Moin Moin!

Ohne viele Worte kommt hier Kapitel 21, natürlich wieder gebetat von Federline.
Vielen Dank für eure tollen Reviews! Jedes Mal freuen mich eure Rückmeldung ungemein!

Einen schönen Rest-Sonntag und ganz liebe Grüße!
Eure SiamKitty


21. Ruhelos

Mit drei Pullovern, zwei Hosen und einem dicken Zaubererumhang am Körper saß Harry in dieser Januarnacht vor dem Zelt und hielt mal wieder Wache. Es waren gefühlt minus 50 °C und seine Lippen waren bereits blau. In seinen halbtauben Fingern hielt er Hermiones Zauberstab.

Ihr Besuch in Godric's Hollow hatte in einem Desaster geendet.

Noch immer versetzte es Harry einen Stich, wenn er an seinen zerbrochenen Stab in Hermiones Perlenhandtäschchen dachte. Er wusste, dass es unfair war deswegen sauer auf sie zu sein, schließlich war es keine Absicht gewesen. Sie hatte ja vorgehabt sie beide vor Voldemorts Schlange zu schützen und dabei war es halt passiert. Damals hatte Harry die Beherrschung verloren, hatte Hermione angeschrien und sogar beschimpft. Heute tat ihm das natürlich sehr leid, aber dennoch verspürte er immer noch eine gewisse Wut im Bauch.

Er wollte dieses Gefühl auch nicht unterdrücken. Denn es fühlte sich so an, als ob man ihm einen Teil von sich genommen hätte. Und eigentlich war es ja auch so. Sein Zauberstab aus Stechpalmenholz mit einem Phönixfederkern, den er mit Elf Jahren bei Ollivanders erstanden und mit dem er zaubern gelernt hatte, war zerstört.

Noch nie in seinem Leben hatte Harry sich so unvollständig gefühlt wie in diesem Moment.

Hermione trat aus dem Zelt und brachte ihm eine Tasse mit heißem Tee. Seit diesem Vorfall in Godric's Hollow kümmerte sie sich nahezu aufopferungsvoll um Harry. Sie machte stets das Essen, brachte ihm Tee und ließ ihn ansonsten größtenteils zufrieden.

Harry hatte auch keine Lust mehr alles immer und immer wieder mit ihr tot zu diskutieren, weder das Thema Horcruxe, noch Gryffindors Schwert oder Dumbledore und ganz besonders nicht, was sie als nächstes planen und in Angriff nehmen sollten.

Die Luft war einfach raus.

"Geht es?", fragte Hermione als sie ihm die Tasse in die Hände gab.

Ein stummes Nicken war Harrys Antwort. Er nahm einen Schluck, stellte das wohltuende, warme Getränk an die Seite und starrte wieder geradeaus in die Dunkelheit des Waldes.

"In Ordnung. Ich werde mich noch etwas hinlegen und dich dann in vier Stunden ablösen", sagte Hermione in sanftem Tonfall, ehe sie zurück ins Zelt schlich. Sie wirkte ein wenig wie ein geprügelter Hund, doch Harry kümmerte es nicht weiter. Sie mussten schließlich beide zusehen, wie es jetzt weiterging.

Harry wollte sich ablenken, mal nicht ganz so schweren Gedanken nachhängen. Er dachte an seine Freunde, an Hogwarts und wie ihr Leben sein könnte, wäre alles in bester Ordnung. Wahrscheinlich würde er um diese Zeit in seinem warmen Bett im Gryffindor-Turm liegen und nach Ron ein Kissen werfen, da dieser mal wieder zu laut schnarchte. Tagsüber würde ihn Hermione in den Ohren liegen wegen der bevorstehenden UTZ-Prüfungen, doch Harry würde eher die nächsten Quidditch-Spiele im Kopf haben.

Seine Mundwinkel zuckten kurz. Eigentlich könnte alles so einfach sein. Eigentlich ...

Er fasste in die Innentasche seines Umhangs und holte das ach so unscheinbar aussehende Stück Pergament heraus. Mit Hermiones im Grunde sehr schönem Zauberstab aus Weinstockholz tippte er einmal auf das Papier und flüsterte: "Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin."

Schon erschien in der Mitte des Pergamentes die wohlbekannte Begrüßung:

Die hochwohlgeborenen Herren

Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone

präsentieren stolz die

KARTE DES RUMTREIBERS

Um den Schriftzug herum bildete sich rasch der Plan von Schloss Hogwarts und den angrenzenden Ländereien.

Harry entfaltete Stück für Stück die Karte und suchte sie nach seinen Freunden und ehemaligen Professoren ab.

Er entdeckte Neville als Einzigen in ihrem alten Schlafsaal und Ginny, wie sie noch im Gemeinschaftsraum in einem der gemütlichen Ohrensessel vor dem sicherlich warmen Kaminfeuer saß. Professor McGonagall hatte sich in ihr Büro zurückgezogen. Traurigerweise waren weniger Schülernamen auf der Karte zu sehen, was der Schulreform unter Voldemorts Herrschaft geschuldet war. Ein paar Lehrer liefen auf den Gängen Patrouille. Amycus Carrow schien gerade auf dem Weg ins Schulleiterbüro zu sein, in dem Snape auf und ab ging.

Durch Draco wusste Harry ja, dass es in Hogwarts momentan alles andere als fröhlich zuging.

Apropos ... wo steckte eigentlich Draco? Harry suchte die gesamte Karte ab, konnte seinen Namen jedoch nirgends entdecken. Er war weder im Slytherin-Gemeinschaftsraum, noch in seinem Schlafraum, auch nicht irgendwo auf den Gängen. Denn es hätte ja sein können, dass er in seiner Funktion als Vertrauensschüler wieder den Aufpasser spielen musste.

Eigentlich war es Harry zuwider ihn durch dieses verzauberte Pergament dermaßen auszuspionieren. Meistens öffnete er die Karte kurz vor dem Schlafengehen noch einmal, sah Dracos Namen unweit seines Bettes in den Slyterin-Räumlichkeiten und konnte dann beruhigt einschlafen.

Doch dieses Mal machte Harry sich ernsthaft Sorgen. Irgendwie überkam ihn das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Er versuchte sich mit dem Gedanken zu beschwichtigen, dass Draco sich vielleicht in den Raum der Wünsche verdrückt haben könnte, um mal wirklich etwas Ruhe zu bekommen.

Dennoch wollte er Gewissheit haben. Harry steckte die Karte zurück in seine Umhangtasche und wollte gerade das Büchlein herausziehen, da durchflutete ihn ein stechender Schmerz ausgehend von seiner Stirn.

Es war die Narbe, welche pochte um immer stärker schmerzte. Nach ein paar Sekunden wurde es so schlimm, dass Harry ganz schwarz vor Augen wurde. Im nächsten Moment kippte er auch schon zur Seite.

Harry fühlte, wie unbändige Wut in ihm aufstieg und konnte auch schon in der nächsten Sekunde durch die Augen von Voldemort sehen.

Er befand sich in einem großen, dunklen Raum. Vor ihm lag ein Mann, der schrecklich schrie während er auf ihn einen Zauberstab gerichtet hielt.

"Ich bin schwer enttäuscht von dir Walden!", sagte die unheilvolle Stimme von Lord Voldemort. "Du kommst hier her und erzählst mir, dass du seine Spur verloren hast und erwartest von mir Gnade?!"

"Bitte ... Herr...", stammelte Walden Macnair und krabbelte dabei wenig würdevoll über den Boden.

"Draco!", schnarrte der Dunkle Lord, "Zeig ihm was passiert, wenn man mich einmal zu viel enttäuscht! Ich habe gehört, du seist bei diesem Fluch sehr begabt."

Der Blick wanderte zu einem schmalen Gesicht, aus dem ängstliche, hellgraue Augen zurückschauten.

"Los, tu es! Oder du bekommst meinen Zorn am eigenen Leib zu spüren!"

Das war das Letzte was Harry hörte, bevor er wieder zu sich kam. Kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn, als er sich langsam wieder aufrichtete. Die Gedanken wirbelten kreuz und quer durch seinen Kopf und so richtig wollte Harry nicht glauben, was er eben gesehen hatte. Es war Draco, er war bei Voldemort und dieser benutzte ihn auf abartige Weise für die Bestrafung eines anderen Todessers. Deswegen war er auch nicht auf der Karte des Rumtreibers zu sehen, denn er war gar nicht in Hogwarts.

Noch völlig durcheinander und geschockt von dem eben Gesehenen, griff Harry in die Umhangtasche und holte das Buch hervor.

Ohne weiter nachzudenken schrieb er hastig: "Draco, ich bin ganz krank vor Sorge! Bitte! Schreib zurück, wenn du wieder in Sicherheit bist vor IHM!"

Er realisierte erst, was er da eigentlich geschrieben hatte, als es schon zu spät war. Das magische Büchlein hatte die Worte bereits in sich aufgenommen und würde sie erst wieder preisgeben, wenn Draco sein Buch öffnete um sie zu lesen. Harry ärgerte sich über sein überstürztes Handeln, konnte es nun jedoch nicht mehr ändern.

Also wartete er, trank manchmal einen Schluck von dem immer noch herrlich heißen Tee, den ihn Hermione vorhin gebracht hatte und starrte abwechselnd auf die Karte und in sein Buch. Die Minuten fühlten sich für Harry an wie Stunden.

Dann endlich, am Rande des Pergamentes tauchte Dracos Name auf. Er musste appariert sein. Was Harry jedoch unendlich erleichterte war, dass Draco lebte, denn sonst würde ihn die Karte nicht anzeigen. Er beobachtete wie die kleinen Fußspuren, die zu seinem Freund gehörten, zum Schloss hinaufgingen.

Erst als Draco in seinem Schlafsaal angekommen war, tippte Harry das Papier mit dem Zauberstab an und sagte mit beruhigter Stimme: "Unheil angerichtet."

Er steckte die Karte zurück in seinen Umhang und guckte gebannt auf die erste Seite des Büchleins. Nach ein paar Minuten erschien auch, zwar etwas krakelig geschrieben, Dracos langersehnte Antwort: "Keine Angst, es geht mir gut. Ich bin wieder in Hogwarts. Aber woher hast du gewusst, dass ich bei IHM war?"

Mist.

Natürlich könnte Harry von der magischen Karte erzählen. Doch das allein würde nicht erklären, woher er wusste, wo Draco sich genau aufhielt. Durch die Karte hatte Harry ja nur vermutet oder eher befürchtet, dass Draco außerhalb von Hogwarts war. Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als die Wahrheit zu sagen. Schon allein deshalb, da er ihn auf keinen Fall belügen wollte.

"Harry?! Bitte antworte mir!", legte Draco noch einmal nach und Harry konnte seinen bohrenden Blick quasi auch über die Entfernung förmlich spüren.

Obwohl es ihm unheimlich schwer fiel, schrieb er dennoch: "Ich habe dich gesehen. Es war schrecklich."

"Aha, du hast mich gesehen... Und warum versuchst du mich mit so einer blöden Ausrede abzuspeisen? Kannst du neuerdings hellsehen oder was?"

Es war offensichtlich, dass Draco mies drauf war. Eigentlich wunderte das Harry auch nicht weiter, weshalb er beschloss, mit dem Rumdrucksen aufzuhören und Draco zu beichten, wie es wirklich war.

"Ich ... kann manchmal durch die Augen von IHM sehen."

"WAS?!"

Harry atmete tief durch. Er ahnte, dass Draco nicht gut darauf reagieren würde. Deshalb erklärte er zu seiner Verteidigung:

"Es passiert einfach so, ohne Vorwarnung. ER hatte versucht mich zu töten, als Baby und meine Mutter hat mit einem Schutzzauber dafür gesorgt, dass er es nicht konnte. Aber seitdem gibt es wohl so eine Art Verbindung und immer wenn ER aufgebracht oder wütend ist, dann überträgt sich das irgendwie auf mich und ..."

"Und das lässt du einfach so zu?!", wurde Harrys Erklärung von Dracos Worten überschrieben.

Er hielt inne und starrte einfach nur auf das Blatt.

"Du willst mir ernsthaft erzählen, dass zwischen dir und dem Dunklen Lord eine Verbindung besteht und du hast es nicht für nötig gehalten, mir das schon mal früher zu erzählen?!"

"Naja, es ist lange nicht mehr vorgekommen, dass das passiert ist und irgendwie hatte es sich nie ergeben mit dir darüber zu sprechen", versuchte Harry zu beschwichtigen. Irgendwie ging das in eine völlig falsche Richtung.

"Es ist lange nicht mehr vorgekommen?! Wann war denn das letzte Mal?"

Harry musste einen Moment überlegen, ehe er antwortete: "Ich glaube, das war damals im Eulenturm, als du mir das Buch gegeben hast."

"Ach, damals als du ohnmächtig geworden warst? Harry! Das war extrem beängstigend! Deine Augen haben sich verdreht und du bist ohnmächtig geworden. Hätte ich gewusst was los war ... Merlin, ich hätte ganz anders reagiert! Weißt du wie gefährlich das für uns alle ist?!"

Harry starrte einfach aufs Papier. Natürlich wusste er das. Aber was sollte er denn tun? So einfach war das nicht seinen Geist abzuschotten. Er hatte nie begriffen wie das gehen soll.

Während er nachdachte, schrieb sich Draco weiter in Rage.

"Es gibt Menschen, die ihr Leben für dich riskieren! Allen voran ich und Granger und du hast nichts Besseres zu tun, als diese Verbindung einfach so zuzulassen und rein gar nichts dagegen zu tun? Was ist, wenn sich der Dunkle Lord dieser Verbindung bewusst ist und sie ausnutzt?! Dann ist es ein Leichtes für ihn, dass mit uns herauszufinden und dann bin ich des sicheren Todes! Ich versuche mich hier so bedeckt wie möglich zu halten und was machst du? Lässt einfach mal deinen größten Feind in deinen Kopf eindringen! Wusste Dumbledore davon? Hat dir irgendjemand jemals versucht beizubringen, deinen Geist zu verschließen?

Man Harry, wie kannst du nur so dumm und verantwortungslos sein?! Ich kann gar nicht sagen, wie wütend ich gerade auf dich bin!"

Es war schon klar, dass Draco ihn nicht wirklich für so unklug hielt, wie er das gerade kundgetan hatte. Dennoch tat es Harry weh, diese harten Worte von ihm an den Kopf geworfen zu bekommen. Er hatte genug Probleme, da wollte er sich nicht noch mit Draco streiten. Er war doch sonst immer derjenige, der Harry ablenkte, tröstete oder ihm wieder neuen Mut gab. Es war zum verzweifeln. Er wollte sich nicht streiten und doch herrschte ihn Draco nun im übertragendem Sinne an. Sein Gemüt kochte hoch, also schrieb er als Erwiderung:

"Denkst du etwa mir gefällt das, so mir nichts dir nichts umzukippen und dann im Kopf dieses Irren zu stecken?! Snape hatte mal versucht mir Okklumentik beizubringen. Aber das war kein Unterricht, sondern eine Vollkatastrophe! Seitdem bin ich beim Thema Gedanken verschließen so ziemlich auf mich gestellt. Wenn du also nicht zufällig einen Okklumentik-Meister aus dem Ärmel schütteln kannst, dann hör auf mich so zu kritisieren! Ich finde es auch nicht schön, dass ich mich nicht gegen SEIN Eindringen in meinen Geist schützen könnte. Es macht mir genauso Angst! Aber ich weiß auch gerade nicht wirklich, wie ich es ändern soll! Also hör auf mich so anzumotzen!"

Harry rieb sich die kalten Hände und schnaufte geladen vor sich hin. Bei Merlin, das war ja so, als ob sie wieder zwölf Jahre alt waren und sich gegenseitig anfeindeten bis zum geht nicht mehr. Fehlte nur noch, dass sie sich kindische Schimpfnamen geben. Ihn nervte diese Diskussion gewaltig.

"Tut mir leid, Harry. Ich wollte dich nicht so anfahren. Es war einfach ein schlimmer Tag."

Seufzend ließ Harry die Schultern hängen. Draco hatte recht, sie sollten sich beide beruhigen. Er kniff die Augen zusammen und dachte an Dracos unheimlich erschrockenen Blick von vorhin. Nach und nach verflog sein Ärger. Es war für ihn selbst erstaunlich, wie schnell und mit was für einfachen Worten es Draco schaffte, ihn wieder runterzuholen.

"Ja sorry, ich wollt auch nicht so ... naja entschuldige. Ich war nur so geschockt dich in dieser Situation zu sehen und dann dein Gesicht..."

Am liebsten wollte Harry ihn nie wieder so sehen. Er wollte nicht, dass sich in Dracos wunderschönen grauen Augen so viel Angst spiegelte.

"Lass uns nicht mehr über den heutigen Tag reden. Es ist vorbei und ich bin noch ganz. Viel wichtiger, mein kleines Narbengesicht, ist, dass wir dich in Okklumentik fit bekommen. Da ich das zufällig beherrsche, kann ich dir helfen."

Harry blinzelte ungläubig und schrieb:

"Was, echt jetzt? Wieso kannst du Okklumentik?"

Zu sagen, dass er erstaunt über diese Information war, wäre untertrieben.

"Meine Tante hatte es mir beigebracht, schon vorletzten Sommer. Ist ja auch egal. Tatsache ist, ich kann dir vielleicht helfen. Wo bist du gerade?"

"Im Forest of Dean. Hermione hatte uns heute Morgen herappariert. Sie hatte wohl mal mit ihren Eltern hier Urlaub gemacht und meinte, es sei ein abgeschiedener Ort."

"Oh, in Ordnung. Aber so meinte ich das nicht, Scarface. Wo genau befindest du dich gerade? Im Zelt? Bist du allein? Hast du einen Moment Ruhe?"

Ach so war das gemeint. Harry fasste sich an die Stirn.

"Ich sitze draußen vor dem Zelt und halte Wache. Es ist aber alles still. Glaub Hermione schläft schon."

"In Ordnung. Dann hör mir jetzt ... äh, befolg einfach meine Tipps. Schließe die Augen und konzentrier dich. Höre den Wind in den Bäumen rauschen und entspann dich vollkommen. Versuche deinen Geist zu leeren, sprich, einfach an nichts zu denken. Nichts und niemand soll zu dir vordringen, sei für dich. Der Schlüssel zur Okklumentik ist der Wille, dich von allem anderen abzuschotten."

Das klang gar nicht so schwer. Unglaublich, Draco hatte Harry mit diesen Ausführungen schon mehr geholfen, als Snape damals in all ihren sogenannten Unterrichtsstunden. Die alte Fledermaus hatte ihn nur unter Druck gesetzt und so kryptische Anweisungen gegeben wie `Sie müssen sich ihrer Emotionen vergewissern´ oder `Disziplinieren Sie ihren Geist´. Mit solchen Anleitungen konnte Harry damals nicht viel anfangen.

"So einfach ist das?", schrieb er verwundert.

"Um Okklumentik zu erlernen brauchst du Ruhe, Konzentration und einen starken Willen. Ich denke gerade vom Letzteren hast du mehr als genug. Du wirst es sicher schnell beherrschen. Probier es mal aus, mach die Augen zu und fokussier dich. So wie ich es dir gesagt hab."

" Okay, ich werd es versuchen. Bleibst du noch ein bisschen mit mir wach und hilfst mir, falls nötig?", fragte Harry mit einem Lächeln auf den Lippen.

Er genoss Dracos indirekte Gesellschaft. Immer wieder schaffte dieser es, dass er sich ein bisschen weniger einsam und hilflos fühlte. Kaum zu glauben, vor nicht allzu langer Zeit waren sie noch erbitterte Feinde. Schon komisch, wie sich die Dinge manchmal ändern.