21.

Den Kopf in die Hände gestützt, dachte Matthew jetzt in Ruhe weiter nach:

'Nur ein Traum? Über vier Tage? Das ist nicht möglich, oder? Es hatte sich alles so real angefühlt. Die Kälte, die Anstrengung und die Schmerzen.' Nur beiläufig realisierte sein Gehirn, dass er seit einigen Tagen keine Erstickungsanfälle mehr bekommen hatte.
'Es könnte schon Halluzinationen gewesen sein. Wie sonst komme ich plötzlich mit meinem Bett in eine Winterlandschaft. Also bin ich entweder wirklich mitten in die Wildnis teleportiert worden, Matt aus seinem Sarg zu retten in dem er immer wieder gestorben wäre, ohne das er hätte etwas dagegen tun können. Oder ich wurde von Unbekannten, aus unbekannten Gründen, entführt worden, die mir über vier Tage heftige Drogen verabreicht hatten, nur um dann mit schlampigster Vertuschungsarbeit mich wieder in meine Wohnung zu legen. Was ist jetzt glaubwürdiger? Drogen oder eine übermenschliche Kraft, die mir andere Nationen gezeigt hatte, die wir seit Anbeginn unserer Existenz nie entdeckt haben?'

Matthew wurde aus seinen Gedanken gerissen, als die Tür vorsichtig geöffnet wurde. Alfred trat mit einem Tablett in den Raum. Neben dem gewünschten Tee stand darauf noch ein Stapel frisch gemachter Pancakes mit Ahornsirup. Sie waren perfekt. Man konnte sofort sagen wer sie gemacht hat. Francis Kochkünste waren eindeutiger als seine Unterschrift.

Dankbar lächelt Matthew seinen Bruder an.
"Danke dir, Alfred!"
"Kein Ding." Erwiderte er. Sein Gesicht glich immer noch einem flehenden, mitleidigen Welpen.
"Wenn ich dir noch helfen kann…?" fragte er schüchtern.
"Nein, nein, Alfred. Alles gut. Mir fehlt nichts. Ich bin nur etwas… verwirrt."
Alfred zögerte kurz, doch als Matthew ihn beschwichtigend anlächelte, trottete er mit einem alles- und nichtssagendem: "Hmm.", aus dem Raum.

Matthew war schon dabei den Tee zu trinken und Francis' göttlichen Pancakes zu verschlingen, als die drei Herren die Wohnung verließen und Matthew allein zurückblieb.
Während er aß und trank verbot er sich über etwas anderes nachzudenken und konzentrierte sich auf jede einzelne Geschmacksnote des Tees und der Pancakes.