Kapitel 21

Harry entfuhr ein leises Stöhnen und es kribbelte im Nacken. Alice hatte den Gryffindor ganz fest an sich heran gezogen und hauchte leichte Küsse auf die Rückseite seines Halses. Zehn Minuten warteten sie nun schon auf die Rückkehr von Emmett und Harry wurde zunehmend besorgter, denn eigentlich hatte er gedacht, dass der Vampir seine beste Freundin schneller einholen würde. Doch was war, wenn sie disappariert war?

„Mach dir keine Sorgen, Harry. Sie sind bestimmt bald zurück", sagte Alice und grinste schelmisch. „Vielleicht können wir ja wetten, wer schneller hier ist. Hermine? Oder aber Carlisle mit ihren Eltern."

Harry drehte sich um und schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein keine Wette mit dir. Edward meint, du hast die Angewohnheit zu schummeln."

Alice machte für einen Moment ein gespielt empörtes Gesicht, bevor sie lachte und Harry dann sanft auf den Mund küsste. „Ok manchmal schon", sagte Alice, strich Harry durch die wieder um einige Millimeter gewachsenen Haare und dann warteten sie weiter.

Natürlich wusste sie es nicht, denn Alice hatte erst ein paar Mal wieder in die Zukunft blicken können. Allerdings sagte ihr ihre Erfahrung wie Carlisle seinen Mercedes benutzte und so standen die Chancen gar nicht schlecht für ihn. Dann dachte sie daran, was es denn für Zufälle gab. Oder aber es war Schicksal, dass, als Carlisle die Handynummer von Hermines Vater gewählt hatte, er erfuhr, dass die beiden Muggel gerade in Forks waren. Und als Henry Granger dann noch meinte, sie würden sofort mit einem Taxi kommen, da hatte Carlisle beschlossen ihnen entgegen zu fahren.

Harrys Gedanken schwirrten auch gerade um ein Mitglied der Familie Granger. Er dachte gerade über Hermine nach und fragte sich, was sie hier machte. Hatte Professor Dumbledore ihr nicht gesagt, dass er noch lebte? Wie war sie hier her gekommen, wenn ihre Eltern doch auf der Suche nach ihr waren? Und dann die ultimative Frage. Hatte Hermine Granger die Regeln verletzt, um zu ihm zu gelangen, um ihn zu finden? Ein Lächeln schlich sich auf Harrys Gesicht und als Alice dies bemerkte, fragte sie, was denn los sei.

Darauf zu antworten, dazu kam Harry jedoch nicht mehr, denn die Tür zum Haus wurde geöffnet und jemand kam herein. Und dass es nicht Carlisle war merkte Harry keine zwei Sekunden später. Zum einen, da Emmett sie laut ankündigt. „Hexenexpress … Endstation … bitte aussteigen. Und dann, da ein lautes „Haaarrryy!" im Zimmer erklang und eine Sekunde später ihm auch schon der Atem genommen wurde. Hermine war von Emmetts Rücken gesprungen und hatte ohne auch nur eine Sekunde an ihr schmerzendes Knie zu denken, sich auf ihren besten Freund gestürzt.

„Oh Harry", schluchzte sie voller Freude und drückte den Jungen nachdem sie ihn fest in den Armen hatte, mehrfach einen Kuss auf die Wangen. „Ich … ich … du lebst … du … du …" Es verschlug dem Mädchen einfach die Sprache. Sie war überglücklich und sie wollte ihren besten Freund einfach nie wieder loslassen.

Harry auf der anderen Seite freute sich auch Hermine zu sehen. Allerdings rang er nach Luft und sagte mühevoll: „Bitte Mine, ich brauche Luft." Sofort ließ sie Harry los und schaute ihn mit verlegenem Gesicht an. „Sorry", flüsterte sie und umarmte Harry dann etwas weniger erdrückend. Aber das schien etwas zu sein, das jemand anderem im Raum nicht sonderlich gefiel, zumal die Gryffindor immer wieder meinte, dass sie solche Angst gehabt hätte, ihn niemals wieder zu sehen und dass sie Harry doch bräuchte.

Ein leises Grollen durchfuhr den Raum. Und während Hermine zurück wich, Esme und Rosalie in den Raum gerannt kamen und Emmett leicht schmunzelte, stand Harry auf und stellte sich zwischen Hermine und seine Freundin. Allerdings nicht für lange, denn Hermine zog ihn plötzlich hinter sich und während sie seinen Körper beschützend abschirmte, entfuhr auch der Gryffindor, ihrer tiefsten Kehle ein Grollen, wie man es nicht für möglich gehalten hätte.

Harry braucht einige Moment um dies zu verdauen und um zu verstehen, was hier los war. Hatte Hermine gerade ebenso geknurrt wie Alice und wieso standen sich die beiden Mädchen plötzlich wie Todfeinde gegenüber? Das war doch nicht Hermines Art. So kannte Harry seine beste Freundin gar nicht. Eines jedoch wusste er. Hermine, Hexe hin oder her, war Alice nicht gewachsen und so drängte er sich wieder an ihr vorbei und versucht zumindest das Vampirmädchen zu beruhigen.

„Nicht Alice", sagte er und sah sie unsicher an. „Sie ist keine Gefahr. Hermine würde mir niemals weh tun." Innerlich fragte sich der Schwarzhaarige jedoch, was denn hier eben gerade abging. Wieso reagiert seine Freundin so auf Hermine? War sie etwa eifersüchtig? Auf Hermine? Harry war verwirrt, zumal er doch nicht einmal ansatzweise Gefühle romantischer Art für seine Schulfreundin hatte. Sie war halt Hermine. Sie war das Mädchen, welches er seit seiner ersten Fahrt im Hogwartsexpress kannte. Sie war das Mädchen, welches Ron und er vor dem Troll gerettet und mit der sie all die Abenteuer erlebt hatten. Sie waren schlicht und einfach beste Freunde. Und so hatte er es auch immer von Hermine gedacht. Sie war seine große Schwester, die für ihn da war und ihm ab und an auch in den Arsch trat, wenn er seine Hausaufgaben nicht machen wollte.

Allerdings wurde ihm auch klar, dass Alice dies natürlich nicht wissen konnte und so beschloss Harry gleich etwas klar zu stellen. Sein Blick ging zu Emmett, der immer noch grinste und er erhoffte Hilfe von ihm. Nur war das, was dieser zustande brachte nicht gerade hilfreich. Emmetts Grinsen wurden nämlich plötzlich noch breiter und er sagte voller Vorfreude: „Oh geil Frauencatchen, ich hole schnell das Babyöl." Rosalie verpasste ihrem Freund daraufhin einen Schlag auf den Hinterkopf und quittiert Emmetts Kommentar mit einem genervten „Idiot".

„Ok Hermine, Alice. Ich glaube hier ist etwas schief gelaufen. Bitte beruhigt euch beide und dann hört mir zu. Also zuerst zu dir Hermine…", dabei blickte er ihr tief in die Augen, „… Alice ist keine Gefahr für uns, ebenso wenig wie der Rest ihrer Familie. Sie trinken nur tierisches Blut, falls dich das beruhigt und würden nie einem Menschen schaden. Außerdem vertraut Professor Dumbledore ihnen und seinem Urteilsvermögen traust du doch auch, oder?

Hermine sah Harry überrascht und skeptisch an. Natürlich brannte ihr ein „Aber sie ist ein Vampir" auf der Zunge. Doch der Blick den Harry ihr schenkte und sein Einwand mit ihrem Professor ließen sie den Kommentar vergessen. Ungläubig schaute sie zwischen ihren besten Freund und den Vampiren hin und her, die ihrerseits versuchte die ganze Lage mit freundlichen Gesichtern zu entspannen. Besonders Esme und Rosalie konnten sich keinen Reim auf Alice verhalten machen. Klar hatte Carlisles Gefährtin eine Vermutung. Doch ihres Wissens nach war Alice vom Wesen her so eingestellt, dass sie über dem Thema Eifersucht stand. Es musste also noch etwas anderes sein, was ihre Feindseligkeit gegenüber dem fremden Mädchen hervor rief.

Harry spürte dass Hermine sich entspannte und fand es nun für den richtigen Zeitpunkt ihr noch einen Schock zu verpassen. Lächeln schaute er die Gryffindor an und sagte: „Und Mine, es gibt da noch etwas, was du vielleicht wissen solltest…"

„Was Harry?", fragte sie und bemerkte, dass ihr Freund sich langsam in Richtung des Vampirmädchens bewegt.

„Nun Mine", sagte Harry vorsichtig und mit einem zunehmenden Rotschimmer im Gesicht, „während der Zeit wo ich hier war und mich vom Flugzeugabsturz erholt habe, da sind wir, also ich meine Alice und ich, sind wir uns näher gekommen."

„Näher gekommen?", fragte Hermine überrascht, dann kam ihr der Spruch von Emmett und sein Kommentar darüber was Alice und Harry des Nachts trieben wieder in den Sinn und dann gingen ihr fast die Augen über als ihr bester Freund seinen Arm um Alice legte und sie dann liebevoll küsste.

„Oh Harry", sagte Alice ebenso verliebt und erwidert den Kuss solange, bis Emmett rief: „Nehmt euch ein Zimmer!"

Sofort trennten sich beide und funkelten den bulligen Vampir an. Danach wandte sich Harry an seine Freundin und sagte: „Und du Alice brauchst nicht eifersüchtig auf Hermine zu sein. Ich liebe sie zwar, aber nicht so wie ich dich liebe, sondern wie eine Schwester."

Kaum hatte er dies aber gesagt, überkam den Gryffindor jedoch der Gedanke, dass er das so vielleicht nicht hätte sagen sollen und er blickte zu Hermine rüber. Diese stand immer noch leicht erstarrte da und ihre Augen schienen einen feuchten Glanz anzunehmen, dann zuckte auch schon ihre Unterlippen und während Harry sich innerlich für seine Gefühlslosigkeit verfluchte, stürmte Hermine auch schon auf ihn zu. Sie umarmte ihn und mit Tränen in den Augen flüsterte sie: „Danke Harry, das bedeutet mir sehr viel. Du weißt, dass ich dich immer wie einen Bruder gesehen habe."

„Ich weiß", erwiderte Harry und legte seinen Arm um sie. Dann drehte er sich etwas und blickte zu Alice, die sie beide zwar genau beobachtete, doch deren Gesicht dann plötzlich weicher wurde und sie Harry ein verstehendes Lächeln schenkte.

Die Minuten verstrichen und Hermine hielt Harry immer noch fest. Angestrengt überlegte der Gryffindor schon wie er seine beste Freundin von sich lösen konnte und verwundert blieb seine rechte Hand schließlich in Hermines feuchten Nacken hängen. Zum ersten Mal bemerkte er den Zustand in welchem sich seine Freundin, ihr Haar und auch ihre Kleidung befand. Er erkannte sogar Emmetts Jacke.

„Ähm Hermine … wieso sind eigentlich deine Haare und deine Klamotten so nass?", fragte Harry und drückte sie etwas von sich. Bevor die Brünette jedoch zum Antworten kam, platze es auch schon aus Emmett heraus. „Sie ist in einen Bach gefallen."

Allerdings hatte er die Rechnung ohne Hermine, oder besser ohne Hermines übersteigerten Ehrlichkeitssinn gemacht. Und so sah ihn die Gryffindor mit ungläubigen Augen an rief leicht empört: „Wie bitte?"

Natürlich hatte sie damit die Aufmerksamkeit aller im Raum und Emmett funkelte sie böse an. Konnte Löwenmähne nicht mal mit flunkern? Hatte sie denn keine Ahnung was jetzt kam? Mit zunehmender Unsicherheit schaute der sonst so taffe Vampir zu Harry und auch zu Rosalie, die ihren Fokus nun vollends auf ihn gelegt hatte. Und ihr Blick verhieß nichts Gutes.

„Emmett?", sagte sie drohend. „Was ist passiert? Soweit ich weiß wolltest du Harrys Freundin doch kein Haar krümmen. Wieso also ist sie nass bis auf die Knochen?"

„Sie ist in den Bach gefallen…", wiederholte der bullige Vampir mit überzeugter Stimme.

„Emmett?" – Rosalie nahm ihm das aber nicht wirklich ab und ihre Stimme wurde lauter und knurrender. Nicht nur sie veränderte ihr Verhalten, sondern auch Harry begann seinen großen Bruder anzufunkeln. Etwas, das dem Vampir überhaupt nicht gefiel. Er hatte wirklich keine Lust den Rest des Tages kopfüber zu verbringen. Da war ja die Aussicht auf Blacks Rudel bei Nässe in einem geschlossenen Raum angenehmer.

„Es hat geregnet … Platzregen, kommt doch öfters hier vor", sagte er rasch als Ausweichmöglichkeit. Doch auch dies schien niemand wirklich zu glauben, zumal Emmett es in seiner Eile nicht mal annähernd wie eine Antwort formuliert hatte. Sondern am Ende klang seine Stimme fast wie eine Frage. Immer weiter verstrickte sich Rosalies Freund und es wurde schon echt amüsant.

„Emmett Cullen", drohte seine Freundin nun regelrecht und schließlich ergab sich der bullige Vampir. Sei es weil Rosalie nun fast schon vor ihm stand, den Zeigefinger in seine breite Brust bohrend oder weil Harry seine Hand langsam zum Zaubern erhoben hatte. Alice und Esme beobachteten das Ganze mit einem versteckten Lächeln und insgeheim schienen sie wohl zu hoffen, dass sich Emmett noch mehr verstrickte und er seine Abreibung bekam.

„Ok, wie ihr wollt", erwiderte Emmett und hob abwehrend seine Hände. „Ich war's. Ich war einfach alles. Ich hatte Langeweile und hab das Universum erschaffen, hab Eva geschwängert und jetzt habe ich halt aus Versehen gezaubert. Mein Gott ich hatte den Stab in der Hand und hab diesen blöden Aquamenti-Spruch benutzt. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Hermines Zauberstab wirklich was macht und dann auch noch gleich 'nen ganzen Tanker voll Wasser auf sie kippt. Aber hey, dass mit ihrem Knie war ihre eigne Schuld."

„Was? Gezaubert?", rief Rosalie überrascht darüber, dass Emmett so etwas konnte, während Harry zu Hermine schaute und laut fragte: „Was ist mit ihrem Knie?"

'Ooops', war wohl der Gedanke, der Emmett als nächstes durch den Kopf ging und er wich zurück. Hinzu kam, dass Hermine genau in dem Moment, wo sie es erwähnt hatten, an ihren Schmerz im Oberschenkel erinnert wurde und leicht zusammen sackte. Sie hielt sich ihr Bein und der Schwarzhaarige musst sie stützen.

„Hermine, was hat er gemacht?", fragte Harry mit einer Mischung aus Sorge und Strenge worauf sich Emmett sofort verteidigen wollte. „Ich hab nichts gemacht, Harry. Alles was ich wollte war sie vor einem Absturz in die Tiefe zu bewahren."

„Absturz?", fragte Alice und Emmett erhoffte von seiner Schwester Unterstützung.

„Ja Absturz … ein tiefer, unausweichlich tödlicher Fall. Unsere kleine Hexe war nämlich kurz davor in den Fluss zu stürzen, als sie kopflos durch den Wald rannte. Du kennst doch die Stelle Alice, die wo ich letztes Jahr den kleinen Zusammenstoß mit Paul hatte? Genau dort hätte sie den Abflug gemacht, hätte ich sie nicht gehalten."

Natürlich kannten die Vampire besagte Stelle, die kleine Auseinandersetzung bei der Jagd nach Victoria hatte ja alle noch im Gedächtnis und ihnen war klar, dass Hermine dies nicht überlebt hätte. Allerdings erklärte es nicht das verletzte Knie. Schließlich hatte Emmett ja gesagt, er habe sie gehalten. Seine Rechtfertigung ging also weiter und so sagte Rosalies Freund: „Ich habe sie also zurück gezogen und fest gehalten. Allerdings dachte Hermine wohl ich wäre Jacob Black auf Paarungsjagd und infolge ihres Befreiungsversuchs hat sie sich verletzt."

„Und wie?", hakte Harry nach.

Emmett sah kurz zu Hermine herüber und erwidert. „Nah was denkst du wohl, Kleiner? Was machen Mädchen, wenn sie von einem Jungen bedroht werden?" Und dann wandte er sich direkt und mit schon fast anklagendem Blick an Harrys beste Freundin: „Du kannst von Glück reden, dass es bei mir keine bleibenden Schäden gibt. Rose wäre mehr als nur sauer auf dich. Wie kommt es eigentlich, dass ihr Weiber einem immer in die Eier tretet, wenn brenzlig wird? Lest ihr das in irgendeinem Buch?"

Hermine wurde von Sekunde zu Sekunde roter und murmelte schließlich ein leise „Entschuldigung". Harry auf der anderen Seite kam bei der Erwähnung des Wortes Buch nicht umher zu schmunzeln und so lockerte sich die Spannung etwas. Auch schien das verlegene Gesicht der Gryffindor Emmett zu genügen und ein Lächeln umspielte seinen Mund. Dann kniete er sich aber plötzlich vor eine überraschte Hermine hin und meinte, sie solle doch mal kurz die Hose, wenn sie schon nicht für in strippe – ein breites Grinsen spiegelte sich jetzt auf seinem Gesicht wieder – ein wenig hochziehen, damit sie sich das Knie mal genauer anschauen konnten. Natürlich verstand kein anderer die letzte Aussage und so beäugten sie Emmett mit einem skeptischen Blick. Hermine hingegen war etwas überrumpelt und zog sogar die Hose hoch, obwohl Emmett ein gänzlich Fremder für sie war, der sie vorhin noch durch den Wald gejagt hatte.

„Autsch, das sieht nicht gut aus. Wird bestimmt ein herrlicher blauer Fleck, Locke. Vielleicht solltest du Eis darauf tun, dann lässt der Schmerz nach." Emmett klang richtig fachmännisch, geradezu mütterlich und tastete Hermines Knie ab. Glücklicherweise war aber nichts gebrochen, allerdings zuckte die Gryffindor zurück als sie die kalten Hände des Vampirs berührten.

Für Esme schien der Satz mit dem Eis ein Stichwort gewesen zu sein, denn sie verließ blitzschnell den Raum und tauchte keine zehn Sekunden später mit einem Handtuch und einem Beutel gecrashtem Eis auf. „Hier Emmett, aber sei vorsichtig", sagte sie und lächelte dann Hermine an. „Vielleicht sollten wir noch einmal von vorn beginnen, meine Liebe. Wir hatte einen nicht gerade glücklichen Start, oder? Also ich bin Esme Cullen, Carlisles Frau und so zu sagen die Mutterfigur von Alice und ihren Geschwistern."

„Hermine, Hermine Granger", erwiderte die Gryffindor und reichte Esme die Hand. Ihr folgten dann Rosalie, Emmett und Alice. Und nachdem das Eis gebrochen war, erzählte Harry seiner besten Freundin von all dem was in den letzten Tagen und Wochen geschehen war. Wobei Hermine ihr besonders Harrys Verlust seiner letzten lebenden Verwandten nahe ging. Denn egal wie sie auch immer zu Harry gewesen waren, so waren sie doch auch seine Familie. Harry konnte darüber nur staunen und lächelte sie an. Natürlich dachte seine beste Freundin ähnlich wie er. Doch es erstaunte ihn, wie sehr sie sich glichen.

Schließlich aber kamen sie zu einem Punkt, über den die kleine Gruppe noch nicht gesprochen hatte. Und zur Sprache brachte dies Hermine, obwohl sie eigentlich was anderes meinte, als sie Harry mitten in einem Gedanken anlächelte und sagte: „Also Harry, dein Leben ist wirklich nicht von Langeweile geprägt, oder? Ich meine erst sind da unsere Abenteuer in Hogwarts, allen voran deine kleinen Begegnungen mit Voldemort und nun verliebst du dich auch noch in einen Vampir. Also komplizierter geht's nicht."

„Das sagt die Richtige", entfuhr es Rosalie und Hermine schaute sie verwirrt an.

„Was meinst du damit, Rose?", fragte sie und benutzte dabei auch gleich Rosalies Spitznamen, den ihr die Blondine angeboten hatte.

„Was ich meine? Na dein neues Haustier natürlich, oben in Edwards Zimmer."

„Haustier?", erwiderte Harrys Freundin und verkrampfte sich etwas. Denn das einzige Tier von dem Rosalie sprechen konnte, war ja der Wolf gewesen. War er etwa noch im Haus? Und war es überhaupt ein echter Wolf gewesen? Schließlich hatte das Tier sich ja vor ihren Augen in einen Jungen verwandelt. Einen nackten, kräftigen, muskulösen, sonnengebräunten Jungen. Hermine wurde beim Gedanken an den Indianerjungen regelrecht rot und es begann in ihrem Bauch zu kribbeln.

Allerdings wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als Harry sie in den Arm nahm und meinte, dass sie reden müssten. Etwas überrascht sah sie den Schwarzhaarigen an und Harry begann auch sofort. „Siehst du Hermine, es gibt ein kleines Problem mit dem Indianerjungen. Sein Name ist Jacob Black und er lebt nicht weit von hier im Reservat."

Hermine setzte sich Harry gegenüber und schaute ihren Freund fragend an. „Und wo liegt das Problem, Harry?"

„Nun...", erwiderte dieser und strich sich nervös über den Kopf, „ … ähm so wie es aussieht haben einige der Ureingeborenen in seinem Dorf eine besondere Art von Magie im Blut. Und wenn ich Bella und Carlisle richtig verstanden habe, so können sich die Stammesmitglieder, wenn eine Gefahr für ihr Volk besteht, verwandeln und nehmen die Gestalt von riesigen Wölfen an … so zu sagen die Stammesbeschützer."

„Du meinst er ist ein Quileute?", fragte Hermine überrascht und sah sich drei nicht minder überraschten Gesichtern gegenüber.

„Du weißt von ihnen? Woher? Black meint immer es sind Stammesgeheimnisse und er musste kämpfen damit die Alten es sogar Bella erzählt haben", fragte Alice und Hermine wurde nachdenklich. „Ich weiß nicht so genau. Doch hab schon einmal davon gehört oder vielleicht auch gelesen. Auf jeden Fall ist es sehr alte Magie, die aber schon sehr stark an Seelenmagie heran kommt und daher eigentlich nicht in Hogwarts gelehrt wird. Das Buch muss wohl in der verbotenen Abteilung stehen."

Harry grinste, obwohl er damit wahrscheinlich nur seine Verwunderung darüber ausdrückte, dass seine beste Freundin nun schon wieder mal mehr wusste als er. „Natürlich", rutschte es ihm raus und die Gryffindor funkelte ihn an. „Sag es nicht, Potter. Denn ich habe auch einige Fluchbücher gelesen." Daraufhin erhob Harry ergebend die Hände und lächelte. Dann kam man zurück zum Thema und Harrys Stimme wurde immer trockener. Wie sollte er Hermine nur die Sache mit dem Prägen erklären. Er selbst verstand es ja noch nicht einmal so ganz. Doch was sein musste, musste halt sein und so atmete der Gryffindor noch einmal tief durch.

„Ähm Hermine, wo du gerade die Seelenmagie erwähnst. Ich glaube da liegt unser Problem. Bella und Carlisle haben uns, nachdem du so überstürzt weg gerannt warst, versucht etwas über die Hintergründe für Jacobs ungewöhnliches Verhalten dir gegenüber zu erklären. Vor allem Bella erzählte uns dabei von dieser Sache bei den Quole … Queli …"

„Sie heißen Quileute", half Hermine, „und ich bin mal gespannt, was für eine Erklärung du dafür hast, dass sich dieser Jacob in all seiner anatomischen Pracht vor mir aufgebaut hat und es fast so aussah, als wollte er über mich herfallen."

„… ähm ja genau Quileute.", verschluckte sich Harry, als er sich das Bild der beiden vor noch einer Stunde vorstellte. Und um schnell weiter zu kommen, sprach er auch rasch weiter. „Also Hermine, es gibt da diese Sache bei den Quileute, dass sich Prägen nennte. Es kommt sehr selten vor. Doch wenn es passiert gibt es für das betreffende Stammesmitglied kein zurück. Bella meinte es ist wie Liebe auf den ersten Blick, nur viel stärker und auch wenn die Person, auf welche man geprägt wird, diese Gefühle nicht erwidert, so dreht sich dennoch alles um sie. Der Geprägte würde alles für sie sein … Freund … Geliebter … Beschützer …"

Hermine verfolgte Harrys Erzählung genau und mit jedem Wort schien es der Gryffindor mehr zu dämmern, was ihr bester Freund von ihr wollte. Schließlich weiteten sich ihre Augen und sie sagte ungläubig: „Das ist jetzt nicht dein Ernst, Harry. Du willst mir doch nicht sagen, dass dieser Junge auf mich geprägt wurde. Das geht nicht, Harry! Ich bin eine Hexe und er ist ein Muggel. Ich … ich …"

Harry konnte nur nicken und Hermines Schultern sackten zusammen. Sie lehnte sich im Sessel zurück und schüttelte den Kopf. Das durfte doch nicht wahr sein. Und die ganze Sache immer mehr realisierend und dann wieder zu sehen wie Alice, dieses Vampirmädchen, ihren Arm um Harry legte, ließ bei ihr eine bisher nicht gekannte Wut im Bauch aufsteigen. Sie sprang plötzlich auf und rief, sie müsse hier raus. Harry hielt sie jedoch auf und versuchte sie zu beruhigen.

„Blieb hier Hermine, bitte. Wir finden eine Lösung."

„Eine Lösung? Eine Lösung Harry? Wie soll die denn aussehen?", rief sie leicht hysterisch, was Emmett veranlasste, sich schon mal auf einen magischen Ausbruch vorzubereiten, zumal die Hexe kurz vor dem Koller stand. Es wurde nach all den Strapazen vielleicht doch zu viel für sie. Denn ihre nächsten Worte zeugten davon.

„Bei Merlin, ich bin um die halbe Welt geflogen um dich zu finden. Ich habe gedacht du bist tot. Ich bin Hals über Kopf von zuhause weggelaufen und habe meinen Eltern nicht mal gesagt wohin. Dann finde ich dich endlich und mein Herz macht Freudensprünge, weil mein bester Freund noch lebt, wenn gleich in einem Haus voller Vampire. Und jetzt kommst du und sagst mir, dass das Fräulein Schicksal, als Schlampe vor dem Herrn mich auch auf dem Kieker hat und mir meinen persönlichen Stalker schenkt."

Das Nächste was durch das Haus der Cullens schallte war ein lautes Keuchen. Sofort wirbelten alle herum und Hermine entglitten die Gesichtszüge. Denn am Fuße der Treppe stand eben jener „Stalker", stand Jacob Black und er sah so aus, als hätte man ihn mit eiskaltem Wasser übergossen. Sein Gesicht war kreideweis und die Augen von Entsetzen gezeichnet. Bevor Hermine jedoch irgendetwas, eine Entschuldigung vielleicht, sagen konnte, drehte sich der Indianerjunge auch schon um und rannte aus dem Haus.

„Shit, das habe ich nicht gewollt", flüsterte Hermine und schaute verloren in die Runde. Harry stand auf und fragte sich immer noch, was nur mit ihr los war. So kannte er seine Hermine nicht. Jaaaa, sie konnte manchmal nerven. Und ja, ihre Standpauken in Hogwarts im Bezug auf das Brechen von Regeln waren legendär, aber noch nie hatte er sie so wütend … nein, wütend war nicht das richtige Wort … sondern gereizt gesehen. Irgendwas schien nicht mit ihr zu stimmen. Doch dieses Rätsel musste später gelöst werden. Erst einmal galt es Black zurück zu holen und hier überraschte Hermine Harry, als sie sich plötzlich wieder sehr schnell fing, eine besorgte Miene auflegte, und meinte, sie würde sich selbst darum kümmern. Fest umgriff sie ihren Zauberstab und folgte dem Wolf aus dem Haus…

„Life sucks."

Genau das ging Jacob gerade durch den Kopf, als er Isabella Swan, dem Mädchen, welches bis vor einer Stunde noch die Liebe seines Lebens war hier in Cullens Zimmer gegenüber saß. Immer noch versuchte er seine Gedanken und Gefühle zu ordnen, nachdem sie innerhalb der letzten zwei Stunden völlig durcheinander gebracht worden waren. Jacob hörte nicht einmal mehr richtig zu als das jungvermählte Paar versuchte ihm von Bellas Schwangerschaft und den daraus resultierenden Komplikationen zu erzählen.

Nein, Jacobs Gedanken drehten sich um die letzten drei Wochen und was er in ihnen alles so durchgemacht und erlebt hatte. Beginnend bei Bellas Hochzeit und dem damit einhergehendem Schmerz die Liebe seines Lebens immer weiter zu verlieren, hatte Jacob beschlossen, dass er Abstand braucht. Abstand zu den Cullens, Abstand zum Rudel … kurz gesagt, Abstand zu seinem bisherigem Leben.

Unterstützung hatte er dabei überraschenderweise bei seinem Vater gefunden. Nicht dass ihn Billy Black bisher nie unterstützt hatte oder so. Nein, sein Dad war trotz seiner körperlichen Einschränkungen immer für seinen Sohn da gewesen und war gleich am Tag nach der Hochzeit, keine Stunde nachdem Bella mit dem Blutsauger ins Flugzeug gestiegen war, zu seinem Sohn gegangen und hatte diesem einen Umschlag in die Hand gedrückt.

„Hier Jake, das ist für dich. Bella sollte nicht die einzige sei, die ein neues Leben beginnt. Lern die Welt kennen und finde deinen Weg", hatte der alte Quileute gesagt und als Jacob den Brief geöffnet hatte, war ihm ein Bündel Geldscheine in den Schoß gefallen.

Jacob musste schmunzeln als er an das Lächeln seines Vaters zurück dachte, als dieser ihm das Geld gab. Er selbst musste völlig entgeistert geblickt haben, zumal die finanzielle Situation der beiden nie wirklich große Sprünge zuließ. Doch Billy meinte, dass er das Geld extra für ihn gespart hatte und Jacob es daher wirklich nehmen konnte. Dann hatte er noch hinzugefügt, dass Kalifornien im Sommer wirklich schön sein soll. Und das war ein Hinweis, den sein Sohn verstanden hatte.

So war es also dazu gekommen, dass Jacob die letzten Wochen außerhalb von Forks und außerhalb des Staates Washington verbracht hatte. Wochen in denen er versucht hatte Bella zu vergessen und mit seinem Leben weiter zu machen. Und wie tut das ein junger Mann, der solo, athletisch gebaut und mit einem nicht zu verkennendem Selbstbewusstsein gesegnet ist? Richtig, er sucht sich die geilsten Plätze der amerikanischen Westküste aus und macht Party, denn aufgrund seiner Größe kam er in die Clubs ohne, dass er nach einem Ausweis gefragt wurde. Ganz zu schweigen davon, dass er dabei in den Clubs jede Nacht eine andere Perle abgeschleppt hatte.

Letzteres hingegen war wohl aber nicht nur seinen Hormonen, sondern auch seinem Unterbewusstsein geschuldet, welches wohl wie damals meinte, er würde die richtige finden um geprägt zu werden, wenn er nur einfach ziellos durch die Gegend fuhr. Oder aber in diesem Fall wenn er Teflon spielte und nichts anbrennen ließ.

Bei letzterem Gedanken gluckste Edward neben ihm und riss Jacob damit aus seinen Gedanken. Er funkelte den Vampir an und schnarrte: „Kannst du nicht mal aus meinem Kopf bleiben. Meine Gedanken gehören mit, verstanden?"

Vor zwei Monaten hätte Bellas Freund noch etwas Bissiges geantwortet, doch heute, und mit den Ereignissen der letzten Stunden, dürstete ihm offenbar nicht danach und Edward hob nur abwehrend die Hände. „Sorry Black, aber ich kann es nun mal nicht kontrollieren."

Bella auf der anderen Seiten verstand nur Bahnhof. Allerdings sagten ihr die Blicke der beiden Jungen, dass sie nicht wirklich eine Antwort bekommen würde, daher versuchte sie wieder zum Thema zurück zu kehren und erklärte von vorn, was ihr nun bevor stand und dass sie hoffte, Jacob würde sie in Zukunft nicht hassen.

Jacob hörte ihr wieder aufmerksam zu … so etwa fünf Sekunden und danach wanderten seine Gedanken erneut ab. Dieses Mal jedoch nicht zurück nach Kalifornien und den heißen Erinnerungen dort, sondern zu den wohl schönsten, braunen Augen, in die er jemals blicken durfte. Sein gesamtes Wesen war wieder voll auf das mysteriöse Mädchen, auf Hermine Granger, fixiert und das Herz des Wolfes begann immer schneller zu schlagen.

Seine Erinnerungen begannen dabei, wie Jacob im Fernsehen nach einer seiner feuchtfröhlichen Nächte vom Flugzeugabsturz in Forks gehört und sich sofort auf den Weg nach Hause gemacht hatte. Allerdings war er nicht geflogen, was wohl die schnellste Variante gewesen wäre. Nein Jacob hatte sich einfach verwandelt und war die ganze Strecke an der Westküste der Staaten entlang gelaufen. Somit war er auch einige Tage später erst bei seinem Vater angekommen. Oder um es besser zu sagen, er war erst heute Morgen wieder bei seinem Rudel angelangt.

Dort hatte Jacob auch erfahren, dass auch Bella wieder zurück war und dass Carlisle sie unter Quarantäne gestellt hatte, sodass nicht einmal Charlie, ihr eigener Vater, zu ihr durfte. In dem Moment war Jacob klar geworden, dass sein schlimmster Alptraum nun Realität war und mit unbändiger Wut, zusätzlich geschürt durch Cullens Worte am Telefon, war er hier her gekommen um den Bruch des alten Vertrages zu sühnen. Jacob hatte mit allem gerechnet, sogar mit seinem Tod, denn ohne Bella war sein Leben eh nicht mehr lebenswert gewesen. Doch niemals damit, geprägt zu werden.

„Sie ist hier", sagte Edward und riss Jacob erneut aus seinen Gedanken.

„Ja wirklich?", fragte der Indianerjunge überrascht und schaute sofort neugierig in Richtung Tür. Edward musste schmunzeln, da er glaubte zu sehen, dass Jacob mit einem Male die Ohren spitzte. Gedanken hören hatte also doch eine höhere Reichweite als ein Hundegehör. Aber irgendwie freute er sich auch für den Wolf, obwohl sie beide sich vor Monaten noch am liebsten zerfleischt hätten. Allerdings gab es noch ein Problem. Eines, das sie vielleicht noch klären sollten, bevor Jacob Hermine wieder näher kam.

„Ähm Black … Jacob. Es gibt da noch etwas, dass du über diese Hermine wissen solltest." Edward überlegte fieberhaft, wie er es sagen konnte.

„Und was?", fragte Jacob ungeduldig, sein Blick gar nicht wirklich in Richtung des Vampirs gerichtet, hatte sein Wolfsgehör doch gerade Hermines Stimme eingefangen und damit, wie sie irgendjemand da unten maßregelte und ihm die richtig Aussprach für Jacobs Stammesnamen beibrachte. Überraschte horchte der Indianerjunge auf, denn er konnte sich keinen Reim darauf machen, woher dieses Mädchen ihr Wissen bezog.

„Nun Jake, sie … also ich meine Hermine ist nicht wie Bella oder die anderen Mädchen, die du vielleicht kennst. Sie ist eine Hexe."

Jacobs Kopf flog herum und das Grollen in der Brust des Indianerjungen war mit Sicherheit auch außerhalb des Zimmers zu hören. „Nenn sie ja nie wieder so … du … du Blutsauger."

Edward hob abwehrend die Hände und erwiderte: „Nein Black, ich meine das nicht als Beleidigung. Ich meine es ernst, sie ist eine Hexe. Sie hat magische Fähigkeiten, sie kann zaubern."

Jacob starrte den Vampir an, als hätte er zwei Köpfe und erst Bellas Worte rissen ihn wieder aus seiner Starre. „Es stimmt Jake, Hermine ist eine Hexe. Sie kann zaubern, ich habe es selbst gesehen. Es war keine Beleidigung."

Immer noch voller Unglaube blickte Jacob nun zu seiner Freundin aus Kindheitstagen. Er versuchte zu erkennen, ob sie ihn verarschen wollte. Magie gab es doch gar nicht. Das waren Märchen und Aberglaube und nicht real. Allerdings hörte er auf diesen Gedanken hin Edward, der diesen durch seine Fähigkeit mal wieder gehört hatte, sagen. „Und genau das denken die meisten Menschen auch über uns, oder? Werwölfe und Vampire … alles Schauermärchen, oder? Jacob, ich weiß es kling sonderbar, ja geradezu fantastisch, aber es gibt da draußen eine Welt, von der du, dein Rudel und selbst wir mit all unseren Jahrzehnten die wir nun schon auf dieser Erde wandeln nichts wussten. Und das, obwohl auch wir laut Hermine oder ihrem Freund Harry in diese fantastische Welt hinein gehören."

Jacob blinzelte und im selben Moment war das Gesagte von Edward nur noch Nebensache für ihn. Denn in seinem letzten Satz hatte er ein Wort, nein zwei Worte erwähnt, welche sich schmerzhaft in den Geist des jungen Indianers brannten. Cullen hatte ihrem Freund gesagte und Jacob glaubte eine Welt stürzte für ihn zusammen. Allerdings rettete Edward ihn vor noch mehr Herzschmerz, als er sagte: „Jacob, Harry ist ihr bester Freund, nicht so wie du denkst. Ihr bester … verstehst du?"

Jacob starrte den Vampir an und es war so als würde die eiserne Hand, welche sich um sein Herz gelegt hatte, dieses wieder loslassen. „Wirklich?", fragte er und Edward nickte. „Ja wirklich. Außerdem hat Harry schon eine Freundin. Und zwar ein, die keine Nebenbuhlerin dulden würde."

„Wen?", fragte der Werwolf und Bellas Mann antwortete grinsend: „Alice."

Das Gesicht in welches er nun blickte war einfach köstlich für den Vampir und er musste sich zusammen reißen, nicht einfach loszulassen. Kurz darauf kam jedoch Bewegung in Jacob Black und er rief, er müsse sie sehen. Und noch bevor Bella oder Edward etwas tun konnten, war Jacob aufgesprungen und in Richtung Tür gerannt. Edward folgte m sofort, denn das was er von unten hörte, Hermines Beinahe-Zusammenbruch, konnte nur böse enden.

Und so war es dann auch. Edward kam genau in dem Moment ins Zimmer als Hermine sagte, dass das Schicksal sie wohl genau wie Harry hasste und ihr einen Stalker schenkte und das Gesicht welches Jacob Black daraufhin machte, brauchte keinerlei Erklärung oder aber die Fähigkeit des Gedankenlesens. Blacks Gesicht sprach Bände und jeder einzelne begann mit den Worten … Sie hasst mich. Das letzte was man dann noch von Jacob sah war wie er aus dem Haus rannte und sich noch im Sprung von der Eingangstreppe in sein tierisches Ich verwandelte…