Epilog
Es war nicht wie im Märchen. Nicht alle Probleme und Sorgen waren einfach weg. Ganz im Gegenteil es gab eine Menge neue Probleme und doppelt so viele neue Sorgen. Die Welten waren zusammengebrochen, fast die Hälfte aller Menschen haben den Test nicht bestanden… Ganze Dörfer und Städte waren plötzlich fast leer. die, die den Test bestanden hatten, begriffen zwar, was passieret war, aber sie hatten immer noch Angst. Angst, dass alles, ein Trick war. Angst, dass jemand anderer jetzt die macht ergreifen wird. Angst, dass der Schrecken weitergehen würde.
Es dauerte Jahre, bis die Verbleibenden sich wieder zu einer Einheit schlossen. Bis gegenseitige Ängste und Vorwürfe uns nicht mehr im Weg standen. Bis wir alle bereit waren miteinander und nicht nebeneinander zu leben. Doch irgendwann… irgendwann hatten wir es geschafft.
„Ich bin mir nicht sicher, wo ich landen würde", meinte meine Tochter Holly, an ihren älteren Bruder gewandt. Dieser trug stolz eine Slytherinrobe und schaute amüsiert zu, wie seine Schwester versuchte ihrer Aufregung Herr zu werden.
„Evan war in Gryffindor", überlegte sie laut. „Delon ist nicht in Hogwarts gewesen, Will ist in Hufflepuff, du in Slytherin…." Die Kleine seufzte bekümmert. Bobby umarmte sie.
„Lass dem Hut einfach entscheiden", riet sie ihr. „Will und James werden auf jeden Fall auf dich aufpassen und wir werden dich immer noch genau so lieben." Sie nickte und machte sich auf die Suche nach William.
James strich seine Robe glatt und blickte leicht verlegen zu uns.
„Wir werden ein Auge auf sie haben", versprach er. Er beugte sich vor und gab seiner Mutter einen schnellen Kuss auf die Wange.
„Wir sehen uns zur dem Winterfest", meinte er leise. „Hab dich lieb, Mum." Nachdem er auch mich umarmt hatte, lief er los um seine Geschwister zu suchen.
„Ich wette sie landet in Ravenclaw", prophezeite Bobby. „Damit haben wir das Quartett voll." Ich suchte in der Menge die roten Haarschöpfe der Zwillinge. Will und James ähnelten einander wie zwei Wassertropfen und doch war Will ein Slytherin geworden und James ein Hufflepuff. Was nichts an ihrem Zusammenhalt änderte. Sie waren immer noch unzertrennlich und ein Quell für Streiche und Schwierigkeiten aller Art. Evan – unser Älteste hatte vor zwei Jahren seinen Abschluss gemacht und half mir nun mit den Drachen. Delon wurde fast ohne Magie geboren und war glaube ich, ziemlich froh nicht nach Hogwarts gehen zu müssen, denn sein Herz schlug von klein auf für die Sterne. Er bereitete sich derzeit für die nächste Weltraummission vor. Er war ein Spezialist für Hybridtechnik geworden und entwarf und bediente die Technik, die magische und nicht magische Komponenten vereinigte.
„Seid ihr froh, die Kinder endlich loszuwerden?", fragte Fantana, die zusammen mit Jack das Gleis betrat. Ihr jüngster Sohn Harry grüßte uns hastig und verschwand gleich in der Menge. Seine Gryffindoruniform flatterte hinter ihm her.
„Nein, nicht im Augenblick", gestand Bobby. „Ich vermisse sie jetzt schon."
„Das legt sich wieder", versprach Fantana. „Spätestens, wenn du in ein paar Tagen einen Heuler aus der Schule bekommst." Fast gleichzeitig verzogen wir das Gesicht. Das einzige Kind, wegen dem wir keine Heuler bekamen war Delon und das aus dem Grund, dass er erst gar nicht in Hogwarts war. Wir sahen zu, wie Harry Will, James und Holly fand.
„Die grüßen sich ja so, als hätten sie nicht gas ganze Sommer zusammen verbracht", murrte Jack. „Apropos Sommer, wo sind die Malfoys?" Die vier betraten einige Augenblicke später das Gleis. Zwei Leibwächter betraten zusammen mit ihnen die Plattform. Das Erscheinen des Zaubereiministers blieb allerdings fast unbemerkt. Fiona und Hellen grüßten uns artig, verabschiedeten sich von uns und gesellten sich zu der lauten Menge ihrer Freunde. Beide waren zwar in Slytherin, aber sie hatten genau wie Will keine Probleme damit sich mit den anderen abzugeben. Bryan – der älteste Sohn der Malfoys arbeitete übrigens ebenfalls bei mir und war einer der besten Trainer, die ich je gesehen hatte.
Geduldig warteten wir bis das Gleis sich leerte und der Zug sich in Bewegung setzte. Es war groß, laut und völlig antiquiert, aber es war und blieb die einzige Art Hogwarts zu erreichen. Vieles in Hogwarts blieb gleich, die Häuser führten immer noch interne Kämpfe gegen einander und gegen die Gerüchte, die seit Jahrhunderten an ihnen klebten. Es war beruhigend, dass es etwas gab, was sich nicht veränderte.
„In einer Stunde bei uns?", fragte Rigo. „Ich habe alle Termine für heute abgesagt."
„Delon wollte auch vorbeikommen, er will unbedingt etwas mit Karen besprechen", meinte Bobby vieldeutig. Tonia lachte.
„Die beiden denken immer noch, dass wir blind sind", meinte sie.
„Lass sie doch im dem Glauben", meinte Fantana. „Wir tun ja auch so als würden wir nicht merken, wie Teo und Hellen sich anschauen."
Wir schauten zu, wie der Zug hinter der Kurve verschwand, dann verließen wir alle zusammen den Bahnhof. Bobby drückte sich an mich. Ich war von meinen besten Freunden umgeben und die Welt um mich herum hatte zwar Probleme aber keinen Schatten, der drohend über ihr hing.
