Kapitel einundzwanzig: Metamorphagus
Alle beobachteten Draco sprachlos, sie konnten nicht glauben was gerade passierte. Draco fragte ununterbrochen, was den eigentlich los sei, doch niemand brachte ein Wort heraus. Schließlich rang sich Harry zu einer Antwort durch, da er Dracos wachsende Angst spüren konnte.
„Draco, es sieht so aus, als ob du ein Metamorphagus bist."
„Was? Das kann nicht sein. Man muss dazu geboren sein, ich kann nicht plötzlich zu einem werden." antwortete er schon fast panisch.
„Harry hat Recht." meinte Hermine. „Das kann ein Teil der Black Gene sein, Tonks ist ja auch mit dir verwandt."
„Ja, aber wieso tritt das erst jetzt auf?" wollte Ginny wissen.
„Ich habe gelesen, dass manche Fähigkeiten so lange schlafen können, bis man dazu bereit ist, sein wahres ich zu akzeptieren. Als Draco die Bedeutung der ersten Strophe begriffen hatte, wurden seine schlafenden Fähigkeiten geweckt." sagte Hermine.
„Glaubst du, dass jeder von uns verborgene Talente hat, und wir erst davon erfahren, wenn wir das ganz Lied entschlüsselt haben?" fragte Ron aufgeregt über die Möglichkeit, dass auch er zusätzliche Fähigkeiten haben könnte.
„Das ist sehr wahrscheinlich." meinte Harry.
„Unglaublich." rief Ron. Das erste Mal, seit sie mit dem Training begonnen hatten, freute er sich auf etwas. „Ich habe aber trotzdem eine Frage."
„Was für eine?" fragte Hermine etwas ungeduldig.
„Harry hat schon jetzt so viel Macht und Fähigkeiten, was kann er denn da noch zusätzlich bekommen?"
Alle drehten sich zu Harry.
„Wieso denkt ihr, dass ich das wüsste?" antwortete er auf ihre fragenden Blicke, während Merlin kicherte.
„Ich vermute, dass du viele Fähigkeiten hast, die selbst ich nicht besitze, oder?" fragte Emrys.
„Ich glaube schon." antwortete Harry. „Aber ich bin mir nicht sicher. Viele der Sachen, die ich beherrsche, beherrscht auch dein älteres ich."
„Das stimmt nicht, Harry." korrigierte Merlin ihn. „Es gibt einige Dinge, die vor dir noch niemand in unserer Familie tun konnte."
„Wenn du meinst." antwortete Harry ungläubig. „Wie auch immer, falls es da noch etwas gibt, dann werden wir solange warten müssen. Aber jetzt sollten wir erstmal Draco helfen, seine neuen Fähigkeiten unter Kontrolle zu halten." Harry wollte eigentlich nur von sich selbst ablenken. Er hatte schon seine eigenen Gedanken, mit denen er fertig werden musste, da brauchte er nicht noch die ganzen Fragen von den anderen.
Alle begannen, Draco Vorschläge zu machen, wie er seine neuen Fähigkeiten kontrollieren könnte. Aber je länger alle durcheinander redeten, desto frustrierte wurde Draco. Er wusste nicht, welchem Ratschlag er folgen sollte. Merlin, Emrys und Harry beobachteten und hörten zu, während die Andere einen Vorschlag nach dem anderen machten. Die Drei wollten sich nicht daran beteiligen, das Geräuschniveau noch weiter zu erhöhen. Sogar Ellen und Rhia hatten sich den anderen fünf angeschlossen und erteilten Ratschläge. Die Stimmen vermischten sich und Draco wusste schon gar nicht mehr, wer redete. Schließlich hatte er genug und schrie so laut wie er nur konnte:
„SEID RUHIG! Ich kann meine eigenen Gedanken nicht mehr hören. Ich weiß auch nicht, was ihr mir sagen wollt. Meine Ohren tun mir schon weh. Können wir das bitte der Reihe nach machen?"
Die anderen Blickten ihn bei seinem kommandierenden Tonfall überrascht an. Diejenigen, die Lucuis kannten, wurden von einem merkwürdigen Déjà vu befallen.
„Schaut," versuchte er zu erklären. Die Angst in den Augen der Anderen hatte er immer dann gesehen, wenn sein Vater anfing zu brüllen. „Tut mir leid, dass ich geschrieen habe, aber mir tun mittlerweile schon die Ohren weh." Dann schaute er hilfesuchend zu Harry, Emrys und Merlin.
„Es ist vollkommen in Ordnung, wütend zu sein. Jeder darf mal aufbrausen. Deshalb wirst du noch lange nicht wie dein Vater." beruhigte Harry ihn. Dann wendete er sich an die anderen: „Ihr habt ihm mit eurem Gerede Kopfschmerzen verursacht. Außerdem sind seine Ohren durch die Verwandlung empfindlicher als sonst."
„Woher weiß er das alles?" fragte Emrys Merlin.
„Habe ich dir nicht gesagt, dass er ein Emphat ist? Das ist eine der Fähigkeiten, die wir nie wirklich erlernt haben. Ich frage mich, ob Tuatha das auch konnte. Ich weiß nicht allzu viel über Tuathas Fähigkeiten."
„Und da behauptet er, dass er das Gleiche könnte, wie wir." schnaubte Emrys. „Kann er wirklich die Gefühle anderer spüren?"
„Ich fürchte schon. Er kann es sehr gut kontrollieren. Er spürt die Gedanken von Lebewesen, und laut dem was ich noch gehört habe, konnte er sogar etwas von Gegenständen spüren."
Emrys war erst einmal sprachlos. Er war wirklich stolz auf seinen Ur- ur- ur Enkel, aber gleichzeitig auch ein bisschen eifersüchtig.
Ellen und Rhia, die nicht an Harrys Fähigkeiten gewöhnt waren, waren einfach nur überwältigt. Sie hatten beide einen leichten Schlag bekommen, als sie Harry berührten, aber sie hatten nie gedacht, dass er so mächtig wäre. Ihnen war bekannt, dass Merlin Fähigkeiten besaß, die die von Tuatha in gewissen Bereichen überstiegen, aber dass Harry jetzt schon mächtiger als Merlin war…
„Tut mir leid. Ich wollte euch nicht ängstigen." entschuldigte sich Draco.
„Macht nichts." antworteten Neville und Ron.
„Draco, uns tut es leid, dass wir nicht auf dich gehört haben." entschuldigte sich Hermine.
Ginny ging zu Draco und küsste ihn auf die Lippen. „Tut mir auch leid."
Draco lächelte und erwiderte den Kuss.
„Fällt euch auf, dass er sein normales Aussehen wiederhat?" fragte Ginny.
„Der anfängliche Schock ist vorbei, und er ist jetzt viel ruhiger." beantwortete Harry ihre Frage.
„Danke Harry. Ich denke, dass ich es von hier aus alleine schaffe, du kannst aufhören, meine Gefühle zu überwachen."
Harry nickte.
„Mein lieber, was ist das für ein Gefühl, wenn du deine Fähigkeit nutzt?" fragte Ellen überraschend.
Harry stand inzwischen wieder bei Hermine und hatte den Arm um ihre Hüfte gelegt. Jetzt lächelte sie ihn aufmunternd an. Sie wusste, dass er nicht gerne über seine vielen Fähigkeiten sprach.
„Nun Ma'am, Ich fühle dann, was die Person oder das Objekt im Moment fühlt, wenn ich mit seiner Energie in Kontakt bin."
„Du bist unglaublich, Harry. Wie kannst du sagen, ob ein Gefühl von jemand anderem oder von dir kommt?"
„Das ist schwer zu erklären. Meine Gefühle kommen normalerweise von meinem Herzen, alles andere, was ich über die Emphatie wahrnehmen kann, natürlich nicht. Ich weiß nicht wie ich es erklären kann, ich kann es eben unterschieden."
„Könntest du dann sagen, ob Neville mich mag?" fragte Rhia.
„Rhia! Also wirklich! Wo sind deine Manieren?"
„Das ist doch eine ganz normale Frage, Mutter. Ich möchte es nur wissen."
Harry und Hermine kicherten. Ihnen gefiel Rhias Offenheit. Sie sagte immer das, was ihr durch den Kopf ging, egal was es war. Harry wurde durch sie ein bisschen an Hermine erinnert.
„Antworte ihr nicht, Harry. Ich bin mir sicher, dass du ein paar Regeln betreffend der Privatsphäre von Anderen aufgestellt hast."
„Ja, das habe ich. Ich habe ihnen versprochen, dass ich mich ohne Erlaubnis von ihren Gefühlen und Gedanken fern halte. Deshalb nutze ich es nur, um nach Gefahr zu ‚fühlen', oder wenn ich gefragt werde, so wie Draco es vorhin getan hat."
„Wie meinst du das? Ich habe nichts gehört." warf Rhia ein.
„Er musste nicht verbal fragen. Als er Harry ansah war das die Erlaubnis, so zu handeln wie er es für richtig hielt." antwortete Hermine.
Harry küsste sie auf die Stirn und ließ sie so wissen, dass sie Recht hatte.
Plötzlich fühlte Harry wieder die Einsamkeit und die Angst, die er schon in dem Traum gespürt hatte, den er sich bis heute nicht erklären konnte. Hermine spürte sein Zittern und blickte ihn fragend an.
„Es ist nichts." versicherte er ihr. „Ich denke es wird Zeit, dass wir wieder zurückkehren."
„Jetzt schon?" wimmerte Rhia. Emrys drehte sich extra um, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich sie gewesen war, denn in seiner Zeit hatte er sie nicht ein einziges Mal wimmern hören.
„Mach dir keine Sorgen, wir kommen bald wieder. Jetzt wissen wir ja, wo wir vermutlich die anderen Lösungen auch noch finden werden. Wir werden dich aber mindestens einmal in der Woche besuchen."
„Ich nehme dich beim Wort, Harry." meinte Rhia und umarmte ihn.
„Komm wieder und besuche uns bald, Harry." sagte Ellen und umarmte die Sieben nacheinander.
Alle umarmten ihre neu gewonnenen Freunde. Sogar Neville umarmte Rhia und errötete, als sie ihn auf die Wange küsste.
Merlin sagte Harry, dass er den Gedächtnisveränderungsspruch nicht anwenden musste, so dass sie sich an die Sieben erinnern würden, wenn sie Fincayra wieder besuchen würden.
Gerade rechtzeitig zum Abendessen trafen sie wieder in Hogwarts ein und beschlossen, sich nach dem Abendessen an ihrem üblichen Treffpunkt zu treffen. Alle anderen Schüler, die sie trafen, redeten über die tolle Zeit, die sie in Hogsmeade verbracht hatten. Doch die Sieben wussten es besser. Aber sie wussten auch, dass sie besonders vorsichtig sein müssten, wenn sie nach Hogsmeade gehen würden. Das war auch der eigentliche Grund gewesen, wieso Harry den Alternativvorschlag gemacht hatte. Er wollte die anderen Schüler nicht durch seine Gegenwart in Gefahr bringen.
Aber Harry hatte nie erwartete, dass sich durch den Freizeitbesuch in Fincayra ihr erstes Rätsel lösen würde. Doch noch immer wusste er nicht, wessen Gefühle ihn von Zeit zu Zeit verfolgten. Die Energie war ihm bekannt, aber leider nicht stark genug, um denjenigen zu erkennen.
Nach dem Abendessen ging er geradewegs, gefolgt von Hermine, in ihren Besprechungsraum. Die Anderen würden sich erst noch um andere Dinge kümmern, bevor sie zu Hermine und Harry stoßen würden.
„Was?" fragte Hermine.
„Nichts." Er lächelte, blickte ihr tief in die Augen und zog sie mit einem Arm um ihrer Hüfte zu sich. „Du bist wunderschön."
„Denkst du, du kannst mich mit dem Süßholzgeraspel ablenken? Spuck es aus, Potter."
„Es ist nichts… nur, das wir deinen Eltern und meinem Großvater noch nichts gesagt haben. He, das hört sich komisch an, ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals über Dumbledore sagen würde. Egal. Wir haben auch den anderen Weasleys noch nichts gesagt."
„Du fühlst dich schuldig, richtig?"
„Ja. Ich weiß, dass wir es für uns behalten wollten, bis wir Ringe haben, aber wir sollten es unserer Familie sagen, oder?"
„Das denke ich auch. Ich musste mich sehr bemühen, dass ich meinen Eltern keine Eule schicke und ihnen alles erzähle. Da ich ihnen sonst immer alles schreibe, war das besonders schwer."
„Wieso hast du nichts gesagt? Wir hätten es ihnen gleich sagen können."
„Nein, ist nicht schlimm. Ich wollte es ihnen sagen, wenn wir beide dazu bereit sind."
„Das ist einer der Gründe, wieso ich dich so liebe."
„Ahja? Und wie lauten die Anderen?" scherzte Hermine und knabberte an seiner Unterlippe.
„Hermine, wenn du mich wahnsinnig machen willst, dann machst du das recht gut. Willst du jetzt nicht lieber zu deinen Eltern teleportieren, und ihnen die Neuigkeit erzählen?"
„Ich glaube nicht, dass wir einfach so dort auftauchen können. Wieso erzählen wir es nicht erst deinem Großvater und fragen ihn um Rat, wie wir es meinen Eltern beibringen können, ohne zu viel Verwirrung zu stiften."
„Siehst du, ein weiterer Grund. Du bist so schlau." Diesmal knabberte er an ihrer Lippe. Das knabbern wurde zu einem Kuss, und dieser wiederum zu einem feurigen Zungenkuss.
„Wir sollten besser zu Großvater gehen, bevor wir weitermachen." flüsterte Harry atemlos.
Hermine nickte.
Gerade bevor sie die Tür erreichten wendete sich Harry Hermine zu. Was hältst du von einer schnellen Hochzeit?"
„Potter, du hast eine besondere Gabe, die Dinge in einem Licht zu sehen, oder? Ich möchte eine richtige Hochzeit, so wie bei den Muggeln."
„Wir könnten beides haben."
„Wie meinst du ‚beides', Harry?"
„Wir könnten einmal durch Onkel Arthur verheiratet werden."
„Harry, manchmal hast du geniale Ideen."
„Was sagst du dazu?"
„Ich würde es lieben. Aber erst erzählen wir es meinen Eltern. Ich möchte, dass sie bei beiden Hochzeiten anwesend sind."
„Ich würde doch alles für dich tun."
Sie lächelte glücklich, bevor sie wieder begannen, sich zu küssen.
Ü/N: Sodele, hier kommt das nächste Kapitel. Bei dem Lärm in der Jugendherberge (grrrrrrrrrrrrrrrr) hatte ich einfach nicht genug Stille zum Tippen (Enigma mit ein paar Mordaufträgen losschick#)
Kati: Ich beende meine Arbeit immer! Siehe Mail :-)
EmMa211: Schni schna schnell genug? eher weniger, ich weiß...
Mr. Unbekannt: dange
Snape126: Es kommen noch so einige Überraschungen
HArry und Hermine: Na, der PC zeigt schon wieder ermüdungserscheinungen... mal schauen wie lange er mit macht.
Rudi: Ist doch ganz einfach: Jeder ist mit jedem verwandt, die großcousine ist der Onkel von der Tante 3. Grades hinter der 5. Ecke des Enkels. (War froh, als der Teil fertig übersetzt war)
Berserkgorilla: Uff, was für ein nick. Tja, irgendwer wird sterben, vielleicht die 5. Ecke der Großcousine? (ja, ich weiß dass ich irre bin) Neville? NEville bleibt singel (wenn ichs noch richti weiß)
Natsucat: Bei Enigma kannst du dich selber bedanken, sie ließt die Reviews und wartet genau so sehnsüchtig darauf wie ich
HErmine Potter: "ICh kann nur immer wieder sagen" danke...
Arthus: dange
teddy172: Eyyyy, grins nicht so böse, da bekomme ich Angst
Silvertrust: Ja, die Merlins waren hart.. insbesondere, da die Authorin selber durcheinandergekommen ist, wann sie MErlin und Emrys verwenden musste...
