Disclaimer: Nichts gehört mir; Übersetzung aus dem Englischen (Original von coffeeonthepatio).

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Der Lombard-Effekt:

Der Lombard-Reflex oder –Effekt bezeichnet die Erhöhung des Stimmaufwands, die während Gesprächen bei einem hohen Umgebungsgeräuschpegel erfolgt. Zusätzlich zum ‚lauter sprechen', zieht der Lombard-Effekt auch zahlreiche stimmliche und artikulatorische Änderungen mit sich, die mit dem erhöhten Stimmaufwand in Gegenwart von Lärm assoziiert werden. Wir alle haben diesen Effekt erlebt, wenn wir versuchen, weiterhin zu sprechen, obwohl ein lautes Flugzeug oder ein Zug vorbeifliegt/-fährt.

(nach Gelfand, 1948)

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Hermine nickte dem Kobold dankbar zu und steckte das Geld ein, welches ihr soeben am Schalter gegeben worden war.

„Ich habe überhaupt keine Ahnung, warum so viele von Ihnen jetzt diese billige Währung verlangen," murmelte er.

„Gab es viele in der letzten Zeit?" fragte Hermine neugierig.

„Es ist mir nicht gestattet, darüber zu sprechen," fauchte er, sah dann über ihren Kopf hinweg und rief, „Nächster!"

Sie trat beiseite mit gerunzelter Stirn. Also hatten viele Leute Galleonen gegen Pfund umgetauscht. Und sie hatte es soeben auch getan. Mit Kingsleys, naja, mehr oder weniger, Segen. Sie dachte, dass er vielleicht zu beschäftigt war und dass er dachte, es wäre besser, wenn sie es erledigen würde – jedenfalls besser als Harry. Oder nicht. Sie war sich deswegen nicht mehr ganz sicher, aber sie würde es versuchen. Sie würde ihre innere Gryffindor Löwin wecken und es einfach – klaglos durchstehen müssen. Sie tat das Richtige, sagte sie sich bestimmt, und er verdiente das Geld nicht nur, sondern benötigte es vermutlich auch.

Und ernsthaft – der arme Mann war ganz allein in einer scheinbar toten Stadt mit nur einer alten Nachbarin. Eine Nachbarin, die vermutlich nicht einmal wusste, wer er war. Was er getan hatte. Und das bisschen Geld, das eigentlich sogar ziemlich viel war, stand ihm rechtmäßig zu und er verdiente es. Auch wenn es nicht annähernd genug war. Doch sie hatte mit Kingsley über eine Art Unterhaltsgeld gesprochen – und er sagte, er würde darüber nachdenken und sprechen. Sie war sich sicher, dass er sich dafür entscheiden würde. Das größere Problem, wie sie wusste, war jedoch ihn dazu zu bringen, das Geld anzunehmen.

Im Moment war es jedoch schwieriger, dachte sie, ihm nahe zu kommen, ihn dazu zu bewegen, die Tür zu öffnen und zumindest eine Minute lang mit ihr zu sprechen. Wenn er es täte, könnte sie das Geld immer noch durch die geöffnete Tür hineinwerfen. Wenn er die Tür vor ihrer Nase direkt wieder zuschlüge, würde sie den Briefkasten benutzen müssen. Sie fragte sich nicht zum ersten Mal, als sie an Briefkästen dachte, ob Harrys Brief schon angekommen war, doch sie konnte es sich beim besten Willen nicht vorstellen. Die Royal Mail war nicht so schnell. Oder verlässlich.

Sie schüttelte ihren Kopf, um ihn freizubekommen, und schloss die Augen, konzentrierte sich auf ihr Ziel und verschwand dann mit einem leisen Plopp.

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„Das ist nicht richtig," murmelte Draco, den Schraubenzieher in der Hand haltend. „Ich könnte Ma…"

„Nicht," knurrte Severus. „Wenn du darauf bestehst, Magie zu benutzen, schlage ich vor, dass du irgendwohin gehst, wo es von Natur aus gebraucht wird und nicht hier. Das ist ein Muggelhaus."

„Das weiß ich," schnaubte der Junge. „Aber diese Anleitung ist einfach… was bedeutet das?" Er zeigte auf ein Bild, welches Severus ebenfalls nicht deuten konnte. Es sah aus, als sollte ein Ding in ein anderes passen und mit Schrauben gesichert werden. Sein Patensohn hob den Sitz des Stuhls auf und legte ihn flach auf den Boden, dann etwas, das wie ein Stuhlbein aussah und versuchte, es in die vorgeborten Löcher zu stecken. Es blieb stecken – doch wackelte. „Und wo kommen die Schrauben hin?" fragte er.

Severus war kurz davor, den Jungen nach Hause zu schicken. Er wollte das hier alleine machen, es selbst herausfinden

Ein Stuhlbein an einem Stuhl – fünfzehn weitere verbleibend und ein kompletter Tisch, der aufgebaut werden musste. Er würde hier zweifelsohne bis zum nächsten Morgen sitzen. Und er wusste, dass dies einer dieser Aufgaben war, die er wirklich alleine erledigen musste – wollte. Wie Putzen oder Rasenmähen oder wie Fensterputzen oder Streichen. Ohne Magie, einfach nur mit seinen bloßen Händen. Und ohne seinen Patensohn. Er hatte Ikea gesehen, er war in einem Auto gefahren, und das war genügend Aufregung an einem Tag für den Jungen. Er würde zurück zu seiner alten, strengen Lehrerart wechseln müssen.

„Draco, ich denke, du solltest jetzt nach Hause gehen."

„Was? Warum? Es muss zusammengebaut werden," schmollte er beinahe.

„Weil ich es sage," sagte er bedrohlich. „Und das ist nicht deine Bleibe. Du hattest deinen kleinen Ausflug in die Muggelwelt; jetzt kehr zu den Hexen und Zauberern zurück und zaubere ein wenig."

„Aber…"

„Geh," sagte Severus erneut, dieses Mal ein wenig bedrohlicher. „Du hast deine Unterhaltung gehabt." Ja, er wusste, dass es mehr als bloße Unterhaltung gewesen war. Der Junge hatte wirklich dabei sein wollen, doch jetzt war es an der Zeit zu gehen. Er brauchte seine Einsamkeit und er musste die aufkommenden Erinnerungen in seinem Geist stoppen. Erinnerungen an andere Möbel, an andere Zeiten, als der Junge um Rat gefragt hatte – und damals hatte er es nicht getan. Diese Erinnerungen an Zeiten, als er, Befehlen folgend, die Seele des Jungen retten musste und seine eigene geschädigt hatte. Er wusste, dass seine Anwesenheit ihm nicht helfen würde. Es würde ihm helfen, sich zu beschäftigen. All die Anleitungen wegzuwerfen und es einfach zu machen, einfach die Möbel aufzubauen. An die wichtigen Sachen denken zu müssen – es fertig zu bringen, dass ein Stuhl vier Beine hatte und sicher stand. Einen Tisch mit vier Stühlen um ihn herum zu haben. Er wollte nicht an den ganzen Rest denken. Wollte nicht über seine Seele nachdenken oder die des Jungen oder das Mal, welches auf ihren beiden Armen war – Male, die sich nun so ähnlich aussahen, jetzt wo sie beide ihre Ärmel hochgeschoben hatten.

Er starrte Draco an, wollte ihm mit wenigen Worten vermitteln, dass er wirklich alleine gelassen werden wollte und dass er gehen sollte, als noch jemand Anderes an seiner Tür klingelte. Er schüttelte den Kopf. Das konnte nicht wahr sein. „Ich lebe in einem verdammten Bahnhof," murmelte er und konnte nur zusehen, wie Draco aufsprang und zur Tür lief. Alles was er machen konnte, war ächzen.

Und woher wussten all diese Leute – wer auch immer es jetzt war – wo er wohnte? Er wusste, dass Narcissa es wusste, also wussten es Draco und Lucius ebenfalls. Woher Harry Potter es gewusst hatte, konnte er nur Vermutungen anstellen – vielleicht von seiner Tante, vielleicht durch seine Erinnerungen. Doch wer auch immer nun vor der Tür stand – vorausgesetzt, dass es nicht jemand von diesen Leuten war – konnte es nicht wissen. Außer wenn es sich herumgesprochen hatte und das wollte er nicht. Er wollte seine Einsamkeit, er musste seinen eigenen Frieden hier finden. Alleine. Nicht mit Menschenmengen. Er wollte seine eigene Gesellschaft und gelegentlich die von Eleanor. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn es so weiterging, würde er einfach… etwas machen. Er konnte keine Leute verhexen. Konnte sein Haus nicht mit Schutzzaubern ausstatten. Konnte weder Zauberer noch Muggel abwehren. Konnte nichts anderes machen außer seine Tür abschließen und sich weigern, sie zu öffnen. Und das hätte er auch getan, wenn Draco nicht schon auf dem Weg wäre, um sie zu öffnen. Und das würde er sicherlich zukünftig machen. Würde Mrs Callaghan sagen, dass sie an seine Hintertür klopfen oder ein spezielles Klingelzeichen benutzen solle – oder vielleicht könnte er aus dem Fenster hinausspähen (es waren Vorhänge in den Papiertüten, die Mrs Callaghan benutzt hatte, um all die kleineren Ikeasachen zu verstauen. Er hatte es nicht mitbekommen, als Eleanor sie dort reingetan hatte), um zu sehen, wer da war. Das könnte er heimlich tun.

Die Vorhänge aufhängen, die Möbel zu Ende aufbauen, das neue Geschirr waschen, eine Tasse Tee machen. Nachdem er Draco hinausgeworfen hatte. Und wer auch immer an der Tür war.

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Hermines Augen weiteten sich deutlich (und das wusste sie auch), als die Tür dort aufging. Nur einen Spaltbreit, wirklich, doch die Augen, die sie aus dem Inneren des Hauses ansahen, waren silbergrau, nicht schwarz, und als sie sie erkannten, wurde die Tür weit aufgerissen und ein Zauberstab auf sie gerichtet. Sie war schnell genug, um ihren ebenfalls zu zücken; froh, dass diese Stadt, diese Straße tot schien. Tot war, vermutlich.

„Was machst du hier?" knurrte Malfoy.

„Ich könnte dir dieselbe Frage stellen," erwiderte sie eisig.

„Ich besuche meinen Patenonkel," sagte er unmittelbar und ihre Augen wurden noch deutlich größer.

„Patenon… nun gut. Ich bin gekommen, um ihm etwas zu geben," antwortete sie. Patenonkel? Das war etwas, das sie erst einmal verdauen musste. Hatte sie nicht gewusst. Hatte nicht einmal Gerüchte gehört. Ergab keinen Sinn. Warum würden sie, jemand wie die vollblütigen Fanatiker, ein Halbblut wie Snape zum Patenonkel ihres einzigen Kindes – des einzigen Erben – ernennen? Es überraschte sie. Überstieg ihre Vorstellungsmöglichkeiten.

„Er braucht nichts," Malfoy wollte die Tür zuschlagen, doch sie war schneller und stellte ihren Fuß in die Tür. Es tat weh. Er war sehr stark, nutzte seine gesamte Kraft, um die Tür zuzudrücken. Doch sie hatte einen Zauberstab und scheute sich nicht davor, ihn zu benutzen. Und so war es einfach. Sie drängte sich hinein, stieß ihn zur Seite, starrte ihn an, ihren Zauberstab in der einen Hand, die andere zur Faust geballt gehoben, in der Nähe seines Gesichts. Sie wusste, dass er sich an ihren Faustschlag erinnerte, und mit seinem auf sie gerichteten Zauberstab sah er zu, wie sie, so schnell wie möglich, rückwärts eilte, in Richtung des Wohnzimmers, wie sie hoffte – und in Richtung des Getöses, welches von dort kam. Es war ein deutliches Geräusch von Sachen, die auf den Boden gelegt wurden, von Sachen, die aufgehoben wurden, und Holz an Holz. Hermine runzelte die Stirn, ihr Zauberstab war auf Malfoy gerichtet, und fiel dann beinahe über ein riesiges Paket auf dem Boden.

„Was zum…" hörte sie Snape murmeln und einen Moment lang, den Zauberstab immer noch auf Malfoy gerichtet, sah sie ihn an. Er saß auf dem Boden, auf einem ergrauenden Teppich, in Mitten von Teilen, die aussahen wie… waren das Ikea Möbel? Sie erinnerte sich an einen Sommer mit ihren Eltern. Ikea, dieses wundervolle Geschäft. Mit den kleinen Teilen, die zusammengebaut werden mussten. Und Snape hatte bei Ikea eingekauft. Versuchte etwas zusammenzubauen – einen Stuhl so wie es aussah.

„Ich, ähm, ich komme im Auftrag des…" Sie hatte sich auf ihrem Weg hierhin eine Rede zurechtgelegt. Und sie war komplett aus ihrem Kopf verschwunden, beim Anblick von Malfoy und Snape dort zusammen. Wie sie Möbel auf Muggelart zusammenbauten.

„Raus! Ihr beide! Raus, sofort!" donnerte Snape und stand auf. Sie konnte seine Knie leise knacken hören, doch sein Gesichtsausdruck war absolut – mörderisch. „Miss Granger," er kam auf sie zu, und dieses Mal wich sie nicht zurück. Oder versuchte es zumindest nicht.

„Ich komme im Auftrag des Ministeriums. Minister Kingsley wollte selbst kommen, doch er wusste nicht wohin und ich habe es ihm nicht gesagt," sagte sie schnell – und flunkerte dabei nur leicht.

„Raus. Hier. Es ist nicht mehr mein Ministerium und ich habe nicht mehr mit ihnen zu tun."

„Ich habe Geld. Entschädigung. Professor Snape, es ist…" sie merkte, wie sie ins Stottern geriet und stoppte. Nicht nur ihre Stimme stoppte, sondern auch ihr Weg nach Hinten. Er war ihr langsam immer näher gekommen und sie war nach hinten zurückgewichen. Bis sie nicht mehr weiterkonnte. Sie war an einer Wand gedrängt, mit ihrem Zauberstab in der Hand, Malfoy an ihrer Seite und ihm vor ihr. Er roch nach Holz und Ikeamöbeln. Und Tee.

„Sie können dem Minister, dem Ministerium und all diesen Hexen und Zauberern meine herzlichsten Grüße ausrichten. Bitte richten Sie ihnen aus, dass sie sich ficken können. Ich bin mit ihnen fertig. Das ist mein Haus und wenn ihr beide nicht sofort verschwindet, dann werde ich die Polizei rufen."

Sie blickte kurz zu Draco und er sah genauso verblüfft aus wie sie. Aber sie nahm an, dass sich ihre Gründe unterschieden.

„Muggelauroren," flüsterte sie ihm zu.

„Immer noch eine Besserwisserin," spottete er. Er trat von ihr zurück und zeigte auf die Tür. „Braucht ihr noch eine weitere Einladung? Miss Granger, Sie machen sich strafbar für unerlaubtes Betreten eines Grundstücks. Das gleiche gilt für Mister Malfoy und ich bin mir sicher, dass Sie, Miss Granger, es Ihnen, Mister Malfoy, bis ins kleinste Detail erklären werden, was dies in der Muggel-Gesetzessprache bedeutet."

Sein Finger zeigte immer noch auf die Tür, seine Stimme, sein Gesicht, alles wirkte bedrohlich. Sie griff langsam in ihre Tasche, steckte ihren Zauberstab ein während sie das Geld herausholte. Es entschrumpfte sich selbst und sie ließ die Banknoten einfach auf den Boden fallen, während sie zurück in den Flur trat, ihr Blick kreuzte den von Snape nur flüchtig, und bevor er irgendetwas sagen oder ihr das Geld nachschmeißen konnte, stürzte sie aus dem Haus hinaus. Das war nicht so gelaufen wie geplant. Doch zumindest hatte sie das Geld abgegeben und vielleicht ging es ihm gar nicht so schlecht, wenn er sich Möbel leisten konnte.

„Gut gemacht, Granger," hörte sie jemanden vom Haus aus rufen und sie wirbelte herum, bevor sie apparieren konnte.

„Was?" fragte sie und sah, wie ein Vorhang im Haus neben Snapes sich bewegte.

„Das war sehr schlau," seine Stimme strotzte von Sarkasmus. „Hast es geschafft, dass ich ebenfalls herausgeworfen werde. Dankeschön."

„Ich habe nichts dergleichen getan," blaffte sie. „Ich habe meinen Zauberstab nicht als Erste gezückt."

„Was hätte ich denken sollen? Dass die Gryffindor Prinzessin zum Haus meines Patenonkels kommt? Zum Haus des Lehrers, den du, wie wir alle wissen, gehasst hast? Du und deine verdammten Freunde?"

„Ich habe ihn nicht gehasst und ich hasse ihn jetzt nicht. Er ist ein He…"

„Verschone mich damit. Wegen dir wurde ich herausgeworfen, du blöde Kuh. Und das Geld auf den Boden werfen. Sehr schlau."

„Er hätte es ansonsten niemals angenommen."

„Und was glaubst du, was er jetzt damit machen wird?"

Hermine konnte ihren Ohren kaum trauen. Das war nicht der Draco Malfoy, den sie kannte. Dieser Kerl, der dort stand, war leidenschaftlich, schrie, hatte nicht bemerkt, dass Snapes Nachbarin sie beobachtete, er war auf sie wütend und behandelte sie nicht mit, naja, höhnischer Arroganz. Er hatte seinen, nun ja, Patenonkel, wirklich gern. Und das war ihr neu. Sie hatte ihn nach dem Krieg wirklich nicht getroffen. Ein oder zwei Mal hatte sie ihn gesehen, aber nichts weiter als das. Sie wusste, dass sie immer noch große Augen machte. Sie waren nicht wieder kleiner geworden, seitdem sie dieses Haus betreten hatte.

Offenbar wartete er auf eine Antwort und als sie ihm nicht sofort eine lieferte, trat er ebenfalls nah auf sie zu, doch nicht so nah wie Snape es zuvor getan hatte, und starrte sie fortwährend an. „Er wird es benutzen, um Feuer zu machen. Das ist es, was er mit dem Geld machen wird. Du hast überhaupt keine Ahnung, was Stolz ist, oder?" er blickte sie finster an, dann, einen Moment später, war er mit einem Plopp verschwunden und ließ sie dort wie eine Idiotin stehen. Mit der Erkenntnis, irgendwo in den Tiefen ihres Gehirns, dass er recht hatte.

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Eleanor Callaghan hatte solch einen Aufstand auf der Straße nicht mehr gesehen, seitdem Tracy und John Davidson vor etwa 7 Jahren ausgezogen waren. Ihre Streitereien in der Öffentlichkeit waren legendär gewesen. Die gesamte Straße hatte sie Unterhaltungsprogramm während des Abendessens gesehen. Anders als Severus' Eltern, die versuchten (oder zumindest Eileen hatte es versucht), ihre ehelichen Auseinandersetzungen zu vertuschen. Und jetzt das. Was beinahe genauso unterhaltsam war – jedoch wusste sie, dass Severus es nicht begrüßen würde. Was es ehrlich gesagt nur noch interessanter machte. Sie schrien viel und da ihr Fenster ein wenig offen stand, konnte sie sie schreien hören. Geld verbrennen? Severus konnte doch wirklich nicht so bekloppt sein. Aber bei ihm konnte man nie wissen. Auf ihrem Rückweg war er ziemlich still gewesen, hatte bei Ikea ziemlich verängstigt ausgesehen.

Sie schüttelte den Kopf. Der arme Junge. Hatte etwas Erholung nach dem Gedränge bei Ikea gebraucht und musste dann noch diese beiden hinauswerfen. Was auch immer dahinter steckte. Nicht nachdenkend, sondern vielmehr instinktiv griff sie nach der Trittleiter und brachte sie nach draußen, stellte sie neben die kleine Mauer und kletterte vorsichtig über sie. Er würde sie vermutlich nicht durch die Vordertür hereinlassen und sie hatte gesehen, dass die Hintertür erneut leicht geöffnet war. Zu viel Lüften. Das Haus wurde viel zu schnell kalt. Sie versuchte daran zu denken, es ihm zu sagen – bevor sie leicht anklopfte und eintrat.

„Severus?" rief sie sanft und ging zum Wohnzimmer.

Dort saß er, auf dem Boden, mit seinem Gesicht in seinen Händen, seine Schultern gekrümmt, und Eleanor konnte nicht anders als leise seufzen. Er sah nicht auf, als sie sich ihm näherte, er saß einfach da und sah aus, als versuchte er, sich vor der Welt zu verstecken. Sich vor allem zu verstecken.

„Du hast sie gehört, nicht wahr?" fragte sie sanft und setzte sich vorsichtig auf den Boden neben ihn. Es gab keine Antwort, nicht mal ein Anzeichen, dass er sie gehört hatte, und sie tat das Einzige, was ihr im Blut lag. Sie streckte sich nach ihm aus, ihre Hände lagen auf seinen Schultern, und zog ihn zu sich, drückte seinen Kopf an ihre Brust auch wenn seine Hände sein Gesicht immer noch verdeckten. Sie sah eine Menge Pfundscheine auf dem Boden. Mehr Geld als sie jemals zuvor auf einen Haufen gesehen hatte, doch darum würde sie sich später kümmern. Jetzt musste sie sich um den Mann, den sie in ihren Armen hielt, kümmern; sie streichelte mit ihren Fingern seinen Nacken und Rücken und fuhr durch seine Haare. Langsam, sehr langsam, nahm er die Hände von seinem Gesicht. Er weinte nicht. Er schien nicht der Typ zu sein, der Tränen vergoss, doch er starrte ins Nichts, starrte, als würde er etwas in der weiten Ferne sehen, doch gleichzeitig schlangen sich seine Arme ebenfalls um sie, er klammerte sich an ihr fest und sie hielt ihn einfach, wiegte ihn sanft, während sein Kopf auf ihrer Brust lang und seine Arme sie festhielten.

„Du weißt, dass du mit mir reden kannst, nicht wahr?" wisperte sie ihm zärtlich in sein Ohr und wiegte ihn wie einen kleinen Jungen hin und her.

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