Hallo meine lieben Leser.
Zunächst einmal, entschuldigt bitte, dass ich mit dem Update so lange gebraucht habe. Ich hatte zum einen wahnsinnig viel um die Ohren und zum anderen hatte ich ein kleines Motivationsproblem in puncto Schreiben.
Als ich die Leserzahlen und die wenigen, aber sehr lieben Reviews gesehen habe, war mir aber klar, dass ich diese Geschichte für die Leute, denen sie gefällt zu Ende führen möchte.
An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass ich mit der Geschichte nichts verdiene und mir die Charaktere auch nicht gehören. Des Weitern möchte ich darauf hinweisen, dass es sich um eine Fanfiction handelt und ich mir, auch wenn sie realen Ereignissen nachgebildet ist, einige Freiheiten gönne, die dazu führen, dass die Geschichte historisch nicht ganz korrekt ist (beginnt eigentlich bei der Grundidee ;))
So, nun aber genug gelabert. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem nächsten Kapitel.
Anfang Februar kamen sie in das vergleichsweise ruhige Hagenau.
Durch die in Holland und im Bois Jacques erlittenen Verluste, war das Personal vom Regiment abwärts sehr knapp. Daher hatte Dick Maggie im Battallionskommando behalten, wo sie insbesondere mit den administrativen Dingen half. Maggie genoss es, viel Zeit mit Dick verbringen zu können, allerdings fehlten ihr die Jungs schon. Insbesondere machte sie sich furchtbare Sorgen um Lip, der von einer dicken Lungenentzündung gequält wurde und zu pflichtbewusst war, um dem Verlangen seines Körpers nach Ruhe nachzugeben.
Colonel Sink hatte Maggie und Dick zu verstehen gegeben, dass er ihre Beziehung tolerierte, hatte aber gleichzeitig betont, dass er absolute Professionalität von ihnen erwartete. Da in Hagenau und Umgebung viele hochrangige Offiziere unterwegs waren, hatten sie beschlossen, dass Maggie zunächst weiterhin mit den Männern untergebracht bliebe, damit niemand auf die Idee kam, Dick nutze seine Position aus. Dieser Eindruck konnte durch ihre Abbeordnung zum Battallionskommando eh schon entstehen und sie wollten ihr Glück und Col. Sinks Toleranz nicht überstrapazieren.
Am späten Nachmittag des neunten Februars war Maggie gerade auf dem Weg vom Battallionskommando zu dem Haus in dem sie und der Rest des 1. Zuges schliefen, als sich plötzlich ein Arm um ihren Hals schlang und ihr sofort die Luft wegblieb. Sie wurde immer weiter in das Gebüsch am Fluss gezogen und musste dabei feststellen, dass sie viel zu nahe am Ufer gegangen war. Aber nach dem Aufenthalt im Bois Jacques und der anschließenden Eroberung von Foy, Rachamps und Noville war Maggie am Ende ihrer Kräfte. Alle hatten gehofft, sie würden von der Front abgezogen, aber nein, die Easy musste auch noch an der nächsten Offensive teilnehmen…
Maggie versuchte sich gegen ihren Angreifer zu wehren, erreichte mit ihren Bemühungen jedoch nicht viel, da ihr Angreifer mindestens eineinhalb Köpfe größer war als sie. Zudem merkte sie, wie ihr aufgrund des Sauerstoffentzugs das Bewusstsein schwand.
„Wenn du still hältst, lasse ich etwas lockerer" flüsterte ihr der Angreifer auf Deutsch ins Ohr. Maggie stellte die Gegenwehr fürs Erste ein und deutete soweit es ihr möglich war, ein Nicken an und bekam endlich wieder Luft. Nach einigen Sekunden wurde ihre Sicht wieder klar und sie überlegte, was sie tun könnte, als sie an einem Bot, das mit zwei SS-Soldaten bepackt war, ankamen. Maggie war klar, dass sie gegen die drei bewaffneten Männer keine Chance hatte, da sie lediglich ihre Pistole bei sich trug. Schreien würde ihr auch nicht nützen, da sie aufgrund des ständigen Beschusses, dem die Stadt Hagenau ausgesetzt war sowieso keiner hören würde.
Einer der anderen Männer nahm ihre Beine und zog sie in das Bot.
Er schien deutlich verwegener und gefährlicher als die anderen beiden. Zum einen war er älter, Maggie schätzte ihn auf Mitte Dreißig, und zum anderen zierte eine unschöne Narbe seine linke Gesichtshälfte. Er grinste Maggie anzüglich an und zog sie quasi in seinen Schoß. Der erste Gedanke, der Maggie durch den Kopf schoss war ‚nicht schon wieder'. Allerdings bezweifelte Maggie, dass Dick oder Ron ihr wieder zur Hilfe eilen würden. Ron dachte höchstwahrscheinlich, Maggie sei noch bei Dick im Battallionskommando und Dick dachte wohl, Maggie sei wohlbehalten bei ihrem Zug angekommen und würde sie bis zum Schlussbriefing nicht vermissen.
Während sie das dachte, flüsterte der schmierige Typ ihr ins Ohr: "Wenn du dich benimmst und dich kooperativ zeigst, überlebst du diese Nacht vielleicht."
Am anderen Ufer angekommen, luden die Männer sie aus und brachten sie in ein nahegelegenes Haus. Sie führten Maggie an einer Schar Männer, wohl eine Kompanie stark, vorbei ins Obergeschoss. Dort banden sie Maggie an einen Stuhl und begannen sie zu verhören. Als Maggie ihnen nicht antwortete, schlug der Anführer sie mitten ins Gesicht und zwar so heftig, dass Maggies Kopf zur Seite flog.
„Schätzchen, du machst besser deinen hübschen Mund auf, sonst werden deine amerikanischen Kumpels dich morgen nicht wieder erkennen!"
„Ich weiß aber nichts!" erwiderte Maggie und erstaunte die anwesenden Männer mit ihren Deutschkenntnissen. Allerdings hatte sie nicht bedacht, dass sie ihre Situation damit nur verschlimmerte…
„Auch noch eine Deutsche! Du miese Schlampe verrätst dein Vaterland und den Führer, nur um dich von ein paar amerikanischen Schlappschwänzen durchnehmen zu lassen?!"
„Nein, um so Arschlöchern wie dir gewaltig in die Eier zu treten!"
Kaum hatte Maggie diesen Satz vollendet, wurde ihr klar, dass sie sich saudämlich verhallten hatte. Sie hätte es besser wissen müssen und so viel Distanz wie möglich wahren müssen. Nun bekam sie die Quittung in Form einer Ohrfeige, die sie mitsamt des Stuhles, an den sie gebunden war, umschmiss. Anschließend traten die Männer ihr heftig in den Unterleib und in die Rippen, sodass Maggie für einen kurzen Moment ohnmächtig wurde.
Als sie wieder einigermaßen bei Bewusstsein war, fiel ihr ein, dass Dick an diesem Morgen etwas von einem Spezialauftrag für die Easy erzählt hatte, bei dem Gefangene genommen werden sollten. Diese Mission war für die Nacht um ein Uhr angedacht. Maggie betete, dass sie der Folter so lange stand halten würde und die Jungs sie retten würden.
Nachdem einer der Männer sie mit seinem schweren Stiefel am Kopf traf, umgab Maggie tiefes Schwarz, aus dem sie die nächste Stunde nicht mehr aufwachen sollte…
An diesem Abend arbeitet Dick lange, um den nächtlichen Auftrag so sicher über die Bühne bringen zu können. Sein Problem war insbesondere, dass er nicht wusste, wem er die Leitung dieser Mission anvertrauen sollte. Lip fiel aus, da er sich immer noch mit seiner Lungenentzündung quälte. Maggie hatte ihm gerade am Abend zuvor erzählt, dass sie sich große Sorgen um Malarkey machte. Also fiel auch dieser aus. Blieben von den Toccoa-Männern noch Bull und Martin. Bull hatte in den letzten Tagen ebenfalls gesundheitliche Probleme gezeigt, sodass das Los an Martin ging. Dick hatte vollstes Vertrauen in seinen Sergeant; die Auswahl der restlichen Patrouillen-Mitglieder würde er Ron überlassen. Dick würde Maggie gerne von dem Auftrag fern halten, konnte es sich allerdings auch nicht leisten, Lieblinge zu zeigen (natürlich nur in Bezug auf den Job). Und Maggie war eine der drei Deutschsprachigen in der Kompanie. Er hoffte einfach, dass Ron sie von alleine außen vor lassen würde.
Als Dick gerade erneut die Karte des Flussgebietes studierte, kam Lew herein. Seit dem Drama mit Operation Variesity trank Lew noch mehr als zuvor und Dick machte sich ernste Sorgen um seinen besten Freund. Da er Maggie beim ersten Zug in guten Händen wusste, entschloss er sich, die restliche Arbeit liegen zu lassen und den restlichen Abend bis zum Beginn der Mission mit Lew zu verbringen. Vielleicht konnte der sich mal seinen Kummer von der Seele reden.
Lip, der auf „seiner" Couch im CP saß/lag schaute auf die Uhr und wunderte sich, dass Maggie um halb 10 noch nicht vom Battallion zurückgekehrt war. Normalerweise müsste sie um diese Zeit längst zurück sein. Lip bekam ein flaues Gefühl im Bauch und machte sich allmählich wirklich Sorgen. Als Luz des Weges kam, fragte er diesen, ob er Maggie vielleicht gesehen habe. „Nee, nicht seit heute Morgen. Vielleicht haben sie und der werte Captain Winters ihre Pläne, sich so professionell wie möglich zu verhalten, so lange die ganzen hohen Tiere anwesend sind, über Bord geschmissen und sie ist im HQ geblieben…"
Lip zweifelte stark an dieser Lösung, konnte die Möglichkeit aber auch nicht ganz leugnen.
„…oder Dick und Maggie brüten gerade einen Plan aus, wie sie verhindern können, dass diese Operation heute Nacht noch mehr gute Leute umbringt…"
Diese Erklärung erschien Lip deutlich wahrscheinlicher und das flaue Gefühl in seiner Magengegend ließ nach.
„Ja, das wird's sein."
Ehe Luz noch was sagen konnte, kam Speirs durch die Tür und verpasste Lip einen Anschiss, weil er mal wieder nicht das Bett hütete. Lip kuschte und schleppte sich in das Zimmer, das er mit Easy's neuem CO teilte. Dieser hatte ihm sogar mit der simplen Erklärung, er sei krank, das einzige Bett im Raum überlassen. In dem Moment in dem sein Rücken die Matratze berührte, war Lip seinem CO dafür unendlich dankbar…
Gegen halb 12 gingen Lew und Dick zum CP, um zu sehen wie die Vorbereitung der Patrouille lief.
Ron hatte am Nachmittag noch mit der Wahl des Übersetzers gezögert, da Liebgott seit Bastogne permanent am Rande des Ausflippens war und somit vielleicht nicht die beste Wahl darstellte… Webster war gerade erst an die Front zurückgekehrt und stand noch auf Kriegsfuss mit seinen Kameraden… Demnach war Maggie wohl die beste Wahl. Gerade als Ron diese Schlussfolgerung verkünden wollte, fiel ihm auf, dass er sie den ganzen Tag noch nicht gesehen hatte.
„Sir, falls sie Fox beim Battallion entbehren können, nähm ich sie gerne als Übersetzer mit."
„Sicher… Aber wo ist Maggie?"
„Ich habe sie seit heute Morgen nicht mehr gesehen, Sir."
Die Männer murmelten zustimmend und Dick schwand alle Farbe aus dem Gesicht. Er selbst hatte Maggie zuletzt kurz nach Einbruch der Dunkelheit gesehen. Sofort machte er sich wahnsinnige Vorwürfe. ‚Ich hätte es ahnen müssen, dass wir vielleicht nicht die einzigen sind, die auf die Idee kommen, Gefangene zu nehmen. Ich hätte sie begleiten sollen…' Seine Knie wurden schwach und er hatte das dringende Bedürfnis sich zu übergeben. Er würde es sich nie verzeihen, wenn Maggie etwas zugestoßen war…
Seine Stimme war jedoch erstaunlich sicher als er die Männer fragte, wann sie Maggie zuletzt gesehen hatten. Niemand hatte sie seit dem Frühstück gesehen. Dick suchte sofort nach Lip, denn dieser wüsste am ehesten etwas. Dick wurde allerdings bitter enttäuscht als auch Lip ihm sagte, dass er Maggie seit dem Morgen nicht mehr gesehen hatte.
„Sir, ich habe mir eben schon ein wenig Sorgen um sie gemacht, weil sie nicht zurückkam. Aber ich habe gedacht, dass Sie beide vielleicht noch arbeiten und…" Lip wurde von einem fiesen Hustenanfall durchgeschüttelt, der ihm die Tränen in die Augen trieb. Nach einigen Minuten fuhr er fort: „…als Cpt. Speirs von der Mission sprach, machte das Ganze auch Sinn…"
Dicks erster Impuls war es, Lip die Hölle dafür heiß zu machen, dass er ihm nicht Bescheid gegeben hatte. Dann allerdings fiel ihm auf, dass er selbst sich kein Stück besser verhalten hatte. Er war einfach davon ausgegangen, dass Maggie sicher bei den Männern ankommen würde…
Vielen Dank fürs Lesen.
Ich hoffe, dass das nächste Kapitel nicht so lange auf sich warten lässt. Jedenfalls ist es schon in Arbeit ;)
