Nachdem mein Internet eine Zeit lang gestreikt hat :S geht es jetzt weiter. Dieses Mal ganz viel böser Charles und nur ein klein wenig Edward. Da ich krank bin und eh ans Bett gefesselt, kann ich mich ja mal gleich bemühen, schon ein wenig weiterzutippen =)

Alles gute (nachträglich und sehr spät) zum Geburtstag, eddybella ;)

Edwards swan: Ohja, da katapultiert sich Bella von einem Schlamassel in den nächsten :) Aber das ist sie ja inzwischen gewöhnt. Aushalten wird sie noch ein wenig mehr müssen, ich hab noch ein bisschen was mit ihr vor ^^

Facha: Schön, dass es dir gefällt =) Jaa, Ulrich ist ein kleiner Trottel :D Ich mag ihn trotzdem irgendwie, weil er einfach nicht wirklich alleine nachdenken kann und so beeinflussbar ist ^^ mal sehen, ob es noch mehr Bad Ulrich gibt oder ob ich ihn nochmal gut werden lasse. Das neue Kapitel ist nicht sehr fröhlich, aber du magst es hoffentlich trotzdem ;)

Jenny: Dankeee :D Ja, welcher (gesunde) Mensch würde so etwas schon wollen? Johanna vielleicht ^^ jedenfalls kann Bella ja eigentlich nicht über Angebote aus der männlichen Welt meckern ;) Auswahl hat sie ja. Leider gehört Edward nicht mehr dazu. Aber mal schauen, was ich noch so schreiben werde ^^ so genau weiß ich es selbst noch nicht.

eddybella: Vielleicht hat er... ? ^^ Tut mir wirklich leid, dass das Geburtstagsgeschenk jetzt so spät kommt :S aber mein Internet war futsch für längere Zeit. Hoffentlich nimmst du mir das nicht übel, ich hatte es ja eigentlich für den Tag danach versprochen. Hoffe, du hattest einen schönen Tag :) wie alt bist du denn geworden, wenn ich fragen darf?

LaLeLu: Hehe ^^ Ja, Ulrich weiß schon Bescheid, der hat's drauf, die Frauen scharenweise zu um den Verstand zu bringen. Hmm, die Chance zum Verabschieden kommt nicht direkt, vielleicht flüchtig. Oh Gott, das ist eine grandiose Idee :D mit der Blitztrauung. Hätte ich das mal früher gelesen ^^ vielleicht komm ich ja nochmal drauf zurück xD Du kannst gern öfters mit „seltsamen" Ideen abschweifen ;)

Viel Spaß!


„Auf die bösen Menschen ist Verlass.

Sie ändern sich wenigstens nicht."

William Faulkner

Auf dem Flur vor den königlichen Gemächern war es totenstill. Die Gesichter der Wachen verweilten gewohnt starr, jedoch mit einem Anflug von Nervosität. Leopold atmete immer wieder tief durch, wischte sich öfters den Schweiß von der Stirn. Es wunderte mich ein wenig, wie angespannt die Stimmung im Schloss war. Soweit mir zu Ohren gekommen war, wurde der König zwar von vielen gefürchtet, jedoch von keinem geliebt. Nicht einmal von seiner Frau, die ihr Interesse an ihrem Mann, an der Politik, ja eigentlich an allem schon lange vor Edwards Geburt verloren hatte. Sie hatte es jediglich als ihre Pflicht empfunden, ihren Kindern möglichst angesehene Ehepartner zu finden, doch da der König ihr diese Beschäftigung immer wieder entrissen hatte, verlor sie bald jegliche Neigung, aufmerksam durch die Welt zu schreiten.

„Wartet hier, königliche Hoheit.", wies Leopold mich an und verschwand in dem Gemach des Königs. Mit schiefgelegtem Kopf betrachtete ich die massive Holztür. Es wollte mir nicht in den Sinn kommen, warum König Charles nach mir schicken ließ. Edward musste ihm doch bereits gebeichtet haben, dass er Sophia nicht heiraten würde. Oder war es etwa genau das? Hatte Edward es ihm nicht gebeichtet? Wollte er seinen Vater möglicherweise keiner Aufregung aussetzen? Auch, wenn es nicht die beste Entscheidung gewesen wäre, dies wäre sehr rücksichtsvoll und ehrenwert von ihm.

Und genau in diesem Augenblick machte es in meinem Kopf 'Klick'. Edward hatte keinen Grund, rücksichtsvoll gegenüber seinem Vater zu sein. Er empfand tiefe Abscheu für ihn. Seine Krankheit hatte Edward nicht einmal getroffen, seine einzigste Sorge galt dem nahenden Ereignis: Wenn sein Vater starb, würde er selbst den Thron besteigen und heiraten müssen. Und davon abgesehen, dass ich Edward zwar verstehen konnte, mich seine Kaltherzigkeit jedoch erschütterte, waren noch ganz andere Gefühle in mir erwacht. Edward hatte seinem Vater garantiert nicht gebeichtet, dass er Sophia nicht heiraten würde, jedoch war dies nicht als Rücksichtsnahme aufzufassen: Konnte es sein, dass Edward die richtige Sophia, die sich nun in diesen Mauern befand, heiraten wollte?

„Königliche Hoheit?", riss mich Leopolds leise Stimme aus meinen grausigen Gedanken. „Ihr dürft nun eintreten." Mit einer tiefen Verbeugung hielt er die Türe für mich auf. Ich schluckte, atmete tief durch und trat über die Schwelle.

Der großzügig geschnittene Schlafraum war sehr dunkel, beinahe düster. Die Vorhänge waren vor die Fenster gezogen worden. Eine alleinige Kerze stand auf dem Nachtschrank des Königs und erhellte schwach sein mattes Gesicht. Seine Augen waren bis zu diesem Moment verschlossen gewesen, doch bei dem Klang meiner Schritte zitterten die Lider. Der König blinzelte schwächlich, seufzte dann lautlos. „Komm her, mein Kind.", murmelte er erschreckend liebevoll und hob kaum merklich die Hand. Ich tat wie mir geheißen und trat neben sein Bett, legte meine Hand mit einem mulmigen Gefühl in seine. Mir war nicht wohl. König Charles war immer ein eindrucksvoller, wenn auch angsteinflössender Mann gewesen. Ihn nun blass und kränklich, an der Schwelle des Todes zu sehen, entzweite meine Abscheu zu ihm und ließ Mitleid und Furcht entstehen. Leopold zog geräuschvoll die Nase hoch. „Setz dich ein wenig zu mir.", bat er mich mit glänzenden Augen. Ich biss mir auf die Lippe, gehorchte jedoch und ließ mich auf den Rand des Bettes nieder, versuchte, so viel Abstand wie möglich zu wahren. „Mein Sohn Edward wird dir bereits gesagt haben, wie es um mich steht."

„Ja, mein König.", sagte ich kleinlaut.

Er befeuchtete seine Lippen. „Das wundert mich nicht. Er redet nur von dir. Natürlich wirst du dir auch bewusst sein, dass er dich zu heiraten gedenkt?"

Ich senkte den Blick. „Das habe ich vermutet.", flüsterte ich und versuchte mich an einem Lächeln. Schließlich sollte ich glücklich darüber sein, den zukünftigen Herrscher des Landes ehelichen zu dürfen. Doch in meiner Brust stachen tausend Nadeln. Hier war der Beweis, dass Edward nicht mit seinem Vater geredet hatte und die Hochzeit mit Sophia noch immer geplant war. Natürlich hatte ich mir keine Hoffnungen gemacht, dass Edward tatsächlich mit mir ausreisen würde. Aber dass er sich tatsächlich für die Frau entschied, deren Name nun ein Teil von mir war, trieb mir die Tränen in die Augen.

„Es freut mich, dich derart beglückt sehen zu dürfen, bevor ich sterbe.", fuhr Charles fort, der meine Reaktion völlig missverstand. Urplötzlich öffnete sich die Türe. Verwundert blickte ich auf und sah Edward im Türrahmen stehen. Verwirrt musterte er mich, blinzelte mehrmals. Dann wirkte er plötzlich nervös.

„Prinzessin, welche Überraschung.", begann er. „Ich könnte schwören, ich hätte Euch gerade über den Hof spazieren sehen." Die Eindringlichkeit in seinen Augen machte mir deutlich, dass sich die wahre Sophia bereits frei im Schloss bewegte. Mir wurde heiß und kalt. Weswegen hatte sie nicht bis zu dem geplanten Austausch gewartet? Dies könnte böse für mich enden.

„Da musst du dich wohl geirrt haben, mein Sohn.", sagte König Charles. „Prinzessin Sophia sitzt bereits eine Weile neben mir und leistet mir Gesellschaft. Du musst wohl eine Doppelgängerin erspäht haben!" Leise lachte er über seinen Witz. Ich gab mir Mühe, ein wenig zu grinsen, doch scheiterte kläglich. Edward seufzte tief.

„Nun, Ihr werdet Euch bestimmt für das Abendessen frisch machen wollen." Er trat neben mich, sah mich lange an. „Geht ruhig. Wir werden uns dort sehen.", wisperte er, doch es klang wie ein Lebe Wohl. Flüchtig streiften seine Finger meine Wange, bevor sein Gesicht wieder einen harten Ausdruck bekam und er sich seinem Vater zuwandte. Dieser legte seine zweite Hand auf unsere noch immer verschlungenen Hände.

„Ich habe noch etwas mit Sophia zu bereden. Du kannst draußen warten.", sagte er kühl. Edward zog die Augenbrauen zusammen, musterte seinen Vater eingehend. Ihm blieb schließlich nichts anderes, als seinem Befehl Folge zu leisten, wie es immer geschah. Kurz nickte er und verließ den Raum.

„Ich würde dir gerne ein paar Dinge mit in eure Ehe geben. Vertrauliche Dinge.", fuhr König Charles an mich gewandt fort und lächelte. Das ungute Gefühl in meinem Bauch wuchs mit jeder Sekunde, denn der König sah auf einmal sehr entschlossen und ein wenig wild aus. Ich schob es auf das Fieber, das unübersehbar in seinem Körper wütete. Er warf einen Blick zu Leopold, der sofort wieder aus dem Zimmer trat und die Türe hinter sich schloss.

„Nun, dann will ich dir mal ein paar Weisheiten mit auf den Weg geben.", begann Charles wieder, klang jedoch fürchterlich frostig. Sein Blick wanderte durch den Raum, war aufgesetzt gedankenverloren. Er ließ meine Hand los, die ich sofort wieder an meinen Körper zog. „Ich hatte ein großartiges Leben. Das ist noch zu bescheiden, es war geradezu geschichtsträchtig. Ich bin ruhmreich und die großen Herrscher dieser Welt verneigen sich vor mir. Zahlreiche Schlachten haben meine Armeen in meinem Namen geschlagen und gewonnen. Niemand möchte sich mit mir anlegen, obwohl mein Königreich ein so schönes Ziel wäre. Die Steuern in meinem Land sind zwar hoch, jedoch nicht hoch genug, als dass Bauernaufstände zu befürchten wären, aber hoch genug, um meine Armeen stetig zu vergrößern und die neuesten Waffen zu kaufen. Meine Kinder sind die begehrtesten Partien weit und breit geworden. Nicht nur die Adeligen träumen von ihnen. Auch die Bürger und Bauern. Die Bettler." Seine eisigen Augen trafen unerwartet auf meine, sodass ich zusammen zuckte. „Die Wertlosen. Du verstehst, was ich meine, nicht wahr?"

Gänsehaut überkam meinen Körper. Ich rutschte langsam weg von ihm. „I-ich weiß nicht, was Ihr damit andeuten wollt, mein König."

Charles lachte, musste jedoch gleich darauf husten. Als er sich wieder beruhigt hatte, ergriff er wieder meine Hand und zog mich zurück. „Ich glaube, das weißt du ganz genau, Prinzessin Sophia. Oder ist es dir angenehm, wenn ich dich anders nenne? Was hältst du von dem Namen Isabella?"

Der Schock erstarrte meine Muskeln. Ich war nicht fähig, ein Wort hervorzubringen, bis ein Zittern in meine Fingerspitzen kroch und sich von dort in meinem gesamten Körper verbreitete. „K-König Charles – "

Mit einem Ruck zog er mich dicht an sich. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter entfernt. „Bella. So hat er dich immer genannt.", presste er wütend hervor. „Er ist schon ewig in dich verliebt. Hat dich einen Engel genannt und sogar von dir geträumt. Du hast ihm bereits als kleines, schmutziges Mädchen den Kopf verdreht. Und nun, da ich es schaffte, ihn von dir abzukapseln, drängst du dich so rücksichtslos in eine dir nicht zustehende gesellschaftliche Position, dass ich dich wegen Gotteslästerung köpfen lassen könnte! Wie früh hat die Idee in dir gereift, den Thronerben zu verführen, ihn dem Spott auszusetzen und dem Fortbestand meines Imperiums ein Ende zu setzen?"

Meine Lippen zitterten, ich versuchte mich loszureißen, doch es war zwecklos. Für einen sterbenskranken Mann war er erstaunlich stark. „Ich habe nichts dergleichen im Sinn, Hoheit!", keuchte ich.

„Das undankbare Küchenmädchen wagt es, ihrem König ins Gesicht zu lügen!", spie er förmlich. „Ich kannte deinen Vater, Magd!"

Ich erstarrte in meinen Bemühungen, riss die Augen auf. „Meinen Vater?", flüsterte ich.

Abwertend musterte Charles mich. „Deinen Vater!" Er verdrehte die Augen. „Er war mein Berater – wusstest du das nicht? Das wundert mich nicht. Deine Mutter hat eine Zeit lang nicht viel von ihm gehalten, nachdem er ein Verhältnis mit der Zofe meiner Frau hatte."

Endlich schaffte ich es, mich loszureißen und stolperte rückwärts, fort vom Bett. „Hört auf, schlecht über ihn zu reden!", wies ich ihn an. Wut kam in mir auf. „Mein Vater war ein guter Mensch!"

„Oh, natürlich. Das war er." Charles setzte sich auf, wischte sich den Fieberschweiß von der Oberlippe. „Bis er mich verriet. Er wollte den Bauern Steuern erlassen, hinter meinem Rücken! Dafür hätte ich seine gesamte Familie köpfen lassen können!" Verächtlich schnaubte er. „Ein Jammer, dass ich es nicht getan habe. Aber was nicht war, kann noch werden."

Die neuen Informationen hämmerten in meinem Kopf. Das konnte definitiv nicht stimmen. König Charles musste sich etwas zurechtgelegt haben. „Nein.", murmelte ich.

„Oh doch, Bella!" Er spuckte meinen Namen aus. „Halte dich von meinem Sohn fern – auch nach meinem Tode! Glaub mir, ich habe bereits alles veranlasst, damit Edward die wahre Sophia heiraten kann. Wenn sie dir so ähnlich sieht, wird ihm mit den Jahren kein Unterschied mehr auffallen. Er würde es auch niemals wagen, dir wieder zu nahe zu kommen. Dafür habe ich schon damals Vorkehrungen getroffen."

„Ja.", schnaubte ich. „Das ist mir bekannt!"

Überrascht blinzelte der König, verengte die Augen zu Schlitzen. „Edward weiß also schon länger, wer du bist. Hätte ich dir damals mehr Beachtung geschenkt, wäre dies nicht so lange vor mir geheim geblieben! Dass ich auf den Rat eines Außenstehenden angewiesen war, ist äußerst beschämend."

„Eines Außenstehenden?", fragte ich leise. Hatte Ulrich nicht auch so etwas erwähnt?

„Mach, dass du verschwindest!", hustete Charles nun wieder und ließ sich erschöpft in seine Kissen sinken. „Trete weder mir noch meiner Familie je wieder unter die Augen!"

Einige Momente starrte ich ihn regungslos an. Dann ging ich, ohne einen Knicks oder sonstige Respekterweisung, zur Türe, öffnete sie. Leopold winkte mir vom Ende des Flures aufmunternd entgegen.

„Ach, Sophia?", säuselte Charles hinter mir. „Ich weiß ja nicht, was in deinem hübschen Köpfchen wieder vorgehen mag, doch du brauchst dir gar keine Gedanken machen. Jemand mit einer Macht wie meiner weiß diese auch noch nach seinem Tode einzusetzen."