So ihr lieben, wir haben das letzte Kapitel dieses Teils erreicht. Ich habe zwar begonnen den nächsten Teil zu übersetzen, hänge aber hinterher das ganze auf den Rechner zu bringen und meinem Beta zu schicken.


Dreieinhalb Tage … vierundachtzig Stunden … fünftausendfünfundvierzig Minuten … dreihundertausendvierhundert Sekunden … vierhundertundeine … vierhundertundzwei … das war der derzeitige Stand seit Harry auf dem Quidditchfeld ohnmächtig geworden war, er in den Krankenflügel gebracht und, so gut wie es ging, was nicht viel war, geheilt worden war. Seine Lungen waren scheinbar kollabiert, was ihn davon abhielt zu atmen. Madam Pomfrey hatte dies nach ihren besten Möglichkeiten geheilt. Da war ein tiefer Schnitt in seinem rechten Arm, der, zusammen mit diversen Schnitten auf seinen Armen und der Brust, geheilt worden war. Er hatte einige gebrochene Rippen, die langsam heilten. Was aber nicht geheilt werden konnte, war die magische, sowie die körperliche Erschöpfung und das schwache Herz. Da waren auch dunkle Blutergüsse, die seine Brust und seinen Rücken übersäten, die aussahen, als sei er ein paar Mal mit Dingen zusammengestoßen.

Mehr als drei Tage verbrachten Sirius und Remus an Harrys Bett. Sie gingen nur, wenn es wirklich nötig war und selbst dann blieb einer von ihnen zurück. Man konnte ein leises und langsames Piepen hören. Das war Harrys Herzschlag, der magisch überwacht wurde. Eine durchsichtige Maske wurde über seiner Nase und seinem Mund platziert, um seine empfindliche Lunge mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen. Spezielle Zaubertränke waren aus St. Mungo gebracht worden, die in Harrys Blut injiziert wurden, da Professor Snape vor zwei Tagen fort gerufen wurde und seitdem noch nicht wieder aufgetaucht war. Aber es waren nicht die ganzen Verletzungen, die Sirius Direktor Dumbledore angreifen ließen. Die Neuigkeit, dass sein Patensohn den Unverzeihlichen ausgesetzt worden war, war es. Harry litt unter den Nebenwirkungen des Cruciatus Fluches und Cedric war durch den Todesfluch gestorben. Einige Leute waren auf die Idee gekommen, Harry hätte Cedric getötet. Aber nachdem Harrys Zauberstab (sehr vorsichtig, da ihn niemand wirklich anfassen konnte, ohne die eigene Hand zu verbrennen) untersucht wurde, stellte man fest, dass kein Unverzeihlicher genutzt wurde. Es gab noch einige Skeptiker. Aber nachdem sie von einem wütenden Sirius und Remus angeschrien wurden, behielten die Leute ihre Meinung für sich.

Der Besucherfluss war konstant. Es schien, als hätte ihm jeder Schüler aus Gryffindor mindestens einmal einen Besuch abgestattet, sowie einige Hufflepuffs und Ravenclaws. Hermine und die Weasley-Geschwister waren jedoch die häufigsten Besucher. Sie guckten mehrmals am Tag nach Harry. Viktor Krum war ebenfalls mehrmals zu Besuch gekommen, aber niemand war wirklich überrascht, da die drei männlichen Champions kein Geheimnis aus ihrer Freundschaft gemacht hatten.

Es waren auch viele Besucher von den Lehrern und anderen Erwachsenen, die Harry kannte. Mr. und Mrs. Weasley sahen mindestens einmal am Tag vorbei, um nach dem Jungen zu sehen, den sie beide als Sohn betrachteten. Nur, um in Tränen auszubrechen, wenn sie feststellten, dass sich nichts verändert hatte. Fudge stattete ihm ebenfalls täglich einen Besuch ab, aber er kam nur, um zu sehen, ob Harry endlich aufgewacht war, sodass er ihn befragen konnte. Sirius und Remus mussten jedes Gramm Selbstbeherrschung aufbringen, um den Mann nicht anzugreifen. Fudge stand, seit Rita Kimmkorns Artikel über die dritte Aufgabe, unter Druck. Irgendwie hatte jemand ein Foto davon geschossen, wie Sirius Harry auf dem Quidditchfeld hielt. Und nach Rita Kimmkorns Ausruf über Cedrics Tod und Harrys Kampf am Leben zu bleiben, wollte die Zaubererwelt Antworten. Antworten, die nur Harry geben konnte.

Sirius hatte Harrys letzte Worte an Dumbledore weitergegeben, ehe er ihn aus dem Krankenflügel schickte und ihn warnte niemals wieder in die Nähe von Harry zu kommen. Es war eine leere Drohung, aber bislang hatte der Schulleiter darauf gehört. Er verließ sich darauf, dass die anderen Lehrer und Madam Pomfrey ihn über Harrys Fortschritt, oder den Mangel daran, informierten. Ehrlich gesagt gab es viele, die besorgt über Harrys Mangel an Reaktion waren. Es gab sogar Gespräche, ihn möglicherweise nach St. Mungo zu verlegen, um ihn besser zu versorgen.

Das Geräusch der öffnenden Krankenflügeltür ließ Sirius und Remus auffahren. Sie entspannten sich aber, als sie sahen, dass es Madam Pomfrey war, die ein kleines Glas in ihren Händen trug. Sirius und Remus kannten die Routine inzwischen und bewegten sich, um zu helfen. Sirius zog die Bettdecke vorsichtig zurück, während Remus Harrys Arme hob, um es für Sirius leichter zu machen. Als Madam Pomfrey das Bett erreichte, knöpfte Remus Harrys Hemd auf und entblößte Harrys, noch immer mit blauen Flecken übersäte, Brust.

„Gibt es irgendwelche Veränderungen?", fragte Madam Pomfrey Remus leise.

Alle wussten inzwischen, sich an Remus zu wenden, wenn sie keine sarkastische oder wütende Antwort haben wollte. Remus war von Harrys Zustand genauso betroffen, wie Sirius, aber hielt sich mehr aus Angst zurück. Der Wolf in ihm war sehr behütend über sein Junges. Er wollte Rache für den Schaden, der Harry zugefügt wurde und die Schmerzen, die er durchmachen musste. Er brauchte, von Zeit zu Zeit, einen Beruhigungstrank, um ruhig zu bleiben. Aber wenigstens war er bereit ihn zu nehmen. „Keine.", sagte Remus ehrlich. „Wie schlägt Dumbledore sich darin, das Ministerium fern zu halten?"

„Der Minister wird ziemlich ungeduldig.", gab Madam Pomfrey zu, als sie das Glas öffnete und ihre Finger hinein tauchte. „Wenn Harry nicht vor Schuljahresende aufwacht, will der Minister, dass er nach St. Mungo's überführt wird, unter Beaufsichtigung des Ministeriums." Sie holte ein wenig der Creme heraus und begann sie vorsichtig in Harrys Brust zu reiben.

„Niemand bringt meinen Patensohn irgendwohin!", sagte Sirius durch seine Zähne. „Ich bring ihn in ein anderes Land, wenn es sein muss. Der Idiot kommt nicht in die Nähe von Harry."

Remus und Madam Pomfrey sahen sich an, ehe sie wieder begann die Creme in Harrys Brust zu reiben. Sirius starrte Harry an und nahm eine der Hände des Teenagers in seine eigenen. In diesem Zustand sah Harry deutlich jünger aus, maximal zwölf. Sirius berührte sanft Harrys Gesicht und fuhr überrascht zurück, als Harry sich in die Berührung drehte. Das Geräusch eines kleinen Stöhnens einen Moment später, alarmierte Remus und Madam Pomfrey, dass Harry begann aufzuwachen.

„Harry?", fragte Sirius sanft und festigte seinen Griff um Harrys Hand. „Harry, kannst du mich hören?"

Harry stöhnte erneut, als er langsam seinen Kopf zu der Stimme drehte. Sirius begann seine Finger durch Harrys Haar zu kämmen und die Reaktion war augenblicklich. Langsam öffneten sich Harrys Augen zu Schlitzen, aber es war deutlich, dass er noch nicht ganz wach war. Sirius wusste nicht, ob Harry verstand, was geschah, aber das war nicht wichtig. Harry war wach.

„Wir sollten den Schulleiter informieren –"

„- denk nicht einmal daran!", unterbrach Sirius Madam Pomfrey. Er bemühte sich nicht einmal sie anzusehen. „Harry ist in keiner Kondition, um jetzt Fragen zu beantworten." Der Ton in seiner Stimme ließ keinen Platz für Argumente. Sirius' Gesicht wurde weicher, als er seine Aufmerksamkeit wieder auf Harry richtete. „Keine Sorge, Harry.", sagte er sanft. „Du bist jetzt in Sicherheit. Wenn ich als Tatze an deiner Seite bleiben muss, dann tue ich es. Ich werde alles tun, um dich zu sichern, Kitz. Das verspreche ich."

Harry wimmerte und Tränen füllten seine Augen. Remus verschwendete keine Zeit und eilte an Harrys Seite. Er setzte sich auf die Bettkante und nahm Harry vorsichtig in die Arme. „Es ist alles in Ordnung, Junges.", sagte er sanft. „Lass es einfach raus. Wir wissen, dass es wehtut."

Außer einem gelegentlichen Wimmern machte Harry kein weiteres Geräusch, während ihm die Tränen das Gesicht hinunter rannen. Nach einer Weile vergrößerte Remus Harrys Bett und streckte seine Beine aus. In dem Moment, als sein Kopf das Kissen traf, bemerkte Remus erst, wie müde er war. Fast wie aus Reflex wand Remus einen Arm um Harry, was dem Teen erlaubte, seinen Kopf auf seiner Brust ruhen zu lassen. Sirius hatte sich in Tatze verwandelt, sprang auf das Bett und legte sich neben Harry. Mit viel Mühe schaffte Harry es seine Hand zu bewegen, sodass sie nun im Fell des Hundes ruhte, ehe er wieder einschlief.

Das nächste, was Harry hörte, war ein knurrender Hund. Plötzlich wurde er von Angst erfüllt und sein Körper begann zu zittern. Er wusste nicht, was er denken sollte. Midnight knurrte niemals. Es sei denn, es gab etwas, was eine Bedrohung darstellte. Er konnte sich kaum bewegen und etwas, wie eine Maske bedeckte, seinen Mund und seine Nase. Wie sollte er kämpfen, wenn er nichts tun konnte?

„Harry, beruhig dich.", sagte die ruhige Stimme, die Remus gehörte. „Du bist sicher hier. Tatze ist nur übervorsichtig."

Langsam öffnete Harry seine Augen und sah zu Remus auf. Die Angst war immer noch in seinen Augen präsent. Remus sah Harry versichernd an, während er den Arm um den Teenager schlang. „Tatze, das ist genug!", warnte Remus, „Du machst Harry Angst."

Das Knurren hörte auf und mit einem plopp saß Sirius, wo der Hund gewesen war. „Es tut mir Leid, Harry.", sagte Sirius ehrlich. „Ich wollte dich nicht ängstigen." Sein Blick wanderte langsam zum Bettende. „Es gibt nur ein paar Leute, die im Moment nicht in deine Nähe kommen sollten."

Harry folgte Sirius' Blick, konnte aber nicht erkennen, wer dort stand. Er konnte vier schummrige Gestalten sehen und von der Menge an weiß konnte Harry sagen, dass die zweite Person von rechts Professor Dumbledore war. Dies verwirrte Harry. Warum sollte Sirius ein Problem mit Professor Dumbledore haben? Sirius gab Dumbledore nicht die Schuld für das was geschehen war, oder?

„Sirius, du hast jedes Recht wütend auf mich zu sein.", sagte Dumbledore mit müder Stimme. „Ich habe versprochen Harry zu beschützen und ich habe versagt. Ich kann mich nur immer wieder entschuldigen. Nichts, was ich tue, wird ändern, was geschehen ist. Das einzige, was wir jetzt tun können, ist nach vorn zu blicken."

Harry drehte seinen Kopf und versuchte sein Gesicht in Remus' Brust zu vergraben, aber die Maske über seinem Mund und seiner Nase machte es schwierig. Er wollte nicht daran denken, was geschehen war. Er wollte nur vergessen. Er schloss die Augen und versuchte an alles andere, als den Friedhof, zu denken. Aber seine Gedanken ließen es nicht zu. Der grüne Lichtblitz, Voldemorts rote Augen, Cedric, seine Eltern … das alles schien gefangen und spielte sich immer wieder ab.

„Ich weiß, dass du Harry beschützen willst, Sirius.", fügte Dumbledore hinzu, „Aber im Moment ist die einzige Möglichkeit, ihn zu schützen, herauszufinden, was geschehen ist. Harry muss sich mit dem, was geschehen ist, auseinandersetzen."

„Und jetzt ist die einzige Zeit, dies zu tun?", schoss Sirius zurück. „Er ist gerade aufgewacht! Ihm geht es nicht gut genug, um es alles wieder zu erleben. Sehen sie sich ihn an! Er war fast vier Tage bewusstlos! Sie sind sein Schulleiter, Dumbledore. Remus und ich sind seine Vormünder. Wir werden entscheiden, was das Beste für Harry ist."

Harry drehte seinen Kopf, schöpfte genug Kraft, um seine Hand zu bewegen und berührte Sirius' Arm, was den Mann aufschreckte. Sirius sah Harry an und seufzte geschlagen, als er den flehenden Blick in den Augen des Jugendlichen sah. Harry fühlte sich nicht danach zu sprechen, aber er wollte nicht, dass Sirius und Dumbledore deswegen stritten. Er wollte nicht, dass jemand wegen ihm verärgert war.

Remus rutschte vom Bett und positionierte Harry neu, sodass er bequem lag, ehe er Harrys Brille vom Nachttisch nahm und sie ihm vorsichtig aufsetzte. Sofort wurde alles scharf. Harry sah Professor McGonagall, Professor Snape und Madam Pomfrey, die am Fußende des Bettes bei Dumbledore standen. Harry schloss für einen Moment die Augen, dann spürte er etwas sich regen und die Müdigkeit wurde weggewischt. Es fühlte sich fast wie ein Ausbruch an. Aber er war nicht außer Kontrolle. Plötzlich wusste Harry, was er tun musste. Er hoffte nur, dass er es durchziehen konnte.

Er holte mit beiden Händen aus und berührte Sirius und Remus. Dann sah er direkt zu Professor Dumbledore, richtete seinen Blick auf seinen linken Arm, ehe er ihn wieder auf den Schulleiter richtete. Dumbledores Ausdruck wurde neugierig, aber er nickte, als er an Remus' Seite trat und seine rechte Hand auf Harrys Arm legte. Dann sah Harry zu den übrigen Erwachsenen und wartete darauf, dass sie folgten. Professor McGonagall sah Dumbledore unsicher an, ehe sie an Sirius' Seite trat und Dumbledores Bewegungen wiederholte. Madam Pomfrey folgte ihr und nach einigen Momenten der unbequemen Stille, trat Professor Snape an Dumbledores Seite.

Alle Augen waren auf ihn gerichtet, während Harry seine Augen schloss und sich auf den Friedhof und alles was geschehen war, konzentrierte. Nach einigen Sekunden spürte er etwas, das sich in ihm ausbreitete. Seine Augen öffneten sich schnell und er atmete scharf ein. Er hörte überraschtes Keuchen, als sich der Krankenflügel um sie herum auflöste und zum Friedhof im nirgendwo wurde.

Die sechs Erwachsenen sahen sich um, ehe sie sich zu Harry umblickten, nur um festzustellen, dass er nicht dort war. Sirius und Remus begannen in Panik zu geraten, insbesondere, als sie versuchten zu sprechen und feststellten, dass ihre Stimmen nicht funktionierten. Alle wanden sich für eine Erklärung an Dumbledore. Aber Dumbledore sah sie einfach nur an, ehe er auf etwas hinter ihnen deutete. Sie drehten sich um und keuchten, als sie sahen, wie Harry Cedric aufhalf.

„Äh- was ist gerade geschehen?", fragte Cedric.

„Deine Vermutung ist so gut, wie meine, aber ich habe das Gefühl, dass wir nicht mehr in Hogwarts sind.", sagte Harry, als er seinen Zauberstab wegsteckte. „Komm schon, wir müssen uns bewegen. Wir müssen Schutz finden. Auf freiem Feld zu stehen, macht uns nur zum Ziel."

„Ein Ziel für was?", fragte Cedric schnell. „Wir sind mitten im Nirgendwo."

„Sieh mal, ich kann dir sagen, dass dies kein Teil der Aufgabe ist.", sagte Harry und klang leicht genervt. „Dumbledore würde nie zulassen, dass wir das Hogwarts-Gelände verlassen. Nach dem Angriff im letzten Monat denke ich ist es besser auf Nummer sicher zu gehen." Er drehte sich um, um loszugehen, sah aber zurück zu dem älteren Schüler. „Es wäre auch besser, wenn wir so leise wie möglich wären. Man kann nicht sagen, wer zuhört."

Die sechs Erwachsenen betrachteten die Vorgänge und waren nicht in der Lage etwas dagegen zu unternehmen. Sie sahen, wie Harry Cedric vor dem Todesfluch rettete, ehe er in Deckung rannte und Cedric mit sich zog. Die Szene veränderte sich, als würden sie einen Muggelfilm sehen. Sie folgten Harry und Cedric, wie sie rannten. Professor McGonagall und Madam Pomfrey keuchten ungläubig, als Harry, der jüngere der beiden, die Führung übernahm und versuchte Cedric in Sicherheit zu senden, indem er sich selbst zum Ziel machte.

Sie beobachteten, wie Harry mit zwei Todessern rannte, die ihn verfolgten, bis sie sich aufteilten. Ihre Augen weiteten sich, als Harry zurückschlug und versuchte die Todesser auszumanövrieren, bevor er in einen Baum geschleudert wurde. Sirius fiel schockiert auf die Knie, als er beobachtete, wie der Todesser Harry hinter sich zu einem Grabstein schleifte und ihn daran festband. All die Erwachsenen starrten ungläubig, als sie beobachteten, wie Cedric, direkt vor Harrys Augen, ermordet wurde. Professor McGonagall und Madam Pomfrey versuchten ihre Tränen, mit wenig Erfolg, zurück zu halten.

Was als nächstes geschah war etwas, auf das keiner von ihnen vorbereitet war. Sie beobachteten Voldemorts Wiedergeburt. Sie sahen das, in was er sich verwandelt hatte. Aber es war nicht vorüber. Voldemort rief seine Diener zu sich und als sie warteten, sprach er mit Harry über ihre Vergangenheiten. Sobald die Todesser aufgetaucht waren, beobachteten die sechs Erwachsenen, wie sie in ihrem Kreis wieder willkommen geheißen wurden. Sie sahen, wie Pettigrew eine silberne Hand gegeben wurde und übersahen auch nicht den Dank, den Voldemort für Lucius Malfoy hatte, dass er ihm Harry gebracht hatte.

Sirius und Remus hatten Schwierigkeiten ihre Augen von Harry zu nehmen, der gezwungen war das Ganze zu bezeugen. Sie bemerkten die Schmerzen, die Harry hatte, als Voldemort näher kam und ihn sogar berührte. Ihre Augen weiteten sich, als Voldemort die Unterdrückungskette fand und sie entfernte. Als sie sahen, wie der Cruciatus Fluch auf Harry gelegt wurde, war das zu viel. Sie mussten wegsehen.

Zu ihrem Schock und Unglauben beobachteten die sechs Erwachsenen, wie Voldemort Harry zu einem Duell zwang und waren erstaunt zu sehen, wie Harry zwei Unverzeihliche überkam (sie bemerkten auch die Veränderung in Harrys Augen), ehe ihm angeboten wurde, sich Voldemort anzuschließen. Harry gab keinem der Erwachsenen die Möglichkeit zu fürchten, indem er das Angebot sofort ablehnte. Dann beobachteten sie, wie das Duell weiter ablief. Inklusive des merkwürdigen Vorkommnisses, als der Todesfluch auf den Entwaffnungszauber traf. Als sich die Kuppel formte, fanden sie sich darin gefangen und sahen, wie die grauen, geistähnlichen Figuren von Cedric Diggory, eines alten Mannes, einer rundlichen Frau und den Potters aus dem Zauberstab kamen.

Sirius und Remus waren beide auf den Knien und hatten beide Tränen in den Augen bei dem Anblick von Lily und James Potter. Sie konnten hören, was die geistähnlichen Wesen zu Harry sagten, sahen, wie hell Harrys Augen waren und wie viel Schmerzen Harry hatte, anhand des Ausdrucks auf seinem Gesicht. Sie hörten Lily Potters Anweisungen, wie er zurückkommen konnte, Cedrics letzte Worte und waren schockiert zu sehen, wie die Verbindung endete und Harry und Voldemort in entgegengesetzte Richtungen flogen. Als Harry auf dem Boden landete, sahen sie, wie Harry versuchte zu atmen, aber versagte, ehe er sich auf die Füße zog, zum Pokal stolperte und Lilys Anweisungen folgte. Als Harry, Cedric und der Pokal verschwanden, veränderte sich die Umgebung für die sechs Erwachsenen wieder in den Krankenflügel an Harrys Bett und in Berührung mit Harrys Arm.

Sie sahen runter zu dem Teenager und alle von ihnen stellten fest, dass Harrys Augen jetzt geschlossen waren und seine Atmung schwerfällig war. Professor McGonagall wollte gerade fragen, was geschehen war, wurde aber durch einen Blick von Dumbledore verstummt, der andeutete, sie sollten gehen, damit Harry jetzt ruhen konnte. Sie hatten erfahren, was geschehen war. Erklärungen konnten später folgen.

OoOoOoOo

Das nächste Mal, das Harry seine Augen öffnete, war es, weil er leise Stimmen an seinem Bett hörte. Es gab auch einige Unterschiede. Obwohl er immer noch erschöpft war und immer noch die Maske über Mund und Nase hatte, konnte Harry Schmerzen in Brust und Rücken spüren, die er zuvor nicht gespürt hatte. Jemand hatte seine Brille abgenommen, was alles verschwimmen ließ. Die Beleuchtung im Raum war ebenfalls gedimmt, was Harry verriet, dass es Abend war. Er versuchte sich zu bewegen, bereute es aber sofort, als Schmerzen seinen Oberkörper durchfuhren. Oh ja. So schnell geh ich nirgendwo hin.

Die Stimmen hörten sofort auf, als Harry ein leises Stöhnen ausstieß. Verschwommene Gesichter kamen in sein Sichtfeld und Hände nahmen seine in die ihren. Jemand legte eine Hand auf seine Brust, was Schmerzen durch seinen Oberkörper jagte. Harry wimmerte und schloss fest die Augen. Der Druck verschwand schnell, aber der Schmerz klang für einen Moment nach, ehe er langsam nachließ. Warum waren da so viele Schmerzen. War etwas geschehen?

„Die Schmerzmittel müssen aufgehört haben zu wirken.", verkündete Madam Pomfrey, „Halt ihn ruhig, während ich eine neue Dosis hole."

Harry spürte, wie ein Arm sich um seine Schulter schlang, ehe er vorsichtig angehoben wurde und nun in einem 45° Winkel saß. Der Vorgang schien ziemlich langsam zu sein, weil weiterhin Schmerzen durch seinen Körper fuhren. Harry versuchte das Schmerzwimmern zurück zu halten. Was ging hier vor?

Er spürte, wie sich sein Körper anspannte, ehe jemandes Finger beruhigend durch seine Haare fuhren. Er entspannte sich sofort und spürte, wie die Maske von seinem Gesicht genommen wurde. Sein Kopf wurde nach hinten geneigt, was es erlaubte, einen Trank in seinen Mund zu gießen.

Er war überrascht und begann sich an der Substanz zu verschlucken, bis eine Hand sanft seinen Hals rieb und ihn zwang, sich zu entspannen. So glitt die Flüssigkeit hinab. Sein Körper erschlaffte und fast augenblicklich verschwanden die Schmerzen. Es war fast so, als wäre er zwischen wach sein und schlafen gefangen, unfähig etwas zu tun, außer darauf zu warten, dass es vorüber ging. Vorsichtig wurde er wieder auf das Bett gelegt und zugedeckt. Er stöhnte protestierend, als die Maske wieder über sein Gesicht gelegt wurde. War das wirklich nötig?

Eine Hand berührte sein Gesicht. Er öffnete die Augen und bemerkte sofort Dumbledores weißen Bart. „Ich weiß, dass nichts, was ich sagen oder tun könnte das wieder gut machen könnte, was du durchmachen musstest, Harry.", sagte Professor Dumbledore ernst. „Du hast mir vertraut dich zu schützen und ich habe versagt. Das einzige, was ich dir jetzt anbieten kann, ist eine Erklärung für einige der merkwürdigen Vorkommnisse, die in dieser Nacht geschehen sind."

Harry blinzelte mit seinen Augen, unfähig viel mehr zu machen. Was auch immer sie ihm gegeben hatten, machte es unmöglich etwas anderes zu bewegen. Plötzlich erinnerte sich Harry daran, dass er einigen auserwählten die Erinnerung gezeigt hatte. Er hatte keine Ahnung, wie er das geschafft hatte. Genauso, wie zahlreiche andere Dinge. Die Tatsache, dass er immer noch am Leben war, war eine davon.

Dumbledore nahm Harrys Mangel an Protest als Zeichen fortzufahren. „Dein Zauberstab hat sich mit Voldemorts verbunden, weil ihr den gleichen Kern teilt, eine Phönixfeder von Fawkes.", sagte er. „Wenn ein Zauberstab auf seinen Bruder trifft, wird er nicht richtig funktionieren, daher das Priori Incantatem, der Umkehrzaubereffekt, was mit Voldemorts Zauberstab geschah. Barty muss Voldemorts Zauberstab benutzt haben, als er Cedric tötete. Das war der Grund, warum du ein Echo von Cedric gesehen hast, gefolgt von Frank Bryce, Bertha Jorkins und deinen Eltern. Sie hatten das Aussehen und Verhalten ihrer lebenden Formen, was es ihnen erlaubte sich mit dir zu unterhalten, als wären sie lebendig gewesen."

Harry schloss seine Augen, als er sie vor Tränen brennen spürte. „Halte aus, mein Freund.", das war es, was Cedric ihm gesagt hatte, ihn genannt hatte: seinen Freund. Seine Mutter schien so liebevoll und sein Vater war nicht so, wie der Scherzbold, von dem man ihm berichtet hatte. Vielleicht hatten Sirius und Remus recht. Vielleicht hatte sich James Potter tatsächlich verändert, nachdem er Hogwarts verlassen hatte. Harry spürte, wie die Tränen aus seinen Augen liefen und sein Gesicht herabrannen, ehe sie das Kissen trafen. Seine Atmung wurde schwerfällig, als eine sanfte Hand seine Schulter berührte.

„Du musst nicht mehr tapfer sein, Harry.", sagte Dumbledore sanft. „Du bist etwas gegenübergetreten, das viele Erwachsene Zauberer nicht geschafft und überlebt hätten. Du hast dich Voldemort entgegengestellt, während sich die meisten vor Angst verkrochen hätten. Du hast den Tod gesehen und so viel Schmerz erlitten, den kein Kind durchleben sollte. Niemand wird dich für schwach halten, wenn du ein wenig deine Gefühle zeigst." Als er keine Antwort erhielt, wechselte Dumbledore das Thema. „Und was deine Ausbrüche angeht, muss ich zugeben, dass ich nicht erwartet hätte, dass so etwas passiert. Sirius und Remus haben zugestimmt, dass, wenn du stärker bist, sie dir helfen werden es zu kontrollieren, damit so etwas nicht wieder geschieht."

Harry öffnete langsam die Augen und sah Dumbledore an, die Sorge deutlich in seinen Augen. Er erinnerte sich an vorangegangene Erfahrungen mit Ausbrüchen und wollte es Sirius und Remus nicht antun. Er wollte das niemanden noch einmal durchmachen lassen.

Nur, wenn du kräftig genug bist es auszuhalten, Harry.", wiederholte Dumbledore. „Dein Herz und deine Lungen heilen immer noch und brauchen wahrscheinlich auch noch einige Wochen. Deine Ausbrüche haben deine Lungen dazu gebracht zu kollabieren und dein Herz zu überladen. Das ist der Grund für die Sauerstoffmaske und den Herzmonitor. Sie sind nicht permanent, aber bis Madam Pomfrey anders entscheidet, sind sie notwendig."

Dumbledore drückte Harrys Schulter zuversichtlich. „Ich kann nicht sagen, wie stolz ich auf dich bin, Harry.", sagte er mit etwas in der Stimme, das wie Bewunderung klang. „Wir alle sind es. Deine Eltern und Cedric wären es auch."

Harrys Unterlippe zitterte und Tränen füllten erneut seine Augen. Wie konnte Professor Dumbledore sagen, dass Cedric stolz auf ihn wäre? Cedric war wegen ihm tot! Sein Freund, jemand, zu dem er, wie zu einem älteren Bruder, aufgeblickt hatte, war tot, weil Voldemort ihn wollte und nur ihn. War das, wie sein Leben nun ablaufen würde? Waren Sirius, Remus, Ron und Hermine die nächsten, die starben? Harry schloss die Augen, während die Tränen ungehemmt weiterliefen. Warum musste es geschehen? Warum musste er es immer sein?

„Ich denke das ist im Augenblick genug.", sagte Sirius beschützend. „Wenn Harry mehr Fragen hat, lassen wir es sie wissen."

„Nun denn.", sagte Dumbledore, als er sich von Harrys Bett zurückzog. „Ich schlage vor, etwas traumloser Schlaf ist angebracht. Je ruhiger Harry bleibt, desto schneller verläuft die Heilung."

Sirius und Remus waren bereits an seiner Seite und halfen Harry auf, Harry spürte, wie die Atemmaske abgenommen wurde und sein Kopf nach hinten geneigt wurde. Tränen liefen sein Gesicht herab, während er hoch zur verschwommenen Decke sah. Er fühlte sich komplett taub. Er bemerkte nicht einmal, dass ihm ein Zaubertrank eingeflößt wurde oder die Atemmaske wieder angelegt wurde, als er langsam in die Dunkelheit sank.

OoOoOoOo

Ich kann es nicht glauben, dass Sirius droht Harry aus der Schule zu nehmen und Mum die Entscheidung unterstützt."

Ron, denk darüber nach, was Harry dieses Jahr durchgemacht hat. Ich mache Sirius keinen Vorwurf, dass er Harry in Sicherheit wissen will, jetzt wo du-weißt-schon-wer zurück ist. Aber ihn Zuhause zu behalten scheint ein wenig extrem. Kannst du dir vorstellen, Harry nie wieder zu sehen?"

Sag das nicht! Sirius würde das nie tun! Harry wird genesen und nächstes Jahr wieder nach Hogwarts kommen … er muss einfach."

Es trat eine unbehagliche Stille ein, ehe Hermines leise Stimme die Luft durchfuhr. „Ich würde ihn auch vermissen, Ron."

Nein, du verstehst es nicht … ich war dieses Jahr so ein furchtbarer Freund zu ihm. Ich kann nicht glauben, dass ich die ganze Zeit verschwendet habe, weil ich … ich … ich hätte für ihn da sein müssen. Er wäre fast gestorben, Hermine. Ich habe belauscht, wie Mum Bill erzählt hat, dass er es fast nicht gemacht hätte."

Harry stöhnte und versuchte sich zu bewegen. Seine Extremitäten bewegten sich kaum merklich. Dankbarerweise spürte er keine Schmerzen. Aber der Mangel an motorischen Fähigkeiten begann zu nerven. Wenn er in diesem Tempo weitermachte, würde er für den größten Teil der Sommerferien im Bett verbringen. Langsam öffnete er die Augen und sah die verschwommenen Figuren von Ron und Hermine, die auf ihn hinabblickten.

Jemand schob ihm die Brill auf die Nase, was es ihm ermöglichte ihre besorgten Gesichter zu erkennen. Hermines Augen waren rot und verschwollen, als hätte sie vor kurzem geweint. Ron sah aus, als würde er jeden Augenblick anfangen zu weinen. Die beiden sahen extrem müde aus, was Harry sich fragen ließ, was sie in den letzten Tagen durchgemacht hatten. Als er darüber nachdachte, stellte er fest, dass er keine Ahnung hatte, was außerhalb des Krankenflügels vor sich ging.

„Wie fühlst du dich, Harry?", fragte Hermine, als sie seine Hand nahm und festhielt. Zur Antwort konnte Harry nur ein leises Stöhnen geben. „Entschuldige, ich habe vergessen, dass du mit der Maske nicht wirklich sprechen kannst. Sirius und Remus wollten, dass wir dir sagen, dass sie bald zurück sind. Fudge ist im Moment in Dumbledores Büro und ist sein gewöhnliches selbst. Ich glaube Sirius und Remus wollten versuchen ihn davon zu jagen."

„Dumbledore hat eine Art Einschränkung auf den Krankenflügel gelegt.", fügte Ron hinzu. „Nachdem du das erste Mal aufgewacht bist, waren nur diejenigen erlaubt, die dich wirklich gut kennen. Alle fragen uns, wie es dir geht. Du hast uns wirklich Angst eingejagt, Kumpel."

Harry sah seine besten Freunde nervös an. Von den Blicken, die sie ihm zusandten wusste er, dass er ihnen nie sagen könnte, was geschehen war.

Er wandte den Kopf ab, um wegzusehen. Endlich stellte er fest, dass er anders war, als sie. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, wie ein Freund umgebracht wurde. Er wurde von Voldemort persönlich gefoltert. Davon erholte man sich nicht über Nacht. Die Gräuel dieser Nacht waren immer noch frisch in seinen Gedanken und würden da wahrscheinlich auch für einige Zeit bleiben.

Das Geräusch einer zuknallenden Tür riss Harry schnell aus seinen Gedanken. Sein Körper spannte sich sofort an, als Ron und Hermine sich schnell umdrehten und ihm den Blick auf denjenigen verwehrten, der gerade gekommen war. Sein Atem kam in kurzen Stößen. Sein Herz raste in einem lauten piependen Ton, den man durch den Krankenflügel hören konnte. Das Geräusch rennender Fußschritte erfüllte Harrys Ohren.

„Aus dem Weg!", kommandierte Madam Pomfrey und trat in Harrys Sichtfeld. So schnell wie möglich nahm sie die Atemmaske ab, schlang einen Arm unter Harry und setzte ihn auf. „Das ist ein Beruhigungstrank, Mr. Potter.", sagte sie zu Harry, ehe sie eine Phiole mit Flüssigkeit an seine Lippen brachte.

Harry nahm den Trank und spürte sofort, wie sein Unbehagen verschwand. Er spürte, wie sein Körper wieder auf das Bett gelegt wurde und die Atemmaske auf sein Gesicht gesetzt wurde. Er war sich dem bewusst, was um ihn herum passierte, aber hatte nicht die Muße, sich darum zu kümmern. Er stöhnt müde und drehte langsam den Kopf, um eine panische Hermine und einen blassen Ron, die vor dem skeptischen Minister für Zauberei standen, zu sehen.

Madam Pomfrey überprüfte für einen Moment Harrys Puls, ehe sie zu den Beobachtern sah. „Miss Granger und Mr. Weasley, ich fürchte ich muss diesen Besuch kürzen.", sagte sie, „Sie können Mr. Potter besuchen, wenn er sich wieder stabilisiert hat. Ich muss auch darauf bestehen, dass sie gehen, Minister."

Cornelius Fudge verengte die Augen und starrte Madam Pomfrey wütend an. „Nun sehen sie mal hier Madam. Mr. Potter muss Fragen beantworten, die nicht warten können!", gab er bekannt. „Wenn er mit Dumbledore über das sprechen kann, was geschehen ist, dann kann er es auch mit mir!"

Madam Pomfrey drehte sich um und sah Fudge an. Sie schien überhaupt nicht beeindruckt. „Mr. Fudge, Mr. Potter ist mein Patient. Also entscheide ich, was das Beste für ihn ist.", sagte sie kraftvoll. „Außerdem kann Mr. Potter nicht ohne die Anwesenheit eines seiner Vormünder befragt werden. Wenn sie wollen, bin ich sicher, dass Mr. Black und Mr. Lupin gerne mit ihnen darüber sprechen wollen, dass es ihr dramatischer Eintritt war, der Mr. Potters Panikattacke ausgelöst hat."

Fudge keuchte genervt auf und ließ einen Sack Gold auf den Nachttisch fallen. „Ihr Gewinn, Mr. Potter.", sagte er kurz. „Die Diggorys haben jedes Recht am Preisgeld abgelehnt. Ich werde ihre Vormünder … kontaktieren, was die Sache betrifft. Hoffentlich haben sich bis dann – alle Unklarheiten geklärt. Guten Tag."

Harry starrte Fudge mit großen Augen an, während der Mann seinen Hut aufsetzte und aus dem Raum ging. Fudge glaubte nicht, dass Voldemort zurück war. Furcht verdrängte alle anderen Gefühle. Wenn Fudge nicht glaubte, dass Voldemort zurückgekehrt war, wen hielt er dann für den Mörder von Cedric? Harry freute sich nicht auf den Tag, an dem er sich wohl genug fühlte, um diese Unterhaltung zu führen. Cornelius Fudge war stur, wie ein Esel.

Ron und Hermine waren gezwungen den Krankenflügel zu verlassen, was Harry allein mit seinen Gedanken zurück ließ. Die Ereignisse der dritten Aufgabe und was danach geschah, spielte sich wieder in seinen Gedanken ab. Er war schockiert gewesen, als der Cruciatus Fluch auf Cedric gelegt wurde. Aber das war nur der Anfang gewesen. Auf dem Friedhof erinnerte sich Harry an den Ausdruck auf Cedrics Gesicht, als Harry an den Grabstein gefesselt wurde. Es waren Hilflosigkeit und Angst. Cedric wusste, dass er sterben würde und sorgte sich um jemand anderes.

Die Augen zu schließen, schien es nur zu verschlimmern und wieder einzuschlafen kam überhaupt nicht in Frage. Harry öffnete die Augen wieder und versuchte an nichts zu denken, während er an die Decke starrte. Aber es war schwierig. Voldemorts Stimme war nicht leicht zu vergessen. Sätze wie „Töte den Überflüssigen!", „Ich werde dich finden und dann wirst du genauso sterben, wie deine Eltern." und „Avada Kedavra", würden ihn wahrscheinlich begleiten, bis er starb.

Harry wusste nicht, wie lange er an die Decke starrte und in Sätzen wie ‚Töte den Überflüssigen!' und ‚Halte durch, meinen Freund.' gefangen war, während sie durch seinen Kopf jagten. Im Moment schien es, als würde er gerade so noch an seiner geistigen Gesundheit hängen. Als die sympathischen Gesichter von seinem Paten und seines ‚Onkel' in sein Sichtfeld kamen, sah Harry sie nicht einmal an. Wie konnte er auch?

Ehe Harry es wusste, wurde er von Sirius in eine leichte Umarmung gezogen. „Keine Sorge, Bambi.", sagte Sirius sanft. „In ein paar Tagen sind wir zu Hause, wo uns nicht einmal das Ministerium findet. Ich weiß, dass es schmerzt einen Freund so zu verlieren und ich werde dich nicht belügen. Es wird für eine ganze Weile wehtun. Aber mit der Zeit lässt der Schmerz nach. Versuch an die guten Zeiten zu denken, nicht an die Schlechten. Das ist es, was Cedric wollen würde."

Das war alles, was es brauchte, um die Tränen wieder laufen zu lassen. Es schien, als brauchte Harry jemanden, der die Worte für ihn sagte, um es emotional zu akzeptieren. Sirius setzte sich auf das Bett und hielt seinen Patensohn weiter fest, der kein Geräusch machte, aber die zunehmende Feuchtigkeit seines Hemdes sagte alles, was er wissen musste. Harry weinte immer noch. Remus setzte sich auf die andere Seite des Bettes und drückte Harrys Schulter. Damit erinnerte er den Teen daran, dass sie beide für ihn da waren … und es immer sein würden.

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Die nächsten paar Tage vergingen langsam. Harry wurde es schließlich erlaubt ohne die Hilfe der Atemmaske zu atmen. Aber sein Herz wurde immer noch überwacht und er brauchte noch viel Ruhe. Er konnte seine Arme und Beine, ohne große Kraftanstrengung, bewegen, war aber noch weit davon entfernt komplett geheilt zu sein. Er brauchte Hilfe, um mehr, als ein paar Schritte, zu gehen und litt unter heftigen Schwindelanfällen jedes Mal, wenn er aufstand. Er durfte auch nur weiche Nahrung zu sich nehmen. Konnte aber wenigstens alleine essen.

Hagrid war vorbeigekommen, um ihm einen Besuch abzustatten und informierte Harry darüber, dass er in den Sommerferien einen Job für Dumbledore, zusammen mit Madam Maxine, erledigen würde. Aber er würde mit Dumbledore in Kontakt bleiben, für den Fall, dass ihn jemand brauchte. Harry schenkte Hagrid ein schwaches Lächeln bei dem Kommentar und formte ein stilles ‚Danke'. Selbst ohne die Atemmaske sprach Harry nicht viel mit jemandem. Die meisten seiner Antworten waren ein Kopfschütteln, ein Nicken oder ein Schulterzucken. Das besorgte eine Menge von Leuten. Aber niemand sagte etwas, da Harry mehr durchmachte, als man sich vorstellen konnte.

Als der Tag des Abschiedsfestes kam, war Harry immer noch auf den Krankenflügel begrenzt. Remus hatte bereits Harrys Koffer im Gryffindorturm gepackt und ihn in das Black Haus gebracht. Nur einige Kleidungsstücke blieben zurück, da Harry die Krankenflügelbekleidung satt hatte. Morgen würden alle den Zug in die Sommerferien, nach Hause, nehmen: Harry zählte dazu. Zum Schutz, Harrys noch heilendem Körper, hatte Madam Pomfrey jegliche magische Reisemöglichkeit für zwei Wochen verboten, was bedeutete, dass der Zug Harrys einziger Weg nach Hause war. Harry hatte die Anweisung akzeptiert, bis ihm aufging, was das hieß. Wenn er mit dem Zug fuhr, würde er allen gegenüber treten müssen, etwas, was er bislang nicht getan hatte.

Anstatt am Abschiedsfest teilzunehmen, würde Harry im Krankenflügel essen, wovon Ron und Hermine enttäuscht waren. Aber den Grund dafür akzeptierten sie. Harry durfte das Meiste von dem Essen, was angeboten wurde, nicht essen und der Gedanke daran, dass ihn alle anstarren würden, wie sie es natürlich taten, war etwas, wofür er noch nicht bereit war. Seit bekannt war, dass Harry aufgewacht war, waren Ron und Hermine die einzige Informationsquelle geworden, was Harry betraf. Da es einige Schüler gab, deren Eltern an dem Abend auf dem Friedhof waren, wurden die meisten Einzelheiten aus der Öffentlichkeit gehalten. Selbst Ron und Hermine kannten nicht den ganzen Grad von Harrys Verletzungen. Alles, was sie wussten war, dass Harrys Lungen kollabiert waren, aber repariert wurden und langsam heilten.

Harry saß auf seinem Bett und starrte aus dem Fenster in den Sonnenuntergang und fragte sich, ob dies die Art war, wie sein Leben von nun an verlief. Er hatte seinen Freunden so viel vorenthalten, dass er das Gefühl hatte, dass sie ihn nicht mehr kannten. Sie wussten nichts von seinen Ausbrüchen, aber Harry konnte sagen, dass sie wussten, dass etwas nicht stimmte (Hermine, mehr als Ron). Sie hatten belauscht, wie über Harrys magische Erschöpfung gesprochen wurde. Aber außer ein paar Kommentare untereinander, wenn sie dachten, dass Harry schlief, sagten sie nichts darüber.

Das Geräusch einer sich öffnenden Tür zog Harry aus seinen Gedanken. Er musste nicht gucken, um zu wissen wer es war. Er erkannte jedermanns Eintritt am Geräusch, das sie machten, wie sie die Tür öffneten und ihre Schrittgeschwindigkeit. Dumbledore ging langsam und leise, Madam Pomfrey leise und dringend, Ron und Hermine rannten für gewöhnlich herein, während sowohl Sirius, als auch Remus, ziemlich schnelle Schritte machten … welche es gerade waren, die er hörte.

„Hey, Kitz.", sagte Sirius, als er sich auf das Bett fallen ließ. „Wie fühlst du dich?"

Harry zuckte zur Antwort mit den Achseln. Er wendete seinen Blick nicht von der untergehenden Sonne. Er hasste es, dass er nicht mehr wusste, wie er mit seinem eigenen Paten umgehen sollte. Er war zu oft vor seinen Erziehungsberechtigten zusammengebrochen, um noch zu wissen, was er sagen sollte. Das Problem war, dass Sirius und Remus immer zu wissen schienen, was Harry dachte oder fühlte und brachten es zur Diskussion … nun, sie redeten und Harry hörte zu.

Remus setzte sich auf einen Stuhl neben Harrys Bett. Dabei nahm er seinen Blick nicht von dem ruhigen Teenager. „Ich weiß, dass du wahrscheinlich nicht das Bedürfnis hast du reden, Junges.", sagte er geduldig. „Wir werden dich nicht zwingen, aber früher oder später wirst du darüber sprechen müssen, was du fühlst. Wenn du dich nicht wohl fühlst mit uns zu sprechen, dann werden wir jemanden finden, mit dem du dich wohl fühlst."

Harry sah zu Remus, dann, über seine Schulter, zu Sirius. Er konnte die sympathischen Blicke, die sie ihm zuwarfen, nicht aushalten. Das Problem war, dass Harry nicht genau wusste, was er sagen sollte. In einem Augenblick war er wütend, im Nächsten war er taub und den Augenblick danach fühlte er sich deprimiert. Wie konnte man über seine Gefühle sprechen, wenn sie überall und nirgends waren?

Sie aßen ihr Abendessen in Ruhe, mit Ausnahme von Sirius und Remus, die Harry darüber informierten, was Dumbledore beim Abschiedsfest sagen würde. Der Schulleiter würde bestätigen, dass Cedric von Anhängern Voldemorts ermordet wurde, die dann bei der Wiedergeburt des Dunklen Lords halfen, obwohl das Ministerium glaubte, dass nichts davon geschehen war. Heute Abend würde Cedrics Erinnerung geehrt werden, zusammen mit Harrys Bemühungen Cedric zurückzubringen. Dumbledore würde offenbaren, dass Harry Voldemort gegenüber getreten und entkommen war. Etwas, von dem Harry nicht wollte, dass es öffentlich bekannt wurde. Jetzt würden alle alles über die Nacht wissen wollen: wie Cedric wirklich gestorben war, wie Voldemort aussah … was Voldemort ihm angetan hatte …

Vielleicht war das der wirkliche Grund warum er zögerte anzufangen zu reden. Wenn er ruhig blieb, nahm es niemand persönlich, wenn er ihre Fragen nicht beantwortete. Niemand fragte etwas, das er nicht mit ‚ja', ‚nein' oder ‚ich weiß nicht' beantworten könnte. Sie nahmen an, dass er zu beunruhigt war, um zu sprechen … oder zu stur. Für Harry war seine Stille der einzige Weg, um die Kontrolle zu behalten. Er das letzte Mal, als er wütend geworden war und die Kontrolle verloren hatte, nicht vergessen. Seine Magie war immer noch auf der niedrigen Seite, aber das hieß nicht, dass die Ausbrüche fort waren. Einer hatte ihm geholfen die Erinnerung vom Friedhof ‚zu zeigen' ohne bessere Erklärung. Er hatte seitdem nichts mehr gespürt. Aber ohne die Kette, an die er sich gewöhnt hatte, konnte er nicht anders, als besorgt zu sein.

Der folgende Morgen hatte früh begonnen. Sowohl Viktor, als auch Fleur, waren vorbei gekommen, um sich zu verabschieden und ihr Beileid zu bekunden. Es schien, als wären Viktor und Fleur gewarnt worden, dass Harry nicht viel sprach, weil sie nicht erwarteten, dass er viel antworten würde. Fleur umarmte Harry, ehe sie ging, während Viktor seine Hand schüttelte und sagte, dass er in Kontakt bleiben würde. Harry flüsterte ein ‚Danke', was ein Lächeln auf Viktors Gesicht erscheinen ließ. Viktor mochte nicht eng mit Cedric befreundet gewesen sein, aber er hatte aus erster Hand erfahren, wie sehr der Hufflepuff-Schüler Harry beschützt hatte. Also hatte er eine Ahnung davon, wie nah sich die beiden Hogwarts-Champions, im Laufe des Turniers, gekommen waren.

Mit dem ganzen Getümmel, was kommen würde, war Harry rechtzeitig zum Zug gebracht worden, um sich einzurichten. Sirius würde mit Harry im Zug fahren, während Remus und Madam Pomfrey alles im Noblen Haus Black vorbereiteten. Hedwig hatten sie gesagt sie solle nach Hause fliegen, da sie es hasste in ihrem Käfig zu reisen. Sie richteten sich in einem Abteil am vorderen Ende des Zuges ein, direkt neben dem Abteil der Vetrauensschüler. Es war der letzte Ort, wo Leute versuchen würden Ärger zu machen, da, laut Sirius, so viele ältere Schüler hier waren.

Als es Zeit wurde, dass die Schüler den Zug bestiegen, war Harry fast eingeschlafen. Dabei ruhte sein Kopf auf Sirius' Beinen. Er war mit einer Decke zugedeckt, die verzaubert war, um warm zu bleiben und sein Rücken war zur Tür gerichtet, sodass diejenigen, die ihn bemerkten, denken würden, er schliefe und nicht stören würden. Ron, Hermine, Ginny, Fred und George schlossen sich Harry und Sirius an. Gaben sich aber unheimliche Mühe ruhig zu sein. Fred und George saßen Sirius und Harry gegenüber und sprachen leise miteinander. Ron und Ginny saßen auf dem Boden und spielten Schach und Hermine saß neben Harry, seine Beine auf ihrem Schoß, während sie ein Buch las.

Die Zugfahrt war auf jeden Fall eine ruhige. Mit Ausnahme der gelegentlichen Besucher, die fragten, wie es Harry ging, wurden sie allein gelassen. Sirius hatte genug über Harrys Freunde und Feinde gehört, um zu wissen, wen er böse anstarren musste und wen er ignorieren konnte. Auf halbem Weg war Harry mit steifem Nacken aufgewacht, was ihn zwang seine Schlafstellung ein wenig zu verändern. Die blauen Flecken auf seiner Brust und dem Rücken waren stark zurückgegangen und jetzt nur noch eine kleine Unannehmlichkeit. Daher war er nicht mehr auf Schmerzmittel angewiesen. Professor Snape hatte nach seiner Rückkehr eine stärkere Creme entwickelt, die den Heilungsprozess deutlich beschleunigt hatte. Harry drehte sich um, um seine Freunde anzusehen und versuchte wach zu bleiben und schaffte es für fast eine Stunde, ehe er wieder einschlief.

Er wachte überrascht auf, als der Zug im Bahnhof von Kings Cross anhielt. Sirius half ihm sich aufzusetzen. Dann wies er ihn an sich festzuhalten, bis sich die Menge auflöste. Da alle anderen Eltern warteten, konnten sie nicht bleiben. Ginny gab Harry eine leichte Umarmung und wünschte ihm eine schnelle Genesung, ehe sie ging. Hermine umarmte Harry und küsste ihn auf die Wange, ehe sie ihm befahl schnell gesund zu werden und ihr so oft es ging zu schreiben. Ron drückte Harrys Schulter, ehe er sagte „Wie sie gesagt haben, Kumpel."

In dem Moment, als Ron und Hermine das Abteil verließen, sah Harry zu Fred und George auf, die aussahen, als wollten sie das Gleiche sagen, wie alle anderen. Er hielt seine Hand hoch, damit sie warteten und deutete Sirius an seine Tasche zu greifen, in der seine restlichen Sachen waren, die nicht mit seinem Koffer nach Hause gekommen waren. Sirius tat, wie ihm geheißen, und beobachtete verwirrt, wie Harry hineingriff und einen Sack mit Gold herauszog. Harry sah zu den Zwillingen auf und hoffte, sie würden es akzeptieren, ehe er es überreichte.

„Harry, was ist das?", fragte Fred verwirrt.

„Es ist sein Gewinn aus dem Trimagischen Turnier.", antwortete Sirius für Harry. „Es sieht so aus, als wolle er, dass ihr es habt."

„Bist du verrückt?", fragte George. „Weißt du, wie viel das ist?"

Harry atmete tief ein. Der Weasley-Stolz war nichts, womit er sich im Moment auseinandersetzen wollte. „Bitte.", sagte er leise, „Ich … will es nicht. Zu viele Erinnerungen. Ich … habe von eurem Scherzladen gehört. Wir könnten die Lacher gebrauchen … bitte?"

Der flehende Blick, den Harry ihnen zuwarf, verscheuchte jeden Widerwillen, den sie gehabt hatten. „In Ordnung, Harry. Wir nehmen es.", sagte Fred schließlich. „Unter einer Bedingung … fang wieder an zu reden. Es muss nicht darüber sein, was geschehen ist, wenn du nicht darüber reden willst. Wir – nun alle Weasleys, die noch in Hogwarts sind, vermissen es mit dir zu reden. Zu dir zu sprechen ist nicht dasselbe."

Harry schenkte ihnen ein schwaches Lächeln und nickte. „Ich werde es versuchen.", sagte er leise. Er hatte sowieso vorgehabt dies zu tun, also war es nicht schwer dieses Versprechen zu geben. Sie verabschiedeten sich und verließen das Abteil. Auf dem Weg nach draußen versteckten ihr neu erworbenes Gold. Wenigstens kam etwas Gutes aus seinem Turniergewinn heraus.

Sirius nahm das als seinen Einsatz, um die Decke, die Harry benutzt hatte, zu nehmen und sie in Harrys Tasche zu stopfen, ehe er seinem Patensohn auf die Füße half. Harry schwankte ein wenig, ehe er sich beruhigte. Dann ließ er sich von Sirius aus dem Abteil herausmanövrieren und vom Zug weg. Es waren immer noch einige Leute auf dem Bahnsteig. Aber es war nicht so voll, wie gewöhnlich. Harry ignorierte das Gestarre und Geflüster, das plötzlich die Luft erfüllte, so gut, wie möglich. Wieder das Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein war etwas, für das er nicht bereit war.

Remus kam aus der Menge und zog Harry in eine Umarmung. „Mach dir keine Sorgen, Harry. Wir sind bald zu Hause.", sagte er leise. „Alles ist bereit für dich."

Harry sah zu Remus auf und lächelte ihn dankbar an. Er wusste nicht, ob er schon bereit war seinen Dämonen gegenüberzutreten, aber er wusste, dass Sirius und Remus da sein würden, wenn er soweit war. So, wie sie es immer waren. Sie kannten ihn besser, als er sich selbst. Und im Moment waren sie genau das Richtige, was Harry brauchte, um sich physisch, magisch und emotional zu erholen. Er würde sich davon erholen. Es ist das, was Cedric und seine Eltern gewollt hätten.

The End!