Sooooo nach wirklich, wirklich langer Zeit wieder ein Chapter. Aber wie ich schon bei Coyot Ugly erklärt habe, wenn man mal eine Zeit lang nicht schreibt, denkt man nicht mehr daran, wenn es so unendlich viele andere Dinge zu tun gibt. Aber ich möchte mich entschuldigen dafür und kann euch garantieren dass bald das nächste kommt! (Hab in zwei Wochen einen Monat lang Semesterferien J ) Ich hoffe dass ihr die Länge des Kapitels als einen Teil der Entschuldigung seht! Ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen!
"Wow du hast das ja richtig gut aufgefasst"
"Abwarten Schatz"
Und ich möchte euch auch gleich mal erzählen wie die nächste Zeit für mich verlief. An dem Abend blieb ich noch bis spät in der Nacht mit den
Mädels auf und schlussendlich übernachteten sie hier. Auch wenn es doch ein bisschen eng war im Bett, fand ich es toll dass sie da waren. Sie
lenkten mich und wir redeten eigentlich kaum über das Thema. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, konnte ich mich zuerst gar nicht daran erinnern,
bis mich wieder diese schreckliche Übelkeit überkam.
"Das kann doch nicht wahr sein", seufzte ich als ich die Klospülung drückte. Ich wischte mir mit dem Handrücken den Mund ab und lehnte mich
gegen die Badewanne. Wie sollte ich denn damit klar kommen? Ich bin 24 Jahre alt und bei Merlin nicht bereit für so etwas. Mein Leben besteht aus
Partys, Schuhen, Kaffee und Robin. Und das war auch in Ordnung so. Ich wollte nicht mehr. Und jetzt schwanger? Allein bei dem Gedanken spürte
ich wie sich mir der Magen wieder umdrehte. Es würde sich alles ändern. Was ist wenn ich das gar nicht so möchte?
"Lily?", hörte ich Robin leise sagen und nach ein paar Sekunden machte sie die Tür auf und lächelte mich aufmunternd an.
"Hey Süße", sagte ich und versuchte die Mundwinkel etwas hochzuziehen, doch ich denke nicht dass ich es schaffte. Sie setzte sich neben mich und legte ihren Kopf auf meine Schulter. Wir saßen wohl eine halbe Stunde so da ohne dass jemand etwas sagte.
"Hast du Angst?", fragte sie dann so leise, dass es nicht mehr als ein flüstern war.
"Ja", meinte ich ehrlich, denn was anderes empfand ich gar nicht.
"Ich auch", antwortete sie und ich sah sie an. Sie warf mir nur einen kurzen Blick zu und zuckte dann mit den Schultern.
"Sieh mich an Robin", meinte ich und nahm sie sanft beim Kinn und wandte ihren Kopf mir zu, "Für dich wird sich nichts ändern. Also irgendwie schon, weil alleine ich das schon gar nicht hinkriege. Aber meine Gefühle für dich werden dieselben sein. Du bist wie mein Fleisch und Blut und bedeutest mir mehr als alles andere."
"Lily wir bleiben für immer zusammen, oder?", fragte sie mich und ihr lief eine Träne über die Wange, die sie hastig wegwischte.
"Für immer und noch länger", sagte ich und schenkte ihr ein Lächeln, "Du wirst doch eine Schwangere nicht stehen lassen. So nach dem Prinzip: Ich
geh mal schnell Zigaretten holen...oder?"
Sie fing an zu lachen und ich spürte wie mir wärmer ums Herz wurde. Da konnte ich ja noch nicht wissen, wie alles anders kommen würde. Aber so weit sind wir ja noch nicht...
"Ich geh mal Kaffee machen", meinte Robin dann und stand auf, "Kommst du?"
"Gib mir noch nen Moment", sagte ich und sie half mir auf die Beine, "Ich muss mir zuerst mal die Zähne putzen"
Als sie aus dem Bad rausging, begann ich mich im Spiegel zu betrachten. Nein, Mütter sahen anders aus. Ich stellte mich seitlich hin und versuchte
meinen Bauch aufzublähen und betrachtete mich genau. Das passte überhaupt nicht. Man kann doch nicht schwanger sein, wenn einem das nicht
steht. Das macht doch alles nur noch schlimmer. Und was wenn ich fett werde? Was zu erwarten ist, denn zu all dem was ich jetzt esse soll ich
noch eine Person ernähren? Person...Mädchen oder Junge? Und erneut packte mich die Panik und schüttelte mich am ganzen Körper.
"Jetzt krieg dich ein Lily", begann ich hysterisch immer wieder zusagen und versuchte tief ein und auszuatmen, während ich auf und ab ging, aber es half nichts, "Nein ich kann das nicht...das kann nicht sein!"
Und ich blieb abrupt stehen. Was wenn die ganze Aufregung umsonst war? Ich meine, dass war ein einziger blöder Test. Und bevor ich überhaupt zu Ende gedacht hatte, war ich schon dabei mir die Zähne zu putzen und mich gleichzeitig zu frisieren.
"Lily was hast du denn?", fragte Robin überrascht als ich aus dem Bad stürmte und mir meinen Mantel von der Garderobe holte.
"Ich bin nicht schwanger", murmelte ich nur als Antwort als ich ihn anzog und schnappte mir meinen Autoschlüssel und Zauberstab, "Wie spät ist es?"
"Kurz vor Mittag", antwortete sie verwirrt.
"Dann kann ich apparieren vergessen", meinte ich und steckte den Zauberstab in die Tasche, "Ich bin in einer Stunde wieder da."
"Wohin gehst du denn?", hörte ich sie noch rufen, doch ich hatte bereits die Tür hinter mir zugeknallt.
"Hey Lily-"
"Nicht jetzt Potter", fauchte ich im vorbeigehen als ich ihn bei der Stiege traf und raste an ihm vorbei. Er war der letzte Mensch den ich jetzt brauchte
und wenn Sirius jetzt auch noch auftauchen würde, flippte ich wahrscheinlich total aus. Doch er war nirgends zu sehen. Ein eisiger Luftzug empfing
mich als ich die Tür aufmachte und er jetzt bemerkte ich, dass ich nur meine Hausschuhe anhatte, doch das war mir im Moment so ziemlich
komplett egal. Ich setzte mich ins Auto und so hektisch gerade drauf war, begannen die Reifen heftig zu quietschen als ich wegfuhr, doch ich
dachte gar nicht daran vom Gas runterzugehen. Wie eine wahnsinnige raste ich durch den Wald mit einem Tempo was bereits bei normalen Straßenbedingungen alles andere als gesund war. Doch ich schaffte es heil in die Stadt. Vor einer Apotheke hielt ich an und begann im Handschuhfach Geld zusammenzukramen. Als ich ausstieg sahen mich die Leute skeptisch an, aber das war unwichtig.
"Ich brauchte Tests", keuchte ich schwer atmend als ich in die Apotheke trat und die Dame mit dem weißen Kittel sah mich verwundert an.
"Wie bitte?", fragte sie und eilte hinter ihr Pult, als hätte sie Angst dass ich sie gleich packen und aus dem Geschäft zerren würde.
"Schwangerschaftstest", meinte ich und knallte das Geld was ich hatte auf den Tisch und sie schreckte zusammen, "So viele wie ich damit bezahlen kann."
"E-einen Moment bitte", sagte sie, blickte kurz auf den Tresen und wandte sich dann um, um ein Regal zu öffnen. Sie kramte ungefähr ein Dutzend
Schachteln hervor und wollte sie mir schon einpacken, doch ich fing heftig an den Kopf zu schütteln.
"Nein, was tun Sie denn da? Ich möchte verschiedene haben. Was ist wenn die Serie einen Fehler hat?", rief ich genervt über ihre Dummheit und wischte mir den Schweiß aus der Stirn.
"Miss, ich glaube nicht-"
"Ich bin hier aber nicht rein um zu hören was Sie glauben", fauchte ich und sie sah mich leicht gekränkt an, "Kann ich dass haben worum ich Sie gebeten habe?"
"Moment", seufzte sie und verschwand kurz im Hinterzimmer und tauchte eine Minute später mit verschieden färbigen Verpackungen haben.
"Mehr haben wir nicht", sagte sie und packte mir von jedem zwei bis drei Stück ein, "Reicht Ihnen das?"
"Ja das geht in Ordnung", meinte ich und schnappte mir die Tüte die sie mir reichte, "Danke sehr"
"Ach und Miss!", rief sie, als ich bereits dabei war aus der Tür zu treten und ich wandte mich noch mal um und sie schenkte mir ein aufmunterndes
Lächeln, "Es wird alles gut werden."
Und obwohl ich diese Frau gar nicht kannte und im ersten Moment am liebsten losgeschrieen hätte, beruhigte sich mit ein kleines bisschen. Ich trat
aus der Tür und ging schnurstracks zum Auto. Doch sobald der Motor aufheulte, stieg auch meine Anspannung mit dem Geräusch. Als es sich nur
wenige Straßen weiter staute, glaubte ich vollkommen die Fassung zu verlieren, doch sobald ich aus der Stadt raus war, begann ich wieder zu
rasen. Und im nächsten Moment spürte ich wie ich die Kontrolle verlor und das Auto anfing zu schlittern und schon wich ich von der Straße mitten in ein
gefrorenes Feld hinein. Panisch kuppelte ich aus und drückte die Bremse durch. Irgendwann kam ich endlich zum stehen.
"Scheisse, scheisse, SCHEISSE!", schrie ich wutentbrannt und begann gegen das Lenkrad zu hämmern. Und sogleich fing ich heftig an zu weinen
und es schüttelte mich am ganzen Körper. Ich weiß gar nicht wie lange das dauerte, doch irgendwann lehnte ich mich erschöpft zurück und drückte
die Hände in mein Gesicht. Und es tat gut. Die kühlen Hände beruhigten meine Augen ein wenig und kurz darauf versiegten meine Tränen und ich
sah aus dem Fenster. So weit entfernt von der Straße war ich gar nicht. Ich konnte froh sein dass mir das nicht beim Wald passiert war, denn dort
wäre ich mit Sicherheit gegen einen Baum geknallt. Ich blickte auf die Tüte am Beifahrersitz und erneut überkam mich eine Panik, hundert Mal größer als bei den Abschlussprüfungen auf Hogwarts, doch ich ermahnte mich selbst wegzusehen.
"Reiss dich zusammen Lily Evans, das ist doch lächerlich", sagte ich mir selbst und versuchte den Motor zu starten. Nach ein paar Versuchen
klappte es auch und um einiges vorsichtiger fand ich den Weg zur Straße und fuhr nun mit einer angemessenen Geschwindigkeit. Ich lehnte meinen
Ellenbogen aufs Fenster und stützte meinen Kopf auf diesen und versuchte mich durch Summen einiger Lieder unter Kontrolle zu bringen. Ich merkte wie meine Finger immer nervöse gegen das Lenkrad klopften und begann lauter zu singen und es half ein wenig. Beim Anwesen der Potters angekommen, stellte ich das Auto ab und versuchte beim aussteigen irgendwie die Tüte unter meinem Mantel zu verstecken, aber es klappte nicht.
Jetzt konnte ich nur hoffen dass ich die Jungs nicht antraf. Doch als ich das Haus betrat war niemand zu sehen, also huschte ich schnell die Stiegen
hinauf und bereits bei den letzten fing an zu laufen und hörte erst auf als ich die Wohnungstür hinter mir zuschlug. Erleichtert machte ich die Augen auf und sah das Lucy, Mimi, Nicki und Robin mich vollkommen ahnungslos anstarrten.
"Was in Merlins Namen-", begann Lucy doch ich war bereits ins Badezimmer gelaufen und leerte die Verpackungen ins Waschbecken. Ich zog schnell meinen Mantel aus und warf ihn achtlos zu Boden.
"Lily was machst du denn da?", meinte Mimi als sie und Lucy das Bad betraten.
"Wonach sieht's denn?", entgegnete ich, als ich eine Packung aufriss und den Test herausholte, "Wollt ihr mir jetzt beim pinkeln zusehen oder was?"
"Wäre ja nicht das erste mal", meinte Lucy und setzte sich an den Badewannenrand, "Hol mal nen Krug Wasser Mimi"
"Wohl eher zwei", sagte Mimi als sie stirnrunzelnd und lautlos die Packungen zählte.
"Sieh mal nach wie lange der dauert", fragte ich Lucy, während ich die Kapsel vorne abmachte und meine Hose öffnete.
"Vielleicht solltest und in einen Becher machen und einfach alle reinhalten", antwortete sie als sie die Packungsbeilage durchlas, "Drei bis fünf Minuten"
"Glaubst du geht das?", fragte ich als ich fertig war und den Test vorsichtig neben dem Waschbecken ablegte.
"Das war'n Witz", sagte sie schulterzuckend, "Keine Ahnung. Kannst es ja mal mit drei Stück versuchen. Hast ja noch genug andere."
"Was bringt denn "versuchen", wenn ich mir dann im Ergebnis nicht sicher sein kann", sagte ich kopfschüttelnd und begann wieder auf und gab zu gehen.
"Darf ich auch mal?", fragte Lucy dann und ich sah sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an, doch dann fand ich die Idee gar nicht mal so schlecht.
"Das ist gut! Lucy du hast es echt drauf!", begann ich und kramte unter den Schachteln denselben Test hervor, den ich gerade gemacht hatte, "So können wir sehen ob das Ergebnis auch stimmt."
"Cool", sagte sie und sprang auf und ich wünschte mir sie wäre etwas weniger enthusiastisch an die Sache rangegangen, doch so was Lucy nun mal.
"Leg ihn auf die andere Seite", meinte ich als sie fertig war und sich umständlich mit einer Hand den Slip hochzog, "Sonst verwechseln wir den noch"
"Hier ist Wasser und einmal Kaff- Lucy warum in Merlins Namen-", doch erneut brach Mimi verwirrt ab, als sie Lucy den Test ablegen sah.
"Kaffee, sehr gut. Merlin, was kann ich froh sein so kluge Freunde zu haben", meinte ich und nahm Mimi das Tablett ab und schenkte mir gleich eine Tasse voll ein.
"Wirkt sich das nicht irgendwie auf den Urin aus?", fragte Lucy und ich spuckte den großen Schluck den ich gerade gemacht hatte in die Badewanne.
"Ach quatsch", sagte Mimi sofort kopfschüttelnd, als sie meinen entsetzten Gesichtsausdruck sah und begann mit etwas Wasser die Kaffeespritzer
wegzumachen, "Wir sind doch hier nicht beim Drogentest, bei dem Lily mit ihren 100 Prozent Koffeingehalt bestimmt als illegal eingestuft werden würde"
Ich fing tatsächlich an zu lachen und sie zwinkerte mir zu als sie mir nachschenkte.
"Ich glaub die Zeit ist um", sagte Lucy und ich begutachtete meinen Test. Erneut spürte ich wie sich mir der Magen umdrehte und als ich kurz darauf auf Lucy's Ergebnis blickte, machte es das nicht besser.
Mimi legte behutsam ihre Hand auf meine Schulter, doch das bemerkte ich gar nicht. Ich blies mir einzelne Haarsträhnen aus dem Gesicht und schnappte mir einen neuen Test.
"Mach du auch mal", sagte ich und warf eine Packung derselben Marke zu Mimi hinüber, die ihn überrascht nach mehreren hektischen Bewegungen auffing. Doch auch der brachte kein anderes Resultat. Ich fing an auf meiner Lippe zu kauen, doch aufgeben wollte und konnte ich nicht. Ich schnappte mir meine Tasse und schüttete den Kaffee in mich hinein.
"Nicki komm sofort her", rief ich durch die Tür und gleich darauf erschien sie. Sie sah mich mit einem Ausdruck an, den ich nicht genau definieren konnte. Wahrscheinlich wusste sie selbst nicht so recht wie sie reagieren sollte. Ohne ein Wort zu sagen drückte ich ihr einen Test in die Hand und Mimi erklärte ihr was ich von ihr wollte.
"Ich seh mal nach Robin. Die Kleine dürfte bestimmt schon Hunger haben", meinte Mimi nervös. So war sie. In kritischen Situationen suchte sie sich immer eine Beschäftigung um sich abzulenken und um nachzudenken. Meistens hatte sie dann auch immer eine Lösung für jedes Problem, doch ich zweifelte daran dass sie hierfür eine finden würde.
"Da bleibt ja nur mehr Robin, oder?", sagte Lucy als sie mir über die Schulter auf das Ergebnis blickte und kratzte sich am Hinterkopf, "ROBIN ...komm mal her Süße"
"Ja?", fragte sie unsicher. Ich nehme an, Mimi hat ihr erzählt was sie erwartet, doch ich zögerte als ich ihr eine Packung gab.
"Ich weiß gar nicht was im Moment schlimmer wäre", sagte sie dann, "Wenn dein Ergebnis positiv wäre oder meins"
"Oder beide", ergänzte Lucy und ich sah sie geschockt dann, doch erneut entlockten mir die Mädels heute ein Lachen. Als ich fertig war und nun spürte ich schon langsam, dass ich wohl mehr trinken musste, sah ich erwartungsvoll zu Robin, die etwas unsicher dastand.
"Robin wenn du jetzt faxen machen möchtest weil wir dir zusehen-", begann ich seufzend.
"Um das geht's nicht-"
"Um was denn dann?", fragte Lucy verwundert, "Kann ja nichts passieren Schätzchen. Wenn's positiv ist, wissen wir dass dieser Test ein Blödsinn ist"
"Ja und außerdem-", mir stockte der Atem als ich ihren Gesichtsausdruck war. Ich hasste diesen Blick. Was er mir sagte, war wohl das Letzte was ich brauchen könnte.
"Sag nicht du hast-"
"Nur ein Mal!", verteidigte sie sich sofort und ich gab ein verzweifeltes Stöhnen von mir, "Und es war wirklich-"
"Pinkel sofort auf diesen Streifen!", befahl ich und versteckte mein Gesicht in meinen Händen, als könnte ich dadurch die Situation ändern. Ich bewegte mich erst wieder als sie fertig war und mich beschämt ansah.
"Warum erzählst du mir dass denn erst jetzt?", sagte ich seufzend und sah sie Hilfe suchend an, als würde ich erwarten, dass sie jeden Moment rufen würde, dass sie mich nur verarscht hätte.
"Naja du warst so fertig nach Silvester und dann dachte ich, dass ich abwarten würde, ob ich mit Jack zusammenkomme-", begann sie und biss nervös auf ihrer Lippe rum, "Und er ist echt süß, weißt du. Und es war gar nicht so Übel, also im Vergleich zu den ganzen Horrorgeschichten die ich gehört habe... Lily? Möchtest du noch eine Tasse Kaffe", sagte sie und schüttete mir schnell etwas nach, als sie sah dass ich immer entsetzter drein sah.
"Wie ist er denn so drauf?", fragte Lucy interessiert und durchbrach die Stille.
"Oh es ist so ein Gentleman. Letztens erst-"
"Lucy!", unterbrach ich Robin verärgert.
"Was denn? Es ist passiert, da kannst du auch nichts mehr dran ändern. Merlin sie wird bald 17. Was hast du dir denn erwartet?", sagte Lucy schulter zuckend, " Ist halt bisschen blöd dass ihr nicht verhütet habt aber-"
"Ein "bisschen" Blöd?", sagte ich geschockt, "Wir war das mit der eisernen Regel?"
"Oh wir haben schon verhütet", warf Robin ein und mir fiel ein riesengroßer Stein vom Herzen, "Nur ist das Kondom geplatzt"
Und sofort erschlafften meine Gesichtszüge und ich ließ die Schultern hängen.
"Nicht schwanger!", rief Nicki, die derweil aufgestanden war und auf Robins Test sah, "Also beruhigt euch mal alle"
Und tatsächlich vergas ich für einen kurzen Moment, in dem ich erleichtert auflachte warum wir eigentlich alle hier waren. Doch als Nicki mir meinen Test reichte, war es als würde alle Luft aus mir weichen.
"Lily es gibt noch drei Tests", meinte Robin aufmunternd, doch ich schüttelte nur den Kopf und sah Lucy mit einer hochgezogenen Augenbraue an als sie "Steck sie alle in ein Glas" rief.
"Das war's", sagte ich dann und begann die leeren Schachteln wegzuwerfen, "Wir wissen alle dass sich nichts am Ergebnis ändern wird"
Gemeinsam mit den Mädels verließ ich das Bad und Nicki schenkte mir noch eine Tasse Kaffe ein.
"Kopf hoch Lily", sagte Mimi und servierte uns allen einen leckeres Frühstück, doch ich schob den Teller nur von mir weg.
"Ich werde auch so schon fett genug werden", sagte ich als Erklärung.
"Blödsinn! Wir können ja gemeinsam so ne Art Schwangerschaftsgymnastik machen", sagte Lucy und ließ mit einem Schwenker ihres Zauberstabs ihr Spiegelei würzen, "Das kommt bestimmt aufs selbe hinaus wie wenn wir Yoga machen."
"Ja nur dass ich dann eine Quaffelgroße Kugel vor mich hinschieben werde", sagte ich.
"Ach Lily du musst das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel sehen", sagte Mimi, "Ein Kind zu haben ist bestimmt etwas wundervolles"
"Ich hab doch schon eins!", sagte ich trotzig und nickte in Richtung Robin.
"Ich finde wir sollten überlegen wann wir es den Jungs beichten", sagte Nicki und biss in ihren Toast", Oder rücken wir erst mit der Sprache raus wenn es nicht mehr zu übersehen ist?"
"Wirst du's den Eltern von James sagen? Die kommen doch morgen zurück", sagte Robin und nahm einen großen Schluck aus ihrer Tasse.
"Ja klar! Am Besten fange ich das Ganze so an: Wie war denn ihr Urlaub ? Und wenn wir schon bei dem Thema sind. Wie schaut es denn aus mit Mutterschaftsurlaub? Wissen Sie ihr Sohn hat mich nämlich geschwängert. Obwohl dass stimmt nicht so richtig. Es könnte nämlich auch sein bester Freund gewesen sein. Die Party an Silvester, von der sie eigentlich gar nichts wissen dürfen, war etwas zu wild für mich", sagte ich so sarkastisch dass Lucy und Nicki heftig anfingen zu lachen.
"Vergiss aber nicht zu erwähnen dass du es in seinem Arbeitszimmer getrieben hast", sagte Nicki und nun musste auch ich schmunzeln.
Wir saßen noch ewig lang und unterhielten uns über die bevorstehende Zeit. Und ich fühlte mich tatsächlich etwas besser danach. Sei es weil ich begann zu akzeptieren was sich nicht ändern ließ, oder weil ich meine Ängste offen aussprach und die Mädels mich beruhigten. Als es bereits dunkel wurde apparierten sie nach Hause und ich warf mich erschöpft auf die Couch. Meine Augen brannten fürchterlich vom vielen weinen und erst jetzt merkte ich wie sehr mir alles wehtat. Schließlich war ich den ganzen Tag über nur angespannt gewesen. Robin setzte sich zu mir und nun fiel mir wieder ein was sie mir heute gebeichtet hatte.
"Robin-"
"Bitte sei mir nicht böse", begann sie, und wusste sofort worüber ich mich unterhalten wollte.
"Bin ich nicht", sagte ich ehrlich, "Ich wünschte nur du hättest mit mir darüber gesprochen. Ich meine auch schon davor. Hast du dir denn das gut überlegt gehabt?"
"Naja es geschah irgendwie überraschend und doch war mir schon vorher unbewusst klar dass ich es tun werde", sagte sie und begann wie ein Wasserfall zu erzählen und ich merkte wie sehr sie darunter gelitten hatte, mir nichts zu sagen. Sie erzählte mir davon wie sehr er ihr in der Schule aufgefallen war, wie oft sie zusammen gelernt hatten und dass es ihr zwar lieber gewesen wäre, wenn sie vorher zumindest schon mal ausgegangen wären, aber dass Jack ihre Begleitung für den bevorstehenden Ball war. Sie redete sich alles von der Seele und ließ nicht das kleinste Detail aus und mir wurde schwer ums Herz, als mir klar wurde, dass mein kleines Mädchen erwachsen wurde. Doch ich konnte nicht anders und fing an zu lächeln als ich sah wie begeistert sie mir alles über ihn berichtete.
Als es schon spät wurde, ging Robin schlafen, da sie schließlich morgen Schule hatte und auch ich machte mich im Bad bettfertig. Als ich mich hinlegte, fühlte ich mich unheimlich einsam, denn mir war immer noch nicht klar, wie ich das machen sollte. Würden James oder Sirius zu ihr stehen? Einerseits hatte sie keinen Zweifel daran, doch dann dachte sie daran was James sagen würde, wenn er erfuhr, dass sie auch mit Sirius geschlafen hatte. Solche und andere Fragen quälten sie, bis sie endlich leise weinend eingeschlafen war.
Als Robin am nächsten Morgen zur Schule fuhr und ich mich für die Arbeit fertig machte, dachte ich darüber nach, wie ich das den Jungs erzählen sollte. Doch es war zwecklos. Ich wusste dass egal was ich sagen würde, das Ergebnis auf keinen Fall zufrieden stellend für mich wäre. Ich trank meinen Kaffe aus, machte meine Haare auf und schlüpfte in meine unglaublich süßen lila farbenen Pumps, die einfach nur umwerfend zu meinem Taillenrock und der Bluse passten. Oh Merlin... In ein paar Wochen konnte ich diesen Rock wohl für Ewigkeiten in meinen Schrank wegsperren, denn dass ich da reinpassen sollte, wenn ich etliche Pfund zunahm, war kaum vorstellbar. Ich seufzte schwer als ich daran dachte dass ich mit meinen fetten, geschwollenen Füßen nur mehr schwer in meinen heiß geliebten Schuhe steigen könnte. Als ich auf den Gang heraustrat, sah ich James aus seinem Zimmer hüpfen, da er nur mit einem Bein in seiner Hose steckte und nun umständlich begann sich fertig anzuziehen.
"Was machst du denn da?", fragte Lily überrascht als sie zu ihm trat.
"Ich hab in zehn Minuten Quidditchtraining", begann er und zog sich ein Shirt an, "Und Padfoot, dieser Troll hat heut morgen einfach den Wecker abgestellt"
"Mann, hör auf dich aufzuregen. Das passiert jedem ein Mal Prongs", hörte ich Sirius verschlafen rufen.
"Aber doch nicht dutzende Male", sagte James verärgert und schnappte sich seinen Umhang und hob seine Tasche vom Boden auf, "Bis später Lily... gut siehst du aus"
Und schon war er appariert. Ich fing an zu lächeln, was mir sofort verging als mir einfiel dass ich jetzt wohl am Besten mir Sirius sprechen könnte, doch ich brachte es einfach nicht übers Herz.
"Geht heute nicht eure Ausbildung weiter?", fragte ich stattdessen.
"Und musst du nicht arbeiten?", antwortete er noch immer schlaftrunken und ich fing an zu lachen. Ich trat in ihr Zimmer und mich traf fast der Schlag. Gut, ich war alles andere als ordentlich, aber seit Robin bei mir wohnte, hatte sich das um einiges gebessert. Auf Hogwarts lebte ich sozusagen im organisierten Chaos. Aber das was ich hier sah, übertraf die Bedeutung von Unordentlich bei breitem. Überall lagen Kleidung, massig Scherzartikel und jede Menge Süßigkeiten herum. Sirius, der halb zugedeckt und mit dem Kopf unter seinem Kissen lag, teilte sich das Bett mit ein paar Zeitschriften und ich dachte mir dass er bei jeder Bewegung eine von Bett schmeißen musste.
"Süß, hat dir James die geschenkt?", sagte ich grinsend und begutachtete seine blaue Boxershorts, auf der lauter kleine goldene Schnatz (was ist denn die Mehrzahl von diesem Wort?!) abgebildet waren.
"Ohh warum ist es denn hier so schwer zu schlafen?", jammerte er, drehte sich um und zog deckte sich ordentlich zu. Er sah mich mit zugekniffenen Augen an, "Was gibt's denn?"
Sollte ich es ihm einfach sagen? Das war auch blöd. Aber jede Situation würde mir als unpassend erscheinen. Nein, es ging einfach nicht.
"Schlaf weiter", sagte ich nur und verließ das Zimmer und ging in mein Büro. Ich verkroch mich den ganzen Tag in einem Haufen Arbeit. Jetzt wo wieder da war, gab es jede Menge zu tun. Und auch die nächsten Tage hatte ich kaum Zeit für eine Pause. Meistens wurde ich erst spät abends fertig. Aber es störte mich nicht. Ich lenkte mich somit ab und die Jungs bekam ich auch kaum zu Gesicht. Robin war es recht dass ich nicht da war, denn sie hatte Unmengen zu lernen, da bald Prüfungen bevorstanden und der von ihr befürchtete Abschlussball rückte immer näher.
Meine Morgenübelkeit schwand langsam und nach zwei Wochen hörte es ganz auf. Doch ich fühlte mich immer noch miserabel und überfordert mit der Situation. Die Mädels terrorisierten mich mit Anrufen, doch ich spielte die Tapfere. Nur nachts, wenn ich alleine war und nichts zu tun hatte, überkam mich erneut Angst und Panik. Ich weinte sehr viel und ein paar Mal bekam ich gar keinen Schlaf.
Als ich wieder mal spät von der Arbeit in meine Wohnung trat, war Robin gerade dabei auf und abzugehen und murmelte leise vor sich hin. So lernte sie immer am Besten Sachen auswendig.
"Hey Lily", sagte sie dann nach wenigen Minuten als sie fertig war und setzte sich zu mir auf die Couch, "Lisa und Nicki haben angerufen und Lucy ganze sieben Mal!"
"Ach sie stellen mir ja doch immer nur die selbe Frage!", sagte ich seufzend.
"Tja Lily, irgendwann wirst du es Ihnen sagen müssen", sagte Robin und ich sah sie mit einem "Müssen tu ich gar nichts!" Blick an, "Schau nicht so trotzig! Du weißt dass ich Recht habe"
"Na und?", jammerte ich und griff zu der Schachteln Kekse die am Tisch stand und fing an ein paar in mich hineinzustopfen und Robin lachte auf.
"Das ist natürlich eine sehr erwachsene Lösung seine Probleme zu regeln", sagte sie und schnappte sich selbst ein paar Kekse.
"Weißt du was? Du hast wirklich Recht Robin", sagte ich und stand auf. Ich hatte selbst keine Ahnung was mich da überkommen hatte, "Ich sag's ihnen"
"Jetzt?", fragte sie geschockt und vergas ganz zu kauen, "Und beiden gleichzeitig?"
"Ja sonst mach ich es erst wenn ich kugelrund bin und jetzt kann ich wenigstens die Karte der schönen und süßen Lily, auf die man in gar keinen Fall böse sein darf, ausspielen"
"Na das ist natürlich sehr erwachsen", sagte sie skeptisch.
"Die andere Möglichkeit wäre dass wir nach Mexiko ziehen und ich ihnen einen Brief schicke wo und wann sie sich das Kind abholen können", sagte ich und begann mir meine Kleidung auszuziehen.
"Bin ich dann nicht viel zu nahe an Tijuana?", sagte Robin lachend und ich dachte daran wie ich ihr verboten hatte, schon alleine an diesen Namen zu denken, nachdem ich dort einen Kurzurlaub mit den Mädels nach unserem Abschlussjahr in Hogwarts gemacht hatte und ich erinnerte mich an den unglaublich vielen Alkohol und den schamlosen Sex.
"Dann wohl eher doch Kuba", sagte ich und versuchte die Bilder die ich vor Augen hatte zu verdrängen, "Ist sowieso ein viel schöneres Land. Dort baue ich mir dann ein Koksimperium auf und wir leben in Saus und Braus!"
"Manchmal frag ich mich echt was in deinem Kopf so vorgeht", sagte Robin nachdenklich, doch ich war schon im Bad verschwunden. Ich duschte ewig lang und erst als Robin gegen die Tür hämmerte und mir erklärte, dass das keine Lösung war, trat ich aus dem Bad heraus und ging in mein Zimmer. Ich schlüpfte in meine Jeans, zog mir ein weißes Top an und begann mich zu schminken und zu frisieren.
"Also so weit ich sehen konnte sitzen sie im Salon und trinken was", sagte Robin und ich bemerkte erst jetzt dass sie weg gewesen war, "Soll ich mitkommen?"
"Nein", sagte ich nach kurzer Überlegung, denn ich wusste nicht wie das ganze ablaufen würde, "Du kannst aber schon mal den Schrank mit den Süßigkeiten ausräumen und bereitlegen. Ich kann mir vorstellen dass ich ein paar Glückshormone brauchen werde."
"Du schaffst das schon", sagte sie und drückte mich fest als ich in meine weißen Peeptoes schlüpfte, "Du bist Lily Evans! Du hast schon ganz andere Sachen geregelt. Sieh nur was du aus mir gemacht hast"
"Du warst auch ein relativ einfaches Kind", sagte ich lächelnd, "Während die zwei..."
Doch ich beendete den Satz nicht und atmete stattdessen tief durch als ich aus dem Zimmer trat. Schon auf dem Weg dorthin hörte ich James und Sirius laut lachen. Kurz vor dem Salon drehte ich um, doch sie hatten bereits meine Stöckel auf dem Marmorboden widerhallen gehört.
"Lily?", hörte ich James sagen und ich biss mir auf die Lippe. Wie ein eingeschüchtertes Kind kam ich um die Ecke und versuchte zu lächeln.
"Ja?"
"Wo willst du denn hin?"
"Ich? Nirgends", sagte ich und lachte nervös und sie sahen mich überrascht an.
"Ist alles in Ordnung mit dir?", fragte James und reichte mir ein Glas Whiskey.
"Aber klar doch", sagte ich und wollte schon dankbar trinken, bis mir einfiel dass ich ja nicht durfte und ich stellte das Glas auf den Couchtisch und setzte mich ihnen gegenüber hin.
"Lily Evans lehnt Alkohol ab?", fragte Sirius grinsend und ich versuchte es zu erwidern, aber ich glaube nicht dass mir das gelungen war.
"Naja es bleibt bestimmt nicht bei einem Glas und ich muss morgen früh aufstehen", sagte ich schnell und versuchte mich zu entspannen, doch es wollte einfach nicht klappen, "Kann ich mal mit euch reden?"
Sirius und James sahen sich an und blickten dann stirnrunzelnd zu ihr.
"Ich hab nichts angestellt", sagten sie dann zugleich und ich fing tatsächlich an zu lachen.
"Um das geht's nicht", sagte ich obwohl mir fast ein "Eigentlich schon" rausgerutscht wäre.
"Dann kann's nicht so schlimm sein. Rück raus mit der Sprache", sagte Sirius und lehnte sich entspannt zurück.
"Wollt ihr noch was trinken?", fragte ich und mit einem Schwenker meines Zauberstabes schenkte ich ihnen nach.
"Lily erzähl schon", sagte James lächelnd und nahm einen Schluck."Ich bin Schwanger", sagte ich und er verschluckte sich und fing heftig an zu husten, während Sirius kreidebleich wurde. Ich zog automatisch den Kopf etwas ein als hätte ich eine mächtige Explosion erwartet, doch nachdem James wieder atmen konnte, wurde es komplett ruhig. Ich sah auf den Boden und wünschte mir mehr als je zuvor diesen blöden Whiskey in mich reinschütten zu können.
"Bist du dir sicher?", fragte James dann und versuchte wohl ruhig zu klingen, doch seine Stimme war höher als sonst."Ziemlich sicher", sagte ich und begann erneut auf meine Lippe zu beißen.
"Seit wann weißt du es?", fragte er weiter.
"Nicht so lang", nuschelte ich, "Vielleicht zwei Wochen oder so?"
"Zwei Wochen?!", keuchte er und ich zuckte nur mit den Schultern und es wurde wieder ruhig. Am liebsten hätte ich gerufen "War nur'n Witz!" um diese erdrückende Stille zu beseitigen, doch stattdessen atmete ich erneut tief durch.
"Lily ich muss dich das fragen", fuhr er fort und ich blickte auf, "Besteht die Möglichkeit dass außer mir...naja...ähm dass außer mir noch wer in Frage kommt?"
"Ehrlich gesagt-", begann ich und tat dann genau das was ich vermeiden wollte, doch wie immer wenn man genau weiß man darf etwas nicht tun, passiert es einfach. Ich starrte James an und nur für eine hundertstel Sekunde, mehr konnte es nicht gewesen sein, schweifte mein Blick zu Sirius. Doch dieser sonst wahrscheinlich unbeachtliche Moment hatte gereicht. James öffnete leicht den Mund, sah selbst zu Sirius und sprang dann auf, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und stellte sich zur Tür des Salons und sah uns beide entsetzt an.
"James ich-"
"Prongs ich weiß nicht wie das passieren konnte", unterbrach mich Sirius mit verzweifelter Stimme und ich merkte dass wir unbewusst aufgestanden und zu ihm getreten.
"Ja es hatte nichts zu bedeuten", fuhr ich fort.
"Wir waren betrunken und-"
"Dieser seltsame Kolboldlack machte uns ganz benommen"
"Ich- es tut mir Leid", beendete Sirius leise und ließ die Schultern hängen.
Doch James schien uns gar nicht zu hören. Er starrte uns nur immer noch mit offenem Mund an. Seine Lippen zuckten als wollte er etwas sagen, doch er blieb still.
"Prongs?", fragte Sirius vorsichtig und als hätte James ihn erst jetzt bemerkt, sah ich wie ihn eine unsägliche Wut packte und bevor ich was sagen konnte, schlug er Sirius mit der Faust ins Gesicht und ich schrie auf als dieser ein paar Schritte zurückstolperte.
"James!"
"Du solltest schlafen gehen... Evans", sagte er schwer atmend und mit keinem Wort hätte er mich im Moment mehr verletzen können. Er drehte um und ich hörte ihn die Treppen hinaufstürmen.
"Sirius", sagte ich verzweifelt und griff nach meinem Zauberstab um die Blutung aus seiner Nase zu stoppen, doch ich zitterte dermaßen dass ich ein wenig Zeit brauchte.
"Danke", sagte er und runzelte immer noch die Stirn über den Schmerz, als wir uns auf das Sofa setzten, "Ich schätze das habe ich verdient. Ich hatte eigentlich erwartet dass er mich mit allen möglichen Flüchen bombardiert"
"Das wollte ich nicht", und merkte wie anfing zu weinen. Das war alles einfach zu viel.
"Nicht doch Lily", sagte Sirius und wischte mir ein paar Tränen weg, "Der beruhigt sich schon wieder."
"Ich habe ihn noch nie so wütend gesehen", wimmerte ich und ein Schauer durchzog mich als ich an seinen Gesichtsausdruck von vorhin dachte, "Ich möchte nicht dass ihr wegen mir streitet. Ich geh hin und red mit ihm"
"Das mach ich schon", sagte er und hielt mich sanft am Arm fest als ich aufgestanden war, "Ich lass ihm ein paar Minuten Zeit und mir ein paar Minuten um mir etwas Mut anzutrinken und du Lily geh und ruh dich aus. Diesen Stress brauchst du nun wirklich nicht. Ähm... es wäre nett wenn du mich vielleicht unter Umständen heute Nacht auf deiner Couch heut übernachten lässt...:"
Ich nickte nur, doch beim Eingang blieb ich noch mal stehen und wandte mich um.
"Dir ist klar dass du der Vater sein könntest?", fragte ich und er sah mich einen Moment lang ruhig an und nickte dann. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging ich dann die Treppen hoch und trat in die Wohnung. Robin sprang sofort von der Couch auf und sah mich neugierig an, doch als sie mich ansah, war sie sofort besorgt. Ich sagte nichts, sondern umarmte sie nur und begann bitterlich zu weinen.
"Ich wollte dir damals nicht wehtun Lily aber ich war selbst so verletzt-"
"Ist schon gut, Schatz. Ich versteh dich ja. Möchtest du hier ein bisschen erzählen? Von meiner Seite kann ich nur sagen dass ich Robin stundenlang vollgeheult habe und mich tonnenweise mit Schokolade voll stopfte. Ich glaube unsere Zuhörer(Leser) interessiert wohl mehr wie das Gespräch zwischen dir und Sirius verlaufen ist"
"Dann fang ich mal an-"
Als ich im Zimmer angekommen war, knallte ich die Tür zu und begann auf die Wand einzuschlagen.
"Verfluchter Mist!", schrie ich und hörte erst auf als mein Handgelenk schon taub war. Wie in Merlins Namen konnte das passieren? Padfoot...nicht im Traum wäre mir eingefallen dass er mir so etwas antun könnte! Er war mein bester Freund, mehr noch, ich liebte ihn wie einen Bruder! Wie konnte er nur mit MEINEM Mädchen schlafen? Und das im Haus MEINER Eltern! Wer hatte ihn den aufgenommen, als er es bei seiner fürchterlichen Familie nicht mehr aushielt?
Ich versuchte mich zu beruhigen, doch ich schaffte es einfach nicht. Nicht nur dass er mit Lily geschlafen hatte, wahrscheinlich hat er sie auch noch geschwängert... Schwanger... Warum musste das passieren? Was ist wenn ich der Vater war? Bei Merlin, ich bin doch nicht bereit für so etwas! Mein Leben besteh aus Quidditch, Partys und... Ich dachte kurz an Lily, doch sogleich schüttelte ich den Kopf. Wäre sie nicht gezwungen hier zu wohnen, würde sie mich nicht mal ansehen. Wie sollte dass den funktionieren wenn wir ein Kind haben? Und noch schlimmer, wenn Sirius und Lily eins haben? Ich blickte aus dem Fenster und die vom Mondlicht erhellte Landschaft beruhigte mich ein wenig und ich spürte langsam wie sehr mir meine Hand wehtat. Er war mein Freund... Er würde nie etwas tun, womit er mir wissentlich weh tut. Aber es half nichts. Ich konnte meine Enttäuschung nicht mit diesem Gedanken besänftigen. Er hatte es getan. Ob er es wollte oder nicht, es ist passiert.
Ich hörte wie hinter mir die Tür leise aufging, doch ich wandte mich nicht um. Ich hatte Angst davor, sofort wieder auszurasten wenn ich ihn sah. Ich hörte wie er auf dem Tisch neben mir eine Flasche abstellte, und ohne hinzusehen griff ich nach ihr, machte sie auf und nahm einen kräftigen Schluck. Ich spürte wie der Schnaps in der Kehle brannte und im Magen eine wohltuende Wärme sich kribbelnd ausbreitete. Nachdem ich noch einen Schluck nahm, stellte ich sie wieder ab und begann mit einer Hand mir die Stirn zu massieren.
"Ich versteh wenn du willst dass ich für ne Weile woanders hinziehe", begann Padfoot dann ruhig, doch ich sagte nichts. Natürlich wollte ich das nicht. Er war ein Teil meines Lebens. Ich konnte mir gar nicht vorstellen ohne ihn ganz ich selbst zu sein.
"Wie konnte das passieren?", fragte ich ihn dann und merkte wie verzweifelt ich klang als ich zu ihm blickte, doch seinem Gesichtsausdruck nach schien er fast noch mehr zu leiden als ich, doch darauf konnte ich jetzt wohl kaum Rücksicht nehmen. Mit zaghafter Stimme begann er von dem Teil des Silvesterabends zu erzählen, wo er Lily ins Arbeitszimmer brachte um ihren Knöchel zu heilen und während er sprach geriet er immer wieder ins stottern und als er endete, konnte er mich gar nicht mehr ansehen.
"Willst du was von ihr?", fragte ich dann und hatte mehr Angst vor der Antwort, als ich mir je hätte vorstellen können.
"Nein", sagte Padfoot entschlossen und ich sah in seinen Augen dass er es ehrlich meinte. Ich kannte ihn schließlich in -und auswendig, "Das hatte nichts zu bedeuten! Wir sind Freunde und vielleicht würde Lily nicht ein Mal den Ausdruck zugestehen"
Ich trat vom Fenster weg und seufzte schwer, während ich ein paar Mal auf und ab ging.
"James wenn ich es rückgängig machen könnte-"
"Aber das geht nun mal nicht!", sagte ich aufgebracht und sah ihn an, "Padfoot, sie ist schwanger! Verstehst du das überhaupt?"
Er sah mich einen Moment lang kurz an, als würde er etwas erwidern wollen, doch dann blickte er aus dem Fenster. Nicht ein Mal ich hatte realisiert was das bedeutete. Es würde sich alles ändern. Seit etwa einer Stunde war nichts mehr, wie es ein Mal war.
"Prongs du bist mein bester Freund und alles was ich an Familie kenne. Ich würde für dich sterben", sagte Padfoot und musste sich räuspern, da seine Stimme krächzte, " Ich werde mir selbst nie verzeihen was ich getan habe und ich kann es kaum von dir verlangen"
"Ich weiß", sagte ich und seufzte erneut. Ja ich wusste es und das machte es nur noch schwieriger. Wie konnte ich wütend auf ihn sein, wenn ich diese Reue in seiner Stimme hörte und in seinem Blick sah. Und trotzdem fühlte ich noch wie verzweifelt ich war und erneut griff ich zu der Flasche und trank in kräftigen Zügen. Ich verzerrte kurz das Gesicht als ich schluckte und wischte mir mit dem Handrücken den Mund ab.
"Soll ich dir vielleicht etwas deine Ruhe-"
"Ich liebe sie Padfoot!", unterbrach ich ihn aufgebracht, "Ich liebe sie! Ich liebe sie mehr als mein eigenes Leben! Ich liebe es wie lacht und sich dabei immer eine Strähne aus dem Gesicht streicht. Ich liebe es dass sie rote Wangen kriegt wenn sie sich ärgert und dass sie auf ihrer Lippe rumkaut wenn sie sich konzentriert oder nervös ist. Ich liebe es dass sie so fanatisch gut auf ihre Schuhe aufpasst als wären sie Lebewesen. Ich liebe es wie sie meinen Namen sagt und wenn sie mich mit diesem bösen Blick straft, den sie so unglaublich gut draufhat, wenn ich ihr wie so oft auf die Nerven gehe. Ich liebe es dass sie mehr Kaffee trinkt als ich es für einen Menschen für möglich gehalten hätte und dass sie so verdammt viel isst, dass man meinen könnte, sie hätte einen Magen so groß wie ein Quaffel... Ich liebe sie seit dem ersten Tag wo ich sie am Bahngleis gesehen habe und sie mich nur verächtlich ansah, als ich gerade Tom Griffins Kröte in die Luft zauberte und diese dann auf den Boden klatschte, weil Lily mich komplett aus der Fassung brachte! Ich liebe sie für jedes Mal wo sie nein sagte, wenn ich mit ihr ausgehen wollte, während sich andere Frauen dafür ein Bein ausgerissen hätten! Ich liebe sie Padfoot! Ich liebe Lily Evans so sehr dass es schmerzt wenn ich an sie denke!"
Schwer atmend setzte ich mich auf mein Bett, faltete die Hände vor dem Gesicht und starrte auf die Wand mir gegenüber.
"James-", begann Sirius und verwundert darüber dass er mich bei meinen Namen ansprach blickte ich zu ihm und das war erst das zweite Mal in meinem Leben dass ich Padfoot weinen sah. Das erste mal war es aus Wut, in der ersten Klasse, als seine Mutter ihm einen Heuler geschickt und ihn vor der gesamten Schule blamiert hatte, als sie ihn anschrie was er in Gryffindor zu suchen hatte.
Ich wusste nicht was ich sagen sollte, also starrte ich ihn nur und beobachtete wie ihm still und leise die Tränen übers Gesicht liefen. Und irgendwie, ich weiß selbst nicht wieso, fing ich an zu lächeln und stand auf, während er mich nur entsetzt anstarrte, als wäre ich verrückt geworden.
"Du bist ein unsäglicher Idiot Sirius Black und eigentlich sollte ich dich stundenlang verprügeln", sagte ich und mein Lächeln wurde zu einem Grinsen, "Aber du bist mein bester Freund und dass kann ich aufgeben, auch wenn du wieder mal deinen Schwanz nicht unter Kontrolle hattest. Das müsste ich doch eigentlich eh schon wissen"
Und bevor ich richtig zu Ende gesprochen hatte, war er mir um den Hals gefallen und drückte mich fest.
"Das soll jetzt aber kein Freibrief sein!", sagte ich streng und konnte aber nicht aufhören zu grinsen, "Wenn du noch Mal auf so eine Idee kommst, hex ich dich solange durch bis es dir unmöglich wird, je wieder Sex zu haben"
"Falls ich je wieder auf so eine Idee kommen sollte, helf ich dir sogar dabei", sagte er und ich fing heftig an zu lachen. Und wir merkten wohl gleichzeitig, dass wir uns immer noch umarmten und ließen hastig von einander ab.
"Noch länger und es wäre peinlich geworden", sagte Sirius grinsend kratze sich am Hinterkopf.
"Ooooh ihr seid ja so süüüüüß"
"Lily nennst du uns bitte nicht "süüüüüß"
"Aber- ooooh ich kann nicht anders"
"Sag mal fängst du grad an zu weinen?"
"Nun nein also naja irgendwie *schnief*... ooooooh"
"So sentimental kenn ich dich ja gar nicht!"
"Das könnte ich von euch auch behaupten"
"Schatz!"
"Schon gut, schon gut"
"Erzähl lieber mal weiter"
"Oh okay! Und wenn ich so drüber nachdenke, ward ich am nächsten Morgen alles andere als süß..."
Irgendwann spät nachts, als ich schon richtig Bauchweh hatte, bin ich schlafen gegangen und als ich am nächsten morgen Robin verärgert schreien hörte, schien es mir so als wäre ich nur für ein paar Minuten eingenickt.
"Sie wird euch den Kopf abreißen! Bleibt sofort stehen", hörte ich sie rufen und im nächsten Moment ging die Tür auf. Schweren Herzens hob ich kurz den Kopf und mit zusammengekniffenen Augen sah ich wie James und Sirius reinstürmten und Robin wütend hinterher stampfte.
"Lily ich hab ihnen gesagt sie sollen dich schlafen lassen", sagte Robin und ich ließ erschöpft den Kopf auf mein Kissen fallen.
"Verschwindet", nuschelte ich.
"Steh auf Lily, wir fahren ins oder von mir aus zu deinem Frauenarzt, solange es ein Zauberer ist", sagte James und ich runzelte die Stirn.
"Was redest du denn da?"
"Ich hab mit meiner Mum geredet und-"
"DU HAST WAS?", schrie ich und setzte mich entsetzt auf.
"Ich hab ihr nichts erzählt!", verteidigte er sich gleich.
"Ach, hast du etwa gefragt was "hypothetisch" wäre wenn du mich schwängern würdest?", fauchte ich und ließ mich seufzend wieder aufs Bett fallen.
"Nein, ich hab sie gefragt wie das damals war wo sie schwanger wurde und sie hat mich ewig lang zugetextet. Auf jeden Fall weiß ich jetzt dass magische Ärzte es drauf haben den Vater gleich festzustellen"
"Aber doch nicht um sieben Uhr morgens!", meldete sich Robin zu Wort und verschränkte die Arme.
"Sieben Uhr was?", erneut seufzend zog ich die Decke über den Kopf und drehte mich weg, "Jungs tut ihr mir mal nen Gefallen und macht die Tür von außen zu, ja?"
"Sehr witzig", sagte Sirius und James zog mir die Decke weg und ich fing gequält an zu stöhnen, als ein kalter Windzug mich streifte.
"Ihr habt sie doch nicht mehr alle", grummelte ich und zog die Beine an und kauerte mich zusammen.
"Willst du denn nicht wissen wer der Vater ist?", fragte James und klang langsam schon entnervt.
"Um diese Uhrzeit ist mir das eigentlich völlig egal", fauchte ich als er begann mich an meiner Schulter zu rütteln, "Lass das oder ich hex dir jeden einzelnen Finger weg... Und außerdem fang ich in einer Stunde an zu arbeiten. Wie stellt ihr euch das vor?"
"Ich hab Dad schon bescheid gegeben, dass wir ins apparieren weil es dir nicht so gut geht", sagte James, "Ach du hast es ja nicht anders gewollt"
"Hey was soll das-", rief entsetzt, als ich spürte dass er seine Hände unter meinen Rücken gleiten ließ und er mich hoch hob, "Potter ich warne dich!"
Doch er hörte gar nicht auf mich und trug mich aus dem Zimmer ins Bad und stellte mich unter der Dusche ab."Soll ich dir vielleicht beim ausziehen helfen?", sagte er grinsend und ich sah ihn blitzenden Augen an.
"Das kann ich ganz gut alleine"
"Ja das hast du schon bewiesen", sagte er dann trotzig und während ich ihm noch ein wütendes "ha ha" entgegen warf, verschwand er aus dem Bad und machte die Tür zu. Was blieb mir nun anderes übrig? Ich zog meine Shorts und mein Top aus und begann mich zu duschen. Aber ich war immer noch fürchterlich müde und die wohlig warme Dusche war eine perfekte Einschlafhilfe, doch-"
"AAAHHH", schrie ich entsetzt, als das Wasser plötzlich eiskalte wurde und sogleich hörte ich draußen das bellende Lachen von Sirius.
"Bist du jetzt fertig?", rief James und noch immer vollkommen geschockt drehte ich das Wasser ab und trat zitternd aus der Dusche.
"Das wirst du mir büßen", sagte ich und begann mich abzutrocknen. Ich putzte mir schnell die Zähne, schminkte mich ein wenig, denn ich sah aus wie nach einer durchzechten Nacht und kam dann aus dem Bad. Hastig lief ich in mein Zimmer, denn trotz des Handtuches war mir immer noch richtig kalt. Doch im vorbeilaufen atmete ich den wundervollen Duft von frischen, heißem Kaffe ein und ich beeilte mich mit dem anziehen. Noch bemüht die Hose zuzuknöpfen ging ich durchs Wohnzimmer und setzte mich an den Küchentresen... Naja so konnte man den Tresen kaum nennen, denn außer einem kleinen Kühlschrank und der Kaffemaschine hatten wir nichts, was den Teil des Zimmers zu einer Küche qualifizieren würde. Robin reichte mir gähnend einen großen dampfenden Becher und nippte selbst an ihrem eigenen.
"Wir können gar nicht apparieren", sagte ich dann zu James und Sirius die ziemlich nervös auf der Couch saßen, "Was ist mir Robin?"
"Das wird doch gehen oder?", sagte James nachdenklich, doch ich schüttelte gleich den Kopf.
"Solange ich nicht sicher bin, mach ich das nicht", sagte ich und stellte mir vor wie ich nur mit einer halben Robin beim Ziel ankam und mich schüttelte es sogleich.
"Das dauert ewig bis wir in der Stadt sind", jammerte Sirius.
"Lily ich muss sowieso zu Schule", sagte Robin und ich sah sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
"Also wenn das kein Grund ist zu schwänzen dann-"
"Ich weiß, aber die werden mich voll fertig machen wenn ich heute nicht komm", sagte sie und verzog das Gesicht, "Heute müssen sich die Ballköniginanwärterinnen vorstellen... Aber ich bleib nur für diese Stunde und werd dann gleich nach Hause kommen!"
"Ich hol dich einfach nachher ab", sagte ich und sie nickte.
"Dann lass uns gehen", sagte James und stand auf und ich sah ihn nur mindestens genauso skeptisch an wie Robin und hob meine Tasse als Antwort.
"Du hast doch schon fast ausgetrunken"
"Das ist meine erste Tasse!"
"Wenn man dieses Teil Tasse nennen kann", meinte Sirius, "In so etwas servierst man vielleicht Butterbier, aber doch keinen Kaffee!"
"Ich hasse euch, wisst ihr das eigentlich?", fauchte ich und stand auf. Ich holte mir aus einem Schrank meine Thermosbecher und füllte ihn mit dem restlichen Kaffe auf. Ich nahm meine Handtasche und legte den Becher hinein.
"Das hast du uns vielleicht ein oder zwei Mal gesagt", sagte James seufzend.
"Dann ist ja alles in Ordnung", meinte ich schnippisch und ging zu meinen Schuhschrank, holte mir ein passendes Paar und warf mir meinen Mantel über.
"Wollt ihr noch mehr Zeit vertrödeln?", sagte ich als ich meinen Zauberstab nahm und beide schenkten mir nur ein müdes Lächeln, "Und übrigens müssen wir in die Winkelgasse. Dort ist mein Arzt"
Ich ging zu Robin und drückte ihr einen Kuss auf die Wange und schon apparierte ich und fand mich Sekunden später im tropfenden Kessel wieder und gleich darauf standen Sirius und James neben mir. Schon während unserer Zeit in Hogwarts, wenn wir uns aus dem Schloss schlichen um in der Winkelgasse fort zugehen, wenn zu viele Lehrer in Hosgmeade unterwegs waren, apparierten wir alle in den tropfenden Kessel, weil meistens jeder wo anders auf der Winkelgasse landete.
"James Potter und Sirius Black", hörte ich den jungen Wirt Tom freudig rufen und er grinste uns breit an, "Dass ihr euch mal wieder hier blicken lasst. Noch immer hat niemand euren Rekord im Feuerwhiskey trinken geschlagen"
"Ich glaub auch nicht dass sich das ändern wird Tom", sagte Sirius stolz und ich seufzte nur verärgert.
"Ja wir wissen alle dass ihr ein Fass ohne Boden seid. Lasst uns gehen"
"Ist da wer eifersüchtig?", sagte James grinsend, "Tja Männer können trinken, ohne Durst zu haben und Mädchen können reden, ohne ein Thema zu haben! Außerdem verträgst du für deine Größe sowieso recht viel, also mach dir nichts draus!"
"Darf ich dich vielleicht ein Mal an Silvester erinnern?", sagte ich und wischte ihnen damit ihr Grinsen aus dem Gesicht, als wir in den Hinterhof und gleich darauf auf die Winkelgasse traten.
"Es ist mir immer noch ein Rätsel wie ihr das gemacht habt", sagte Sirius kopfschüttelnd. Während wir die Straße entlang gingen, machte ich gähnend meinen Becher auf und nahm einen kräftigen Schluck.
"Hier entlang", sagte ich und bog nach links ab und ging durch einen großen Torbogen hinein in einen Hinterhof.
"Hey, hier war auch mein Kinderarzt", sagte James und blickte sich um. Man konnte sagen dass hier so ziemlich alle Ärzte vertreten waren, die man so brauchte. Wir gingen durch eine Tür und drei Stöcke weiter oben waren wir angekommen.
"Also in ein paar Monaten sollte ich mir einen anderen Arzt suchen", sagte ich keuchend, "Mit dem Gewicht was ich drauf haben werde, werden diese Treppen unmöglich."
Sirius machte die Tür auf und ließ mich eintreten. Mir war vorher nie aufgefallen wir viele Babyfotos die Wände zierten und ich merkte wie ich mich sichtlich unwohl dabei fühlte, also ging ich gleich mal zur Empfangsdame.
"Guten Morgen", sagte die Frau freundlich während sie mit ihrem Zauberstab ein paar Briefe sortierte.
"Hey mein Name ist Lily Evans und ich möchte bitte zu ", sagte ich und versuchte tapfer zu lächeln.
"Miss Evans, richtig. Haben sie einen Termin?"
"Nein, der Besuch wurde ähm spontan entschieden"
"Setzen Sie sich bitte", sagte sie und begutachtete kritisch James und Sirius, "Morgens ist sowieso nicht so viel los. Ich werde sie dann aufrufen."
"Danke sehr", meinte ich und wir setzten uns in das Wartezimmer. Mir gegenüber saß eine hochschwangere Frau, die ganz gelassen der Hexenwoche herumblätterte, während sie neben sich einen Kinderwagen hin und her schob. Ich starrte sie nur entsetzt an, denn ich konnte mir kaum vorstellen, dass ich so kurz hintereinander Kinder kriegen würde und dann auch noch so ruhig bleiben könnte. Außerdem war ihr Bauch so rund, dass es aussah als würden es Zwillinge werden und auch James und Sirius schienen entsetzt zu sein.
"Was ist wenn du Zwillinge kriegst?", fragte Sirius leise und ich stupste ihn an.
"Das ist nicht witzig", fauchte ich stimmlos, doch dann fing ich an zu grinsen, "Obwohl... dann könnt ihr euch jeweils eins aussuchen"
"Lily", sagten sie beide geschockt und die Frau blickte kurz von ihrer Zeitung auf und ich lächelte sie entschuldigend an.
"Mrs. Hudson!", tönte es plötzlich durch den Raum, "Behandlungszimmer zwei bitte"
Sie erhob sich umständlich und ging den Wagen vor sich hinschieben in das genannte Zimmer. Während wir der leisen Musik lauschten die so in etwa wie ein Weihnachtsjingle klang, spürte ich wie ich immer nervöser wurde und ich trank erneut aus meinem Becher und fing an mir auf die Lippen zu beißen. Nach etwa zwanzig Minuten, war mir schien als während es nur einige Augenblicke gewesen, ging die Tür auf und erneut ertönte eine Durchsage, die mir sagte dass wir in den Raum drei gehörten.
"Also los", sagte ich und stand auf obwohl sich jeder Muskel meines Körpers dagegen sträubte. Doch bevor ich in die Tür aufmachte, griffen Sirius und James beide nach meinem Arm und ich stolperte ein paar Schritte zurück.
"Was ist denn?", fragte ich überrascht.
"Wir wollen nur dass du weißt dass egal was das Ergebnis ergibt-", begann James und beide sahen etwas eingeschüchtert drein, "Wer auch immer der Vater ist... wir schaffen das schon gemeinsam"
Ich sah sie sprachlos an und hatte wohl noch nie so viel Zuneigung für sie empfunden wie in diesem Moment. Ich lächelte nickend und machte die Tür dann auf.
"Miss Evans, schön Sie zu sehen", sagte freundlich und stand auf um uns die Hand zu reichen, "Heute in Begleitung wie ich sehe. Setzen Sie sich. Wie kann ich Ihnen helfen?"
erinnerte mich mit seiner Glatze und dem runden Gesicht immer an einen Seemann. Er war ein sehr liebenswürdiger Arzt und was ich besonders an ihm schätzte war, dass er sich sehr für seine Patienten interessierte und man ihm nicht jedes Mal aufs Neue alles erzählen musste.
"Nun es ist so Doktor", sagte ich und hoffte nicht allzu nervös zu klingen, "Ich bin Schwanger."
"Gratuliere", sagte er strahlend und sah zu James und Sirius, "Und wer ist der Glücklich"
"Tja", sagte ich und fing an zu lachen, was mir jedoch sofort wieder verging als ich daran dachte, was er jetzt wohl von mir halten würde, "Das würde ich gerne von Ihnen erfahren.
"Oh", meinte er sichtlich aus der Bahn geworfen und strich mit der Hand über ein paar Blätter auf seinem Schreibtisch, "Darf ich sie bitte vorher untersuchen? Nur um sicher zu gehen"
"Natürlich", sagte ich und begleitete ihn ins Zimmer daneben und James und Sirius machten Merlin sei Dank nicht ein Mal Anstalten ebenfalls aufzustehen. Ich machte mich in der Umkleidekabine frei und setzte mich dann auf den Behandlungsstuhl. Nun ich möchte euch jetzt nicht die Ganze Prozedur erzählen, auf jeden Fall ging alles ziemlich schnell und nur wenige Minuten später, war ich schon dabei mich wieder anzuziehen.
"Ich muss ehrlich sagen dass ich überrascht bin", begann Dr. Gold lächelnd und richtete sich seine Brille gerade.
"Mir ging es genauso... Nun eigentlich ist überrascht das falsche Wort", sagte ich und grinste schulterzuckend, "Ich glaube "schockiert" und "am Ende mit den Nerven" trifft es wohl eher.
"Falls es Sie beruhigt Miss Evans, alleine dass die Herren sie hierher begleiten, bedeutet schon eine Menge. Wenn Sie wüssten was ich alles schon erlebt habe", sagte er kopfschüttelnd, "Mir scheint dass das Ergebnis zwar wichtig, aber nicht essentiell für die Fürsorge sein wird, die Sie und das Kind brauchen werden."
Ich sagte nichts, sondern folgte ihm nur aus dem Zimmer, wo James und Sirius immer noch saßen und es sah nicht so aus, als hätten Sie sich auch nur einen Zentimeter vom Fleck gerührt.
"Nun denn", sagte und nahm seine Zauberstab in die Hand, "Sind sie bereit oder brauchen Sie noch ein paar Minuten?"
Wir schüttelten alle drei nur den Kopf und er forderte und aus, sich nebeneinander aufzustellen.
"Wird es weh tun-?", begann ich, doch er hatte bereits eine Formel gemurmelt und aus seinem Zauberstab erschienen silberne Fäden die Sirius, James und mich miteinander verbanden und ich spürte ein leichtes, unangenehmes Ziehen in der Magengegend. Ich war vom apparieren schlimmeres gewohnt, jedoch raste mein Herz so schnell dass ich glaubte es würde mir gleich aus der Brust brechen. Es schien mir eine Ewigkeit bis er den Zauberstab sinken ließ, doch es konnten nur Sekunden gewesen sein. Plötzlich löste sich der Faden von Sirius und blieb nur mehr an James und mir hängen und plötzlich klopfte mein Herz gar nicht mehr. Es schien stehen geblieben zu sein.
"Soll das heißen-", begann James mit zitternder Stimme, doch sogleich verschwand auch der restliche Faden und ich wollte sehen wie die Jungs drein sahen, doch ich konnte mich nicht bewegen. Einerseits schien es mir als würde sich der Knoten in meiner Brust lösen, denn ich spürte seit ich erfahren hatte dass ich schwanger war, doch andererseits schien es als wäre er mir nur hoch in den Hals gewandert und wäre dort stecken geblieben. Plötzlich spürte ich wie James meine Hand nahm und sie kurz drückte, bevor er sie gleich wieder losließ. Endlich löste sich meine Starre und ich blickte zu ihm, doch sein Gesichtsausdruck verriet mir nicht was er dachte, während Sirius, auch wenn er versuchte neutral drein zusehen, sichtlich erleichtert war.
"So", sagte und zog das Wort etwas in die Länge, "Darf ich Ihnen jetzt gratulieren?"
Er reichte James die Hand, der sie eher abwesend schüttelte und ich musste lächeln. Im Moment sah er aus wie ein kleiner Junge, dem man zum ersten Mal gesagt hatte, er wäre ein Zauberer und der nicht so recht wusste, was er davon halten sollte.
"Tja wollt ihr feiern gehen?", sagte ich gespielt freudig und entlockte Sirius ein Lachen, während James sich nur langsam zu einem Lächeln überreden ließ. begann und über grundlegende erste Schritte in einer Schwangerschaft zu berichten. Ich griff zu meiner Tasche, nahm den Becher und trank erneut etwas Kaffe.
"Gut dass sie mich erinnern Miss Evans", sagte er und deutete auf den Becher, "Kaffe sollten sie nicht mehr trinken"
Ich prustete los über den wohl absurdesten Satz den ich je gehört hatte. Ich sah zu den Jungs die mich nur mit hochgezogenen Augenbrauen angrinsten. Noch immer lachend blickte ich an, als wäre er total durchgeknallt.
"Ist das ihr-"
"Ernst? Ja voll und ganz Miss Evans", ergänzte er mich nun selbst lächelnd, als er sah wie ich ihn ungläubig, aber immer noch glucksend ansah. Doch als er nichts mehr sagte hörte ich auf zu lachen und begann mich vor ihm aufzubauen.
"Hören Sie mal, das ist unmöglich", sagte ich und kam mir selbst lächerlich vor, überhaupt darüber diskutieren zu müssen, "Sie nehmen doch einen Krüppel auch noch die Krücken weg, oder?"
"Lily", ermahnte mich James und versuchte mich am Arm ziehend zum hinsetzen zu bewegen, doch ich schüttelte ihn nur ab.
"Was denn?", fauchte ich, "Ich darf doch schon keinen Alkohol mehr trinken! Das ist das Einzige was mich noch bei Laune hält!"
"Nennst du das hier bei Laune-"
"Ja so nenne ich das sehr Wohl", unterbrach ich Sirius verärgert. Die taten ja geradezu so als hätten sie gerade eben erst von meiner Kaffeesucht erfahren.
"Hören Sie Miss Evans-lassen Sie mich bitte aussprechen", sagte als er sah dass ich bereits den Mund aufmachte, "Steigen sie doch einfach auf Koffeinfreien... bitte Miss Evans, hören Sie auf zu lachen... na gut, dann reduzieren sie ihren Konsum zumindest!"
"Aber-"
"Jetzt führ dich nicht wie ein Kind auf Lily", sagte James seufzend und nur widerwillig setzte ich mich hin und verschränkte beleidigt die Arme. Zehn Minuten später waren wir fertig, machten einen Kontrolltermin aus und verließen dann die Praxis.
"Nicht zu fassen", sagte ich aufgebracht und schrie so laut dass die Leute auf der Straße sich nach mir umdrehten. Den ganzen Weg bis zum tropfenden Kessel beschwerte ich mich über die Anmaßung mir mein Lebenselixier wegzunehmen.
"Bist du fertig?", sagte James seufzend und griff sich stirnrunzelnd ans Ohr, "Das tut schon langsam ganz schön weh"
"Ich kenn noch ganz andere Dinge die weh tun", fauchte ich, "Und nein, ich bin noch lange nicht fertig!"
"Dann heb dir das wenigstens für zu Hause auf", sagte Sirius und sah die Gäste um uns herum entschuldigend an.
"Robin!", sagte ich als mir einfiel, dass ich sie abholen wollte.
"Wie kommen wir dort hin?", sagte James und hob seinen Zauberstab, "Apparieren können wir wohl kaum. Kennst du dich aus mit Muggelreisemöglichkeiten?"
"Mit den Schuhen steig ich bestimmt nicht in eine Untergrundbahn", sagte ich und deutete auf meine grauen Ankle-Boots, "Ich lass mir doch nicht auf Schuhen rumtrampeln die mich einen Monatslohn gekostet haben! Wir nehmen uns ein Taxi"
"Monatslohn", murmelte Sirius als wir hinaus in die Gasse vor dem tropfenden Kessel traten, "Du hast doch nen Knall"
"Jeder hat seine Leidenschaften", verteidigte ich mich als ich mich auf den Straßenrand stellte um ein Taxi zu rufen.
"Ja wobei die Betonung auf "Leiden"schaften liegen dürfte", sagte James grinsend als eins anhielt und wir einstiegen.
"Nach West Ham zur Public Highschool bitte", sagte ich und wandte mich dann James zu, "Ich beschwer mich doch auch nicht dass ihr Unmengen an Geld für Quidditch Sachen ausgebt! Ich kann mich noch an den Besen erinnern denn du dir für knapp 500 Galleonen nach Hogswarts liefen lassen hast. Und das war nicht dein Letzter!"
"Daran kannst du dich erinnern?", sagte Sirius verwundert und auch James sah mich ungläubig an, doch ich verzog nur die Miene.
"So wie du damit rumgeprahlt hast, kann sich wohl noch die ganze Schule daran erinnern", sagte ich schnippisch und James verdrehte die Augen, wie immer, wenn wir über seine Angeberei in der Schulzeit sprachen.
"Für das Geld was du für Schuhe ausgibst, könnt ich bereits ein Quidditch-Museum aufmachen", konterte er, "Außerdem verdiene ich mit Quidditch mein Geld."
Die ganze Fahrt dorthin diskutierten wir darüber drüber und als ich danach bezahlt und wir ausstiegen, die Jungs hatten natürlich kein Muggelgeld, versuchte ich Robin auf dem Schulhof zu entdecken, doch es waren einfach zu viele Schüler da.
"Die haben wohl grad alle Pause", murmelte ich, "Gehen wir mal zu meinem Auto. Dort wird sie dann schon hinkommen."
Wir stellten uns auf den Parkplatz und lehnten und gegen das Auto, während ich den Eingang beobachtete. Ein paar Minuten lang sagte keiner was und ich überlegte mir ob wir wohl nicht langsam über das Ergebnis sprechen sollten, doch im gleichen Moment sah ich Robin aus der Schule kommen. Doch sie war nicht alleine.
"Dieser verfluchte Jack", murmelte ich und sah ihn finster an als er Robin zum Abschied küsste und sie sich verträumt ansahen, als er ihr über die Wange streichelte.
"Soll ich ihn nen kleinen Fluch auf den Hals jagen?", sagte Sirius und beide zückten sie ihren Zauberstab, denn sie waren nicht minder verärgert darüber dass er Robin anfasste, schließlich hatten sie Robin schon lange ins Herz geschlossen.
"Seid ihr Wahnsinn? Steckt die sofort weg", sagte ich aufgebracht und drückte ihre Hände hinunter, "Was ist wenn euch wer sieht? Robin hat mir erzählt dass die mich sowieso schon alle für durchgeknallt halten. Ich kann nur von Glück reden dass heute keiner von euch beiden auf die Idee gekommen ist seinen Umhang zu tragen"
"War nur ein Vorschlag", sagte Sirius schulterzuckend und ließ seinen Zauberstab in seine Jacke gleiten. Während Robin den Schulhof überquerte bemerkte sie und bereits und fing an zu winken.
"Also wen dafür ich in Zukunft Daddy nennen?", sagte sie grinsend als sie bei uns angekommen war.
"Das wäre dann wohl ich", sagte James verlegen und kratzte sich Hinterkopf.
"Oh dann ist es ja sowieso keine Umstellung", sagte sie grinsend und ich erinnerte mich an das Familienessen im Haus meiner Großeltern.
"Lasst uns fahren", sagte ich finster und versuchte das Bild meiner reizenden Großmutter aus dem Kopf zu verdrängen, doch sogleich rutschte mir mein Herz in die Hose.
"Ich hab meinen Eltern noch gar nichts gesagt", sagte ich und griff mir mit einer hand an den Kopf.
"Deiner Mum wird ausrasten vor Freude. Die war doch begeistert von James", sagte Robin als wir ins Auto stiegen und ich den Motor anmachte. Ich sah zu James der mich stolz und selbstzufrieden angrinste.
"Sie war immer schon leicht zu begeistern", sagte ich skeptisch und er verdrehter erneut die Augen.
"Wann wirst du mir eigentlich ein Mal, mehr verlange ich echt nicht, nur ein einziges mal ein Kompliment machen?"
"Du hast mich geschwängert! Hast du echt gut gemacht! Gratuliere", sagte ich und Robin und Sirius fingen heftig an zu lachen.
"Lasst uns bitte was Essen gehen", sagte Robin, "Ich hab Lust auf Pizza"
"Ja wieso nicht", sagte und nach einem Blick in den Rückspiegel, bremste ich ab und machte eine Kehrtwende.
"Lily!", sagte James seufzend, "Mich wundert eigentlich dass dein Auto noch heil ist"
Ich erinnerte mich wie ich damals in das Feld hineingeschlittert bin, doch das sollte ich besser nicht erzählen. Im Zentrum angekommen, suchte ich beinahe eine halbe Stunde einen Parkplatz und fand einen der so klein war, dass es sich nur mit ein paar mal vorn und hinten anstoßen ausging.
"Warum können Frauen eigentlich so schlecht einparken?", sagte Sirius grinsend als ich den Motor abdrehte und ich wandte mich um zu ihm und zog eine Augenbraue hoch.
"Weil Männer uns immer sagen das seien zwanzig Zentimeter", sagte ich und Robin fing an zu lachen als wir ausstiegen.
"Und außerdem parke ich toll ein", sagte ich als wir unser Lieblingsrestaurant betraten und uns gleich an einen Tisch weiter hinten setzten, wo nicht so viele Leute waren. Nur für den Fall dass sich unsere Gespräche um Magie drehten.
"Wir haben euch schon vermisst Lily", sagte der Kellner Lucas strahlend als er an unseren Tisch kam und unsere Bestellung entgegennahm, "Kommt sofort. Wie geht's in der Schule Robin?"
"Ganz gut"
"Untertreib mal nicht", sagte ich stolz, "Sie gehört zu den Besten"
"Na dann vergiss mal nicht wer dir immer deine Lieblingspizza serviert hat wenn du mal ganz oben angekommen bist", sagte Lucy zwinkernd.
"Stammgäste?", fragte James grinsend als Lucas gegangen war.
"Jetzt untertreib mal du nicht", sagte Robin lachend, "Das war unser zweites zu Hause. Wir haben nur ein paar Straßen weiter gewohnt. Im Sommer hab ich hier ab und zu mal ausgeholfen und hab dann neben der Bezahlung jeden Tag eine Gratispizza bekommen. Ich glaub das werd ich wieder mal machen"
"Was ist mit dir Sirius? Hast du eigentlich vor dir nen Nebenjob zu suchen, bevor ihr eure Ausbildung fertig habt?"
"Bei dem Geld was ich auf Gringotts liegen habe?", sagte er lachend, "Meine Mum hat nämlich den Fehler gemacht und nach meiner Geburt ein kleines Vermögen auf meinen Namen schreiben lassen. Sie hat jahrelang mit den Kobolden gestritten dass sie es zurückhaben möchte, aber da ließ sich nichts
machen. Und arbeiten ist nichts für mich. Dunkle Zauberer jagen sehe ich mehr als Befriedigung als Arbeit. Alles andere würde ich nicht gut machen"
"Musst dir ja nichts suchen wo du viel machen musst, wenn die Bezahlung sowieso egal ist", sagte Robin schulterzuckend, "Berufserfahrung schadet niemandem"
"Eigentlich hast du Recht", sagte Sirius grinsend, "Ich würde da eigentlich nur Vorteile daraus ziehen, denn so schlecht wie ich arbeiten kann, können die mich gar nicht bezahlen"
Ich fing an zu lachen und überhaupt muss ich zugeben, dass das Essen sehr schön war. So entspannt war ich schon lange nicht mehr gewesen und Sirius und James unterhielten Robin mit Geschichten über Hogwarts und was sie da alles angestellt hatten. Ich beobachtete James wie er ihr voller Begeisterung schilderte wie er und Sirius sich im verbotenen Wald verirrt hatten und es machte mich zufrieden zu sehen, wie gut drauf er war. Ja, ich Lily Evans muss zugeben, dass ich James so langsam aber doch toll fand. Nun, wurde jetzt auch langsam Zeit, oder?
