So, es gibt heute schon wieder ein Update, weil ich erst mal für eine Weile wegfahre. Und so bedanke ich mich jetzt erst mal für eure tollen Reviews!
blaue-banane: Natürlich hat Albus seine Nase überall, wo er sie nicht haben sollte ;) – er ist Schulleiter *g* - außerdem brauch ich doch einen Kuppler, der mehr Einfluss hat (nicht gegen Ginny, aber sie könnte Severus ja nicht so penetrant auf die Nerven mit diesem Thema gehen ;)
legilimens66: Na ja, der Kuss war ja nur eine Rettung, dass der in beiden so viel auslöst, hätten sie nicht erwartet. Und Hermine, na ja, da müsste ich jetzt spoilern ;). Ob es keine Regel gibt, weiß ich nicht, aber es hat gut gepasst. Außerdem – nur, weil es nicht verboten ist, heißt das ja noch lange nicht, dass es jemand ausnutzen würde :) (bzw. auf die Idee dazu kommen könnte). Und keine Sorge: Friede, Freude, Eierkuchen ist nicht drin (immerhin handelt es sich um Snape :)) *böse grinst*.
Principessa: *rot wird* Hermine war ja längst fällig, es wurde Zeit, dass sie nun endlich mal zugibt, was sie an dem mürrischen Kerkerbewohner findet :) – aber dazu braucht's natürlich Ginny (ohne die bei mir sowieso nichts geht, ich mag das Mädel einfach ^^). Und Albus, der muss auch immer an Bord und dann so kauzig wie möglich sein … Und: Er hat jetzt gleich wieder einen Auftritt! Also, Bühne frei!
Viel Spaß mit dem Kapitelchen – freue mich auf eure Meinungen =)
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Kapitel zwanzig - Hoffnungen platzen nun mal!
Albus Dumbledore schlich geknickt über die Gänge. Anscheinend hatten weder das Tagebuch, noch Miss Grangers fast liebevoller Umgang, noch Severus' Gefühle für sie irgendetwas an dem Tränkemeister verändert. Wahrscheinlich, so dachte Albus schweren Herzens, würde dies nie geschehen. Severus hatte eindeutig zu lange die Last des Spionierens getragen, um nun noch viel an seinem Charakter zu ändern. Wieder Vertrauen zu irgendwem zu fassen.
„Albus? Du siehst aus, als wäre irgendetwas nicht in Ordnung!", Minervas sorgenvolle Stimme zu hören, war wie Balsam für seine Seele.
„Nun, vielleicht hattest du recht und ich hätte den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen sollen …", gab er traurig zu.
„Von welchen Dingen reden wir eigentlich?" Minerva spürte, dass jetzt ihre Stunde gekommen war, ein paar von Albus' kleinen Geheimnissen rauszubekommen.
Und so begann Albus Dumbledore zu erzählen. Von Miss Weasleys und Miss Grangers Idee, den Tränkemeister durch Tagebucheinträge aufzuweichen, von Miss Weasleys Versuchen, den unzugänglichen Professor mit Miss Granger zu verkuppeln, von seinem eigenen Eingreifen in diesen Plan. Davon, wie sich Severus und Miss Granger nähergekommen waren, davon, wie Severus gelächelt hatte, als er, Albus, sich noch hinter den Regalreihen versteckt hielt und schließlich davon, wie rüde Severus ihn behandelte.
Minerva war zunächst geschockt, dass ausgerechnet ihre Lieblingsschülerin, Hermine Granger, zu Slytherin-Methoden griff. Aber, um einem Slytherin zu helfen, blieb wohl nichts anderes übrig. Natürlich fragte sie sich, woher Albus immer alles wusste, hatte allerdings längst aufgegeben, ihn danach zu fragen, er würde seine Quellen (wahrscheinlich irgendwelche besonders gesprächsfreudigen Gemälde) niemals preisgeben. Irgendwie tat es ihr die Idee an, zum einen, den Tränkeprofessor auf diese Art und Weise vor sich selbst zu retten und zum anderen, ihn mit ihrer Lieblingsschülerin zu verkuppeln. Wenn sie so darüber nachdachte, dann waren die zwei ein wirklich schönes Paar. Albus war einfach überzeugend, wenn er die beiden als Paar schilderte …
Aber was sollte man tun? „Am besten, wir halten uns völlig raus. Wenn sich Severus unbeobachtet vorkommt, wird er sich am ehesten trauen, weitere Schritte zu gehen!", sagte Minerva sehr weise.
„Nun gut, meine Liebe. So schwer es mir auch fällt, ich werde mich nicht weiter einmischen!", zwinkerte Albus, Minervas Worte hatten ihn zuversichtlich gestimmt und hie und da konnte er ja immer noch nachhelfen, wenn es tatsächlich ganz schlecht aussehen sollte …
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Am nächsten Morgen stand Hermine extra früh auf, um etwas zu tun, für das sie andere sonst belächelte. Sie wollte sich irgendwie … schön machen. Immerhin hatte sie heute Zaubertränke, bei Severus … Er sollte sie nicht nur an den Wochenendabenden als jemand anderen als die Schülerin Hermine Granger wahrnehmen.
Nachdem sie sich und Ginny eingestanden hatte, ihn zu lieben, wurde es Zeit, die Initiative zu ergreifen und ihn zu verführen! Immerhin hatte Dumbledore bereits so etwas wie grünes Licht gegeben und in den Schulregeln fand sich kein Eintrag, der Beziehungen zwischen Lehrkräften und Schülern verbat. Sie hatte recherchiert! Also, Severus Snape war eindeutig fällig! Und das mit dem Tagebuch, das würde sich sicher finden. Ginny hatte ihr wirklich Mut gemacht.
Letzterer verließ sie allerdings, als sie sich vor dem Badezimmerspiegel wiederfand. Sie hasste es, sich zu schminken und hatte aus diesem Grund doch eher keine Ahnung, was sie tun sollte. Wunderbar! Da war sie die beste Hexe, die jemals auf Hogwarts lernte, hatte zudem während ihrer Schulzeit nicht unwesentlich zum Fall eines irren Schwarzmagiers beigetragen, war in der Lage, selbst Severus Snape zum Lächeln zu bringen und dann … Dann verzweifelte sie an den einfachsten Handgriffen des Frau-seins. Es war eindeutig traurig!
Zum Glück schien Ginny einen sechsten Sinn dafür zu haben, dass ihre beste Freundin tatkräftige Unterstützung gebrauchen konnte und stand plötzlich im Badezimmer.
„AHA! Wusst' ich's doch! Da plant jemand einen ausgereiften Angriff auf seinen Tränkemeister!"
„Mit deinen kupplerischen Fähigkeiten machst du eindeutig Trelawney Konkurrenz !"
„Viel mehr als das, meine Liebe!", sagte Ginny mit rauchiger Stimme, wie um die Wahrsageprofessorin nachzuahmen.
„Aber ja, du hast recht, ich muss irgendwas tun! Severus, also ich meine, Professor Snape, muss sehen, dass ich nicht nur die besserwisserische Schülerin bin!"
„Ich denke, in dem Zusammenhang solltest du vielleicht von ihm als „Severus" sprechen. Andererseits, einige Menschen stehen ja drauf, in gewissen Situationen als ‚Professor' bezeichnet zu werden … Wenn du verstehst was ich meine!", sagte Ginny mit verschwörerischem Grinsen und Hermine wurde rot.
„Ok, genug geschwafelt! Dann wollen wir mal sehen …"
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Zwanzig Minuten später betraten Hermine Granger und Ginevra Weasley mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht die Große Halle. Besonders Hermine fühlte sich wie neugeboren, auch wenn sie eigentlich nicht viel an ihr verändert hatten, da sie beide übereingekommen waren, dass Professor Snape eher auf weniger als auf mehr stand.
Ginny hatte nur auf ein paar kleine Veränderungen an Hermines Frisur und ein geringfügiges Make-up bestanden. Dennoch – Hermine kam sich unbesiegbar vor. Snape hatte keine Chance! Dieses Hochgefühl hielt ungefähr bis zu dem Moment an, an dem Professor Severus Snape mit wallenden Roben um die Ecke bog. Er schien ungefähr so gutgelaunt wie ein Hippogreif, der von Draco Malfoy gereizt wurde.
Trotzdem beschloss sie, ruhig zu bleiben und betrat mit einem leisen Lächeln den Kerkerraum. Snape würde sich schließlich kaum vor all den anderen etwas anmerken lassen, wenn sie also nach der Stunde ein wenig bummelte … Snapes Gereiztheit ließ während der Doppelstunde nicht nach, sondern schien nur schlimmer zu werden. Was er wohl hatte? Und welchen Grund könnte sie anführen, wenn sie als letzte hier im Raum war – irgendwie musste sie ihn doch in ein Gespräch verwickeln.
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Er war schlecht gelaunt. Nein, er war schlechter als schlecht gelaunt. Die ganze Nacht hatte er aufgrund einer ganz besonderen Gryffindor kein Auge zugetan. Als er dann einsah, dass es irgendwie sinnlos war, einzuschlafen, hatte er sich mit einem guten Buch an seinen Kamin setzen wollen. Was er auch tat. Bis er merkte, dass er sich auf keines der Worte konzentrieren konnte und sein Blick durch den Raum fiel. Bis er an Hermine Grangers Tagebuch hängen blieb. Wunderbar! Sie schon wieder!
Jetzt, nachdem er sich eingestanden hatte, sie zu lieben und der damit aufgestiegene Glücksballon sich verflüchtigte, kam er sich dämlich vor. Natürlich schien sie an ihm interessiert, aber diese Tagebuch-Sache würde sie garantiert von ihm abbringen. Gut, er könnte es vernichten, so tun, als ob nichts wäre und dann mit ihr seinen Spaß haben …
JA! Das ist mein alter Mann, wie ich ihn kenne und liebe! Frohlockte seine innere Stimme.
In der Tat, der Gedanke war verlockend. Wenn er nur nicht so sicher wusste, dass er eindeutig zu alt für derartige slytherinsche Handlungen wurde … Und irgendwie bedeute sie ihm doch eindeutig zu viel, um lediglich mit ihr seinen Spaß zu haben.
Diese Gedanken beschäftigten ihn den Rest der Nacht und als er dann unausgeschlafen, unrasiert und sowieso vom eben begonnenen Tag genervt um die Ecke bog und sie sah, fühlte er sich noch unausgeglichener als sowieso schon. Die Zaubertrankstunden glitten dahin, er konnte sich kaum beherrschen, nicht andauernd zu ihr zu schielen … Hoffentlich verließ sie schnell seinen Kerker. Hoffentlich nicht!, schrie ein anderer Teil seines Unterbewusstseins.
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„Packen Sie Ihre Sachen und dann verschwinden Sie gefälligst – schnellstmöglich!", Hermine fühlte, wie ihr Herz wild zu pochen begann und ließ sich, wie geplant, viel Zeit. Hoffentlich fiel es niemandem auf, dass sie gerade in Zeitlupe ihre Sachen packte. Und in Zeitlupe ihren Kessel auswusch. Und in Zeitlupe die restlichen Zutaten ins Regal zurückstellte. Allerdings schien es wirklich niemanden aufzufallen, da alle nur schnellstmöglich das Zimmer verlassen wollten. Gut so. bald war sie nur noch allein mit Snape.
„Was trödeln Sie so, Miss Granger! Haben Sie keinen Unterricht?" anscheinend war es keine gute Idee gewesen, länger zu bleiben. So gereizt, wie er klang. Allerdings, sie war Gryffindor! Jetzt würde sie nicht klein bei geben.
„Nein Sir, ich habe zwei Freistunden." Eigentlich ja Geschichte der Zauberei, aber einmal in ihrem Leben wollte sie auch mal den Unterricht schwänzen!
„Dann verschwinden Sie! Gehen Sie raus und tun, was Menschen Ihres Alters eben tun!"
Sie wandte sich um und sah ihn an. „Und was, wenn ich lieber noch ein wenig mit Ihnen reden wollte?" Keine gute Idee, dermaßen mit der Tür ins Haus zu fallen, dachte sie noch, bevor sich sein Gesicht vor Zorn verzog.
„Und haben Sie mit Ihrem angeblichen Superhirn auch mal darüber nachgedacht, dass ich vielleicht nicht mit IHNEN reden wollte? Sind Sie wirklich so von sich selbst überzeugt, dass Sie glauben, ein Gespräch mit Ihnen könnte mir Freude bereiten?"
Eindeutig, es wurde Zeit für einen strategischen Rückzug. Er hatte sie getroffen - und zwar richtig. Ja, sie hatte geglaubt, er könnte Freude an Gesprächen mit ihr finden, vor allem nach gestern Nacht. Nicht, dass sie erwartet hätte, er würde ihr freudig um den Hals fallen, aber wenigstens ein bisschen mehr … mehr Irgendwas eben.
„Anscheinend habe ich mich getäuscht …", sagte sie, bevor sie ihren Mund stoppen konnte. Vielleicht war es leise genug, dass er sie nicht gehört hatte. Ein Blick in sein Gesicht – offensichtlich nicht. Für einen Moment glaubte sie ehrliche Überraschung und fast so etwas wie Freude darin zu sehen, bevor es wieder undurchdringlich wurde.
„Offensichtlich", sagte er kalt und sie drehte ihm den Rücken zu und ging aus der Tür. Er sollte jetzt nicht noch in den Genuss kommen und sehen können, dass sie fast heulte, vor Wut und Enttäuschung. Nein, die Genugtuung würde sie ihm nicht bieten! Und dann rannte sie zu ihrer Eibe und erst da ließ sie ihren Tränen freien Lauf. Wie konnte er nur so … so eklig sein?! Und da hieß es immer, Frauen hätten Stimmungsschwankungen! Ob er vielleicht hinter die Tagebuchsache gekommen war? Nein, dafür war er eindeutig zu friedlich gewesen …
