AN: Kursiv Dracos Gedanken

"Kursiv" der Seelengeist oder Vertrauter von Draco (Name kommt schon)

Übrigens: thx für die reviews

Draco Malfoy alias James Bond


Laut aufseufzend fuhr sich Draco durch seine wirren Haare. Es war alles so verwirrend. Ein Wesen, das sich Dolus nannte, war vor zwei Tagen in seine Seele eingepflanzt worden. Ihm wurde klar gemacht, dass er nun einer dieser „Auserwählten" war. Draco hasste diesen Gedanken, wegen Harry, der auch immer der Auserwählte genannt wurde. Doch machte ihn das auch stolz. Seine Freunde waren auch Auserwählte, darüber haben sie zwei Tage lang diskutiert. Sie waren aufgeregt gewesen und der Stolz brannte ihnen ins Herz.

Aber wieso ihn? Dolus hatte gesagt, dass er besonders sei und die Malfoys waren schon immer so eine Ausnahme. Draco wusste nicht, was Dolus damit meinte, denn er konnte sich nicht erinnern, dass seine Eltern ihm irgendwas vom Frevelgott erzählt hatten. Dolus hatte sich geweigert, ihm so viel in zwei Nächten zu erklären und erst heute Nacht würde Draco die Wahrheit erfahren.

Einen weiteren Seufzer ausstoßend, machte er sich wieder an die Arbeit, nachdem er nachdenklich seinen Kugelschreiber angestarrt hatte.

Das Treffen mit Harry Potter besserte seine Laune auch nicht. Unter Mühen konnte er sich beherrschen und ihn nicht noch einmal zu zerfetzen, aber es war knapp.
"Argh!", fluchte Draco leise und ließ seinen Kugelschreiber vor Schreck fallen. Seine Hand war in Flammen aufgegangen, sie verletzten ihn nicht, aber es war ein Zeichen dafür, dass er seine Wut nicht unterdrücken konnte. Zur Sicherheit schob er seine Formulare weg, dabei blickte er nachdenklich auf seine von kleinen Flammen umgebene Hand. Er versuchte sich zu beruhigen, dabei dachte er an Hermine, wie sie lachte und Liebe aus den Augen ausstrahlte. Die Flamme wurde kleiner, doch plötzlich sah er ein Bild von Ron und Harry, wie sie boshaft lachten und auf Hermine deuteten, die willenlos von Auroren abgeführt wurde. Dabei murmelte sie immer wieder abwesend: „Ich bin befreit, endlich frei."

Sofort schossen die Flammen hoch und loderten gefährlich, so als ob sie einen Feind gewittert hätten und sich verteidigen müssen.

Draco schloss die Augen und knirschte verärgert mit seinen Zähnen. Er probierte es mit Okklumentik, und tatsächlich, die Flammen verschwanden, da keine weiteren Erinnerungen vorhanden waren.

Er machte sich weiter an die Arbeit und schon wieder häuften sich seine Aufträge, dabei schaffte er nicht mal die Hälfte. Die Arbeit brachte ihn fast um, doch der Gedanke daran, seine Organisation zu schützen, hielt ihn davon ab zu kündigen. Außerdem würde Dolus, sein Vertrauter und Helfer, ihm schon irgendwie helfen.

Gähnend besah er sich die Aufgaben und beschloss erst mal, sich zu entspannen und lehnte sich in seinem Chefsessel zurück.

„Mr. Malfoy?", ertönte eine Stimme, die nur langsam in sein verrostetes Gehirn eindrang. Müde rieb er sich seine Augen und sah auf. Vor ihm stand höchstpersönlich sein Chef, der ihn streng ansah.

„Die ganze Abteilung wurde darauf aufmerksam, dass Sie überstresst sind. Ich wollte Ihnen nur ein Besuch abstatten, um zu sehen, wie Sie Ihre Arbeiten erledigen. Erst dann bestimme ich, ob Sie leider ausgetauscht werden müssen oder nicht. Dabei lasse ich Sie einen ganz verzwickten Fall lösen. Gestern wurde ein Waffenladen überfallen, alle Gewehre, Pistolen und weitere Schießwaffen wurden sauber entwendet, sogar die Vorräte im Lager sind weg. Dabei konnte jedoch die Polizei nicht feststellen, wie sie gestohlen sind, nicht mal Fußspuren waren zu sehen oder Gerüche.

Genug geredet, ich werde Ihnen beim Falllösen zuschauen. Ich habe schon einen Dienstwagen bestellt, vier Laborexperten werden Ihnen dabei behilflich sein. Machen Sie sich bereit, in fünf Minuten treffen wir uns unten."

Draco musste sich hart zusammenreißen, um seinen Kopf nicht verzweifelt gegen die Tischplatte zu hauen. Warum mussten seine „lieben" Mitarbeiter so sorgsam sein? Können sie ihn nicht erstmal fragen bevor sie etwas dem Oberchef sagen? Schließlich war Draco der Chef von ihnen.

Der Waffenraub war eindeutig von den Teufelsfalken, wie konnte er richtig arbeiten, wenn er sie nicht verraten wollte? Darauf fiel ihm keine Antwort ein.

Steif zog er sich seine Jacke an und ging zu dem Treffpunkt. Dabei blitzte er jeden an, den er in seiner Abteilung kannte. Verwirrt blickten sie ihm nach. Was hatten sie ihm angetan? Das war doch nur für sein eigenes Wohl.

„Ah, Mr. Malfoy. Steigen sie ein.", sagte der Chef und nahm selber im protzigen Auto Platz. Draco folgte ihm, dabei entwickelte sich ein unangenehmes Gefühl. Er war sich sicher, dass sein Chef ihn nun über die aktuellen Stände fragen würde und er wurde nicht enttäuscht.

„Haben Sie schon irgendwelche Vermutungen was den Fall betrifft?", fragte der Chef höflich nach, doch ein scharfer Unterton schwang mit. Er war nicht der Typ, der alles durchgehen ließ. Seine spitzen Sinne spürten oft, wann jemand log und wann er die Wahrheit ausspuckte. Doch egal wie scharf seine Sinne waren, Draco war der Meisterlügner.

Draco wusste, dass es in diesem Fall ungeeignet war, einfach „Nein" zu sagen. Der Chef wertete das nicht als „na gut, dafür kann er nichts" sondern dachte eher, dass er nicht anständig arbeite.

„Wenig, bisher habe ich nur herausgefunden, dass es vielleicht immer dieselben Diebe sind, die zurzeit alle Waffenläden ausrauben.", berichtete Draco. Er hatte keine Ahnung ob diese Information Schaden anrichten könnte, deshalb blieb er ahnungslos von den Folgen.

Der Chef richtete sich ein wenig auf und sagte leise: „Wissen Sie auch warum diese Diebe dauernd Waffenläden bestehlen? Kann es sein, dass es eine Armee ist? Denken Sie auch, dass es mehrere Diebe sind, die eine Organisation bilden und diese Waffen brauchen? Oder wollen sie die Nation schwächen, damit wir nicht gegen sie eingreifen können? Denn es ist genau der Laden gewesen, wo die meisten Polizeizentralen ihre Waffen kaufen."

Draco schwitzte leicht. Alles was der Chef vermutet hatte, stimmte. Aber dass der Laden ausgerechnet der beliebteste war, das wusste er nicht. Er schalt sich für so viel Unachtsamkeit, wie sollte er sich da rausreden?

„Da bin ich mir nicht so sicher, schließlich haben die Diebe auch Familienhäuser überfallen", stammelte er leicht. Doch schon wieder schien er was falsch gesagt zu haben.

„Es sind also wirklich mehrere Diebe? Und sie haben auch Familienhäuser überfallen? Das ist aber wirklich interessant.", murmelte der Chef nachdenklich. Es wurde brenzlig, Draco musste sich seine Worte sorgfältiger zurechtlegen.

Dolus, wo bist du? Verdammt, jetzt brauche ich dich und du bist nicht da, dachte Draco verzweifelt.

Es entstand eine Pause bis er sie durchbrach.

„Ich vermute, es sind nicht mehr als fünf Diebe, denn diese Familienhäuser sind einfacher zu knacken als die hoch gesicherten Läden.", sagte er.

„Aber wie können fünf Diebe einen ganzen Waffenladen ausrauben? Ich denke, dahinter steckt mehr. Und Sie haben Recht, Häuser sind einfacher zu knacken. Aber wahrscheinlich hatten sie cybertronische Hilfe. Man weiß ja nie, wie fortgeschritten die Technik heutzutage ist.", murmelte nun der Chef mehr zu sich selbst als zu Draco. Dieser brach in Schweiß aus, je weiter er redete, desto schlimmer wurde die Lage. Er beschloss, vorerst seinen Mund zu halten. Doch er konnte sich nicht mehr konzentrieren, die Panik raubte ihm den Verstand. Er wollte nicht die Teufelsfalken verraten und doch hat er schon ein bisschen preisgegeben. Nun lag es an ihn, wieder die Verdächte wegzulöschen. Doch wie?

"Ist Ihnen warm?", sagte der Chef, als er den verschwitzten Draco sah, der eben dabei war, den Schweiß von der Stirn zu wischen. Draco nickte mit dem Kopf und murmelte: "Überbehitzte Autos im Winter, obwohl kein Schnee fällt und die Sonne scheint."

"Keine Sorge, wir sind da."

Der schwarze Zwölfzylinder Jaguar fuhr geräuschlos eine verlassene Straße entlang, bis er still stand. Der Motor summte friedlich vor sich hin, als Draco und sein Chef ausstiegen.

Die Straße war gesperrt, denn dort wuselten Beamten hin und her, suchten nach Beweisen und Indizien, überall waren konzentrierte Gesichter aufgesetzt. Sofort schritt ein Beamte auf Draco und sein Chef zu und berichtete: „Immer noch keine eindeutige Beweise. Doch wir haben was sehr interessantes gefunden. Folgen Sie mir."

Dracos Herz sank in die Hose. Unheil vorahnend ging er dem Beamten hinterher und er schluckte hart. Seine Lungen schürten sich zu, als er einen kleinen Büschel weißen Felles in einem Beutel sah. Dieses Fell schimmerte auch noch, wenn man genauer hinsah, entstand eine kleine silberne Rauchwolke. Das war ein Fellbüschel von Hermines Animagusform, als sie geschickt dort alles ausspionierte. Anscheinend blieben ein paar Haare an den Regalen hängen.

Mit einem Schlag erinnerte sich Draco, dass der Zauber nur für am Körper liegende Haare geeignet war. Von Animagusformen war nicht die Rede. Draco schloss seine Augen und nahm tief Luft. Heute ging auch alles falsch. Doch bei den Gedanken an Hermine erwärmte sich sein Herz leicht und gab ihm neuen Mut.

„Was hat das zu bedeuten?", fragte der Chef scharf nach. Der Beamte erwiderte darauf: „Die Forscher meinen, es sei Wolfsfell, doch sie haben noch nie so eine Rasse gesehen. Außerdem zweifle ich, warum ausgerechnet ein Wolf hier im Laden gewesen sein sollte.

Die einzig richtige Vermutung wäre, dass die Täter unechtes Wolfsfell anhatten und dabei unvorsichtig waren. Oder die Täter züchten wirklich neue Wolfsarten, von denen keiner bekannt ist."

Der Chef nickte und ging nachdenklich in den leeren Laden. Der ganze Raum gähnte nur so vor Leere, alle Regale dehnten sich in die Länge, da sie nichts mehr beinhalteten. Alle Haken, wo eigentlich Gewehre dranhängen, dösten vor sich hin. Die ganze Lagerhalle war einfach nur erschreckend leer.

Draco schritt steif seinem Chef hinterher. Sein Gehirn wollte keine Lösungen ausspucken. Anscheinend konzentriert sah er sich um, während er verzweifelt nach einer Lösung suchte.

Sein Chef trat wieder zu ihm und fragte: „Und?"

Draco schüttelte seinen Kopf und antwortete langsam: „Nichts, anscheinend waren die Diebe sehr geschickt. Aber ich bin am Arbeiten"

Dolus! Dolus! Schnell! Dracos innerliche Rufe klangen ein wenig wütend. Dieser Gesandte hatte ihm versprochen, immer da zu sein. „Was ist? Ich habe gerade meinen Herr getroffen und ihm die Lage erzählt", sagte Dolus gereizt.

Nein, es ist schlimmer als du denkst. Ich hab mich in Schwierigkeiten gebracht und nun schöpft der Chef Verdacht!

Ohne Grund fing Dolus an zu lachen, laut und amüsiert.

Das ist nicht witzig!

Oh, doch. Mit deinem Köpfchen könntest du ein Auror sein, Auroren sind auch zu stolz um nachzudenken. Bist du ein Zauberer oder nicht? Schon mal was vom Gedächtniszauber gehört? Dein Chef ist ein Muggel, er wird es nicht merken und andere auch nicht."

Draco erstarrte. Am liebsten hätte er laut geschrieen und sich selber verflucht. Wie konnte er nur so dumm sein? Unauffällig zog er seinen Zauberstab und manipulierte das Gedächtnis von seinem Chef. Alle Informationen wurden durch unnützliche ersetzt. Schließlich steckte er sein Zauberstab zurück und dankte Dolus, auch wenn er sich schämte.

Meine Hilfe war aber auch dringend nötig, nicht war?", sagte dieser sarkastisch. Draco grummelte und machte sich weiter an die Arbeit.

Plötzlich ertönte ein Funksignal vom Funkgerät, dass fast jeder Beamte mit sich trug. Eine kräftige Stimme rief: „Einbruch in einem Nobelhaus, Dieb auf der Flucht, Verfolgung läuft. Amber Street 75"

Sofort stieg die Hälfte der Beamten in einen Polizeibus, Draco folgte. Sein Gehirn drohte zu platzen, all diese Sachen überforderten ihn. Er war sich sicher dass es nicht ein Anhänger von ihm war. Er hatte ihnen allen verboten tagsüber einzubrechen und außerdem würden die Anführer davon merken, denn die Anhänger waren mit einem Bann versehen.

„Mr Malfoy, kümmern Sie sich bitte um die Bestohlenen.", rief ein Beamter, als sie ankamen. Daco lief sofort zu dem besagten Nobelhaus und wäre fast über etwas gestolpert, als er an der Haustür angelangt war. Dieses Etwas war ein kleines Kind, ein Mädchen. Dicke Kullertränen liefen ihr hübsches und niedliches Gesicht herunter, dabei bemerkte er geschockt ein paar tiefe Kratzer. Sie hatte braune lange Haare, und dazu haselnussbraune Augen. Doch sie waren verängstigt. Das Mädchen erinnerte Draco stark an Hermine, er kniete sich hin und fragte sanft: „Was ist passiert?"

Das Mädchen schluchzte auf und bevor Draco überhaupt es wahrnahm, hatte es ihn in einer festen Umarmung gezogen. Draco tätschelte das Mädchen behutsam und fragte noch mal: „Was ist passiert?"

Dabei ignorierte er Dolus' Stimme, die verächtlich schnaubte: „Sie kennt dich nicht einmal und schon fällt sie dir in die Arme"

Schluchzend kam es zurück: „Dieser miese Dieb ist mein Vater. Er hat mich und meine Mutter immer geschlagen, deshalb wollte sie ihn wegschicken. Er ist sauer weggegangen und heute will er sein Geld und seine Sachen zurück. Dabei hat er mich und meine Mutter hart geschlagen, meine Mutter liegt auf den Boden und sie will nicht aufwachen."

Draco tätschelte sie immer noch, dabei staute sich Wut auf. Wie konnte ein Mann so was seiner Tochter und Frau tun? Dabei war das Kind höchstens sieben. Er hob das weinende Mädchen auf und fragte behutsam: „Wie heißt du?" „Melanie", kam es leise zurück.

Immer noch Melanie streichelnd betrat er das Wohnzimmer und sah geschockt eine verletzte Frau an. Ein Veilchen verzierte ihr rechtes Auge, Kratzer waren auf ihr hübsches Gesicht und ihre Kleidung war zerfetzt. Überall Schnittwunden und blaue Flecken. Sofort zückte Draco unauffällig seinen Zauberstab und heilte die Frau so gut es ging, ohne auch nur ein Wort von sich zu geben. Dabei zupfte Melanie an seinem Hemd herum, ihr Gesicht gegen Dracos Wangen geschmiegt und sie blickte traurig in die andere Richtung.

Nachdem die Frau wieder normal aussah, setzte er Melanie ab und sie stürzte sich auf ihre Mutter, die langsam aufwachte. Bevor beide sich in irgendeiner Weise bei Draco bedanken konnten, war er verschwunden.

Dieser hatte ein Suchzauber ausgesprochen und verfolgte diesen Schurken. Draco war unerklärlich wütend, irgendwas hatte sein Herz gerührt, diesen Mann zu suchen und zu bestrafen. Dieses Mädchen tat ihm wirklich Leid und er wünschte keiner Familie so einen Vater.

Hm, ein Gentleman. Mach es, ich werde dir helfen, auch wenn das außergewöhnlich ist.", kam es zögernd von Dolus.

Draco dankte ihm kurz und rannte so schnell es ging, seine Ausdauer war gestiegen. Alle Passanten sahen ihm staunend nach, die Frauen schmachteten ihn an. Seine Haare flogen nach hinten, während er unermüdet weiterlief. Sein lässig aufgeknöpftes Hemd flatterte ihm hinterher, sein rachsüchtiges Gesicht sah für die weiblichen Geschlechter einfach total heiß aus.

Nach einigen Minuten erreichte Draco die Autobahn. Sofort sah er den Schurken, denn sein ausgeführter Zauber gab ihm dieses bestimmte Gefühl. Der Flüchtling saß in einem Sportwagen, wie man sah, ein luxuriöses.

Draco war tatsächlich genauso schnell wie ein Auto gewesen, wenn nicht schneller. Seine übermenschlichen Fähigkeiten hatte er von seinem Animagus, denn Falken rasten bis zu hundert Sachen.

Mit einem waghalsigen Sprung von einer Brücke schaffte er es auf die Autobahn. Er fing den harten Sprung auf und rannte weiter wie um sein Leben, bloß dass er nicht gehetzt aussah, sondern eher cool wie James Bond.

Er lief an verschiedenen Wagen vorbei und die Fahrer staunten nicht schlecht, als sie einen Mann schneller als sie laufen sahen. Draco versuchte es nun anders, er sprang auf einen Autodach hoch und sprang weiter, von einem Autodach zum anderen, immer auf ein Auto das schneller war als der andere.

Als er die vielen Polizeiwagen sah, sprang er wieder herunter. Immer noch nicht erschöpft lief er nun unmenschlich schnell, bis er einen Polizeiwagen eingeholt hatte. Mit einem Ruck öffnete er die Tür und sprang hinein, die Tür wackelte bis sie schließlich vom Fahrtwind wieder geschlossen wurde.

Ohne ein Wort riss er den überraschten Fahrer weg vom Lenkrad, sodass dieser auf dem Rücksitz lag und Draco gab Gas. Der Wagen gab alles her was er hatte. Mit 200 Sachen näherte er sich dem Schurken, der wie ein Verrückter links und rechts fuhr, immer wieder ein Auto überholend oder wegcrashend.

Draco verließ das Steuer, öffnete die Tür indem er unachtsam sie auftrat und sie von den Angeln gerissen wurde. Er schwang sich mit einem Rückwärtssalto auf das Dach und hielt sich fest. Mit zusammengekniffenen Augen suchte er den Flüchtling. Der Fluchtwagen raste mindestens 20 Meter vor ihm. Er zog seine Pistole, die er immer bei solchen Einsätzen dabeihatte und zielte. Mit zwei Schüssen schoss er die Hinterreifen vom Fluchtwagen ab, danach schmiss er die Pistole aus Zeitgründen weg, denn er musste schnell reagieren.

Der Wagen wurde deutlich langsamer, nun war es nur noch fünf Meter weit vor Draco entfernt. Er krabbelte bis zur Motorhaube des Polizeiwagens und mit einem Ruck sprang er waghalsig durch die Lüfte. Wie in Zeitlupe landete er auf allen Vieren auf das Dach des Sportwagens, was mit einem dumpfen Aufprallgeräusch begleitet wurde, und krallte sich fest.

Der Wind peitschte ihm ins Gesicht, doch er ließ sich nicht abschütteln. Mit einem Schlag per Faust brach Draco die vordere Autofensterscheibe ein, die Splitter flogen in allen Richtungen und er schwang sich geschickt herein. Seine Füße kickten den Schurken vom Steuer und das Auto schwankte gefährlich, doch Draco hielt sofort das Steuer fest und lenkte dagegen. Mit seiner freien Hand hielt er den Flüchtling an der Gurgel fest. Vorsichtig lenkte er nun das Auto auf eine Nebenspur und bremste. Schließlich stand das Auto still und Draco brach die Tür auf, trat hinaus und zog den Schurken hinterher. Zwar hatte sich Draco die Bestrafung anders vorgestellt, so ließ er es bleiben.

Von weitem hörte er Polizeisirenen heulen, die immer lauter wurden bis die Polizeiwagen stoppten und Polizisten ausstiegen. Alle richteten ihre Waffen auf den Flüchtling, der nun verängstigt zitterte und dabei immer wieder Draco anstarrte, der ihn immer noch an der Gurgel hielt.

Draco ließ ihn angeekelt los und schritt lässig auf seinen Chef zu, der ihn verblüfft anstarrte. Wortlos zeigte er auf Dracos rechte Hand, die blutete. Dieser zuckte nur die Schultern, als Zeichen, dass ihm das egal sei.

„Das…das war einfach unfassbar. Sie dürfen Ihren Job behalten.", stotterte der Chef verstört. Anscheinend lagen ihm tausend Fragen auf der Zunge, doch er bekam keine einzige heraus.

Draco lächelte cool und schlenderte wieder zum Schurken zurück, der gerade mit Handschellen belegt wurde. Leise aber kalt flüsterte er, dass nur die beide es hören konnten: „Wenn du wieder aus dem Knast herauskommst, dann gnade dir Gott, dass ich dich nicht zerlegen werde, wenn das noch mal passiert."

Dieser zuckte erschrocken zusammen, erwiderte aber nichts.

Draco lächelte wieder und sagte den Beamten Bescheid, dass er zu Fuß nach Hause gehe. Sie nickten nur respektvoll, das war die verrückteste Actionszene, die sie jemals live gesehen haben. Vielleicht in Filmen, doch nicht real. Dabei bemerkten sie nicht mal den Sinn des Satzes, so ehrfürchtig waren sie.

Draco spazierte auf der Nebenspur der Autobahn und als er sich für sicher hielt, legte er einen Unsichtbarkeitszauber auf sich und apparierte wieder zurück zu Melanies Haus. Dabei heilte er seine Hand, als er die letzten Meter zur Tür ging.

Nun stand er vor der Tür. Zaghaft klopfte er daran und sofort öffnete sich die Tür. Eine Frau, die fast unverletzt aussah, strahlte ihn an und bat ihn herein. Da kam auch schon Melanie zu ihm hergehopst und klammerte sich an seinen Beinen fest. Draco lachte und hob sie auf. Zusammen ging er zum Wohnzimmer und erst jetzt bemerkte er die Unordentlichkeit im Raum. Zertrümmerte Vasen lagen auf den Boden, Stühle sind umgekippt worden, Sessel wurden zerfetzt.

Sofort reparierte er alles mit seinem Zauberstab und als die Frau und Melanie ihn verblüfft anstarrten, veränderte er ihre Gedächtnisse und sie dachten, es sei so gewesen. Melanies Mutter, Gabriele, bedankte sich überschwänglich bei ihm und wollte ihm Geld anbieten. Draco lehnte es lässig ab, sagte aber, er müsse gehen. Melanie ließ ihn ungern weg, doch Draco musste los. Gabriele bot ihre Freundschaft an und als Draco ihr tief in die Augen sah, erkannte er, dass sie es ernst meinte. Sie wollte nichts als nur die Freundschaft.

„Und vielen Dank noch mal!", rief Gabriele ihm hinterher. „Ja, komm wieder!", sagte Melanie freudig.

Draco ging fröhlich pfeifend davon und spazierte eine Weile, um noch mit Dolus reden zu können.

Du weißt schon, dass du ohne meine Hilfe gestorben wärst? Und du hättest nie so schnell gerannt. Außerdem hättest du schon längst solche Dackelbeine gehabt.", sagte Dolus vorwurfsvoll. Draco unterdrückte ein Zucken mit den Schultern, das würde komisch aussehen, wenn er mit niemanden sprach.

Trotzdem. Ich hätte es immer noch getan und wenn du mir nicht geholfen hättest, dann hätte ich auch mit Magie das überwältigen können. Zum Beispiel den Sprung, den hätte ich durch Fliegen abdämpfen können.

Ja, du hast Recht, aber den Adrenalinstoß habe ich dir gegeben. Ohne den wärst du nach einer Minute total ausgelaugt. Aber ich nehme an, du willst gerne Rummel haben, stimmt's?", sagte Dolus belustigt. Hätte er ein Gesicht gehabt, dann könnte Draco sich gut vorstellen, wie er ihm zuzwinkerte. Schließlich meinte Draco nur: Das war nur eine neue Erfahrung. Es gefällt mir, du könntest mich öfters unterstützen. Sag bloß, du magst meine Art nicht. Die Gesandten werden nach dem Charakter bestimmt, hast du mir gestern gesagt.

Dolus lachte leise und sagte: „Stimmt. Aber ich denk, du bist immer noch arroganter als ich."

Draco zog ärgerlich seine Augenbrauen zusammen. Ich war arrogant, weil ich dachte, das sei nobel. Aber jetzt weiß ich was nobel ist.

Ach ja?", fragte Dolus neugierig. Draco lächelte und genau in dem Moment kam eine junge Frau vorbeispaziert. Diese lächelte schüchtern zurück und ging seufzend weiter.

Dass ich so gut aussehe ist nobel. Mehr brauch ich nicht. Hast du gerade gesehen.

Trottel. Wenn ich eine Gestalt hätte, würde ich tausendmal besser aussehen.", gab Dolus beleidigt zurück. Draco schmunzelte. „Wenn du hättest", murmelte er. „Hast du aber nicht"

Er amüsierte sich über seinen Vertrautender ihm drohte, in der Nacht nichts mehr beizubringen. Kannst du machen. Was wird dein Herr sagen?

Sofort wurde es still und Draco apparierte zurück zu seinem Büro. Ich mache dir einen Vorschlag. Du hilfst mir beim Arbeiten und ich lass dich in Ruhe. Ich denke, das ist deine Lieblingsarbeit, raffinierte Lügen erfinden. Ich brauche wieder welche, sonst wird mein Chef wieder misstrauisch.

Dolus stimmte erfreut zu. Er liebte es glaubhafte Lügen oder Listen zu erfinden und zu verbreiten.