Woraus auch immer unsere Seelen gemacht sind, seine und meine sind gleich.
- Emily Brontë
- Kapitel einundzwanzig -
Es muss von Herzen kommen
Ohne ihr Handeln steuern zu können, berührten die Finger ihrer rechten Hand zärtlich seinen Oberarm, wohl wissend, dass er diese Berührung durch seinen Kampfanzug spüren konnte. Obwohl abermalig ihre Alarmglocke schellten, sie sich zurück an ihr erstes Mal erinnerte und die kühle Ernüchterung, weil Vegeta sie eiskalt aufs Kreuz gelegt hatte, ihren Körper annektierte, bahnten sich diese Reminiszenzen nur schwammig ihren Weg zu ihren Alarmglocken, die danach wohl lauter geheult hätten – was ihr Glück war, denn Bulma war sich sicher, wären diese Erinnerungen und die quälenden Gedanken danach zu ihrem Gehirn hindurch gekommen, hätte sie den Kuss, der so innig, so hingebungsvoll, so intensiv und fesselnd war, der sie gleichzeitig noch zu manipulieren schien und ihr seine Attraktivität noch deutlicher vor Augen führte, sofort, nachdem er seine Lippen auf ihre presste, unterbrochen und ihm eine schallende Ohrfeige verpasst.
Allerdings verlief die Wirklichkeit ganz anders. Bulmas Hand lag dagegen fast schon friedlich auf seinem Arm, während seine Hände, die zuvor ihren Nacken fixierten, ihre beiden Oberarme fest umklammerten, um sie daran zu hindern, sich von seinen Lippen zu lösen oder von seinem Körper zu entfernen. Er hätte sich vermutlich gegen alles und jeden aufgelehnt, nur um zu verhindern, dass sie diese Körpernähe, diesen Kreislauf, den sie bildeten, unterbrach, was Vegeta selbst skeptisch realisieren musste. Er, der Körpernähe nie schätzte oder gar bevorzugte, suchte diese Nähe so aufdringlich, dass er sich und seinen Körper kaum wiedererkannte. Sie alleine verursachte diesen Drang, sie berühren und spüren zu wollen, während all das für ihn – vor Bulma – nur ein Spiel war, um seinen Druck möglichst schnell und ohne große Verpflichtungen abzubauen.
Was für ihn vor Monaten noch undenkbar war und er jeden, der eine solche Äußerung von sich gab, an die Wand gestellt hätte, wurde zunehmend zur Realität. Vegeta hatte sich an diesen Verlauf seines weiteren Lebens seltsamerweise relativ schnell gewöhnt, wohingegen sie es war, die sich mit alldem schwer tat, aus Gründen, die Vegeta nur schleppend klar wurden, doch je mehr er auf sie einging, umso klarer wurden sie.
Ja, Amaya hatte es schon angedeutet. Ha, damals – als wären Jahre vergangen – winkte er ihre Vermutung, die sich als Wahrheit herausstellte, nur ab. Doch nun wusste er es besser. Sie vertraute ihm nicht, nein, sie fürchtete sich – trotz ihres wachsenden Mutes – vor ihm und es lag an ihm, ganz alleine an ihm, diesen Zustand zu ändern, ihr zu zeigen, dass sie sich dauerhaft auf ihn verlassen und ihm, wenn es denn unbedingt für sie notwendig war, vertrauen konnte. Dass er kein Sadist war, der seiner Partnerin, seiner zukünftigen Frau, auch nur ein Leid zufügen würde.
Vertrauen... Nie hatte er sein Leben in die Hand eines anderen gelegt – nicht einmal seinen stärksten Kriegern und bei ihr machte er den Anfang. Er wollte ihr vertrauen, baute darauf, dass sich zwischen ihnen eine Basis entwickelte, auf die sich Bulma stützen konnte, aber auch Vegeta.
Ach, wenn er nur nicht zu stolz wäre, um sie an seinen Gedanken teilhaben zu lassen, wäre alles so viel einfacher gewesen. Aber nein, er war nicht der Saiyajin, der über etwas... reden wollte oder sich Dinge eingestehen musste, die so klar wie Wasser auf der Hand lagen. Er wollte auch nicht, dass jemand an seiner grauen, finsteren Gedankenwelt teilnahm, da das nur ihn etwas anging. Er alleine wollte und konnte sich nur damit auseinandersetzen. Diese langsame Veränderung seinerseits, aber auch die noch langsamere ihrerseits, würden sie vermutlich auf eine harte Zerreißprobe stellen... Ihn, wie auch sie. Hinzu kam dieses Ding in ihrem Bauch...
Verflucht.
Vegetas Augen öffneten sich, bevor sein Griff sachter wurde und er seine rauen Lippen von ihren weichen Lippen nahm. Er drohte, nachdem auch sie perplex ihre Augen aufschlug, in diesen azurblauen Augen zu versinken, weshalb seine Arme zur Seite sanken und er stattdessen einen Punkt weit hinter ihr fokussierte. Dank seines Gehörs konnte er das Gespräch zwischen den zwei Frauen belauschen, er konnte hören, wie sie ihrer Freundin – ihrer besten Freundin – erzählte, wie wenig Bulma ihn eigentlich mochte. Konnte er demnach wirklich so weit gehen – auch anhand des darauffolgenden Gesprächs zwischen ihm und der blauhaarigen Saiyajin – und sie an ihn binden?
Ha, seine Vorfahren würden im Grabe rotieren, wenn sie wüssten, wie erbärmlich er geworden war. Tatsächlich machte sich Vegeta Gedanken, die nicht ihn selbst betrafen. Er fing an, sein Handeln und seine dämlichen Aktionen zu hinterfragen, aber, und das war sein Strohhalm, hätte er nicht so gehandelt, stünden sie jetzt nicht hier. Sie würden sich nicht so vertraut ansehen, was auf Vegetas Art zurückzuführen war. Sie hätten sich niemals so massiv, wenn sie sich nicht so oft gestritten hätten, und ausgeprägt miteinander verbunden gefühlt und das, ja, das musste auch sie spüren.
„Ist alles in Ordnung?" Überrumpelt von diesem abrupten Abbruch, rieb sich Bulma verlegen über ihren Arm, während auch sie in eine andere Richtung sah, da sie sich nicht in der Lage fühlte, Vegeta anzusehen. Ohne ihn zu Wort kommen zu lassen, fuhr sie unbedacht fort. „Ist das wieder eines deiner Spiele, die du mit dir selbst spielen musst, um dir zu beweisen, wie unwiderstehlich du bist?"
Gekränkter Stolz! Ja, Vegeta kannte sich damit aus, weshalb ihm das sofort aufgefallen war und sein Augenmerk auf ihren Körper legte. Ebenso über ihren Bauch, worin neues Leben entstand. Ein Teil von Vegeta wuchs in ihr heran. Dieses Kind trug zur Hälfte seine königlichen Gene in sich, wodurch auch das Volk und sein Königreich abgesichert wären...
„Ja? Abgesehen von deinem Umstand, ist alles bestens!"
Bulma sah sich gezwungen, das Kind in ihrem Innern zu verteidigen. Schützend legte sie ihre Hände auf den Bauch. „Ach ja? Ist das so?" Der raue, grimmige Unterton hätte Vegeta schon verraten müssen, wie nahe sie einem Ausbruch stand, doch er überhörte den Ton geflissentlich.
„Ja, das ist so. Als ob du meinen Erben austragen willst. Verzeih mir meine Deutlichkeit -" Oh, gewiss sollte sie ihm das nicht verzeihen, aber um des Friedens Willen, weil sie sich ja so wunderbar gut verstanden, machte er gute Miene zum bösen Spiel. „Aber ich glaube nicht, dass du, angesichts dieser Neuigkeit, erfreut bist." Während sie mit geweiteten Augen vor ihm stand, verschränkte Vegeta gewohnt seine Arme, um möglichst passiv, repressiv, sowie patriarchalisch und autoritär zu wirken.
„Bitte? Warte mal", winkte Bulma ab, die gar nichts mehr verstand, aber dieses Problem hatte sich anscheinend zur Gewohnheit entwickelt. Hach, könnte sie diese Problematik an der Wurzel packen, aber dann müsste sie ja wirklich auf einen fernen Planeten flüchten. „Du küsst mich, nachdem du mich zurechtweist, und löst den Kuss, weil?"
„Weil ich deinen unermüdlichen Mund verschließen musste und es scheint ja funktioniert zu haben."
„Ach, so ist das." Nun sah Bulma wieder glasklar. Schnaubend und martialisch stemmte sie ihre Hände in die Hüften, bevor sie explodierte. „Wenn man dem unfehlbaren König entgegentritt, ihm die Stirn bietet und mal nicht seiner königlichen Meinung ist, stellst du alles in Frage, bist beleidigt und suchst nach einem absurden Deckmantel, den du über die Wahrheit legen willst. Das ist erbärmlich, Vegeta." Ihr Zeigefinger tippte währenddessen insistierend gegen Vegetas Brustpanzer. „Unter uns herkömmlichen Saiyajins nennt man das Diskussion, aber entschuldige, dass du so etwas nicht kennst, und jeder vor dir, sobald du mit dem Lid zuckst, auf die Knie fällt und um Vergebung bittet." Oh, sie hatte sich gerade warm geredet und war innerlich stolz, ihm das, was sie eine Menge Mut kostete, ins Gesicht sagen zu können, denn sie wusste, dass ihre Worte verletzend, wenn nicht sogar herabwürdigend waren.
Falsch! Er besann sich gerade noch so – ihretwegen, verfluchte Scheiße. Nur ihretwegen und ihrer saudämlichen Vergangenheit. Gekonnt fing er ihren erhobenen Finger, während ihres Monologs, ab, öffnete den Mund, doch kein Wort erbarmte sich, ihm über die Lippen zu kullern. Stattdessen stand er wie ein Ochse am Ölberg – wie bestellt und nicht abgeholt.
„Tja, tut weh, die Wahrheit, nicht wahr?", wiederholte sie seine Worte, als sie nach Namek geflogen waren und sich wieder einmal gestritten hatten – auch damals ging es um... küssen, woraufhin Vegeta ihr vorwarf, ein Knoten im Höschen zu haben, sobald es um das besagte Faktum ging. „Du wirst nicht erleben, dass ich zu Kreuze krieche und -"
„Du blöde Nuss", spie er ihr aufgebracht entgegen, ließ ihren Zeigefinger los, um ihre Hand zur Seite zu feuern. „Ich könnte ja auch das Arschloch, das ich immer gerne war, bleiben und mir das nehmen, was ich möchte, aber neiiiin", untermauerte er äußerst dramatisch, „ich habe Rücksicht auf dich genommen, was wohl ein Fehler war, der mir aber gezeigt hat, wie falsch es ist, sich auf andere einzulassen und Rücksicht auf ihr Empfinden oder", kurz pausierte Vegeta vielsagend, „ihre Vergangenheit zu nehmen", betonte er anschließend tiefer. Oh, alles in ihm bebte und er hasste sich gerade selbst, dass er derjenige war, der sich zurückzog und nicht weitermachte. Nein, stattdessen stand er nun vor ihr und stritt sich mit ihr, wenn auch auf unfaire Weise, denn ihr das, unerwartet, an den Kopf zu werfen, war alles andere als nett. Tja, zum Glück war Vegeta niemals nett!
Unmöglich! Ertappt wich sie zurück, faltete ihre verschwitzten Hände ineinander, die sie konsekutiv vor ihre Brust hob und sich fortwährend von Vegeta entfernte. „Du hast uns belauscht", schlussfolgerte sie.
„Genial, wie du alles so akribisch feststellst."
So gerne Bulma ihn anschreien würde, sie schaffte es nicht. Vegeta zeigte ihr gerade eine so bedeutsame Seite, von welcher sie bis eben dachte, sie würde nicht existieren. Es waren die kleinen Dinge, die so viel großes und einzigartiges bewirken konnten, denn – so wusste Bulma – die Fassung eines Steines, erhöhte vielleicht die Attraktivität, jedoch nicht den Wert – und dieser Wert, diese Seite gesehen zu haben, war unermesslich; man würde diesen unschätzbaren Wert auf keiner Skala abmessen können. Ihre Zuneigung zu diesem idiotischen Saiyajin, dachte sie schmunzelnd, überwog die Wut, die bis vor kurzem in ihr brodelte. Nichtssagend drehte sie sich von ihm weg. Daraufhin schlenderte sie zum See, wo sie sich, wie mit Chichi zuvor, ans Ufer setzte, ihre Schuhe auszog und einen ihrer Füße ins Wasser streckte. Das kühle Nass ließ ihren Körper ebenso herunterfahren wie die Tatsache, dass Vegeta tatsächlich eine gute Seite hatte.
Geduldig wartete sie auf seine Anwesenheit. Bulma war sogar überrascht, dass er sie nicht am weggehen hinderte, sondern, so erfasste ihr Auge, ihr nur murrend hinterher sah.
„Hast du dazu nichts zu sagen?", grummelte er hinter ihr, als er sich entschied, den Abstand zu ihr zu verringern.
„Nein."
„Erwähnen, dass du mir zu sagen hast, wer das war, muss ich nicht, oder doch?" Er hatte es bereits geahnt, dass ihre Narben gravierend waren. Als er jedoch mitanhören musste, dass jemand dafür verantwortlich war – noch dazu ein männlicher Saiyajin – hätte er schon wieder all seine Energien – wie im Kampf gegen Freezer – freisetzen können. „Dieser Wurm wird nämlich kein Tageslicht mehr sehen."
Erstarrt hielt sie ihre Zehen im Wasser, bevor Bulma langsam ihren Kopf zu Vegeta drehte, der entschlossen, wütend und einem dunklen Schleier um die Augen nach oben zum Himmel sah, während seine geballten Fäusten nach hinten gestreckt waren. Erschreckt darüber, dass sie seine Energie fühlen konnte, die sich maßgeblich in seinem Innern zu stauen schien, öffnete sich ihr Mund.
„Nun?" Ruckartig hatte er den Kopf nach vorne geneigt. „Ich will den Namen, Onna."
„Ich... Ich kann dir den Namen nicht sagen. Das liegt schon länger zurück und ich habe damit abgeschlossen." Sie konnte es Kakarott und Radditz schon nicht erzählen. Wie hätte sie den Namen Vegeta verraten sollen?
„Dann schreib ihn meinetwegen auf. Außerdem, man schließt mit einem Kapitel eines Buches ab oder mit dem Tag, um zu schlafen, aber nicht damit. Übrigens war das keine Bitte, mir den Namen zu sagen. Also, ich warte!"
„Wieso interessiert dich das? Nichts könnte dir egaler sein, oder?" Verwirrung dominierte Bulmas Gesichtszüge, da sie erstaunt und gleichzeitig fasziniert von Vegeta war. Zu wissen, dass es jemanden gab, der nicht einer ihrer Brüder war, dem ihr Wohl am Herzen lag, es aber partout nicht zugeben wollte, war... ja, doch, ein schönes Gefühl, denn nur sie alleine kannte die Wahrheit – ein Geheimnis, das Bulma mit Vegeta gerne teilen wollte.
„Ich möchte keine depressive Saiyajin an meiner Seite haben. Das ist alles", knurrte er nachdrücklich.
Nein, natürlich wollte er das nicht. Er wollte eine Saiyajin, die ihm hörig war und doch durfte sie sich gegen ihn stellen, ohne mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen. „Ich bin nicht depressiv." Sie sah ihm zu, wie er sich direkt neben sie stellte, bevor er sich auf den Boden setzte, es allerdings vermied, seine Stiefel auszuziehen, sondern ein Bein daraufhin anwinkelte.
„Der Waffenstillstand bedeutet nicht, dass du mir nicht den Namen nennen musst. Ist das angekommen?" Einen letzten Trumpf hatte Vegeta noch im Ärmel. „Ich erwarte bis dahin, dass du mir sagst, wann das passiert ist."
Argwöhnisch sah Bulma zu ihrem Sitznachbarn. Ihre blauen Haare fielen ihr vor die Augen, die sie unwirsch zurückkämmte. „Vor zwei Jahren. Dabei habe ich mich nicht einmal raus geschlichen", wisperte sie gequält. „Ich war in der Nähe unseres Hauses." Wieso sie nun doch davon erzählte, schob sie auf Vegetas Art, wie er sich bemühte, etwas Einfühlungsvermögen nach außen zu transportieren, wobei Bulma ihm ansehen konnte, wie schwer ihm das fiel. „Ich bemerkte ihn gar nicht – bis er mich bestimmend ansprach, sich zu mir setzte und ein belangloses Gespräch anfing, was mir schon mehr als unangenehm war."
Gott, wollte er das hören? Kannten Kakarott und Radditz diese Einzelheiten? Am liebsten wäre er aufgestanden und davon geflogen, um sich die Stimme aus dem Leib zu schreien. Seine rechte Hand, die Bulma nicht sehen konnte, bohrte sich in die Erde – immer tiefer, sodass seine Handschuhe wieder den Weg in den Müll finden würden. Aber er beherrschte sich, blieb steif sitzen und starrte auf den See. Vegeta wusste, dass in einer Beziehung – und gerade in einer solchen, die sie beide miteinander aufzubauen hatten – nicht immer alles perfekt wäre. Oh nein, gewiss nicht. Viel eher ging es doch darum, zu lernen, den anderen zu akzeptieren, den anderen zu verstehen, zu vertrauen und vor allem – was wohl das Wichtigste war – mit seinem Partner die schlechten Tage, wozu auch ihre Vergangenheit zählte, zu überstehen. Also, wenn sie sich schon öffnete, hatte er auch gefälligst hier sitzen zu bleiben und mit ihr durch diese Hölle zu gehen.
„Als ich aufstehen wollte, hielt er mich am Handgelenk zurück." Ihr Atem stockte, woraufhin sich eine Träne aus den Augenwinkeln stahl, doch bevor sie ihr Kinn erreichte, um dem endlos langen Boden entgegen zu tropfen, war Vegetas Hand nach vorne geschnellt, um ihr die Träne wegzuwischen. Augenblick drehte sie ihren Kopf. „Er fing an, mich zu berühren und meinen Hals zu küssen, woraufhin ich zu schreien anfing. Das muss ihn wohl so sehr erschreckt haben, dass er sich zurückzog und nach Radditz' Ruf nach mir, zur Flucht trieb. Das schlimme war diese Wehrlosigkeit."
Mit zusammengebissenen Zähnen und einem flauen Gefühl im Magen, weil Vegeta eins und eins zusammenzählen konnte, hob er angespannt seinen Arm, den er mühevoll um Bulmas Taille legte, was sie geschehen ließ, woraufhin sie zu Vegeta heranrückte, ehe sie ihren Kopf gegen seine Schulter lehnte. Auch ihre beiden Schweife fanden den Weg zueinander, bevor sie sich geruhsam ineinander verflochten und sanft am Boden liegen blieben.
Dankbar hatte sie die Geste angenommen und ihre rechte Hand auf sein linkes Bein gelegt. Bulma zählte nicht mit, wie lange sie stillschweigend in dieser Position gesessen hatten, doch sie war dankbar für jede Minute, die er hier geblieben war und die Bürde ihrer Schultern auf seine lud. Woher dieser Mut kam, ihm davon zu erzählen, rührte sicher daher, dass Bulma sich langsam aber sicher zu ihm hingezogen fühlte. Dass sie von nun an noch stärker, durch das Kind, das in ihrem Bauch heranwuchs, miteinander verbunden waren, war sicher auch ein kleiner Teil, der Bulma auf den richtigen – und nicht auf den einfachen – Weg stupste.
Es musste eine Ewigkeit vergangen sein, bis die junge Saiyajin ihren Kopf hob und über ihre Wange, auf der die Tränen bereits vertrocknet waren, rieb. Bevor sie jedoch etwas sagen oder sich für seine Geduld bedanken konnte, lag auch schon seine Hand über ihrer, während sie sich weiter über die Wange rieb. Zwar lächelte er nicht, nicht einmal ein Schmunzeln hatte sich gebildet, nein, sondern ein ernstzunehmender Gesichtsausdruck, der sie vor Wochen noch in die Flucht geschlagen hätte. Dass er den Kuss eben unterbrach, offensichtlich, weil er sich viele Gedanken machte, ehrte sie, doch... sie bedauerte die Unterbrechung.
Bulma versuchte, in seinem leeren Blick zu lesen, irgendeine Bestätigung darin zu finden, selbst die Initiative zu ergreifen und Vegeta zu küssen. Aber sie biss auf Granit. „Ähm... Also, vielleicht kannst du mir auf die Sprünge helfen. Hast du dich in einen Super-Saiyajin verwandelt?" Oh, sie kam von Kuchen backen auf Arschbacken, dachte sie amüsiert und musste an sich halten, anhand dieser Metapher nicht laut aufzulachen.
„Ja, habe ich." Was? Das wollte sie wissen, während er mit sich zu kämpfen hatte? Es war schon seltsam, als sie zu ihm herangerückt war, aber nachdem ihre Hand auf seinem Bein lag, war es fast um ihn geschehen. Er nutzte diese verdammte Situation einmal nicht aus und alles, was sie ihn fragte, war, ob er ein Super-Saiyajin war. Ha, diese Frage hätte er vor wenigen Stunden gerne und inbrünstig beantwortet, doch gerade war es ihm nicht möglich, galant und stolz zu antworten. Und da es ihr anscheinend gut zu gehen schien – viel zu gut – wagte er wieder einen erneuten Versuch.
„Scheiß drauf!", knurrte er überheblich, nahm ihre und seine Hand von ihrer Wange, um sie mit seinem Körper nach hinten zu drücken, sodass sie unter ihm lag. Bulma ließ es geschehen, sie wollte es ebenso und war erleichtert, dass er den ersten Schritt, trotz ihrer Erzählung, wagte. Gegenwärtig, während er über sie stieg, küsste er sie verheißungsvoll, unterdessen wurde sein Atem flacher und sein Blick hungriger. Er, wie auch sie, zitterten wie Espenlaub, doch nicht vor Nervosität, sondern vor Erregung, die unweigerlich wieder entflammt war. Sie jagte durch die Körper der beiden, um sich wie eine zweite Haut um sie zu legen, so lange, bis beide Erleichterung gefunden hätten.
Es kostete Vegeta Unmengen an Kraft, den Kuss erneut zu unterbinden, aber nur, um anschließend mit seinen Lippen hinab zu ihrem Hals zu wandern, ehe er die zarten Konturen ihrer Halsbeuge nach fuhr, weiter rauf zu ihrem Ohr wanderte, wo sie deutlich sein Stöhnen und die Lust heraushören konnte. Sein warmer Atem, was wiederum ihr ein Keuchen entlockte, der über ihre Haut wirbelte, versetzte sie zusätzlich in Ekstase.
Achtsam wanderten Vegetas Hände weiterhin über ihre Wange, hinab zu ihren Brüsten, die er fest umschloss, als ihre Hände im selben Rhythmus über seine Oberarme hinauf zu seinen zerzausten Haaren spazierten, in welche sie sich festkrallten. Ihre Fingernägel gruben sich in seine Kopfhaut, woraufhin er seine Mitte gegen ihr Becken stieß. Diese Saiyajin war so abgebrüht – sie wusste, wie sie ihn in einen tranceähnlichen Zustand versetzen konnte. Kurz darauf glitten seine Finger zu dem Saum ihres Pullovers, den er leicht nach oben schob und das Tempo abermals verlangsamte, als er bemerkte, wie er dadurch die schönsten Zischlaute aus ihrer Kehle locken konnte. Nicht nur das, nein, sie bäumte ihren Oberkörper nach oben, um ihm zu verdeutlichen, ihr den Pullover endlich über den Kopf zu ziehen, ebenso ihre Beine, die bebend unter ihm zu spüren waren. Doch bevor er dieser Bitte, sie von der süßlichen Qual zu erlösen, nachkam, berührte die Hand unter ihrem Pullover ihre warme, weiche Haut, die er gar nicht oft genug berühren konnte. Jede einzelne Berührung fühlte sich an, als würden kleine Flammen auf seiner Haut entstehen, die aufgeregt und erwartungsvoll darüber tanzten. Doch bevor er sich gänzlich darin verlor, hob er seinen Oberkörper nach oben, unterbrach seinen Weg, den er sich mit seinen Lippen bahnen wollte und schlüpfte aus dem Brustpanzer, den er schnaubend zur Seite warf, gefolgt von seinen weißen Handschuhen und Stiefeln und als sein Blick ihren streifte, blitzten seine schwarzen Augen herausfordernd. Den Blick fest auf sie gerichtet, schälte er sich mühsam aus dem oberen Teil seines Kampfanzuges, welchen er über seine Stiefel warf. Seine Muskeln zuckten indessen bei jeder Bewegung, nachdem er sie an den Händen in eine aufrechte Haltung zog, um ihr im nachfolgenden Moment den störenden Pullover über den Kopf zu ziehen, ebenso das T-Shirt und ihren BH, die dem Pullover auf den Boden gefolgt waren.
Danach legte er seine Arme um Bulma, er drückte ihren Körper gegen seinen. Während eine Hand sich in ihren Haaren verfing, glitt die andere ihren Rücken entlang, hinab zu ihrer Taille, um sie noch näher an sich zu rücken, sodass sie seine Erektion unausweichlich spüren musste.
Bulmas Hände landeten auf seiner nackten Brust, während er sie mit sanftem Druck zurück ins Gras drückte, sich zu ihr hinabbeugte und federleichte Küsse auf ihr Kinn, ihre Wangen und ihren Nasenrücken hauchte, parallel mit flinken Finger den Knopf ihrer Hose öffnete und das knarrende Geräusch des Reißverschluss sie, nachdem sie nach Luft schnappte, animierte, ihren Po zu heben, sodass sich seine Hände, während er seine Küsse nach unten verlagerte, um ihren Hosenbund schlingen und ihr die Hose langsam über ihre Hüftknochen und ihre Beine streifen konnte. Um sie noch weiter zu quälen, schob er seine Nase entlang ihrer Oberschenkel nach oben, bis er schlussendlich in ihrer Mitte ankam. Bulma konnte den Nachhall seiner Bewegung bis in ihren Unterleib spüren, wonach sie abermals nach Luft japste.
Seine zitternde Hand fasste nach ihrem Höschen und es bedurfte keinen großen Kraftaufwand, um den wenigen Stoff mit einer Hand von ihren Hüften zu reißen.
„Auch wenn ich dir das nie deutlich gezeigt habe", schluckte Vegeta, in dessen Hals sich ein dicker Kloß befand, „aber... du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich hiernach sehne." Nie hätte er zuvor diese Worte gewählt, weil er nie das Bedürfnis verspürte, dies jemals zu sagen, doch jetzt fühlte es sich gerade richtig an, sich darüber aber bewusst, die Worte nicht zu wiederholen.
Würde er noch einen derartigen Satz erwähnen, wäre sie – neben ihren erröteten Wangen – zu Wachs in seinen Händen, die verlangend über ihren Körper fuhren, geworden. Sie konnte ihre Gefühle jetzt schon nicht mehr zähmen, geschweige denn bändigen oder zumindest im Zaum halten. Ebenso ihren Atem, den sie nicht mehr zu beherrschen wusste. Zu sehr war sie in ihrer Lust und dem Verlangen nach ihm gefangen, das sich in einem lauten Stöhnen widerspiegelte, ihre Hand sich um seinen Oberarm legte und sie darauf wartete, erlöst zu werden.
„Quäle mich nicht, Vegeta", flüsterte sie erstickt, während die Vorderseite ihres Zeige- und Mittelfingers behutsam über seine Wange streichelte.
Verflucht! Wieder wurde er zur Eile gezwungen. Hastig schälte er sich aus seiner Hose, um den Kontakt zu ihr nicht zu lange zu unterbrechen. Er fing ihre Finger, schnappte sich ihre andere Hand und fixierte ihre beiden Gelenke mit einer Hand über ihrem Kopf, wobei seine freie Hand sich um ihre Brust schmiegte. Seine Nervenende waren in allerhöchster Alarmbereitschaft, sein Körper ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Mit seinen Beinen hatte er ihre gespreizt, woraufhin er ihre Gelenke wieder freigab, um sie mit einem Ruck zu sich zu ziehen.
Oh Gott, ihre Haut glühte förmlich, nachdem Vegeta seinen sinnlichen Angriff fortsetzte. Doch bevor ein weiteres Keuchen ihren Mund verließ, erstickte er dies durch einen leidenschaftlichen Kuss.
„Willst du das hier auch wirklich?", fragte er schnaufend und leckte sich lasziv über die Oberlippe.
Überrascht honorierte sie seine Frage mit erhobener Augenbraue. War diese Frage ernst gemeint? „Ja!"
„Gut... Gut." Seine Hand umfing seine pulsierende Erektion, die diese Frage gar nicht mehr benötigt hätte, sondern sich sofort in ihr vergraben wollte. Ein erheblicher Nachteil, wenn fast das gesamte Blut nach unten gewandert war und das Gehirn somit außer Gefecht gesetzt wurde. Aber Bulma war eben nicht irgendeine... Sie war in erster Linie seine Partnerin und – ein Schauer jagte über seinen Rücken – die Mutter seines ungeborenen Sohnes.
Als er sich langsam, der Länge nach, in ihr vergrub, hielt er inne und riss die Augen auf. Noch immer war sie so wahnsinnig eng, wodurch sich ihr Muskeln sofort um ihn spannte, ihm – wäre es möglich – die Luft abschnürte und es nur Vegetas Beherrschung und Körperspannung zu verdanken war, dass er nicht sofort kam. Ihr Aufschrei war dagegen nicht hilfreich, sondern verschlimmerte es nur. Er wurde zu einer weiteren Grenze getrieben, die er überwand.
Langsam zog er sich aus ihr zurück, schloss angestrengt die Augen und stieß nach vorne, wonach er wiederholt verharrte und nach Luft schnappte. Indessen kratzten ihre Hände eifrig über seine Arme, hinauf zu seinen Schultern, worin sie sich krallten und Vegeta sich zurückzog, um erneut zuzustoßen. Nachdem er sich ein drittes Mal zurückzog und wieder zustieß, machte er keine Pausen mehr. Sein Gewicht verlagerte er auf seine Ellenbogen, die er neben ihrem Kopf abstützte. Zusätzlich wölbte Bulma ihm ihre Hüften entgegen, was ihn schneller und härter werden ließ. Seine Hände schob er unter ihren Kopf, hielt ihn somit fest im Griff und presste seine Lippen sehnsüchtiger und fordernder auf ihre. Danach bissen seine Zähne zärtlich auf ihre Unterlippe, um anschließend begierig daran zu ziehen.
Fuck! Nein, er würde kommen! Er pausierte, legte seinen Körper auf ihren und drehte sich gleichzeitig mit ihr, sodass sie auf ihm saß. Vegetas Becken hob sich automatisch, seine Hände landeten auf ihrer Hüfte, um sie oben zu halten und erst danach ließ er sein Becken zu Boden gleiten. Im Nachhinein ließ er Bulma nach unten sinken, klammerte sich in ihren Hüften fest und gab ihr somit den Rhythmus vor, den sie nach mehreren Stößen übernahm.
Die Röte war ihr vermutlich nicht mehr aus den Wangen gewichen. Erst recht nicht, als Vegeta sich mit ihr drehte und Bulma auf ihm saß. Es fühlte sich, trotz ihrer anfänglichen Scham, unheimlich gut an und sie war erfreut, wie die Hemmung nach und nach fielen und Bulma sich fallen lassen konnte. Vegetas hungriger Blick, wie er sich nach ihr verzehrte – was auf Gegenseitigkeit beruhte – half ihr ungemein dabei. Es war ein so berauschendes Gefühl und nie wäre sie jemand anderem so nahe, wie Vegeta. Diese innige Verbundenheit würde sie nur mit ihm teilen, doch war sie schon verliebt?
Höchstwahrscheinlich, würden ihre Sinne nun sagen, doch diese waren nicht mehr ansprechbar. Es war auch egal, wirklich egal! Sie wollte diesen Moment genießen und sich später ihren anderen, neuen Gefühlen hingeben.
Als Vegetas Griff um ihre Hüfte fester wurde, veränderte er leicht seine Position, wodurch Bulma ein tieferes Eindringen verspüren konnte. In ihrem Innern zog sich alles zusammen, sämtliche Muskeln waren bis zum Äußersten gespannt und es schien, als würde sie innerlich zerbersten.
„Vegeta!", keuchte Bulma, die dieses unbekannte Gefühl nicht zuordnen konnte. Vegeta allerdings schon, da sich ihr Muskel zusammenzog und auch alles von ihm abverlangte. Verflucht!
Der Schrei seines Namens, verwoben mit Lust und Verlangen aus ihrem Mund, gab ihm den Rest! „Shhh", presste Vegeta durch zusammengebissene Zähne hervor, richtete seinen Körper nach oben, wodurch beide Körper unmittelbar aufeinandertrafen. Vegetas Gedanken schwammen von dannen. Wichtig war nur noch, die Klippe rechtzeitig – mit ihr – zu erreichen, ehe sie gemeinsam in den endlosen Abgrund fielen. Ihre heftigen Bewegungen reichten vollkommen aus, sodass er Bulma unverzüglich am Rande der Klippe erreichte. Seine Hand schloss sich um ihre, ein letzter Blick folgte, bevor sie zusammen einen Fuß nach vorne setzten und sprangen.
„Ah, scheiße!" Während eine Hand auf ihrem Rücken lag, legte die andere sich um ihren Nacken. Inmitten seines Aufschreis flog sein Kopf in den Nacken, um die Erlösung hinauszuschreien.
Bulma hingegen zersprang förmlich, als Vegeta sich nicht mehr halten konnte und mit ihr zusammen gekommen war, wonach sie erschöpft, aber einem kleinen Lächeln auf den Lippen, gegen seine nasse Brust sank und spüren konnte, wie er einen Arm um sie legte. Beide japsten nach Luft, sie schnauften und keuchten. Ihre Mühen, die Atmung und ihre Herzschläge zu beruhigen, waren gar nicht so einfach umzusetzen.
Die blauhaarige Saiyajin nahm all ihren Mut zusammen, nachdem sich ihre Atmung minimal beruhigen ließ, hob ihren Kopf und sah Vegeta in die Augen, bevor sie ihm einen flüchtigen Kuss auf die Stirn schenkte. Während sich auch seine Atmung beruhigte, ging ihr Atem noch immer recht unregelmäßig, weil sie nicht wusste, was jetzt passieren würde. Bei ihrem ersten und letzten Mal, war der Ausgang etwas... forscher und verletzender und Bulma hatte Angst, ein ähnliches Szenario wieder zu erleben.
Sanft drehte er sich mit ihr, sodass er sich langsam aus ihr zurückziehen konnte. „Alles in Ordnung?", entfuhr es ihm kratzig.
„Ja." Sofort hoben sich ihre Arme, die sich schützend um ihre Brüste legten, ehe Vegeta einen ihrer Arme zu sich zog.
„Hör auf, dich vor mir zu schämen. Wir werden noch viel öfter in solche Situationen kommen oder uns darin wiederfinden und ich will nicht diesem Blick ausgesetzt sein, oder aus deiner Richtung Angst verspüren, klar?"
Ah, er war wieder der Vegeta, den sie kannte. Das war ihr um einiges lieber, als ein stillschweigender Vegeta.
„Okay?", murmelte sie und nahm die andere Hand von ihrer Brust.
Als hätte der Regen gewartet, platzte er über sie herein, woraufhin sich die beiden Saiyajins hastig erhoben und Bulma diejenige war, die lachte, als mehrere Regentropfen über Vegetas und ihr Gesicht um die Wette rannen. Bulmas lange Haare klebten auf ihrer Haut, während Vegetas Haare schlaff nach unten hingen, die er sich unweigerlich nach hinten kämmte, was Bulma wiederum sehr gut gefiel. Himmel nochmal, er war tatsächlich hübsch. Seine Muskeln waren dagegen nur ein kleiner Bonus, welche, als ihre Fingerspitzen sorgsam darüber strichen, zu vibrieren anfingen. Und obwohl sie vollkommen nackt vor ihm stand, würde es sie vermutlich erst später stören, wenn der Regen ihre noch anhaltende Erregung von ihrem Körper wusch, doch so lange genoss sie die Nähe zu ihm – zu Vegeta, der sich – trotz anfänglicher Schwierigkeiten – bis zu einem schmalen Grat, den er mit sich vereinbaren konnte, verändert hatte; ihretwegen, nahm sie erfreut an.
Lachend zog sich Bulma ihre bereits durchnässten Kleider über, ehe Vegeta sie feixend, nachdem auch er in seiner Montur vor ihr stand, auf die Arme hob und mit ihr auf den noch im Aufbau befindlichen Palast zusteuerte.
