XIV. Eine wirklich sinnlose Aktion
"Du gehst besser nicht da rein, sonst fällt dir wirklich noch ein Stein auf den Kopf Jack." raunte mir Percy leise zu, der fast unhörbar neben mir herschritt. Da war ich allerdings einmal ganz seiner Meinung. Ich ging nicht in die Höhle, das würde sehr kontraproduktiv für uns alle sein, ich wollte nicht austesten ob Lord Hades auch dieses Gottverlassene Gesteinsbläschen hier überwachte. Ich Platzierte mach also hinter einem etwa brusthohen Busch, welcher mir vollkommen unbekannt war. Ich hatte die Pistole in der behandschuhten Hand, ein Glück dass die Desert Eagle nicht für Damenhandtaschen, sondern für Männer mit Fingern, so dick wie Bratwürste konstruiert wurde. So passten meine Hände auch in Handschuhen an den Abzug. Ich habe nämlich schlanke, wenn auch ziemlich lange Finger. Die perfekten Kriegerhände, lang und groß genug um einen durchschnittlichen Hals zu umfassen, kräftig genug um ein Schwert zu führen und grazil genug um mit jeder Feuerwaffe umzugehen die nicht gerade für kleine Kinder konstruiert wurde.
Percy pirschte sich, das Gewehr im Anschlag an. Er stellte sich wirklich ziemlich Geschickt an, musterte den Boden aufmerksam bevor er seinen bestiefelten Fuß aufsetzte. Mit diesen voluminösen Stiefeln war das nicht einfach. Ich blickte über den Busch, bedacht keinen der Zweige zu knicken, oder mein Gewicht auf den Füßen zu verlagern um Geräusche zu verhindern. Percy spähte in die Dunkelheit der Höhle hinein, erschien erst einmal nichts zu sehen. Er überlegte, ob er hineingehen sollte oder nicht. Er entschied sich dafür, das konnte ich dann doch nicht zulassen, es war als ob eine innere Stimme sagte das er mich da drinnen brauchen würde. Also schlich ich mit fließenden Bewegungen hinter dem Busch hervor und bemühte mich auf so wenig blanken Stein zu treten wie möglich. Ganz vorsichtig und langsam drückten meine Füße das Gras zu meinen Füßen nieder und vermieden jegliches rascheln. Percy winkte mir abwehrend zu, ich konnte ihm förmlich ansehen, das er mich eigentlich nicht hinter sich gehen haben wollte.
Das war mir allerdings herzlich egal. Wenn ein Freund von mir freiwillig in die Höhle des Löwen - ähm Drakons spaziert werde ich nicht hinter ihm zurückbleiben. Trotzdem fühlte sich mein Herz an als ob es gleich vor Anspannung bersten würde, mein Blut rauschte durch die Adern und meine Sinne schienen mir um ein vielfaches Schärfer. Ich schloss die Augen als ich in die Höhle trat, meine Ohren sagten mir das tief in der Höhle schwere Hornplatten aneinander raschelten. Offensichtlich befand sich das Monster das wir suchten in der Höhle. Ich öffnete meine Augen wieder, sie gewöhnten sich recht schnell an die Dunkelheit, sodass sich die diffusen Formen des Gesteins hier abzeichneten. Die Höhle war vielleicht natürlich entstanden, aber man hatte sie bearbeitet, auch wenn das vielleicht schon lange Zeit her war. Eine dünne Bodenschichte lag im Eingangsbereich, der so flach war wie ein moderner Fußboden. Percy war nur wenige vor mir. Er zielte genau vor sich und atmete genauso flach wie ich, eine erzwungene Ruhe ist eben auch eine Ruhe, dachte ich mir während ich mich darauf konzentrierte weder lauter, noch schneller zu atmen als gewöhnlicher weise. Wir schritten tiefer in den Berg hinein und es wurde immer dunkler.
Ich konnte fast nichts mehr sehen, Percy durfte es eigentlich nicht viel besser gehen. Ich strich mit der Hand an der glatt gefliesten Wand entlang und fragte mich ob es hier in früheren Zeiten um eine Lustgrotte oder etwas ähnliches gehandelt hatte. Ich meine wer fließt bitte freiwillig einen Tunnel in den Berg. Naja, wie breit das ganze hier war konnte ich jetzt auch nicht sehen. Percy blieb auf einmal stehen, ich lief fast gegen ihn und lauschte in die Tintenschwarze Dunkelheit hinein. Zischende tiefe Atemzüge waren zu höre, sie waren ruhig und getragen. Der Drakon konnte also nicht mehr weit von uns entfernt sein. Trotzdem, es war als ob die Schatten sich um uns herum zusammenzogen, es war irgendwie unheimlich. Fast war es mir als ob sich jemand in meinen Kopf zu schaffen machte… Da erklang ein tiefes, kaltes und ungemein amüsiert klingendes lachen. "Gefällt dir was du siehst Pendragon? Es war wirklich eine Dummheit von dir in MEIN Reich zu kommen, du meist wohl auch du bist unbesiegbar nicht war kleiner Abschaum?" das musste Lord Hades sein, dachte ich mir verängstigt und schluckte. "Glaubst du ernsthaft, das ich dich am Leben lasse nur weil die meinem Bruder sein ach so süßes Söhnchen wiedergebracht hast? Nein ganz bestimmt nicht - du gehörst mir Pendragon, wie dein Vater und der Vater deines Vaters!" donnerte die Stimme in meinem Kopf und ich spürte wie etwas an mir zerrte. Nein, Moment nichts zerrte an mit, die Höhle wackelte. Ich taumelte Richtung Ausgang, viel mehrmals auf die Knie die Ich mir aufschlug. Kacheln begannen von der Decke zu fallen und zerschellten auf dem Boden in tauschend Stücke.
"Lauf Percy!" schrie ich, ich glaube aber nicht das er es gehört hatte, noch das diese Aufforderung sonderlich nötig gewesen war. Ein wütendes aufbrüllen kam von weiter hinten aus der Höhle, der Drakon war von dieser Erschütterung seines trauten Heims offensichtlich gar nicht begeistert und bewegte sich vermutlich so schnell er konnte hinter uns her. Schlangen, vor allem die großen konnten ziemlich schnell sein, man sollte es nicht für möglich halten. Ein Steinsplitter riss meine Wange auf. "Na, hat der große Held etwa Angst - freu dich darauf was ich für dich vorbereitet habe wenn du dein Gotteslästerliches Leben ausgehaucht hast. Wirklich rührend was mein Neffe von der Post erzählt hat - aber mich kannst du damit nicht täuschen, ich kenne dich und deine verdorbene Sippe!" fauchte der Herr der Unterwelt in meinem Schädel, das ich fast zu Boden gefallen wäre. Auf einmal war ich draußen, alles war auf einmal ruhig, seltsame, fast schon solide aussehende Schatten wallten auf der Höhle. "Du machst es wirklich nicht leicht verdammter Bastard - aber gut, mach Bekanntschaft mit meinem kleinen Liebling!" schrie ein zorniger Hades, Percy schaffte es aus der Höhle.
"Verdammt - was macht Hades? Das darf er gar nicht!" rief er ehrlich empört. Er musste mir ein Lachen verkneifen, als ob es einen Gott scherte was er durfte und was nicht. Medusa war an ihrem schrecklichen Schicksal auch unschuldig gewesen - niemand hatte Athene jemals für das bestraft was sie dieser Frau angetan hatte. Nur etwa 30 Schritte hinter Percys schoss er Kopf des Drakons aus der Höhle. Es war ein wirklich furchterregender Anblick. Allein sein Schädel war so groß, dass er mühelos einen Kleinwagen zwischen den mächtigen Kiefern zermalmen konnte. Die Zähne erinnerten an die von Haien und waren in dreifacher Reihe vorhanden. Zählflüssiger grüner Speiche troff aus seinem Maul, welches ungesund dampfte. Die Bösartigen Augen waren so groß wie Autoreifen und von einem bernsteinernen Gelb. Die Knochenpanzer waren so dick dass man daraus bestimmt Wände für Gartenhäuser fertigen konnte, sie hatten eine mattgrüne, schmutzig wirkende Farbe.
Erst jetzt fiel mit auf, das ich meine Pistole offensichtlich verloren hatte, Percy hatte sein Gewehr jedoch noch dabei, ich begann also einfach zu rennen, meine Knie brannten wie Feuer, kein Wunder sie waren aufgeschürft und blutetet. Ich sog keuchend die Luft ein. Schüsse gellten. Ein schmerzhaftes Gebrüll ließ den Felsen erzittern. Ich blickte mir um, Percy hatte geschossen, der Schlange schnellte in die Luft, inzwischen hatte ich einen Begriff wie groß dieses Ding war. Der Durchmesser dieses Viechs betrug mindestens 5 Meter, es war weit über 40 Meter lang. 30 Meter erhob der massige Schädel sich in die Luft, bevor er wieder nach unten fiel. Säure spritzte durch die Luft, ich lief weiter, ein Tropfen traf mich auf der Hand, wo er sofort begann sich durch den Handschuh zu ätzen, den ich einfach herunterriss und wegschmiss.
Percy erwischte es bestimmt schlimmer. "Aaahhh." schrie er gepeinigt auf, weitere Schusssalven gellten. Ein gewaltiges Donnern und vibrieren des Bodens ließ mich fast stolpern, ein weiterer Erdstoß und ein lautes Knurren erklang. "Scheiße! Lauf Jack, Verdammter Mist lauf!" schrie ein panischer Percy auf, ich löste das Armband von meinem Handgelenk und ließ mein Schwert erscheinen. "Was ist." rief ich fragend aus und warf über die Schulter einen Blick hinter mich. Mein Magen knäuelte sich auf Brilliantengröße zusammen und schmerzte schrecklich. Wenn ich gedacht hätte, dass der Drakon das schlimmste war was die Erde an Monstern u bieten hatte, dann hatte ich mir wirklich gründlich geirrt. Vor dem Drakon stand ein Säuretriefendes Monstrum, das gerade außer Rand und Band geraten war uns zornig die alte Schlange ansprang. Das war wirklich ein Albtraum, Hades hatte wirklich den Zerberus auf mich gehetzt - irgendwie fühlte ich mir geehrt. Leider hatte der Unterweltgott in seinem Zorn wohl vergessen erst den Drakon aus dem Weg zu räumen, bzw. diesen einfach seine Rache für die Störung nehmen zu lassen. Er war eben ein Hitzkopf, das war mein Glück, ohne den Hund wäre ich jetzt wohl schon tot. Ich verstand jetzt noch weniger wie es Herkules geschafft hatte diesen Hund aus der Unterwelt zu holen. Drei Köpfe mir rasiermesserscharften Zähnen, so lang wie mein Unterarm verbissen sich in dem Drakon, der zischend mit seinem massiven Schwanz ausholte und den gewaltigen Hund, der ihn um mindestens das doppelte Überragte von den Beinen zu holen und zu umschlingen.
Der Lärm den diese Beiden Titanen veranstalteten war unglaublich, ich und Percy stürmten jedoch weiten, letzerer schien ziemliche Schmerzen zu haben, obwohl seine Haut nicht einmal den kleinsten Kratzer hatte. Auf einmal hörten wir ein schmerzhaftes heulen und wütendes Knurren. Percy drehte sich um. "Bei den Göttern." rief er aus und deutete mit dem leergeschossenen Gewehr auf den Python, der tiefe Wunden am Hals, gewaltige Mengen an schwarzem Blut verschpritzend den Zerberus umschlungen hatten und ihn zerquetschte, dass der Hund erbärmlich aufjaulte und schließlich erstarrte. Tonnen an Bronzestaub fielen zu Boden und bildeten eine gewaltige Goldene Wolke. Das würde Hades aber gar nicht gefallen, aber ich fragte mich sowieso warum er sein Lieblingshaustier nicht gerettet hatte.
Hatte Percy etwa doch recht und Hades hatte eines der olympischen Gesetze gebrochen als er mich so ohne weiteres Angriff. Ich dachte schon das alles in Ordnung sein, als mit etwas an der Schulter traf und ich zu Boden ging. Etwas knackte und aus dem Stechenden Schmerz durchfuhr konnte ich schließen das es sich dabei um mein rechtes Schulterblatt handelte. Ich jaulte auf wie ein verwundetes Tier und drehte mich um meinen Gegner zu sehen. Es handelte sich um ein Skelett. Hades wollte sich seinen Sieg also nicht nehmen lassen. Was mich getroffen hatte war nichts anderes als eine verrostete Streitkeule. Ich kriegte kaum Luft. trat gegen das Knochige Schienbein, aber es passierte nichts. Der Knochen hielt und die Schwerte Keule hob sich ein weiteres Mal, als Riptide auf einmal den Brustkorb besagten Skeletts durchbohrte, Percy hatte seine Waffe geworfen und mir somit Zeit verschafft mit aufzuraffen und mit meinem gesunden Arm mein Schwert zu greifen. Dieser Skelettkrieger verpasste mit der Knochenhand eine Ohrfeige die sich anfühlte als hätte sie das Fleisch von meiner Wange gerissen.
Aufschreiend schlug ich zu, zweimal. Dann war Percy da, und riss sein Schwert aus der Brust des Skeletts, welches als Häufchen Knochen auf dem Bode zusammenfiel. ich konnte nicht gerade gehen und meine primäre Schwerthand war vollkommen nutzlos, keine Gute Situation um von Skeletten gejagt zu werden. Natürlich war das welches ich niedergestreckt hatte nicht das einzige. Percy hatte Riptide in der Hand und streckte ohne auf sein Deckung achten zu müssen zwei Skelette nieder. Er glühte leicht golden, die Waffen berührten ihn nicht einmal. Ich hingegen humpelte ächzend davon und wurde auch angegriffen. Zurückweichen, Finte auf den Brustkorb antäuschen, Drehung aus der Schulter und Arm abschlagen waren für mich eine Bewegung, das Skelett vor mir verlos seinen Arm, zornig trat ich ihm Gegen das Becken und beförderte es auf den Boden, währen ich vor Schmerz aufschrie und meinen Zorn in einen wuchtigen Schwertschlag legte, welcher dazu führte das die Klinge tief in den Schädel des Skeletts eindrang und es wieder zu Ruhe Schickte. Der Schädel blieb an der Klinge blieb hängen, aber umso besser. "Lebendig kriegst du mich nie Hades!" schrie ich zornig in den Himmel und humpelte weiter in Richtung Brücke.
Percy hielt mir unterdessen mit erstaunlicher Gewandtheit und Ausdauer die Gegner vom Leib. Sein Schwert fuhr wie ein goldener Blitz durch die Luft und er rannte wie ein Wahnsinner herum - parierte und tötete mit der leidenschaftslosen Effizienz eine Söldners - er hatte bei uns in Kanada als doch etwas gelernt, dachte ich mit grimmigen lächeln und schalt mich eben so unaufmerksam gewesen zu sein. Schließlich erledigte er auch das letzte Skelett, wir waren fast bis zur Brücke gekommen, als hinter uns das Fauchen des Drakons erklang, der sich über Stock und Stein schlängelte, mit einer Geschwindigkeit, die einem olympischen Sprinter Ehre gemacht hätte. Und das obwohl diese Schlange schwerst verletzt war, klaffende Wunden hatte Zerberus an ihrem Hals interlassen. ein Armdicker Blutschwall spritzte pulsierend aus einer Seite.
Eine kleinere Arterie hatte der Dreiköpfige also doch erwischt. Ich rannte so schnell ich konnte, was nicht sehr viel mehr als normales Joggingtempo war, ich wollte am liebsten hinfallen und liegenbleiben, Meine Sicht verschwamm teils und mein Atem ging keuchend. Aber ich schleppte mich weiter, hier wollte ich schließlich nicht liegenbleiben. Percy hätte schon längst auf der anderen Seite der Schlucht sein Können, aber er ließ mich nicht zurück. Da war ja die Brücke, ich hetzte über die dicken Holzbretter und hörte Percy ausrufen. "Schneller Jack, Schnellen er hat und fast. Er passt auf die Brücke!" Die schwere Hängebrücke begann zu schwanken und unter der gewaltigen Last der Drakons weiter durchzuhängen. Dieser konnte sich hier natürlich nicht wirklich schlängeln, sondern musste relativ langsam vorwärts kriechen, unser Glück Er spuckte uns eine Säureladung hinterher, traf aber nicht - auch ihm schien der Blutverlust jetzt arg zu schaffen zu machen. Ich erreichte schließlich endlich das Ende der Brücke, Percy hatte darauf gewartet, er begann eines der beiden dicken Halte seile mit dem Schwert zu bearbeiten.
Mit einem lauten knalle riss es unter der gewaltigen Belatzung, die Brücke kippte und für einen Moment sah es so aus als würde der Drakon in die Tiefe des Canyons stürzen. Da hatten wir uns aber getäuscht, die gewaltigen Muskeln spannten sich an, und er hielt sich in den andere seitenbegrenzenden Seilen der Brücke fest, die unter des Last ächzten und nachzugeben zu begannen. Ich torkelte zum anderen gewaltigen Steinpfeiler und hieb mit dem Schwert in das Halteseil, welches sofort zerriss, eine der Fingerdicken Hanffasern aus denen das Seil gefertigt worden war zischte an meinem Ohr vorbei, während die Hängebrücke in die Schlucht hinabstürzte und den Drakon mitnahm. Da schoss es mir siedend heiß durch den Kopf - das Herz des Python. Hatten wir es etwa verloren? Jetzt wo der Drakon in seinen sicheren Tod stürzte, außerhalb unserer Reichweite! Die Schlange viel in die Tiefe und prallte mit dumpfen Schlägen auf den Felsen am Rand des Canyons, eine gewaltige Explosion au goldenem Staub ereignete sich, die mich und Percy selbst am Rand des Canyons, ungefähr 200 Meter höher noch mit einer goldenen Schicht überzog, die wie feiner Sand in den Augen brannte, Tränen flossen über mein Gesicht und verwuschen das ganze vermutlich. "Verdammte Scheiße - wir habens überlebt!" rief ich auch Hund lachte fast schon hysterisch los. "Aww Yeaaah." fiel Percy ein und hörte sich ähnlich bescheuert an wie ich.
"Aber jetzt fangen die Probleme erst an." bemerkte er nach einigen Momenten der Freude, da hatte er allerdings Recht. Nun, da sich das Adrenalin langsam wieder auf ein normales Level senkte war ich nicht mehr in der Lage mich allein aufrecht zu halten. "Hey nicht umfallen Mann." sagte Percy und packte mich so sanft wie möglich an meinem Heilen arm, mit dem ihm sich sofort an seiner Schulter festkrampfte. Er musste allerdings seinen anderen Arm um meine Taille legen, obwohl ich sonst auf derartige Gesten unter Männern ziemlich allergisch reagiere war mir das in diesem Moment ziemlich egal. Mir ging es einfach zu beschissen um darüber nachzudenken, ob ich und mein Kumpel gerade wie zwei Schwuchteln aussahen. Wir müssen Richtung Süden, richtig Jack?" fragte Percy.
"Äh, klar müssen wir, da sollen noch Leute leben, aber ich bin da eher skeptisch." antwortete ich ihm mühsam Atem holend. "Gut, dann lass uns keine Zeit verlieren, du musst ins Warme Jack." bemerkte er bestimmt und setzte sich in Bewegung. Ich marschierte tapfer mit aufeinandergebissenen Zähnen hinterher. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass die Knochen in meiner Schulter gesplittert waren und sich ins Fleisch bohrten. Aber was sollte ich machen, Percy hatte keine Ahnung von derartigen Dingen und man konnte bei solchen Verletzungen mehr falsch als richtig machen! Inzwischen senkte die Sonne sich schon blutig rot Richtung Westen.
Es war empfindlich kalt geworden, trotz unserer guten Kleidung. Percy war da allerdings deutlich schlechter dran als ich, die Säure hatte teils Löcher in seine Sachen gebrannt, sodass er mit teils bloßer Haut herumlief, die sich mit der Zeit unangenehm rot färbte - hoffentlich bekam er keine Erfrierungen. Wir stolperten langsam immer weiter Richtung Süden. Es war schon tiefste Dämmerung als wir eine dünne Rauchsäule aufsteigen sahen. Da war vielleicht Rettung zu erwarten, ich konnte bald nicht mehr, meine Beine zitterten und mir war eisig kalt, es war als ob mein Blut durch Kühlmittel ersetzt worden sei, Percy zuckte ebenfalls unkontrolliert, es war anzunehmen das er sich noch bedeutend schlimmer unterkühlt hatte als ich. Aber diese dünne Rauchfaden im matten Abendlicht mobilisierte neue, verloren geglaubte Kräfte. ich ging fast ohne mit auf Percy zu stützen, dessen schlurfende Schritte auch länger wurden. Wir sahen schließlich die Jurte vor uns, es war ein typisches rundes Zelt aus dessen eisernem Kamin einige orangerote Funken stoben. Yaks befanden sich Grasend, oder wiederkäuend in der Nähe - es wunderte mich das die Nomaden so weit ins Hochgebirge vorgewagt hatten.
"Hallo, ist da jemand?" rief ich so laut ich konnte, statt einer Antwort begann ein Hund wie wild zu kläffen. Es war eine etwa schäferhundgroße, weißbraune Promenadenmischen welche an einem Holzpflock angekettet war. und an der Kette herum hüpfte als ob wir die besten Freunde der Familie seien. Nach kurzer Zeit wurde die niedrige Holztüre, welche für solche Jurten typisch ist geöffnet. Ein kleiner, drahtiger Mann mit schwarzem Schnurrbart, ebensolchen Haaren und einem dicken Flanellhemd kam heraus. Wir hatten natürlich Englisch gesprochen und um ehrlich zu sein erwartete ich nicht das er uns verstand, aber um zu wissen was wir brauchten musste man eigentlich nur seine Augen aufmachen. Mist - ich hatte kein Geld dabei - wenn diese Leute uns also nicht aufnehmen wollten, was dann? Sollten wir Gewalt anwenden?
Ja das würden wir wohl tun müssen, lieber einen Mann verprügeln als sterben, meldete sich der rationale Teil meines Gedächtnisses. "Hallo - ich und mein Kumpel hier sind beim klettern abgestürzt, wir wollten uns den alten Tempel in den Bergen ansehen." erklärte Percy. "Er hat sich die Schulter gebrochen und unser Zelt ist auch ruiniert. Können wir reinkommen?" fragte er den Mann, der ein langes Jagdmesser in der Hand gehalten hatte, welches er jetzt wieder wegsteckte. Er rief einige offensichtlich beruhigende Worte in die Hütte hinein und antwortete in einem gebrochenen Englisch. "Kommt - Kommt rein, es ist keine gute Zeit um allein draußen zu sein." er winkte einladend, wir beiden kamen der Einladung natürlich nur allzu gern nach. Ich musste mich fast auf die Knie niederlassen um mich durch die kleine Holztüre zu quetschen, Percy ebenfalls. In der Jurte war es mollig warm, es befanden sich wenige Möbel hier. niedrige Betten für die Familie, ein Runder Holztisch, mehrere kleine Schränke. Auf einem davon stand ein kleiner Fernseher in dem gerade eine Chinesische Nachrichtensendung lief.
Ich nahm jedenfalls an das sie chinesisch war, da im Hintergrund des Studios großmächtig die Fahne der Volksrepublik zu sehen war. Ein alter Mann saß mit einer Tasse Tee auf dem Sofa, zusammen mit drei Jungen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Ihre Mutter, befand sich zusammen mit einer anderen Frau etwa gleichen Alters am eisernen Herd und kochte gerade eine würzige Suppe. Es brach ein ziemlicher Aufruhr los, als wir eintraten. Ich wurde von der Wärme überwältigt, meine ausgekühlten Glieder prickelten höchst unangenehm als sie langsam warm wurden. ich ließ mich vorsichtig auf eines der Betten sinken ohne nachzudenken. Percy hielt sich die Stellen seines Körpers die der Kälte ausgesetzt waren und jammerte als sie warm wurden. Er hatte sich wohl doch etwas erfroren. Der Mann redete auf die Frauen ein. eine von ihnen, sie war wohl zwischen Ende 20 und Mitte 40 - mit asiatisch Geprägten Gesichtern komme ich nie so gut klar - beugte sich über mich und schien sofort zu wissen was los war. "Das sein meine Frau, sie kümmern sich um dich." erklärte der Mann der uns hereingebeten hatte.
"Ich danke ihnen vielmals." antwortete ich dankbar und war froh zu wissen das es auf dieser Welt auch noch gute Menschen gab. "Kein Problem, ihr seid meine Gäste." antwortete der Mann mit einem freundlich besorgten nicken. Währenddessen hatte die Frau mit einem großen Messer meine Jacke aufgetrennt und meinen ziemlich übel ausschauenden Oberkörper freigelegt, der einige schwarze Flecken aufwies. Mein Schulterblatt war seltsam verdreht, sie blickte das ganze erstaunt fachfraulich an. Sie redete mir ihrem Mann. "Sie sagt du haben Glück gehabt. Das hätten viel schlimmer können sein." übersetzte er. "Schmidt, Jack Schmidt - wirklich ich weiß nicht was ich.." wollte ich mich bedanken, dann ging ein Knacken durch meinen ganzen Körper und ließ jede Faser von Schmerz erbeben, doch als der erste Schmerz nachließ bemerkte ich wie meine Schulter bedeutend weniger wehr tat. Die Jungen waren natürlich auch neugierig, während Percy mit wärmenden Umschlägen versehen wurde, wurden meine zahlreichen kleinen und auch größeren Verletzungen erst mit Wasser und dann mit Alkohol ausgewaschen.
Die Frau nahm dazu einen mir unbekannten Reisschnaps. Ich ächzte und stöhnte dabei wie ein Tier, allerdings konnte ich mir wenigstens das Schreien verkneifen. Seltsamerweise erweckte der auf meiner rechten Brustseite eintätowierte fünfköpfige Drachen, wie das in Europa wohl der Fall gewesen war. Die vielen Narben auf meinem Körper wurden auch von keinem mit einem Kommentar bedacht, jedenfalls nicht das ich es mitbekam, bis mich auf einmal eine alte zittrige Stimme fragte. "Bis du Soldat gewesen mein Junge?" ohne nachzudenken antwortete ich mit "Nein, warum fragen sie." da erst bemerkte ich das ich auf Altgriechisch geredet hatte. Der alte Mann hatte ein schelmisches Funkeln in den Augen. "Halbgott, habe ich es mir doch gedacht. Junge Leute haben nicht so viele Narben." antwortete der alte Mann. "Woher sprechen sie die Sprache der Götter?" an diese dummen Frage konnte man schon erkennen wie fertig ich war.
"Naja mein Freund - ich bin auch einer. Xiu Ming Sohn des Apollo." bemerkte er trocken und kramte in einem der Schränke herum. "Ich hatte doch noch - Mist dieser Bengel hat es tatsächlich aufgefuttert!" fluchte der alte Mann. Ich sah nur noch wie sich der Mittlere der drei jungen so klein wie möglich machte und sich verkrümeln wollte. ER wurde von seiner Mutter unsanft am Ohr gepackt und bekam ein mir nicht ganz verständliche Schimpftriade gehalten. Was war denn so schlimm daran etwas zu essen? "Bei den Göttern, ich könnte in Nektar baden so beschissen fühle ich mich gerade." stöhnte der in eine Dicke Decke gehüllte Percy, welcher vorsichtig heiße Fleischbrühe schlürfte. "Aber jetzt mal im Ernst meine Herren, sie sind auf keinen Fall von einem Berghang gestürzt!" stellte Xiu Ming fest. Da hatte der alte Herr mit seinem lang herabhängenden weißen Schnurrbärtchen und den tiefbraunen Augen leider Recht. "Das stimmt allerdings, aber was ist mit ihrer Familie Mr. Ming?" bemerkte ich.
Er runzelte kurz die Stirn "Ich habe keine Geheimnisse vor ihr - und ich schätze es nicht, wenn meine Gäste welche vor mir haben. Eine ganz andere Frage, dein Freund hat sich gefährlich unterkühlt, warum hat er keine Frostbeulen?" fragte er misstrauisch. "Haben sie schon mal was von Percy Jackson gehört?" fragte ich den Mann, während zwei tiefgrüne Augen mir geradezu tödliche Blicke zuwarfen und sich dann wieder auf den bunten Teppich senkten. "Reden wir jetzt von DEM Jackson? Also von dem neuen großen Helden des Olymps?" fragte der alte Herr sichtlich aufgeregt. Ich versuchte ein möglichst cooles Nicken hervorzubringen und verzerrte mein Gesicht, weil meine Schulter schrecklich protestierte, die Frau packte gerade irgendeine komische Kräutersalbe darauf die widerlich nach ranzigem Fett stank. Wenn sie half, dann war ja alles gut. "Da sitzt er." bemerkte ich und deutete auf meinen Freund. "Oh, eine wirklich große Ehre einen so hervorragenden Heroen unter meinem Dach begrüßen zu dürfen. Ich bitte vielfach um Verzeihung - ich hatte mir sie irgendwie anders vorgestellt." entschuldigte er sich an Percy gewandt, der seinen Kopf wieder hob.
"Ja ich weiß - viele denken ich wäre irgendwie Heldenhafter - vom äußeren. Aber ich hoffe mal das ist ok und ich habe sie nicht vollkommen enttäuscht." plapperte der ablenkend. "Wenn sie irgendetwas wünschen dann sagen sie es nur. Sie sind mein Gast." antwortete der alte Mann und wiederholte das auch vor seiner Familie, die bei der Ankündigung ziemlich überrascht reagierte. "Das ist wirklich nett, Danke aber ich bin vollkommen zufrieden." antwortete Percy. "Aber was ist euch denn geschehen. Das mit dem Berg kann nicht stimmen, welche Monster habt ihr zur Strecke gebracht?" fragte der Sohn des Apollo. "Das glauben sie uns nicht." bemerkte Percy ernst "Einen Drakon, den ich für den Legendären Python halten würde." er sprach damit aus, was ich nur leise zu denken gewagt hatte. Der Mann riss seine Augen auf, das ich beinahe Angst bekam sie würden aus den Höhlen fallen. "Das kann nicht sein, seine versteinerten Überreste stehen in diesem Tal! Ich zeige sie euch Morgen - aber Drakon, das könnte sein, ich habe gewaltige Kriechspuren entdeckt. Vor zwei Tagen, alles seit diese Fremden hier waren." sagte er und blickte zornig drein. "Welche Fremden?" fragte ich und zeigte wohl ein wenig mehr Interesse als beabsichtigt. "Ich werde es euch sagen." bemerkte der Alte machte einen Schritt zum Herd, ergriff ein langes Küchenmesser und stieß damit gegen Percys Kopf.
"Vorsicht Percy." schrie ich auf und fuhr erstaunlich schnell hoch. Hätte Percy nicht den Fluch das Achilles auf sich genommen so wäre er trotz allen Tod gewesen. So passierte ihm nichts, er blieb sitzen, klirrend zersprang die Klinge des Küchenmessers, die beiden Frauen schrien auf und der kleinste der junge fing entsetzt an zu weinen und versteckte sich in einer Zeltecke. Percy war aufgesprungen und hatte den alten Mann an der Kehle gepackt. "Sie hätten mich umbringen können sie Vollidiot! Wissen sie nicht das man auch Achilles verletzen konnte!" grollte er sehr ungehalten. Der alte hob beruhigend die Hände und unternahm keinen Versuch sich zu wehren . Percy jedenfalls war stinksauer, ließ ihn aber trotzdem los.
"Tut mir wirklich leid Mr. Jackson. Ich musste sicher gehen, dass sie der sind für den sie sich ausgeben." begründete er als Percy seinen Hals losgelassen hatte. "Das will ich hoffen!" Percy war immer noch nicht besänftigt, das konnte ich ihm durchaus vorstellen. Inzwischen tat meine Schulter bedeutend wenig weh als vorher. Der schnitt quer über die rechte Backe war mit Pflastern verklebt, eigentlich ging es mir ganz ordentlich. "So, dann wollen wir jetzt Antworten. Und wenn sie meinen das von dieser Steinstatue des Python noch etwas anderes als ein paar auf dem Boden liegende Steinchen übrig waren als wir hier ankommen Mr. Ling, dann schwöre ich ihnen auf den Styx das dem so ist!" bemerkte Percy. "Nein - das das kann nicht sein. Apollo ist ein Gott und er musste wirklich kämpfen um den Python zu besiegen.!" sagte er und schüttelte den Kopf.
"Wie viele eurer Kameraden sind gefallen?" fragte er weiter. Ich lachte laut auf. "Zum Glück keine, wir waren allein - aber Drakone haben es zum Glück nicht so mit dem Denken. Außerdem Mag es auch eine Schlange nicht von einer Brücke zu fallen! Außerdem hat Lord Hades ihm ein paar Höllenhunde auf den Hals gehetzt. Aber es war knapp, durchaus." bemerkte ich und hoffte das mich niemand meine kleinen Lüge überführte. "Wer seid ihr. Jack Schmidt? Ein Sohn des Hades?" fragte er verwundert. Nun es war schon irgendwie belustigend das er mich für einen Sohn seines Erzfeindes hielt. "Nein - ich bin ein Abkömmling Deukalions und Phyrras wie so viele andere auch." bemerkte ich und ließ mich wieder auf die Couch sinken." Ein ganz normales Sterblicher?" fragte er verwundert und schüttelte den Kopf. "Seltsame Zeiten sind das heute."
Der Rest der Familie hatte sich wieder beruhigt und war zum Fernseher zurückgekommen wo jetzt ein alter Bruce Lee Film lief, der schon in meiner Kinderzeit als antiquiert bezeichnet werden konnte. "Was ihr reden von den Kriegsgeschichten mit meine Großvater? Diese ganzen Heldensachen sind nicht für diese Land hier. Dies ist gute Land für friedliche Menschen." sagte der Mann, der uns eingelassen hatte. "Und das soll es auch bleiben, ich weiß. Keine Sorge wir verschwinden so bald wir wieder einigermaßen auf den Beinen sind. Sie haben eine Familie zu beschützen, das ist klar." antwortete ich ihm. Er schien erleichtert zu sein. Klar zwei Halbgötter lockten mehr Monster an als einer. "Danke das sie verstehen. Ich nicht gerne werden unhöflich." rechtfertigte er sich. "Kein Problem. Diese Salbe ist wirklich gut." antwortete ich. "Ich wissen, sein alte Rezeptur von Großvater." erklärte er, klar ein Sohn das Apollo würde sich wohl mit Medizin auskennen.
"Also zu diesen Fremden die hier gewesen waren. Das waren ziemlich miese Kerle. Allesamt zwischen 18 und 40 - Grobschlächtig, teilweise sehr gut aussehend. Schwer bewaffnet und äußerst undfreundlich. Sie haben sofort nach dem Tempel gefragt und eines unserer Schafe zum Abendessen gestohlen. Es waren Halbgötter, zumindest der Anführer von ihnen. Sohn des Ares wenn ich mich nicht irre, aber was soll ein alter Mann gegen 10 Männer machen? Mein Enkel und seine Familie weiß nicht wie man mit Waffen umgeht." der alte Herr zuckte hilflos mit dem Schultern. "Das ist wirklich unschön, aber seien sie froh so glimpflich davongekommen zu sein. Sonst irgendetwas auffälliges vielleicht?" fragte ich hoffend. "Ja - sie hatten alle ein Silberner Auge auf den Schulterklappen ihrer Uniformen. Die hatten richtige Militärkleider an und sie haben etwas davon geredet, dass sie es diese Typen schon noch zeigen würden die ihnen bei Äolus dazwischengefunkt hatten. Die Leute die dort gestorben sind sollen bitter gerächt werden. Aber was hat der Herr der Winde mit dem hier zu tun, ich habe Angst. Es ist als ob sich über der Welt ein neuer Sturm zusammenbraut. Schlimmer als der Krieg mit Kronos." sagte der alte Mann und hatte die blanke Angst in den Augen stehen.
Ich konnte nur hoffen, dass es nicht so war. "Wissen sie was diese Kerle wollten?" fragte ich. "Ja - das weiß ich allerdings - ich konnte es aber nicht verhindern, dass sie es holten, mögen mir die Götter vergeben." sagte er niedergeschlagen. "Aber den nächsten Hinweis, den habe ich verborgen. Ihr sucht bestimmt auch die 7 Schlüssel oder?" fragte er. "Ja- woher wissen sie das?" fragte ich verwundert. "Ich war zu der Zeit im Camp als dem Sohn der Athene damals die Schlüssel anvertraut wurden. Von niemand anderem als Zeus persönlich, es war eine ziemlich große Sache. Ich war damals noch zu jung für den Krieg und uns Apollokinder brauchte man damals in den Hospitälern für die Demigötter." erläuterte er. "Ich habe George aus den Augen verloren, wie vermutlich jeder. Nach diesem Krieg bin ich dann in die Heimat meiner Mutter ausgewandert, ich hatte Amerika satt - die Monster, das Kämpfen! Tja und dann kam George eines Tages vorbei, er wirkte alt und Verbraucht und das obwohl er gerade einmal 30 war. Ein sterbender Mann, versteht ihr?
Er hat mir erzählt, dass er ein wichtiges Geheimnis gehütet habe seit jenem Tag Anno 1939. Und er hat mir gesagt, das er im Tal des Python, einen Schlüssel versteckt habe. Ich sollte auf das Papier aufpassen, dass er mir gab - ich musste versprechen es nicht zu lesen. Es sei Lebenswichtig für den Olymp, dass dieses Papier gut beschützt sei. Nach zwei Tagen ist er gegangen und hat mir den Mann beschrieben der es irgendwann abholen würde." bemerkte der alte Mann. "Ihr beiden passt nicht zu der Beschreibung, aber das ist unwichtig. Wenn ihr den nächsten Teil dieses Rätsels löst, dann können diese Verräter keinen Profit aus der Sache ziehen. Das ist es was zählt." sagte der Mann und händigte mir einen Brustbeutel aus, den er vom Hals nahm. Das braune Leder war speckig und abgenutzt. Ein Zeichen das er ihn vermutlich jeden Tag trug. Ich öffnete den Beutel, gelbes Licht glühte daraus empor und der alte Sohn des Sonnengotts japste auf. Es waren scheinbar fehlende Seiten des Notizbuches, so sah es jedenfalls aus. Wieder blickte ich in das Licht hinein und sah wie sich die Zeichen daraus Formten. Die anderen Leute, abgesehen von Percy und dem alten Mann sahen nichts als gewöhnliche Buchseiten.
Ihr habt gefunden was ihr gesucht habt. Hoffentlich war es nicht allzu gefährlich - aber wer großes erreichen will braucht einen klaren Geist und eine ruhige Hand. In jeder Lebenslage glaubt mir meine Freunde. Touche - ihr habt euch übrigens besser geschlagen als ich es allein geschafft hätte. Es ist also Zeit euch einmal etwas anders zu testen. Ein Freund hat mir geraten zu sehen ob ihr auch etwas anderes könnt als wie ein Jäger in der Wildnis herumzukriechen. ich habe euch also den nächsten Schlüssel aufgezeichnet, mit all seinen magischen Komponenten. Es sollte nicht allzu schwer sein ihn herzustellen wie mir versichert wurde. Aber das kann auch ein Euphemismus erster Güte sein, es handelte sich schließlich um eine Tochter des Hephaistos die mir das sagte. Nun ihr werdet es herausfinden. Doch nun werde ich euch auf eine weitere Reise schicken. Den vierten Schlüssel findet ihr dort wo Der Fluss entspringt der alles verbrennt und der die Träume der Menschen zerschlägt - versucht ihn zu finden, in den Tiefen Gaias Schoßes. Viel Glück meine Nachfolger.
Dann erschien eine solide Blaupause auf dem Papier, nachdem der goldene Glanz verloschen war. Sie zeigte einen vollkommen gewöhnlich aussehenden Hausschlüssel, wie ihn heute jeder sterbliche Eigenheimbesitzer nutzt. Früher musste das etwas wirklich besonderes gewesen sein. Die vielen Zeichen die dort allerdings standen sagten mir nichts. Doch irgendwo war Newtons Gesetz der Schwerkraft angemerkt. Vielleicht konnte Lorren damit etwas anfangen. Mir war das auf jeden Fall unmöglich. Aber verdammter Mist, wie sollten wir überhaupt rechtzeitig in die Heimat kommen. Ich fragte wie es meinen Leuten jetzt ging. War alles noch in Ordnung?
Ich hoffte es, mein Herz wurde schwer von Sorge. Die würden sich bestimmt schon Gedanken um mich und Percy machen. Nun wir würden die nächsten Tage wohl auf keinen Fall telefonieren können. "Wie kommen wir zum nächsten Flughafen?" fragte ich schüchtern, verdammt war mir das Peinlich, hatte ich doch glatt mein Portmonee nicht mitgenommen. Dabei konnte ich Geld gerade jetzt gut gebrauchen. Hermes hatte mich einfach nur überrumpelt. Das war bestimmt Absicht gewesen. "Ist irgendetwas, mein Enkel kann euch zum Flughafen von Lhasa bringen, das dauert vielleicht zwei Wochen." bemerkte der alte Herr. Zwei Wochen! In der Zeit konnte der Olymp schon gefallen sein! Ich war wirklich nicht begeistert. Warum hatte ich denn nie Glück! Verdammt Hermes, beweg deinen Arsch hierher, du musst uns aus der Scheiße holen und bring am besten Nektar und Ambrosia mit. Mein Gebet war vielleicht nicht sehr freundlich, aber es definitiv von Herzen. Trotzdem schien Hermes gerade wichtigere Dinge zur tun zu haben - dann mussten wir wohl doch nach Lhasa, was man nicht ändern kann darin muss man sich fügen.
