damit ihr nicht zu lange warten müsst, hier zumindest der erste Teil.
.
Kapitel 17 – Avalon (Teil 1)
„Avalon?" runzelte Harry seine Stirn.
„Ich sehe, Geschichte der Zauberei war wohl nicht dein Lieblingsfach" gluckste Merlin und Harrys Wangen röteten sich etwas.
„Ich mochte es auch nie" grinste Merlin. „Aber das ist jetzt und hier nicht wichtig."
„Ist dieses Seelenband durch den Herz-Such-Zauber entstanden?" vermutete Harry.
„Herz-Such-Zauber?" schnaubte Merlin. „Dieses neumodische Zeugs? Nein mein Junge, das Seelenband und der Herz-Such-Zauber gehören zwar zusammen, aber um alles zu verstehen, müssen wir ganz vorne beginnen."
„Voldemort versuchte Dich zu töten und erschuf in Dir einen Horkrux" begann Merlin dem überraschten Harry zu erzählen.
„Woher weißt Du das alles?" fragte Harry ungläubig.
„Das ist Magie" brachte Merlin gerade noch heraus bevor er sich in einem Lachkrampf schüttelte. „Tut mir leid Harry, aber den Witz musste ich jetzt einfach bringen."
„Aber weiter. Durch diesen Horkrux wurde Deine Magie stark beeinträchtigt. Normalerweise fließt die Magie durch den Körper des Zauberers, bei Dir war das nicht möglich, da deine Magie durch den Horkrux gebunden war. Wärst Du nicht eh ein schon sehr starker Zauberer, Du wärst ein Squib geworden. Als Voldemort dich dann im Wald getötet hatte, zerstörte er den Horkrux. Albus hat mir von Eurem Gespräch erzählt, also wundere Dich nicht Harry. Dadurch, dass der Horkrux vernichtet war, konnte deine Magie erstmals fließen. Nur langsam, aber ausreichend genug, um Voldemort in der Großen Halle zu besiegen. Als Du dann ein bestimmtes magisches Niveau erreicht hast, konntest Du aus Hogwarts heraus apparieren."
„Aber das lag doch an den Horkruxen und den Heiligtümern" erwiderte Harry.
„Papperlapapp" widersprach Merlin. „Über diesen Irrtum habe ich Albus schon bei unserem letzten Schachspiel aufgeklärt. Das hatte nichts mit den Heiligtümern zu tun und mit den Horkruxen nur in so fern, dass Du keiner mehr warst. Nein, Deine Magie strömte durch den Körper und Du hattest erstmals Zugriff auf dein eigenes Potential. Und damit erkannte dich Hogwarts als Erbe von Gryffindor und du konntest apparieren."
„Bedeutet das, dass ich ab sofort in Hogwarts apparieren kann?" fragte Harry unsicher nach.
„Ja" grinste Merlin. „Du brauchst Dich also in Deinem letzten Schuljahr nicht mehr in die Küche zu schleichen. Aber weiter. Nachdem Du appariert bist und dein magisches Potential genutzt hast, warst Du erst mal bewusstlos. Das erklärt sich damit, dass Du diese Magie nicht gewohnt warst und dein Geist und dein Körper dich erst mal vor sich selbst geschützt hat. Nun zu diesem Seelenband" fuhr Merlin fort. „Dieser Herz-Such-Zauber dienst dazu, jemanden zu finden, in so weit waren deine Lehrer richtig informiert. Aber der Zauber funktioniert nur, wenn ein Seelenband bereits besteht. Mit diesem Zauber lässt sich keine nur bekannte Person ausfindig machen. Der Zauber beruht darauf, dass der Suchende einen Teil seines Herzens über genau dieses Seelenband aussendet und spürt, wo das andere Ende des Seelenbandes ist. Und somit kennt der Suchende den Aufenthaltsort. Wenn man den Zauber ohne Seelenband ausführt, besteht eine nicht zu verachtende Gefahr des Seelentodes des Suchenden. Vergleichen kannst Du es mit dem Kuss eines Dementoren."
Harry schluckte und sah Merlin verwundert an. „Aber warum hat es bei Hermine und mir funktioniert?"
„Weil ihr schon ein Seelenband hattet" erklärte Merlin. „Aber wie ihr beide das gemacht habt, kann nicht mal ich sagen. Vermutlich ward ihr von Anfang an füreinander bestimmt und hattet schon immer eine gewisse Art von Verbindung miteinander. Der finale Auslöser dürfte der Traum von Hermine gewesen sein. In dieser Nacht haben eure beiden Seelen ohne euer bewusstes Zutun und ohne einen Zauberspruch ein Seelenband aufgebaut. Höchst ungewöhnlich, muss ich gestehen."
Harry kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
„Es gibt 3 verschiedene Stufen eines Seelenbandes. Die einfachste Stufe ist eine Gefühlsverbindung, somit spürst Du, was der andere fühlt, wie es ihm geht, was ihn bedrückt oder glücklich macht. Das ist nicht mal so ungewöhnlich. Die zweite Stufe ist das Verständnis. Auf dieser Stufe können sich zwei Zauberer ohne Worte verständigen und wissen doch, was der andere meint und was zu tun ist. Diesen Punkt erreichen zum Beispiel glückliche Ehen oder aber auch so besondere Zwillinge wie Fred und George. Die dritte Stufe ist die Verständigung. Das hast Du bereits getan. Du hast mit Hermine geredet und somit habt ihr die höchste Stufe eines Seelenbandes erreicht. Aber es wird dich bestimmt nicht überraschen, wenn ich Dir sage, dass Du kein gewöhnlicher Zauberer bist."
Harry stöhnte. „Nicht das schon wieder" grummelte er.
„Doch, doch" grinste Merlin. „Du und Hermine, ihr habt die vierte eher theoretische Stufe des Seelenbandes erreicht. Fawkes hat Euch dabei geholfen."
Harrys Blick richtet sich in die Ferne als er an den Abend bei den Weasleys dachte.
„Harry, als Fawkes das goldene Leuchten entstehen lies, hat er dein Seelenband aus deinem Körper geholt und es um dich herum gelegt. Da Phönixe sich an Zauberer binden können, hat er sich deines Seelenbandes bedient, um mit dir zu reden. Das ist etwas, was Phönixe sehr selten tun. Fawkes vermutete zudem in Hermine das andere Ende des Seelenbandes und er hatte Recht. Auch bei Hermine holte er das Seelenband hervor, woraufhin sie ebenfalls golden leuchtete. Als sich dann euer Seelenband um euch herum schloss, wart ihr wie eine Person, wie eine Seele. Deswegen hast Du genau wie Hermine etwas ganz besonderes gespürt. Welche Möglichkeiten Euch dieses „Phönix-Seelenband" eröffnet, vermag ich nicht zu sagen. Diese theoretische vierte Stufe konnte bisher nicht erforscht werden. Ihr seid vermutlich die ersten, die diese Stufe erreicht haben oder zumindest die ersten, von denen es bekannt ist."
„Jetzt aber zu etwas Anderem" änderte Merlin das Thema. „Voldemort versucht aus dem Reich der Toten zurückzukehren."
„Bitte was?" Harry verschluckte sich an seinem Kürbissaft.
„Ja, leider" bestätigte Merlin. „Eine Zwischenwelt hast Du bereits gesehen, als Du dein Gespräch mit Albus hattest. Nun, es gibt ein paar dieser Zwischenwelten, in denen sich das Reich der Lebenden und das Reich der Toten überschneiden. Es gibt die weißen Welten wie Kings Cross oder auch Avalon, es gibt aber auch schwarze Welten. Der Zugang erfolgt durch Dimensionstore, von denen es nur noch sehr wenige gibt. Auf Grund des Missbrauchs habe ich zu meiner Zeit fast alle Dimensionstore zerstört und das Wissen über die Erschaffung ging glücklicherweise vor sehr sehr langer Zeit verloren. Von den schwarzen Toren existiert kein einziges mehr. Von den weißen Toren gibt es nach dem Ende von Kings Cross nur noch das Tor von Gryffindor, durch welches Du nach Avalon gekommen bist. Aber darüber kann Voldemort nicht zurückkehren. Die einzige Möglichkeit für ihn sind die beiden letzten grauen Tore. Tore, die sowohl der weißen als auch der schwarzen Seite zur Verfügung stehen."
„Harry" ermahnte ihn Merlin eindringlich. „Lass nicht zu, dass Voldemort zurückkommen kann. Vernichte die Dimensionstore, denn sollte Voldemort aus dem Reich der Schatten zurückkehren, dann wird er nicht alleine kommen und die Welt mit Dunkelheit überziehen."
„Wie soll ich das machen?" fragte Harry und seine Augen leuchteten.
„Das kann und darf ich Dir nicht sagen, mein Junge. Ich habe eigentlich schon viel zu viel gesagt" bedauerte Merlin. „Aber jetzt ist es erst mal an der Zeit, dass Du Dein Erbe antrittst." Mit diesen Worten steckte Merlin Harry einen Ring an seinen Finger und es durchfuhr Harry wie ein Stromschlag. „Und dieser Ring ist für Deine Hermine" und Harry spürte einen etwas kleineren Ring in seine Hand fallen, bevor um ihn herum alles schwarz wurde.
