Hello after so long time. :D I waste no words and start the next chapter…:)
20. Thirst of revenge
Das ist ein Alptraum, das ist ein Alptraum, dachte Rango immer wieder. Wieso wachte er nicht auf? Nein, das war kein Alptraum. Es war schreckliche Realität.
Jetzt zerrte ihn der Bandit schon seit einer ganzen Weile durch die Wüste und schien nach irgendetwas zu suchen. Sie befanden sich inzwischen schon ein gutes Stück von Dr. Tibbars Haus entfernt. Um sie herum standen kleine, steinige Hügel und mehrere Kakteen. Der große Jenkins-Bandit hatte Rango immer noch im Würgegriff und seine Hand auf seinem Mund gepresst. Schließlich lockerte er etwas seinen Griff. Kaum hatte Rango das gemerkt, packte er die große Hand und zog sie von seinem Mund weg.
„Wo bringen Sie mich hin?", fragte er ängstlich.
Rango schrie auf, als der Bandit ihn auf den Boden schleuderte. Dort drückte er ihn mit dem Rücken auf den Boden und packte ihn am Hals. Röchelnd rang Rango nach Luft.
„Ich habe so eine verfluchte Wut auf dich, dass ich dich glatt in tausend Stücke zerfleischen könnte!", schrie der Bandit ihn an.
Er holte mit der Faust aus und schlug dem Chamäleon in den Bauch. Rango keuchte vor Schmerz. Seine Wunden waren immer noch nicht ganz verheilt.
„Du fragst, wo ich dich hinbringe?", wiederholte der Cousin seine Frage. „In die Hölle würde ich dich am liebsten schicken, aber selbst dort werde ich dich nicht gehen lassen! So einen leichten Tod wirst du gar nicht erst bekommen. Ich werde dich so lange quälen, bis du verrottest auf dem Boden um Gnade winselst!"
Rango presste die Lippen zusammen. Er war den Tränen nahe. Sein Magen drehte sich im Kreis. Lebend wird der Bandit ihn nicht gehen lassen. Aber vielleicht bestand doch noch eine Hoffnung. Vielleicht war Jake längst aufgewacht und suchte nach ihm. Und außerdem, Bohne war auch noch da gewesen. Rango stiegen die Tränen in die Augen, als er an Bohne dachte.
„Ach nee!", spottete das Nagetier. „Jetzt auf einmal flennst du, was?"
Er packte ihn an den Schultern, riss ihn hoch und schlug ihn ins Gesicht. Das Chamäleon wirbelte herum und fiel erneut auf den Boden. Stöhnend schüttelte er den Kopf. Doch sofort wurde er wieder gepackt und erneut mit einer Ohrfeige bestraft.
Jetzt hatte Rango langsam genug. Taumelnd stand er auf und versuchte auf den Cousin einzuschlagen. Doch dieser wich ihm schnell aus und warf sich anschließend mit voller Wucht gegen ihn. Kaum lag das Chamäleon wieder auf dem Boden, packte das Nagetier ihn von hinten mit beiden Händen am Hals und würgte ihn erneut. Verzweifelt versuchte Rango die Hände von seinem Hals zu kriegen.
„Wolltest du etwas sagen?", höhnte das Nagetier.
Rango röchelte kläglich und versuchte sich irgendwie loszureißen. Eine Weile kämpfte er mühsam gegen ihn an, doch dann wurde ihm langsam schwarz vor Augen.
Kaum spürte der Cousin, wie Rangos Körper erschlaffte, lockerte er den Griff. Schnaubend richtete er Rangos Oberkörper auf, drehte ihn um und sah ihn drohend in die halb geöffneten Augen.
„Besser du ziehst dein Hemd aus, bevor es noch schmutzig wird."
Wenige Augenblicke später hatte er Rango das Hemd vom Leib gerissen. Rango leistete keine Gegenwehr. Gegen die Kraft und gegen die Waffen von dem Banditen hatte er unbewaffnet keine Chance. Schon gar nicht mit seinem verstauchten Fuß, der jetzt wieder furchtbar schmerzte. Keuchend lag er auf dem Boden und konnte nur auf sein grausames Ende warten.
Mit einer angewiderten Geste warf der Cousin Rangos Hemd weg und umkreiste ihn drohend, wie ein Raubtier seine Beute. Ängstlich zog Rango die Beine an seinen Körper. Seine Hände zitterten leicht.
Plötzlich packte das Nagetier ihn an der Schulter und zwang ihn zum Sitzen. Rango schluckte schwer. Anschließend packte der Bandit seine Handgelenke und band seine Hände auf den Rücken zusammen.
„Bitte nicht!", flehte er. „Ich mach auch alles was Sie wollen! Ahhh!"
Wütend packte der Bandit ihn von hinten und drückte Rangos Kopf in den Nacken.
„Freundchen! Du hältst dich wohl für besonders schlau, was?", knurrte der Jenkins-Cousin.
Rango jammerte als der Bandit seinen Druck verstärkte.
„Nicht nur, dass du unsere Verwandten sondern jetzt auch noch sechs weitere auf dem Gewissen hast!"
Rango zuckte erschrocken zusammen, als er einen leichten Stich im Rücken spürte. Das Nagetier hatte wieder sein Messer rausgeholt und drückte es leicht gegen seinen Wirbel.
„Aber ich habe niemanden umgebracht", keuchte Rango. Tränen rannen ihm über die Wangen.
Das Nagetier verengte die Augen. „Du feiger Lügner!"
Zornig riss er Rango hoch und versetzte ihm einen harten Schlag ins Gesicht. Rango verzog schmerzverzerrt das Gesicht als ihm dabei die Lippe aufplatzte. Angewidert spuckte er das bisschen Blut aus seinem Mund. Doch das Nagetier ließ ihm keine Zeit für eine Pause, sondern holte mit dem Bein aus und traf mit voller Wucht gegen Rangos verstauchten Fuß.
Rango jaulte auf und sank zu Boden. Der Bandit schnaubte wütend. Er schubste das Chamäleon brutal von der Seite an, sodass Rango keine andere Möglichkeit hatte als sich hinzulegen. Anschließend wurde er auf den Bauch gedreht und landete mit seinem Gesicht im Sand. Keuchend spuckte Rango den Sand aus dem Mund. Wieder presste der Bandit ihm sein Gesicht feste auf den Boden.
„Du elender Narr!", brülle der Cousin ihn an. „Glaubst du, du kannst mich ewig für dumm verkaufen? Selbst das wird dich nicht retten. Wegen dir habe ich jetzt meine gesamte Verwandtschaft verloren!"
Rango schluckte schwer. „Das war doch nicht meine Schuld…"
Der Bandit ließ ihn nicht ausreden und presste seinen Mund wieder auf den Boden.
„Wenn ich erst mal mit dir fertig bin, dann kommt dein langer Freund dran. Und es ist mir völlig egal, ob er eine Knarre hat oder nicht. Aber zuerst vernichte ich dich!"
Rango versuchte sich aufzurichten, aber damit verstärkte das Nagetier nur seinen Druck auf seinen Hinterkopf. Flehend stieß das Chamäleon immer wieder dumpfe Schreie aus. Schließlich lockerte das Nagetier den Druck und Rango schnappte hörbar nach Luft als er seinen Kopf wieder etwas aufrichten konnte.
Das Nagetier nutzte die Zeit und holte wieder sein Messer aus seiner Jackentasche. Demonstrativ hielt er es dem Chamäleon erst vors Gesicht, anschließend an den Hals.
„Tja, war dumm gelaufen, dass dein schuppiger Freund mich nicht erwischt hat. Einfach abgeknallt hat er die anderen. Offensichtlich kann er nicht gut zählen."
„Du hast ihn entkommen lassen?", fragte Bohne fassungslos.
„Ich hab ihn nicht entkommen lassen!", beteuerte Jake. „Er hat sich aus dem Staub gemacht, bevor ich ihn abknallen konnte. Außerdem habe ich erst später bemerkt, dass es nur sechs statt sieben waren, die ich erschossen habe."
Die kleine Gruppe war immer noch in der Wüste unterwegs und bemühten sich Rangos Spur zu finden. Wounded Bird bekam langsam wieder Probleme mit seiner Nase, sodass Jake für einen Moment die Führung übernehmen musste.
Verärgert ignorierte die Klapperschlange Bohnes weitere Fragen und schmeckte die Umgebung mit seiner Zunge ab.
„Du kannst froh sein, dass dein toller Freund nicht tot ist", fügte er sarkastisch hinzu. „Zumindest noch nicht."
„Das habe ich auch nicht behauptet, dass ich nicht froh darüber wäre. Trotzdem hättest du ihn nicht aus den Augen lassen sollen."
Jake zischte drohend. „Könntest du endlich mal die Klappe halten? Zum einen kann ich dich beruhigen. Er wird ihn noch nicht töten."
„Nicht?"
„Nein, viel schlimmer. Er wird ihn quälen. So wie ich ihn einschätze wird er ihn sogar regelrecht foltern."
Bohnes Augen weiteten sich entsetzt, während Jake weiter fortfuhr: „Ich schätze er wird ihm zuerst sämtliche Gliedmaßen abschneiden, seine Haut abziehen und ihn anschließend langsam ausbluten lassen."
Er grinste teuflisch.
Bohne stampfte mit dem Fuß auf. „Das werde ich nicht zulassen!"
„Stopp mal!", sagte Dr. Tibbar. „Ich glaube ich höre etwas."
Alle lauschten. Dr. Tibbar, dessen Gehörsinn besser ausgeprägt war, richtete seine langen Ohren in sämtliche Richtungen. Schließlich deutete er nach rechts.
„Es kommt von dort."
Sofort eilten sie in die besagte Richtung. Kurz vor einem Hügel verlangsamten sie ihr Tempo.
Anschließend legten sie sich flach auf den Bauch, was für Jake kein Problem war, und schlichen sich langsam an.
Bohne beschleunigte etwas ihre Bewegungen, als sie Rangos bekannte Stimme hörte. Dr. Tibbar hatte Mühe sie davon abzuhalten aufzustehen.
Auf dem Hügel angekommen, lugten sie vorsichtig über die Anhöhe.
Bohne hielt den Atem an.
Rango lag mit dem Bauch auf dem Boden. Der Bandit saß auf seinem Rücken und spielte mit seinem Messer über seinem Rücken. Rango hatte große Angst, dass er jeden Moment zustechen könnte. Aber immer wenn der Cousin so tat als ob er zustechen wollte, hob der das Messer wieder an und strich über eine andere Stelle vom Rücken. Dabei beugte er sich zu Rango runter und grinste gemein.
„Ich werde dir die Haut abziehen", wisperte er. „Ganz langsam."
Rangos Augen weiteten sich, als er das Messer an seine Kehle drückte.
Rango schloss die Augen und presste für einen Moment die Lippen zusammen.
„Ich war es nicht", hauchte er.
Zornig packte der Cousin ihn an den Schultern und zog ihn hoch. Rango schrie auf, als er ihm so brutal die Wirbelsäule nach hinten krümmte. Dabei hielt er ihm immer noch das Messer an die Kehle. Rangos Lippen zitterten.
„Du wirst gleich um Gnade winseln", wisperte der Bandit ihm ins Ohr.
Er tastete hinter sich und schaffte es Rangos rechtes Bein zu packen. Kräftig zog er es hoch.
„Ahh! Ni… ah…"
„Na was? Ich höre gar nichts. Rede mal deutlicher!", spottete das große Nagetier.
Er ließ Rangos Oberkörper und Bein wieder los und stand auf.
„Genug mit dem Soft-Quatsch. Jetzt wird ernst gemacht."
Er drehte Rango mit dem Fuß wieder auf den Rücken und warf sich mit seinem ganzen Gewicht auf ihn drauf. Rango schrie auf, als das schwere Gewicht ihn beinahe erdrückte.
Er zappelte wie verrückt. Der Jenkins-Cousin lachte dunkel.
„Na los, umdrehen!"
Wieder drehte er das Chamäleon auf den Rücken und er setzte sich wieder auf den Rücken drauf. Diesmal allerdings anderes herum, sodass er zu Rangos Beinen saß, statt zum Kopf. Rango hatte wieder keine Möglichkeit aufzustehen. Wieder hielt der Bandit ihn mit seinem Gewicht auf dem Boden fest. Ängstlich sah Rango nach hinten. Der Bandit beugte sich kurz nach vorne und packte Rangos Schwanzende. Rango versuchte seine Beine zu bewegen um aufzustehen. Der Bandit gab ihm einen Schlag auf die Hüfte und Rango blieb wieder still. Dann zog er weiter am Greifschwanz bis er ihn zur Hälfte in den Händen hielt. Wieder holte er sein Messer raus und strich mit der Messerspitze von der Schwanzspitze nach unten.
„Muss doch lästig sein so etwas die ganze Zeit mit sich herumzuschleppen."
Rango wandte sich wie verrückt, als der Bandit das Messer auf die Haut von seinem Greifschwanz drückte.
„Nur keine Sorge, danach wirst du ein paar Kilo weniger wiegen."
Rangos Augen weiteten sich. „Nein! Lassen Sie das, bitte!"
„Tut mir leid, ich kann dich leider nicht hören."
In Bohne stieg eine unsagbare Wut hoch.
„Dieser Bastard!", fauchte sie. „Den kauf ich mir!"
Jake hielt sie zurück. „Wollen wir ihm nicht noch dabei zusehen, wie er ihm den Greifschwanz abschneidet?"
„JAKE!"
„Schon gut, schon gut. Okay. Und wie habt ihr euch das vorgestellt? Der Typ hat ein Messer in der Hand. Der ist schneller mit dem Zustechen, als wir mit dem Schießen."
Bohne verengte die Augen. „Das sagt mir jemand, der einen von ihnen einfach laufen lässt."
„Ich hab ihn nicht laufen lassen! Schnallst du das?! Ich hab einfach geschossen und hab nach deinem Freund gesehen, ob er überhaupt noch überlebensfähig war. Erst danach ist mir aufgefallen, dass es nur sechs gewesen waren, die ich abgeknallt hatte."
„Jetzt hört auf zu streiten!", mischte Dr. Tibbar sich ein. „Das führt doch zu nichts."
Wounded Bird schniefte leise. „Sheriff brauchen Hilfe."
Alle Augen wanderten wieder nach vorne. Bohne unterdrückte einen Schrei.
Der Jenkins-Cousin hatte Rango einen leichten Schnitt auf der Hälfte des Schwanzes geritzt, während Rango ununterbrochen um Gnade flehte.
„Ups, sorry", sagte das Nagetier sarkastisch. „Ich glaube da wäre noch zu viel dran."
Bohne biss sich auf die Unterlippe. „Tut doch einer mal was!"
Dr. Tibbar runzelte die Stirn. „Aber was sollen wir machen?"
„Erschießen! Was sonst?"
„Aus dieser Entfernung?"
„Ich kann gut zielen."
Dr. Tibbar schüttelte den Kopf. „Das Risiko ist zu groß. Er könnte ihn vorher umlegen."
Bohne schnaubte beleidigt. „Das ist nur Ihre Meinung. Ich mache es auf meine Art."
Bohne war drauf und dran nach vorne zu stürmen, doch Dr. Tibbar hielt sie gerade noch am Arm fest.
„Lassen Sie mich los!", fauchte Bohne.
„Bist du dumm oder was?", fragte Jake kopfschüttelnd.
„Ich muss ihm helfen! Du siehst doch wie er ihn quält!"
„Ich habe Augen! Okay? Das sehe ich selber!"
„Sachte, sachte", sagte Dr. Tibbar. „Jetzt mal ganz ruhig. Ich hätte da noch eine andere Möglichkeit."
Bohne zuckte nervös zusammen, als sie Rango wieder laut winseln hörte.
„Dann machen Sie schnell!"
„Aufhören! Aufhören!", flehte Rango. Sein Gesicht war nass vom vielen weinen.
Sein Greifschwanz war inzwischen übersät mit blutigen Messerstichen. Dem Banditen machte das überhaupt nichts aus. Im Gegenteil.
„Du hast recht", meinte er schnippisch. „Wird Zeit, dass wir die Arbeit hier beenden."
Er drückte Rangos Greifschwanz auf den Boden und hielt das Messer an den Punkt wo der Schwanz mit der Wirbelsäule verbunden war.
Rango schrie vor Panik. „NEIN! NEIN! NICHT! HILFE!"
Plötzlich ertönten aus der Ferne mehrere Schüsse. Ein markerschütternder Schrei zerriss die Luft. Beide waren für einen Moment wie erstarrt.
Es herrschte Totenstille.
Der Bandit verengte die Augen. „Wer zum Teufel stört da?"
Er stand auf. Rango war so gefüllt mit Panik, dass er versuchte aufzustehen und weglaufen wollte. Doch der Bandit zog ihn brutal am Arm und drückte ihn an sich.
„Du bleibst hier! Wir werden jetzt nachsehen, was da los ist!"
Mit diesen Worten packte er Rango am Kopf und hielt das Messer an seine Kehle.
„Und keine Zicken, Freundchen! VORWÄRTS!"
Mit zittrigen, weichen Knien folgte Rango der Aufforderung. Obwohl er mit seinem verletzten Fuß kaum richtig Schritt halten konnte, so tat er sein Bestes nicht stehen zu bleiben, während das Nagetier ihn mit festem Griff in die Richtung zerrte, wo die Schüsse und der Schrei hergekommen waren.
Rango atmete schwer. Immer wenn er es vor Schmerzen nicht mehr mit seinem Fuß aushalten konnte, gab der Bandit ihm einen warnenden Druck mit dem Messer und Rango hatte keine andere Wahl als weiterzugehen. Vor lauter Tränen in den Augen konnte er nicht mehr klar sehen. Er wünschte sich nur, dass das alles nur ein Albtraum sei.
Kaum hatten sie den Hügel erreicht, verlangsamte der Cousin sein Tempo und sah sich suchend nach allen Seiten um.
„Halt die Klappe!", zischte er, als Rango wieder anfing leise zu schluchzen.
Hastig schluckte das Chamäleon einen Seufzer hinunter und presste die Lippen zusammen.
Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und sein Körper zitterte unkontrolliert. Er war mit seinen Nerven völlig am Ende. Mühsam versuchte er sich mit Fragen abzulenken.
Wer hatte da geschossen? Jemand der ihm helfen wollte? Aber wieso schoss und schrie jemand dabei und tauchte nicht auf?
Langsam setzte sich der Bandit mit Rango im Würgegriff wieder in Bewegung.
„Na los, du besser nach vorne", fauchte der Bandit gereizt und schob Rango vor seinen Bauch, hielt ihn aber weiterhin fest und drückte das Messer auf seinen Hals.
Mit vorsichtigen langsamen Schritten gingen sie weiter.
Plötzlich blieb der Bandit stehen. Etwas verwundert starrte er nach vorne.
Rango, der die ganze Zeit die Augen halb geschlossen hatte, öffnete diese zögernd.
Sie standen immer noch auf dem Hügel. Am unteren Ende lag etwas auf dem Boden.
Eine Wüsten-Echse in einem dunkelblauen Kleid.
Rango stieß einen erstickten Schrei aus.
Bohne!
„Los, runter mit dir!", knurrte der Bandit und gemeinsam gingen sie den Hügel runter zu der am Boden liegenden.
Die Wüsten-Echse lag mit dem Bauch auf dem Boden und bewegte sich nicht.
Prüfend betrachtete sie der Bandit, hielt Rango aber weiterhin im Würgegriff.
Rango starrte mit weit aufgerissenen Augen auf sie. Dann kniff er die Augen zusammen.
Nein! Das darf nicht sein! Nein! Nein! Alles nur nicht sie!
Dem Cousin machte dieser Verlust gar nichts aus. Viel mehr interessierte ihn, wer da geschossen hatte.
„Hör auf zu flennen, du Stück Dreck!", knurrte er wütend.
Rangos Beine knickten langsam ein. Sein ganzer Körper fühlte sich schwer und leblos an.
„Bleib gefälligst stehen!", schimpfte sein Peiniger. „Verdammt nochmal!"
Rango hörte ihm gar nicht zu. Es war alles sinnlos.
„Nein, nein", murmelte er.
„DU TUST WAS ICH SAGE!", schrie der Bandit ihn an.
Er warf Rango auf den Boden. „Fein, dann schneide ich eben dein Herz raus. Mal sehen wie dir das gefällt!"
Er fiel über Rango her.
Doch plötzlich stürzte sich jemand mit einem lauten Wutschrei auf ihn.
„SIE SCHEUSAL!", schrie eine zornige Frauen-Stimme.
Rango blieb das Herz stehen, als Bohne sich wie eine Furie auf den Rücken des Banditen krallte und wie eine Katze sein Gesicht zerkratzte. Der Cousin schrie vor Wut und versuchte Bohne abzuschütteln. Für einen Moment war Rango wie gelähmt. Mühsam stand er mit gefesselten Armen und verstauchtem Fuß auf. Ohne nachzudenken warf er sich nach vorne und knallte gegen den Banditen. Doch das stachelte seine Wut nur noch mehr an. Mit großer Kraft riss er Bohne von sich runter und griff nach seinem Messer, das auf den Boden gefallen war.
Erschrocken wich Rango zurück. Der Bandit stand jetzt mit zornigen weit aufgerissenen Augen und fletschenden Zähnen vor ihm, wie eine tollwütige Bestie.
„DU BIST TOT!", kreischte das Nagetier.
Vor lauter Panik drehte sich Rango um und rannte davon. Das Nagetier sprang nach vorne.
Rango schrie auf und wich ihm aus. Mit voller Wucht landete er auf seinem verletzten Fuß. Der Schmerz betäubte seinen ganzen Körper. Winselnd rutschte er aus und knallte mit seinem Kopf gegen einen Stein. Der Aufprall ließ ihn Sterne sehen und hüllte alles in einen dumpfen, leeren Raum.
„DU BIST TOT!", hallte es.
Jedes Geräusch schmerzte in seinem Kopf. Er sah alles doppelt.
Dann Schüsse, begleitet von einem schrillen Schrei.
Sein Körper zuckte zusammen. Er rang nach Luft.
Nicht sterben! Ich will nicht sterben!
Er kniff die Augen zusammen. Um ihn herum drehte sich alles.
Stimmen erfüllten die Umgebung, aber er konnte sie nicht verstehen.
Im nächsten Moment spürte er Hände, die ihn abtasteten.
„Mister Rango? Mister Rango?", hörte er Dr. Tibbar rufen. „Wachen Sie auf. Es ist vorbei."
Es war vorbei?
Rango versuchte die Augen zu öffnen. Aber es war alles verschwommen.
„Rango? Rango?", rief eine weibliche Stimme.
Er schloss die Augen. Sein Kopf schmerze furchtbar. Jemand streichelte seine Stirn.
Fühlte er warmes Blut? Ihm wurde schwindelig und er fiel in eine dunkle Tiefe.
„Rango? Rango?"
So, be continued...
