A/N Es tut mir wahnsinnig Leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber leider hatte ich eine SChreibblockade und etliche Termine haben die Situation nicht gerade entschärft...Dank an: kurai91, LovelyNearly, Mugenjin, LittleWhisper und fanjana ... ich danke euch allen dafür, dass ihr mir bei dem letzten Kapitel reviewt habt, es hat mir wirklich sehr geholfen, weil ich kurz davor stand, es wieder zu löschen und neu zu schreiben ... Vielen Dank :) R&R


Zwanzig

Unruhig lief Hermine auf und ab, Krummbein lag auf einem der Küchenstühle, seine gelben Augen verfolgten jeden Schritt, den Hermine tat. Er wusste nicht, warum seine Herrin Sachen verrückte, immer wieder auf die Uhr blickte und schließlich mit einem Seufzer auf einem der Küchenstühle Platz nahm. Er maunzte leise.

„Ja, ich weiß, es tut mir Leid, Krummbein, aber Fred, er sollte schon längst hier sein und

mir --", sie verstummte, als das leise Geräusch einer zerplatzenden Seifenblase ertönte, sprang auf und rannte in den Flur hinaus, wo Fred stand, blass und zerzaust.

„Hermine", sagte er leise, als er sie sah und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Fred, ich, es … es tut mir Leid", stotterte sie, doch er überbrückte den Abstand, zögerte kurz und drückte sie dann gegen seine Brust.

„Es muss dir nicht Leid tun, Hermine, er müsste sich so sehr vor sich selber ekeln, dass er seinen Lebenswillen verliert, denn er ist es nicht wert. Niemand darf so etwas mit einem Menschen machen, es ist abartig." Hermine hatte ihr Gesicht gegen sein Sweatshirt gedrückt und atmete seinen vertrauten Geruch ein, seufzte und ließ sich gegen ihn sinken. Freds Arme umschlossen sie und hielten sie fest.

„Also gehst du nicht weg?", nuschelte Hermine gegen seine Brust und er lachte leise.

„Wo denkst du hin?" Sie zuckte mit den Schultern.

„Weiß Draco davon?"

„Nein."

„Wird er davon erfahren?"

„Warum willst du das wissen?", fragte Hermine zurück und sah auf.

„Nur so, es interessiert mich, wie sehr du ihm vertraust." Sie trat einen Schritt zurück und musterte Fred schweigend.

„Nun, ich vertraue ihm, so viel steht fest, er war hier, als es mir dreckig ging und er hat mir geholfen." Fred hob eine Augenbraue.

„Er hat dir geholfen."

„Ja."

„War es an dem einem Abend?"

„Welchen Abend meinst du?"

„Als ich … als ich dich einfach so geküsst habe?", fragte er leise, seine Hände waren in seinen Hosentaschen verschwunden und seine Augen ruhten auf Hermines Gesicht.

„Hm, an dem einen Abend, er ist noch zu mir gekommen."

„Okay, ich sehe schon, du willst mir nichts weiter darüber erzählen. Kann ich verstehen."

„So ist es nicht, Fred, aber ich kann mich ehrlich gesagt … ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht mehr daran erinnern." Hermine wusste, dass sie Fred anlog, aber es war ihr egal. Auch wenn sie es ihm als erstem erzählt hatte, Draco sollte nicht lange hinter her hinken, er sollte es auch bald erfahren. Sie wusste nicht, warum sie ihm vertraute, aber da war etwas in Draco, was sie anzog.

„Bist du sicher?", fragte Fred noch einmal, als hätte er ihre Zweifel gespürt, doch sie nickte nur.

Unschlüssig standen die beiden im Flur. Hermine war in ihren eigenen Gedanken verloren, sie fühlte sich seltsam frei, wahrscheinlich hatte die Tatsache, dass sie darüber geschrieben hatte, einen Knoten in ihrer Brust gelöst und ihr somit geholfen. Erst als ihr Blick wieder auf Fred fiel, der sich die ganze Zeit stumm gegen die Wand gelehnt hatte, fielen ihr ihre guten Manieren ein.

„Darf ich dir was zu trinken anbieten?", fragte sie leise, während sie sich umdrehte und in die Küche ging.

„Wasser, wenn du hast." Fred ließ sich auf einem der Stühle nieder, Hermine konnte seine Blicke in ihrem Rücken spüren, als sie Wasser in das Glas schüttete. Vorsichtshalber öffnete sie die Tür, die zum Garten hinausführte, in den sie für einen Augenblick versonnen hineinsah, die Erinnerungen an den einen Abend, als Draco bei ihr gewesen war, frisch im Gedächtnis verankert.


Seufzend lehnte Hermine sich zurück, kaum war die Tür hinter Fred ins Schloss gefallen. Er hatte sich dafür entschieden, nach Hause zu gehen, damit er Zeit hatte, seine Gedanken kreisen zu lassen. Sie hatten noch über die Zeit in Neuseeland gesprochen, aber nicht einmal war der Name Jack gefallen. Fred hatte darauf verzichtet, das Thema noch einmal anzuwärmen und Hermine war ihm mehr als dankbar dafür.

„Krummbein?", rief sie und ihr Kater kam langsam die Treppe hinunter stolziert, leise schnurrend und mit glänzenden Augen. „Ich gehe noch einmal zu Harry. Ich muss noch einmal mit ihm reden, wegen dem Brief und vielleicht … ach, was erzähl ich dir meine Pläne, du hütest das Haus, hast du verstanden?", fragte sie ihn lächelnd, während sie sich niederkniete und über das weiche Fell strich. Krummbein miaute zustimmend.

Hermine schwang sich ihre Tasche über die Schulter und umklammerte ihren Zauberstab mit fester Hand.


„Harry?", ihre Stimme schallte durch die leere Wohnung, doch draußen auf der großen Terrasse hörte sie, wie sich etwas regte und keine Minute später trat ein zerrüttet aussehender Harry die Küche.

„Oh, du lässt dich also auch mal hier blicken?", fragte er müde, lächelte ihr zu und lehnte sich gegen die Küchenanrichte.

„Es tut mir Leid, ich … es sind Sachen dazwischen gekommen."

„Hm, Sachen, die wichtiger sind als dein bester Freund?" Hermine erwiderte das Lächeln nur zaghaft und lehnte sich neben Harry an die Anrichte.

„Es freut mich, dass du dich entschieden hast, Kate loszuwerden."

„Ich habe mich … es war eine schön schreckliche Zeit", murmelte er, eher zu sich selber, als zu Hermine.

„Du siehst müde aus", sagte sie und hob vorsichtig eine Hand, strich Harry damit eine Strähne seines Haares aus der Stirn. Er seufzte leise und umfasste Hermines Hand dann mit seiner.

„Mag sein. Aber, wie geht es dir? Irgendetwas stimmt nicht mit dir, mir ist es schon bei unserem ersten Treffen aufgefallen, der Glanz ist aus deinen Augen verschwunden."

„Welcher Glanz?"

„Du hattest immer die pure Lebensfreude in deinen Augen, Hermine, die ist nicht mehr da." Hermine blickte zur Seite, entzog Harry ihre Hand und trat auf die Terrasse hinaus, Harry folgte ihr, trat hinter sie und legte von hinten seine Arme um ihre Hüften. „Und du weichst körperlicher Nähe aus." Hermine ließ sich gegen ihn sinken, das Gefühl der Panik tief in ihr vergraben.

„Du hast Recht."

„Warum?" Sie seufzte.

„Wollen wir nicht über dich reden? Über deine Probleme? Hast du schon einen Plan, wie du Ginny wieder gewinnen kannst."

„Hermine", er bettete sein Kinn auf ihrer Schulter, „Ich glaube nicht, dass ich mit dir im Augenblick darüber reden will, wie ich Ginny wiedergewinnen kann, du bist wichtiger."

„Nein, bin ich nicht."

„Doch bist du und du bist noch immer so schlecht im Ausweichen, wie du es früher warst. Nach einiger Zeit habe ich immer alles herausgefunden, was ich wissen wollte."

„Glaub mir, Harry, das willst du nicht wissen."

„Was will ich nicht wissen?"

„Den Grund, warum ich körperlicher Nähe ausweiche", sagte sie, entfloh aus seiner Umarmung und lehnte sich gegen die Brüstung.

„Warum sollte ich mich nicht dafür interessieren? Du bist meine beste Freundin." Hermine zuckte mit den Schultern.

„Mag sein."

„Nein, erzähl es mir, Hermine, bitte." Hermines Blick glitt über die Dächer von London. Vielleicht hatten Harrys Eltern hier gestanden und ebenfalls den Blick schweifen lassen. War sie es ihm nicht schuldig? Er war immer ihr bester Freund gewesen, sie hatte ihm immer alles erzählt und sie wusste, dass er fast immer einen klaren Kopf behalten hatte, auch wenn es ihm manchmal mehr als schwer gefallen war.

„Harry, ich denke wirklich, dass es besser ist, wenn du es nicht weißt."

„Jemand hat dir etwas angetan?", fragte er mit kühler Stimme, Hermines Antwort war ein erneutes Schulterzucken. „Man hat etwas mit dir gemacht, was du nicht wolltest. Ein Kerl hat etwas mit dir gemacht, was er nicht hätte tun sollen…", er verstummte, als ihm das Ausmaß seiner Worte bewusst wurde. Hermine drehte sich nicht um, sondern blickte weiter über die Dächer von London. „Oh mein Gott", war das Einzige, was Harry zustande brachte, als ihm die Wahrheit bewusst wurde.

„Es ist vorbei, Harry, ich … es ist vorbei", sagte Hermine leise, drehte sich um und blickte in Harrys Augen, die sie mit Entsetzen ansahen.

„Wer? Wann? Wo?"

„Es ist vorbei."

„Aber … Hermine, es …", er verstummte, fuhr sich mit einer Hand durch die Haare und kam dann langsam auf sie zu, ohne den Blick von ihrem Gesicht zu nehmen. Als er vor ihr stand, hob er eine Hand und strich ihr sanft über die Wange. Hermine sah ihn an und blickte dann zur Seite.

„Es geht mir gut, er hat, es ist egal, ich will nicht darüber reden."

„Wer weiß es noch?"

„Fred." Harry nickte.

„Darf ich … darf ich dich in den Arm nehmen?", fragte er, beinahe schüchtern, was Hermine ein Lächeln auf ihr Gesicht zauberte.

„Warum denn nicht?"

„Ich weiß nicht", nuschelte er.

„Hör zu, Harry, komm bloß nicht auf den Gedanken, mich immer zu fragen, ich sage dir Bescheid, wenn es nicht mehr geht. Es haben weiß Gott mehr Menschen nicht darauf geachtet, wie ich reagiere, wenn man mir zu nahe kommt, aber wie soll ich es ihnen verübeln, sie haben ja nichts davon gewusst." Harry umschloss sie vorsichtig mit seinen Armen und Hermine bettete ihr Gesicht an seiner Schulter. Harry war nicht so groß wie Fred, daher konnte sie seine Schulter bequem als Kissen benutzen.

„Glaub mir, er kann froh sein, dass er in Neuseeland ist, ansonsten könnte ich für nichts garantieren."

„Das dachte ich mir", sagte Hermine lächelnd und Harry drückte ihr einen leichten Kuss auf den Scheitel.

„Du kannst zu mir kommen, sobald es dir wieder schlechter geht."

„Ich bin gut damit alleine zu Recht gekommen, aber trotzdem danke für dein Angebot, es tut gut, Freunde zu haben, die für einen da sind."