Serena
Harry hatte einen guten Chatraum gefunden. Er hieß Hexenforum und amüsiert las ich, was die Muggel über Zauberei schrieben.
Harry und ich hatten uns unter dem Namen Minimuff angemeldet. Zugegeben, Harry fand den Namen nicht so toll, aber ich wollte keinen anderen, denn ich fand die Minimuffs, die man in Fred und George Weasleys Zauberscherzartikelladen kaufen konnte, unheimlich süß.
„Oh, sieh mal, ein neuer User. Oh man, dass kann ja nur Malfoy sein", fügte Harry spöttisch hinzu.
„Draco? Bist du Mr. Slytherin?" fragte ich ihn und er sah mich beleidigt an.
„Woher weißt du das?"
„Ach, Brüderchen, du bist so leicht zu durchschauen."
„Ich hab es dir doch gesagt", kicherte Alex.
„Noch ein neuer User", unterbrach Harry uns. „Dark Wizard."
Wir chatteten eine Weile und amüsierten uns über die verqueren Ansichten der Muggel über Magie und Zauberei, bis Harry plötzlich stutzte.
„Was hast du?"
„Ich beobachte schon eine Weile die Kommentare von Dark Wizard. Und irgendwie scheint er sich ziemlich gut mit Magie auszukennen. Sieh mal da. Er verbessert gerade dieses Zaubertrankrezept und das was er da schreibt kommt mir verdammt bekannt vor."
Ich las mir ebenfalls das Rezept durch. Harry hatte Recht. Das war ein richtiges Rezept und nicht eins von denen der Muggel, bei denen eigentlich immer Kröteneier und Fledermausflügel vorkamen. Wie ekelig.
Und ich kannte nur einen, der jeden Zaubertrank auswendig kannte.
„Severus", meinte ich zu Harry.
„Snape? Aber..." Harry runzelte die Stirn. „Aber woher kennt er diesen Zaubertrank?" murmelte er.
„Wieso?" wollte ich von ihm wissen, schließlich war es nicht ungewöhnlich, dass Severus jeden erdenklichen Zaubertrank kannte. Obwohl ich zugeben musste, dass ich diesen Trank noch nirgends gesehen hatte und das sollte schon was heißen, schließlich machte ich eine Ausbildung zum Zaubertränkemeister.
„Ach, nichts", wich er mir aus.
„Klar. Wenn es nichts wäre, dann würdest du dir keine Gedanken darüber machen. Also, raus mit der Sprache."
„Na ja, ich kenne diesen Trank aus meinem alten Zaubertränkebuch..."
„Das kann nicht sein", unterbrach ich ihn. „Ich kenne das Buch mittlerweile auswendig und wenn dieser da drin stehen würde, dann wüsste ich es."
„Ich hatte auch kein, sagen wir mal, normales Zaubertrankbuch", erklärte er mir und erzählte mir dann die Geschichte von dem Halbblutprinzen und seinen Anmerkungen zu den einzelnen Tränken.
„Deshalb war ich das eine Jahr so gut in Zaubertränke", schloss er und grinste. „Aber der Prinz hat nicht nur die Tränke verbessert, er hat auch eigene Sachen geschrieben und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Trank eine Eigenkreation des Prinzen ist und zudem auch noch schwarzmagisch."
„Was bewirkt er denn?" Jetzt hatte Harry mich doch neugierig gemacht.
„Derjenige der den Trank zu sich nimmt, wird zur Marionette. Er macht alles was du willst. Quasi wie der Imperius-Fluch, nur in flüssig und wesentlich effektiver, denn so ein Fluch kann ja auch mal daneben gehen. Ein Trank dagegen nicht."
„Ach du meine Güte. Wie gelangt dann so etwas in ein Muggelforum? Nicht auszudenken, wenn von denen tatsächlich jemand diesen Trank ausprobiert."
„Du sagst es."
„Aber du weißt nicht, wer dieser Halbblutprinz ist?"
„Nö, sonst hätte ich mich schon längst bei ihm für die gute Note bedankt. Und, glaubst du jetzt immer noch, dass es Snape ist?" bezog er sich auf Dark Wizard.
Nachdem was Harry mir gerade erzählt hatte, begann ich daran zu zweifeln. Denn das hieße ja, dass Severus das Buch vom Prinzen auch gelesen hatte oder sogar... nein, das war unmöglich, schließlich war er doch auch reinblütig. Oder vielleicht doch nicht?
Ich legte Harry meine Überlegungen dar und er sah mich irritiert an.
„Snape, der Halbblutprinz? Das glaub ich nicht."
„Dann frag ihn doch einfach", schlug ich vor. „Wir müssen sowieso zusehen, dass Dark Wizard mit seinen Tipps für echte schwarze Magie aufhört."
„Sicher", gab Harry skeptisch zurück. „Er wird mir auch bestimmt sagen: Hey, Potter, ich bin wirklich der Halbblutprinz."
„Du musst es geschickter anstellen."
„Und wie?"
„Frag doch erst mal beide, also Severus und Lucius, ob sie Dark Wizard sind. Und ich gehe mit dir jede Wette ein, dass sie es sind. Und dann kannst du ja fragen, woher sie diesen Zaubertrank kennen. Dann kannst du ja immer noch weitersehen."
„Na schön."
Harry wartete noch eine Weile, dann hob er den Kopf und sah zu Lucius und Severus.
„Ach, Mr. Malfoy, Professor Snape?" versuchte er in einem beiläufigen Tonfall zu fragen.
Die beiden blickten auf und sahen ihn fragend an.
„Sind Sie zufällig Dark Wizard?" Harry ließ offen, wen der beiden er nun angesprochen hatte.
„Siehst du, ich habe es dir ja gesagt, es ist zu auffällig", meinte Lucius und sah Severus vorwurfsvoll an.
„Also ja", stellte Harry fest.
„Es war seine Idee", schob Lucius noch nach und deutete auf Severus.
„Wieso wollen Sie das wissen, Potter?" fragte Sev, nicht besonders erfreut.
„Och, mich würde nur mal interessieren, woher sie diesen tollen Trank haben. Marionetten-Trank, oder?"
Bei diesen Worten hoben auch die anderen die Köpfe und ich sah Severus an, dass ihm die kollektive Aufmerksamkeit unangenehm war.
„Dasselbe kann ich Sie auch fragen, Potter", meinte er schließlich abweisend und beobachtete Harry aus zusammengekniffenen Augen.
„Ich kenne den Trank aus meinem Zaubertränkebuch", gab Harry zurück.
Auch Alex schien die Ohren noch mehr zu spitzen, denn sie sah stirnrunzelnd von Harry zu Severus.
„Das glaub ich Ihnen nicht, Potter. Dieser Trank steht in keinem Buch."
„Ach nein? Da hab ich aber was anderes gelesen..." Harry sah Severus kampfeslustig an. „Aber wenn Sie der Meinung sind, dass er nicht im Buch stehen kann, woher kennen Sie ihn dann?"
Als Severus nicht antwortete, grinste Harry triumphierend.
„Vielleicht, weil Sie ihn selbst geschrieben haben, Professor?"
„Wie können Sie es wagen...", knurrte Severus, doch Harry unterbrach ihn.
„Bevor Sie weiter reden, und sich damit vielleicht selbst reinreiten... lassen Sie mich Ihnen etwas zeigen."
Harry öffnete per Zauberstab die Küchentür, dann streckte er die andere Hand geöffnet von sich.
„Accio Zaubertrankbuch", rief er und keine Sekunde später kam ein altes abgegriffenes Buch durch die Tür geflogen und landete in Harrys Hand.
„Das hier", erklärte er. „ist mein altes Schulbuch für Zaubertränke. Ich habe es damals aus dem Schulbestand bekommen, weil ich mein eigenes vergessen hatte. Und ich muß sagen, da stehen ganz interessante Sachen drin..."
Er blätterte eine Weile und schlug das Buch dann auf einer bestimmten Seite auf.
Dann fing er an Zutaten für einen Zaubertrank vorzulesen, die exakt denen entsprachen, die Dark Wizard ins Forum geschrieben hatte.
„Und so wie ich das sehe, kennen nur zwei Leute in diesem Raum diesen Trank..." schloss Harry seinen Vortrag.
Severus war bei Harrys Worten um einige Nuancen blasser geworden, weigerte sich aber immer noch etwas dazu zu sagen.
„Sie kennen das Buch, oder?"
„Ich bin Zaubertränkemeister. Natürlich kenne ich das Buch", erwiderte Severus etwas lahm.
„Nein, ich meine dieses ganz spezielle. Dieses Buch, wo eine bestimmte Person überall Verbesserungen und Eigenkreationen an den Rand geschrieben hat."
„Und wenn es so wäre?"
„Warum leugnen Sie noch weiter? Sie haben diese Anmerkungen geschrieben. Dieser Trank ist nämlich eine Eigenkreation des Unbekannten und Sie haben sie Wort für Wort ins Forum geschrieben. Kein anderer hätte das machen können."
Severus funkelte Harry wütend an, doch dann schien er einzusehen, dass weiteres Leugnen ihn nicht weiterbrachte.
„Ja, das war mein ehemalige Schulbuch", räumte er widerwillig ein. „Und ja, das sind auch meine Verbesserungen."
„Jetzt ist mir auch klar, woher Sie den Gegenzauber für den Sectumsempra-Fluch kannten", vermutete Harry. „Weil es Ihr eigener Zauber war!"
„Was?" ächzte Draco. „Du hast den Fluch aus diesem Buch? Das heißt ja... Sie hätten mich beinahe auf dem Gewissen gehabt!"
„Das geht jetzt aber zu weit, Mr. Malfoy", wehrte sich Severus nachdrücklich. „Potter hat diesen Fluch wider besseres Wissen angewendet, schließlich sollte er als angehender Auror wissen, dass man keine Flüche verwendet, von denen man die Auswirkungen nicht kennt."
„Aber Sie haben..."
„Laß gut sein Draco", versuchte Alex ihn zu beruhigen. „Diese Diskussion führt doch zu nichts."
Draco sah sie zweifelnd an, sprach jedoch nicht weiter.
„Könnte mich vielleicht mal jemand aufklären, worum es hier gerade geht?" verlangte Lucius.
„Später", wich Harry ihm aus. „Ich habe noch eine andere Frage an Sie, Professor. Dann sind Sie also der Halbblutprinz?"
„Wie Halbblutprinz?" fragte Lucius und vergaß fürs erste den Sectumsempra-Fluch. „Was soll das denn heißen?"
„Genau das was Potter gesagt hat", meinte Severus genervt.
„Was! Du bist ein Halbblut?" Nicht nur Lucius sah ihn ungläubig an.
„Mein Vater war ein Muggel", erklärte Severus kühl.
„Jetzt wundert es mich nicht mehr, dass er ne Muggelbraut aufgerissen hatte", flüsterte Draco Alex zu, doch ich hatte es trotzdem gehört.
Alex sah zu mir und verdrehte nur die Augen.
„Das glaub ich jetzt nicht! Du hast uns alle getäuscht? Sogar den dunklen Lord? Er hätte dich doch sofort umbringen lassen, wenn er das erfahren hätte." Lucius war immer noch ganz entgeistert.
„Dann kann ich ja froh sein, dass er es nicht erfahren hat", sagte Severus spöttisch. „Aber da das nun geklärt ist... Ich hätte gern mein Buch wieder, Potter."
„Nix da, das behalte ich", weigerte sich Harry.
Alex räusperte sich, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und sah dann Harry und Severus streng an.
„Ich denke, dass es besser ist, wenn ich das Buch an mich nehme. Schließlich enthält es schwarzmagische Zauber und Tränke. Es muß der Aurorabteilung übergeben werden."
Harry und Severus sahen gar nicht glücklich aus.
„Können wir uns um das Buch nicht später kümmern?" mischte ich mich nun ein. „Ich denke Robbie hat jetzt Vorrang."
„Ja, du hast Recht. Aber danach kassiere ich das Buch ein!"
Alex Stimme duldete keine Widerrede und Harry und Severus blieb nichts anderes übrig als sich zu fügen.
„Ach so, noch was. Wie kommen Sie eigentlich dazu diesen Trank in ein Muggelforum zu schreiben und was für Auswirkungen hat er eigentlich?"
Bevor Severus etwas sagen konnte, erklärte Harry schnell, was es mit dem Trank auf sich hatte und Alex sah Severus finster an.
„Das hat noch ein Nachspiel", drohte sie.
Alex
Snapes Augen verengten sich zu Schlitzen und er funkelte mich böse an.
„Was wollen sie damit sagen? Wollen sie mich etwa dem Ministerium melden?"
„Nun im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten", ich warf Harry einen Seitenblick zu, „nehme ich meinen Job ernst."
Snape sah zähneknirschend zu mir, verkniff sich aber einen Kommentar, während Harry schnaubte, als er meinen Wink verstanden hatte.
„Sorgen sie dafür, dass der Trank wirkungslos wird, Professor und wir können uns noch mal darüber unterhalten…"
Er zögerte einen Moment, aber als Lucius ihn von der Seite anstieß begann er einige neue Anweisungen einzutippen, die kurz darauf auch auf unserem Bildschirm erschienen. Diese neuen Zutaten würden dafür sorgen, dass der Trank absolut wirkungslos sein würde, wenn doch jemand auf die Idee kommen sollte ihn zu brauen.
„Zufrieden?" grollte Snape und ich nickte nur.
„Und bevor hier noch jemand auf dumme Gedanken kommt, gib mir das Buch Harry!"
Harry sah es noch einmal seufzend an und strich liebevoll über den Buchrücken, so als ob er sich verabschieden wollte. Aber gerade als er es mir reichen wollte, fuhr Snape dazwischen. Mit einem Wink seines Zauberstabes landete es in seiner Hand und ich schnaubte empört.
„Das ist immer noch mein Eigentum", gab er leicht amüsiert als Antwort.
„Dieses Buch ist gefährlich", meinte ich und zog ebenfalls meinen Zauberstab um es zurückzuholen. Beinahe wäre es mir auf Anhieb gelungen, aber Snape hatte so etwas schon voraus geahnt und hielt das Buch gut fest, so dass es ihm nur fast aus der Hand glitt.
„Blödsinn!" knurrte er dann. „Es ist nur in den falschen Händen gefährlich."
Dabei funkelte er Harry an.
„Wenn Mr. Potter hier es nicht zu seinem eigenen Vorteil missbraucht hätte, wäre es gar nicht erst so weit gekommen. Dafür Mr. Potter sollte ich sie…"
„Nachsitzen lassen?" warf ich belustigt ein und Rena kicherte.
„Warum erinnert mich die ganze Situation nur gerade allzu sehr an meine Schulzeit?" seufzte ich dann übertrieben und Snape wurde scheinbar immer ärgerlicher.
„Typisch Gryffindor", zischte er.
„Typisch Slytherin", gab ich zurück und außer von Harry und Laura erntete ich ein missbilligendes Stirnrunzeln.
„Geben sie mir das Buch, Professor", verlangte ich diesmal mit mehr Nachdruck, aber Snape ließ sich davon nicht beeindrucken.
„Das ist mein Buch", antwortete er betont ruhig. „Ich werde darauf aufpassen, dass es nicht wieder in die falschen Hände gerät…"
Draco hatte sich die ganze Zeit rausgehalten, aber nun hielt auch er es nicht mehr aus und mischte sich ein.
„Also Professor mir wäre ehrlich gesagt auch wohler, wenn sie das Buch dem Ministerium übergeben. Schließlich hätte mich beinahe ein Spruch aus ihrem Buch umgebracht…"
„Sie übertreiben, Mr. Malfoy", verfiel Snape wieder in seinen Lehrerton und brachte Draco damit in Rage.
„Das sehe ich aber nicht so, Professor. Hätten sie ihre alten Schulsachen nicht einfach rumliegen lassen, so dass Harry sie finden konnte…"
„Mr. Potter hätte diesen Fluch eben nicht wider besseren Wissens anwenden dürfen und…"
Nun wurde es Lucius zu viel und er ging barsch dazwischen.
„Könnte mich vielleicht mal jemand aufklären? Was für ein Fluch? Und was ist mit dir passiert Draco?"
Bevor Snape noch irgendwas erwidern konnte, begann Draco seinen Vater über die ganze Duellsache mit Harry aufzuklären und Lucius wirkte nicht gerade begeistert. Als erstes ging er Harry an.
„Was fällt ihnen ein, Potter, dermaßen auf meinen Sohn loszugehen?"
Draco lehnte sich zufrieden zurück und überließ seinem Vater alles weitere. Genau wie früher und als ich das sah, stieß ich ihn an und warf ihm einen missbilligenden Blick zu.
„Es ist ja nun nicht so, dass Draco an unserer Auseinandersetzung ganz unschuldig war", verteidigte sich Harry. „Immerhin fing es damit an, dass ich sauer auf Draco war, da er Serena allein gelassen hatte um mit Alex seinen Gelüsten zu frönen..."
„Aha", meinte Lucius nun sichtlich interessiert und ich stieß Draco an, bevor sein Vater noch weiter nachbohren konnte.
„Ja ja, schon gut", raunte er mir zu.
„Und wie lange ist das her?" fragte Lucius weiter. Scheinbar wollte er herausfinden, wie lange Draco und ich schon zusammen waren.
„Das ist doch jetzt völlig unwichtig", ließ Draco dann laut vernehmen und wirklich jeder im Raum wusste, dass er nur ablenken konnte.
„Das war wirklich ein erbärmlicher Versuch", kicherte Rena dann.
„Wie bitte? Was meinst du?"
„Na, du willst doch nur ablenken, Draco." Dieser sah aber über ihren Kommentar hinweg.
„Hier geht es um das Buch, schon vergessen?"
Als Snape merkte, dass er und sein Buch wieder Thema der Diskussion wurden, ignorierte er uns einfach gekonnt, bis Lucius ihn ansprach.
„Du solltest das Buch besser abgeben, Severus."
„Und das sagst du mir?" erwiderte dieser gereizt.
„Was willst du damit sagen?"
„Na du bist doch auch nicht viel besser", erklärte Snape.
„Ich weiß nicht, wovon du sprichst." Aber Lucius wurde diese Unterhaltung wohl immer unangenehmer.
„Vielleicht meint er ja dein Zaubersprüchebuch, Vater." Und noch ehe er zu Ende gesprochen hatte, wusste Draco, dass er es besser nicht erwähnt hätte, denn Lucius sah ihn böse an.
„Moment mal", fragte ich dazwischen, „heißt das, es gibt noch so ein Buch?"
„Ja."
„Nein."
Das Ja war von Draco und Severus gekommen und das Nein natürlich von Lucius.
„Und wo ist nun dieses spezielle Buch?"
Als keiner antwortete, da Lucius alle mit seinem Blick einschüchterte, hakte ich nochmals nach.
„Also? Wer hat es?"
„Es gibt kein solches Buch", meinte Lucius bestimmt.
„Vergiss es Lucius... als wenn darauf noch jemand reinfallen würde", spottete Snape und ich wiederholte meine Frage.
„Wer... hat ... es?"
„Ich", gab Draco dann kleinlaut zu.
„Draco!" ermahnte ihn sein Vater, aber es war zu spät.
„Okay, dann werde ich dieses Buch wohl besser auch konfiszieren."
„Das werde ich sicher nicht zulassen, dass sie sich an einem Erbstück der Familie Malfoy vergreifen, sie..."
„Vater!" ermahnte Draco seinen Vater barsch, der daraufhin nicht aussprach, was er eigentlich hatte sagen wollen.
„Was wollten sie sagen, Mr. Malfoy?" fragte ich süffisant.
„Nichts…gar nichts…", brachte er verbissen hervor, aber plötzlich fand er zu seiner alten Überheblichkeit zurück und sprach wieder lauter.
„Beschlagnahmen sie es ruhig. Das stört mich nicht im geringsten… ich kenne sowieso jeden Spruch auswendig…"
Kurz machte sich Staunen breit und Lucius war zufrieden.
„Das werde ich auch", gab ich noch zurück, als Severus mir ebenfalls mit einem spöttischen Grinsen sein Buch überreichte.
„Lucius hat Recht. Ich kenne meine Tränke und Sprüche ebenfalls."
Die beiden wollten sich über mich lächerlich machen. Aber nicht mit mir…
„Ich warne sie. Sollten sie einen ihrer Tränke oder Sprüche verwenden", damit sprach ich beide Zauberer an, „wird das Konsequenzen haben. Es gibt bestimmte Vorschriften und Gesetze zur Anwendung selbst erfundener Tränke und Zauber und wenn sie die nicht einhalten, dann…"
„Laß gut sein, Alex", mischte Harry sich nun ein.
„Wieso?"
„Na, jetzt tu mal nicht so, als wärst du hier die Oberkorrekte. Willst du uns vielleicht auch noch die Gesetze zitieren?" Harry grinste breit. Er hatte es mit magischer Gesetzgebung noch nie so genau genommen und schon während unserer Schulzeit hatte er ständig welche gebrochen. Allerdings war er ja der Junge, der lebte und war daher nie wirklich bestraft worden.
„Ach halt die Klappe, Harry!" erwiderte ich barsch, sehr zu Dracos Freude.
„Na endlich! Ein wahres Wort gesprochen…", triumphierte er, aber bevor eine weitere Diskussion entbrennen konnte, ging Laura dazwischen.
Serena
Laura beendete schließlich die leidige Diskussion über Severus ehemaliges Zaubertrankbuch, indem sie aufstand um sich Gehör zu verschaffen.
„Leute", rief sie. „Ich weiß, dass dieses Thema wahrscheinlich wichtig ist, auch wenn ich nicht ein Wort von dem verstehe, was hier gerade gesprochen wird. Aber darf ich daran erinnern, dass das Konzert schon in wenigen Tagen ist und dass immer noch nicht alle Vorbereitungen abgeschlossen sind?"
„Was denn noch?" wollte Lucius wissen und konnte nicht verbergen, dass ihn die ganze Robbie-Geschichte einfach nur nervte. „Wir mussten uns diese Dv-dingsbums antun, mussten im Internetz rumsuchen, reicht das nicht?"
„DVD und Internet", grinste Laura. „Und nein, das genügt nicht. Wir müssen doch noch die passenden Sachen für euch kaufen."
„Wie meinst du das?" fragte Severus alarmiert.
„Ganz einfach, wir brauchen noch angemessenere Kleidung für euch, zumindest für dich, Mr. Malfoy, Draco, Jo und Serena."
„Was heißt hier angemessene Kleidung", begehrte Draco auf. „Ich bin immer angemessen angezogen!"
„Ja, aber für so ein Konzert ist das zu auffällig", versuchte Alex ihn zu beschwichtigen.
„Aber als wir damals in diesem Kinoteil waren, brauchte ich mich nicht umziehen."
„Da war ja auch gerade Star-Wars-Nacht und da bist du nicht weiter aufgefallen, weil alle kostümiert waren. Aber Laura hat Recht. Ihr müsst bei dem Konzert so unauffällig wie möglich sein und das geht nur, wenn ihr Muggelsachen tragt..."
Alex wurde etwas rüde von Draco, Lucius und Severus unterbrochen, die lautstark protestierten.
„Ich ziehe doch keinen Muggelramsch an. Und schon gar nicht, um diesen Muggel den A... Hintern zu retten", beschwerte Lucius sich. „Ich bin ein Malfoy!"
„Vater hat Recht. Das geht zu weit."
„Lucius und Draco Malfoy!" Mum war aufgestanden und funkelte die beiden wütend an. „Ich denke, wir haben jetzt keine Zeit für solche Kindereien und ich denke auch, dass wir Alex in allem, was sie tun muß unterstützen werden. Ihr dürft nicht vergessen, dass sie uns schließlich befreit hat. Wir werden also tun, was sie für richtig hält und wenn wir dafür hellblaue Umhänge mit rosa Totenköpfen anziehen müssen!"
„Nur über meine Leiche", knurrte Lucius und Mum, die das gehört hatte, starrte ihn weiterhin böse an.
„Das kannst du gerne haben", knurrte sie zurück und Lucius ließ nur noch ein verächtliches Schnauben vernehmen.
„Weiber", zischte er dann noch.
„Ich würde vorschlagen", überging Laura Lucius Kommentar. „Wir gehen jetzt shoppen!"
Begeistert stimmte ich ihr zu. Ich war schon so lange nicht mehr shoppen gewesen und ich musste zugeben, dass ich doch recht neugierig war, was es im Muggellondon zu kaufen gab.
Das Murren der Männer übergingen wir einfach und so fanden sie sich eine knappe Stunde später in einem großen Designerladen in London wieder.
„Und jetzt?" murrte Lucius, dem es sichtlich nicht behagte, gleich mit so vielen Muggeln konfrontiert zu werden, die uns, mit Ausnahme von Laura, Alex und Harry, unverhohlen anstarrten. Was mich aber nicht wirklich wunderte, denn für sie mussten wir doch ziemlich merkwürdig aussehen.
„Wir sollten zuerst mit Rena und Jo anfangen", meinte Alex. „Bei Frauen geht es immer schneller und ich denke, die beiden sind nicht so abgeneigt wie unsere Männerfraktion."
„Gut, dann lass uns mal losziehen und für die beiden etwas hübsches suchen."
Laura und Alex verschwanden zwischen den Ständern und es dauerte ne ganze Weile, bis sie, mit Klamotten beladen, wieder auftauchten.
Laura drückte Mum ihren Stapel in die Arme und ich bekam von Alex meine neuen Sachen.
„Ich hoffe, ich habe die richtige Größe erwischt", meinte sie. „Da drüben sind die Umkleiden, da könnt ihr euch umziehen."
Voll bepackt verschwand ich in einer Kabine und zog den Vorhang vor.
Zuerst schlüpfte ich in eine ziemlich enge, dunkelblaue Jeans, doch irgendwie schien sie nicht zu passen.
Ich steckte den Kopf aus der Kabine. „Alex!"
Sie kam und ich ließ sie rein.
„Die Hose passt nicht."
„Wieso, sitzt doch perfekt."
„Aber ich kann sie nicht weiter hoch ziehen."
„Du kannst was nicht? Oh, Rena, sag bloß, du kennst keine Hüfthosen?" lachte sie und ich sah sie erstaunt an.
„Das ist ne Hüfthose, die geht nicht weiter hoch", erklärte sie dann.
„Aha, aber dann kann man ja meinen Slip sehen", meinte ich und begutachtete mich zweifelnd im Spiegel.
„Das ist schon okay, die Muggel laufen alle so rum."
„Na dann."
„Hier, probier dass mal drüber." Sie hielt mir ein grünes T-Shirt entgegen. „Hab extra auf deine Farbe geachtet. Rot hätte dir bestimmt nicht gefallen, oder?" grinste sie.
„Stimmt, dazu bin ich zu sehr mit Slytherin verankert", grinste ich zurück und streifte mir das T-Shirt über.
„Bist du sicher?" fragte ich dann zweifelnd.
„Du siehst super aus", versicherte sie mir. „Robbie wird dahinschmelzen!"
„Klar, aber wohl eher, weil Lucius ihn vorher grillt. Nee, meinst du wirklich?"
„Sicher. Komm mit raus, dann können die anderen ihren Kommentar abgeben."
„Und ich kann dir auch schon genau sagen, was Lucius sagen wird. Nein, so nicht, meine Liebe. Das ist ja ordinär!" kicherte ich und ließ mich von Alex nach draußen ziehen.
Als ich vor den anderen zu stehen kam erntete ich die verschiedensten Reaktionen.
Harry ließ ein anerkennendes „Wow" hören und auch Laura und Mum fanden, mir würden die Sachen total gut stehen.
„Bist du verrückt", meinte Lucius. „Du kannst unsere Tochter doch nicht so gehen lassen. Sie ist ja halb nackt!"
„Das nennt sich bauchfrei", kicherte Alex.
„Viel zu anzüglich. Nein, so nicht, meine Liebe!"
Alex und ich sahen uns an und prusteten los vor lachen.
„Ich denke, dass meine Tochter ganz gut alleine entscheiden kann, was sie anzieht und was nicht", meldete Mum sich etwas verspätet auf Lucius Vorwurf.
„Ach, jetzt ist es also wieder deine Tochter?" gab Lucius verärgert zurück und bevor die kleine Diskussion in einen handfesten Streit ausarten konnte, ging ich dazwischen.
„Keine Sorge, ich ziehe was anderes an." Lucius warf Mum einen triumphierenden Blick zu, doch bevor einer der beiden etwas sagen konnte, führte ich meinen Satz zu Ende. „Aber nicht wegen dir, Lucius, sondern weil ich mich selbst nicht so wohl fühle." Damit verschwand ich wieder in der Kabine.
„Ich sag ja, sie kann ganz gut alleine entscheiden", hörte ich noch, wie Mum etwas bissig zu Lucius sagte, worauf er nur mit einem ärgerlichen Schnauben antwortete.
Ich zog das T-Shirt wieder aus und streifte mir statt dessen ein weißes über, das vorne einen asiatisch aussehenden Aufdruck hatte.
„Oh man, ich hatte eigentlich gehofft, dass die ganzen Streitereien endlich aufhören", meinte ich, als ich hörte wie Alex wieder zu mir in die Kabine kam. „Anstatt dass die beiden sich miteinander beschäftigen, diskutieren sie über mich. Hallo? Ich bin kein kleines Kind mehr."
„Hör einfach nicht drauf", versuchte Alex mich zu beruhigen. „Für die beiden ist es doch auch ne ganz neue Situation. Lucius denkt wahrscheinlich, dass er bei dir als Vater etwas nachzuholen hat und Jo muß sich wohl erst noch dran gewöhnen, dass er seine Vatereigenschaft tatsächlich ernst nimmt."
„Das weiß ich ja Trotzdem will ich nicht, dass sie sich meinetwegen streiten..."
„Das legt sich bestimmt wieder."
„Dein Wort in deren Gehörgang", seufzte ich. „So, ich nehm das hier, gefällt mir doch besser."
„Aber nimm das andere auch noch mit", grinste Alex. „Harry scheint es gefallen zu haben..."
„Ja, okay. Überredet."
Ich zog mich wieder um und verließ zusammen mit Alex die Kabine.
Derweilen hatte Laura sich um Mum gekümmert und ich musste zugeben, dass Mum immer noch ziemlich gut aussah.
Laura hatte sie in einen schwarzen Rock gesteckt, der knapp übers Knie ging. Darüber trug sie ein hellrosanes Oberteil, was gut zu ihren schwarzen Haaren passte. Schwarze hohe Stiefel komplettierten das Outfit.
Es war richtig ungewohnt, sie in körperbetonten Sachen zu sehen, aber ich musste sagen, es stand ihr hervorragend.
Mum warf Lucius einen herausfordernden Blick zu, so als wolle sie ihn dazu bringen erneut etwas negatives zu sagen, doch Lucius reagierte nicht darauf, sondern sah sie unverhohlen an.
Dann ging er langsam auf sie zu und löste ihr Haarband, sodass ihr die langen schwarzen Haare locker über die Schultern fielen.
„Jetzt ist es perfekt", meinte er leise und ich musste lächeln, als Mum leicht errötete.
„Ach? Bei mir sieht es gut aus und Serena willst du solche Sachen verbieten?" meinte sie dann kampfeslustig, doch Lucius lächelte nur milde.
„Bei dir ist es auch etwas anderes..." dann beugte er sich zu ihr hinunter und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
„So ein Mist", meinte ich zu Alex. „Jetzt kann ich gar nicht mehr verstehen, was er sagt."
„Ist wahrscheinlich auch besser so", gab sie grinsend zurück. „Aber was habe ich dir gesagt? Sie haben sich wieder lieb. Ah, Rena, mir fällt da gerade was ein..."
Sie zog mich unauffällig zur Seite.
„Was hältst du davon, wenn wir Lucius und Severus ein wenig ärgern. Ich denke, für ihre Aktion mit dem Internet haben sie einen kleinen Denkzettel verdient."
„Klingt gut. Was schwebt dir denn so vor?" Jetzt hatte sie mich neugierig gemacht.
„Pass auf..." Leise legte sie mir ihren Plan dar.
„Das wird ein Spaß", lachte ich, als sie geendet hatte. „Aber meinst du nicht, dass es doch ziemlich gemein ist?"
„Ach komm, die beiden können ruhig mal etwas lockerer werden."
„Allerdings."
Wir gingen wieder zu den anderen zurück und Alex suchte noch schnell für Draco ein paar passende Klamotten aus.
Alex
Ich griff nach Dracos Arm und zog ihn mit zu den Umkleiden. Da er schon ahnte, was ihm blühte, kam er nur widerwillig mit und egal was er anziehen sollte, es gefiel ihm nicht.
Draco war ein hoffnungsloser Fall und ich gab's auf.
„Okay, okay", meinte ich resignierend, als ich zum fünften Mal zu ihm in die Umkleidekabine ging und er wieder etwas zu meckern hatte.
„Ich gebs auf! Dann geh halt nackt!"
Er grinste anzüglich.
„Ja, das würde dir gefallen oder?"
„Oh vergiss es, Draco."
Dann zog er sich das T-Shirt über den Kopf, welches er ebenfalls abgelehnt hatte und ich wollte die Kabine verlassen. Aber er griff nach meinem Arm und hielt mich fest. Dann zog er mich langsam zu sich und bevor ich etwas sagen konnte, verschloss er meine Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss.
„Was soll das?" fragte ich atemlos, als er mich immer noch festhielt.
„Ich dachte, du kannst mir nicht widerstehen", grinste er.
„Was hast du vor?" fragte ich argwöhnisch, aber statt einer Antwort küsste er mich noch einmal fordernder und drängte mich sanft in eine bestimmte Richtung bis ich die Wand in meinem Rücken spürte. Seine Hände glitten unter meinen kurzen Rock, den ich heute mal ausnahmsweise trug, da wir uns in der Muggelwelt aufhielten. Denn in der Zaubererwelt waren so kurze, mehr zeigende als verhüllende Kleidungsstücke verpönt. Ich ahnte, was er vorhatte und versuchte ihn auf Abstand zu halten.
„Bist du verrückt?" zischte ich leise. „Doch nicht hier…"
Aber er sah mich nur mit bettelndem Blick an.
„Wieso denn nicht? Wenn du so einen Rock trägst, musst du ja wohl damit rechnen, dass ich jede Sekunde nutzen werde, um mit dir allein zu sein…"
„Muss ich das?" Er nickte und ich musste zugeben, dass ich mich schon etwas geschmeichelt fühlte. Außerdem spürte ich seine Hände, ehe ich reagieren konnte, wieder auf meinen Schenkeln. Er drängte sich an mich und meine Hände wanderten automatisch in Richtung seines Pos, der in der engen Jeans, die er noch trug, wirklich gut zur Geltung kam. Ich seufzte leise und ließ ihn gewähren, als er dafür sorgte, dass mein Tanga meine Beine hinunter glitt. Schnell wurde ihm auch die Jeans zu eng und dankbar nahm er zur Kenntnis, dass ich sie ihm vorsichtig samt seiner Boxershorts abstreifte.
Es dauerte nicht lange, bis wir uns beide zusammenreißen mussten um nicht laut zu stöhnen. Ich vergrub mein Gesicht in Dracos Schulter und hoffte inständig, dass uns niemand gehört hatte. Ganz sicher war ich mir nämlich nicht, dass wir es absolut lautlos getan hatten.
Dracos Wangen waren gerötet und er lächelte glücklich und erleichtert, als ich sein Gesicht in meine Hände nahm und ihn zärtlich küsste.
Dann zogen wir uns beide wieder an und atmeten tief durch. Hoffentlich hatten die anderen nichts bemerkt oder fragten sich nicht, was wir so lange in der Kabine machten.
Ich schüttelte meinen Kopf und Draco schmunzelte fragend.
„Was?"
„Du verdirbst mich noch völlig…."
„Ich? Wieso das denn?"
„Na, wenn mir vor ein paar Monaten jemand erzählt hätte, ich würde es mit Draco Malfoy in der Umkleidekabine eines Muggelbekleidungsgeschäftes treiben, hätte ich ihn für verrückt erklärt und eingewiesen…"
Wir verließen die Kabine und es dauerte nicht lange bis wir wieder auf Rena trafen.
„Und?" meinte sie erwartungsvoll.
„Ähm…es hat ihm nichts gefallen… also wird er wohl auch mit dem anderen Laden vorlieb nehmen müssen."
Ich sah Rena verschwörerisch an, aber sie schien skeptisch.
„Was habt ihr denn dann so lange in der Umkleide gemacht?"
„Nichts", meinte Draco vorschnell und unterbrach mich, als ich dabei war etwas anderes zu sagen.
„Anprobiert", erklärte ich nämlich und jetzt wurde Rena noch misstrauischer.
„Aha", erwiderte sie nur und musterte uns noch einmal genau. Mir wurde auf einmal ganz heiß und ich hatte das Gefühl rot wie eine Tomate zu werden.
Dracos Wangen waren ebenfalls noch rosa und er warf Rena einen herausfordernden Blick zu, als würde er darauf warten, dass sie etwas anderes äußerte.
Sie tat es aber nicht. Stattdessen schlich sich ein Grinsen in ihr Gesicht und sie ließ uns stehen.
„Kommt. Die anderen warten schon an der Kasse."
Wir folgten ihr und als wir uns zu den anderen gesellten, sah Laura uns merkwürdig an.
„Wow, ihr seht aber geschafft aus", entfuhr es ihr dann und Rena kicherte leise.
„Anprobieren ist schon anstrengend", erklärte sie amüsiert und Draco wollte schon etwas sagen, aber ich hielt ihn zurück.
„Wenn du dich jetzt aufregst, wissen sie, dass etwas nicht stimmt", flüsterte ich ihm zu und er nickte zustimmend.
„Na gut…"
Laura bezahlte, was Joanna und Rena sich ausgesucht hatten und ich führte die anderen dann zu einem Second-Hand Shop. Der Laden war in London ein Geheimtipp und genau richtig für unsere Zwecke.
Auf dem Weg dorthin trottete Draco neben mir her und seine blendende Stimmung verschwand langsam wieder.
„Wieso muß ich mich denn anders kleiden", ließ er mürrisch vernehmen. „Als wir in diesem Kinodingsbums waren, war das doch auch nicht nötig."
„Ja, aber da waren alle kostümiert."
„Kostümiert?" Er schnaubte verächtlich. „Ich bin immer perfekt und elegant gekleidet… und nicht kostümiert!"
„Das weiß ich doch", erwiderte ich lahm, um ihn zu beschwichtigen. „Aber das gilt nur in unserer Welt…diesmal ist es wichtig, was die Muggel denken."
„Mich interessiert nicht, was Muggel denken!"
Draco hatte ziemlich laut gesprochen und Laura und Severus drehten sich um und warfen ihm einen bösen Blick zu.
„Schon gut", meinte er daraufhin genervt zu ihnen und ließ das Thema auf sich beruhen.
