kurzen, fast schon vorwurfsvollen Blick zuwerfend, der daraufhin hastig seine Hände wieder fortzog, antwortete Tuffy schließlich mit demütig herabsinkenden Ohren: „Das sein nur Spielzeug, Master … Tuffy das wegmachen."

Auch Dobby wirkte auf einmal alles andere als so sicher, wie er sich zuvor noch gegeben hatte.

„Was?", fragte Severus ungläubig und setzte sich erstmal einfach auf den Boden. „Was sollte das ganze denn?", murmelte er leise, sich mit einer Hand übers Gesicht wischend. „Und ich bin kein Master."

„Kann Tuffy Master etwas bringen?", fragte die Elfe, ganz der dienstbare Geist, den man von einer guten Hauselfe zu erwarten hatte.

Dobby hingegen wirkte immer unglücklicher, sagte aber nichts.

Langsam hob Severus den Kopf und starrte die Elfe an. „Was soll das denn jetzt?", fragte er resigniert. „Ich bin ein Sklave... hör bitte auf, mich Master zu nennen."

Tuffys Ohren zuckten leicht und für einen Moment wurde die Miene der Hauselfe wieder weicher, ehe sich wieder ihre dienstbare, scheue Haltung durchsetzte: „Dann Tuffy und Dobby nicht länger stören. Nicht weiter zornig machen wollen."

Im nächsten Moment hatte Tuffy auch nach dem ein wenig seitlich hinter ihr stehenden Dobby gegriffen - was dessen rechtes Ohr war - und war mit diesem mit einem leisen Plopp verschwunden. Einzig die weißliche Kugel in Händen des Zauberersklaven zurücklassend.

„Aber... aber ihr wolltet mir das doch beibringen.", wisperte Severus leise und schüttelte dann den Kopf. Wie albern war der Gedanke auch gewesen, etwas lernen zu können, was sonst nur Elfen konnten?

TBC