Vielen Dank für die lieben Reviews :) Ich habe mich seehr darüber gefreut!

Guest: Danke. Das freut mich sehr :) Das erfährst du in diesem Kapitel ;) Wer weiß, wer weiß? :D

StazBlood: Nein, wusste ich noch nicht :D Danke :) Das mit dem Gedankenlesen kommt noch. Alles zu seiner Zeit ;)

Das erfährst du in diesem Kapitel ;D Haha, ja das wäre voll cool xD

20. Eindeutige Gefühle

Severus öffnete langsam die Augen. Das bisschen Licht des nahenden Winters fiel durch sein Fenster auf den Boden neben seinem Bett. Als er die Bettdecke zurückschlug empfing ihn eisige Kälte und er bereute es sofort und deckte sich wieder bis zum Kinn zu. Für seinen Geschmack war es noch viel zu früh. Eigentlich war er ein Frühaufsteher, doch seitdem diese merkwürdigen Träume und dieses ungewollte Gedankenlesen angefangen hatte, wäre er am liebsten für immer im Bett geblieben und hätte sich die Bettdecke weit über den Kopf gezogen. Allerdings ohne einzuschlafen!

Doch heute Nacht war etwas Seltsames passiert. Eigentlich schon gestern. Severus zählte bis fünf, sprang aus dem Bett und lief mit schnellen Schritten zum Kamin, um ein Feuer zu entzünden. Zitternd zog er seine alltäglichen Roben an und setzte sich vor den Kamin. Er wusste erst nicht, was so anders gewesen war, als sonst, bis sein Blick auf sein Bett fiel.

Er hatte heute keinen Traum gehabt! Oder besser gesagt, er hatte heute (und gestern) nicht einmal den Traum von der Frau und dem Mann gehabt. Auf seiner imaginären Liste mit dem Thema „Traum" stand unter dem Punkt „Warum?", als eine Antwort: Heimsuchung eines Geistes (Amelia oder Cole). Doch diesen Punkt schloss er mittlerweile aus.

Wenn er heimgesucht werden würde, würden sich ihm die Geister oder der Geist doch zeigen? Und es kam nicht so herüber, als wenn er Cole bei einer Sache helfen sollte, denn wenn er tot war, dann war er doch auch wieder bei seiner Amelia. Oder täuschte er sich? Hatte sich Amelia wohlmöglich entschieden als Geist auf der Erde zu bleiben, während Cole für immer von uns gegangen war?

Während Severus so grübelte kam ihm das ganze nur noch seltsamer vor. Er kam zu dem Schluss, dass es sich weder um eine Heimsuchung von Cole, noch um eine Heimsuchung von Amelias Geist handeln konnte und so strich er in den Gedanken den Punkt „Heimsuchung" auf seiner imaginären Liste durch. Was blieb ihm jetzt noch? Zu viel Fantasie.

„Hmm…", machte Severus.

Den Punkt konnte er wohl streichen. Was hatte er noch? Unterbewusstsein. Severus überlegte einige Minuten hin und her und kam dann zu dem Schluss diesen Punkt fürs Erste erst einmal so stehen zu lassen. Traumdeutung. Vielleicht hatte der Traum ja eine bestimmte Bedeutung? Er überlegte und lief langsam zu seinem Bücherregal. Er suchte es verzweifelt mit den Augen ab, bis er fand, wonach er gesucht hatte. „Traumdeutung für Anfänger". Er suchte nach den Zeichen und schlug erstaunt das Buch zu. Das konnte doch nicht wirklich passieren? Er sah noch einmal nach, um auch hundertprozentig sicher zu gehen, dass das stimme, was er gerade gelesen hatte. Doch es war wahr.

Der Regen bedeutete Entspannung und innerliche Ausgeglichenheit. Die leere Straße bedeute, dass er sich auf sich selbst verlassen durfte und mit keiner Hilfe von außen rechnen kann. Seine neue Frisur wies auf eine Änderung der Lebensumstände hin und diese Frau sollte angeblich für Erfolge in Glücksbeziehungen stehen und vor bevorstehenden Schwierigkeiten warnen. Der Tod stand für das Ende eines „Lebensabschnitts", man wird mit neuen Plänen und Hoffnungen in eine neue Phase eintreten und soll dabei die frühren Erfahrungen beachten.

Das ist ziemlich viel, fand Severus. Und unglaublich einfallslos und trivial.

Ein kurzer Blick in Richtung Uhr ließ ihn in seiner Bewegung innehalten. Mist. Er hatte das Frühstück verpasst und sein nächster Unterricht begann in fünf Minuten.


„Okay, wir sehen uns dann später", sagte Ginny und lief durch das Schülergewirr in eine andere Richtung davon.

Hermine wusste, dass Ginny nicht nur sie gemeint hatte, sondern auch Harry, der neben ihr lief. Ginny und Harry waren jetzt schon seit der Schlacht um Hogwarts ein unzertrennliches Paar. Auch wenn es einem nicht sofort auffiel. Aber Hermine wusste, dass die beiden noch nicht einmal eine Tag ohne einander zu sehen überstehen könnten.

Tja…, dachte Hermine und seufzte. Das ist wahre Liebe…

„Ist etwas Hermine?", fragte Harry interessiert, während sie einigen orientierungslosen Erstklässern ausweichten.

„Ach… es ist nichts…", sagte Hermine. „Ich habe nur gerade an dich und Ginny gedacht…"

„Bist du etwa eifersüchtig auf Ginny?", fragte Harry.

„Was? Ich?!", fragte Hermine verwirrt. „Nein! Ich dachte nur… Also…"

Daran, dass ich mit dem, in den ich verliebt bin nie zusammen sein kann, beendete Hermine ihren Satz in Gedanken. Ohne es zu bemerkten war sie langsamer geworden und Harry verlangsamte jetzt auch seine Schritte, um sich weiter mit ihr unterhalten zu können.

„Bist du etwa auch verliebt?", fragte Harry aufgeregt und als Hermine nicht antwortete fügte er noch hinzu: „In wen denn?"

„Harry!", sagte Hermine und blieb abrupt stehen. „Jetzt stell dir mal vor ich wäre verliebt… zum Beispiel…"

Sie machte eine Pause und warnte Harry davor gegen eine Wand zu laufen.

„Ich wäre verliebt in Malfoy", sagte Hermine und bemerkte nicht, wie drei Gestallten hinter ihr gespannt lauschten. „Selbst dann würde es dich nichts angehen!"

Wütend wollte sich Hermine umdrehen und so schnell wie möglich in die Kerker flüchten. Sie wusste selbst nicht, wieso sie sich so in Rage geredet hatte. Hatte sie diese eine Anspielung darauf, dass sie verliebt war, die Fassung verlieren lassen? Doch bevor sie sich aus dem Staub machen konnte stieß sie gegen jemanden. Dieser jemand war dünn und blond und starrte mit einem fiesen Grinsen in ihr Gesicht.

„Ah, da ist ja meine kleine Liebhaberin", sagte er spöttisch und Crabbe und Goyle lachten.

„Ich bin nicht deine Liebhaberin, Malfoy! Ich weiß zwar nicht, was du Nachts träumst – und will es eigentlich auch gar nicht wissen – aber deine Freundin bin ich ganz sicher nicht!", sagte Hermine energisch, allerdings schien ihr gerade ein Licht aufzugehen.

„Ach, das habe ich aber gerade anders verstanden", sagte Malfoy immer noch in diesem spöttischen, herablassenden Ton. Crabbe und Goyle lachten hinter ihm zustimmend.

„W-Was hast du denn gehört?", fragte Hermine.

„Na was wohl?", fragte Malfoy. „Dass ich eine kleine Liebhaberin habe."

Schon wieder Gelächter von Malfoys Schoßhunden. Hermine schluckte.

Das war ja mal wieder klar!, dachte sie wütend. Malfoy schnappt mal wieder nur die Hälfte von einem Satz auf und versteht ihn komplett falsch!

„Ich bin nicht klein! Und deine Liebhaberin bin ich schon…", sagte Hermine wütend. Der Rest ihres Satzes ging unter, als Malfoy vorschnellte und ihr seine Lippen auf den Mund presste.

Das ganze ging so schnell, dass Hermine sich nicht wehern konnte. Sie war verwirrt und tausend Fragen schossen ihr durch den Kopf. Was ist passiert? Was tust du da gerade? Was zur Hölle ist mit Malfoy passiert? und Interessiert es Malfoy gar nicht, dass wir mitten auf dem Flur stehen und hunderte von Schülern uns wahrscheinlich gerade ansehen? Hermine war sich nicht sicher, ob sie von hundert Schülern angesehen wurden, denn sie hatte ihre Augen geschlossen. Allerdings konnte sie ihre Blicke spüren. Die Zeit in der Malfoy ihren Mund mit seinem Mund bedeckte schien kein Ende zu nehmen. Hermine hatte sich ihren ersten Kuss immer anders vorgestellt. Mit einem Jungen, in den sie verliebt war, an einem romantischen Ort, nur sie und er… Und nicht mit Draco Malfoy, in Hogwarts, mitten auf einem Gang und hunderten von Zeugen. Also, was zu viel ist, ist zu viel! Hermines Gedanken wurden wieder klarer und sie wollte Malfoy von sich stoßen, doch er war schneller.

Er löste sich von ihr und sagte noch so laut, dass es nur Hermine hören konnte: „Ich hoffe, dass dir das eine Lehre ist, Schlammblut."

Er wollte sich umdrehen und einen eleganten Abgang machen, doch Hermine war schneller und gab ihm noch einen kräftigen Schubs von hinten, so dass er über seine Beine stolperte und der Länge nach hinfiel.


Severus hatte sich nach seiner ersten Unterrichtsstunde beeilt und war noch schnell in die Küche geeilt, um sich einen Kaffee zu besorgen. Eigentlich hätte er diesen Aufwand gar nicht nötig gehabt, doch er war noch viel zu verwirrt, um klar denken zu können. In der Küche hatte er dann innerhalb von fünf Minuten seinen brennend heißen Kaffee hinuntergestürzt und sich dann zurück zu seinem nächsten Unterricht gemacht. Tränkekunde des siebten Jahres.

Mit eiligen Schritten und wehendem Umhang durchschritt er die Gänge, die sich schon sehr stark geleert hatten, da der Unterricht in weniger als zwei Minuten begann. Als er in den nächsten Gang einbog, der zu den Kerkern führte blieb er abrupt stehen. Was hatten Potter, Granger, Malofy, Crabbe und Goyle noch hier auf dem Flur zu suchen? Sie sollten doch schon längst vor seinem Klassenzimmer warten.

Wütend wollte Severus zu ihnen gehen und allen eine Menge Hauspunkte abziehen für die Frechheit einfach bewusst zu spät zu seinem Unterricht zu erscheinen, als Malfoy sich vorbeugte und Miss Granger küsste. Severus kniff verwirrt die Augen zusammen, doch als er sie wieder öffnete küsste sein Schüler Miss Granger immer noch. Mit wachsender Wut starrte er auf die beiden, oder war es ein anderes Gefühl? Beinnah hätte Severus gedacht, dass es sich um Enttäuschung und Eifersucht handeln könnte, doch er besann sich schnell. Warum sollte er auf Malfoy eifersüchtig sein? Warum sollte er Enttäuscht sein, dass Miss Granger einen anderen küsste? Severus tat ja schon so, als wären er und Miss Granger ein Paar!

Er stand immer noch untätig herum, als sich Malfoy von Miss Granger löste und ihr etwas ins Ohr flüsterte. Kurz danach gab Miss Granger ihm einen heftigen Schlag gegen die Schulter, sodass er stolperte und auf den Boden fiel. Potter, Crabbe und Goyle sahen Miss Granger erschrocken an und Severus hielt es jetzt für an der Zeit einzugreifen.

„Miss Granger, was ist denn bloß in sie gefahren?", fragte er mit seiner schneidenden Stimme.


Hermine zuckte bei diesen Worten zusammen und drehte sich um. Erstaunt blickte sie in das Gesicht ihres Tränkelehrers. Ein Schuldgefühl durchzuckte sie wie eine Flut aus Lava. Sie spürte wie sie rot im Gesicht wurde und ihre Ohren anfingen zu glühen. Verlegen blickte sie in die unergründlichen Tiefen Professor Snapes Augen. Beinnahe hätte sie wieder darin versinken können, wenn sich Malfoy nicht aufgerichtet hätte und die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte.

„Professor Snape haben sie das gesehen? Dieses Schla… Miss Granger hat mich… angegriffen!"

Malfoy sah wirklich bemitleidenswert mit seiner blutigen Nase, seinen großen blauen Augen, der zerstörten Frisur und staubigen Schuluniform aus. Wenn man sich für arrogante Slytherins interessierte.

„Mr. Malfoy, so wie ich diese… Situation beobachtet habe, hatten sie mindestens genauso viel Schuld wie Miss Granger", sagte Prof. Snape eisig.

„Aber…", setzt Malfoy an, wurde jedoch durch Snapes scharfen Blick unterbrochen.

„Mr. Malfoy, 20 Punkte Abzug für die Beleidigung einer Schülerin und das… (küssen einer Schülerin, hörte Hermine Prof. Snapes Gedanken. Allerdings überlegte sich Snape seinen Satz noch einmal anders) Küssen auf einem Flur zur Unterrichtszeit. Miss Granger, 25 Punkte Abzug für den Angriff auf einen Schüler und… (das Küssen von Malfoy, hörte Hermine seine Gedanken, doch dieses mal formulierte Prof. Snape sie nicht um) das Küssen auf einem Flur zur Unterrichtszeit… (Was fällt ihnen ein?!) von ihnen hätte ich wirklich mehr erwartet! Und jeweils 15 Punkte Abzug für Potter, Crabbe und Goyle für das bewusste Schwänzen des Unterrichts und Anstiftung zum Regelverstoß!", beendete Prof. Snape seine wütende Rede und bedachte jeden von ihnen mit einem eisigen Blick. „Dieses Mal sind sie noch einmal ohne Nachsitzen davongekommen, doch erwische ich sie wieder bei… etwas… verbotenem haben sie schneller den Rest des Jahres Nachsitzen, als sie ‚Bezoar' sagen können!"

Und damit rauschte Prof. Snape vorneweg in den Kerker und die kleine Schar folgte ihm schweigend. Hermine blickte peinlich berührt auf ihre Füße. Ihr war jetzt mehr als klar, woher diese fremden Gefühle kamen. Sie war… sie musste…

Hermine brachte es nicht übersicht das Offensichtliche zu denken. Sie wollte es nicht wahrhaben, denn es war genauso grotesk, als wenn sie Riley in Hogsmead treffen würde und es war genauso unmöglich. Bei dem Gedanken an ihre frühere beste Freundin hellte sich ihre Stimmung wieder ein wenig auf. Allerdings blieb das nicht lange, denn kurz darauf erreichten sie den Klassenraum und das Gemurmel aufgeregter Schüler schlug ihr entgegen. Sie hatte es gewusst. In spätestens zwei Stunden wusste ganz Hogwarts, was zwischen ihr und Malfoy auf dem Flur vorgefallen war.


Meinungen? Kritik? Lob? Anmerkungen?

Solange es nicht beleidigend ist, ist hier alles willkommen ;)

LG

SevMine