Hallöle, in diesem Kapi beginnt der Seelenspiegel ... die härteren Sachen kommen jedoch erst in den nächsten vier Kapis.

Reni: deine Revs sind echt toll. Ich finds klasse wie du immer mitdenkst und überlegst +ggg+

bane: Danke für das Kompliment +lach+ ... leider wird deine Neugierde erst ab dem nächsten Kapi so wirklich befriedigt werden

Viel Spaß euch allen

GLG angeltears-and-deviljoy

20. Türen

Die drei Gryffindor schauten Tepes neugierig über die Schulter. Dieser war nochmal in seinen Räumen gewesen und hatte ein großes in schwarzes Leder gebundenes Buch mit fremdartigen Symbolen, sowie eine sehr alte Keramikschale, Kerzen und einige pflanzliche Zutaten geholt. Besonders Hermine fiel es sehr schwer ihre Fragen für sich zu behalten und ihren Lehrer während der Vorbereitung nicht zu stören.

Als Erstes setzte sich Tepes auf den Boden und schlug das Buch auf. Nachdem er die richtige Seite gefunden hatte, legte er es links vor sich auf den Boden ab. Die Keramikschale und die Zutaten kamen auf die rechte Seite von Tepes. Nun zündete er die Kerzen an und ließ sie brennend in der Luft schweben. Anfangs sah es so aus als ob die Kerzen willkürlich in der Luft hingen, aber je länger die Schüler sie betrachteten, desto mehr erkannten sie die geplante Anordnung und auch das Snape ein Teil dieses Musters war.

Schließlich hatte ihr Professor alles vorbereitet und winkte sie zu sich. Harry, Ron und Hermine setzten sich ihm gegenüber und hatten Snape mehr oder weniger den Rücken zugewandt. Tepes sah sie ernst an und begann zu erklären: „Der Seelenspiegel ist sehr alt. Dieses Buch stammt aus dem 8. Jahrhundert nach Christus und ist eines der letzten Bücher, in denen das Ritual erwähnt und beschrieben wird. Das Buch an sich ist in Latein geschrieben, aber die Zauberformel für das Ritual wird in einer anderen, längst vergessenen Sprache gesungen.

Der genaue Ursprung ist nicht überliefert, allerdings vermute ich, dass es entweder aus Afrika von den alten Schamanen oder von den australischen Traumgängern kommt. Dort wurde vor langer Zeit wilde und unbändige Magie praktiziert und deshalb ist sie auch so gefährlich. Das Ministerium versteht die wenigen alten Zauber nicht und hat sie deshalb zu schwarzen Künsten erklärt. Dieses Ritual ist, wie schon gesagt, unbekannt und aus diesem Grund kann das Ministerium nicht viel machen, wenn wir erwischt werden. Allerdings würde ich euch bitten, dieses Sache so diskret wie möglich zu behandeln und auch dem Direktor nichts zu sagen."

Hier legte Tepes eine kurze Pause ein und wartete bis die drei genickt hatten. Dann begann er die einzelnen Zutaten in der Keramikschale zu zerkleinern und miteinander zu vermischen. Er erklärte ihnen genau warum er welche Pflanze dazu gab, allerdings konnte ihm nur Hermine bis zum Schluss folgen. Schließlich war der Trank fertig und Tepes erhob sich und ging zu Snape hinüber, der immer noch mit leeren Augen vor sich hin starrte. Hier nahm ihr Lehrer ein kleines Messer aus seiner Robe und schnitt vorsichtig in Snapes rechten Arm und ließ eine kleine Menge Blut in den Trank fließen. Danach verschloss er die Wunde sorgfältig mit einem Zauber und setzte sich wieder zu den Gryffindors.

Die hatten alles mit Schrecken und Faszination beobachtet und sahen Tepes nun erwartungsvoll an. Der lächelte leicht und sagte: „Das Blut ist wichtig, damit die Magie weiß, in welchen Geist ihr reisen wollt. Ich werde nun mit dem eigentlich Ritual beginnen, aber keine Angst, ihr müsst diesen Trank nicht trinken, sondern er wird angezündet. Während ich singe, dürft ihr euch auf keinen Fall aus dem Bannkreis bewegen."

Damit stand er auf, stellte die Schale in die Mitte vor seine Schüler, nahm das Buch und trat aus dem Kerzenmuster. Mit einem leichten Schwenker seines Zauberstabs entzündete sich der Trank und sofort erfüllten merkwürdige Gerüche den Raum. Harry und seine Freunde glaubten im ersten Moment keine Luft zu bekommen, aber nach zwei Atemzügen hatten sie sich an die schweren Aromen gewöhnt. Nun begann Tepes mit einem leisen und fremden Gesang. Es klang alt und bald zeigte die Magie seine Wirkung. Außerhalb des Bannkreises verschwammen die Farben und bildeten neue Strukturen und Formen. Als der Gesang endete, hatte sich eine alte Tür hinter Tepes gebildet.

Dieser blickte aufmerksam zu seinen Schüler und meinte: „Wenn der Zauber funktioniert hat, müsstet ihr nun eine Verbindung sehen. Durch die gelangt ihr in Severus Geist. Ich warne euch aber nochmal. Ihr dürft in dieser Welt die Wirklichkeit und die Erinnerungen nicht verwechseln. Wenn das passiert, seid ihr womöglich in seiner Seele gefangen. Leider kann ich euch nicht sagen, was euch genau erwartet, da es das erste Mal ist, dass ich dieses Ritual durchführe. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ihr alle Probleme lösen werdet. Viel Glück und Erfolg."

Harry schaute nochmal zu Ron und Hermine und gemeinsam gingen die drei durch die Tür. Nachdem sie ins Schloss gefallen war, standen sie in einem langen Gang, der zu beiden Seiten wegführte. Die Mauern waren alt und ziemlich zerfallen. Fackeln hingen in alten rostigen Halterungen und der Boden war mit Schutt und kleineren Mauerteilen übersät. Auf der linken Seite erkannten sie in einiger Entfernung eine weitere Tür, der rechte Gang lief immer geradeaus und das Ende war nicht in Sicht. Also beschlossen sie erstmal nach links zu gehen.

Als sie an der Tür ankamen, stellten sie fest, dass diese noch älter war, als die Zugangstür. Zusätzlich war sie mit vielen Ketten verschlossen, allerdings war das Holz sehr rissig und an einigen Stellen konnte man hindurch sehen. Harry bekam ein seltsames Gefühl und der Wunsch diese Tür zu öffnen wurde fast übermächtig. Vorsichtig strich er über das Holz und fühlte wie es unter seinen Händen vibrierte.

Erstaunt drehte er sich zu seinen Freunden und fragte: „Spürt ihr das auch? Es ist, als ob das Holz lebendig ist." Ron und Hermine sahen sich nur verständnislos an. „Wovon redest du? Das ist ganz normales Holz.", meinte Ron. Harry schüttelte nur mit dem Kopf. Er konnte die Energie deutlich spüren und sie kam von dieser Tür. Entschlossen machte er sich an dem Ketten zu schaffen. Er musste sie einfach öffnen. Aber egal, was er auch versuchte, das Metall weigerte sich beharrlich die Tür freizugeben.

Schließlich versuchte er wider besseren Wissens einfach die Klinke herunter zu drücken  und die Tür ging einen Spalt auf. Völlig perplex starrte Harry zuerst auf den Spalt und dann zu seinen Freunden. Die beiden sahen ihn genauso verwirrt an. „Komm Harry, die Tür bekommst du jetzt eh nicht weiter auf. Vielleicht finden wir auf der anderen Seite des Ganges, etwas zum Öffnen.", schlug Hermine vor. Widerwillig ließ sich Harry mitziehen. Als sie wieder im Gang verschwunden waren, schlängelte sich eine wabernde Nebelschlange aus der Tür.

Die drei Gryffindor gingen eine Weile den Gang entlang. Wie lange sie so marschierten, konnte jedoch keiner sagen, da sämtliches Zeitgefühl abhanden gekommen war. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie schließlich einen großen Vorraum, von dem vier weitere Türen abgingen. Diese waren nicht mit Ketten gesichert und sahen auch nicht so alt und kaputt aus.
Die erste Tür war eine stabile Holztür, wie sie oft in Muggelhäusern Verwendung fand. Die zweite und vierte waren eindeutig welche aus Hogwarts, aus schwerem Holz und mit den Geheimnissen von Jahrhunderten durchtränkt. Die dritte konnte man nur als prachtvoll bezeichnen und wirkte mit seinen prunkvollen Verzierungen absolut fehl in dieser heruntergekommenen Umgebung.

Unschlüssig tauschten die drei jungen Gryffindor Blicke. Langsam gingen sie von Tür zu Tür. Als sie vor der „Muggeltür" standen, fühlten alle drei, dass Snape hinter dieser war. Sie wussten nicht warum sie sich so sicher waren, aber da alle drei das Selbe spürten, nickten sie sich nur gegenseitig zu und mit einem tiefem Atemzug drückte Harry die Klinke herunter.