„Wirst du es Greg erzählen?"

"Was?" Wilson möchte hier nichts Vages zugeben oder abstreiten.

„Wirst du Greg erzählen, dass Du etwas gesehen hast?"

"Ich bin doch nicht lebensmüde!"

„Das glaube ich dir. Aber das ist so eine Sache... Du erzählst Dinge, die Du sonst nicht erzählen würdest, wenn Du gekifft oder getrunken hast. Und Du tust Dinge, die Du sonst nicht tun würdest, wenn Du beides getan hast…" Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Wilson wird rot und greift nach seinem Weinglas. "Ich denke, ich weiß, was ich überleben kann, und was nicht. House würde mir mindestens die Zunge rausschneiden und die Finger abhacken, wenn er wüsste dass ich..." Seine Augen huschen hin und her. "Echt. Unmöglich!" Wilson wird noch roter. "Oder er würde mich mitnehmen. Er hat sowas angedeutet, als ich ihn mit dem Katheter erwischt hatte..." //ARRRRGH! Themawechsel!//

Lauren schaut ihn schockiert an. „Würdest Du das wollen?" //Er ist ganz und gar nicht so brav, wie er aussieht!//

"Ich würde gerne sicher stellen, dass House nichts passiert." Seine Ohren glühen und Wilson weiß nicht, wohin er sehen soll. Gestern Nacht... Er kann das nicht erzählen! "Das war, als er so schlimm zugerichtet war. Ich dachte, naja, ich könnte auf ihn aufpassen. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher..."

Lauren starrt Wilson mit offenem Mund an. Sie schluckt. Starrt weiter. „Du würdest mitgehen??"

Wilson schüttelt langsam den Kopf. "Ich glaube nicht, dass ich das tun sollte. Ich meine... ich habe immer noch Angst um House aber... Ich habe auch Angst um mich."

Sie starrt ihn weiter an. „Du würdest dort mitmachen wollen?"

Wilson ist so tief rot, sein Kopf müsste explodieren. Er reibt sich den Nacken. Er möchte sterben, dieses Gespräch ist... ultra-peinlich! "Ich... ich... guter Gott!" Wilson ringt um Worte.

„Ich.. hätte Dich nicht so eingeschätzt.. weil.. Du.. das abartig fandest, wie Greg mir erzählt hat."

"Ich kenn mich selbst nicht mehr!" Wilson birgt sein Gesicht in den Händen.

„Okay.. ich.. hör mal.." Lauren denkt nach.

"Wie kann ich ihn schön finden, wie er da kniete und litt? Wie... das ist nicht richtig!"

Lauren starrt ihn mit grossen Augen an. Sie kriegt ihren Mund nicht mehr zu. „Oh Gott! Du hast es so abgewertet und nun willst du.. Greg?" Sie atmet laut aus. „Du.. ich.. also…" Sie findet ihre Stimme nicht mehr!

Wilson schaut sie kläglich an.

„Das.. haut mich echt um.. Ich hatte solch eine Angst, dass Du mich ablehnst, weil Du mich für krank hältst, für das, was ich tue!"

"Ich halte House für krank, weil er das mit sich machen lässt! Das tue ich immer noch! Aber... Herrgott, wenn er's braucht?! Ich bin ja auch sein legaler Dealer. Ich... bin kein Heiliger, Lauren." Er war noch weit weniger als ‚Kein Heiliger': er war ein Dämon. ‚Steigbügelhalter' war ein nettes Wort dafür, wirklich!

Lauren möchte gegen die Wand rennen! „Oh... ich… ich... hatte so eine Angst... dass Du mich…" Sie beginnt, erleichtert zu lächeln. „Dabei.. bist Du…" Sie lacht kurz auf, fängt sich aber sogleich und sieht Wilson an.

"Ich fand es am Anfang auch mehr als schräg, dass er sich mit Jemandem trifft, den er bezahlt, das gebe ich zu." Was solls?, fragt sich Wilson. Hier lagen alle Karten offen auf dem Tisch. "Aber wenn ich ihn mit dir sehe - er ist total verknallt und so glücklich! Ich kann ihm das nicht missgönnen."

Die Frau schaut ihn an, schaut dann auf den Boden. Er fand es mehr als schräg - er wird es immer schräg finden… „Ich bin keine gute Ratgeberin.. aber ich würde es einfach mal ausprobieren."

Wilson stöhnt laut. "Das ist keine gute Idee!" Er sieht sie an, innerlich zerrissen. "House ist in meinem mehr als erbärmlichen Leben das einzig Gute und Konstante. Ich kann und will das nicht riskieren!"

„Ich - nein, ich meine.. also.. Probiere es mit jemand anderem aus. Es geht hierbei in erster Linie um Dich und das, was Dich glücklich macht oder glücklich machen kann."

Wilson schaut Lauren völlig schockierrt an. "Mit einem völlig fremden Menschen?"

„Ich... äh..." Sie stammelt vor sich hin. „Also.. ich.. sage das, weil ich dachte, Du bist dir vielleicht noch gar nicht sicher... Ich mein.. Oh Gott… Du musst doch erst wissen, wonach Du suchen kannst, verstehst Du?" Lauren lehnt sich zurück und schluckt. Kann sie mit Wilson nicht einmal ein völlig normales Gespräch führen??

"Ich weiß nicht", meint er schwach. "Man muss nicht alles tun, nur weil man es könnte, oder? Vielleicht... vergessen wir das Ganze einfach." Er möchte über etwas weniger Persönliches reden. Irgendwas. Egal. selbst über sein pubertäres Gefummele vom Vorabend würde er lieber reden als hierüber!

„Nein, das ist schlecht. Du kannst das nicht auf sich beruhen lassen. Ich... sage ja, ich bin eine schlechte Ratgeberin.. aber.. Du musst es mit irgendjemandem ausprobieren. Das ist.. wirklich wichtig."

"Man muss nur eines wirklich: Sterben. Alles andere ist freie Wahl." Er würde auch gar nicht wissen, wo er hingehen sollte, wie er das anstellen sollte. Und die Idee, sowas mit einem völlig fremden Menschen zu machen erschreckt ihn.

„Ich.. also.. wenn Du Dir sicher bist, was Du willst, dann ist das Ganze natürlich kein Thema. Aber.. ich meine.. wenn Du Dir noch nicht sicher bist und es ausprobieren willst, dann kannst Du doch einfach in ein Studio gehen. Was genau.. willst Du denn?" //Oh Mann. Ich frage den besten Freund meines Freundes, wie er es besorgt haben will, um ihn an eine Kollegin zu reichen! Wenn er mich für krank hält... hat er vollkommen recht!//

"Ich bin mir sicher, dass Du nicht hören willst, was ich zu sagen hätte." Immerhin war Lauren Houses Freundin. Die würde es nicht witzig finden zu hören, dass der beste Freund ihres Freundes ihn 'schön' fand!

„Nun.. wenn Du es mir nicht sagen willst, kann ich das verstehen. Wenn Du möchtest, kann ich Dir einfach die Adresse meines Studios geben.. oder ein paar andere, wenn Du das möchtest... Aber es wäre schon gut, wenn ich etwas genauer wüsste, was Du denn ausprobieren möchtest."

Wilson schüttelt den Kopf. Sie würde ihm die Augen auskratzen. Denn er wollte nicht irgendeinen Fremden - er wollte zusehen, wie es House erging! Wollte seine Hand auf dessen Körper legen und dessen Reaktionen spüren. "Zusehen", sagt er schließlich.

„Ah - oh…" Ihr geht ein Licht auf. „Also.. das vorhin.. wegen Greg.. Das war nicht nur ein Beispiel?"

Wilson lacht humorlos und starrt auf den Boden. Er möchte im Boden versinken.

//Oh Scheiße!// „Also.. ich.. frag einfach nicht näher nach.. aber.. kannst Du Dir nicht vorstellen, mit ihm mal darüber zu reden? Ich bin mir sicher, er wird Dir nicht den Kopf abreissen."

"Nein, so nett wird er nicht sein, glaub mir!" House würde ein Dünnschnitt-Präparat aus ihm herstellen oder eine Vivisektion vornehmen. Wahrscheinlich beides nacheinander.

„Bist.. Du Dir da sicher? Ich denke, Du solltest es ihm sagen, denn sonst ist da nicht viel zu machen."

"Wie gesagt, man muss nicht alles tun, nur weil es geht. Unsere Freundschaft ist mir zu wichtig."

„Ich… kann das verstehen. Aber ich denke, Du brauchst Dir da keine Sorgen zu machen. Überleg es Dir noch mal ganz genau. Schliesslich mag er Dich. Und wenn es sich vereinbaren lässt, dann wird der Freundschaft und Deinem Wunsch nichts im Wege stehen."

"Nein." Das ist sein letztes Wort!

Lauren schweigt und schaut ihn ausdruckslos an.

Wilson starrt auf den Boden. "Ich hab den Faden verloren... Wie sind wir hierhin gekommen? Wo war die Abzweigung?"

„Ich.. weiss es nicht mehr." //Und es interessiert mich auch nicht, ich sehe eh nur noch Dich und Greg//

Wilson sieht auf die Uhr - es ist schon erschreckend spät! "Das klingt jetzt blöde, aber ich muss so langsam mal ein Auge zumachen." Sie muss ja glauben, dass er flüchtet!

„Ja, das klingt blöde", kommt es aus ihr herausgeschossen. //Oh scheisse!// „weil... weil die Schokolade ja noch da ist…" //Super gerettet. Ich renn gegen die Wand!//

Wilson lacht erleichtert auf. "Aber die ist wirklich für DICH. Geniesse sie einfach. Und nicht zuviel, wenn du es Morgen beim Laufen mit mir aufnehmen willst."

Mit einem arroganten Blick mustert Lauren ihn von oben bis unten. „Ich bitte Dich!"

Für einen kurzen Moment hat Wilson eine kleine Ahnung davon, wie Lauren wohl in dem Studio auftritt. Holla!

"Gut. Die Wette gilt. 6:15 hier?"

„Und was kriege ich am Ende, wenn ich eine Stunde auf Dich warten muss?" Sie sieht ihn herausfordernd an und schiebt die Schokolade zu ihm.

"Übertreib's nicht!"

„Na gut. Eine halbe Stunde." Sie futtert noch ein Stückchen.

"Das wäre mir Dreihundert wert, aber da kannst Du nicht gegenhalten."

Lauren runzelt die Stirn. Wie kann man über so etwas so viel Geld verwetten?

"Wie wäre es damit: Wenn Du gewinnen solltest, koche ich eine Woche lang das Abendessen für uns und spüle ab. Gewinne ich..."

„Ist gut." Lauren stimmt zu und drückt ihm ein Stück Schokolade in den Mund. „Da ich eh gewinnen werde.. halt den Mund!"

"Ich hätte schon gerne einen Ansporn!"

„Schon wieder?" Sie steckt ihm noch ein Stück in den Mund.

"Äh...?"

„Hm?"

Wilson schüttelt den Kopf um die Irritation abzuschütteln. "Wieso schon wieder?"

„Wegen der Schokolade. Oder willst du etwas Anderes?"

"Ja!"

„Und was?"

"Mindestens fünf Nackenmassagen." Die konnte er immer gebrauchen!

„Das hätte ich doch auch so gemacht. Na gut, Pech gehabt."

"Ok. Dann bis morgen früh. Du bist Toast." Er grinst.

„Schau dich an, du gehst jetzt, weil du ohne Schlaf nicht mal schlendern kannst!" Sie grinst ihn frech an.

Wilson lacht laut. "Gute Nacht!"

"Nacht!"