-Kensi-

Ich war froh, dass Deeks da war, ich hatte ihn so vermisst. Wir redeten und lachten wieder miteinander und ich genoss jedes Lächeln und jedes Lachen, das er mir schenkte.
Meine Laune stieg von Minute zu Minute, meine Angst, meine Gefühle zu ihm würden unsere Freundschaft stören, war ganz ganz weit hinten in meinem Kopf versteckt und ich betete, dass sie sich so bald nicht mehr zeigen würde.

Auch er schien fröhlicher als ich ihn vorhin gesehen hatte, aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein.

-Deeks-

Mir fiel auf, dass Scott nun schon eine ganze Weile zu uns rüber sah. Er stand gut zwanzig Meter von uns entfernt an eines der Regale gelehnt. Anfangs war mir das egal gewesen, doch nach einer Zeit begann es mich zu nerven.
Schließlich winkte Scott mich zu sich heran. Ich sah auf, murmelte "Bin gleich wieder da" und verließ meinen Platz neben Kensi.

Ich war neugierig,, was Scott so dringend mit mir besprechen wollte. Als ich vor schließlich vor ihm stand, hob ich fragend die Augenbrauen.
Er sprach als Erstes.

"Wir sind doch Freunde, oder Marty?"

Ich nickte langsam und misstrauisch. Es stimmte, Scott und ich waren Freunde. Obwohl ich nicht immer einverstanden mit dem war, was er tat.
Aber worauf wollte er hinaus?

"Gut", er grinste zufrieden, "Und Freunde helfen einander, oder?"

"Scott, Freunde spannen ihre Freunde nicht lange auf die Folter!"

"Na schön, willst du was von Kensi Martins?"

"Was?", fragte ich perplex.

"Ist ne ganz einfache Frage, willst du was von ihr?"

Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich mochte seine Frage nicht, ich wollte nicht über Kensi reden und aus irgendeinem Grund erst recht nicht mit Scott, Freunde hin oder her.
Ich wusste keine Antwort auf seine Frage. Seit Wochen dachte ich darüber nach und kam zu keiner Antwort. Doch ich wusste, dass Scott das nicht zufrieden stellen würde. Er stand mir gegenüber, vollkommen lässig, ein überlegenes Grinsen im Gesicht. Im Nachhinein glaube ich, er wusste wahrscheinlich schon, was ich sagen würde.
Je länger ich wartete, desto seltsamer wurde es, also...

"Nein, natürlich nicht, wir sind nur Freunde."

Scott nickte zufrieden, dann sagte er: "Tja, weißt du, ich schon! Und es würde mich wirklich freuen, wenn du dich, jetzt wo wir das geklärt haben, etwas zurückhalten könntest. Einverstanden?"

"Wieso?", fragte ich tonlos.

"Naja ganz einfach Marty, sieh es mal so: Wenn du gar nicht mit der Achterbahn fahren möchtest, warum dann ein Ticket kaufen und anderen damit die Chance nehmen? Wäre das nicht unfair?"

Ich sah ihn einen Moment lang nur an. Ich wusste absolut nicht, wie ich darauf antworten sollte.
In diesem Moment hasste ich Scott dafür, dass er hier einen auf brüderlich machte, während er mir sagte, ich solle mich von meiner besten Freundin fernhalten, damit er sie angraben kann.
"Ok, sind wir fertig?"

"Klar, wenn du mich verstanden hast."

Ohne ein weiteres Wort drehte ich mich um und ging zurück. Ich wusste, dass ich gerade einen großen Fehler begangen hatte.
Ich hatte Scott gewissermaßen meine Erlaubnis gegeben, Kensi anzubaggern, meine Kensi.

Ein Teil von mir wollte zurückgehen und sagen, dass er sich von Kensi fernhalten solle.
Derselbe Teil wollte Scott ein Bein stellen, als er sich gerade neben mir vorbeidrängelte, um meinen Platz neben Kensi einzunehmen. Doch unglücklicherweise schien dieser Teil von mir weder Macht über meine Beine noch über meine Stimme zu haben und so blieb ich schließlich ein paar Meter vor Kensi und Scott stehen und wusste nichts mit mir anzufangen.

Kensi hatte mich bemerkt, unterbrach ihr Gespräch mit Scott und meinte fröhlich: "Da bist du ja wieder! Jetzt hat Scott gerade deinen Stuhl besetzt, aber hol dir doch eben noch einen dazu."

Scott sah genervt auf und bedachte mich mit einem Ich-dachte-wir-wären-einverstanden-Blick. Dieser wunderbare Teil von mir hatte jetzt große Lust, Scott zu demonstrieren, wie wenig ich tatsächlich einverstanden war. Doch wieder blieb dieser Teil unerhört und so winkte ich ab und sagte nur: "Nein nein, kein Problem. Ich sollte sowieso weiterlernen."

"Oh, na gut, schade. A-Aber viel Erfolg!", rief Kensi mir nach, während ich mir schon einen neuen Platz suchte.