A/N: Ich wünsche euch ein Frohes Neues Jahr!!
Auch im neuen Jahr bin ich fleißig am Schreiben. Und ich hoffe, es gefällt euch immer noch. In diesem gibt es zum ersten Mal einen Abschnitt, den ich fast komplett aus dem Buch übernommen habe, ich habe versucht es etwas anders zu schreiben und hab auch noch eine Person mit zu geschrieben (Skyla), die ja eigentlich nicht dabei war. Ich hoffe, euch gefällt es trotzdem.
Kapitel 20:
Nachdem alle Zimmer verteilt waren, scheuchte Mrs. Weasley ihre Kinder unten in der Schankstube zusammen.
„Also, ich hatte gedacht, dass wir zuerst die Bücher kaufen gehen. Anschließend könnt ihr dann selber losgehen und noch das kaufen, was ihr braucht. Ja, Ron, wir kaufen dir auch einen neuen Zauberstab.", fügte sie hinzu, und beantwortete damit die Frage ihres jüngsten Sohnes.
„Super!", sagte er und machte ein freudiges Gesicht.
In diesem Moment ging die Tür auf und ein junges Mädchen mit buschigen braunen Haaren und zwei Erwachsene kamen herein.
„Hermine!", rief Ron und ging auf sie zu.
„Hallo!", antwortete sie und zog ihren Koffer in den Tropfenden Kessel. Mr. Weasley und die Zwillinge liefen sofort zu ihr und nahmen ihr den Koffer ab. Zu viert schafften sie ihn hoch in Ginnys Zimmer.
„Hallo, Mrs. Weasley! Hallo Percy! Hi Ginny!", grinste sie. „Hallo Skyla."
„Schön dich zu sehen, Hermine.", sagte Mrs. Weasley und schüttelte dann Hermines Eltern die Hände. „Wir wollten gerade los.", erzählte sie. „Sie sind genau passend gekommen."
„Das ist gut. Wir müssen auch leider wieder weiter.", erwiderte Mr. Granger. „Mäuschen, wir wünschen dir viel Spaß und ein aufregendes Schuljahr!" Er umarmte seine Tochter. Auch Mrs. Granger verabschiedete sich von Hermine.
Als Skyla das gehört und gesehen hatte, kamen ihr die Tränen. Sie drehte sich zur Seite und versuchte sie zu unterdrücken. Ihr Vater hatte sie auch immer „Mäuschen" genannt. Aber es war so ganz anders als das von Mr. Granger. Es hatte einen anderen Klang. Skyla hörte, dass Mr. Granger seine Tochter liebte, aber er hatte eine viel tiefere Stimme als Mr. Green. Hermines Vater betonte das Wort auch anders. Bei ihm klang das „e" am Ende schon fast wie ein „i" und er sprach das „ch" auch anders aus. Es war nicht das gleiche und das machte sie einerseits glücklich, weil sie wusste, dass ihr Vater einmalig war, aber andererseits auch traurig, denn ihr wurde klar, dass sie es nie wieder hören würde.
Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, die sie nicht zurück halten konnte, als Mr. Weasley, Fred, Ron und George wieder herunter kamen und die Grangers das Lokal verließen. Die Zwillinge stellten sich direkt neben das Mädchen und sahen sie an. Skyla legte sofort ein breites Grinsen auf die Lippen, damit sie nicht merkten, dass sie traurig war.
Fred und George warfen ihr ein Blick zu, den sie nicht wahrnahm, der aber deutlich machte, dass sie sehr wohl gemerkt hatten, dass es Skyla nicht gut ging, doch sie wollten es jetzt nicht ansprechen, sondern erst, wenn sie unter sich waren.
„Dann mal los. Bevor der Laden überfüllt ist." Zu neunt machten sie sich auf den Weg. Mr. Weasley öffnete ihnen den Durchgang zur Winkelgasse und sie gingen zielstrebig zu „Flourish & Blotts", dem Bücherladen in der Winkelgasse.
In der Buchhandlung war eine Menge los. Viele Schüler kauften auf dem letzten Drücker ihre Bücher und somit trafen sie den ein oder anderen Bekannten, darunter zum Beispiel Oliver Wood, der Quidditchkapitän und Hüter der Gryffindormannschaft, in der Fred und George Treiber waren. Sie waren bereits seit ihrem zweiten Schuljahr in der Quidditchmannschaft ihres Hauses. Ihr großer Bruder Charlie hatte sie damals an Bord geholt und seitdem waren sie dabei.
Skyla hatte schnell ihre Bücher geholt und bezahlt. Doch die Familie Weasley brauchte sehr lange, da sie die Bücher für fünf Kinder kaufen mussten. Die Zwillinge hatten eigentlich auch sehr schnell ihre Bücher beisammen, doch sie mussten noch warten, weil die anderen länger brauchten.
„Mum, kannst du unsere Bücher nicht schon bezahlen, damit wir gehen können? Dann werden es auch weniger Leute.", flehten Fred und George ihre Mutter an.
„Nein, ich will alles zusammen bezahlen, dann ist es etwas günstiger, weil es Rabatt gibt."
„Können wir nicht dann schon gehen?"
„Auf gar keinen Fall! Ich will nicht eure Bücher die ganze Zeit mit mir herumtragen!", erwiderte Mrs. Weasley streng.
Die Augen verdrehend kamen sie wieder zu ihrer Freundin und schüttelten die Köpfe.
„Sie lässt uns nicht gehen.", meinte Fred betrübt.
Skyla seufzte. „Dann geh ich eben alleine, ich hab keine Lust mehr hier in dem stickigen und vollgestopften Laden zu warten. Ich bin bei Florean."
„Okay! Wir versuchen Mum weiterhin dazu zu überreden.", meinte George und Skyla verließ den Laden.
„Bis gleich!" Sie ging ein Stückchen die Straße hinunter und setzte sich vor Florean Fortescues Eissalon an einen Tisch, so dass sie den Eingang von der Buchhandlung im Auge hatte. Sie stellte ihre Tasche ab. Florean kam heraus und nahm ihre Bestellung auf. Dann schaute sie sich ihre Bücher an, um zu sehen, was im neuen Schuljahr auf sie zukam.
Irgendwann kam Florean zurück und brachte ihr ihren Eisbecher. Sie wusste, es war eigentlich ein bisschen zu früh dafür, aber sie konnte Eis einfach nicht widerstehen.
„Skyla?" Sie sah hoch und blickte in das Gesicht von Angelina Johnson, die in ihrem Jahrgang bei Fred und George im Haus war.
„Hallo Angelina!", sagte sie. „Auch dabei die letzten Sachen für Hogwarts zu kaufen?"
Angelina nickte und setzte sich zu ihr. „Ja, mein Vater dreht grad ein bisschen am Rad. Ich hab ihn einfach im Tropfenden Kessel abgegeben und mach das ganze alleine. Ist sicherer und weniger anstrengend." Sie lachte.
„Warum?"
„Ich kann mit meinem Vater einfach nicht einkaufen gehen. Denn entweder ist er so übermotiviert, dass er überall hinein möchte und mich ständig fragt, ob ich nicht noch dieses oder jenes brauche, oder aber er ist total schlecht drauf, dann meckert er ständig herum, wann wir denn endlich fertig wären und warum ich so viele unnütze Dinge kaufen muss. Heute ist einer der Tage, an denen er zu viel Energie hat."
„Ich verstehe. Klingt ziemlich anstrengend."
„Ist es auch. Und wie geht's dir so? Ich hab das mit deinem Vater gehört. Das tut mir echt leid."
„Danke."
„Aber sag mal, bist du ganz allein hier?"
„Nein, die Zwillinge sind noch bei 'Flourish & Blotts', ihre Bücher kaufen. Ich warte hier auf sie. Es war mir zu voll da.", antwortete Skyla.
„Kann ich dir auch etwas bringen?" Florean kam erneut heraus und Angelina bestellte eine Tasse Kaffee.
„Da kommt George.", meinte Skyla plötzlich und sah in die Richtung, aus der sie eben gekommen war. Angelina folgte ihrem Blick.
„Wie kannst du die beiden eigentlich unterscheiden?", fragte sie. „Das wollte ich immer schon mal fragen. Ich kann sie ja meistens nicht mal auseinander halten, wenn sie direkt neben mir stehen. Wie machst du das?"
„Äh ... also ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. Vielleicht liegt es daran, dass ich die beiden schon so lange kenne."
„Aber gibt es kein Merkmal, an denen man die beiden unterscheiden kann?"
„Nein. Die beiden sehen total identisch aus.", log Skyla Angelina an. Sie hatte vor Jahren versprochen, dass sie es nie jemandem verraten würde und daran hielt sie sich auch.
„Und trotzdem schaffst du es. Jetzt sag mir doch mal, welcher welcher ist." Angelina sah wieder die Straße hinunter. Dort wartete George auf seinen Bruder, der gerade aus dem Buchladen kam. Gemeinsam gingen sie die Straße hinunter und winkten den Mädchen zu.
„Fred läuft rechts und George links." Skyla beobachtete die beiden. Ja, sie war sich sicher, rechts war Fred und links George. Wenn sie jetzt so darüber nachdachte, fragte sie sich auch, warum sie die beiden auseinander halten konnte, wenn sie einige Meter entfernt waren, weil über eine solche Distanz konnte man die Muttermale nicht sehen. Aber irgendwie war die Art, wie die beiden gingen anders. Fred hatte die Tasche mit seinen Büchern über seine Schulter gelegt und hielt sie mit zwei Fingern seiner rechten Hand fest. George hingegen hielt seine Büchertasche einfach neben sich in der Hand.
Die beiden kamen näher und grinsten über beide Ohren. Selbst ihr Grinsen war identisch.
„Hallo Angelina!", sagte George und setzte sich neben sie.
„Guten Morgen schöne Frau!", kam es von Fred, der zwischen seinem Bruder und Skyla Platz nahm. Angelina lächelte verlegen.
„Hey ihr beiden! Lange nicht gesehen! Wie war es in Ägypten?", fragte das dunkelhäutige Mädchen. Florean kam wieder und George bestellte sich ein Glas Cola und Fred auch einen Eisbecher.
„Wirklich super! Wir hatten eine Menge Spaß!", erzählte George.
„Das klingt echt toll! Ihr müsst mir unbedingt alles darüber erzählen!", meinte Angelina und sah von George zu Fred.
„Gerne. Jetzt?", fragte dieser.
„Wenn ihr Zeit habt..."
„Eigentlich schon, aber ich glaub, wenn wir dir alles erzählen, dann brauchen wir mehr als einen Tag.", lachte George.
„Ach, das macht doch nix.", antwortete Angelina grinsend.
„Stimmt und in solch netter Gesellschaft ist das noch besser. Wo sollen wir anfangen?" George sah sie grinsend an.
„Am besten am Anfang.", erwiderte das dunkelhäutige Mädchen. Die Zwillinge grinsten sie an und fingen dann an zu erzählen.
Skyla saß daneben und langweilte sich etwas. Sie hatte das Ganze ja schon mal gehört und die Zwillinge redeten öfter von bestimmten Ereignissen. Irgendwann sah sie auf ihre Uhr. Es war schon halb zwölf. Sie saßen schon über drei Stunden hier.
Skyla stand auf und ging in die Eisdiele. Sie zahlte ihren Eisbecher und kam wieder an den Tisch der drei. Sie sahen Skyla fragend an.
„Wo bist du denn gewesen?", fragte Fred.
„Ich hab bezahlt." Sie packte ihre Sachen zusammen und nahm ihre Tasche.
„Wo willst du hin?"
„Ich brauch noch ein paar Sachen, und da ich eure Ägypten-Geschichten schon kenne, werd ich mir jetzt solange meine Dinge besorgen. Bis später!" Sie drehte sich weg und machten die ersten Schritte auf die Straße zu.
„Hey, Skyla! Warte!" Fred hatte seine Tasche ebenfalls gepackt und war aufgestanden. „Bezahlst du für mich mit, George? Kriegst das Geld auch gleich wieder."
„Okay, aber vergiss nicht unsere Vorräte aufzustocken.", meinte George und Angelina sah mit einem enttäuschten Blick zu Fred.
Er und Skyla machten sich auf den Weg durch die Winkelgasse. Es war das erste Mal seit ihrem klärenden Gespräch zu Beginn des ersten Schuljahres, dass Skyla und Fred alleine waren.
„Angelina war ganz schön enttäuscht, als du gegangen bist.", meinte das Mädchen und sah ihren Begleiter grinsend an.
„Was willst du mir damit sagen?"
„Och.. nichts." Skyla sah wieder nach vorne und grinste noch immer. Ob Angelina wirklich an Fred interessiert war? Sie hatte gesagt, dass sie die Zwillinge kaum auseinander halten konnte, wie konnte sie sich dann in einen von ihnen verlieben? Die beiden unterschieden sich schon in einigen Aspekten. Fred zum Beispiel war viel ... fieser war das falsche Wort, aber kecker, frecher und auch gemeiner als George, der auch leiser und ein bisschen ruhiger war als Fred. Man konnte die beiden schon unterscheiden, jedenfalls konnte Skyla das, aber sie wusste nicht, ob es noch jemand anders konnte, außer vielleicht Emily.
„Wo sollen wir denn zuerst hingehen?", unterbrach Fred sie in ihren Gedanken.
„Ähm … wie wär's mit Madam Malkin's? Ich brauch noch unbedingt ein paar neue Umhänge, meine alten sind mir zu kurz.", meinte Skyla.
„Okay." Sie gingen zu Madam Malkins Anzüge für alle Gelegenheiten und mussten erst einmal warten, denn auch hier waren einige Schüler aus Hogwarts, die neue Umhänge brauchten.
Nach einer halben Stunde hatte Skyla neue Schuluniformen und sie machten sich auf den Weg, um noch ihre Zaubertrankvorräte aufzufüllen. Fred kaufte dann noch eine ganze Ladung Feuerwerksknaller und Stinkbomben, ohne diese Sachen wollten er und George nicht nach Hogwarts gehen.
„Sag mal, was war eigentlich vorhin los mit dir?", meinte Fred, als sie vollbepackt wieder auf die Straße gingen.
„Was meinst du?", fragte sie irritiert.
„Vorhin im Kessel, als wir Hermines Koffer hochgebracht haben.", klärte er sie auf.
„Nichts, was soll gewesen sein?" Sie seufzte leise, die Zwillinge hatten also doch gemerkt, dass etwas mit ihr nicht gestimmt hat.
„Ach komm, dass kannst du deiner Eule erzählen! Ich hab doch gesehen, dass du bedrückt warst. Also was war los?"
„Nicht so wichtig. Ist schon wieder gut.", wehrte sie ab. Doch Fred ließ sich nicht abwimmeln. Er stellte sich genau vor sie, so dass sie nicht weiter gehen konnte. Dann sah er sie durchdringend an.
Das war gemein! Skyla konnte ihm einfach keinen Wunsch abschlagen, wenn er sie so ansah. Sie seufzte erneut. „Es war nur etwas, was Mr. Granger gesagt hat."
„Was hat er gesagt?"
Sie ging nach links und setzte sich vor ein Schaufenster auf eine Bank. Fred nahm neben ihr Platz und sah sie an. „Also, was hat er gesagt?"
„Er ... er hat sich von seiner Tochter verabschiedet.", sagte sie leise.
„Und?", drängt er sie weiter.
„Und?" Sie wurde ein bisschen hysterisch und richtete sich auf. „Er hat 'Mäuschen' zu ihr gesagt." Sie ließ ihre Schultern wieder hängen und versuchte ihre Tränen zurückzuhalten.
Fred legte seinen Arm um seine beste Freundin. Sie ließ sich an seine Schulter fallen.
„Du kannst nicht erwarten, dass du die einzige warst, die 'Mäuschen' genannt wurde.", erwiderte er.
„Ich weiß. Das ist es auch nicht. Mir ... mir wurde klar, dass Dad mich nie wieder so nennen wird." Ihr kamen die Tränen.
Er fühlte sich unsicher, denn er wusste nicht, was er sagen sollte. Er strich ihr sanft über das Haar. „Lass die Tränen raus. Das hilft."
Nach ein paar Minuten versiegten ihre Tränen und sie setzte sich wieder auf. Fred gab ihr ein Taschentuch und sie schnäuzte sich die Nase.
„Danke.", sagte sie und lächelte ihn leicht an.
„Kein Problem. Dafür sind doch Freunde da.", meinte er.
„Seh ich sehr verweint aus?", fragte sie ihn und blickte ihn an. Er musterte sie ausführlich und schüttelte dann den Kopf.
„Nein, deine Augen sind etwas rot, aber wenn man es nicht weiß, dann könnte man auch meinen, du hättest dir nur die Augen gerieben."
„Gehen wir weiter?" Sie stand auf. Fred lächelte und erhob sich ebenfalls. Sie nahmen ihre Taschen und gingen weiter.
Sie betraten einen Laden, in dem man Schreibutensilien kaufen konnte. Beiden sahen sich nach neuen Federn um. Skyla fand eine schöne Adlerfeder. Sie liebte Adlerfedern, mit ihnen konnte man ihrer Meinung nach am besten schreiben.
„Sieh mal, Skyla!", rief Fred plötzlich von weiter hinten im Laden. Sie ging zu ihm. Er stand vor einem Mann an einem Tisch, der etwas vorführte. Er hatte eine Feder in der Hand und schrieb auf ein Pergament. Neben ihm lag ein weiteres Pergament, auf dem die geschriebenen Sätze ebenfalls erschienen.
Fred nahm eines der Pergamente auf. Es sah anders aus als ein normales Blatt. Oben links stand „Empfänger" darunter sofort „Nachricht".
„Sie schreiben einfach mit einer Feder den Empfänger oben auf das Nuntius-Pergament und dann die Nachricht, die sie übermitteln wollen. Diese Nachricht erscheint dann sofort auf dem Pergament, des Empfängers. Das Nuntius-Pergament ist viel schneller als jede Eule und auch wesentlich sauberer.", erklärte der Mann am Tisch.
Fred und Skyla sahen sich an. Das war genau das, was sie brauchten. Damit konnten sie sich ganz unkompliziert und schnell Nachrichten zu kommen lassen ohne lange auf eine Eule zu warten.
„Was kostet ein solches Pergament?", fragte sie.
„10 Sickel."
Sofort schauten beide in ihre Taschen. Skyla hatte noch genug Geld dabei. Sie sah Fred an und der nickte.
„Brauchen wir dafür eine besondere Feder?", fragte Fred.
„Nein, schreiben könnt ihr mit jeder beliebigen Feder."
„Was müssen wir genau beim Empfänger eintragen? Und kann man Nachrichten auch an mehr als eine Person schreiben?"
„Ja, das geht, ihr müsst einfach nur alle Empfänger eintragen. Dafür reicht es aus, nur den Namen des Besitzers auf das Nuntius-Pergament einzutragen.", erklärte der Mann.
„Okay, dann hätten wir gerne vier Stück.", sagte Skyla.
„Fünf Stück.", korrigierte Fred das Mädchen. Sie sah ihn irritiert an und er formte mit seinem Mund den Namen „Lee" und Skyla nickte.
„Ja, genau, fünf Stück."
Die beiden bezahlten ihre Federn und Nuntius-Pergamente und verließen den Laden. Anschließend gingen sie wieder Richtung Florean, als Fred plötzlich stehen blieb.
„WOW!", rief er und steuerte auf ein Schaufenster zu.
„Was ist?", wollte Skyla wissen. Kurzerhand zog er sie hinter sich her und zeigte ihr, was ihn so faszinierte.
Es war ein Rennbesen. Er war im Quidditchladen ausgestellt und sah wirklich gut aus. Selbst Skyla, die von Rennbesen und Quidditch keine Ahnung hatte, fand ihn schön und elegant.
„Das ist ein Feuerblitz! Das ist der absolut beste Rennbesen, den es gibt. Nächstes Jahr bei der Weltmeisterschaft sollen einige Teams damit antreten.", schwärmte Fred.
„Der ist doch bestimmt total teuer, oder?", fragte Skyla.
„Davon kannst du ausgehen. Ich könnte ihn mir auch nie leisten, aber allein ihn ansehen reicht mir schon." Sie beobachtete, wie Freds Augen zu leuchten anfingen. Er drehte sich zu ihr und strahlte sie an. Dann fing er an, ihr die Vorzüge dieses Rennbesens zu erläutern. Skyla fand es etwas schade, dass sie sich dafür nicht so begeistern konnte, aber sie hörte ihm zu.
„Den muss ich George und Angelina zeigen!", meinte er plötzlich und nahm Skyla bei der Hand. Er ging schnell zurück zu Florean Fortescues Eissalon.
„George! Angelina! Habt ihr schon den neuen Feuerblitz gesehen?"
Die beiden schüttelten die Köpfe. „Gibt es den schon?"
„Ja, Qualität für Quidditch hat ihn im Schaufenster ausgestellt."
„Echt? Da muss ich hin!", sagte Angelina und sprang auf. Sie und George bezahlten schnell und folgten Fred, der sich wieder auf den Weg zu Qualität für Quidditch machte. Skyla lachte leise und ging den dreien hinterher.
„Ich geh schon mal in den Tropfenden Kessel und bring meine Einkäufe weg.", sagte sie zu ihnen.
„Ja, ist in Ordnung.", meinten George und Fred abwesend.
Daraufhin ging Skyla zum Wirtshaus, das den Eingang zur Winkelgasse bildete. Mr. Weasley saß in der Ausschankstube und las Zeitung. Sie brachte ihre Taschen hoch in ihr Zimmer und setzte sich dann wieder hinunter zu ihm, gerade in dem Moment kamen Ron, Hermine und Harry Potter und setzten sich an den Tisch von Mr. Weasley.
„Hallo Skyla!", sagte Harry.
„Hi Harry!"
„Harry!" Mr. Weasley blickte von seiner Zeitung hoch und legte sie dann an die Seite. „Wie geht's dir?"
„Danke, gut.", antwortete der Junge mit der Blitznarbe auf der Stirn.
„Wo hast du denn die Zwillinge gelassen?", fragte Hermine, während sich Harry und Ron mit dessen Vater unterhielten.
„Die stehen sicher noch vor diesem tollen Feuerblitz.", antwortete Skyla. „Fred musste ihn unbedingt George und Angelina zeigen, also haben sich die drei ihn angestarrt. Ich kann da nicht so viel mit anfangen, deshalb bin ich schon mal vorgegangen."
„Verständlich. Harry und Ron haben mich auch mitgeschleppt und das Ding bewundert. Es war ziemlich langweilig." Die Jüngere lachte.
In diesem Moment kamen Mrs. Weasley, Ginny, Percy und die Zwillinge in den Tropfenden Kessel und stellten ihr Gepäck ab.
„Harry, wie schön dich zu sehen." Percy kam auf Harry zu und reichte ihm eine Hand. So wie er da stand, erinnerte er Skyla an einen wichtigen Politiker. Sie musste leise lachen und als sie dann auch noch die Gesichter der Zwillinge sah, die ihr zuzwinkerten wurde es richtig schwer, nicht lauthals loszulachen.
„Ich hoffe, dir geht's gut!"
„Sehr gut, danke."
Skyla konnte sehen, wie Fred hinter seinem älteren Bruder die Hände rieb und fies grinste. Dann machte er einen Schritt nach vorne und stieß Percy beiseite.
„Harry!" Er verbeugte sich tief. „Einfach toll dich zu sehen, alter Junge."
„Großartig!" George kam zu Harry und schob seinen Bruder zur Seite. Er nahm Harrys Hand und schüttelte sie heftig. „Absolut umwerfend."
„Das reicht jetzt.", rügte Mrs. Weasley die Zwillinge.
„Mum!" Fred packte ihre Hand und tat so, als ob er sie erst gerade entdeckt hätte. „Einfach unglaublich dich zu sehen."
Skyla musste lachen, doch als sie das Gesicht seiner Mutter sah, verstummte sie. Mrs. Weasley machte einen strengen Gesichtsausdruck.
„Genug jetzt, hab ich gesagt!" Sie wirkte leicht gereizt. Dann stellte sie ihre Einkaufstüten ab und begrüßte ihrerseits Harry. „Ich nehm an, du hast die fabelhafte Neuigkeit schon erfahren?" Mrs. Weasley zeigte auf Percys Brust, auf der ein silbernes Abzeichen ruhte. „Der zweite Schulsprecher in der Familie!"
„Und der letzte.", murmelte Fred hinter ihr.
„Das bezweifle ich nicht. Mir ist nicht entgangen, dass sie euch beide nicht zu Vertrauensschüler ernannt haben."
Vertrauensschüler... das hatte Skyla total vergessen. Vor Beginn des fünften Schuljahres wurden in jedem Haus zwei Vertrauensschüler ernannt. Aber da sie keine solcher Ernennung in ihrem Hogwartsbrief gehabt hatte, hatte sie auch nicht daran gedacht. Doch scheinbar hatten die Zwillinge auch keine Ernennung bekommen. Das beruhigte sie ungemein.
„Wozu sollen wir denn Vertrauensschüler sein?", fragte George entsetzt. „Das würde uns doch jeden Spaß im Leben nehmen."
Ginny und Skyla kicherten leise. Das war typisch George und natürlich auch typisch Fred. Die beiden würden eher sterben, als sich den Spaß verderben lassen.
„Du solltest deiner Schwester ein besseres Vorbild sein!", fauchte Mrs. Weasley. Scheinbar war sie immer noch sauer auf die Zwillinge wegen der Sache von heute morgen.
„Ginny hat doch noch andere Brüder, die ihr ein Vorbild sein können, Mutter.", meinte Percy ein wenig hochmütig. „Ich geh nach oben und zieh mich zum Abendessen um ..." Er ging die Treppe hinauf.
„Als wenn ich ihn zum Vorbild nehmen würde.", meinte Ginny ganz leise, so dass nur Skyla sie hören konnte, weil sie neben ihr saß. Skyla lachte und Ginny grinste sie an.
