Man nannte sie die heilige Stadt: Jerusalem, der große Schmelztiegel der Kulturen und Religionen Syriens. Ein Spektakel voll von imposantem Aneinanderreihen von hohen Kathedralen und prächtigen Moscheen, einem Durcheinanderrufen von langen Bibelversen und dem lauten Singsang der Muezzins. Die Anzahl der religiösen Glaubensrichtungen und -gruppierungen hier mochte für Manche einen imposanten Eindruck hinterlassen, ja, vielleicht sogar als wertvolle Mannigfaltigkeit im kulturellen Sinne gelten. Doch in Wirklichkeit war es Krieg. Wie ein erbitterter Kampf vieler Männer um eine nach außen hin so schön anmutenden Frau, doch einer innerlich verdorbenen Dirne. Und, ja, diese Hure war Jerusalem. Dreckig, laut und durchzogen von finsteren Intrigen, tiefer Missgunst, Gefahr und unglaublicher Armut. Sie spreizte ihre Beine für jeden, der Zuflucht suchte und verseuchte viele Hilfesuchende oder gute Menschen mit anfänglichen Visionen mit ihrer trägen Aussichtslosigkeit, ließ sie nicht mehr los und nahm manchmal, ach, nein, viel zu oft sogar ihre Leben. Hin und wieder geschah dies quälend langsam. Manchmal schnell. Man wusste nie, wie man starb, doch man wusste, dass man es hier nicht aufgrund eines natürlichen Todes tat.
Malik hob seinen abwesenden Blick der Turmspitze der prächtigen Kirche entgegen, die sich unweit in den tiefschwarzen Himmel erhob. Vollends in Gedanken verloren blinzelte er dem kühlen Nachtwind entgegen. Wild ließ dieser sein rotes Halstuch, seine knöchellange, vielschichtige Robe und seinen bestickten Mantel hinter ihm her flattern, als er an die schmale Dachkante seines Assassinenbüros trat. Er horchte auf.
Jerusalem war selbst jetzt, zur späten Nachtstunde noch unruhig. Völlig still war diese verdammte Stadt nie; Neuankömmlingen war es in den ersten Nächten sogar meist unmöglich zu schlafen. Überall lungerten lallende Trunkenbolde, aufdringliche Bettler, skrupellose Diebe oder heiser singende Freudenmädchen herum – die Stadtwache unternahm nichts gegen sie. Es war unmöglich gegen so viel verbitterte Armut vorzugehen und die Kerker zum Bersten voll. Doch immerhin war das große Jerusalem den korrupten Majid Addin los; in den Rängen der Oberen kehrte allmählich wieder ein klein wenig Ordnung ein. War doch wenigstens etwas, nicht?
„Hey Malik?" eine vertraute Stimme hinter dem tief durchatmenden Kartografen ließ jenen aufhorchen. Er wendete sich jedoch nicht um, sondern sah weiterhin in die Ferne während ihm der Wind kalt durch die dunklen Haare strich. Sie waren schon wieder viel zu lang, er sollte sie demnächst wieder schneiden lassen. Ob Karim so etwas konnte?
Die... nein, der Besagte trat in diesem Moment an den stummen Dai heran und folgte dessen Blick über die hohen Dächer der Stadt. Der Jüngere fröstelte hörbar und schnaubte „Sieht nach Regen aus, huh?".
„Mhm." Malik hob seinen schweren Kopf an, um gen Himmel zu blicken. Man konnte heute weder Sterne noch den Mond ausmachen, es war stockfinster, das Firmament vollkommen wolkenverhangen. Und der Sturm brachte bereits vereinzelte, kleine und kühle Regentropfen mit sich. Es sah nicht nur nach Regen sondern nach einem richtigen Unwetter aus. Der Büroleiter verzog seinen Mundwinkel etwas und seufzte leise ehe er seinen Blick schlussendlich an seine rechte Seite – und somit zu dem anderen, abwartenden Assassinen – lenkte. Karim hatte sich die weite Kapuze über den Kopf gezogen und hielt sie fest, damit der starke Wind sie ihm nicht wieder aus dem Gesicht riss. Letzteres hatte mittlerweile wieder eine gesunde Farbe und die großen Augen unter der Assassinenkapuze sahen dem schweigsamen Dai nicht mehr matt sondern recht aufmerksam und wach entgegen „Naja. Kommst du rein, Malik? Ich hab Tee gekocht.".
Karim war nun - knapp eine Woche nach seinem mehr oder minder 'bösen' Erwachen im Bett seines Vorgesetzten - wieder einigermaßen genesen. Seine tiefen Wunden waren am verheilen, die Oberflächlichen – wie Kratzer oder Abschürfungen - bereits nicht mehr sichtbar. Er hatte die letzten Tage zwar viel geweint... über Meister Tarek, seine vage Zukunft, die Aussicht darauf die Bruderschaft zu verlassen, als tot erklärt zu werden und alleine dazustehen. Doch es schien ihm – ganz ihm Gegensatz zu Malik selbst - nach und nach wieder ein wenig besser zu gehen; denn er aß gut, hatte wieder damit angefangen zu trainieren und kümmerte sich sogar um den kranken Kartografen. Besorgt lief er Malik hinterher wie eine überfürsorgliche Mutter einem kleinen, niesenden Kind, kochte Tee und erkundigte sich gefühlte hundert Male am Tag nach den schlimmen Halsschmerzen oder dem benommenen Kopf des Erkälteten. Es war lästig. Doch Karim meinte es nur gut und der einsichtige Dai wusste dies irgendwo auch zu schätzen.
„Ich komm gleich rein." gab Malik mit rauer Stimme von sich und ein leichtes Lächeln verzog seine Lippen – Eines, das Karim seines kleinen 'Sieges' wegen mit einem zufriedenen Schmunzeln quittierte. Der Jüngere nickte schwach in die düstere Umgebung, die vor ihnen lag und klopfte dem nachdenklichen Kartografen freundschaftlich auf die Schulter „Mach dir keine Sorgen. Er kommt schon noch. Wenn nicht heute Nacht, dann morgen.". Worte die den irritiert blinzelnden Malik zum Stutzen brachten; eine seiner Augenbrauen schnellte in die Höhe, als ihm Karim nur mehr ein keckes Grinsen schenkte und sich auffallend schnell daran machte wieder in das Büro zu verschwinden. Die etwas geweiteten Augen des vor den Kopf gestoßenen Dais folgten dem quirligen Gesellen perplex bis dieser schließlich mit einem Satz durch die offenstehende Dachluke nach unten verschwand.
Wie bitte? Was- Was hatte das gerade eben sollen?
II
„Du stehst doch auf ihn." rechtfertigte der freche Karim sein mehrdeutiges Verhalten von vor einigen Minuten auf dem Dach des Büros und versuchte nicht breit zu Grinsen, als er dem hustenden Malik und sich süß riechenden Tee einschenkte „Du bist heute den halben Tag lang am Dach rumgestanden und hast Ausschau gehalten. Und außerdem... so wie du von ihm redest-".
„Er ist ein Idiot und irgendwann dreh ich ihm den verdammten Hals um."
„Genau das meine ich." ein Lachen seitens des frechen Gesellen folgte und der pikierte Dai hätte ihm gerade am liebsten sein gefülltes Glas an den Kopf geworfen.
„Ich habe keine Ahnung was du meinst." brummte Malik stattdessen und rollte mit den braunen Augen.
„Ach komm schon. Ist es dir peinlich?"
„Nein, ist es nicht."
„Ha!"
„Was?"
„Du hast gerade indirekt zugegeben-"
„Karim?"
„Ja?"
„Halt die Klappe." Malik's schmale Augen fixierten den Anderen warnenden Blickes, doch der Jüngere presste lediglich die Lippen aufeinander – in einer viel zu offensichtlich amüsierten Miene. Er wisperte unter einem verhaltenen, belustigten Glucksen ein „'Tschudlige.". Eine nicht besonders aufrichtige Entschuldigung; man sah ihm durchaus an, dass er Malik in diesem... unguten Moment am liebsten darauf aufmerksam gemacht hätte, dass er gerade genau so rot wurde, wie der dampfende Früchtetee in seinem kleinen Glas. Karim räusperte sich und sah fort, fing damit an sein süßes Getränk betont langsam zu trinken.
Oh, so gern Malik ihn hatte... vielleicht sollte er diesen neugierigen Kameraden zu dem dummen Altaïr auf seine Mordliste setzen. Ja, das sollte er wohl.
Während die beiden teetrinkenden Assassinen schwiegen sah Malik immer wieder aus den Augenwinkeln zu dem gespielt unbeteiligten Jüngeren hin. Mit gerunzelter Stirn bedachte er ihn gerade in diesem Moment erneut skeptisch forschenden Blickes. Denn das was Karim gesagt hatte... diese dämliche Sache mit Altaïr ließ ihn aberplötzlich nicht mehr los. Und er konnte es sich nicht erklären. Gut, er war heute den ganzen Abend über am Dach gewesen, das stimmte schon. Aber er hatte nicht Ausschau nach dem angekündigten Adler Masyafs gehalten! Er hatte-... nachgedacht. Außerdem waren nach dem Abendbrot keine Brüder mehr in das Büro gekommen und in solch einem Fall konnte man sich doch auch mal eine Auszeit dort oben gönnen oder nicht? Gerade wenn man erkältet war. Frische Luft tat gut.
Der Sturm kroch mittlerweile laut gähnend durch die Stadt und riss ab und an hörbar klirrende Tonvasen in der Nachbarschaft oder marode Marktstände um; dicke Regentropfen prasselten gegen den Holzverschlag des Außengartens und rüttelten an der geschlossenen – doch noch lange nicht versperrten – Dachluke. Zum Glück hatten die beiden anwesenden Assassinen vorhin noch die ganzen Kissen von dort draußen in den trockenen Innenbereich des Gebäudes gebracht... hätten sie das nämlich nicht, wären die Polster spätestens jetzt völlig durchnässt.
Ein fernes, tiefes Donnergrollen hallte an die dicken Stadtmauern, kündigte das schnell nahende Gewitter an. Bei Allah, das gab heute noch was.
Unruhig trommelten Malik's Finger auf der hölzernen Ablage vor sich und Karim murrte ein leises „Ich hasse Unwetter...".
Der nervöse Dai selbst hatte nichts gegen Letztere. Im Gegenteil: Es fühlte sich nach einem Gewitter stets so an, als habe das ganze frische Wasser die stickige Luft ringsum reingewaschen. Er mochte Regen sehr. Doch... nicht heute. Ach, hoffentlich-
Hoffentlich fand Altaïr einen Unterstand.
III
Ein leises Poltern und ein darauf folgender, unartikulierter Laut ließen Malik aus seinem seichten Schlaf aufschrecken. Sofort fasste der Kranke nach dem geschwungenen Kampfmesser unter seinem Kissen und richtete sich in der Dunkelheit auf. Ein wenig schlaftrunken, mit ziemlichen, pochenden Kopfschmerzen, doch darum bemüht sich schnell zu fassen blinzelte er in die Finsternis, horchte alarmiert in sie hinein. Stille.
Nur zögerlich ließ der Argwöhnische das lange, geschliffene Messer in seiner Hand wieder um ein Stück weit sinken und wollte die Füße vor sein Bett setzen. Ein leises, kehliges Husten beutelte dabei seinen fröstelnden Körper und er stöhnte entnervt.
War da nicht gerade eben... irgendetwas gewesen? Ein Gerumpel, eine Stimme. Oder hatte er etwa geträumt? Fieber und Halluzinationen? Kletterte der viel zu romantisch angehauchte Karim schon wieder nachts aus dem Vorgarten, um sich die Sterne anzusehen? Ach nein, Blödsinn. Der 24-Jährige hob seinen schweren Kopf etwas an, besann sich mehr auf die Geräusche ringsum. Noch immer peitschte der heulende Wind den starken Regen hörbar an die Hausfassade – heute würde man dort draußen nicht einmal einen einzelnen, fahlen Mondschein ausmachen können. Karim würde also vergeblich nach den Sternbildern suchen.
Malik's Füße fanden den harten Boden vor seiner Schlafgelegenheit nicht. Denn ehe es dazu kam, wurde der benommene Dai plötzlich und wie aus dem Nichts gepackt. Eine starke Hand erwischte ihn an der rauen Kehle und bugsierte ihn forsch zurück; reflexartig hob der erschrockene Assassine mit seinem Kampfmesser zu welches ihm in der nächsten Sekunde jedoch schon aus der fahrigen Hand geschlagen wurde. Er trat blind in die klamme Düsternis vor sich und traf dabei nur hartes Rüstzeug; eine fremde, tiefe Männerstimme fluchte mit einem markanten Akzent und eine Zweite lachte den Besitzer der Ersten aus.
Die großen Augen des überrumpelten Kartografen versuchten die vagen Schemen der großen Anwesenden zu fixieren und vergeblich rang er nach Atem; die dicken Finger an seinem Hals drückten ihm die Luftzufuhr ab, er musste sie sofort loswerden! Also fasste der leise röchelnde Malik unter den Arm, der ihn festhielt - ertastete dabei flüchtig Glieder eines langen Kettenhemdes, dickes Leder und kratzigen Stoff - und wollte das Gliedmaß des Fremden forthebeln. Mit einer schwungartigen Bewegung seines zittrigen Arms gelang ihm das auch; der breite Mann vor ihm gab einen ärgerlichen Laut von sich und der angestachelte Dai trat sofort noch einmal zu. Dieses Mal auch gezielter: er traf den Gerüsteten zwar 'nur' weniger schmerzhaft auf Hüfthöhe, brachte ihn durch den starken, ruckartig-wuchtigen Tritt jedoch für wenige, schnelle Herzschläge lange etwas aus dem Gleichgewicht. Unter dem metallenen Geschepper seines Rüstzeuges wankte der Kerl in der Dunkelheit hörbar einen kleinen Schritt weit zurück und fing sich wieder. Ein kurzer Moment, der dem gewandten Malik ausreichte, um auf die schwachen Beine zu kommen. Augenblicklich tanzten helle Funken vor seinen glasigen Augen auf und ab und der junge Kartograf ärgerte sich über seinen verdammten Kreislauf, der sich ob seines angeschlagenen Immunsystems lautstark beschwerte. Doch seine scharfen Sinne, die waren noch nicht verloren: unstet flackernd, doch in einem gefährlichen Rot stachen einen Wimpernschlag später drei Gestalten in sein Blickfeld: Die beiden Soldaten vor dem Bett des Dais - und ein Weiterer lehnte unweit leger an der kahlen Zimmerwand.
Einer der feindseligen Anwesenden – der, der zuvor gelacht hatte - kam nun hastig auf den bedrängten 24-Jährigen zu, wollte ihn offensichtlich um jeden Preis im Schach halten. Doch wieder spielte Malik dem Gegner ein Schnippchen indem er den unbeachteten Körperschwerpunkt des Gerüsteten ausnutzte: Er drehte sich zur Seite, hakte sich bei dem Anderen unter und warf ihn trotz dessen Gewichtes – mit dem bloßen Schwung des unachtsamen Idioten – über sich hinweg als wiege der Besagte nicht mehr als ein kleines Kind. Der Geworfene landete schneller hinter dem gerissenen Assassinen auf dem Bett, als er sich überhaupt über dessen Konter gewahr werden konnte; laut krachend ging er samt dem - nun ruinierten - Möbelstück zu Boden.
Dieses Mal lachte niemand; Malik biss sich so fest auf die Unterlippe, dass es schmerzte.
Der kranke Büroleiter war kein Feigling, nein, er war klug. Klug genug, um zu erkennen, dass er einer recht ausweglosen, gefährlichen Situation gegenüberstand, aus der er spätestens jetzt am besten floh. Und zwar aus dem Fenster, denn der Weg zur Tür war zu lang.
Es geschah schnell: Der gehetzte Assassine dachte nicht lange nach – dafür hatte er nachher wahrlich noch genug Zeit! - sondern handelte: mit nackten Füßen und gerade einmal einer knielangen, leichten Hose bekleidet fuhr er herum, kehrte den Anwesenden den Rücken und hielt binnen Sekundenbruchteilen auf sein halb offen stehendes Zimmerfenster zu. Einer der knurrenden Schemen folgte ihm dabei sofort hektischen Schrittes, schimpfte in seiner fremden Sprache und haschte mit groben Händen nach dem Kleineren. Er erwischte den zähneknirschenden Malik auch. Der 'eingefangene' Assassine beschwerte sich lautstark und wand sich, doch er hatte kein Glück. Der andere Mann rang ihn mit einem Mal zu Boden, verdrehte den Arm seines 'Opfers' und Malik stöhnte schmerzlich unter dem schweren Gewicht des mit Metall Bewehrten auf.
Nun gab es keinen Hebel und kein Gleichgewicht mehr, die der Dai zu seinem Gunsten nutzen konnte... und Bodenkampf war noch nie sein Spezialgebiet gewesen, verdammt! Malik kniff eines seiner geröteten Augen zusammen und wusste nicht, ob ihm das viele Adrenalin in seinem rasenden Blut oder sein erbärmlicher Gesundheitszustand einen leichten Schwindel bescherte. Wieder wollte der in die Ecke Getriebene aus Ermangelung an Alternativen zutreten, doch er verfehlte sein nun fester zupackendes Ziel und keuchte – der beschlagenen Handschuhe, die sich in sein Fleisch bohrten wegen - erneut gequält auf. Ouh, der Andere würde ihn noch zerquetschen! Er sollte ihn loslassen! Noch ein Tritt ins Leere folgte und der Soldat auf dem strampelnden Dai erfasste dessen Kopf, drückte ihn mit der Wange voran gen Grund. „Fumier! Arrête de faire le con!" bellte er dabei überaus verärgert vor sich hin.
Abrupt hielt der widerspenstige Büroleiter inne. Er bemerkte kaum, dass er die Luft dabei scharf einzog und den schweren Atem daraufhin für viele Momente lange anhielt. Was?
Die Augen des zerfahrenen Kartografen weiteten sich in einer plötzlichen, dunklen Erkenntnis und er erstarrte wie zur Eissäule. Die nun folgenden, kaum bis gar nicht verständlichen Worte des Anderen drangen von oben nur dumpf an seine Ohren heran. Malik's banger Blick suchte den fremden Mann der ihn barsch zu Boden drängte und im nächsten Augenblick auch schon weit ausholte. Sein Herz pochte rasend schnell gegen seinen Brustkorb.
Rot. So viel rot. Ein dumpfer Schlag gegen seinen Schädel brachte den entgeisterten Malik zum Japsen, seine Fähigkeit zu Sehen erlosch noch vor seinem Denken und er fühlte, wie die unbarmherzige Ohnmacht mit gierigen Fingern nach ihm griff.
Franzosen.
