Kapitel 20: At Night
An diesem Abend wurden auch die letzten Zweifel beseitigt, als Rise im Midnight-Channel zu sehen war. Es fanden die obligatiorischen Telefonanrufe statt und kurz darauf fand sich Minato in Seta´s Zimmer wieder.
„Du hast mit deiner Vermutung recht gehabt. Woher hast du das gewusst? Normalerweise können wir nie genau sagen wann die Leute auf der anderen Seite landen."
„Nennen wir es Intuition."
„Aus dir kriegt man auch keine vernünftige Antwort, oder?" lachte Seta und klopfte ihm auf die Schulter.
„Trotzdem musst du´s mir irgendwann verraten. Die anderen werden dich sonst auch nicht in Ruhe lassen."
„Irgendwann vielleicht, aber momentan bleibt das mein kleines Geheimnis."
Und plötzlich waren sie sich wieder genauso nah, wie damals als sie Kanji gerettet hatten.
Minato wusste noch immer nicht, wie er auf diese Situation reagieren sollte und irgendwie war es ihm auch ein wenig peinlich, wer wusste schon, was Seta von der ganzen Sache hielt und er wollte auch nicht wie ein vollkommener Idiot vor ihm stehen.
Außerdem hatte er es beim letzten Mal recht deutlich gemacht, dass es das beste war, es zu vergessen.
„Uhm...Ich schätze mal, wir sollten früh zu Bett gehen. Ab morgen haben wir wieder alle Hände voll zu tun, um Rise zu retten."
Etwas verlegen, scharrte Seta auf der Stelle, als wüsste er selbst nicht, was er jetzt tun sollte.
„Da hast du wahrscheinlich recht...Irgendwie seltsam, findest du nicht?"
Das beste Mittel war es, einfach das Thema zu wechseln, bevor es für Beide unangenehm wurde.
„Was meinst du?" fragte Seta, sichtlich dankbar.
„Der Täter muss inzwischen doch mitbekommen haben, dass seine Aktionen nicht funktionieren und doch hört er oder sie nicht auf, Leute zu kidnappen und in den Fernseher zu werfen...Was soll damit erreicht werden?"
Seta kratzte sich am Kopf: „Da fragst du den Falschen. Ich grübele auch schon die ganze Zeit darüber nach, aber bis dato ist mir noch nichts vernünftiges eingefallen, außer das der Täter wohl ein Problem mit Leuten hat, die im Fernsehen auftauchen."
„Oder er verfolgt einen höheren Plan, von dem wir jetzt noch nicht einmal ahnen können..."
„Ich schätze mal, dass werden wir erst herausfinden, wenn wir ihn endlich geschnappt haben."
Minato nickte: „Ich hoffe, dass es bald ist...es wurden schon genug unschuldige in diese ganze Sache reingezogen."
„Ja, es sind genug Leute gestorben."
Seta setzte sich auf sein Bett und ließ sich nach hinten fallen.
„Hattet ihr damals auch damit zu kämpfen?" fragte er Minato dann.
„Ja, es hatte viele Opfer gegeben, einige von ihnen waren sehr enge Freunde oder sogar Familienmitglieder..."
„Das muss hart gewesen sein."
Minato schwieg, die Erinnerungen waren schmerzhaft und er wusste nicht, ob er schon bereit war, sich damit auseinanderzusetzen.
„Jeder Verlust ist schlimm, aber man sollte sich davon nicht unterkriegen lassen. Man sollte sein eigenes Leben in vollen Zügen genießen, denn das ist, was sie gewollt hätten."
Vollkommen überraschend setzte sich Seta wieder auf, griff Minato am Pyjama und zog ihn zu sich hinunter.
„Tut mir leid, wahrscheinlich hällst du mich jetzt für ein unsensibles Arschloch."
Er beugte sich noch ein Stückchen vor und plötzlich spürte Minato Setas Atem auf seinem Lippen.
