Jaspers POV: Blutdurst

Ein kühles Bad würde mir helfen, meine Gedanken zu ordnen. Ich rannte einige Kilometer weit und durchquerte mindestens drei oder vier Kleinstädte dabei, bis ich eine geeignete Stelle fand. In Mitten eines dichten Waldes, entdeckte ich einen kleinen See. Ich zog meine Kleidung aus und sprang mit einem Satz ins Wasser. Ich tauchte mehrere Male unter und dachte über alles Vergangene nach.

Nach ungefähr einer Stunde verließ ich das Wasser und zog mich wieder an. Entgegen meiner Hoffnung, dass sich meine Gedanken wieder ordnen würden, brannte mein Kopf vor Schuldgefühlen. Ich verspürte einen enormen Hunger, ähnlich dem Hunger von früher, den Hunger auf...Menschenblut. Ich dachte ich könnte mich kontrollieren und versuchte deshalb nicht so schnell wie möglich nach Hause zu gelangen, sondern blieb noch eine Weile am See sitzen. Ein Fehler...

Kurz nachdem ich aus dem Wasser gestiegen war, hörte ich die Stimmen zweier Teenager, ein Junge und ein Mädchen. Ich verspürte große Lust bei ihnen und wusste was das zu bedeuten hatte, ich wollte nicht stören. Ich versuchte einen großen Bogen um die Beiden zu machen als...

Ich hörte einen Schrei und dann ein Kichern. ,,Fahr deine Krallen ein, Süße!", anscheinend waren sie gerade beim Vorspiel. Von solchen Sachen, wollte ich erst mal nichts mehr wissen, natürlich würde ich Alice nicht ablehnen, doch ich glaubte nicht, dass sie so schnell wieder dafür bereit wäre. Ich lief Richtung Forks. Plötzlich vernahm ich den Duft von Blut, es war kein Tier. Ab diesem Moment an war es mir nicht mehr möglich meinen Körper zu steuern.

Ich war seit langem mal wieder auf der Jagd nach einem Menschen. Auch wenn diese ,,Jagd" ziemlich unfair war. Mein Kopf arbeitete gegen den Rest meines Körper, doch er war zu schwach. Nur noch wenige Meter trennten mich von meinen Opfer und mein Körper dachte nicht einmal daran sich zu bremsen.

Sofort schlug ich meine Zähne in die Halsschlagader des zirka siebzehn Jahren alten Jungen. Seine Begleitung kreischte auf und war so geschockt, dass sie sich nicht rührte. Ich saugte ihren Freund bis zum letzten Tropfen Blut aus und ließ dann seine leblose Hülle fallen. Mit weit aufgerissenen Augen starrte mich das Mädchen an und wimmerte:,, Bitte nicht. Was hab ich ihnen getan?", selbst nach dieser unmenschlichen Tat war sie noch höflich zu mir. ,,Ich werde dir nichts tun.", ich streckte meine Arme aus. Zögernd ging sie auf mich zu und brach in meinen Armen zusammen. Kein Mensch konnte einem Vampir widerstehen. Zusammen sanken wir auf den Boden. Ich wolle ihr nichts tun, doch ich hatte keine Gewalt mehr über mich. Mein Körper spielte mit der Kleinen und es gefiel ihm.

Mit meiner rechten Hand durchfuhr ich ihre Haare und riss dann ihren Kopf zur Seite. Ich ließ mir Zeit beim Essen und spürte wie sich das Mädchen langsam aufhörte zu wehren. Ihr Leben neigte sich dem Ende, ihr Herz verlangsamte.

Ich spürte ein Reißen an meiner Schulter, es war Emmett. Gleich darauf kauerte sich Alice vor mich. ,,Sie ist tot.", Carlisle suchte nach den Puls des Mädchens. ,,Es ist nicht deine Schuld.", Alice versuchte mich zu beruhigen. Innerlich wusste ich genau, dass alles was passiert war, allein meine Schuld war.

Carlisle, Emmett und Edward beseitigten die Leichen und vernichteten die Spuren. Ich und die anderen blieben Zuhause. Traurige Blicke von Renesmee und besorgte von Rosalie, Bella, Esme und Alice.

Ich wusste nicht, was sich durch meine Vergehen in letzter Zeit in unserer Familie verändern würde. Doch ich wusste, dass die kommende Veränderung einen Verlust bedeuten würde.