Disclaimer: Das ist eine Übersetzung. Das Original findet ihr unter Parenting Class von IcyPanther.

Kapitel 20 – Zaubertränke = Schwierigkeiten

„Rate", feixte Ginny und sah die anderen selbstgefällig an.

„Das ist nicht fair", schmollte Hermine. „Können wir einen Tipp haben?"

„Zwei Tipps. Erstens, es ist ein Junge, und zweitens, es ist ein Kind."

„Ron hat nichts gemacht, oder?", erkundigte Harry sich nervös, um seinen Freund fürchtend.

„Nein, dieser kleine Racker hat nichts damit zu tun", versicherte Ginny. „Er hat während des Mittagessens ruhig neben mir gesessen, als es passiert ist, und war zu beschäftigt damit, Terry mit Orangen zu bewerfen, um etwas Furchtbares anzustellen."

Hermines Augen weiteten sich vor Entsetzen. „Es war Neville, nicht wahr?"

„Wie er leibt und lebt. Er hat es aber nicht mit Absicht getan."

„Das Kind neigt echt zu Unfällen", schnaubte Draco kopfschüttelnd. „Zuerst macht er Harry zu einem Teekessel und setzt dann die ganze Große Halle in Brand."

„Wie genau hat er das hingekriegt? Sicherlich muss jemand es doch bemerkt haben, bevor es diese Ausmaße annehmen konnte."

„Ich habe Pansy getroffen und sie hat es mir erklärt. Er hat eine der Kerzen auf dem Tisch umgeworfen, aber anstatt dass jemand einfach einen Wasserstrahl darauf schießt, hat einer der Erstklässler Benzin darüber gegossen. Es ist in die Luft gegangen und hat viele Slytherins ziemlich schlimm verletzt. Deshalb sind Neville, Pansy und Blaise und ein ganzer Haufen andere auch im Krankenflügel. Glücklicherweise ist keiner gestorben, obwohl ein Mädchen ein paar wirklich üble Verbrennungen auf dem ganzen Gesicht hat."

„Das ist furchtbar", murmelte Hermine. „Braucht Madam Pomfrey Hilfe?"

„Nein, sie und Professor Sprout sind im Augenblick beide oben und sie kommen schon zurecht. Aber wie auch immer, nach der ersten Explosion hat sich der Brand an einem der Banner verfangen und sich von dort aus einfach ausgebreitet. Hat nicht wirklich dazu beigetragen, dass ein anderer Erstklässler Kerosin ins Feuer geschossen hat."

„Sind alle Slytherin- Erstklässler so schlecht im Zaubern?", fragte Hermine, an Draco gewandt.

Ich nicht", beteuerte der Blondschopf, die Nase in die Luft gereckt. „Tatsächlich war ich einer der besten."

„Ah ja", machte Ginny grinsend.

„Doch, wirklich", protestierte Draco. „Niemand kann einen Malfoy in irgendetwas schlagen."

„Was ist mit Quidditch?"

„Und Verwandlung?"

„Und Zauberkünste?"

Draco stöhnte auf. „Die hättet ihr nicht erwähnen müssen."

„Es ist schon okay", tröstete Ginny und tätschelte Draco auf die Schulter. „Wir haben dich trotzdem lieb, richtig, Mine?" Der Blick, den sie Hermine zuwarf, ließ das Mädchen erröten und ein Ja murmeln. „Habt ihr beide jetzt nicht Zaubertränke?", fragte sie mit einem Blick auf die Uhr.

Hermine keuchte auf. „Oh mein Gott! Ja! Wir sind zu spät! Snape wird uns umbringen!"

„Du hast etwas vergessen", feixte Draco. „Du bist bei einem Slytherin." Nach einem hastigen Abschied von Ginny, die eine Freistunde hatte, stürmte das Trio zum Kerker, Harry huckepack auf Dracos Rücken.

Draco betrat gelassen das Klassenzimmer und ging geradewegs zu einem leeren Platz. Hermine folgte ihm ängstlich und sah zu Snape hoch in der Erwartung, Nachsitzen erteilt zu bekommen. Doch genau wie Draco gesagt hatte, ignorierte Snape sie und fuhr mit seiner Stunde fort.

„ – Und stellen Sie sicher, dass Sie die Käferflügel nach dem Löwenzahn zugeben. Sie haben genau eine Stunde, um den Trank zu vollenden. Fangen Sie an."

„Hi, Harry", zwitscherte Ron, der seine Vormünder verließ und sich neben Harry setzte, während Hermine und Draco im Kerker herumhasteten, um die Zutaten zusammenzusammeln. „Weißt du das?", blubberte er, bevor Harry etwas sagen konnte. „Siehst du den Lehrer da oben?" Harry nickte. „Ich habe ihn gestern Abend mit einer Gabel gepiekst", raunte Ron.

„Das war nicht sehr nett", kommentierte Harry und sah Snape mitleidig an.

„Aber es war echt witzig", strahlte der Rotschopf. „Ich glaube sowieso nicht, dass er sehr nett ist. Er hat Lavender angebrüllt, als sie sich keine Notizen gemacht hat."

„Er ist nett zu Draco", stellte Harry fest. Und tatsächlich reichte der Zaubertränkemeister Draco gerade die Zutaten, die er brauchte, ein kleines Lächeln auf dem Gesicht.

„Er zieht wahrscheinlich Slytherins vor", schnaubte Ron. „Ich hoffe, wenn ich nach Hogwarts gehe, werde ich nach Gryffindor sortiert. Da waren meine Mum und mein Dad nämlich beide. Und zwei von meinen Brüdern. Hey! Charlie und Bill sollten hier sein!" Ron stieß ein aufgeregtes Quietschen aus und rannte zu Lavender hinüber.

Unglücklichweise rutschte er auf dem Steinfußboden aus und krachte in die Gryffindor, deren Zutaten durch die Luft flogen und sich im Raum verstreuten. „Lavender!", rief er. Er setzte sich auf den Bauch des erschrockenen Mädchens und hüpfte auf und ab. „Kannst du mich nach der Stunde zu Bill und Charlie nehmen? Bitte? Bitte, bitte, bitte?"

„Zu wem?", fragte sie. Sie setzte sich behutsam auf, so dass Ron auf ihren Schoß rutschte.

„Meine zwei ältesten Brüder! Bill sollte in der vierten Klasse und Charlie in der zweiten sein! Kannst du mich bitte zu ihnen bringen?"

„Oh... äh..."

Hermine, die das Problem aufgeschnappt hatte, kam ihr zu Hilfe. „Ron, Spätzchen, deine beiden Brüder sind im Moment nicht hier."

„Sind sie nicht?" Die Unterlippe des Kindes bebte und alle konnten spüren, dass er im Begriff war, sehr geräuschvoll Protest einzulegen.

„Sie sind ins Ministerium gegangen, um eine Weile mit eurem Dad zu arbeiten. Sie werden in drei Wochen wieder zurück sein."

„Ehrlich?" Alle um Ron herum nickten. „Also sehe ich sie dann?" Noch mehr Genicke. „Okay", sagte er lächelnd. Ein gewaltiges Seufzen der Erleichterung ging um und Lavender stand langsam auf, während Hermine wieder zu ihrem Kessel zurückging, mit Ron und Harry im Schlepptau.

Draco fügte gerade Zutaten in ihren gemeinsamen Trank, einen finsteren Ausdruck im Gesicht, da seine Roben mit grünem Schleim von Lavenders Zutaten bedeckt waren. Ron wandte sich zu Harry um, nachdem sie sich bequem neben den warmen Kessel platziert hatten. „Wie wär's, wenn wir diese Stunde lustiger machen? Alle sind so ruhig."

„Aber sie arbeiten alle. Wir sollten sie wirklich nicht stören."

„Wir machen alles nur ein bisschen interessanter. Gehen wir Neville holen. Ich bin sicher, er wird helfen wollen." Harrys energiegeladener Freund zog ihn durch den Raum zu einem kleinen, braunhaarigen Jungen, der sich ängstlich neben den Füßen von Blaise zusammengekauert hatte, welcher gerade seinen Trank umrührte, während Pansy ihm Anweisungen gab. „Hey, Neville", begrüßte Ron grinsend. „Willst du uns helfen?"

„Wobei helfen?", fragte das Kind nervös. Ihm gefiel das Lächeln auf Rons Gesicht nicht.

„Wir werden ein wenig Schwung reinbringen. Es ist zu ruhig hier drinnen."

„Aber dieser Mann da ist unheimlich", bebte Neville und deutete in die vage Richtung von Snape. „Ich will nicht in Schwierigkeiten kommen."

„Er ist nicht unheimlich", sagte Ron lachend. „Er ist wahrscheinlich nur mürrisch, weil es hier so ruhig ist. Meinst du nicht, ein bisschen Krach würde ihn fröhlicher machen?"

„Ich weiß nicht... meine Oma mag alles ruhig, wenn sie schlechte Laune hat."

Ron schmollte. „Du meinst, du willst Harry und mir nicht helfen?"

„Ich will auch nicht wirklich mitmachen", murmelte Harry. „Ich will nicht in Schwierigkeiten kommen."

„Bitte? Ich verspreche auch, dass ich die Schuld auf mich nehme, falls etwas schief geht."

Beide zögernden Kinder sahen einander an, bevor sie langsam nickten. „Du nimmst die volle Schuld auf dich", wiederholte Neville.

„Ich schwöre bei allem, was mir heilig ist."

„Also", sagte Neville, „was genau werden wir machen?"

„Ich habe mich noch nicht ganz entschieden", gab Ron zu. Er wurde leicht rot. „Habt ihr irgendwelche Vorschläge?"

„Ich versuche, mich nicht in Schwierigkeiten zu bringen und nicht viel Krach zu machen", sagte Harry. „Deshalb weiß ich gar nichts."

„Ich mache Schwierigkeiten normalerweise aus Versehen", sagte Neville. Er lächelte verlegen. „Wie bei der Sache damals in der Verwandlungs- Stunde. Entschuldigung noch mal, Harry", sagte er. „Und das Feuer in der Großen Halle vorhin. Obwohl Pansy gesagt hat, dass es nicht nur meine Schuld war. Es wäre nicht so schlimm gewesen, wenn sie die richtigen Zauber benutzt hätten."

„Dann mach einen Unfall", grinste der Rotschopf.

„Wie willst du einen Unfall machen? Das wäre dann mit Absicht und kein Unfall mehr", erwiderte Harry nachdenklich, die Brauen vor Verwirrung gerunzelt.

„Es kann ein absichtlicher Unfall sein", feixte Ron. „Mach schon, Neville."

„Mach du zuerst etwas", sagte der braunhaarige Junge stur.

„Okay. Wisst ihr noch, wie der Mann da drüben gesagt hat, dass der Löwenzahn vor den Flügeln zugefügt werden müssen? Warum geben wir nicht zuerst die Flügel rein? Was kann schon Schlimmes passieren?"

Der Schlingel und seine beiden Helfer schlichen sich vorsichtig durch den Raum und ließen in jeden Trank ein Paar Flügel gleiten, die sie neben den Kesseln aller Schüler fanden. „Schaut", sagte Ron, als jeder Kessel Flügel enthielt. „Es ist überhaupt nicht Schlimmes passiert."

Doch es schien, als hätte Ron zu früh gesprochen. Eine Sekunde später explodierte jeder Kessel, worauf hellorangefarbene Flüssigkeit über jeden im Raum spritzte, außer über Snape, der zu weit entfernt stand. Schreie ertönten und große Rauchwolken hoben sich in die Luft und machten das Sehen unmöglich.

Harry hustete, wurde jedoch davon überrascht, einen ziemlich anderen Klang zu hören. Viel mehr wie das Schnauben eines Pferdes. Apropos, er fühlte sich auch größer an und hatte leichte Gleichgewichtsstörungen. Ein lautes, trompetendes Geräusch erfüllte eine Sekunde später den Raum und prallte von den Wänden ab. Harry schlug sich die Hände über die Ohren.

Doch sobald er seine Arme gehoben hatte, fiel er mit einem Plumps zu Boden. Als seine Hände auf den Stein schlugen, erklang ein merkwürdiges Klappern. „Ventus pulsus", rief Snape vom vorderen Teil des Raumes, worauf der Rauch sich blitzschnell verflüchtigte. Doch in dem Augenblick wünschten sich alle Schüler beinahe, er wäre noch da.

Harry blickte auf sein Spiegelbild in einer orangefarbenen Lache auf dem Boden. Seine grünen Augen weiteten sich vor Entsetzen. Das sanfte, ruhige Gesicht eines jungen Hirsches sah ihm entgegen, der eine blitzförmige Narbe auf seinem Kopf trug. „Was ist passiert?", fragte er und hörte überrascht, wie seine eigene Stimme von dem Tier ausging.

„Das würde ich verdammt noch mal auch gerne wissen", knurrte die Stimme eines sehr zornigen Slytherin. Harry sah nach rechts und stand einem silberfarbenen Wolf gegenüber, dessen Augen vor Wut funkelten.

„Beruhige dich", beschwichtigte Hermine und tätschelte Draco unbeholfen mit einer ihrer Pfoten auf den Kopf. Das Mädchen war in einen geschmeidigen braunen Otter verwandelt worden und ein ganzes Stück kleiner als der Wolf.

Jeder einzelne Schüler im Klassenraum war zu einem Tier geworden, wobei einige Verwandlungen wirklich erheiternd waren. Pansy war eine dunkelgoldene Giraffe und kniete im Augenblick auf dem Boden. Ihr Hals war zum Boden gebeugt, um nicht gegen die Decke zu stoßen. Blaise war ein Beagle und saß ruhig auf dem Boden, während er sich bemühte, die hysterische Giraffe zu beruhigen.

Lavender hatte sich in ein schneeweißes arabisches Pferd mit brauner Mähne verwandelt. Terry saß an Lavenders Vorderhuf als Krokodil, dessen Mund weit aufgerissen war und die Zähne bösartig blitzten.

Neville kauerte als weiches graues Kaninchen auf Harry, das vollkommen verängstigt war. „Was haben wir getan?", flüsterte er und zitterte vor Angst.

„Wer weiß", knurrte Ron in der Gestalt eines kleinen Tigers. „Aber jemand sollte es besser rückgängig machen können."

Crabbe saß in der Ecke des Raumes als Baby- Grizzlybär und Goyle, einer seiner Vormünder, saß als Nilpferd neben ihm. Ihre Partnerin Susan Bones lag auf dem Tisch in der Gestalt einer persischen Katze.

Andere Tiere bevölkerten den Raum, unter ihnen ein Pinguin, ein aufgeregter Affe (der im Augenblick von einem der Kerzenhalter an der Wand baumelte), ein voll ausgewachsener Löwe, der auf ein Schwein hinabblickte, welches laut quiekte und sich hinter einer großen Bergziege versteckte.

„Wer", sagte Snape mit einer Stimme so weich wie Seide, „war das?" Niemand antwortete. Alle Tiere hielten in ihren Bewegungen inne und beobachteten den im Moment einzigen Menschen im Raum.

Ron gab eine Sekunde später nach. „Sie waren es!", rief er und deuteten mit einer Tatze auf das Kaninchen und den Hirsch. „Sie haben es getan!"

„Du hast gesagt, dass du die Schuld auf dich nehmen würdest, wenn etwas passiert!", schluchzte Neville. Er hopste von Harrys Rücken und rannte zu Blaise, um von seinen Vormündern beschützt zu werden. Harry warf Snape einen ziemlich verängstigten Blick zu und trottete zu Hermine und Draco hinüber.

„Ronald Weasley", sagte Snape leise und sah zu dem Tiger. „Es sieht so aus, als hätte ich den Besitzer gefunden, dem das hier gehört." Der Lehrer hielt die Gabel in die Höhe, mit der Ron ihn beim Abendessen gestochen hatte. Der Tiger errötete und wich einen Schritt zurück, als Snape näherkam.

„Tun Sie ihm nicht weh!", wieherte Lavender. Sie stellte sich vor den Tiger. „Er hat es nicht böse gemeint... ehrlich." Zu Ron gewandt, raunte sie: „Du hast es nicht so gewollt, oder?"

„Ich wollte etwas Schwung reinbringen", sagte Ron grinsend. Lavender funkelte ihn nun an.

„Du kannst dir sicher sein, dass es Folgen geben wird, wenn wir hier rauskommen", zischte sie.

„Professor? Können Sie uns zurückverwandeln?", erkundigte Hermine sich besorgt.

„Dazu sollte ich in der Lage sein, Miss Granger", murmelte Snape. „Aber ich werde exakt wissen müssen, was Sie angestellt haben, Mr. Weasley", sagte er, seine Aufmerksamkeit wieder auf Ron fixiert.

„Äh... naja... Harry, Neville und ich... wir haben die Käferflügel in den Trank gegeben, bevor alle den Löwenzahn zugefügt haben..."

Snape wurde rot vor Zorn. „Direkt nachdem ich Ihnen gesagt habe, dass der Löwenzahn vorgehen muss?", zischte er. Seine Augen blitzten gefährlich.

„Onkel Sev?" Draco stupste Snape mit seiner Nase an und sah unschuldig zu ihm auf. „Du bist ein bisschen hart zu ihnen... sie sind schließlich nur Kinder."

Die Klasse starrte ihn schockiert an. Hatte Draco Snape gerade getadelt? Die Reaktion von dem Lehrer war vollkommen unerwartet.

„Du hast Recht", stimmte Snape zu und tätschelte Draco den Kopf. Der Wolf grinste erfreut. „Aber das heißt immer noch nicht, dass ich kein Nachsitzen erteilen kann."

„Hättest du mir Nachsitzen erteilt, wenn ich es getan hätte?", fragte Draco, während ein Feixen sich auf dem Gesicht des Wolfes ausbreitete.

Snape seufzte. „Hören Sie zu, Sie alle", blaffte er und rauschte zum vorderen Teil des Raumes. „Es sollte nur ein paar Minuten dauern, ein Heilmittel herauszufinden. Unglücklicherweise endet diese Stunde in vier Minuten und ich habe einen Haufen Zweitklässler im Anschluss. Und falls Sie es noch nicht bemerkt haben, Sie haben nicht länger Kleidung an."

Die Schüler blickten sich um, überrascht zu sehen, dass ihre Kleidung auf dem Boden um sie herum lag. „Sobald ich das Gegenmittel fertig gebraut habe, wird jeder von Ihnen eine Phiole zum Badezimmer mitnehmen und sich dort zurückverwandeln. Denjenigen von Ihnen, die sehr groß sind, rate ich vor, sehr vorsichtig zu gehen." Er sah Pansy und Goyle bedeutsam an. „Sammeln Sie Ihre Kleidungsstücke zusammen und warten Sie in einer Schlange an der Tür."

Die Klasse tat wie geheißen, wobei Lavender Hermine gestattete, auf ihr zu reiten. Ein paar Minuten später klingelte es und Schüler begannen, vor der Tür zum Zaubertränkeklassenraum vorbeizugehen.

„Hier", sagte Snape und band eine Flasche von Gegenmittel um Hermines Hals und eine um Blaise. „Gehen Sie in ihre Badezimmer und nehmen sie sie ein. Dann gehen Sie in ihre nächste Stunde."

Es war eine merkwürdige Prozession, die sich auf den Weg zu den Badezimmern machte. Schüler blieben stehen und starrten die Tiere an. „Aus dem Weg", knurrte Draco und bahnte sich einen Weg durch eine kleine Gruppe, die sofort den Blick abwandte.

„Draco?", fragte Ginny ungläubig, die ihn an seiner Stimme erkannte. „Was ist passiert?"

„Dein verfluchter Bruder", blaffte er leise, damit keiner sie belauschen konnte.

„Ron?", sagte sie, vollkommen verblüfft. „Er hat euch alle in Tiere verwandelt?"

„Was denkst du denn? Er hat Harry und Neville überredet, an allen Zaubertränken herumzupfuschen und das ist das Ergebnis."

„Wo ist Ron? Und Hermine und Harry?"

„Ron ist der Tiger, Harry der Hirsch und Hermine ist der Otter auf Lavender."

„Wow. Warum, meinst du, habt ihr euch gerade in diese Tiere verwandelt?"

„Keine Ahnung. Ist mir egal. Obwohl ich vermute, dass es etwas mit unserer Patronus- Gestalt zu tun hat. Ich weiß, dass Hermines ein Otter ist, also muss das etwas zu bedeuten haben."

„Harrys Patronus ist ein Hirsch nach seinem Vater", überlegte Ginny. „Vielleicht hast du Recht. Obwohl einige von euch dann sehr seltsame haben müssen. Eine Giraffe und ein Pinguin?" Sie schüttelte amüsiert den Kopf. „Ich werde euch nicht weiter aufhalten. Ihr wollt doch nicht zu spät zu eurer nächsten Stunde sein."

„Ja", murmelte Draco. „Wahrsagen, juhu." Ginny kicherte und verschwand in der Flut von Schülern, während Draco allein weiterging, bis er Blaise einholte. „Hey", bellte er und stupste den Beagle an.

„Schönes Tier", kommentierte Blaise und nahm den Wolf in Augenschein. „Ich bin froh, dass wir beide wenigstens eine durchschnittliche Größe haben. Arme Pansy."

Draco nickte und sah zu der Giraffe auf, die sehr vorsichtig Lavender folgte und sich bemühte, sich nicht den Kopf an der Decke zu stoßen.

„Ich wollte dir Danke sagen, dass du Neville geholfen hast", fuhr Blaise fort. „Du bist der einzige, der mit Snape so etwas abziehen kann."

„Kein Problem", grinste Draco. „Es ist echt toll, sein Patenkind zu sein."

Harry in der Zwischenzeit lief ziemlich trübselig neben Ron her. „Ich kann nicht glauben, dass so etwas passiert ist", stöhnte er.

„Kopf hoch", tröstete Ron. „Draco hat uns doch rausgeboxt. Und wir haben die Stunde wirklich etwas aufgepeppt! Ich kann es kaum erwarten, Fred und George davon zu erzählen! Sie werden so aufgeregt sein!"

„Aber jetzt muss der arme Mann das Chaos beseitigen", murmelte Harry mitleidig.

„Er ist ein Zauberer", erwiderte Ron. „Den ganzen Raum wieder sauber zu bekommen ist wahrscheinlich eine Sache von Sekunden."

Ein paar Minuten später waren die Tiere in ihre Badezimmer gegangen und hatten die Heilmittel getrunken, worauf sie sich alle wieder in ihre menschliche Gestalt zurückverwandelt hatten. Sobald Hermine sich angezogen und ihre Büchertasche von Lavender zurückgeholt hatte (das Mädchen war so nett gewesen, sie um ihren Hals zu hängen), stand sie schon vor dem Badezimmer der Jungen und wartete ungeduldig auf Draco und Harry.

Es war nicht so, als wollte sie zu Wahrsagen gehen, doch es war nun mal eine Unterrichtsstunde und sie waren spät dran. Außerdem würde das Treppensteigen in den Nordturm wahrscheinlich gute zehn Minuten in Anspruch nehmen. Deshalb wäre es das Beste, sich so bald wie möglich auf den Weg zu machen. Andererseits war sie sicher, falls Trelawney wieder Harrys Tod voraussagen würde, wäre das Kind so entsetzt, dass es nie wieder sein Zimmer verlassen würde. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, zum Unterricht zu gehen.

„Wir sind fertig", verkündete Draco. Er trat mit Harry an der Hand aus dem Bad. „Zeit, zum Turm hochzugehen."

„Hältst du es für sicher?", fragte Hermine.

„Die alte Fledermaus ist verrückt", sagte Draco grinsend. „Komm schon, wir haben eine Wanderung vor uns."

Auf der Hälfte der Treppen war Harry erschöpft und ritt den Rest des Weges auf Draco hinauf. Als sie den Klassenraum betraten, trafen sie niemanden an, da alle noch beim Anziehen waren. Doch zu ihrer großen Überraschung saß eine freundlich und großmütterlich aussehende Dame hinter Trelawneys Kugel.

„Oh gut", sagte die Frau lächelnd. Ein Seufzen der Erleichterung entfuhr ihr. „Ich dachte schon langsam, dass ich im falschen Raum gelandet bin, als niemand gekommen ist. Professor Trelawney ist heute krank, irgendetwas mit der Ausrichtung der Neptunmonde. Deshalb vertrete ich sie heute. Seht es als eine Freistunde an, da ich keinen Schimmer davon habe, wie man diesen Hokuspokus durchführt. Oh, ich bin übrigens Professor Isis."

„Sie", sagte Hermine und grinste die Lehrerin an, „sind das Beste, das Wahrsagen jemals passiert ist." Die Stunde verging relativ ruhig. Hermine las in ihrem Verwandlungsbuch und Draco und Harry krakelten beide auf Pergamentblättern herum.

Was sie nicht wussten, war, dass der nächste Tag sehr weit entfernt vom Friedlichsein sein sollte. Sehr, sehr weit entfernt.


AN: Na, was wohl damit gemeint ist?^^ Ach ja: Review nicht vergessen!!!