Nach dem Mittagessen wurden die Schüler immer aufgeregter, denn das Volleyballturnier rückte immer näher.

„Man ich kann es gar nicht mehr abwarten."
Davis wippte aufgeregt auf seinem Stuhl hin und her.

Jetzt komm mal wieder runter." T.K hielt Davis Stuhl fest und sah ihn genervt an.

„Außerdem dachte ich, dass du eher ein Fußballfan bist."

„Ja klar, ich liebe Fußball, aber wir spielen Volleyball und das am Strand, allein diese Tatsache macht es doch interessant."

„Und das hat nichts mit Mimi zu tun, die den ersten Preis übergeben wird?"
Davis wandte sich geschockt und ein wenig ertappt um und blickte auf Kari, die gerade auf die beiden Jungs zu kam.

„Natürlich hat das nichts mit Mimi zu tun, wie kommst du denn darauf?" Davis stammelte weiter etwas herum, was aber für T.K nicht verständlich war. So konzentrierte dieser sich lieber auf seine Freundin. Denn diese platzierte sich auf Schoß.

„Ihr wisst schon, dass Matt oder Tai jeden Moment hereinplatzen und euch erwischen könnten, oder?" Davis hatte wieder Fassung gewonnen und versuchte von sich abzulenken.

„Mach dir da mal keine Sorgen, ich bin eben am Esszimmer vorbeigekommen und hab gehört wie die vier heftig am diskutieren waren. Ich glaub es ging um die Sache mit dem Kuss als Preis." Kari zuckte mit den Schultern und lehnte sich mit den Rücken an Brust, dieser schlang seine Arme um sie und drückte sie fest an sich.

~~~~Flashback~~~~
Herr Ichitaka stand nach dem alles von den Tischen geräumt wurde auf und holte sich damit die Aufmerksamkeit der Neuner.

„Ihr wisst, heute Nachmittag findet das Volleyballturnier statt. Deshalb ist jetzt die beste Gelegenheit, die Mannschaften aufzustellen. Ich bin mir sicher, dass ihr schon Teams gebildet habt." Als die Schüler nickten fuhr Herr Ichitaka fort:

„Also lasst mich erst mal sehen, wer will alles daran teilnehmen?" Etwas überrascht über die Meldungen, hob er die linke Augenbraue.

„Sehe ich dass richtig, es wollen nur Jungs daran teilnehmen? Na gut. Ich habe 40 Jungs gezählt. Dann geht meine Planung ja auf. Und zwar gibt es bei diesem Turnier, wie bei jedem Turnier, gewisse Regeln:

Ein Team besteht aus max. 5 Personen, und da wir 40 Teilnehmer haben, geht das genau auf.
Jedes Spiel geht genau 15 Minuten, nur das Finale wird so lange gespielt bis ein Team mit 2 Punkten im Vorsprung liegt.
Es wird nicht in Badehosen gespielt, ihr könnt sie von mir aus da drunter tragen, aber sonst will ich ein T-Shirt sehen."

Nachdem Herr Ichitaka geendet hatte, meldete sich Shouta zu Wort.

„Und was ist der Preis für den Sieger?"

„Ein Hausaufgabenfrei- Ticket für den Biologieunterricht und ein 20€ Gutschein für die Eisdiele." Die Schülerschaft schien begeistert von der Idee, doch Shouta stimmte das nicht zufrieden.

„Mann, ist das lahm. Ich dachte es ging um etwas Aufregenderes."
Herr Ichitaka sah Shouta nachdenklich an.

„Und was genau wäre für dich denn ‚aufregend'?"
Kurz überlegte Shouta, dann aber fiel sein Blick auf Mimi, die gerade in ein Gespräch mit Sora vertieft war und die ganze Diskussion nur mit einem Ohr verfolgte, und ihm kam eine Idee.

„'Aufregend' wäre es, wenn mindestens einer, also am Besten der Kapitän des Gewinner-Teams einen Kuss von Mimi bekommen würde."
Schweigen. Mimi hörte auf zu reden und sah auf, sie hatte ihren Namen fallen gehört. Davis ballte seine Fäuste und musste sich beherrschen, nicht auszurasten. Tai schwor sich, Shouta am Abend auf eine langsame und qualvolle Art zu töten. Herr Ichitaka hingegen fasste sich, wie so oft in den letzten Tagen und Stunden an die Stirn und überlegte.

„Wenn ich dich recht verstanden habe Shouta, willst du, dass Mimi am Ende des Turniers, dem Sieger einen Kuss gibt, ja?"
Zustimmend nickte Shouta Herrn Ichitaka zu. Er hatte Bedenken, irgendetwas schien bei der ganzen Sache faul zu sein. Sein Lehrerinstinkt sagte eindeutig „Nein" zu der Forderung. Aber da die Volleyball-Turnier- Idee ursprünglich von den Schülern stammte und er als Lehrer nicht schon zu Beginn der Klassenfahrt Probleme mit den Schülern haben wollte, hoffte er, dass Mimi nicht auf die Forderung ein eingehen und somit seinen Part, des ‚Nein' Sagens übernehmen würde.

„Also Mimi, was sagen Sie dazu?"
Kurz überlegte Mimi und Tai, Matt und Sora schüttelten den Kopf, als Zeichen, dass sie ablehnen sollte. Doch Mimi ignorierte das Kopfschütteln gekonnt.

„Ich habe nichts einzuwenden. Von mir aus, bekommt der Gewinner einen Kuss." Herr Ichitaka war auf die Zustimmung nicht gefasst und atmete noch ein Mal tief ein und aus.

„Gut, dann ist es geklärt, der Kapitän, des Gewinnerteams bekommt einen Siegerkuss von Mimi."
Shouta und seine Kumpel klatschten in die Hände.

„Gut, da nun alles geklärt ist, habt ihr jetzt die Möglichkeit, euch für das Turnier vorzubereiten, wir sehen uns um Punkt 15 Uhr 30 am Strand." Mit diesen Worten stand Herr Ichitaka, bevor noch jemand weitere Fragen stellen konnte, zügig auf und machte sich auf in sein Zimmer.

~~~~Flashback Ende~~~~

„Sie diskutieren wegen dem Kuss?" Neugierig betrachtete Davis Kari und hoffte auf mehr Informationen.

„Ich denke schon, denn Tai war fast am Brüllen. So habe ich ihn selten erlebt. Bestimmt kann er es nicht ertragen, dass Mimi jemand anderen küssen wird. Einfach unnötig."
Davis dachte über die Situation nach und war sich sicher, dass er auch nicht begeistert wäre, wenn Mimi irgendeinen Trottel wie Shouta oder Ren einen Kuss aufdrücken würde.

„Jetzt mach dir da mal nicht so viele Gedanken, Davis. Du wirst schon geküsst du musst nur das Turnier gewinnen."

„Jetzt fang nicht schon wieder an. Es geht mir nicht um den Kuss."

„Nein, natürlich nicht, du willst Spaß haben bei dem Turnier, nicht wahr?"
T.K musste sich das Lachen verkneifen, doch so ganz gelang ihm das nicht.

„Jetzt sei doch nicht so. Immerhin hat Davis ernste Gefühle." Auch Kari beteiligte sich wieder an dem Gespräch, doch genau wie T.K war ein Grinsen auf ihrem Gesicht zu erkennen.

„Wisst ihr was, ich geh jetzt auf mein Zimmer, mit euch kann man nicht vernünftig reden." Mit einem leichten Rotschimmer im Gesicht sprang er auf und wäre beinahe mit Yolei zusammengestoßen, doch er ließ sich nicht beirren und verließ den Gemeinschaftsraum.

„Meine Güte, Davis ist ja über beide Ohren in Mimi verknallt." Yolei setzte sich auf Davis Platz und seufzte.

„Sollten wir ihm nicht sagen, dass er keine Chance bei Mimi hat?"

„Wieso denn? Soweit ich weiß, ist sie noch Single und was noch nicht ist, kann ja noch werden."

„Das meinst du doch nicht ernst, Kari?" Yolei schaute Kari, die bei ihrer Erklärung ziemlich ernst geblieben war, entsetzt an. Doch diese zuckte wieder einmal nur mit den Schultern.

Währenddessen bei der Diskussion:
Als sämtliche Schüler den Raum verlassen hatten, blieben nur die 4 Tutoren zurück. Alle betrachteten Mimi eindringlich.

„Was ist? Was guckt ihr so?" Fragend blickte Mimi in die Runde

„Da fragst du noch? Was sollte das eben?" Sora sah ihre beste Freundin zum Teil fassungslos an.

„Was, was soll?" Etwas irritiert erwiderte Mimi den Blick.

„Ich meine die Zustimmung zu dem Kuss. Bist du wahnsinnig?"

„Wieso denn wahnsinnig? Was ist denn bitte an dem Kuss so schlimm? Immerhin sind es noch kleine Kinder."
Tai konnte es nicht fassen Immer noch Kinder? Wie naiv kann man sein? Wenn sie wüsste.

„Das sind keine Kinder mehr Mimi, die sind fünfzehn! Wer weiß, was sie als nächstes von dir verlangen?" Sora war sich, bei dem Anblick der Jungs aus der Neun, nicht ganz sicher, ob sie wirklich noch so unschuldig waren, wie Mimi sie einschätzte.

„Jetzt bleib mal ruhig, als ob die schon solche perverse Gedanken hätten!"
Tai schlug mit der Faust auf den Tisch und Mimi schrak für einen Augenblick zusammen.

„Bist du wirklich so naiv und blöd oder tust du nur so?"

„Was soll das schon wieder heißen?"

„Sag mal merkst du eigentlich noch, dass du ein lebendes Lustspielzeug für die Neuner bist?"

„Ich glaube ich habe mich verhört. ‚Lustspielzeug' hast du sie noch alle?"

„Ja, wenn ich es dir sage. Und deshalb wirst du auf gar keinen Fall jemanden küssen." Entschieden griff Tai nach Mimis Hand und hielt sie fest. Doch nicht lange, denn Mimi riss sich los und giftete ihn an.

„DU kannst mir gar nichts verbieten. Ich kann machen was ich will. Und wenn ich diesen Siegerkuss vergeben will, dann kann mich so ein arroganter Idiot wie du mich nicht daran hindern."

Mimi funkelte ihn noch kurz an, bevor sie sich auf dem Absatz umdrehte, den Raum verließ und eine geschockte Sora, einen kopfschüttelnden Matt und einen entsetzten Tai zurückließ.