Stundenplan Änderungen

Als Draco wieder zu sich kam spürte er im ersten Moment gar nichts. Doch als er versuchte sich aufzurichten blockte sein Körper jede Bewegung ab und plötzlich durchzuckten ihn Schmerzen. So musste es sich wohl anfühlen wenn man zwei Wochen ohne Unterbrechung Qudditch gespielt hatte, dachte er. Langsam beruhigten sich die unaushaltbaren Schmerzen wieder und wurden zu einem im Vergleich kaum wahrnehmbaren Pochen.
Noch einmal und darauf bedacht sich nicht zu heftig zu bewegen versuchte er sich aufzurichten, doch das einzige was er zustande brachte war, seinen Arm zu bewegen und selbst das bereitete ihm unglaubliche Schmerzen.
„Mister Malfoy, können sie mich hören?", fragte eine, ihm wage bekannt vorkommenden, Stimme besorgt. Er öffnete seine Augen einen Spalt breit und blickte in ein besorgtes Gesicht mit wunderschönen, grünen Augen. Draco komm zu dir, was denkst du da nur, waren seine nächsten Gedanken bevor seine Augenlider wieder zu fielen.
„Sie haben sicher Schmerzen, ich werde Madame Pomfrey Bescheid geben", merkte die Stimme an, bevor er Schritt hörten, die sich von seinem Bett entfernten.
„Dann wollen wir mal sehen", hörte er wenige Augenblicke später die Stimme der schuleigenen Heilerin. „Mister Malfoy, erschrecken sie sich jetzt bitte nicht", sagte Madame Pomfrey, als sie neben Dracos Bett zum Stehen kam.
Die Heilerin zog ihren Zauberstab und liess ihn über Dracos Arm wandern. Ein angenehmes Kribbeln durchfuhr seinen Körper und er seufzte leise auf. „Der einzige Grund, warum sie wohl nicht den ganzen Krankenflügel vor Schmerzen zusammen schreien, wird sein, dass das den Schmerz nur noch steigern würde. Ich werde ihnen einen schmerzstillenden Trank holen", verkündete sie kurz darauf. Das Kribbeln riss ab und Draco sog vor Schmerz die Luft ein.
Sofort merkte er eine Hand, die seinen vorsichtig nahm und beruhigend über seinen Handrücken strich. „Alles wird gut, Madame Pomfrey ist gleich wieder da", erklang diese angenehme Stimme, die zu den wunderschönen, grünen Augen gehörte.
„So, gleich wird es ihnen besser gehen", meinte die Heilerin und er spürte wie ihm eine bittere Flüssigkeit eingeflösst wurde. Als die Schmerzen abnahmen, richtete er sich ruckartig auf und sah sich nach einem Glas Wasser um, fand jedoch keines. „Wasser, bitte. Das Zeug ist ja widerlich", krächzte er. „Es soll ja auch nicht schmecken, sondern helfen", erwiderte Madame Pomfrey,
„eine Stunde lang nichts essen und trinken, das heisstt sie bekommen jetzt auch kein Wasser, Mister Malfoy." „Das ist ja…", begann er.
„Solange es hilft", unterbrach ihn Heaven. Draco liess sich zurück in die Kissen fallen, er wusste ja, dass man nach der Einnahme von Heiltränken weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nehmen durfte, aber dieses Zeug hatte einen widerlichen Nachgeschmack.
„Mister Malfoy, können sie mir erklären, was vorgefallen ist?", wollte Heaven wissen und zog sich den Besucherstuhl heran. Der Blonde schloss für einen kurzen Moment die Augen, um dann seinen Blick auf die Professorin zu richten.

„Es war furchtbar, alles… Es war so real. Ich wollte einschreiten, es verhindern, aber ich konnte nicht. Ich konnte mich selber nicht aufhalten. Professor, eigentlich…, ich wollte…, ich war… Ich war auf dem Weg zu ihnen, wegen dem Angebot und plötzlich waren da die ganzen Schüler und sie haben…, sie haben mich beschimpft. Sie haben gesagt ich solle verschwinden, sie würden nichts mit Todessern zu tun haben wollen und ich, ich wollte einfach weg. Ich habe sie angeschrien, ich weiss noch nicht einmal mehr was ich gesagt habe. Es…, ich…, Professor ich…, ich hatte furchtbare Angst, dass sie mir etwas antun würden und…, und dann… Ich weiß nicht mehr genau, ich bin einfach gerannt, weg von den Anschuldigungen. Ich…, ich weiß nicht mehr wie ich weiter machen soll. Professor, ich wünschte…, ich wünschte ich wäre gestorben", sprach er leise und bei den letzten Worten brach seine Stimme.
„Ich kenne diese Gefühl, aber sie müssen mir glaube, es geht vorüber. Und sie könne sich meiner Hilfe sicher sein. Alle die dort standen und sie beschimpft haben, wissen nicht was für ein wundervoller Mensch sie sind", erwiderte sie ebenfalls leise und strich Draco beruhigend über den Arm.
„Danke Professor, es tut gut darüber zu reden", meinte er schon etwas sicherer. „Sie brauchen mir nicht danken, Mister Malfoy. Es ist selbstverständlich, dass man Personen die Leiden hilft und ich habe die Personen dir mir helfen leider viel zu spät gefunden", sagte Heaven.
Nachdem Heaven noch eine Weile schweigend an Dracos Bett sass und über das Leiden vieler Schüler auf Hogwarts nachgedacht hatte, erhob sie sich. „Es ist schon spät, ich werde jetzt gehen. Sonst verpasse ich noch das Essen und sie sollten auch etwas Essen, damit es ihnen schnell wieder besser geht", meinte sie lächelnd und verschwand.
Wenige Zeit später betrat sie die bereits gut gefüllte grosse Halle. „Na, ich habe schon von deiner Heldentat erfahren", begrüsste Melchior sie. „Das ist nicht mein alleiniges Werk", erwiderte Heaven und nahm Platz.
„Wie geht es Mister Malfoy?", fragte Minerva. „Den Umständen entsprechend. Minerva, er ist traumatisiert und er ist nicht der Einzige. Fast täglich habe ich Schüler in meinem Büro sitzen die kurz vor einem Zusammenbruch stehen. Die Schüler brauchen Hilfe, sie müssen über das Erlebte spreche, sie müssen lerne damit klar zu kommen." „Es ist mir schon aufgefallen. Aber was können wir schon ausrichten?"
„Viel, ich arbeite seit einiger Zeit an einem Konzept, dass es den Schülern möglich machen sollte mit andere über das Erlebte zu sprechen und damit klar zu kommen. Wenn ich soweit bin werde ich ihnen die Unterlagen reinreiche, solange könnte man eine Stunde in den Stundenplan legen, in der wir uns mit den Schülern über die Zeit um den Krieg herum sprechen. Ich denke, das könnte fürs erste sehr hilfreich sein", sagte Heaven. „Ich finde es gut, dass sie sich so sehr um das wohl der Schüler kümmern und ich werde sehen, ob sich die Stunde einrichten lässt. Hoffentlich kommen sie schnell mit ihrem Konzept voran, dass wir es möglichst bald in die Tat umsetzten können", lobte die Schulleiterin die junge Frau. Heaven sah Minerva dankbar an und wand sich dann ihrem Essen zu.
Gegen Ende der Mahlzeit erhob sich Minerva von ihrem Platz. „Liebe Schülerinnen und Schüler, ich möchte sie bitten morgen früh einen Blick ans schwarze Brett ihrer Gemeinschaftsräume zu werfen, es wird eine kleine Änderung in ihren Stundenplänen geben. Nun wünsche ich ihnen allen noch eine schönen Abend und eine erholsame Nacht", verkündete sie. Aus der einen oder anderen Ecke konnte man ein Murren vernehmen, doch anscheinend hatte der Grossteil der Schüler nichts gegen eine Änderung einzuwenden.
Kurz nach der Ansprache erhob Heaven sich und verliess die grosse Halle. Sie war noch nicht weitgekommen, als sie Schritte hinter sich hörte, die zügig näher kamen.
„Ich finde es ist eine gute Idee, was du gerade vorgeschlagen hast und wenn du magst kann ich dir bei der Ausarbeitung des Konzepts helfen. Aber nur wenn das für dich okay ist", meinte Melchior, als er sie erreicht habe. „Das nett von dir, aber ich werde das alleine zu Ende bringen. Du müsstest dich ja erst in das Thema rein finden und das würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, aber wenn ich fertig mit dem Konzept bin, dann kannst du gerne bei der Umsetzung helfen, denn da kann ich jede Hilfe gebrauchen", erwiderte Heaven und lächelte dankbar.