Ein
langer Weg - Die Genesung
Am
nächsten Morgen trafen zwei Heiler ein, die beide Legolas seit
seiner Geburt kannten und ihn immer bei Verwundungen versorgt hatten.
Als sie den jungen Prinzen so ausgemergelt auf der Trage liegen
sahen, konnte man ihnen ihren Schmerz ansehen. Sie begannen sogleich,
die Verbände zu erneuern und ihn selbst mit einem belebenden Sud
zu waschen. Sanft massierten sie seine Muskeln und versuchten, diese
zu lockern. Legolas stöhnte auf. Nefhithwens und Thranduils
Mienen waren froh, auch wenn dieser Laut ihnen im Herzen wehtat, so
war er doch eines der wenigen Lebenszeichen, die sie von ihm in den
letzten Tagen erhalten hatten.
Nachdem die Heiler ihr Werk beendet
hatten, entschied Thranduil, von nun an den Weg durch den Wald zur
Hauptstadt des Elbenreiches zu Fuß zu gehen. Er wollte den
Galanern und seiner neuen Tochter, als diese sah er Nefhithwen nun
an, das Reich der Waldelben zeigen und ihnen so ein wenig
Geborgenheit vermitteln. Zudem hoffte er, daß sein Sohn die
Kraft des Waldes, seiner Heimat, spürte und diese ihm half, an
Leib und Seele zu genesen. Die Pferde wurden mit mehreren Elben
voraus geschickt. Er bat Celebril mitzugehen und Elena von den
Geschehnissen zu berichten. Celebril war ein alter Freund, und
Thranduil vertraute darauf, daß dieser wußte, was er
Elena zumuten konnte.
Dann brachen sie auf. Legolas war auf eine Trage aus grünen Weiden, gepolstert mit Moos, gelegt worden und eine Decke aus grünen Farnen bedeckte ihn und gab ihm Wärme. Die notdürftig zusammengezimmerte Trage aus der Feste hatte ausgedient. Sie war in kleine Stücke zerschlagen worden und hatte bereits die Nacht zuvor als Brennholz gedient. Nefhithwen und die Galaner staunten nicht schlecht, als sie sahen, wie und womit die Elben eine stabile, leicht federnde Trage geschaffen hatten. Die Trage war an Kopf- und Fußende jeweils mit großzügigen Schlingen aus Lianen versehen, welche die Träger über ihre Schultern legen konnten und so das Gewicht des zu Tragenden von den Armen nahm. Dadurch konnten sie viel sicherer gehen, weil sie die Hände zum Abstützen frei hatten, wenn der Weg schmal oder steil wurde, und andererseits wurde die Trage dadurch immer so waagrecht wie nur irgend möglich gehalten.
Die Elben
marschierten zügig, aber dennoch in einem gemäßigten
Tempo durch Eryn Lasgalen, das Reich der Waldelben, das die Menschen
früher lange Zeit den Düsterwald genannt hatten. Nefhithwen
und die Soldaten blickten sich staunend um, denn sie hatten noch nie
einen Wald mit so hohen Bäumen und so dichtem Blätterwerk
gesehen. Nichts an diesem Wald war düster und beängstigend
und sie fragten sich, woher er diesen dunklen Namen hatte. Die
Königin und ihre Soldaten waren – gemessen an der für sie
schier unendlich langen Lebenszeit der Elben – überaus
jung. So war ihnen nicht bewußt, daß dieser wahrlich
düstere Name auf Zeiten zurückzuführen war, in denen
der Düsterwald in großen Teilen von Wesen der Dunkelheit,
wie den Riesenspinnen, beherrscht worden war. Trotz des gedrängten
Grünwerkes ließ der Wald sanft schimmernd die
Sonnenstrahlen des Tages wie goldene Bänder bis auf den
Waldboden fallen. Der ganze Wald leuchtete in tausenden, kleinen
Lichtblitzen in funkelnden Grüntönen auf, als wenn all
seine Pflanzen mit Edelsteinen besetzt wären. Immer wieder, wenn
ein Sonnenstrahl auf undurchdringliches Blattwerk fiel, schien es,
als wenn die Farben des Waldes dort für den Moment einer
Unendlichkeit besonders schillernd aufloderten. Die Luft war erfüllt
vom Summen der Insekten, dem Rascheln des Windes im Laub, dem
Zwitschern der Vögel und einer sanften Melodie, die durch die
Wipfel glitt und sie auf ihrem Weg begleitete. Je länger
Nefhithwen dieser Melodie zu folgen versuchte, um so deutlicher wurde
ihr, daß es sich um das Lied handelte, das sie Legolas schon so
oft gesungen hatte. Sie blickte Thranduil fragend an und er lächelte
sanft und gab ihrer unausgesprochenen Frage zur Antwort:
„Du
erzähltest mir, wie es dazu kam, daß dieses Lied für
euch beide eine solche Bedeutung hat. Ich sagte dir, daß
Legolas von Elena auch immer, wenn er sich nicht wohl fühlte,
ein Lied gesungen bekam."
Thranduil fuhr Nefhithwen sanft mit
seiner Hand über die Wange und sprach dann mit einer Stimme
voller Liebe weiter:
„Es ist kein Zufall, daß auch Elena
ihm dieses Lied vorsummte. Du kennst dieses Lied sicher von deinem
Vater. Als Legolas noch klein war, brachte er ihn öfters zu Bett
und sang ihm dieses Lied zum Einschlafen vor. Legolas liebte dieses
Lied immer heiß und innig und Elena hatte es von Hûniest
übernommen."
Nefhithwen wurde es ganz warm ums Herz, denn
sie erkannte, daß da sicher noch viel mehr war, was sie von
ihrem Vater übernommen hatte, das ihn mit seiner Familie und
seinem Volk verbunden hatte und sie erwiderte:
„Vater hatte
dieses Lied oft auf seinen Lippen und ich kenne die elbischen Worte,
aber ich habe nie erfahren, was sie wirklich bedeuten. Vater sagte
immer, erst wenn ich einen Menschen gefunden hätte, mit dem ich
mein Leben verbringen möchte, würde er mir den Text
offenbaren."
Sie verfiel einen Moment in Melancholie und dachte
daran, wie ihr Vater sie immer aufgezogen hatte, wenn sie versucht
hatte, ihn zu überlisten, damit er ihr den Inhalt des Liedes
verriet. Thranduil nahm ihre Hand und sprach:
„Es sind nicht nur
eine Melodie und ein paar Worte. Es ist immer wieder aufs Neue eine
Liebeserklärung an das Leben an der Seite des oder der Geliebten
mit allem, was es an Schönem birgt - mit den Kindern, den
Jahreszeiten, der Wärme, der Poesie. Es ist eine Liebeserklärung
an die schönen und glücklichen Momente mit denen, die man
liebt."
Er drückte Nefhithwens Hand ein wenig fester und
begann, den Text in seiner sonoren, sanften und satten Stimme
anzustimmen. Nefhithwen sah, daß die Elben, die sie
begleiteten, glücklich lächelten. Sie konnte erkennen, wie
sie es liebten, ihren König singen zu hören und als einige
von ihnen in einer begleitenden Melodie in den Gesang einfielen,
wurde ihr klar, wie sehr die Elben ihre Gefühle durch ihren
Gesang ausdrückten. Ihr Vater hatte häufig ein Lied auf den
Lippen gehabt und es war immer ein Ausdruck seiner Ausgeglichenheit
und seiner Freude am Leben gewesen. Sie hatte es geliebt einfach
dabeizusitzen und zu lauschen, wenn er las und dabei vor sich
hinsummte.
Nefhithwen ließ sich in die Liebe fallen, mit
der Thranduil das Lied sang. Als er es beendet hatte und nur noch die
Melodie in scheinbar endloser Wiederholung weiter durch den Wald
hallte, fragte sie leise:
„Verrätst du mir den Sinn der
Worte?" Und sie blickte ihn erwartungsvoll an.
Thranduil lachte
leise auf, schüttelte den Kopf und erwiderte dann mit einem
zärtlichen Blick auf sie:
„Nein, Tochter, das soll Legolas
machen."
Er lächelte verschmitzt, drückte sacht ihre
Hand, als er ihre Enttäuschung sah und drückte ihr einen
Kuß auf die Schläfe.
Unterwegs wurde Thranduil
gewahr, daß sein Sohn wieder fieberte. Seine Haut glühte
und war zugleich wächsern und feucht. Besorgt blickte er zu den
beiden Heilern, aber diese beruhigten ihn und Nefhithwen indem sie
erklärten:
„Seid ohne Sorge, Herr, wir haben seinen Rücken
und die Wunden dort gewaschen und die Entzündungsherde dort
behandelt, worauf Estel, wohl wegen der schweren Verletzung der
Hüften, zunächst verzichtet hatte. Das Fieber hat nun
reinigende Wirkung und zeigt uns, daß der Heilungsprozeß
begonnen hat."
Legolas
hatte den Gesang seines Vaters gehört, er spürte die
sanften Erschütterungen der Trage, spürte die Wärme
seiner Zudecke, und der Duft des Waldes, seiner Heimat, stieg ihm in
die Nase. Er versuchte, seine Augen zu öffnen, aber noch
reichten seine Kräfte hierzu nicht. Schnell waren bleierne
Schwere und Müdigkeit zurückgekehrt, die ihn immer nur
kurze Zeit losließen. Aber der Gesang seines Vaters, die
sphärischen Stimmen der Elben, die in den Gesang mit einer
eigenen Melodie einfielen, umfingen seinen Geist wohltuend. Sein Atem
wurde ruhiger, gleichmäßiger und etwas tiefer. Legolas
sank in einen erholsamen Schlaf und überließ sich ganz der
heilenden Kraft des Waldes.
Der
Trupp aus Elben und Menschen war gut vorangekommen und am Abend
wurden sie auf einer Lichtung bereits überraschend erwartet. Der
Platz war das Zentrum eines kleinen Dorfes, das durch vom Boden in
die Äste der Bäume hinein gebaute Stege und Wege erreichbar
war. In schwindelnder Höhe waren Aussichtspunkte und
feingliedrige Behausungen angelegt. Die Elben von Eryn Lasgalen
lebten nicht grundsätzlich wie die Elben Lothlóriens
ausschließlich in den Bäumen, aber sie kannten die
Schönheit dieser scheinbar schwebenden Bauweise ebenso. Sie
nutzten ihr Wissen um diese Baukunst, um in den Höhen der Bäume
Dörfer zu errichten, wo ebenerdige Gebäude die Harmonie des
Ortes stören würden. Die Waldelben waren noch mehr mit den
Bäumen verbunden als die Elben des Lichts, weshalb ihnen die
Reinheit des Waldes wichtig war.
Die Überraschung aber war
Elena, die auf der Lichtung stand und auf sie wartete. Thranduil
eilte auf seine Gemahlin zu und nahm sie sanft in seine Arme.
Zärtlich küßte sie den Mann, den sie liebte, und er
erwiderte ihren Kuß lange und fast wie ein Ertrinkender, dem
kostbares Naß geboten wurde. Thranduil löste sich nach
einiger Zeit sanft von ihr und blickte in das schöne Gesicht
seiner Königin, dann fragte er:
„Celebril kann dich nicht
getroffen haben, wenn du bereits hier bist. Du mußt
aufgebrochen sein, bevor er den Palast erreichte. Wieso bist du hier
und was wurde dir mitgeteilt?"
Elena sah Thranduil traurig an
und sprach:
„Melethron, glaubst du wirklich, daß die Kunde
über das Leid unseres Sohnes nicht in Windeseile einen jeden
Bewohner und Untertan im Düsterwald erreicht hätte? So wie
seine Verbannung, ist auch die Nachricht über deinen Aufbruch
zur Versöhnung und nun seine schwere Heimkehr bereits an alle
Ohren gedrungen. Das Volk leidet. Unsere Herzen bluten."
Sie gab
ihrem Gemahl noch einen sanften Kuß auf seine Lippen, wand sich
dann aus seiner Umarmung und ging zur Trage, auf der ihr Sohn lag.
Die Träger hatten sie vorsichtig abgesetzt und Nefhithwen war
neben ihr auf die Knie gesunken und hielt Legolas' Hand, wie schon
den ganzen Weg über. Aufschluchzend sank Elena nieder, und hielt
sich entsetzt eine Hand an die Lippen. Ihr Sohn sah so ausgezehrt und
zerbrechlich aus, und ihr Geist konnte den seinen nicht berühren.
Sanft fuhr sie mit ihrer feingliedrigen Hand über seine
eingefallenen Wangen. Dann holte die Königin tief Luft, besann
sich wieder ihres Standes, richtete sich auf, gab ihrem Sohn sanft
einen Kuß auf die Stirn und wandte sich dann an die
Träger:
„Taran wird euch führen. Es ist ein Lager für
Legolas bereitet. Danach wird er Euch weisen, wo ihr Euch erholen
könnt."
Sie winkte einem jungen Elben, der schweigend
vorging, während die Träger, seit dem Mittag zwei Soldaten
der Galaner, Legolas' Trage wieder aufnahmen und ihm folgten. Elena
griff nach der Hand der jungen Frau, die auf der anderen Seite der
Trage gesessen hatte und nun die Träger begleiten wollte.
Legolas' Mutter hielt die junge Galanerin zurück und blickte
ihr offen in das Gesicht, mild lächelnd sprach sie:
„Welch
wunderschöne Augen. Selbst die Augen deines Vaters waren nicht
so tief braun."
Elena zog Nefhithwen sanft zu sich heran und
umarmte die noch sehr scheue Geliebte ihres Sohnes herzhaft. Dann
ließ sie Nefhithwen wieder aus ihren Armen frei und
sprach:
„Willkommen, Nefhithwen, sei von Herzen gegrüßt."
Elena
lächelte die etwas unsichere Nefhithwen aufmunternd
an.
Nefhithwen war sprachlos. Sie hatte noch nie eine solch schöne Person gesehen. Ihr Vater hatte die Elben immer als das ‚Schöne Volk' bezeichnet. Er hatte auch berichtet, daß es unter den Elben von Caras Galadhon welche gab, die so schön waren, daß sie selbst für andere Elben überirdisch und nicht von dieser Welt erschienen. Aber Elena war eine Schönheit, erdgebunden, frisch und so lebendig wie das Blätterwerk des Waldes. Sie schien ein Teil dieses Waldes zu sein, gewachsen aus allen Elementen um sie herum. Ihr Haar schimmerte in den vielfältigen Farben des lichten Waldes und fiel so glänzend und füllig auf den Rücken nieder, als würden sie einem Wasserfall gleich fließen. Nur zwei kleine Zöpfchen aus den Haaren an ihrer Schläfe, die nach hinten gebunden waren, hielten die Haarpracht aus ihrem Gesicht.
Als Nefhithwen sich wieder gefangen hatte, lächelte sie scheu zurück und dankte für die Begrüßung. Sie war etwas irritiert, denn Legolas hatte überhaupt keine Ähnlichkeit mit seiner Mutter. Diese aber nahm Nefhithwen ihre Scheu, faßte sie erneut bei der Hand und zog sie einfach mit sich in die Wipfel der Bäume. Thranduil folgte ihnen lächelnd, in Gedanken den Valar für die unkomplizierte Art seiner Frau dankend, während die anderen Elben des Trupps und die Soldaten Galens von Bewohnern der Lichtung ihre Unterkünfte gewiesen bekamen.
Elena zeigte
Nefhithwen, wo Legolas untergebracht war, aber da sich bereits wieder
die Heiler um ihn kümmerten, führte sie die Geliebte ihres
Sohnes weiter zu einem Raum, in dem bereits ein Abendbrot für
mehrere Personen bereit stand. Der Raum war weit und geräumig,
in den warmen Herbsttönen des Waldes gehalten. Seine leichte
Ornamentik machte ihn edel und lud zum Verweilen ein. Es gab keine
Sitzmöbel oder eine Schlafstatt in diesem Raum, statt dessen
waren wunderschön gearbeitete Kissen, die mit den gleichen
gewebten Ornamenten der Wände versehen waren, um einen niederen
Tisch verteilt. Nefhithwen wollte protestieren und zu Legolas
zurückkehren, hatte sie ihm doch versprochen da zu sein, wenn er
seine Augen aufschlug, aber Elena war unnachgiebig, schob die junge
Frau zum Tisch und sprach dabei:
„Ich habe schon gemerkt, daß
du nicht lange von Legolas fernzuhalten sein wirst." Sie lächelte
versöhnlich und fuhr fort:
„Aber die Heiler versorgen ihn
gerade, wie du selbst gesehen hast, und du tust ihm keinen Gefallen,
wenn du irgendwann völlig entkräftet neben ihm
zusammenbrichst. Du wirst zunächst essen und wir werden ein
wenig reden. Für heute Nacht habe ich ein Lager für dich
neben Legolas richten lassen. Sei also beruhigt."
Elenas Lächeln
war so entwaffnend, daß Nefhithwen ihren Widerstand aufgab und
sich ergeben auf einem Kissen niederließ. Zu ihnen gesellten
sich nun noch Gimli, dem man zunächst seinen Raum gezeigt hatte
und Aranhathel, der nachgesehen hatte, ob die Galaner mit allem, was
sie brauchten, versorgt waren.
Elena begrüßte nun
auch Gimli und tat es in einer überschwenglichen, liebevollen
Art, daß Nefhithwen über die Schäkereien zwischen der
Königin und dem Zwerg schmunzeln mußte. Sofort lockerte
sich die Stimmung und alle langten mit gutem Hunger beim exzellenten
Mahl zu. Erst nach dem Essen bat Elena ihren Gemahl von dem
Geschehenen zu berichten. Thranduil zog seine Gemahlin zu sich und
begann zögernd, aber dann immer schneller, von ihrer Reise seit
seinem Abritt aus dem Düsterwald zu berichten. Es schien fast
so, als müßte der König sich alles vom Herzen reden
Nefhithwen durchlebte nochmals die vergangenen schrecklichen
Augenblicke und bebte, während die Elbenkönigin Tränen
in den Augen hatte. Elena hielt sich aber tapfer zurück und
sprach dann leise:
„Aragorn und Legolas. Zwei Wesen
unterschiedlicher, wie sie nicht sein könnten und doch seit sie
sich fanden verbunden, wie es noch enger nur zwischen Liebenden
möglich ist. Aragorn wird an dem Schmerz zerbrechen, wenn
Legolas' Genesung zu lange dauert. Es herrschte einen Moment
Schweigen und alle dachten an Aragorn. Schließlich war es
Gimli, der wieder das Wort ergriff und fragte:
„Ich habe Aragorn
und Legolas im Rat von Elrond in Bruchtal kurz vor dem Ringkrieg zum
erstenmal getroffen. Schon damals war die enge Verbindung zwischen
den Beiden zu spüren gewesen, aber es war immer Legolas, der in
der Nähe von Aragorn zu finden war, so deutlich im umgekehrten
Fall ist es mir bei Aragorn nie aufgefallen. Wie kam es zu dieser
Freundschaft?"
Thranduil sinnierte einen Moment, bevor er
erwiderte:
„Das ist eine sehr lange Geschichte, Gimli
Glóinssohn, und ich kann dir gar nicht alles erzählen,
weil sich vieles meiner Kenntnis entzieht."
Er blickte dabei
vielsagend auf Aranhathel. Diesem wurde bei diesem Blick seines
Königs und Freundes bewußt, wie sehr diesen wohl sein und
Clebrils Schweigen geschmerzt hatte. Sie hatten sich als Leibwächter
von Legolas für die Wahrung des Geheimnisses ihres Schützlings
gegen ihren Freund und seinen Vater entschieden. Und Aranhathel
erwiderte den Blick und sprach flüsternd:
„Verzeiht."
Es
war Elena, die nun einwarf:
„Ú-moe edaved, Sindarin: Es
gibt nichts zu verzeihen. Aranhathel! Hättet Ihr nicht
geschwiegen, würde Legolas Euch nicht so vertraut haben. Er wäre
Euch entflohen, und Ihr hättet ihn nicht vor Schaden bewahren
können. Ihr habt eine vernünftige Wahl getroffen und unser
Vertrauen in Euch machte es uns leichter, daß unser Sohn ein
Geheimnis vor uns hatte."
Thranduil drückte seiner Frau
einen sanften Kuß auf die Wange und fügte dann hinzu:
„Sie
hat recht, Aranhathel, es war gut so. Wir haben nur etwas in dieses
Geheimnis hineininterpretiert, das gar nicht da war."
Nefhithwen
und Gimli, die nicht verstanden, wovon hier gesprochen wurde, sahen
sich fragend an und Elena lachte ob dieses Blickes und knuffte ihren
Gemahl, nun endlich zu berichten. Nefhithwen sah dies und mußte
über die resolute Art der Elbenkönigin schmunzeln.
Elena
sah Nefhithwen an und sprach feixend:
„Erst durch das Geständnis
seiner Liebe zu dir ist uns bewußt geworden, was wir da in sein
Geheimnis immer hineingedichtet haben. Es schmerzte uns, daß er
sich uns nicht anvertraute. Aber warum sollte er auch, gab es da doch
nichts, was uns berühren konnte."
Gimli fiel beinahe die
Kinnlade herunter, als ihm bewußt wurde, was die Königin
da gerade über Aragorn und Legolas angedeutet hatte. Nefhithwen
hingegen kicherte über die Offenheit der Königin und hielt
sich lachend die Hand vor den Mund. Aranhathel konnte sich zwar ein
Grinsen nicht verkneifen, hielt sich aber sonst zurück. Nur der
König, der in diesem Moment von der Offenheit seiner Gemahlin
entgeistert war, rutschte verlegen auf seinem Platz herum.
Schließlich brummte er etwas Unverständliches, nahm einen
tiefen Schluck Wein und herrschte dann die Anwesenden unwirsch
an:
„Wehe euch, wenn ihr jemals Legolas von unserer Vermutung
erzählt."
Gimli konnte sich nicht mehr zurückhalten.
Er prustete ob dieser Drohung des Königs los und sein Lachen war
so ansteckend, daß für einen Moment die Sorgen um Legolas
bei allen in den Hintergrund traten, als sie in das herzhafte,
wohltuende Lachen des Zwerges einfielen. Selbst Thranduil, der
zunächst versucht hatte, Gimli durch einen strengen Blick zu
zügeln, konnte sich nicht länger bezähmen und fiel in
die Heiterkeit ein.
Nach einer Weile, sie hatten sich alle nur
mühsam wieder beruhigt, hakte aber Nefhithwen nach und griff
damit Gimlis Frage erneut auf:
„Wie kamt Ihr zu einer solchen
Mutmaßung, Herr?"
Und nun begann Thranduil davon zu
erzählen, wie sich Legolas vor gut siebzig Jahren nach einem
Streit mit ihm, Elrond und seinen Söhnen anschloß, um
gegen Orks auszuziehen, die sich in den Emyn Muil festgesetzt hatten
und immer wieder raubend und mordend, ähnlich wie heute, über
das Land Rohans zogen. Der König von Gondor hatte um Hilfe
ersucht und die Bande zwischen den Menschen von Gondor und den Elben
von Bruchtal waren durch Aragorn eng. Aragorn und Legolas standen
sich in diesem Kampf zur Seite, aber Abwehr und Vertreibung der Orks
dauerte fast vier Jahre. Nach dem Kampf trennten sich die Wege der
Kampfgefährten, Aragorn zog ins Dunland, die Elben Bruchtals
begleiteten ihn ein Stück und kehrten über das weiße
Gebirge nach Imladris zurück. Legolas wollte mit den Elben Eryn
Lasgalens den Anduin bis zu den Wasserfällen hinaufsegeln und
von dort zum Düsterwald weiterziehen. Aber sie wurden auf dem
Anduin von Korsaren überfallen und in die Sklaverei
verkauft.
Thranduil hielt in seinem Bericht inne. Er atmete
schwer und man sah ihm an, wie ihn die Erinnerungen an diese Zeit
mitnahmen. Es war Aranhathel, der weitersprach, und so seinem König
die Möglichkeit gab, sich wieder zu fangen.
„Die Korsaren
verkauften die gefangenen Elben an Sauron und was dieser mit Elben
machte, war zu jener Zeit zwar nur ein Gerücht, aber ein
schreckeneinflößendes und es war noch nie zuvor ein Elb
aus seiner Gewalt entflohen. Wir alle sahen das Erstarken des Bösen,
wollten es aber nicht wahrhaben."
Nun meldete die Elbenkönigin
sich wieder zu Wort und erzählte weiter. Sie hielt dabei
Thranduils Hand fest in der ihren und spürte sein Beben:
„Wir
erfuhren zunächst nichts davon, daß der Kampf vorbei war.
Alle Beteiligten, bis auf die wenigen Elben aus dem Düsterwald,
waren heimgekehrt, aber da sich ihre Wege bereits in den
Wiesengründen von Rohan getrennt hatten, wurde keinem bekannt,
was mit diesem Teil der Kampfgefährten geschehen war, bis es
tatsächlich Elben gelang, aus der Gefangenschaft zu fliehen.
Dies geschah ein ganzes Jahr nach dem der Kampf in Rohan geendet
hatte. Sie konnten sich bis Osgiliath flüchten und waren in
erbärmlichen Zustand. Der Truchseß Ecthelion II von Gondor
war kurz zuvor gestorben und sein Sohn Nachfolger. Denethor II hatte
zwar noch nie ein gutes Verhältnis zu den Elben, aber weil sie
um Benachrichtigung von Aragorn baten, gewährte er ihnen
Unterstützung."
Gimli fiel der Königin ins Wort
und fragte schmerzlich berührt:
„Ist das die Begebenheit,
in der Legolas schon einmal ein solches Leid durchleben mußte?"
Und
der König antwortete:
„Ja, Gimli, damals glaubte ich, ihn
bereits zum zweiten Mal verloren zu haben. Aragorn hatte Gondor gegen
die Korsaren unterstützt, deshalb wurde er benachrichtigt,
während die Elben zum Düsterwald zurückkehrten.
Nachdem, was ich durch sie erfahren hatte, brach ich mit einigen
Getreuen auf um Legolas zu befreien."
Der König dachte
einen kurzen Moment nach, dann fuhr er mit der Erzählung
fort:
„Als wir nach Osgiliath kamen, war Aragorn uns schon weit
voraus und durch seine Hinweise fanden wir rasch den Weg zu dem
Aufenthaltsort der Orks und konnten nach einem harten Kampf nicht nur
Legolas, sondern auch etliche andere Gefangene befreien. Wir
erfuhren, daß Legolas für den Fluchtversuch gesorgt hatte
und sich opferte, als die Fliehenden beinahe entdeckt wurden. Die
Befreiten berichteten auch, daß er immer für Schwächere
eingetreten war und oft dafür bitter bezahlen mußte. Sie
wußten, wohin Legolas nach dem Fluchtversuch gebracht worden
war, und das Wissen darum, daß wir ihn aus den Folterkammern
Saurons holen mußten, machte Aragorn und mich rasend und so
kämpften wir uns den Weg bis zu Legolas unbarmherzig frei. Er
hatte körperlich sehr gelitten, aber vielmehr war es seine
Seele(1), die Wunden von Saurons Versuchen trug, ihn zu einem
Dunkelelben zu machen. Wir kehrten mit Legolas heim, der sich nur
langsam erholte. Aragorn blieb die ganze Zeit über an seiner
Seite. Beide waren kaum voneinander zu trennen, bis Legolas wieder
ganz der Alte war."
Gimli wippte schon eine ganze Weile
unruhig auf seinem Platz umher, als er einfach dazwischen
fragte:
„Aber was hat das nun mit seinem Geheimnis und Eurer
falschen Annahme zu tun?"
Thranduil lachte ob dieser Ungeduld
auf und erwiderte:
„Nun, nachdem Legolas wieder genesen war,
wollte ich nicht, daß er Düsterwald gleich wieder verließ,
aber ich konnte ihn nicht halten. Zunächst verschwand er
heimlich und als ich merkte, daß ich ihn nicht zurückhalten
konnte, ließ ich ihn gehen, aber unter der Bedingung, daß
entweder Celebril oder Aranhathel an seiner Seite zu finden sein
mußten. Ich hatte ihn schon zum zweiten Mal beinahe verloren
und er war doch noch so jung."
Thranduils Stimme hatte einen um
Verständnis heischenden Ton angenommen.
Nefhithwen und Gimli
sahen sich erstaunt an und die Königin, die diesen Blick richtig
deutete warf dazwischen:
„In euren Augen ist Legolas als Elb
schon uralt, aber gebt zu, selbst ihr seht in ihm auch immer den
Jungen, einen Mann von vielleicht zweiundzwanzig Jahren. Legolas ist
soviel älter, als ihr es erfassen könnt und doch ist er im
Verhältnis zu dem Alter, das möglich ist, für uns
ebenso noch ein junger Mann, wie für euch. Für uns wird er
immer unser Kind bleiben, er ist unser einziger Sohn."
Gimli
blickte nachdenklich und erwiderte:
„Wenn ich es so recht
bedenke, hat Legolas nie mit seinem Alter hausiert und im
Zusammensein mit Aragorn wirkte es für mich immer so, als wenn
er der jüngere Bruder der Beiden wäre. Er ist soviel älter
und weiser, als wir es je erlangen können und doch berührt
mich gerade seine Jugend."
Thranduil nickte nur zu den Worten
Gimlis und fuhr fort:
„Ich erfuhr nichts von Aranhathel und
Celebril, aber Erzählungen Reisender berichteten davon, daß
ein ungewöhnliches Paar das Land durchstreifte – ein Elb und
ein Mensch. Und man erzählte sich, daß diese beiden sich
verstanden, ohne ein Wort zu sprechen, wie man das gleichwohl nur von
Verliebten kennt."
Abermals begann nun Gimli schallend zu
lachen. Er schlug sich immer wieder feixend mit der Hand auf den
Schenkel und prustete:
„Was für ein Bild! Diese
Vorstellung! Und Ihr nahmt an, Euer Sohn hätte sich in einen
Menschen verliebt, nur weil Reisende so einen Unfug
erzählten?"
Thranduil blickte Gimli böse an und
schwieg, bis sich der Zwerg wieder beruhigt hatte und erwiderte
dann:
„Ihr müßt zugeben, Ihr habt vorhin selbst
gesagt, daß Euch die Nähe der beiden aufgefallen war. Und
ich nahm das halt auch einfach hin, weil unser Sohn zum einen vorher
noch nie Interesse an einer Elbin gezeigt hatte, und zum anderen
zuvor nie ständig den Düsterwald verlassen wollte. Er
streifte selten durch das Land, erst mit Aragorn änderte sich
das. Und mir wäre es oft lieber gewesen, er wäre zuhause
geblieben. Aber ich mache Aragorn keinen Vorwurf. Ich selbst war
dumm. Hätte ich Aragorn als das, was er für Legolas war,
erkannt und angenommen, als Legolas' Freund und Bruder, ich hätte
sie nicht immer aus dem Düsterwald fortgetrieben."
Die
letzten Worte hatte Thranduil sehr heftig und mit einer großen
Portion Selbstanklage ausgesprochen, so daß Nefhithwen ihre
Hand tröstend auf die seine legte. Aber Thranduil schüttelte
den Kopf, lächelte verlegen zurück und sprach:
„Ich
danke dir, Tochter, aber ich habe damals den gleichen Fehler
begangen, wie bei deinem Vater. Ich glaubte, es müsse immer
alles nach meinem Willen gehen. Ich habe dadurch meinen Bruder
verloren und nun beinahe auch meinen Sohn. Ich danke den Valar, daß
sie mir abermals eine Chance gegeben haben und ich hoffe, es endlich
begriffen zu haben."
Elena legte ihrem Gemahl sanft ihre Arme um den Hals und küßte ihn zärtlich, um ihn zu trösten, aber auch um ihm zu zeigen, wie sehr seine Worte sie glücklich machten. Einen Moment lang herrschte nachdenkliches Schweigen in der Runde, als sich ein Heiler am Raumdurchlaß durch ein Räuspern bemerkbar machte. Alle blickten in seine Richtung und auf ein Zeichen Thranduils hin trat er näher und berichtete kurz, daß Legolas' Fieber endlich sank und seine Bewußtlosigkeit in einen tiefen, ruhigen Schlaf übergegangen war. Die Königin dankte dem Heiler und wünschte ihm eine gute Nacht. Als dieser gegangen war, erhob sich Nefhithwen und bat um Vergebung, aber sie wollte nun an die Seite Legolas' eilen und dort bei ihm versuchen, ein wenig Ruhe zu finden. Elena stand ebenfalls auf, ging zur jungen Frau und nahm sie nochmals in die Arme. Diesmal tat sie es fest und mit einer warmen Herzlichkeit, die Nefhithwen endgültig alle Scheu und Zurückhaltung nahm und sie die Umarmung von Legolas' Mutter erwidern ließ. Sie lächelte dem König noch einmal zu, wünschte allen eine gute Nacht und verschwand.
Aranhathel erhob sich ebenfalls und wollte
sich verabschieden, aber der König hielt ihn einen Moment noch
zurück:
„Du und Celebril habt all die Jahre gewußt,
was wir dachten. Ihr hättet unseren Irrtum leicht bereinigen
können, aber ihr habt aus Liebe zu unserem Sohn geschwiegen,
habt sein Geheimnis, daß gar keines war, bewahrt, bis ich
selbst erkennen konnte, was meinen Sohn und Aragorn so tief
verbindet. Ich weiß nicht ob das gut war, aber ich danke dir
und Celebril für eure Treue. Ihr wart mir immer gute Freunde und
Leibwächter, und ihr habt genauso über ihn gewacht.
Danke."
Aranhathel sah seinen König nachdenklich an und
sprach dann:
„Wir lieben Euch, wie ihn. Ihr seid Düsterwald.
Legolas ist sein Licht. Düsterwald ohne Euch und Ihr ohne ihn
ist nicht vorstellbar, aber er ist noch so jung und er weiß,
daß er nie sein Volk regieren wird. Er sucht Aufgaben, die ihm
das Gefühl geben, Sinnvolles zu tun. Aragorn, sein Schicksal und
damit das Schicksal Mittelerdes im Kampf gegen Sauron zu
unterstützen, erschien ihm als Aufgabe, für die es wert
war, Düsterwald zu verlassen und sein Leben zu riskieren. In der
Liebe zur Königin von Galen hat er nun eine neue Aufgabe, die
ihn abermals von Düsterwald fortführt. Vielleicht ist Eryn
Lasgalen nicht sein Schicksal, denn wenn Ihr zu den Grauen Anfurten
geht, werden die Elben des Düsterwaldes folgen."
Mit diesen
nachdenklichen Worten verließ Aranhathel den Raum. Er war fast
so alt wie Thranduil und kannte ihn seit seinem dreihundertsten
Lebensjahr, weshalb er sich diese eindringlichen Worte an seinen
König und Freund erlauben konnte.
Thranduil war nun sehr
still und Gimli verabschiedete sich ebenfalls leise zur Nacht. Zurück
blieben ein nachdenklicher König und seine Königin. Elena
nahm wieder Platz und zog ihren Gemahl in ihren Schoß. Sanft
streichelte sie sein Haar, während er zärtlich ihren Arm
liebkoste. Elena begann leise zu summen. Es war die Melodie jenes
Liedes, das Legolas so liebte, und behutsam wiegte sie ihren Mann in
den Schlaf. Zu viele Gedanken und Selbstvorwürfe beschwerten
sein Gemüt. Thranduil spürte die fürsorgliche Nähe
und Liebe seiner Frau, ihr Verständnis, ihre Stärke, und er
schloß ergeben seine Augen und ließ sich von ihr in die
Welt erholsamen Schlafes
entführen.
(1)Spoiler: In der Zeit von 2953 – 3018, die Anfänge um die Entwicklung des Ringkrieges im dritten Zeitalter. Die letzten Bewohner Itiliens verlassen das Land. 2957-80 Aragorn unternimmt seine großen Fahrten und dient sowohl Thengel, dem König von Rohan als auch Ecthelion II., dem Truchsess von Gondor. Er kehrt danach zum Volk der Elben zurück und besucht Lothlórien. Dort trifft er erneut auf Arwen. Er gibt ihr Barahirs Ring und das Paar verlobt sich auf dem Cerin Amroth.
Wegen verstärkt umherziehender Banden an Orks und Korsaren ruft Gondor um Hilfe. Aragorn, sowie die Elben Ithiliens, die, nachdem der Berg in Mordor wieder Feuer zu speien begonnen hatte, eine neue Heimat in Imladris gefunden hatten, eilten zur Hilfe. Ihnen schloß sich Legolas, Prinz vom Düsterwald mit einigen Kriegern nach einem Streit mit seinem Vater an. In Gondor begegneten sich Aragorn und Legolas zum ersten Mal und die tiefste Freundschaft zwischen Elben und Menschen, die Mittelerde je gesehen hatte, nahm im gemeinsamen Kampf gegen die Ausbreitung des Bösen ihren Anfang
Trotz Sieges, kehrte Legolas aus dem Kampf nicht zurück und mußte sich statt dessen der Finsternis stellen. Nur durch die Verwegenheit seines Vaters und die Freundschaft Aragorns wurde Legolas gerettet. Das Schicksal hatte die beiden ersten Glieder der Ringgemeinschaft bereits miteinander verwoben, lange bevor die Vernichtung des Ringes Saurons seinen Lauf nahm.
