Harry Potter und die graue Seite:
Kapitel 21: Die Sonderheit des Sakall
Lucius Malfoy war am Höhepunkt seines Lebens angelangt. Er hatte es dank seiner Rede, durch seinen Einfluss und durch die Tatsache, dass er geholfen hatte, den dunklen Lord zu besiegen, geschafft, alle von seiner Unschuld und seiner einzigartigen Rolle im Krieg zu überzeugen.
Er hatte es geschafft das Ministerium hinter sich zu vereinen, sodass es fähiger, aber noch monarchischer wurde. Doch das war es nur im Hintergrund.
Es gab einen normalen Minister, so wie früher. Aber Malfoy und der Adel stellten die Berater von ihm dar. Die Politik hatte sich zugunsten von Malfoy gewendet.
Arthur Weasley hatte er ins Gefängnis werfen lassen... Das stieß auf einigen Protest; doch Malfoy behielt seine weiße Weste. Er selbst hatte erfolgreich die Rolle gespielt, Arthur vor Askaban zu bewahren, war jedoch offiziell gescheitert.
Im Hintergrund jedoch war er es, der dafür sorgte, dass Arthur in Askaban verstarb...
Ituko lief langsam nach draußen. Der Tod seines Schülers hatte ihn stark getroffen – doch er hatte eine Pflicht zu erledigen. Er seufzte während er in das Portzentrum apparierte um nach Japan zu gehen.
Japans Armee vereitelt Angriff auf Tokio
Die Armee des Kaisers schaffte es einen Angriff, der vermutlich von indonesischen Zauberern und Hexen ausging, abzuwehren. Indonesien bestreitet den Angriff.
Ein Diplomat aus Japan wurde bereits nach Indonesien geschickt, um den Angriff zu klären.
Zweihundertundsieben Tote sowie diverse Verletzte Zivilisten und Soldaten waren das Resultat des Angriffes. Augenzeugen berichteten von rund vierzig gut ausgebildeten Zauberern und Hexen, die sofort gnadenlos Todesflüche auf die Personen einer gut besuchten Hauptstraße, schossen.
Hermine blickte zu Molati und meinte: „Ich schwöre, dass ich gut von dir lernen werde und dir helfen werde, die Aufträge zu erfüllen!"
Die schwarze Frau nickte und lächelte Hermine an.
„Dies ist die magische Zahl", Sarah sah zu dem neusten Mitglied Desass, dass nicht wirklich überrascht aussah: „Ich weiß.", rief dieser spöttisch aus und sah sie arrogant an.
Japans Diplomat in Indonesien getötet
Japans Armee führt Vergeltungsschlag aus.
Krieg. Nachdem in Indonesien der japanische Abgesandte des Kaisers umgebracht worden war, reagierte die Armee des Kaisers unverzüglich und brachten bei einem Anschlag fünfhundert Zauberer und Hexen um.
Überall war es dunkel. Wo war er? Wer war er? Was war er? War er überhaupt ein er? Er öffnete die Augen und sah die Welt in prächtigen Farben. Vollkommen bunt sah er nicht so, wie er es früher getan hatte. War er tot? War dies das Jenseits? Oder das Nirwana? War es das Paradis? Die Hölle?
Er versuchte aufzustehen, nur um sofort wieder hinzufallen. Er blickte von sich; versuchte seine Hand auszustrecken.
Weiße Flügel kamen in sein Blickfeld. Sprachlos sah er sie sich an. Ein Gefühl des Schocks breitete sich in ihm aus und er fiel in Ohnmacht.
„Eine Schlacht in Spanien. Wer von euch kommt mit? Wir unterstützen die Spanier" Wereseid fragte in den Raum. Keiner musste mitkommen. Es war ein Nebenauftrag, womit sich Desass ein Teil des Geld verdiente.
Sarah blicke ihn an und stellte sich neben die fetten Zwillinge. Sie waren kaum eineinhalb Meter groß. Allerdings durchaus so dick. Ihre Magie war jedoch enorm stark; selbst für Desass.
Dann verschwanden alle 60 Mitglieder des Ordens mit einem Sirren.
In den letzten sieben Monaten hatte der Orden extrem viel Zuwachs bekommen. Seit Harry gestorben war... Sarah kamen immer wieder Tränen; doch ihre Disziplin blinzelte sie weg.
Es war ein riesiges Feld auf den zwei Armeen sich erbittert bekämpften. Spaniens Sonne brannte auf die Menschen und die Südamerikaner waren fast geschlagen. Spaniens und Frankreichs Zauberer und Hexen hatte sich versammelt um sie zurückzutreiben und waren dabei erfolgreich.
Auch Desass-Mitglieder aus dem zweiten Orden waren anwesend. Ihre Roben kennzeichnete sie eindeutig. Wereseid blieb an der Spitze der 60 weiß gekleideten Zauberern und Hexen und schoss auf die Franzosen.
Der Kampf begann.
Argentinien greift Russland an und unterstützt damit USA im Krieg
Die vereinigen Staaten von Amerika hatten Argentinien offiziell vor zwei Tagen um Hilfe gegen die Russen gebeten. Argentinien reagiert sofort auf diesen Ruf und griffen Russland an, wo einige Städte stark verwüstet worden waren. Viele Experten erwarten nun ein Eingreifen der Verbündeten Russlands. „Frankreich, Spanien und Deutschland waren in der magischen Welt die stärksten Verbündeten Russlands und werden wohl vermutlich in diesen Krieg eingreifen." So einer dieser Experten.
Andere sprechen von einem schlimmen Krieg, der beendet werden muss, da sonst wie oft in der Geschichte, die Welt zu Grunde geht, weil Amerika und Russland die führenden Nationen sind, und sie beide Verbündete haben, die das andere Land genauso hassen, wie sie selbst.
Ein hoher Schrei ertönte aus dem Krankenflügel im Orden Desass. Sarah blickte mit Tränen in den Augen zum Heiler.
Stolz hielt er ihr ein Bündel hin. Und das erste mal sah Sarah ihren Sohn. Harrys Sohn. Der Sohn eines toten Vaters.
Sie weinte hemmungslos, während sie teils glücklich, teils traurig in die großen, blauen Augen ihres Kindes blickte.
Hermine spürte nichts anderes als Verachtung, als Sarah mit dem Bündel in den Saal kam. Sie war die Mutter eines Kindes von Harry. Genauso, wie sie es bald werden würde. In einigen Tagen.
Sie schnaufte, während Sarah die ganze Zeit lächelte und das Kind verwöhnte. Sie würde sich nie so verhalten. Das arme Kind...
Sie wollte gerade aufstehen und sich abwenden um diese ganze Sache nicht mit ansehen zu müssen als plötzlich ein Knall ertönte.
... und der Junge Harrys auf ihren Schoss sass und mit seinen blauen Augen in ihr Gesicht blickte. Hermine schluckte als die kleinen Händchen auf ihren gewölbten Bauch herumtatschten.
Sie sah zu dem kleinen Jungen, dessen Namen sie immer noch nicht kannte. Er war eine Woche alt, und führte eine solch genaue Apparation aus? Unglaublich...
Sarah blickte zu den beiden, vollkommen ruhig, als würde ihr es nichts ausmachen, dass Hermine ebenfalls ein Kind von Harry bekommen würde. Was sie tatsächlich dachte, wusste Hermine nicht.
Sarah hatte sogar ein Lächeln auf den Lippen, als Hermine das Kind über den Kopf streichelte. Hermine kamen, obwohl sie es nicht wollte, die Tränen und sie blickte Sarah an. Diese kam näher.
„Verzeih mir", brachte Hermine mit nassen Wangen heiser hervor. Sarah lächelte und umarmte das Kind und Hermine gleichzeitig...
Bunte Streifen zeigten ihm die Magie. Sein Blickfeld sah nicht so aus, wie das eines Menschen. Er sah die Welt durch die Magie. Er flog über einen Wald und landete kurz darauf dort.
Seine Magie verformte seinen Körper. Die weißen Flügel wurden zu Armen. Die Beine dicker und länger; er stand auf zwei Beinen. Sein Gesicht verformte sich.
Dann nach einigen schmerzvollen Minuten meldete sich Harry Potter direkt aus dem Jenseits zurück.
Er war das Sakall. Die Legende lebte...
Er blieb einige Minuten liegen und versuchte dann aufzustehen. Er war vollkommen entkleidet. Der Schwarzhaarige verstand die Welt nicht mehr. Er war ein Sakall? Was war ein Sakall eigentlich genau?
Lebte er noch, oder war das nur eine Einbildung seines toten Geistes? Das Jenseits?
Er stand in einem dichten Wald, keinerlei Wissen über seinen Aufenthaltsort versuchte er seinen Zauberstab zu bekommen. Ohne ihn fühlte er sich hilflos und schwach. Er versuchte seine Magie wirken zu lassen und Kontakt zu seinen Zauberstab aufzunehmen.
Der Zauberstab hatte zwar kein eigenes Bewusstsein, doch hatte das Material eine Bindung zu Harrys Körper eingenommen. Die Potter Begabung machte es ihm jetzt einfach diese Verbindung in seinem Kopf zu folgen.
Es war wie ein geschworener Eid; es setzte sich im Kopf fest und hatte immer irgendeine Verbindung zu dem anderen.
Plötzlich spürte er etwas. Nur schwach; scheinbar war der Stab sehr weit weg. Das Zeichen war kaum zu bemerken, und doch war es wie ein einzelner Stern auf einem Nachthimmel.
Harry überlegte... wie konnte er seinen Zauberstab hier herbekommen? Apparation? Es hieß manche Zauberer konnten dies; er selbst hatte es noch nie probiert.
Die Apparation vom eigenem Körper war eigentlich ein ziemlich leichter Zauber. Nicht viel komplexer als einige schwere Stoßflüche. Harry hatte schon viel schwierigere Sprüche durchgeführt.
Da eine Bindung zu dem Stab bestand, dachte Harry, könnte es nicht theoretisch möglich sein, den Zauberstab hier her zu bekommen?
Er setzte sich hin und versuchte in seinen Kopf zu blicken, um die Verbindung besser zu sehen.
Einige Minuten später wusste er was er zu tun hatte und er streckte die Hand aus. Sein Zauberstab landete direkt in seine Hand.
Harry lächelte, während er seinen Zauberstab betrachtete. Er zauberte sich Kleidung her.
Was war jetzt mit dem Sakall? Es war wie ein Animagus.
Er konnte sich in das Tier verwandeln. Als Sakall hatte er einige fremde Magie gespürt, die nicht zu ihm gehörte. Was war das? Fragen über Fragen...
Mit einem Schwung seines Zauberstabs wusste er, dass er in Mexiko war. Wie war er hierhin hingekommen?
Er seufzte und zauberte einen Portschlüssel her. Der brachte ihn nach New York; ins Portzentrum. Dort kaufte er sich eine Zeitung und verschwand wieder; nach England.
Er wolle erst mal nach Godrics Hollow bevor er zu Desass zurückkehrte. Erst wollte er wissen was passiert war.
Es war tiefe Nacht als Harry Potter zurück zu dem Schloss von Desasss apparierte. Es war stockfinster; er sah nichts. Irgendwie fühlte sich Harry von einer bestimmten Richtung angezogen .
Sein Zauberstab erhellte die ganze Gegend, während Harry dem Gefühl einige Schritte entgegen ging.
Ein schwarzer Stein stand dort. Harry zielte mit seinem Zauberstab und erhellte sein Blickfeld und blickte auf sein eigenes Grab.
Der Schwarzhaarige erstarrte. Was? Wie? Er hatte davon erfahren, dass Voldemort tot war; er hatte auch erfahren, dass er knapp 10 Monate fort gewesen war. Wo auch immer.
Er blickte auf die bunten Blumen die dort standen. War er tot? Er war so verwirrt, dass er nicht mitkriegte, dass er seinen Zauberstab hob und die Erde hochhob. Harry stutzte. Es fiel ihm so einfach diese Magie auszuführen.
Er blickte in das Grab hinein. Er atmete erleichtert aus und merkte erst dort, dass er die Luft angehalten hatte, als er sah, dass das Grab leer war.
Er schüttete mit einer Bewegung des Stabes das Grab wieder zu. Er ging zu dem Schloss und ging hinein.
Sobald er das Schloss betreten hatte kam ein Zauber auf ihn. Harry wich mit einem Hechtsprung aus und brachte seinen Zauberstab nach vorne.
Das Schloss war dunkel; Harry sah wieder nichts. Ein Zauber kam auf ihn und erhellte die Umgebung. Nun sah er eine große Gestalt die dort stand und ihn angriff.
Ein starker Stoßfluch verließ seinen Zauberstab zusamen mit einigen anderen Flüchen. Der andere wehrte die Flüche ab und ein gelber Fluch raste auf Harry zu; dieser spürte den Zauber und reagierte instinktiv. Der Zauber wurde abgelenkt und schoss auf den Mann zurück.
Dieser ging schreiend und einen Augenblick später bewusstlos zu Boden.
Harry runzelte die Stirn. Er wusste nicht was er gemacht hatte. Er hatte die Struktur des Zaubers erkannt und gewusst, was er zu tun hatte. Er schwang seinen Zauberstab und die Fackeln und Kerzen entlang des Ganges erwachten zum Leben.
Auf dem Boden lag ein dunkelfarbener Mann; Harry kannte ihn nicht. Plötzlich spürte er etwas und Harry hob erneut den Zauberstab um ihn auf den neu-Ankömmling zu richten. Warum griffen sie ihn denn die ganze Zeit an?
Er richtete den Zauberstab direkt auf den nächsten Mann. Dieser wirkte überrascht. Es war Wereseid: „Wer bist du?"
„Ihre Augen täuschen sich nicht", antwortete Harry: „Aber ich würde gerne wissen, warum ich jetzt schon ein Grab habe."
Wereseid blickte, wenn überhaupt noch überraschter: „Ich muss sagen," meinte er dann stockend: „das hatte ich nicht erwartet...
Er sah auf den Boden und blickte erstaunt auf den Mann: „Deine Fähigkeiten sind beeindruckend. Ich wusste gar nicht, dass du so stark gewesen warst..."
Harry blickte ebenfalls auf den Mann. Er schien unverletzt – aber Harry spürte die Magie; sie fesselte den Mann und machte es ihn unmöglich sich zu bewegen oder Magie auszuführen.
Der Zauber blockte nicht die Magie selbst; sie machte es nur schwerer Magie außerhalb des Körpers wirken zu lassen. Das heißt der Mann konnte nur schwer durch seine Hand zaubern, wenn er denn in der Lage war Stablose Magie durchzuführen.
Wereseid murmelte etwas und meinte dann: „Kommt – wir haben einiges zu besprechen."
'Kommt?' Hary drehte sich um – war noch jemand da?
Wereseid drehte sich um und lief in die Richtung seines Büros. Dort angekommenen warteten drei Personen auf die beiden.
Als die beiden in Sichtweite kamen erstarrten sie in ihrer Unterhaltung, als sie Harry erblickten.
Das nächste was Harry spürte war dumpfer Schmerz. Er lag auf dem Boden, hatte sich den Kopf hart angeschlagen, und auf ihm drauf lagen Hermine und Sarah.
„Autsch", rief er unbeeindruckt aus.
„Die Legende lebt.", meinte Wereseid und blickte auf Harry. Sie standen in seinem Büro. „Welche Legende?", fragte Hermine.
„Die Estas-Legende", meinte Wereseid. Ituko drehte sich zu Harry um und blickte ihn ungläubig an. Harry runzelte die Stirn als Ituko sich verbeugte.
„Itkuo bring ihn nach Afrika, um ihn die Prüfung machen zu lassen – du weißt wohin."
Dieser nickte: „Wann?" Wereseid lächelte: „Lass ihn ein paar Tage Zeit."
„Was für eine Legende?" Hermine wollte wissen was hier los war. Warum lebte Harry? Sie dachte er wäre tot.
Ungläubig sah Harry auf seinen Sohn. Sarah hielt ihm das Bündel vor die Nase. Was für eine kleine Nase. Große, inzwischen grüne Augen... Der Junge streckte ihm einen Finger zu...
Harry blickte zu Sarah und lächelte. Es klopfte an der Tür. Harry achtete nicht darauf, hatte nur Augen für seinen Sohn. Er hatte nur Augen für John.
Sarah hatte die Tür zu seinem Quartier geöffnet; doch Harry bemerkte das nicht. Er lächelte seinen Sohn an. Bis dieser plötzlich anfing zu lachen. Da blickte er auf und sah Hermine, die ebenfalls ein Bündel in den Händen trug.
Er blinzelte überrascht und sah zu Sarah. Diese meinte: „Erwischt, Mister Potter... Ich verlange Entschädigung für meinen seelischen Schmerz!"
Harry fühlte sich so wohl wie nie zu vor. Er hatte zwei Söhne, deren Mütter ihn alles verziehen, weil sie so froh waren, dass er überhaupt lebte.
Er war glücklich... anders war sein Zustand nicht zu beschreiben. Er fühlte sich ausgeglichen, als wäre seine Seele das erste mal ganz; also ob immer ein Teil gefehlt hatte. Er fühlte sich, als könne er tanzen. Er schlief kaum; jede halbe Stunde wachte er auf, nur um zu sehen ob seine Söhnen gut ging. Sarah und Hermine waren davon nicht sehr begeistert.
Sie hatten sich einfach zu ihm gelegt; nur um ihn in der Nähe zu haben...
David und John – welch wunderschöne Namen...
„Die Estas-Legende", lautete der Titel. Er setzte sich in den Sessel und las das Buch.
Eine Stunde später seufzte er; warum immer er? Warum konnte er nicht mal normal sein? Die Estas Legende beschrieb laut dem Autor eine Verwandlung in eines der seltensten, magischen Tieren, deren Existenz nicht geklärt und oft angezweifelt wurde.
Das Sakall – es entstand angeblich aus einem Menschen, der eine so große Magie hatte, dass sie nie aufhörte zu existieren. Wenn der menschliche Körper aufhörte zu existieren verwandelte die Magie den Körper in den des Sakall. Das Sakall hört angeblich nie auf zu existieren – ob das stimmt wusste Harry nicht.
Angeblich (Harry wusste und hoffte gleichzeitig, dass es so war) wurde die erste Verwandlung schon durchgeführt lange bevor der menschliche Körper aufhört zu existieren. Diese erste Verwandlung ist vollkommen unbeeinflussbar.
Danach (so der Autor) konnte das Sakall sich wie ein Animagus verwandeln. Harry wusste nicht, was alles wahr war von dem, was er gelesen hatte. Er bezweifelte irgendwie, dass das Sakall soviel Magie hatte, dass es alles Leben zerstören könnte, wenn es das wollte. Er glaubte auch nicht, dass das Sakall sich selbst befruchtet...
Manches in dem Buch klang tatsächlich so unglaubwürdig, dass es Harry nie auch nur in Betracht ziehen würde.
Dort stand, dass es noch eine zweite Möglichkeit gab, wie ein Sakall entstand. Das Horn eines uralten asiatischen Chilli-Drachen, die Flügel eines königlichen, ägyptischen Greifes, der Bauch und Rücken eines schwimmenden, im Südpazipik lebenden Jagdeinhorn zusammen ergaben den Körper. (so der Autor!) Das Gehirn des Sakall sollte aus purer Magie bestehen, welche sich diesen Körper zusammen suchte, indem es die einzelnen Tiere jagte, zerlegte und sich einen Körper daraus formte.
Was für ein Schwachsinn...
Harry hatte bemerkt, dass sein Brustmal vom Sakall fehlte; es war nicht mehr da. Harry wusste nicht warum.
Es war seltsam, das jeder sich bei Desass verbeugte und ihm fast schon huldigte. Er fühlte sich unwohl dabei.
Er war trotz allem noch ein Mensch, oder? Warum machen die mich zu mehr, als ich bin. Ärgerlich stand Harry auf und ging nach draußen...
„Ich hatte mich schon vorher festgelegt; den Nachfolgers von Serian." Er blickte zu dem dunkelhäutigen Mann welcher der nächste Chef von Desass werden sollte. „Für alle die es nicht wissen; jeder Führer des Ordens wählt den übernächsten Führer aus. Ich wurde ausgewählt; wurde eingewiesen von dem Führer, als der, der mich ausgewählt hat, gestorben war. Ich habe Serian gezeigt, was er zu tun hat, und er wird es dem zeigen, den ich ausgewählt habe."
Er machte eine kurze Pause und seine tiefe Stimme halte in dem riesigen Raum nach.
„Meine Entscheidung steht fest. Ich hatte mich schon vor Monaten festgelegt, aber bevor ich es euch mitteilen konnte, schien er tot."
Harry seufzte... Nicht schon wieder.
„Harry James Potter wird Serians Nachfolger, sollte er mal nicht mehr da sein!"
Der ganze Saal brach in tobenden Applaus aus. Warum immer er? „Habe ich da nicht ein Wörtchen mit zu reden?", fragte Harry; sobald er das erste Wort gesagt hatte, waren alle verstummt. Es war schon seltsam. Alle respektierten ihn und hörten auf ihn. 'Und das alles nur wegen einer Verwandlung...' dachte er sich.
„Es ist Eure Bestimmung", meinte Wereseid lächelnd.
Das war noch das schlimmste. Er wurde jetzt immer mit dem Plural angesprochen. Furchtbar. Als wäre er etwas besonderes. (Es graute ihm; er war ja laut Desass etwas besonderes...)
Er hatte sich in den letzten Tagen bei Desass unwohl gefühlt. Hermine und Sarah waren der einzige Lichtblick außer seinen Söhnen. Sie sprachen ihn normal an.
„Ich würde doch ein solches Arschloch, dass mich einfach betrügt wie dich nicht mit „Ihr" ansprechen. Soweit kommt's noch."
„Du bist viel zu frech und überhaupt – ne Autoritätsperson sowieso nicht. Und du hast mich betrogen!"
Harry lächelte in der Erinnerung. Sie neckten ihn zwar die ganze Zeit damit er hätte sie betrogen, aber sie regten sich beide nicht auf. Scheinbar war die Zeit in der er nicht da war wohl schlimmer, als die Tatsache, dass er sie betrogen hatte.
Außerdem, so meinte er, hatte er sie nicht betrogen, sondern die Magie ihn. Er beteuerte immer seine Unschuld wenn sie damit anfingen.
„Ich konnte doch nichts dafür. Standest du schon mal vor einem solchen Magieeinfluss, der mit dem zu vergleichen war, dem ich ausgesetzt war? DU hast für diese Magie gesorgt!"
„Ihr hättet mich wenigstens fragen können!", meinte Harry zu Wereseid, der gerade gefragt hatte, ob er das Amt nicht wollte.
Das war auch sowas, was ihm aufgefallen war. Er konnte gleichzeitig in Erinnerungen schwelgen und das Gespräch führen, ohne eine Sache zu vernachlässigen. Es schien, als wäre die Potter-Begabung stärker geworden. Er konnte mehrere Sachen gleichzeitig tun. Reden, lesen. Zaubern, lesen. Das hatte er schon vor der Verwandlung getan; aber nicht mit solch komplexer Magie, die er heute benutzte...
Wereseid lächelte. Er hatte ihn. Harry James Potter, das nächste Sakall war der übernächste Führer Desass'.
Er stand in seinem Büro und hatte Harry gerade seinen Eid abgenommen, Desass nach besten Gewissen zu lenken und das zu tun, was für richtig hielt.
Ituko meinte: „Passt auf. Es ist zwar so, dass ich Euch respektiere und auch Desass. Aber die Afrikaner müsst Ihr selbst rumkriegen. Sie werden Euch hassen, weil Ihr Zutritt zu dem Tempel bekommt, den erst ein oder zwei weiße betreten haben. Nur die mächtigsten und weisesten Stammesführer werden zugelassen – vom alten Rat..."
Harry seufzte; er hatte Ituko gesagt er solle die pluralische Anrede weglassen; aber getan hatte er es nicht...
Währenddessen fragte er, was er alte Rat sei.
„Der alte Rat bestimmt, wer die Tempel betreten darf. Es gibt mehrere. Ihr werdet den höchsten aller Tempel betreten. Der Rat wird Euch Aufgaben geben, die Ihr ausführen müsst. Wenn Ihr besteht, dann werdet Ihr Zugriff zu den Tempel bekommen."
„Was ist im Tempel?"
„Das weiß ich nicht. Angeblich Wissen. Diverse magische Artefakte. Aber wie gesagt, ich weiß es nicht...", murmelte Ituko: „Am Anfang werdet Ihr gefragt werden, warum Ihr Zutritt bekommen solltet. Sagt, dass Ihr ein Sakall seit; und verwandelt Euch. Der alte Rat weiß, dass das Sakall keine Mythos ist!"
Die beiden standen vor einem Palast. Anders war es nicht zu beschreiben. Allerdings mit seltsamer Architektur, die jeglichen physikalischen Gesetzten strotze. Vermutlich wurde dieser „Tempel" nur von Magie gehalten.
„Dies ist nicht der Tempel!", meinte Ituko auf Harrys Blick: „Das ist nur der Versammlungsort des Rates. Ich weiß nicht wie der Tempel aussieht, wo er ist oder sonst was über ihn. Das wissen nur die, die ihn betreten haben und der alte Rat – aber die haben ihn sowieso betreten! Es gibt keine Möglichkeit zum Tempel zu kommen, außer über diesen Rat. 12 Menschen, die den Tempel betreten haben müssen zusammen ihre Magie wirken lassen um einen Portschlüssel zu erstellen.
Wenn es mal weniger geben würde als 12 Menschen, die den Tempel betreten haben, wäre der Tempel vermutlich verloren... Aber wer weiß; das ist Magie; vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten!"
Harry lauschte den Erklärungen, während er gleichzeitig das Gebäude ansah, welches in einem hellen Marmor gehalten wurde. Es sah aus, als sei es schon Jahrtausende alt. Magie machte es möglich, dass es tatsächlich so alt war.
Ituko bewegte sich langsam zu dem Gebäude. Es war das einzige, was den Anschein aufrecht erhielt, dass hier jemand lebte. Weit und breit war nichts außer Steppe zu sehen. Die Sonne brannte hell und heiß. Links und Rechts stand mal ein Baum; allerdings so kümmerlich, dass er kaum zu beachten war.
Aber es gab eine Menge Tiere. Das spürte Harry. Allerdings nichts größer als ein Tiger. Aber Menschen waren hier nicht zu sehen... aber zu spüren.
Das Tor stand offen und die beiden traten in das Gebäude hinein. Sie traten in einen großen Raum. Dieser war zum bersten voll. Schräg vorne links und rechts ging es ab in in zwei kreisrunde Räume. Dort sassen ein dunkel farbener, alter Zauberer der mit einem anderen jüngeren redete. Links sass eine alte Frau und erklärte etwas einem stehenden Mädchen. Man konnte es sehen; aber hören nicht. Es waren wohl Zauber die das verhinderten.
Harry wunderte sich über die riesige Menge an Menschen die hier waren.
Ituko erklärte ihm (während die ausschließlich dunkelfarbenen Zauberer ihn argwöhnisch musterten), dass der alte Rat ein Ratgeber war, der allen half egal ob reich oder arm, schwach oder mächtig.
Es waren immer drei Ratsmitglieder dort; nur selten wurde der große Raum benutzt; dieser wurde nur benutzt, wenn alle Ratsmitglieder zusammen kamen. Diese drei Ratsmitglieder, die immer anwesend waren (sie wechselten natürlich) halfen den Menschen, beantworteten Fragen.
Es waren banale Dinge, aber auch wurde mal mit komplexen Zaubern oder bei der Bewältigung von komplexen Aufgaben, die einem das Leben hier immer stellte, geholfen.
Es fiel auf, dass die Ratsmitglieder in den Räumen sassen – alle anderen standen respektvoll.
Ituko erklärte, dass die Ratsmitglieder mit die respektierten Menschen in Afrika waren. Sie waren die Elite Afrikas. Jeder von ihnen hatte Magie, die viel stärker als die eines normalen Zauberers waren. Jeder hatte eine Weitsicht und einen Verstand den jeder Führer oder König haben sollte.
Der Tag verging und die beiden warteten immer noch. Sie standen; laut Ituko wäre es respektlos gewesen sich hinzusetzen. Es dauerte ewig bis die Schlange ein wenig kleiner wurde. Harry merkte, dass seine Geduld durchaus sehr schwach ausgeprägt war.
Während dessen erklärte Ituko ihm die nächste Lektion in der magischen Kommunikation. Harry hatte nach Übersetzungszaubern gefragt – wie sie funktionieren. Die Arithmantische Anordnung der Zauber hatte ihn stutzig gemacht.
Darauf hatte Ituko ihm erklärt, dass diese Zauber gar nicht die Sprache des anderen kopieren. Nein... sie sorgen nur dafür, dass man mit der Magie spricht. Und diese Magie sorgt dafür, dass die anderen einen verstanden. Das dumme war nur – bei Muggeln funktionierten diese Zauber also nicht.
Man spricht mit der Magie – und der andere antwortet mit der Magie – vollkommen unbewusst.
Ituko hatte angefangen Harry beizubringen wie er das bewusst steuern konnte. Es erforderte sehr viel Selbstdisziplin und die okklumentischen Fähigkeiten müssten sehr groß sein, sollte man diese Fähigkeit so schnell erlangen wollen, wie es Harry tat.
Harry hatte eine Kontrolle über seinen Kopf, die andere neidisch machen würde. Ituko war überrascht, als Harry ihm von seinen Veritaserum-Ausflug erzählte.
Diese Kontrolle ermöglichte es Harry die Fähigkeit bewusst auf die magische Kommunikation zu zugreifen, innerhalb weniger Tage zu meistern.
Ituko hatte schon während Desass angefangen ihm diese Sache zu lehren. Während des Gespräches mit dem Rat brauchte Harry diese. Ituko hatte nicht gedacht, dass es Harry so schnell meistern würde. Wereseid hatte gesagt, dass Harry es rechtzeitig können würde. Aber geglaubt hatte Ituko dies nicht wirklich.
Wereseid wusste so viel – es war ein Wissen, um welches Ituko ihn beneidete.
Der Tag verging und viele legten sich hin. Harry griff allerdings nur nach seiner Magie und war wieder voll fit. Es war erstaunlich was für Fähigkeiten die Magie einen alles verlieh. Und noch erstaunlicher war, dass so viele ihr Potenzial nicht nutzten.
Ituko hatte nicht aufgehört Harry mit „Ihr" anzureden. Es war einfach furchtbar. Harry würde sich nie daran gewöhnen...
Der nächste Tag kam; die Sonne schien hell und heiß in das Gebäude hinein. Harry vermisste Hermine, Sarah und seine Söhne. Es verging kaum eine Sekunde in der er nicht an die vier dachte.
Ituko erklärte ihm viel neue Sachen. Sie hatten am Abend Schilde heraufbeschworen, nachdem viele neugierig geguckt hatten.
Langsam taten Harry die Beine weh. Es war nur gestattet sich hinzulegen, wenn man schlafen wollte. Aber Harry griff wieder einmal zu seiner Magie. Er hätte ewig stehen bleiben...
Die Schlange war am dritten Tag deutlich kleiner geworden. Einige vor ihnen in der Reihe waren zusammengebrochen. Ohne Essen, Trinken, Gang auf die Toilette. Andere schauten diese verächtlich an; sie ließen ihre Magie wirken um die Strapazen zu überstehen.
Es war mitten in der Nacht als Ituko und Harry schließlich dran kamen.
