Trauer
Hey, heute kommt leider ein etwas trauriges Kapitel. Ich hoffe, ich kann euch etwas in der Atmosphäre gefangen nehmen. Die Outfits von Anne und Constance, sowie ein Bild der Kapelle findet ihr auf Pinterest oder aber auf meinem tumblr Account. .com
Anne öffnete die Augen. Sie lag wach in ihrem Bett im Chateau Fontainbleau. Sie drehte sich Richtung Fenster. Der Himmel war bewölkt, kein Sonnenstrahl kam durch diese Wand. Ganz passend, dachte sie. Sie schlug die Decke zurück und stand aus dem Bett auf, ehe sie sich den Morgenmantel um die Schultern warf.
Nach einem Frühstück war ihr heute nun wirklich nicht. Vielleicht würde sie eine Kleinigkeit essen. Es war auch schon vorangeschrittener Vormittag. Langsam sollte sie sich fertig machen. Sie setzte sich an ihren Schminktisch und legte ein dezentes Make-up auf. Dann ging sie zum Kleiderschrank. Dort hing schon, von Constance organsiert, ihr Outfit für den heutigen Anlass.
Sie trug einen schwarz-weißen Rock mit Ornamenten. Ein Body mit langen Armen, Puffschultern und Turtle Neck diente als Oberteil. Darüber trug sie eine legere Wildlederjacke. Dazu gab es noch schwarze Ohrringe und eine Kette, passend zum Rock. Zum Schluss zog sie noch die Stiefeletten an.
Ein Diener kam herein. „Madame, eure Assistentin hat mich gebeten eine Kleinigkeit für euch zum Frühstück zu bringen." Er stellte eine Tasse und eine Kanne gefüllt mit Kaffee auf einen kleinen Tisch im Wohnzimmer, in das gerade Anne gelaufen kam. Dann folgte eine kleine Schüssel mit Obst und Gebäck. Der Diener verschwand lautlos und Anne griff nach ihrem Handy. Sie musste Constance danken, sie war immer sehr aufmerksam ihrer Umwelt gegenüber.
Nachdem sie die Nachricht getippt hatte setzte sie sich an den Tisch und schenkte sich erstmal eine Tasse Kaffee ein. Nach einem kräftigen Schuck fühlte sie sich sogleich besser und griff sogar nach ein bisschen Gebäck. Sie schlug die Tageszeitung auf und las etwas. Dennoch achtete sie nicht wirklich auf die Zeilen, sie suchte nur nach etwas Ablenkung.
Constance war froh, dass die Outfits für sie und Anne noch rechtzeitig kamen. Alles war doch recht kurzfristig geplant worden und sie musste improvisieren. Sie lag noch im Bett, da sie eine recht kurze Nacht erlebt hatte. So schön auch die Nacht war, der nun folgende Tag wurde doch für alle Beteiligten nicht ganz so erfreulich.
Sie dachte da vor allem an D'artagnan. Heute war die Beerdigung seines Kollegen. Er war einer der Sargträger und stand ihm so recht nahe. Sie seufzte laut. Sie ging nicht gerne zu solchen Anlässen, alleine um D'artagnan und Anne zu unterstützen hatte sie zugesagt. Sie wusste, dass es für Anne besonders schwer war, da sie sich immer Gedanken machte.
Sie schlüpfte gerade in ihr Kleid, dass silberne Blumen als Print hatte, als ihr Handy aufleuchtete. Anne hatte ihr eine SMS geschrieben, in der sie sich für das Frühstück bedankte. Sie war erleichtert, da sie nun wusste, dass ihre Freundin etwas zu sich nahm. Sie setzte sich auf ihr Bett und zog die Overknees an. Ihre Haare lagen nicht wirklich gut, daher griff sie nach einem Hut.
Als sie ihren Schmuck, Ohrringe und eine Perlenkette, angelegt hatte, befüllte sie ihre schwarze Clutch mit den nötigsten Dingen. Sie schaute anschließend kurz auf die Uhr. In einer halben Stunde begann der Gottesdienst. Sie zog sich noch schnell eine Jacke an und ging dann aus ihrem Appartement.
Die Trauerfeier wurde in der Kapelle des Chateaus abgehalten. Louis hatte extra darauf bestanden. Als Constance die Kapelle der Dreifaltigkeit betrat, sah sie, dass diese schon sehr gut besucht war. Da alle Angestellten sowie die Freunde und Familie des Verstorbenen eingeladen worden waren, füllte sich die recht große Kapelle schnell.
D'artagnan, ebenso wie seine Kollegen waren noch nicht da. Sie erkannte nur einige Männer der Security von dem letzten Meeting mit Treville und den anderen. Sie entschloss sich noch zu warten, da sie auch Anne nirgends erblickte. Diese wollte mit Louis kommen und gemeinsam der Familie ihr Beileid ausdrücken.
Ein kleines Grüppchen stand am Eingang der Kapelle. Eine Frau, zwei kleinere Mädchen und ein ältere Junge standen neben ihr. Dahinter standen noch zwei großgebaute Männer. Auf diese kleine Gruppe, Constance vermutete, dass es die Familie von Jonsen war, gingen gerade Anne und ihr Cousin zu. Er schüttelte zuerst der Frau und dann den beiden Herren die Hand. Als letztes kam der Junge dran. Diesem klopfte er auf die Schulter.
Constance fand dies nicht wirklich passend für diese Situation, hütete sich aber, irgendeinen Kommentar dazu abzugeben. Ihre Freundin war aufmerksamer. Sie gab auch der Frau die Hand, dann dem Sohn. Bei den kleinen Mädchen kniete sie sich hin und umarmte sie sogar. Die beiden Herren hinter der Familie beachtete sie nicht wirklich.
Als Constance ihren Blick von diesem intimen Moment abwandte sah sie, dass in dieser Zeit auch D'artagnan, Aramis, Athos und Porthos gekommen waren. Sie standen hinter Anne und Louis. Anscheinend wollten sie auch zur Familie. Aramis sah auffällig zu Anne. Er konnte gar nicht mehr wegschauen.
Als sich Anne von den Mädchen trennte und wieder in den Stand kam, nahm sie nochmal die Hand der Dame und drückte diese. Dann ging sie auf Constance zu. „Hallo Constance, schön das du da bist. Du hättest ja nicht kommen müssen." Constance streichelte leicht den Arm ihrer Freundin. „An so einem Tag sollte niemand alleine sein." Anne nickte nur.
„Ja das stimmt. Ich habe grad mit der Familie geredet. Ich wusste ja nicht, dass er drei Kinder hat. Seine jüngste ist erst vier Jahre alt. Ich glaube sie weiß gar nicht wirklich was hier los ist." Sie tupfte ihre Augen ab. „Nein, aber es ist wichtig, dass sie sich von ihrem Vater verabschieden kann. Wer sind denn die zwei Männer, die hinter der Familie stehen?"
Anne schaute böse in deren Richtung. „Nun, dass sind wohl sein Schwager und sein Bruder. Frag aber nicht wer welcher ist. Das sind sehr suspekte Menschen. Das sie nicht laut lachen, ist alles." Constance schob sie leicht in Richtung Bänke. „Das du sie nicht magst, sieht man dir sofort an. Aber komm, wir wollen Platz nehmen, es fängt gleich an."
Nach ein paar Minuten kam die kleine Kapelle auch zur Ruhe. Constance saß hinter Anne, die mit Louis und Treville, sowie der Familie in der ersten Reihe saß. D'artagnan, Athos, Porthos und Aramis standen neben dem Sarg. Der Pfarrer stand am Altar und begann zu sprechen.
Die Trauergesellschaft löste sich nach der Beerdigung langsam auf. Constance wartete noch auf Anne, die der Familie nochmal ihre Hilfe anbot. Aramis kam auf Constance zu. „Sie trauert sehr, kannte sie Jonsen?" Constance schüttelte den Kopf.
„Nein, nicht wirklich. Sie macht sich nur sehr große Vorwürfe und denkt, dass sie irgendwie Schuld hat, dass nun eine Familie ohne Vater leben muss. Vielleicht sollte ihr jemand erklären, dass sich die Sicherheitsleute von Louis von eigenen Stücken für dieses Leben entschieden haben und ihre Familien wissen, was sie erwarten könnte." Sie schaute Aramis an.
Dieser nickte nur. „Ich werde mein Möglichstes versuchen." Damit verschwand er. D'artagnan stellte sich nun an ihre Seite. „Hast du heute Abend etwas vor?" flüsterte er ihr ins Ohr. Dabei blickte er aber auf die Trauernden. „Ich glaube kaum, dass heute ein Tag für eine Verabredung ist." „Nein, da hast du recht, aber ich möchte heute Abend nicht alleine sein."
Dies ließ Constance tief einatmen. Daran hatte sie nun wirklich nicht gedacht. „Natürlich, komm einfach zu mir. Anne wollte heute eh früh ins Bett." D'artagnan griff verstohlen nach ihrer Hand und drückte diese leicht. „Danke, die Jungs und ich wollen noch etwas trinken gehen und auf Jonsen anstoßen, danach komme ich zu dir." Er lief wieder zu den anderen und zusammen mit Treville verließen sie das Chateau.
Die fünf Sicherheitsleute saßen in ihrer Lieblingsbar in Fontainbleau. Sie war recht klein und urig, in einem Kellergewölbe gelegen und hieß Cave de la Truffiere. Sie waren oft hier nach ihrem Feierabend. Sie hatten alle ein Bier und einen Kurzen bestellt. Mit diesem stoßen sie an. „Auf Jonsen!" Athos hatte als erstes sein Glas gehoben. Die anderen stimmten mit ein „Auf Jonsen! ´" Die Gläser klangen im Gewölbe nach und sie kippten den Drink in ihre Rachen.
„Kein einfacher Tag heute. Aber gute Rede, Captain." Sagte Athos. Die anderen brummten zustimmend. Treville hatte bei der Beerdigung die Rede gehalten. „Jonsen war ein guter Mann. Immer loyal, pünktlich. Er machte seine Arbeit gewissenhaft. Und jetzt das." Treville nippte an seinem Bier.
Sie saßen alle noch so da und schwelgten in Erinnerung. Nach gut einer Stunde, als sie aufbrechen wollten, kam gerade ein Mann in die Bar. Die anderen beachteten ihn nicht wirklich. Athos und Aramis liefen schon voraus. Treville folgte ihnen. Porthos und D'artagnan standen noch am Tisch, da ersterer seine Jacke noch anzog.
D'artagnan hatte beide Arme in den Ärmeln, als der großgebaute Mann direkt auf ihn zu kam und ihm einen Kinnhaken gab. Er konnte nicht ausweichen und ging mit einer blutigen Nase zu Boden. Dann geschah alles ganz schnell. Porthos stellte sich schützend vor seinem Freund und ballte die Hände zu Fäuste.
Treville war noch ganz perplex, aber Athos und Aramis bauten sich nun hinter dem Mann auf, sodass dieser nun von den dreien umzingelt waren. Treville erkannte den Angreifer als erster. „Moreau, was soll das?" Der Angesprochene schnaubte nur laut und wollte sich auf D'artagnan stürzen. Jedoch scheiterte er an Porthos. Dieser drückte ihn nur von sich weg.
„Hey, nicht so schnell. Antworte, warum greifst du uns an?" Porthos wollte, wie die anderen auch, Antworten. D'artagnan, der sich die blutige Nase hielt, richtete sich auf und antwortete an seiner Stelle. „Er ist sauer, weil er seinen Job verloren hat." Treville wusste nun um wen es sich handelte. „Moreau, du hast einen Gast den Kings angegriffen. Hätte D'artagnan dich nicht gefeuert, hätte ich es sofort gemacht."
Athos, Porthos und Aramis wussten zwar nicht um was es ging, jedoch standen sie hinter ihrem Captain und D'artagnan. Porthos richtete sich nun vor Moreau auf und wirkte so noch bedrohlicher. „Ich denke wir verlassen jetzt die Bar." Die fünf liefen vorsichtig an dem Angreifer vorbei. Moreau rief hinterher. „D'artagnan, das ist nicht das letzte Mal."
