Kapitel 19
Kleine Anmerkung: In diesem Kapitel ist der "Dirty Talk" etwas heftiger als sonst. Seit mir nicht böse, ich bin nur die Übersetzerin. unschuldig grins
Jack strich mit der Rückseite eines Löffels Tomatensoße über den Fleischkäse, dann legte er drei Speckstreifen darüber. Er schaute noch einmal in „Freude am Kochen" nach, wie lange er brauchen würde – 50 Minuten bei 180°C, las er. Er war überrascht gewesen, dass das Rezept im Buch ohne Tomatensoße und Speck gewesen war – eigentlich waren alle Rezepte recht fade. Aber er erinnerte sich, dass seine Mutter es so gekocht hatte – immer hatte sie eine kleine Dose von Hunt's Tomatensoße benutzt – und er machte es genauso.
Er stellte den Fleischkäse in den Kühlschrank. „So.", dachte er bei sich. „Für's Essen ist alles gerichtet." Der Fleischkäse war ofenfertig, der Salat angemacht und vier große Kartoffeln, geschält und in einem Topf mit Wasser, waren fertig, um gekocht und gestampft zu werden. Er wusste nicht, ob Ennis Fleischkäse und Kartoffelpüree mochte, doch er vermutete, dass er es tat. Nach der vergangenen Woche war Jack nach guter Hausmannskost zumute gewesen.
Er wusch sich die Hände an der Spüle und sah auf die Uhr: 3. Als sie Pete zum Bus gebracht hatten, hatten sie schnell ein paar Sandwichs gegessen und Ennis war nach oben gegangen, um ein Nickerchen zu machen. Ennis schlief selten tagsüber, deshalb nahm Jack dies als Zeichen für den Stress und die emotionale Aufregung, die er in der vergangenen Woche durchlebt hatte.
Jack ging hinauf, um das Bad zu benutzen, doch dann blieb er an der Schlafzimmertür stehen und betrachtete den schlafenden Ennis. Er lächelte in sich hinein. Für Jack bedeutete ein Nickerchen, sich ohne Stiefel und vielleicht mit offenem Gürtel auf die Couch zu legen. Ennis aber hatte sich komplett ausgezogen unter die Decke gelegt – so als wolle er ins Bett gehen. Jack hatte nie von dieser Macke gewusst – wie auch? In Brokeback hatten sie nie ein Nickerchen bemacht und außerdem hatten sie gar kein Bett gehabt.
Jack ging den Flur hinunter und benutzte die Toilette, dann kam er zurück und hielt erneut vor dem Schlafzimmer an. Sehnsucht überkam ihn. Er konnte Ennis nicht beim Schlafen zuschauen, ohne dass er selbst daneben lag. Schnell zog er sich aus und glitt unter die Bettdecke. Die Laken fühlten sich kühl an auf seiner Haut. Er fuhr mit seiner Hand an Ennis' Seite hinab und stoppte an der Hüfte. „Liebster.", flüsterte er. „Schläfst du?"
Ennis reckte und streckte sich, dann murmelte er: „Bis gerade, ja…", leicht kichernd. Er drehte sich zu Jack um. „Aber jetzt nicht mehr."
"Sorry.", sagte Jack. "Ich wollte dich nicht wecken."
„Hör auf zu lügen.", erwiderte Ennis zwinkernd. „Du wolltest mich wohl wecken und jetzt wirst du dafür bezahlen."
„Ich werde dafür bezahlen?", fragte Jack unschuldig.
Ennis nickte. „Zuerst mal brauch ich nen Kuss." Er zog Jack an sich und genoss das Gefühl dessen geöffneten Mundes. Dann neigte er sich nach vorne und küsste seine Lieblingsstelle an Jacks Schlüsselbein. „Ich liebe dich, Babe.", flüsterte er.
„Ich liebe dich auch.", erwiderte Jack sanft.
Ennis beugte sich zurück und schaute Jack an. Er sah noch immer müde aus, doch ein versautes Grinsen zierte seine Lippen. „Also, ich will, dass du Folgendes tust." Er hielt kurz inne. „Erst will ich, dass du mir einen bläst und mich mit den Fingern verwöhnst."
„Dir einen blasen und dich mit den Fingern verwöhnen.", wiederholte Jack und versuchte reumütig zu klingen. „Und mit wie vielen Fingern?"
„Zwei sollten reichen.", sagte Ennis und griff hinüber zum Nachttisch neben dem Bett. Er reichte Jack das K-Y Gel. „Das hier wirst du brauchen, denke ich."
Jack nickte. „Okay, also dir einen blasen, zwei Finger… was dann?"
„Dann", erwiderte Ennis, „wenn ich fast komme, will ich, dass du dich auf mich setzt."
„Auf was soll ich mich setzen?", fragte Jack mit spielerischer Stimme.
„Auf meinen Schwanz, du Arschloch.", sagte Ennis lachend.
„Ich bin kein Arschloch. Mein Arschloch ist das, was du auf deinem Schwanz haben willst, schätze ich." Jack rutschte im Bett nach unten.
„Was auch immer.", sagte Ennis. „Davon hab ich geträumt, als du mich geweckt hast, jetzt will ich, dass du meine Träume wahr werden lässt." Er legte sich auf das Kissen zurück, als ihm eine letzte Forderung einfiel. Also hob er den Kopf, um Jack ansehen zu können. „Wenn du kommst, will ich, dass du mich von oben bis unten voll spritzt."
„Verstanden.", sagte Jack und bewegte sich zwischen Ennis' Schenkel. Dann nahm er seinen Schwanz in die rechte Hand.
„An die Arbeit, Cowboy.", sagte Ennis und lehnte sich in den Kissen zurück. Seine Lider waren schwer und er fühlte sich noch immer etwas benommen von seinem Nickerchen.
Ennis legte sich nieder und ließ sich von dem Vergnügen, dass Jack ihm bereitete, einlullen. Der Anflug eines Orgasmus staute sich langsam in seinem Körper auf. Sein Arm zuckte und er griff hinunter, um durch Jacks Haar zu streichen. Worte der Liebe und unzusammenhängendes Gemurmel kamen aus seinem Mund. Er seufzte und ließ zu, dass sein Körper sich auf der Matratze entspannte, dachte an nichts, sonders ließ bloß die elektrischen Blitze durch seine Nerven zucken. Gerade in dem Moment, als er fühlte, wie sich ein Sturm in seiner Brust zusammenbraute und zu seinen Lenden hinab schoss, als wolle er an seiner Penisspitze explodieren, hielt Jack inne. „Jetzt, Cowboy?", hörte er seinen Liebhaber flüstern und Ennis nickte, während er ein gekrächztes "Ja" herausbrachte. Die heiße, enge Umklammerung von Jacks Hintern auf seinem Schwanz, raubte Ennis die Worte und er ergab sich der Erregung, die sein Körper verlangte. Seine Hüften hoben sich an, sein Rücken spannte sich und er griff hinab, um Jacks Schwanz in seine starke, rechte Hand zu nehmen. Durch die Haut konnte er Jacks Pulsschlag fühlen. Ein, zwei, drei Stöße und Ennis explodierte, ebenso wie Jack, der „Oh heilige Scheiße!", rief, als er auf Ennis' Brust zusammenbrach.
Atemlos lagen sie da und warteten, bis sich ihr Herzschlag normalisiert hatte. Ennis, der noch immer unfähig war zu sprechen, fuhr mit seiner Hand an Jacks Rücken und Hintern hinab, zuerst noch massierte er gleichmäßig die Haut unter seinen Fingern, dann, langsam, entspannte er sich. Als Ennis' Glied erschlaffte, zog er sich zurück, schob Jack neben sich und hielt ihn fest. So lagen sie lange da, bis schließlich, nach vielen langen Minuten, Ennis seinen Kopf etwas drehte, sich nach vorne beugte und Jack hinter das Ohr küsste. „Heilige Scheiße trifft es verdammt gut, Babe.", sagte er. „Danke…"
Jack richtete sich etwas auf und sah Ennis an. „Hast du echt davon geträumt?"
Ennis grinste ihn an. „Naja, ich hab davon geträumt, ja, aber nicht gerade in der Minute, als du mich geweckt hast…"
"Du kleiner Scheißkerl.", sagte Jack, hob Ennis' Kinn an und küsste ihn. „Du kommandierst mich herum und gibst mir Befehle…"
„Hat's dir denn was ausgemacht, Cowboy?", fragte Ennis und erwiderte den Kuss.
Jack schüttelte den Kopf, nicht fähig, eine verbale Antwort zu geben.
Sie lagen noch recht lange beieinander und genossen das Gefühl, zusammen zu sein. Ihre Haut berührte sich und war ganz klebrig von Jacks Sperma. Ennis' Hände strichen abwesend über Jacks Rücken und Hintern, keiner von beiden sprach. Schließlich stand Ennis auf und küsste Jack auf die Stirn. „Entschuldige mich kurz, ich bin gleich zurück, Liebster.", flüsterte er. Jack nickte und sah zu, wie Ennis den Raum verließ. Er hörte die Toilettenspülung aber dann, was er nicht erwartet hatte, hörte er, wie Wasser in die Badewanne gelassen wurde.
Ennis kam zurück ins Schlafzimmer und streckte eine Hand aus. „Komm, Cowboy, ich bade dich.", sagte er.
„Du badest mich?", fragte Jack belustigt.
Ennis nickte und grinste zurück. „Jap, du hast dich um mich gekümmert, jetzt bin ich an der Reihe, mich um dich zu kümmern." Er zog Jack auf die Füße und führte ihn den Korridor hinab.
Jack stieg in die Wanne. Das Wasser war heiß und fühlte sich an wie Feuer an seinen noch sehr sensiblen Nervenenden. „Verdammt, Ennis.", grinste er. „Willst du mich kochen?"
Ennis lächelte ihm zu. „Schon okay, Cowboy, du wirst wohl nicht verbrannt. Ich wollte es nur heiß machen, damit es nicht so schnell kalt wird." Er kniete sich neben die Wanne und nahm den Waschlappen in die Hand. Dann rieb er ihn über die Seife. „Fangen wir mit dem Rücken an.", sagte er sanft.
Jack ließ sich zurücksinken. Er fühlte sich wie eine Puppe, als Ennis mit dem Waschlappen seine Arme, seine Brust, seinen Nacken und anschließend hinter seinen Ohren entlang fuhr. „Du machst das wie ein Profi.", murmelte er, während Ennis den Duschkopf nahm und seine Haare nass machte.
„Ich hab immer Jenny und Junior gebadet.", sagte er und rieb das Shampoo auf Jacks Kopfhaut. „Es hat Spaß gemacht, das zu machen.", fügte er hinzu, als er an diese glücklichen Zeiten zurück dachte.
Jack lächelte. „Ich hoffe, da hattest du nicht dasselbe an wie jetzt.", lachte er und besah sich den nackten Ennis, der neben ihn auf dem Boden kniete.
„Hatte ich nicht, aber es wäre sinnvoll gewesen.", erwiderte er. „Ich war hinterher immer vollkommen durchweicht." Wieder nahm er den Duschkopf. „Beug den Kopf zurück. Ich will nicht, dass du Seife in die Augen kriegst."
Jack sah zu Ennis auf. „Noch nie hat jemand meine Haare gewaschen.", sagte er.
„Noch nie?", fragte Ennis überrascht.
„Naja, nie jemand, der mich geliebt hat."
„Na dann, Babe.", sagte Ennis und beugte sich zu ihm herunter, um ihn zu küssen. „Bin ich froh, der erste zu sein." Er spülte den Shampoorest aus Jacks Haaren und zog dann an der Kette, um den Stöpsel aus dem Abfluss zu ziehen. Er reichte Jack ein Handtuch und zeigte auf das Waschbecken. „Los rasier dich.", sagte er. „Du machst den Rest."
„Muss ich?", fragte Jack in gespielt weinerlichem Tonfall. „Darf ich dich nicht auch baden?"
„Ich wasch mich selber.", sagte Ennis und grinste. „Kümmer' du dich um dein Gesicht."
Jack seufzte. „Wozu muss ich mich zweimal am Tag rasieren?"
„Frag nicht mich, frag deine Mama oder deinen Papa.", lachte Ennis. „Die haben dich gemacht. Außerdem", fügte er hinzu, „musst du dich nicht an jedem Tag zweimal rasieren… nur bei besonderen Gelegenheiten, so wie heute."
Jack stand am Waschbecken und verteilte Rasierschaum auf seinem Gesicht. „Welch ein Glück ich doch habe, mit nem Kerl zusammen zu sein, der keine Gesichtsbehaarung mag.", murmelte er und zwinkerte Ennis schelmisch zu.
„Wahrscheinlich, weil ich mir nie nen Bart wachsen lassen könnte, und wenn mein Leben davon abhinge.", sagte Ennis, der jetzt in der Wanne saß und sich heftig schrubbte. „Wenn du nen Bart hättest, wär ich eifersüchtig."
Jack sah ihn an. „Ich könnte dich eifersüchtig machen?", fragte er.
„Klar könntest du.", erwiderte Ennis. „Vielleicht nicht grad mit nem Bart aber wenn du nem anderen Kerl hinterher schauen würdest…" Er zwinkerte Jack zu. „Ich will nicht lügen, Jack, ich habe einen kleine Touch von diesem grünäugigen Monster in mir…"
Jack grinste ihn an, dann drehte er sich wieder zum Spiegel um. „Das wusste ich ja gar nicht, Ennis, aber mach dir keine Sorgen… ich hab genug mit dir am Hals, da schau ich nicht nach anderen Kerlen."
Ennis beendete sein Bad, stand auf und nahm sich ein Handtuch vom Schrank. Er ging hinüber und küsste Jack hinters Ohr. „Gut, dass wir das geklärt hätten.", flüsterte er. „Denn ich würde auch nie nem anderen Kerl hinterher schauen."
Am nächsten Morgen stand Jack an der Spüle, starrte aus dem Fenster und hielt Ausschau nach Toms Wagen. Er hatte eine frische Kanne Kaffee aufgesetzt und einen Karton Orangensaft in den Kühlschrank gestellt. Tom hatte gesagt, er würde Donuts mitbringen – „Ich versuche, viele mit Zucker für Ennis zu besorgen.", hatte er versprochen. Jack grinste bei der Erinnerung an den Mai, als sie alle auf der Veranda gesessen und sich über die Pläne für den Sommer unterhalten hatten. Das schien schon so lange her zu sein…
Ennis und Jacks Unterhaltung beim gestrigen Abendessen hatte sich hauptsächlich um die Vor- und Nachteile des Farmkaufes angesichts ihrer momentanen finanziellen Situation gedreht. Am Ende waren sie darin übereingekommen, dass der Erwerb absolute Priorität hatte. Sie gaben beide zu, dass sie die Farm liebten, dass sie glücklich waren hier in Quanah und hier neue Freunde hatten. Sie hatten ja Geld und wenn sie Tom von einer niedrigeren Anzahlung überzeugen könnten, würden sie auch ein größeres Startkapital haben. Jack hatte Ennis' Idee, am Anfang mit dem Pferdegeschäft klein anzufangen, zugestimmt. Wenn es hart auf hart kam, konnte Jack wahrscheinlich einen Job außerhalb der Farm finden, um etwas Geld nebenbei zu verdienen. Und wenn die Farm und das Pferdegeschäft erst einmal liefen, auch wenn sie klein anfingen, wären sie bestimmt in einer besseren Position, um einen Kredit zu bekommen. „Nicht bei der Quanah Savings and Loan Bank.", dachte Jack bei sich. „Aber wir können was anderes finden." Alles schien machbar zu sein. Jack hoffte bloß, dass es da nicht etwas in Hals Testament gab, das allem einen Riegel vorschob.
Ennis stellte sich hinter ihn und legte die Arme um seine Hüfte. Er roch schwach nach Pferden und Schweiß, eine Kombination, die Jack liebte. Ennis beugte sich zu seinem Ohr. „Es passiert.", sagte er.
„Was?", fragte Jack und drehte sich um, um ihn ansehen zu können.
Ennis grinste. „Ich weiß, was du denkst.", sagte er. „Wir werden eine gute Unterhaltung mit Tom führen und alles wird machbar sein. Erinnere dich an die Philosophie…"
Sie hörten ein Motorengeräusch und Ennis sah über Jacks Kopf hinweg aus dem Fenster. „Tom ist da.", sagte er. „Vielleicht können wir einfach hier rumstehen und uns küssen, wenn er reinkommt und ihm ne kleine Show bieten. Das könnte ihn in eine gute Stimmung versetzen."
Jack lachte und gab Ennis einen flüchtigen Kuss, dann drehte er sich zum Fenster um. „Ich bin zu nervös für eine Show.", sagte er. „Begrüßen wir ihn auf der Veranda."
Tom kam die Treppe herauf und hielt eine weiße Tüte in der Hand. „Wie versprochen.", sagte er. „Ganz viele mit Zucker für Ennis."
„Danke Tom.", sagte Ennis und nahm ihm die Tüte ab. „Ich glaub, Jack hat Kaffee gekocht und wir haben auch noch Saft da."
Die drei gingen in die Küche. Jack legte die Donuts auf einen Teller, während Ennis drei Tassen Kaffee eingoss. „Milch und Zucker, Tom?", fragte Ennis.
Tom nickte und biss in einen Donut.
„Also", begann Jack, „Wie war dein Tag noch gestern?"
Tom zuckte die Schultern. „Ganz okay. Ich bin kein großer Golfer aber Russell spielt unheimlich gerne. Meistens nehm' ich es nur als ne Ausrede, um rausgehen und Bier trinken zu können."
Ennis lachte. „Das ist also Golf? Eine Ausrede, um Bier zu trinken? Vielleicht fang ich auch an zu spielen."
Tom grinste ihn an. „Das soll keine Beleidigung sein, Ennis, aber ich kann dich mir nicht auf nem Golfplatz vorstellen. Du siehst mir nicht wie der Typ aus, der diese dämlichen Stoffhosen und Socken trägt."
Jack kicherte darüber. „Vielleicht könnte er einen neuen Trend setzen – den Cowboy-Golfer." Die drei lachten gemeinsam über den Witz.
Tom biss erneut in seinen Donut. „Ennis, das war übrigens wirklich nett, was du in der Kirche gesagt hast. Ich weiß, das muss schwer für dich gewesen sein."
Ennis hob die Schultern. „Nicht so schwer, eigentlich. Es kam von Herzen."
„Ich hab gesehen, wie ihr mit jemandem den Friedhof verlassen habt. Wer war das?", fragte Tom.
„Ein alter Freund von Hal.", erklärte Jack. „Du kennst ihn sogar. Der Mann hat hier ein paar Sommer lang gearbeitet… Pete."
Tom nickte. „Ich erinnere mich an ihn. Ein netter Kerl… hat er hier länger als einen Sommer gearbeitet?"
„Jap, das hat er gesagt… neun Jahre lang, von 54 bis 63."
„Hm", machte Tom, „und was macht er jetzt?"
„Macht Gelegenheitsjobs bei Amarillo. Er ist so ne Art Pendler.", erwiderte Jack. „Nirgendwo hat er wirkliche Wurzeln."
„Nun, das ist wirklich traurig.", sagte Tom. „Hat er nie geheiratet? Sich nie irgendwo niedergelassen?"
Jack schüttelte den Kopf. „Er hatte die Chance dazu aber er hat sie nicht genutzt. Ich glaube er lebt nur, um das zu bereuen."
Die drei standen eine Weile schweigend da, dann nahm Jack die Kaffeekanne. „Noch etwas mehr?", fragte er.
Tom nickte und sagte: „Nun, wir müssen noch was Geschäftliches bereden. Warum setzen wir uns nicht ins Wohnzimmer?"
Sie gingen hinüber und Jack und Ennis setzten sich nebeneinander auf die Couch, Tom ihnen gegenüber in den gepolsterten Sessel. Jack sah zu Fenster hinüber und beobachtete, wie eine Sommerbrise die Vorhänge bewegte. „Ich liebe diesen Ort.", dachte er. „Das wird mein Zuhause werden." Er lächelte Tom zu. „Ich hab dir ja von der Bank erzählt. Aber Ennis und ich haben darüber geredet und wir wollen…"
Tom hielt eine Hand in die Höhe. „Warte mal eben.", sagte er. „Darf ich zuerst?"
„Klar.", erwiderte Jack ein wenig überrascht. Er hoffte, er hatte nicht irgendeinen Fehler begangen. Alles schien so entscheidend und ihre Zukunft stand auf der Kippe.
Tom räusperte sich. „Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll –deshalb komm ich direkt zum Punkt.", sagte er. „Ihr habt Hal in seinen letzten Lebenswochen einen so großen Gefallen getan – ganz besonders du, Ennis.", fügte er hinzu und sah ihn an. „Er wusste deine täglichen Besuche sehr zu schätzen und dass du deine Zeit mit ihm verbracht hast. Ich denke, es gab ein wirklich besonderes Band zwischen euch."
Jack und Ennis sahen zu Boden. Sie wussten, worin dieses besondere Band lag, doch konnten sie noch immer nicht einschätzen, wie viel Tom über seinen Onkel wusste, deshalb schwiegen sie.
„Ihr erinnert euch, als ich vor zwei Wochen urplötzlich herkam?" Jack und Ennis nickten. „Nun ja, Onkel Hal wollte mich wegen seines Testaments sprechen."
Jack und Ennis sahen Tom sorgenvoll an. Es war ihre größte Angst, dass da etwas in Hals Testament war, das verhinderte, dass sie die Lazy L kauften.
„Onkel Hal wollte eine große Änderung vornehmen. Wir haben dies im Pflegeheim getan, gemeinsam mit einem Notar und zwei Schwestern, die als Zeugen fungierten, also ging alles mit rechten Dingen zu. Es schien mir recht eindeutig, dass Onkel Hal nicht senil war, nur ein alter, sterbender Mann mit einer Herzkrankheit im Endstadium."
Jack und Ennis sahen Tom an und Jack sagte: „Ich weiß nicht genau, worauf du hinaus willst, Tom."
Tom nickte. „Ich sage nur, dass mit seinem Gehirn alles in Ordnung war. Er traf eine klare und durchdachte Entscheidung, die ich akzeptiert habe." Er hielt inne und fuhr dann fort. „Als dies passiert ist, habe ich mit Darlene geredet. Sie versteht vollkommen, was los ist, und akzeptiert Onkel Hals Entscheidung ebenfalls."
Ennis und Jack nickten.
Tom fuhr fort: „Ich bin sehr sicher, dass alles mit rechten Dingen zuging und die einzigen Personen, die das Testament anfechten könnten – meine Schwester und ich also – werden dies nicht tun. Onkel Hals letzter Wunsch wird respektiert werden."
Er schwieg eine Weile und sah sie beide an, dann atmete er tief ein. „Ennis.", sagte Tom. „Onkel Hal hat dir die Farm vermacht. Er sagt, er hatte eine starke Bindung zu dir und wollte, dass du sie bekommst. Er sagt, er wüsste, dass sie dann in guten Händen wäre."
Ennis hatte das Gefühl, der Raum würde sich um ihn drehen. Er schüttelte den Kopf und fragte sich, ob er sich nicht verhört hatte. „Die Farm? Gehört mir? Wir brauchen sie nicht kaufen?"
„Ja, Ennis, wenn der ganze Papierkram mal erledigt ist, wirst du der neue Besitzer der Lazy L sein – so einfach ist das, und ohne einen Penny zu bezahlen."
Ennis war sprachlos und wie vor den Kopf gestoßen. Nur wenige Monate zuvor, waren seine einzigen Wertgegenstände drei Pistolen, zwei Pferde, ein Gebetbuch und ein mitgenommener Hut gewesen. Jetzt besaß er ein Haus, einen Stall, eine Scheune und etwa 480.000 m² bestes texanisches Ackerland. „Ich… ich…", stotterte er. Er wandte sich an Jack. „Babe, ich.. uh… ich… uh…" Plötzlich presste er eine Hand auf den Mund, sprang auf und rannte wie von der Tarantel gestochen in die Küche.
Tom sah überrascht aus. „Ich hoffe, es geht ihm gut.", sagte er.
Jack nickte. „Ich denke schon, aber in den letzten Tagen war es hier etwas emotional. Entschuldige mich kurz, ja?"
„Klar.", sagte Tom. „Nehmt euch Zeit."
Jack wies auf eine Packung Zigaretten auf dem Tisch. „Wenn du willst, nimm dir eine."
Er ging in die Küche. Ennis stand an der Spüle, seine Fingerknöchel traten weiß hervor, wo er den Rand umklammerte. Er atmete tief, rasselnd und schwer. Jack ging zu ihm und rieb seinen Nacken.
Ennis atmete erneut flatternd ein und krächzte mühsam: „Jack, ich glaub, ich muss kotzen."
„Schon okay.", sagte Jack. „Kotz', wenn du musst." Jack strich ihm weiter über Nacken und Schultern.
Ennis' Atmung änderte sich von rasselnden Zügen zu schnellem Hecheln. Jack hatte Angst, dass Ennis ohnmächtig werden könnte. „Beruhig dich, Cowboy.", sagte Jack. „Tief durchatmen. Atme durch den Mund."
Ennis nickte und schaffte ein paar flatternde Atemzüge. Er spürte, wie sein Herz, das in seiner Brust raste, langsam wieder zu seinem normalen Rhythmus zurück fand. „Oh Jesus, Jack.", flüsterte er mühsam. „Ich hab mich schon mal so gefühlt…"
„Und wann war das, Babe?", fragte Jack sanft.
„An dem Tag, als du von Signal fort gingst. Ich fühlte mich, als würde mir einer die Eingeweide rausreißen. So fühl ich mich jetzt auch."
„Aber da warst du doch unglücklich, oder?"
Ennis nickte. „Ich war so verdammt unglücklich, dass ich dachte, ich würde sterben."
„Und jetzt?"
„Jetzt bin ich so verdammt glücklich, dass ich denke, ich werde sterben. Das kann nicht real sein, Jack. Das kann nicht mir passieren."
„Aber es ist wahr, Schatz. Es passiert.", sagte Jack. „Glaub es."
An diesem Punkt brach Ennis in Tränen aus. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und nuschelte: „Ach scheiße, jetzt heul ich auch noch." Er drehte sich um zu Jack, der seine Arme um ihn legte und ihn in eine feste Umarmung zog. Ennis legte seinen Kopf auf Jacks Schultern und murmelte: „Ich bin eine verdammte Heulsuse."
Jack musste darüber kichern. Er konnte Ennis' Tränen heiß und nass an seiner Schulter fühlen. „Cowboy", erwiderte er, „unter diesen Umständen hast du das Recht dazu, denke ich."
„Das Recht für was?", murmelte Ennis.
„Eine verdammte Heulsuse zu sein." Endlich brach ein Lachen aus Ennis hervor. Er stand auf und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen. „Oh Gott, Jack, hast du ein Taschentuch?"
Jack nickte und zog eins aus seiner Hosentasche. „Hier, Babe.", sagte er.
Ennis trocknete seine Tränen und putzte sich die Nase, dann atmete er erneut flatternd ein. „Oh Jesus, Jack, ich kann da nicht wieder reingehen, mein Gesicht und meine Nase sind ganz rot und ich seh bestimmt verheult aus. Tom wird denken, ich bin ein Idiot."
„Ennis, das wird er natürlich nicht denken. Er weiß, dass das eine emotionale Zeit für uns beide war."
Ennis sah ihn an. „Ich besitze die verdammte Farm, Jack.", sage er. „Er hat mir die verdammte Farm vermacht."
Jack nickte. „Ich weiß."
Ennis ließ nicht locker. "Verstehst du das Jack? Er hat mir seine verdammte Farm vermacht!"
Jack lächelte. „Ja, Ennis. Ich verstehe es."
"Oh Jesus, Jack, ich wünschte, Hal wäre hier." Tränen traten erneut in seine Augen. „Ich würde ihm gern danken."
„Ich denke, Hal weiß, dass du ihm dankbar bist.", antwortete Jack. „Er sieht jetzt von irgendwo auf dich herab."
Ennis warf Jack ein unsicheres Lächeln zu. „Weißt du, Jack, er hat gesagt, er gibt mir die Farm aber sie gehört nicht nur mir. Sie gehört uns, Jack. Es ist unsere Farm."
"Technisch gesehen ist es deine Farm. Aber ich hoffe, du lässt mich bleiben."
„Ach Fuck, sag sowas nicht – nicht mal zum Spaß, Jack.", erwiderte Ennis plötzlich sehr ernst. „Natürlich bleibst du. Wir sind verheiratet."
Jack musste darüber lächeln. Die Art, auf die diese Worte so natürlich, so mühelos aus Ennis' Mund gekommen waren – "wir sind verheiratet" – erfüllte ihn mit grenzenloser Freude. Jack umarmte Ennis erneut. „Ja, wir sind verheiratet. Ich liebe dich, Cowboy." Er küsste Ennis auf die Stirn. Ein paar Minuten standen sie noch so da, dann sagte Jack: "Glaubst du, du kannst dich zusammenreißen? Tom wird sich fragen, was mit uns passiert ist."
Ennis stellte sich gerade hin, trocknete seine Augen und putzte sich ein weiteres Mal die Nase. Er holte tief Luft. „Ja, ich denke, jetzt geht's mir besser. Lass uns ins Wohnzimmer zurück gehen."
Sie gingen zurück und setzten sich auf die Couch. Ennis griff hinüber, um Jacks Hand zu halten. Er glaubte, er brauchte den menschlichen Kontakt, um sich unter Kontrolle zu bekommen, unsicher wie er war.
Tom lächelte ihm zu. „Ich hoffe, dass sind Freudentränen, Ennis.", sagte er.
Ennis nickte. „Sind es, Tom. Ich fühl mich so überrumpelt." Er hielt inne. „Danke übrigens."
"Dank' nicht mir, dank' Hal. Es war seine Entscheidung. Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass Hal, als er die Farm sagte, alles meinte. All die Möbel, die Ausrüstung in der Scheune, was du siehst, gehört dir."
„Oh mein Gott.", erwiderte Ennis. „Das hier wird mit jeder Minute unglaublicher." Er hielt inne und presste das Taschentuch auf die Augen, um nicht wieder zu weinen. Mit zittriger Stimme sagte er: „Gibt es da etwas, was du haben willst, Tom?", fragte er. „Wenn es da Möbelstücke oder irgendetwas Besonderes gibt, dann kannst du es haben."
„Nein, da ist nichts. Eigentlich haben wir uns darum schon im Frühling gekümmert, als Hal ins Pflegeheim kam. Er hatte eine Familienbibel und ein wenig Schmuck von seinen Eltern – die Taschenuhr seines Vaters und solches eben – das hab ich mir dann genommen. Also ist alles, was hier ist, deines."
Plötzlich kam Ennis ein Gedanke, dem er nicht widerstehen konnte. Er zwinkerte Jack zu: „Ich geb' dir die Magazine.", sagte er und Jack musste lachen.
Tom sah verwirrt aus. „Magazine?"
"Sorry", sagte Ennis, "ein Insider. Geht nur um etwas, was wir in einer Kiste im Wandschrank gefunden haben. Hal wusste davon."
Tom hob die Schultern. „Okay." Er hielt inne und sah sie an. "Bereit fortzufahren?"
"Fortzufahren?", fragten Jack und Ennis wie aus einem Mund. „Was denn noch?"
Tom nickte. „Ja, es geht noch weiter. Wie ich bereits sagte, Ennis, hat Hal dir die Farm vermacht. Aber Jack, er mochte dich auch und wollte, dass du etwas bekommst."
Jack spürte, wie Ennis seine Hand drückte, als sie gespannt Tom zuhörten.
Tom sah Jack an. „Er hatte eine Lebensversicherung und lässt sie an dich auszahlen."
„Eine Lebensversicherung?", fragte Jack, als wüsste er nicht, was das sei.
„Ja.", erwiderte Tom. „Eine Versicherung über 50.000$. Auch hier muss erst der Papierkram erledigt werden aber wenn das passiert ist, bekommst du einen Scheck mit der gesamten Summe von der Metropolitan Life Insurance Company. Ich weiß von den anderen Dingen, die wir geregelt haben, dass dein richtiger Name John C. Twist Jr. ist. Und darauf wird auch der Scheck ausgestellt."
Nun war es an Jack, den Raum um sich drehen zu sehen. Er spürte, wie Ennis seine Hand drückte und ihm das Taschentuch hinhielt. „Brauchst du das, Kumpel?", fragte er.
„Nein, ich bin okay.", schaffte er zu flüstern. Dann sah er Tom an und sagte: „Ich kann das nicht glauben. Danke."
Tom lächelte ihnen beiden zu. „Ich möchte euch sagen, dass ich echt glücklich darüber bin, euch diese Nachrichten zu überbringen. Ich will, dass ihr das wisst." Jack und Ennis erwiderten das Lächeln. „Weißt du noch, als ich vor zwei Wochen hier war, Jack? Du hast gesagt, ich sähe ganz zappelig und nervös aus?"
Jack nickte. „Du schienst nicht du selbst zu sein.", sagte er.
„Naja, das war deshalb. Ich war noch nie gut darin, Geheimnisse zu bewahren, aber Onkel Hal ließ mich schwören, euch nichts zu sagen. Wenn ich gedurft hätte – diese ganze Sache mit dem Bankkredit und dem Bankier, der euch beleidigt hat – das hättet ihr dann nicht durchmachen müssen. Das tut mir leid."
„Du brauchst dich nicht entschuldigen, Tom.", sagte Jack. „Hal war sehr zurückhaltend, ich verstehe, warum er nicht wollte, dass du was sagst. Und er wusste auch nie was über die Verkaufspläne, stimmt's?"
„Stimmt.", erwiderte Tom. „Ich hab's ihm nie gesagt. Also starb er in dem Wissen, euch dieses Geschenk zu machen."
Ennis wandte sich an Jack. „Oh Jesus, Jack. Ich bin so froh, dass wir ihn zu uns geholt haben."
Jack nickte. "Wir wussten, dass es eine wundervolle Sache war, En. Aber das hier macht mich so unheimlich froh, dass wir es getan haben."
Tom sah sie an. „Ich wusste es da noch nicht, aber das war das letzte Mal, dass ich meinen Onkel gesehen habe. Ich denke es war ein schöner Abschied."
Ennis nickte. „Ich glaube, du hast Recht, Tom."
Eine Weile sahen sie sich schweigend an, dann sagte Jack: "Also das war's dann, oder Tom? Nicht noch mehr Überraschungen?"
„Keine Überraschungen mehr.", erwiderte Tom. „Ich denke auch, dass das genug war für einen Tag, nicht wahr?"
Jack sah auf seine Hände und verschränkte sie in seinem Schoß. Dann sah er wieder zu Tom auf. „Ich muss dir noch was sagen. Es ist nicht leicht für mich, aber ich muss es fragen…"
Tom nickte. „Klar, immer raus damit. Was ist los"
"Wenn wir die Farm gekauft hätten, hättest du Geld bekommen. Auch wenn du sie von Hal geerbt und verkauft hättest, hättest du Geld bekommen. Und nun… bekommst du gar nichts." Er hielt inne. „Ist das okay für dich?"
Tom lächelte ihn an. Es ist mutig von dir, das zu fragen.", sagte er. „Es klingt komisch, weil es von einem Wirtschaftsprofessor kommt, aber Geld ist nicht alles. Klar wär es nett gewesen, fünf oder sechs Riesen zu bekommen, Geld, das ich auf die Bank hätte bringen können. Aber ich denke, ich habe etwas viel wertvolleres bekommen."
„Und was?", fragte Jack.
„Zwei neue Freunde und das Wissen, dass die historische Farm meiner Familie eine Farm bleiben wird… ich hoffe, für noch viele Generationen. Für mich ist das wichtiger als Geld."
„Danke.", sagte Jack leise. „Das bedeutet mir viel."
Tom stand auf. "Ich denke, wir sollten Champagner oder so trinken...was zum feiern."
„Wir haben eine Flasche Champagner im Kühlschrank.", sagte Jack. „Wenn du willst…"
Tom sah auf seine Uhr. „Es ist viertel vor zehn morgens. Vielleicht etwas früh, um zu trinken. Auch wenn die Sonne irgendwo auf der Welt schon hinter dem Horizont versunken ist."
Ennis sah ihn an. „Was?"
"Nichts.", antwortete Tom. "Nur eine Redewendung. Das hat mein Dad immer gesagt." Er hielt inne. „Moment, ihr sagtet ihr habt Orangensaft?"
Jack nickte. "Ja, ganz frisch. Selber gemacht heute Morgen."
"Perfekt, dann können wir uns Mimosen machen." Tom ging in die Küche und Jack und Ennis folgten ihm.
Ennis wisperte Jack zu: „Was ist eine Mimose?"
„Weiß ich ums verrecken nicht.", sagte Jack.
Tom nahm drei Gläser aus dem Regal und holte die Sektflasche und den Saft aus dem Kühlschrank. Er ließ den Korken knallen und goss Champagner in jedes Glas, dann gab er einen großzügigen Schluck Orangensaft dazu. Er gab Jack und Ennis je ein Glas und hob sein eigenes zu einem Toast. „Herzlichen Glückwunsch für den neuen Besitzer der Lazy L und seinen lieben Partner."
Ennis errötete. „Danke Tom.", sagte er und trank einen Schluck. „Mmm, schmeckt gut. Probier mal, Jack."
Jack hielt sein Glas ebenfalls in die Höhe. „Herzlichen Glückwunsch, Babe. Ich liebe dich.", sagte er und trank.
Ennis lächelte ihnen beiden zu. „Danke euch.", sagte er sanft. „Ich bin richtig geschockt." Er trank noch einen Schluck und wandte sich an Tom. „Weißt du, Tom, an dem Tag, als ich Jack traf, hatte ich zwei Pennys in der Tasche. Wir versprachen uns, für eine Farm zu sparen aber ich hab nie mehr sparen können als ein paar hundert Dollar. Ich kann nicht fassen, dass mein Traum endlich wahr geworden ist. Danke."
„Mir musst du nicht danken.", sagte Tom. „Ich bin nur der Bote. Offensichtlich hast du Onkel Hal dein Herz geöffnet und er hat dir dieses Geschenk gemacht.
Eine Weile standen sie einfach da, lächelten sich an und tranken aus. Dann sah Tom auf die Uhr. „Nun, ich gehe jetzt besser. Janet checkt aus dem Motel aus und wir haben eine lange Fahrt bis Austin vor uns. Ich werde dafür sorgen, dass alle Details des Testaments gut vorangehen. Wahrscheinlich komm ich in ein, zwei Wochen nochmal her. Aber für euch, denke ich, geht das Leben weiter wie bisher."
Jack lächelte. „Ich denke, das tut es."
"Es ist dasselbe Leben aber doch anders, denke ich.", sagte Ennis lächelnd.
Sie brachten Tom zu seinem Auto und umarmten ihn beide, ehe er einstieg und davon fuhr. Jack und Ennis sahen zu, wie der Wagen um die Ecke bog. Jack wandte sich an Ennis. „Und was nun?"
Ennis hob die Schultern. "Naja, ich denke, wir könnten etwas Arbeit erledigen. Die Zäune müssen immer noch repariert werden…" Er hielt inne. „Oder wir könnten noch ein paar von diesen Mimosen machen und ein bisschen feiern…" Er schaute Jack an. „Wofür würdest du dich entscheiden?"
Er nahm Ennis' Hand und ging zum Haus. „Das fragst du noch?", grinste er. „Du musst unter Gehirnerweichung leiden, seit du eine Farm besitzt. Komm mit mir… wie hat Tom diese Drinks gemacht?"
„Ganz einfach.", sagte Ennis. „Sekt und Orangensaft… hauptsächlich Sekt."
